Es musste ja so kommen …

… DASS VEREINSAMTE MENSCHEN HILFE BENÖTIGEN! Solche, die in ihren Wohnungen eingesperrt sind oder es nicht wagen, die Fincas zu verlassen aus Angst vor Corona! Die festsitzen vielleicht auch, weil sie alt und gebrechlich sind. Und keinen hilfreichen Nachbarn haben, von Verwandten gar nicht zureden. Jedenfalls tauchen jetzt die ersten (öffentlichen) Hilferufe auf, etwa in der Art: „EINKÄUFER für Privat gesucht“, mit Telefonnummer und Email-Adresse. Ich weiß, da wird viel getan, aber einige scheinen immer noch vergessen worden zu sein in ihren vier Wänden – auf der Rückseite des Paradieses Mallorca. Denn da dringt Not aus dem Hilfeschrei: Wer holt für mich was aus dem Supermarkt und der Apotheke? Es wäre spannend zu erfahren, ob sich jemand gemeldet hat …

Ein Fall für Agatha Christie …

Hier ist es passiert …

… ODER LEO P. ARD WÄRE DAS ZIMMER 527 IN EINEM BILLIG-HOTEL IN ARENAL! Was da passiert ist, darf man als Krimiautor (der ich nicht bin) nicht einfach so liegen lassen. Um die Geschehnisse kann man eine faszinierende Detektiv-Geschichte bauen. Was ist passiert? Sommer 2011, 300 Gäste im Hotel. Im Zimmer 527 stirbt eine ukrainische Urlauberin ohne erkennbare Todesursache. Sie wird rausgebracht, das Zimmer gereinigt und ein Franzose zieht ein. Auch der stirbt und keiner findet heraus, wie er umgekommen ist. Einige Tage später bezieht ein dritter Tourist die 527, kämpft um sein Leben – und kann gerade noch gerettet werden! Daraufhin wird das Hotel geschlossen und der Besitzer angezeigt: wegen fahrlässiger Tötung. Vermutung: Kohlenmonoxid in der Klimaanlage! Aber warum nur in Zimmer 527 und nicht in anderen Räumen? Mysteriös! Der Prozess gegen den Hotel- besitzer beginnt gerade in Palma, aber das Geheimnis wird er kaum lüften … – ich sagte ja: ein erstklassiger Krimi um 2 1/2 Tote im selben Bett …

Wie wär’s mit ’ner Prinzessin an der Wand?

DAS LÄSST SICH MA- CHEN, denn Prinzessin Pilar von Bayern (1891-1987) war 1. studierte Malerin, hat 2. Mallorca geliebt (und zeitweise auf der Insel gelebt), und hinterließ 3. zahlreiche Bilder von der Insel. Sie sind sogar erschwinglich, eher kleinformatig und es gibt sie in Öl, Kohle, Tusche und Blei- stift. Aktuell angeboten wird z. B. im Nürnberger Kunsthandel (im Internet zu finden) diese Sepia-Zeichnung von 1953 für 293,16 Euro (seltsamer Preis!). Format: 40 x 29 cm ohne Rahmen. Sie ist beschriftet mit „Cala d’Or“ und signiert mit „Pilar v. Bayern“. Nun ist das ein Kunstwerk, bei dessen Betrachtung man nicht gerade in heiteren Jubel ausbricht, aber es ist ein Original, direkt von der Insel und man kann sich ja einbilden, es sei seelenverwandt mit dem „Schrei“ von Edvard Munch …

Nun hat sich die schöne Gärtnerin…

Helene Lindgens …
… ihrer Arrangements …
… und ein paar …
… aus Blumen, Obst …
… und Gemüse

… IN DER QUARANTÄNE ZUR OBJEKT-KÜNST- LERIN ENTWICKELT  – mit Gemüse! Ich habe Helene Lindgens bisher schon bewundert als Schöpferin des Gartenkunstwerks Son Muda bei Felanitx (natürlich gemeinsam mit ihrem Mann Christian, nebenbei Serien-Meister im Golfklub Son Vida), und jetzt habe ich entdeckt, dass sie aus dem herrli- chen Produkten  Farbe-Kunstwerke schafft – bevor sie in den Handel gehen! Denn „La Belle Jardiniere“ hat die Garten-Finca erst zum hortikulturellen Insel-Ereignis gemacht und dann auch noch zum erfolgreichen Business. Ich zeige hier ein paar ihrer Objekte, die so dekorativ sind, dass man sich die Fotos an die Wand hängen könnte …

