Praktisch, wenn man die Sprache nicht kann …

So sieht das Buch aus …
… und das erlebt man innen

ES HEISST „BILD-WÖRTERBUCH“ uns zeigt alles, was zum Leben gehört in Farbfotos zu über 6000 Begriffen, gegliedert nach den Bereichen, in denen wir uns bewegen. Der etwas unhandliche (362 Sei- ten!), leider erstaunlich schwere Band ist eine Art Sprachkurs, wenn man ihn häufig benützt, und ich habe meine Spanisch-Kenntnisse in einem Jahr um rund 50 % verbessert! 11.50 Euro kostet das Nachschlagewerk für die Augen, ab 4.99 Euro bekommt man es gebraucht. Die ISBN-Nummer lautet 9783625170778. Für hartgesottene Insel-Fans müsste es sowas auch für Mallorquin geben, aber das wird wohl nie er Falls ein …

Ratten lieben Maxfly …

Um so einen Ball geht es …
… den ewig hungrigen Nagern

MEHR NOCH: SIE FRES- SEN KEINE ANDE- REN GOLF- BÄLLE! Warum das so ist, weiß ich nicht, vielleicht steckt in den Maxfly eine andere, besser duftende und schmackhaftere Füllung. Jedenfalls ist es so, dass ich in meiner Garage einen Holzbottich mit rund 300 Fundbällen stehen habe, gesammelt aus den Roughs mallorkinischer Golfplätze, und die Ratten nagen die anderen Marken nicht an – sie verschmähen sie, kann man sagen, und selbst dann, wenn zufällig mal kein Maxfly im Bottich ist! Ich denke, wenn ich das der Firma melde, bekomme ich keinen Sponsorenvertrag; aber die anderen Hersteller muss das doch freuen: Der Ball, den die Ratten zum Fressen gern haben …

MI MUSEU Diesmal: „Im Kaffeehaus“ von Carl Deelsbro

Gemütlich im Schatten sitzend mit Aussicht …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Ein Original-Ölgemälde aus den 40er-Jahren des dänischen Künstlers Carl Deelsbro (1892-1990). E ist wenig bis nichts bekannt über ihn, vor allem nicht, wann und warum er nach Mallorca kam und wieviele Insel-Bilder er hinterlassen hat. Ich fand dieses Gemälde auf ebay.com und habe 80 Euro dafür gezahlt – bei einer Größe von 60 x 40 cm (ohne Rahmen). Das ist es wirklich wert …

Der Wein ist noch nicht ausgereizt …

Die prallen Encursac-Trauben …

MEINE EINSTELLUNG ZUM MALLORCA-WEIN ist je bekannt: Von zu vielen Winzern wird getrickst und gepanscht, denn was in all den Flaschen angeboten wird, gibt die Anbaufläche der Insel gar nicht her! Da landen nachts Tankschiffe mit Wein vom Festland und der mallorkinische Traubensaft wird gestreckt, dass sich die Etiketten biegen … ABER: Es gibt vergessene, kaum noch existierende, bemerkenswert gute einheimische Rebsorten, die nirgendwo sonst vorkommen, und eine heißt ENCURSAC (mit den Synonymen Corcac, Cursach, Escorcac, Escursag und Excursach). Der Erzherzog hat Encursac in seinen „Balearen“ um 1871 erwähnt, dann rottete die Reblaus Ende des 19. Jh. die blühende Winzerei auf Mallorca fast ganz aus und erst 2006 konnte Encursac auf einer lächerlichen Fläche von 0,5 ha wiederbelebt werden – und hat sich prächtig erholt seitdem. Man zieht einen aromatischen Rotwein aus dieser Rebe, mit mäßigem Alkoholgehalt und zurückhaltendem Tannin. In ersten Flaschen steckt Encursac schon drin, also immer mal auf die Flaschen-Rückseite gucken! Und, bitte, die Winzer ermutigen, die restlichen zehn oder 12 Insel-Rebsorten zu retten und wieder anzubauen (und nicht die billige Plörre vom Festland dazuzugießen) …

P. S.: Es gibt allerdings ein Problem. Denn die feinen, fast verschollenen Rebsorten der Insel sind von der Balearen-Regierung (noch) nicht „anerkannt“. Die Encursac ist es, aber erst nach zehnjährigem harten Kampf …

EIn neuer Society-Maler taucht auf!

Frank Krüger …
… einer seiner Stiere …
… und sein Udo Lindenberg

ER HEISST FRANK KRÜGER und malt nicht nur, sondern hat in Palma eine eigene Galerie. Er vermarktet sich also selbst (wie der berühmte Österreicher Hans Koller in Florida, Krüger malt auch so ähnlich). Der Mann kann was, ohne Zweifel und die In-Crowd liebt ihn, weil es an Krügers Kunst nicht viel zu verstehen oder zu interpretieren gibt: Er malt herrlich dekorativ und man bekommt, was man sieht! Ich konnte kaum Botschaften in seinen Bildern entdecken – aber für Apartment- und Finca-Wände sind seine bunten Werke ideal. Sie kosten auch keine Bausparverträge, mit 3000 bis 6000 Euro ist man gut dabei. Krüger kann jedoch auch anders, anspruchsvoller, aber das stört erst mal nur, wenn man sich als Maler auf Mallorca bei der Society (denen, die Kunst bezahlen können und wollen) durchsetzen und dabei möglichsts schnell wohlhabend werden möchte. Eine Bekannte hat gerade ein Bild von Krüger gekauft für ihre Dachgartenwohnung im Zentrum von Palma – und es wirkt fabelhaft auf der schwarzen Wand …

 

 

 

 

 

 

