Der nächste herbe Verlust …

Das „Can Pelut“ …
… und Emily

… UND ER PAS- SIERT AUF DEM MARKTPLATZ VON SON MACIA! Die „Casa Can Pelut“ macht dicht, das seit Jahren beliebte Restaurant von Wirtin Emily. Am Sonntag, 31. Oktober, ist Schluss. Und nicht nur das: Das „Can Besso“ im Haus daneben trifft das gleiche Schicksal, also verliert Son Macia auf einen Schlag zwei Gaststätten! Ich weiß auch warum: Der Besitzer der beiden Häuser, übrigens ein Österreicher, will selbst etwas eröffnen: Aus dem „Can Besso“ wird eine Pizzeria, als dem „Can Pelut“ ein Restaurant der gehobenen Ansprüche. So ist es geplant. Die Klientel verdrückt eine Träne, Emily nicht unbedingt – sie hatte ein bisschen geplant, in den Ruhestand zu gehen, die Kündigung hat den Wunsch beschleunigt …

P. S.: Wo der legendäre Mittwoch-Stammtisch von Norbert Deingruber in Zukunft stattfinden wird, ist noch nicht geklärt, es wird aber heftig überlegt …

Da kommt was auf Palma zu …

Eine Schlagzeile des „Majorca Daily Bulletin“ …

… NÄMLICH RUND 500 KREUZFAHRTSCHIFFE im nächsten Jahr. Bis Mitte Oktober waren 496 an- gekündigt, um genau zu sei, und das bedeutet: Von einer Limitierung kann kaum noch die Rede sein, 500 Schiffe bedeutet ca. 42 im Monat, 10 bis 11 pro Woche und an die zwei am Tag! Damit wird zwar die Frequenz von 2019, da kamen knapp 600 Pötte, nicht erreicht, aber die Flaute von 2020 und 2021 (heuer zählt man 186 Dampfer) scheint überwunden. Es ist ja auch unwiderstehlich, wenn rund 100 000 Passagiere in die Stadt strömen – soviel waren es auf de 2021er-Schiffen. Und rechnet man das hoch, könnten es 2022 fast 300 000 sein! Würde jeder von ihnen nur 10 Euro ausgeben – benvinguts, meine Damen und Herren, nur hereinspaziert über die Gangways …

Es entstehen ganze Kolonien …

Wohnmobil an Wohnmobil auf der Strandpromenade von Cala Murada …

… VON WOHNMOBILEN AUF DER INSEL! Natürlich an den schönsten (erlaubten) Plätzen, meist an der Küste, in Wäldern und sonstwie lauschigen Gegenden. Mallorca wird gerade überflutet von diesen rollenden Villen und ich war mir zuerst unsicher, ob ich das entsetzlich oder clever finden soll. Bis ich das da sah, was ich oben im Foto zeige: Die Belagerung des kleinen Strandes der Urbanisation Cala Murada an der Ostküste! Wohnmobil an Wohnmobil auf einem öffentlichen Parkplatz, keine 20 m vom Meer entfernt. Idealer Standort aus Sicht der Belagerer, wenn auch ohne Strom- und Wasseranschluss. Und keine Toiletten! Dort wo die Dinger stehen, ging man früher gerne zu Sonnenaufgang- und -untergang spazieren, jetzt blockieren die Straßenriesen die Aussicht, nehmen Besuchern die Abstellmöglichkeiten und machen die Promenade zum Lagerplatz mit Wäschewaschen, Rumtollerei, Speisen im Freien und Siedlungslärm. Natürlich ist es preiswert, so auf Mallorca Urlaub zu machen oder sogar zu leben bzw. zu überwintern, aber – und das ist meine Meinung im Moment – ziemlich rücksichtslos ist es auch …

Was heißt denn das nun wieder?

FÄHRT MAN AUF DER NEUEN QUASI-AUTOBAHN von Llucmajor nach Campos, begegnet einem dieses Schild (siehe Foto): Hier kann man abbiegen zu einem „punt d’interpretació del patrimoni“. Ich übersetze das als „Amt zur Besprechung der Grundsteuer“. Was, beim großen Ramon Llull, bedeutet das? Dass ich mit das Grundsteuerwesen auf Mallorca erklären lassen oder mit dem Finanzamt einen Rabatt meines „Patrimonio“ aushandeln kann? Ich weiß es nicht, und vielleicht ist einer meiner Leser schlauer. In jedem Fall werde ich Barbara Pohle von der „Mallorca Zeitung“ fragen, das ist die „Vereidigte Norne des Insel-Allwissens“, Auskunft dann in einem der nächsten Posts …

Großartig großzügig …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Nach dem „Can March“ in Manacor ist das „Can Bernat“ in Portocolom das beste authentisch-mallorkinische Restaurant! Papa & die Söhne bedienen, Mama kocht meisterlich, täglich das gleiche nette Stammpublikum an der Theke, 70 % einheimische Gäste, eine köstlich-traditionelle Speisekarte, die besten Weine der Insel, gelegen über der Cala Marcal mit einer Terrasse unter alten Bäumen– und dann das: Ich war mit meinem Sohn nach langer Corona-Pause 2021 zum 1. Mal wieder da und der Wirt Miguel begrüßte uns nicht nur wärmstens, sondern präsentierte uns anschließend diese fabelhafte Rechnung: „Eingeladen“ zu 3 Vorspeisen! Aus Freude über unsere Rückkehr! Als großzügige Geste nach der Quarantäne! Da kann ich nur sagen: Respekt, Miguel, uns siehst Du oft wieder …

