Mit „Karmen“ fliegen …

Gerade fliegt die nackte Karmen an der Kathedrale vorbei …
Guillem March

… DENN DER WUNDERBARE GUILLEM MARCH hat den 2. Band seines Comics veröffentlicht. Ich habe diesen 1979 geborenen Mallorkiner immer schon für einen der ganz Großen der internationalen Zeichenszene gehalten, und mit diesen Bänden über seine fliegende Nackt-Heldin hat er sich noch überboten. Das Fabelhafte an March (und seinem Verlag) ist, dass sein Werk erschwinglich ist, so kostet jeder „Karmen“-Band nur 7.49 Euro! Für einen Mallorca-Freund sind das die Lesebücher der Saison und in der Corona-Quarantäne die ideale Lektüre, um die Gedanken losgelöst fliegen zu lassen …

Es tut sich doch was!

So sieht die Einladung aus …

MAN MUSS NUR WISSEN, WO!!! Ich habe jetzt z. B. diese hübsche Einladung für Samstag, 5. Dezember, bekommen. Sie nennt sich „Winzerglühwein“ und findet auf dem Freigelände (so nennen sie das) der Bodega Son Campaner in Sencelles statt. Es gibt weißen (!) Glühwein, eine Weinprobe, Live-Musik, mallorkinische Delikatessen und einen weihnachtlichen Geschenkemarkt. Das Motto: „Wer zuerst zusagt …“. Denn die Plätze sind begrenzt durch das Corona-Sicherheitskonzept, warnt der Veranstalter. Klingt alles sehr gut, von Eintrittspreisen ist keine Rede, und wer nicht weiß, wo Sencelles liegt, das lässt sich leicht nachschauen. Anmelden kann man sich unter weihnachten@isla.wein (so steht’s in der Einladung, ohne .de, .es oder .com) und ich denke, man würde in dieser ereignisarmen Zeit einen Fehler machen, da nicht hinzugehen. Übrigens, interessant ist der Hinweis am Schluss der Einladung: „Während des Weihnachtstreffs möchten wir Fotos machen, die wir auch auf unsere Homepages stellen und in den sozialen Medien verwenden werden. Bitte lassen Sie es uns bei der Anmeldung wissen, wenn Sie nicht abgebildet sein möchten.“ Tja, so läuft das heutzutage …

Es wird geklaut …

… UND ZWAR IMMER DREISTER! Der gute Geist Maic, der verschiedene Fincas versorgt, deren Besitzer wg. Corona Zuhause in Deutschland, Frankreich, Schweden und der Schweiz sind, meldet das. Es wird den Ganoven ja auch leicht gemacht, sie müssen ja nur über Mäuerchen steigen und können sich aussuchen, was sie mitnehmen: Gartenmöbel und -geräte, Wandlampen, Tontöpfe mit und ohne Pflanzen, Deko-Skulpturen und sogar meterweise Wasserschläuche. Noch, sagt Maic, scheuen sie sich, die Häuser selbst zu knacken; weil es zu viele Nachbarn gibt, die Zeugen sein könnten, weil sie daheim in Quarantäne sind und vor Langeweile in die Gegend starren. Da auch die Polizei präsenter ist als sonst, haben sie gerade, wie ich höre, einen Dieb am Kreisel in Llucmajor hopps genommen, der mit einem Auto voller „Ware“ auf dem Weg nach Palma war. Ich hatte das ja schon gefürchtet und in meinem Corona-Tagebuch darüber geunkt …

Verrückte Souvenirs: Wat nich all jibt … (12)

Setzkasten
Wetterstation
Serviettenhalter

ICH HABE MICH MAL UMGESEHEN – und wirklich Erschütterndes entdeckt! Deswegen werde ich in loser Folge jeweils drei verrückte Souvenirs vorstellen. Verrückt auch deshalb, weil viele dieser Mitbringsel nicht das geringste mit Mallorca zu tun haben. Wobei ich aber durchaus ein paar Dinge gefunden habe, die auch ein vernünftiger Mensch gebrauchen kann. Die Preise habe ich weggelassen, da sie geradezu grotesk variieren. Viel Spaß mit dem Touristen-Schnickschnack von der Insel …

Es ist so schön auf der Insel …

Da bekommt man Heimweh nach der Insel …                                                    (Foto: Ursula Becker-Schmitz)

WAS AUCH IMMER MAN AN HORROR-MELDUNGEN HÖREN MAG – bei mir haben sich am einem Tag (gestern) drei Familien gemeldet, die ein Haus oder ein Apartment auf der Insel besitzen und sich spontan entschlossen haben, den Winter über da zu bleiben. Weil es „so wunderschön ist wie sonst nie“, wie einer mir sagte; „so einsam und so herrlich mallorkinisch, wie wir es gar nicht kennen“, so ein anderer; „da ahnt man, wie Mallorca in der Hochsaison am Tourismus leidet“. Nun sind die Überwintere 1. nicht mehr jung, und 2. finanziell unabhängig. Und 3. hoffen Sie, dass kein lokaler „Lockdown“ beschlossen wird, der sie in ihren vier Wänden kaserniert, aber die aktuellen Zahlen deuten nicht darauf hin, obwohl ein himmelweiter Corona-Unterschied besteht zwischen bestimmen Stadtteilen Palmas (beängstigend hoch) und z. B. der Gemeinde Felanitx (lächerlich niedrig). Gratulation, Leute, ich wünsche einen milden Winter, obwohl der Wespen und anderes unliebsames Getier millionenfach züchten würde …

