Wir haben es doch alle geahnt …

… DASS DAS NICHT GUT GEHEN KONNTE MIT DEM „HYATT“ in CANYAMEL! Jetzt ist der Hotel- konzern nach knapp 4 Jahren aus seiner mallorkinischen Liegenschaft ausgestiegen! „Weil der erhoffte Gewinn ausgeblieben ist“, heißt es. Klar – so eine Riesenanlage passte nicht in die Insel-Provinz und die Tourismus-Struktur (lächerlich, sowas als „Nachbau eines mallorkinischen Dorfes“ zu bezeichnen), dazu kam noch eins: Jeder, der dort (zu) teuer gewohnt hatte, beklagte sich über den Service. Die grausige Tragik dieses Neubaus und des miesen Geschäfts liegt jedoch in den Sünden gegen die Natur, die hier reihenweise begangen – und genehmigt wurden. Weil es bei der Planung einheimische Strippenzieher gab, die über erstklassige Beziehungen verfügten, worauf die Architekten sich auffüh- ren durften wie die Axt im Walde. Nun ist das „Hyatt“ erst mal dicht (soll aber von einer Investorengrup- pe weiter geführt werden) und die Verbrechen gegen die Landschaft, den Naturschutz und die Öko- logie bleiben in alle Ewigkeit zementiert und zerstört …

Der schönste Mann Mallorcas …

Fast verheiratet – im Film …

… TJA, WER MAG DAS WOHL (gewesen) SEIN? Cineasten ahnen es, und wer den Film „Frühstück bei Tiffany“ liebt und immer wieder auf einem nostalgischen TV-Kanal genießt, weiß es auch: Jose Luis de Villalonga, spanischer Grande, Schriftsteller und Hobby-Schauspieler. Er spielte den schönen superreichen Brasilianer, der um ein Haar die entzückende Holly Golightly (Audrey Hepburn) geheiratet hätte. Villalonga, offizieller Biograf des spanischen Ex-Königs, galt als unwiderstehlich, drei Generationen von Frauen schmolzen bei seinem Anblick dahin, denn der 1920 geborene (und fünfmal verheiratete) Adelige starb erst 2007 in Port d’Andratx – mit 87 Jahren.

Da passen zwei zusammen …

GUCKEN SIE MAL, WAS ICH ENTDECKT HABE: Zwei einsame Herzen, die Partner suchen! Nun ist die Anzeigenspalte KONTAKTE im Moment nur spärlich bestückt (wg. Virus), aber diese beiden Annoncen standen letzte Woche drin, lagen schon mal wie im Doppelbett, der Herr und die Dame wussten zwar offensichtlich nichts von einander, fügen sich jedoch ganz gut zusammen – und da dachte ich mir, ich versuche einen Bund fürs Leben in meinem Blog! Er ist 59 und möchte eine SIE auf Mallorca kennen lernen, SIE ist 45 und will mit IHM die Insel erleben und genießen. Passt doch, meldet Euch und schreibt mir, wenn’s geklappt hat …

Ein Schatz, aber extrem teuer …

ICH HABE IHM BEIM SPANISCHEN EBAY ENTDECKT: Ein in rotes Leder gebundener Atlas aus dem Jahr 1787, mit 14 von einst 15 Seekarten zum Ausklappen (63 x 105 cm groß, nur die von Mahon fehlt, aber Mallorca ist gut vertreten). Ein Riesenbuch, geschaffen von einem gewissen Vicente Torino für König Karl III. in mehreren Kopien, damit der Monarch den noblen Band an Diplomaten und Granden verschenken konnte. Sein Wappen ziert, in Gold geprägt, den Einband und der anonyme Anbieter, der auf Mallorca lebt (mit Sicherheit ein Adeliger), protzt damit, „dass es der erste nautische Atlas der Küsten Spaniens war, der je gedruckt wurde.“ Dementsprechend der Preis: mindestens 14 000 Euro! Ist es nicht erstaunlich, was hinter den unüberwindbaren Mauern von Palmas Palästen noch so alles zu finden ist? 

