Korruption? Das ist Notwehr …

… AUF MALLORCA, SO WIE ICH ES SEHE! Es gibt nur noch ca. 300 000 echte Angehörige dieses Volksstammes – und jedes Jahr werden es weniger. Sie werden umzingelt von Festlandsspaniern und Ausländern. Sehr selten (eigentlich nie!) trifft ein deutscher Tourist einen Original-Insulaner, die Residenten wenigstens ab und zu (wenn sie in bäuerlichen Gegenden wohnen). Die einzige Macht, die diese Minderheit noch hat, ist etwas zu genehmigen oder zu verbieten. In den Behörden, die sie besetzen aus Tradition, Erbfolge und Heimatrecht. Und da Millionen-Projekte über ihre Tische gehen, wäre es ja unmenschlich, sich nicht zu bedienen: Sie wollen etwas von mir, das nur ich Ihnen verschaffen kann, also stimmen Sie mich freundlich. Dass das illegal ist – klar! Wenn’s auffliegt, droht Gefängnis. Auch klar. Und werden sie verurteilt, marschieren selbst gottgleiche Insel-Gestalten in den Knast (da sitzen einige). Aber Korruption passiert doch am ehesten, wenn Mallorkiner überredet werden sollen, Eindringlingen ein Stück ihrer Insel zu opfern, also von sich selbst. Ich habe tiefstes Verständnis dafür, wenn sie dafür einen Preis verlangen. Als Eintrittskarte in ihre Welt. Aus Überlebenswillen, Minderheitenangst und Habgier. Ungerecht daran ist allerdings, dass ein Armer nicht bestechen kann, dass Wohlhabende sich Vorteile verschaffen. Aber was für Genehmigungen zu lohnenswert teuren Projekten benötigen arme Ausländer auf Mallorca? Kaum welche. Und wenn sich Mallorkiner untereinander bestechen, geht uns das nichts an, finde ich. Solange daraus nicht etwas folgt, das allgemeinen Schaden anrichtet. Wissen Sie, wieviel 300 000 sind? Weniger als die Hälfte der Bremer …

Ein Stück Rom gefällig …

… IN USA WIRD DIE- SES HERR- LICHE DREI- ECK GERADE ANGEBOTEN, ein Teil aus einem über 2000 Jahre alten Fries, das von einem Bauern aus dem Boden bei Alcudia (dem römischem Pollentia) gepflügt wurde. Es misst 19,6 x 8,2 x 5 cm, wurde aus Kalkstein gemeißelt, soll aus dem Jahr 60 v. Chr. stammen und kostet mit Porto mindestens 130 US-Dollar. Um es überhaupt anbieten zu können, ist dem Besitzer eine hübsche Legende eingefallen: Die Bauernfamilie wanderte angeblich um 1900 von Alcudia nach Florida aus, nahm ihre Raritäten mit, verkaufte einiges in den USA – und so kann ein Mensch aus Erie (Bundesstaat Colorado) diese Rarität im Internet offerieren. Wer’s glaubt wird selig, und natürlich könnte die römische Skulptur auch eine Kopie sein, aber hübsch ist sie ja …

Verrückte Souvenirs: Wat nich all jibt … (2)

Sturmfeuerzeug

ICH HABE MICH MAL UMGESEHEN – und wirklich Erschütterndes entdeckt! Deswegen werde ich in loser Folge jeweils drei verrückte Souvenirs vorstellen. Verrückt auch deshalb, weil viele dieser Mitbringsel nicht das geringste mit Mallorca zu tun haben. Wobei ich aber durchaus ein paar Dinge gefunden habe, die auch ein vernünftiger Mensch gebrauchen kann. Die Preise habe ich weggelassen, da sie geradezu grotesk variieren. Viel Spaß mit dem Touristen-Schnickschnack von der Insel …

Fächer
Kaffeebecher

Nein, liebe Telefonica, das klappt nicht …

 

Die „Gelben Seiten“    fürs Handschuhfach …

… MIT DEM GUTEN ALTEN TELEFONBUCH! Ab und zu möchte man eine Nummer auf die alte Art finden und da bekommt man den Tipp, dass dieses gedruckte Telefonbuch virtuell existiert, man es also „online“ benützen kann und zwar über die Adresse „paginas blancas telefonica“. „Gracias“, ruft man – verfrüht, denn das klappt nicht! Gibt man die 3 Worte ein, landet man im spanischen Kommunikations-Dschungel. Nichts passiert, wenn man Mallorca oder z. B. Andratx eingibt. Ich jedenfalls, durchaus ein virtueller Neandertaler, konnte mir meine gesuchte Nummer auf diese Weise nicht beschaffen …

P.S.: Wenigstens habe ich das Büchlein „Paginas Amarillas para el Coche“ immer bei mir. Das sind rund 300 Seiten auf Spanisch und Englisch im handlichen Format von 19,3 x 11,3 cm (ich bin nur mit dem Jahrgang etwas hinterher), für das ich der Telefonica herzlich danke …

Total künstlich, aber lustig!