… und die Seligen vernehmen seinen Gesang! Kapitel 2

… mit Liedern von Frau Schubert
So sieht die CD aus …

(Fortsetzung von Kapitel 1) … DEN VON FRANZ SAILER, KELIM-KÖNIG von SANTANYI! Denn eigentlich ist er ausgebildeter Opernsänger, mit einer glasklaren Tenor- stimme, die auch im Alter kaum etwas von ihrem Schmelz verloren hat. Und wer meinen Rat befolgt und zu ihm eilt nach Santanyi (carrer de Bispe Verger, 6), da er sein Geschäft schließt und einen sensationellen Schlussverkauf von Boden-, Wand- und Raumschmuck anbietet – der kann ihn hören, wie er singt! Man muss Sailer nur bitten, die CD mit seinen Schubert-Liedern einzulegen und über das Soundsystem seines Palais zu jagen! Dann wird der Teppichladen zum Konzertsaal und anschließend kann man neben den Rabatt-Kelims auch noch die CD kaufen (für 10 Euro). Die in eine besondere Sammelbüchse gesteckt werden: für den Tierschutz auf Mallorca! 

Warum viele Gärtner Heiden sind …

So können die Kultstätten in den Gärten aussehen …

SCHON MAL AUFGEFALLEN, in wievielen Gärten Stein-Monumente wie Türme stehen ohne Grund? Aufgerichtet von mallorkinischen Gärtnern? Ich zeige hier 4 Fotos, bei denen man meinen könnte, die Kalkstein-Phalli dienten als Stütze der Kakteen. Aber dem ist nicht so, das ist Zufall. Die Türmchen können auch alleine stehen, tun es meist, und ich denke da schlägt etwa Archaisches durch die Genetik: Die steinerne Anbetung aus der Talayot-Zeit! Ein manischer Zwang. Etwas, das lang ist und spitz zuläuft, himmelwärts stellen. Die Monumente richten sich an die Götter, und wahrscheinlich war mein Bild von den Phalli gar nicht so weit hergeholt. Und seitdem ich auf diese Idee kam, fällt mir immer häufiger auf, wie sehr harmlose Privatgärten zu heidnischen Kultstätten geworden sind …

Viel mehr auf die Balkons achten!

Wieviele sind’s allein hier? Mindestens 9 …
Das Buch der Balkone

ICH KENNE KEINE STADT, DIE SO VIELE HAT – und in derartig unterschiedlichen  Varianten! Es muss eine Zeit gegeben haben, da man ungern auf die Straße ging und auf diese Weise am Leben in den Gassen teilnahm. An den „Miradors“ genannten Balkonen kann man auch erkennen, wie alt ein Haus ist – und die ältesten stammen aus dem 17. Jh. Die Balkone sind nie sehr tief, aber oft sehr breit, total verglast und meist etagenhoch. Da passt selten ein Sessel rein und heute dienen sie mehr als schmaler Wintergarten oder Abstellkammer. Dennoch lohnt sich ein Balkonblick beim Rundgang durch Palma immer und es gibt sogar ein hübsches Büchlein von 1989, das man immer noch bei Amazon oder Ebay bestellen kann: „Els Miradors en l’Arquitectura de Palma“ von Mercedes Gambus und Sebastia Mas.

 

 

 

 

 

Stierkampf geht in den Untergrund …

Das Klub-Logo …

DER STIERKAMPF AUF SPANISCHE ART KANN NICHT ÜBERLEBEN, nachdem so viele Ausländer, vor allem Deutsche, sich angemaßt haben, die einheimischen Tierschützer aufzuhetzen gegen die Corridas. Klar: Keiner sieht einen Stier gerne leiden, Toreros, die’s nicht können, muss man aus den Arenas verbannen. Da sind sich die Aficionados mit den Tierschützern einig. Aber wie immer schütten die Tierfreunde auch beim Stierkampf  das Kind mit dem Bade aus – und verlangen von der Regierung, diesen jahrtausendealten Brauch komplett abzuschaffen! Das Resultat? Wie bei den Hahnenkämpfen (die wirklich scheußlich sind)! Der Stierkampf geht ebenfalls in den Untergrund und ich zeige hier das Logo eines Klubs in Felanitx, der es sogar wagt, die lokalen Losverkäufer der Nationallotterie zu sponsern. Es wird also weiterhin Corridas geben, heimlich, mit schlecht ausgebildeten Toreros, die Stiere werden mehr leiden als vorher – und ein groteskes, historisches Verbrechen wiederholt sich: der von sogenannten „Tierschützern“ durchgesetzte Großwild-Jagdbann von 1977. Über ihn jubelten die Wilderer, keiner kontrollierte sie mehr und seitdem wurden 70 % aller jagbaren Tiere Afrikas ermordet! Da lastet schwere Schuld auf den Leuten, die nicht wissen, wie man Tiere wirklich liebt …

MI MUSEU Diesmal: Der Fisch meiner Mutter

Ein wahrhaft einmaliges Kachel-Gemälde …

SIE HAT IHN GEMALT, auf eine leere weiße Kachel im Format 50 x 20 cm. Vielleicht auch deshalb, weil meine Eltern beschlossen hatten, auf Mallorca möglichst wenig Fleisch und möglichst viel Fisch zu essen. Mit der gemalten Kachel ist meine Mutter zur Ceramica in Felanitx und die haben sie gebrannt. Dann wurde der Fisch an die Freiluft-Wand der Essecke unserer Finca zementiert, vor nunmehr über 40 Jahren, und seitdem hängt er dort, bewundert, anregend und als einmaliges Kunstwerk aus der Familie. Meine Mutter hat noch mehr „Mallorkinisches“ gemalt, aber das zeige ich später mal …