Virus-Pleiten, die uns wehtun …

Das urige Restaurant auf dem Sant Salvador …
… die „Faneteria“, die keiner braucht

… UND DIE UNS VÖLLIG KALT LASSEN! Dass die drei mallorkini- schen Geschwis- ter, die das seit 1927 und in der 3. Generation existie- rende Restaurant  auf dem Sant Sal- vador (bei Fela- nitx), aufgeben müssen – da kom- men einem fast die Tränen! Was war das köstlich, im- mer donnerstags den von der Großmutter erfundenen Perlhuhn-Eintopf zu bestellen und beim Blick weit über die Insel zu genießen. – Ob dagegen die Nullingerin die „Faneteria“ in Cala Millor schließen muss („Das Vermächtnis meines Mannes Jens“), ist sowas von schnurzpiepe, dass es kaum eine Kurznachricht wert sein kann. Weil die Kneipe nie jemand gebraucht hat außer den Gaffer, die die komische VOX-Tante mal live sehen wollten. Da helfen auch Sosolala-News nicht, dass angeb- lich zur Nach-Quarantäne-Eröffnung 300 Fans Schlange standen, um einen Corona-Platz zu bekommen. 3 x 100? „Papier ist geduldig“ heißt es, aber im Internet kann man alles behaupten …

Jubel im Nordosten …

… DENN MAURI IST ES GELUNGEN, die Pacht für seinen Chiringuito „La Playa“ an der Costa

Mauri(zio)

de los Pinos zu verlängern – „und in gewohnter Qualität und Lebensfreude trotz Corona zu öffnen“ (sagt mein Gourmet-Berater Klaus Exner). Man weiß ja: Diese Bar am Meerufer ist nicht ohne Grund der beliebteste Society- und Kenner-Treff Mallorcas, ausgebucht schon ab 11 Uhr. Gesegnet mit einem einsamen weißen Südseestrand, einer Top-Küche (bessere Scampis vom Grill muss man lange suchen) und erstaunlich guten Weinen. Das alles zu durchaus annehmbaren Preisen und nirgendwo trifft man skurrilere Leute …

Das Geheimnis hinter dem „Regentropfen-Predulde“ …

ES IST DAS BERÜHMTESTE MUSIKSTÜCK MALLORCAS: Frederick Chopins Op. 28, No. 15, von 1838/9, genannt das „Regentropfen-Prelude“. Klassikfreunde hören aus der 5 bis 8 Minuten langen Komposition fallende Tropfen heraus, mir gelingt das nicht, und seit dem Entstehungsjahr doktert man an dem Titel herum, interpretiert ihn immer wieder neu – und der einst weltbekannte Künstler Charles Lamotte (1903-1983), ein Franzose mit US-Pass, hat versucht, den Moment der Idee dieses Prelude darzustellen: Chopin am offenen Fenster in Valldemossa, draußen schauerlicher Regen, George Sand und ihre Kinder sind auf einem Ausflug nach Palma überfällig (ihre Kutsche hatte einen Unfall), er regt sich auf und versucht, diese Aufregung auf Notenblätter (eins hat er in der Hand, sechs flattern am Boden) zu bannen. Lamottes Werk wird auf eBay USA für 50 Euro ange- boten, es ist ein Druck auf Papier, misst 33 x 22 cm und ist mit einem erklärenden Text versehen. Gerahmt an der Finca-Wand ist es eine Besonderheit, nämlich ein wichtiger Moment der Geschichte der Insel, umgesetzt fürs Auge (und dazu kann man ja die „Regentropfen-Prelude“ laufen lassen) …