Die neue Art der Weinprobe …

Aus der Werbung …

… DA KOMMEN LEUTE MIT EINEM SORTIMENT INS HAUS! Ich hab das immer so gemacht, dass ich bei Pep in Manacor die Weine seiner Empfehlung gekauft, nach Hause geschleppt und Nachbarn eingeladen habe, um sie auszuprobieren. Dann traf mich der Corona-Keulenschlag und jetzt habe ich Pep schon lange nicht mehr getroffen – und meine Nachbarn nur ab und zu am Zaun und nicht zu einer Weinprobe. Und dann kommt, ausgerechnet jetzt, der rührige Henri Fink von der Fa. Weinwert und bittet „Gratis-Weinproben frei Haus“ an. Das heißt: Fink erscheint mit seinen Weinen („aus natürlichem Anbau vieler kleinster Inselweingüter“) auf den Fincas, macht den Sommelier und Geschichtenerzähler und das ist natürlich viel gemütlicher als in der Bodega oder im Restaurant (was gerade sowieso nicht erlaubt ist). Aber ist die Haus-Verköstigung okay? Ich hab‘ da meine Corona-Zweifel, was aber die Idee nicht schlechter macht. Man sollte sich die Zugangsdaten auf jeden Fall merken: Tel. 681/21 51 93 oder tasting@isla.wine …

Ich rätsel seit Jahren …

Das Akasha-Symbol …
… der Cachaca-Drink

… WIESO MALLOR- CA IMMER WIEDER SOLCHE TYPEN ANZIEHT! Irgend- was muss die Insel an sich haben, dass sich die „Entgeistig- ten“ hier wohlfühlen – und Kundschaft finden. Lesen Sie nur mal den neuesten Zaubertrick, mit dem ein Heiler sich mit einer bezahlten Annonce an ein breites Publikum wagt: „Durch das Öffnen Deiner persönlichen Akasha Chronik möchte ich Dir helfen, die Antworten auf konkrete Fragen in Deinem Leben zu finden. Weitere Infos unter …“. Ach, über so eine Chronik verfügt scheinbar jeder, aber nicht intim, da fremde Leute darin schmökern können, und die holen dort Antworten raus, nach denen ich angeblich schon lange suche! Pardauz, wie verzweifelt muss man eigentlich sein, um auf so einen Unsinn hereinzufallen? Leute, ich hole mir die besten Antworten auf meine Lebensprobleme aus herrlichen Sonnenuntergängen, gar nicht zu reden von beglückenden Sonnenaufgängen! Und dann sage ich nicht „Akasha“, sondern „Cachaca“, denn das ist ein herrlicher Drink aus Brasilien, der mir mein Bewusstsein öffnet bis in ungeahnte Tiefen …

„Menü für Verliebte“ zum Abholen …

Das Angebot …
… und das Menü

… GROSSARTIGE IDEE, und war hat sie gehabt? Das beste traditionelle Restaurant Mallorcas (behaupte ich immer wieder, auch wenn dort ein Hauch zu fett gekocht wird, wie’s halt Tradition ist): „Can March“ in Manacor, florierend seit 1925! Das Angebot des „Menu dels Enamorats“: 3 Gänge plus 1 Flasche Wein (weiß oder rose) vom Weingut Barbara Mesquida Mora, beim Hauptgang kann man wählen zwischen Spanferkel-Cannelloni (natürlich vom Schwarzen Schwein) und fangfrischem Bacalao. Preis: 35 Euro p. P.  Abholung: Nur am Abend. Kontakt: 971/55 00 02.