Wenn doch bloß Schluss wäre …

Ich denke, solche werden das sein

… MIT DER SEU- CHE, dann könnte man ein Angebot wie dieses genießen! Entweder als Sammler oder als netter Enkel-Opa, und warum nicht als Schnäppchenjäger? Da bietet einer 140 Modellautos für 30 Euro an, und auf 25 Euro kriegt man ihn wohl auch noch runter. Das ist quasi geschenkt, auch wenn man die Fahrzeuge nicht gesehen hat (Marke, Alter, Zustand). Aber jetzt, in der Corona-Krise? Wer fährt da für gebrauchtes Spielzeug von Andratx nach Pollenca, oder von Portocristo nach Palma? In Friedenszeiten, nennen wir sie mal so, hätte ich mich als Ebayer vielleicht selbst auf den Weg gemacht. So jedoch endet die Annonce wahrscheinlich auf der Schrotthalde, was ein Jammer ist …

Endlich kann man mal hinter die Kulissen schauen …

                                                    Pickepackevoll – so sieht’s aus in Puerto Portals …

… DENN UM DIE PREISE FÜR LIEGEPLÄTZE machen die Yacht-Besitzer ein noch größeres Geschiss als um ihre Betriebskosten! Wieviel bezahlt man denn nun für die nasse Parkerei in den Häfen? Jaaa, sagen sie, das ist sehr unterschiedlich zwischen Port Andratx und Port de Pollenca, und dann käme es auch noch darauf an, wie weit draußen sich der Liegeplatz befindet. Da entdeckte ich eine Kleinanzeige: Ein Skipper bot sowas in Puerto Portals an, 8 x 3 m klein, Laufzeit bis 2031, „in guter Lage am Pantalan 7“ (was auch immer das sein mag)Preis: 45 000 Euro! Ich habe kein Schiff und kann deshalb nicht beurteilen, ob das ein anständiges Angebot ist, und was für „Overhead-Kosten“ dazu kommen. Aber zumindest erlaubt die Anzeige, der für uns Normalsterbliche verschlossenen Boat-Society mal unter den Rock zu gucken …

Verrückte Souvenirs: Wat nich all jibt … (10)

Küchenschürze
Gepiercte Muscheln
Rumba-Rassel

ICH HABE MICH MAL UMGESEHEN – und wirklich Erschütterndes entdeckt! Deswegen werde ich in loser Folge jeweils drei verrückte Souvenirs vorstellen. Verrückt auch deshalb, weil viele dieser Mitbringsel nicht das geringste mit Mallorca zu tun haben. Wobei ich aber durchaus ein paar Dinge gefunden habe, die auch ein vernünftiger Mensch gebrauchen kann. Die Preise habe ich weggelassen, da sie geradezu grotesk variieren. Viel Spaß mit dem Touristen-Schnickschnack von der Insel …

Ein Tipp aus guter Quelle …

Hier findet man das Restaurant „Es Mollet“ …

Die Meeresfrüchteplatte

… AUCH WENN DIE GEGEND … – naja, ich sag‘ nix!  Jeden- falls hat mir eine vertrauenswürdige Freundin gesteckt, dass man im „Es Mollet“ an der Cala Morlanda bei s’Illot einkehren sollte, denn 1. ist das Restaurant geöffnet, 2. speisen dort fast nur Mallorkiner (was immer ein Qualitätsnachweis ist), und 3. ist es preiswert. Ganz abge- sehen davon, dass es ein paar Raffinessen zu bieten hat wie Aioli mit gehackter Petersilie (!) und eine Meeresfrüchteplatte in Form eines tischgroßen Schiffchens, auf der auch Langusten nicht fehlen (30 Euro für 2 Personen). Man findet das „Es Mollet“ an der Ronda del Marti, es sieht eher schlicht aus, aber entscheidend ist, was serviert wird, also mutig rein! Aber wie gesagt: Ich war noch nicht da, verlasse ich aber auf den guten Geschmack von Freundin Ursula …

Hoppla! Mein netter Leser Manfred schrieb mir gerade, dass es nun wohl auch das „Es Mollet“ erwischt hat: Er fand den Vermerk „Dauerhaft geschlossen“! Jesus, so schnell kann’s gehen, Anfang November noch offen, Mitte Notember  vom Virus erwürgt …

Stimmungslage Corona …

Ideal für die Corona-Quarantäne: Mandeln klopfen …

DIE EINEN SAGEN SO, DIE ANDEREN WS ANDERES, und die eigene Meinung möchte man ja nicht immer ins Schaufenster stellen! Deshalb zitiere ich meine kluge Schweizer Freundin Ruth aus der Email, die sie mir gerade geschickt hat: „Der erste wolkenverhangene Tag sein Wochen – und trotzdem schön. Auch wenn es auf der Insel zunehmend stiller wird. Restaurantbesuche werden weniger, Palma ist einsamer geworden, die Bar Bosch leerer, die Läden unattraktiv – für wen oder was sollten sie denn überhaupt attraktiv sein? In die Heimat zurückzukehren, macht nicht viel Sinn. Da ist es auf Mallorca schöner. So warten wir in unserem kleinen Refugium ab, was die nächste Zeit bringt.“ Recht so, Ruth, Gelassenheit besiegt die Seuchen, die Herrlichkeit der Insel verscheucht von Trübsinn infizierte Gedanken. Und wissen Sie, wofür die blöde Virus-Zeit ideal ist, weil so besinnlich, erholsam und doch irgendwie körperlich anspruchsvoll: Mandeln klopfen – vom eigenen Baum, beim Campesino geholt oder im Laden der Einheimischen gekauft …