Das grafische Schlaraffenland …

… IST MALLORCA! Und ich sag’s immer wieder: Die Kunst der Gestaltung hat auf dieser doch winzigen Insel einen Standard er- reicht, der künstlerisch Interessierte geradezu zwingt, die Druckkunst der Insel zu sammeln – vor allem Plakate! Diese Woche fiel mir eins von 1946 in die Hände, es warb für die Veranstaltungen zu San Agustin im August in Felanitx und geschaffen hat es einer, der rechts unten mit ROCA signiert hat (wahrscheinlich Roca Fuster). Was für ein kühner Entwurf, in einem Jahr der Not, mit rationierten Lebensmitteln und einem Regime, dass nur minimalste Freiheiten erlaubte. Und dann tanzt da so eine fröhliche Señorita mit einem geblähtenRock wie eine rote Weltkugel über das Blatt! Es gibt Hunderte ähnlich großartiger Plakate, auch wenn nur wenige die schweren Zeiten unter Franco überlebt haben. Aber dies hier war eins, das hätte ich gerne gekauft, aber der mallorkinische Sammler schaffte es nicht, sich davon zu trennen („Noch nicht …“), weil er als kleiner Bub seinen Vater zu dieser Verena begleiten durfte und sich noch lebhaft erinnert, nicht an die Lady in Red, aber an die Musik, zu der sie tanzt …

Ein Café mit Geschrumm & Gekreisch …

Die Kellnerin kreischt zur Ximboga …

… UND ANGEBLICH „EIN MUSS“, wenn man in der Gegend unterwegs ist! Ich meine das Café Esportiu in Sa Pobla. Ich habe von (begeisterten) Freunden ein Video geschickt bekommen und nachdem ich es gesehen habe, denke ich, dass ich dort niemals einkehren werde! Es mag im Esportiu zwar originell zugehen, aber auch unerträglich laut und schrill. Denn eine Kellnerin (ganz links im Foto) ist berühmt (berüchtigt) dafür, dass sie die traditionelle Trommel Mallorcas spielt (?), die Ximboga (die mit einem Stab gerührt wird, der in der Bespannung steckt), dazu kreischend singt (?), und die Touristen (einer sitzt ihr ja an der Bar direkt gegenüber) amüsieren sich (angeblich), weil sie glauben, das wahre Mallorca zu erleben, und einige Mallorkiner finden es lustig, ihre nichtsahnenden Besucher dorthin zu schicken – und so schaffte das Café einen Status als Attraktion …

Das ist wirklich Corona-Irrsinn!

Schöner alter Theaterzettel von 1899 aus meiner Sammlung …
… und das moderne Donizetti-Plakat

… UND DER GESCHIEHT GERADE AUF DER INSEL! Denn im Teatro Principal in Palma führen sie Gaeteno Donizetti Oper „L’Elisir d’amore“ auf, da treten mehr als 40 Chorsänger auf (wofür der Intendant eine Son-dergenehmigung brauchte, da wg. Corona nur 40 Personen gleichzeitig auf der Bühne erlaubt sind – auch das schon ein ziemlicher Schwachsinn!) und nun folgt der Irrsinn: Diese Chorsänger müs-sen MASKEN TRAGEN und jeweils einen Meter Abstand wahren!!! Freunde, singen hinter dem Mundschutz? Nee, das kann nicht klingen! Und einen Meter Abstand? Ein Chor soll doch tönen wie die Stimme des Volkes, gebündelt, zusammen, als Einheit. Mit einem Meter Abstand singt doch jeder Chorsänger als Solist! Auch das kann nicht klappen. Aber ich ziehe meinen Hut, dass das Teatro Principal trotz dieser Widrigkeiten ein Publikum gediegen unterhalten möchte, und ich rate jedem, trotz der Sprachschwierigkeiten (aber Musik tönt international!), eine Aufführung in diesem entzückenden Theater mitten in Palma zu besuchen – die machen wirklich ernsthafte klassische Kunst …

Corona ist nicht die erste Seuche …

Ein Massenlager mit Grippe-Erkrankten im Jahre 1918 …

… DIE ÜBER MALLORCA HEREINBRICHT! Es gab viel Schlimmeres und verflucht häufig, mit Tausenden von Toten, und das ist noch gar nicht sooo lange her! Lassen wir mal das Mittelalter beiseite und schauen wir nur auf die Seuchen seit 1800, da ergibt sich folgendes Bild: 1820: Pest in Son Servera, mehrere hundert Tote.1821: Gelbfieber-Epidemie in Palma, viele Tote.1865: Cholera in Palma und Andraitx, über 2000 Tote.1870: Erneute Gelbfieber-Epidemie in Palma mit vielen Toten.1918: Spanische Grippe auf allen Inseln, mehrere tausend Tote. Da können wir wirklich froh sein, dass man heutzutage dank umfassender Kommunikation einen Lockdown so mühelos einrichten kann – und dass er ziemlich gut wirkt! Und neidvoll erfahren wir, dass die idiotischen Impfgegner wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ betraft werden konnten …

Grüner Weg – auf einem Gleis!

DAFÜR WIRD IM BAHN- HOF VON MANACOR GROSS GEWORBEN – DANKE! Denn es ist wirklich ein Erlebnis, auf der hervorragend ausgebauten, ehemaligen Eisenbahntrasse von Manacor nach Arta zu wandern oder zu radeln. 29 km durch pralle mallorkinische Natur! Ohne anstrengende Steigungen – und ohne motorisierten Verkehr!!! Mit sechs Rastplätzen, vier Wasserstellen, vielen Info-Tafeln entlang der Strecke und Besucherzentren in den alten Bahnhöfen. „Via Verda“ haben sie das genannt, den „Grünen Weg“, und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Man muss ja nicht gleich die ganze Strecke an einem Tag versuchen, Halbzeiten in Sant Lorenz oder Son Servera bieten sich an …