Das wahre Problem mit den Sauf-Narren ist …

Als gäb’s das Virus gar nicht …

… DASS SIE NUR ÜBERS WOCHEN- ENDE EINFLIEGEN, montags sind sie wieder weg! Deswegen ist es ihnen schnurzpiepe, was sie mit ihrer Disziplin- losigkeit anrichten. Saufen, randalieren, Corona missachten – und weg! Worauf die Regierung gezwungen ist, die Quarantäne wieder zu verschärfen. Und da gibt es idiotische Medien, die von „Beschränkung der Freiheit“ sprechen, von der „Zerstörung des Paradieses“ und argumentieren: „Die Menschen wollen doch nur Spaß haben!“ Und dann behaupten dämliche Internet-Nitwits und sogenannte „Ballermann-Stars“, die Regierung sei selbst schuld, denn es wären keine Polizisten vor Ort gewesen, um jene deutschen und britischen Alks zu kontrollieren und disziplinieren. Leute, dann hätte es ein Frankfurt an der Playa gegeben, mit Straßenschlachten und Plünderungen. Jetzt hocken die Suffköppe Zuhause, fanden’s toll und grinsen hämisch über das, was sie angerichtet haben, und wir müssen’s ausbaden, Malle ist wieder unattraktiver geworden und vielleicht kommt sogar eine „2. Welle“. Aber eins muss man auch sagen: 99 % der Bierschuppen an der Playa gehören Mallorkinern, und die haben die Suffköppe hemmungslos abgefüllt, um möglichst schnell möglichst viel zu verdienen! Von diesen Wirten, oft ihre nahen Verwandten und natürlich Steuerzahler, reden die Insel-Politiker überhaupt nicht …

Sehr geehrter Herr Prof. Schönherr …

SIE HABEN RECHT IN IHREM BUCH „MODERNES MALLORCA“ – Kreuzfahrtschiffe der Nazi-Flotte „Kraft durch Freude“ haben nie in Palma angelegt! Albert Vigolais Thelen hat sich geirrt oder Propaganda betrieben (so wie einige andere Emigranten auch). Sie haben zwar deutsche Schiffe gesehen, aber keins von „KdF“ mit strammen Parteigenossen an Bord. Denn ich habe die Fahrpläne und Routen der braunen Dampfer durchforstet, und da war klar: Sie liefen zwar Spanien an, sogar Barcelona, aber nicht Mallorca. Ich hatte den Zeitzeugen eher geglaubt als dem zeitgenössischen Historiker, das war ein Fehler. Aber mit einigen Thesen Ihres sündhaft teuren Buches bin ich weiterhin nicht einverstanden, habe es aber nicht selbst gelesen, sondern nur die Rezensionen und Ihre Interviews. Denn den Preis von 69 Euro halte ich für leserfeindlich …

Die Straße der friedlichen Nachbarn …

In diesem Paradies hinter der Küste liegt irgendwo die Straße …

ES IST EIN CAMINO, KEINE CARRETERA. Nicht asphaltiert, nach Wolkenbrüchen ein Torrente, einspurig und schädlich für viele Autos. Eine Sackgasse, zwischen alte Steinmauern geklemmt, etwa 1,2 km lang, recht steil permunt oder pervall (je nachdem, ob man rauf oder runter fährt), ab und zu rechts oder links eine Einfahrt mit Tor. 16 Familien haben hier Häuser, die 7 Mallorkiner, einst alle Campesinos, jetzt nur noch wenige, seit Ewigkeiten; die 9 Ausländer siedelten sich zwischen 1955 und 2018 an. Eine friedliche Gemeinschaft, die sich die Straße teilt, die Stille, die Fruchtbarkeit, den Postkasten und die Elektrizität und 15 hängen an einer Quelle (einer ist so glücklich, eine eigene Wasserstelle geerbt zu haben). Neben den 7 Mallorkinern sind das 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Alle 16 wählen ab und zu einen Häuptling, das kann auch eine Frau sein, der dafür sorgt, dass alle ihre Rechnungen bezahlen, keiner den anderen übervorteilt und niemand zu laut wird. Sie kennen sich alle, laden sich gegenseitig ein (allerdings entziehen sich ein paar scheue Eingeborene dem engeren Kontakt mit den Extranjeros) und spielen an einem Abend jeder Woche gemeinsam, aber reihum Petanca mit anschließendem Dinner. Es geht also, Streit ist nicht zwangsläufig ein Genosse der Nachbarschaft. Nun gut, beim Wasser, das zögerlich fließt, sind sich nicht immer Alle einig, denn einige haben Rasen, andere nicht, einige besitzen Pools, andere nicht, einige wohnen ständig hier, andere nur monats- oder wochenweise. Aber es gibt immer eine Lösung, und es ist in den Jahrzehnten nie vorgekommen, dass zwei nicht mehr miteinander sprachen. Ich wollte das alles berichten, weil es mir gut gefällt – und weil es, vor allem in den Urbanisationen, häufig nicht so ist.