WAS UNSERE ARME INSEL NICHT ALLES ERTRA- GEN MUSS! Leute wie die Nullingerin, dann Corona – und nun dieses Warnschild aus USA! „Beware of Majorca Sheperd Dog“ steht da, als wenn’s einhei- mische Schäferhunde als Rasse gäbe. 30,5 x 23 cm ist es groß und aus Aluminium, der Rost ist künstlich hergestellt und es kostet so etwa 17 Euro (+ Versand aus Los Angeles). Man findet es im Internet, und wenn ich es mir so recht überlege, sieht es an einem Finca-Tor vielleicht doch ganz nett aus mit dem englisch ge- schriebenen Majorca

Wo wir gerade von Krankheiten sprechen …

Die Lepra-Station auf dem Gemälde von Carlos de Haes

… GIBT’S EIGENTLICH LEPRA AUF DER INSEL? Ja, die scheußliche Seuche kommt vor, wird aber hinter hohen Mauern versteckt. Betroffen sind ausschließlich eingereiste Ausländer, und das waren seit 1959 immerhin 41 Patienten (z. B. aus dem Senegal und der DomRep), die dann hier behandelt wurden. Vor 150 Jahren war Lepra allerdings keine Seltenheit auf Mallorca, und dazu habe ich ein Gemälde des belgisch-spanischen Malers Carlos de Haes (1829-1898) entdeckt, auf dem er eine Lepra-Station an der Küste bei Palma dargestellt hat. Und da verlieren einige die Nerven bei einer Grippe …

Verrückte Souvenirs: Wat nich all jibt … (5)

ICH HABE MICH MAL UMGESEHEN – und wirklich Erschütterndes entdeckt! Deswegen werde ich in loser Folge jeweils drei verrückte Souvenirs vorstellen. Verrückt auch deshalb, weil viele dieser Mitbringsel nicht das geringste mit Mallorca zu tun haben. Wobei ich aber durchaus ein paar Dinge gefunden habe, die auch ein vernünftiger Mensch gebrauchen kann. Die Preise habe ich weggelassen, da sie geradezu grotesk variieren. Viel Spaß mit dem Touristen-Schnickschnack von der Insel …

Löffel
Hologramm
Banknote: 0 für 6 Euro

Eine Schatz aus Sa Pobla …

… DER 39 US-DOLLAR KOSTEN SOLL! Das sind etwa 35 Euro. Es ist eine Briefkarte von 1941, die ein Mallorkiner aus Sa Pobla nach Ypres in Belgien geschickt hat. Interessant frankiert und gestem-pelt (sogar mit einem blauen Zensurstempel der Militärbehörde auf Mallorca), und auf der linken Sei- te hat einer einen großen lila-blauen Stempel gesetzt mit Reichsadler und (fast verdecktem) Hakenkreuz: „Geprüft – Oberkommando der Wehrmacht“ steht da. Also eine zweite Militär-Zensur, weil Belgien seit Mai 1940 von deutschen Truppen besetzt war und jede Postsendung geprüft wurde auf Spionagever- dacht, Geheimnisverrat und Aufmüpfigkeit. Für einen deutschen Philatelisten auf der Insel ist das ein Prachtstück – und deshalb habe ich die Karte aus dem Ebay-Angebot rausgeholt …

Es gibt ein Mallorca-Lied, das keiner kennt …

… ABER ES GAB EINE ZEIT, DA WAR ES EIN WELTHIT MIT NAMEN „MAJORCA“. Es ist, wenn man die ganze Musikgeschichte betrachtet, das erfolg- reichste Lied, das jemals über die Insel geschrieben wurde – 1954 war das und es verkaufte sich millionen- fach. Die Franzosen Geo Bonnet & Louis Gasté haben es verfasst, und es gibt meist englische Cover-Versionen von mindestens 30 Interpreten, unter ihnen Petula Clark, Chris Barber, Wilbur de Paris, die Johnston Brothers, Bob Manning, Roberto Correll und Corry Brokken. Man kann im Internet sogar noch alte Singles mit „Majorca“ kaufen und es sich anhören auf YouTube, und ich wundere mich, dass es mir völlig unbekannt war – und auch keiner, den ich auf der Insel danach gefragt habe, je davon gehört hat. Dabei ist das ein gefälliger Song, ein Ohrwürmchen, und könnte durchaus – neu arrangiert und von einem aktuellen Star gesungen – neu aufgelegt werden.

Basteln in der Virus-Zeit …

Das Modell des Schlosses Bellver …
… und der Baukasten

… DENN DIE CORONA-QUARAN- TÄNE LÄDT GERADEZU EIN, in stillen Stunden auf der schatti- gen Terrasse mit den Hän- den etwas zu Mallorca Passendes zu schaffen, das man anschließend dekorativ in der Entrada prä- sentieren kann. Im Angebot sind z. B. ein sehr hübscher Wag- gon der Soller-Bahn (aber der kommt aus Japan und es sind leider keine Maße angegeben, deswegen verzichte ich auf den) und das Schloss Bellver, zu dem ich mich entschlossen habe. Das gibt’s im Maßstab 1:350 und der Größe 33 x 33 x 16,5 cm, zu fertigen aus hübschen Steinchen und der Baukasten kostet um die 80 Euro (+ ca. 13 Euro Versand). Eigenartigerweise ist das Schlösschen Made in Italy und wird aus Bologna geschickt, aber das ist ja heutzutage das geringste Problem. Also wer sich für das Bellver interessiert: auf eBay.com unter der Nr. 8436006240041 suchen …