Verzeihung, gnädige Frau …

... ABER IHRE KLAGE IST GEGEN DIE GUTEN SITTEN! Sie (eine gewisse Katja Th.) beschweren sich darüber (in einem ellenlangen Leserbrief), 1. dass Jäger in Ihrem Wohngebiet laut knallen mit ihren Flinten, und 2. Ihren geliebten Kater erschossen haben, mit dem Sie, schreiben Sie, das Bett teilten. Diesen Tiermord finde ich auch furchtbar, und der Typ, der das getan hat, gehört vor Gericht! Aber eins muss ich Ihnen leider sagen: Sie können sich nicht in der Fremde ansiedeln („Ich bin vor vielen Jahren nach Mallorca aufs Land gezogen …“) und dann den Einheimischen vorschreiben, wie sie sich zu benehmen haben! Das ist zwar typisch deutsch (andere marschieren in der ersten Reihe der Demonstranten gegen Stierkampf, Autobahnen und Zersiedelung). Auch wenn wir mit Ihnen um Ihren Kater trauern – die Mallorkiner gehen seit der Erfindung des Schießpulvers auf die Jagd, also seit rund 800 Jahren, die wird strengstens kontrolliert, und wenn Sie sich beschweren, dabei würden „kleine Vögel“ erlegt, so ist das Unsinn: Ich versichere Ihnen, dass von einem Finken oder einer Drossel nichts übrig wäre, würden sie von einer Schrotladung oder Kugel getroffen. Die Jäger gehen zu 90 % auf Turteltauben (wofür ich sogar dankbar bin) und Rothühner, vergleichbar unseren Rebhühnern. Also hören wir „Quadratschädel“ auf, uns wie Deutsche in den ehemaligen Kolonien aufzuführen! Der Kauf einer Immobilie gibt uns noch lange nicht das Recht, uns auch im Ausland wie Sittenwächter aufzuspielen. Wir sind und bleiben GÄSTE und so sollten wir uns auch benehmen, und ich gehe sogar so weit, dass ich meine, Sie sollten als Ausländerin wegziehen statt die mallorkinischen Jäger zu vertreiben zu wollen, denn Sie sind ja in deren Revier eingedrungen …

Das Archiv des Grauens …

„Das Archiv des Königreichs Mallorca“

… ES HEISST „ARXIU DEL REGNE DE MALLORCA“ und liegt in Palma. „Grauenvoll“ deshalb, weil es die Polizeiberichte der Franco-Ära enthält (neben den Folianten der weniger belasteten, jahrhundertealten  Geschichte), und das heißt: Man muss auch noch dankbar sein, dass es sie gibt. Denn wenn Nachfahren, Historiker, Schriftsteller und Journalisten etwas wissen möch- ten über das Schicksal der in den 30er-Jahren nach Mallorca geflohenen Juden, oder der Emigranten ganz allgemein, der ist zu oft mangels anderer Quellen auf diese einseitigen, kaum je fairen Protokolle derjenigen angewiesen, die ihre schlimmsten Feinde waren! Das ist, als würden man Gestapo- oder Stasi-Akten lesen – für den, der gute Nerven besitzt, interessant, aber sehr selten auf das Leid der Geflohenen eingehend, vom Mitleid ganz zu schweigen. Das Arxiu ist, so ungern man das sagt, ist der beste Fundus dieses faschisti- schen Unrechts auf der Insel …

Die Statistiken der Wahrheit!

WAS CORONA BETRIFFT, spielt sich der Virus auf zwei Ebenen ab: A. Was man fühlt und sieht, und B. Was die offiziellen Statistiken offenbaren – und das ist schlimmer als die erlebte Wirklichkeit! 1. Da gibt es z. B. eine Suppenküche in Palma (eine von mehreren), zu der kommen jetzt jeden Tag mehr als 1200 Hungrige, das sind 6 x mal als vor der Pandemie, und viele stehen schon lange vor 10 Uhr an, der Startzeit der Suppenausgabe! 2. Die Balearen, sagt der spanische Forschungsrat CSIC, haben 2020 so viel Wirtschaftskraft verloren (-28 %), dass sie auf dem Stand von 2000 sind! 3. Im Jahr 2019 konnten sich die Inseln darin sonnen, auf Platz 6 der reichsten Provinzen Spaniens zu liegen; 17 Provinzen gibt es – und für 2021 muss man mit einem Absturz auf Platz 13 rechnen! 4. Gegen Ende 2020 waren, so die Balearen.Universität, bereits 33 000 Bewohner in derart bittere Armut getrieben worden (etwa jeder 30.), dass sie nicht mehr aus eigener Kraft überleben können. Und leider ist der Spuk noch lange nicht zu Ende und Entschuldigung, dass ich ausnahmsweise so miese Nachrichten verbreite …