Noch ein Hoteltipp in Palma …

Top-Lage an der Placa Cort …
… mit Blick aufs Rathaus!

ICH WEISS, ICH WEISS … – jeder hat einen, täglich bekommt man einen neuen, und kaum einer lässt sich beraten! Und in Palma gibt es derart viele und unterschiedliche Hotels, dass selbst ich zögere, eine Empfehlung abzugeben. Aber: das „Hotel Mama“, dass zum Kaffeehaus-Konzern „Cappuccino“ gehört, hat eine unüberbietbare Lage an der Placa Cort (gegenüber vom Rathaus und mit Blick darauf), und wenn der Service so gut klappt wie in den Restaurants, dann hat’s die Konkurrenz schwer. Ab 167 Euro kann man sich einmieten und natürlich muss man darauf bestehen, ein Zimmer noch vorne raus zu bekommen. Das Altstadt-Palais, in dem sich das „Mama“ eingenistet hat, ist alt, wurde entkernt, total-modernisiert und 2017/18 eröffnet. Tel.: 871/03 74 37. 

Da liefert einer ans Bett … – heißt es …

So werben sie …
… und so kommt man zu ihnen

WENN DAS WIRK- LICH FUNK- TIO- NIERT, wär’s ein Hochgenuss! Denn so wie die das ankündigen, kann man’s kaum glauben: Jeden Morgen frisches Frühstück (sozusagen) ans Bett geliefert! Mit 11 Brötchen- und 12 Brot-Sorten, je 3 Laugen-, Baguette- und Croissant-Varianten, 12 süßen Gebäcken sowie 5 MüsliArten und Pa amb Oli, dazu „Bild“ und „Bild am Sonntag“ (für 1.10/3 Euro). Und das zu Preisen von 2.75 bis 5.45 Euro! Die Prospekte liegen überall aus – nur erfährt man die wichtigsten Details nicht: 1. Wie bestellt man? Denn ruft man an, läuft ein Dauerband, auch auf Emails reagieren sie nicht. 2. Wohin wird geliefert? Nur in Palma oder auch nach Pollenca und Andratx? 3. Wie hoch sind die Liefergebühren? Im Prospekt werden einheitlich 0.60 Euro angegeben. Also berichte über den Frühstücksdienst, kann aber keine Garantie übernehmen. Vielleicht sind die ja schon längst aus dem Geschäft und die Prospekte liegen als Altpapier rum … – was schade wäre!

Hier ist einer für Mallorca-Sammler

Das sind drei Casson-Bilder …
… aus dem Welterfolg …
… „Das Böse unter der Sonne“

ER HEISST HUGH CASSON (1910-1999), IST BRITE UND AQUARELLIST. Außerdem hat er Prinz Charles das Malen beigebracht und ist der Künstler, der den wunderbaren Vorspann und die in einzelnen Szenen verwendeten Blätter für den auf Mallorca spielenden Agatha Christie-Film „Das Böse unter der Sonne“ gepinselt hat (zu besichtigen im Londoner Victoria & Albert Museum). Deretwegen erwähne ich ihn, denn für einen Mallorca-Sammler müsste es höchste Priorität sein, diese Hercule Poirot-Aquarelle (ich nenn‘ sie mal so, Peter Ustinov hat ihn gespielt) zumindest als signierte Kunstdrucke zu besitzen. Casson ist vergleichsweise preiswert, kleine Bilder aus den 50er-Jahren kann man auf Ebay für umgerechnet rund 600 Euro erwerben.

SE VENDE: Ein altes Kohlebecken

Das Becken von hinten …
… von oben …
… und im Detail

EINE FEINE ARBEIT AUS KUPFER von 28 cm Durchmesser, 4 cm hoch, ziemlich schwer ud mit einem Blumenstrauß kunstvoll verziert. Ein sogenannter „Brasero“ (oder ein Teil davon), der an die 100 Jahre alt sein dürfte und ein Öfchen der Mallorkiner vor dem Zeitalter von Fußboden- und Zentralheizung war: Man füllte im Winter glühende Holzkohle hinein, stellte ihn unter den Tisch und die Beine möglichst nahe dran. Meine Eltern haben ihn in den 50er-Jahren von einer befreundeten Bauernfamilie geschenkt bekommen, er war bei uns nie in Gebrauch, sondern hing als Dekostück an der Wand und ist deshalb bestens erhalten. Ich denke, dass 30 Euro ein fairer Preis ist.

MI MUSEU Diesmal: „Cabrera“ von Joan O’Neill

Ein Riesenbild, aber wohl eine Kopie …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE GEMÄLDESAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Bild vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große, aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Bild darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Werken zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Ein Ölbild von Joan O’Neill (1828-1907), das den Ausblick vom einem Berg auf der Insel Cabrera zeigt. O’Neill war Mallorkiner, aber der irische Thronprätendent (behauptete er), ein Freund des Erzherzogs und erstklassiger Maler. Mein Bild, das ich 2010 bei einem (deutschen) Trödler in Llucmajor fand, ist mit ziemlicher Sicherheit eine Kopie – aber bezaubernd und mit 180 x 120 cm eindrucksvoll groß …

Was spielen die da eigentlich?

Ein schönes altes True-Blatt …
… ein grausiger Turnier-Preis

WENN MEHR ALS ZWEI MALLOR- KINER ZUSAM- MENHO- CKEN, taucht gewöhn- lich ein Karten- spiel auf dem Tisch auf. Dann spiele sie Truc, was raffinierter ist als Skat und Poker, denn es fasst beide Karten-Varianten zusammen – Bluf- fen ist der Kerntrick von True. Es wird mit speziellen Karten ges- pielt, ein altes Beispiel zeige ich hier (links), es gibt auch Turniere, bei denen die Sieger erstaunlich gruselige Preise bekommen (rechts). Kaum ein Ausländer wird je mitspielen können, weil Truc nur mit einem Mienenspiel und einer genetisch bedingten Raffinesse funktioniert, die nicht zu erlernen sind. Aber nun wissen Sie wenigstens, was die Eingeborenen in den Kneipen treiben, und dass sie 1000 Jahre Erfahrung in ein paar Cents verwandeln …

Warum man Bikinis essen kann …

Dreiecke = Bikini …

ES GIBT NOCH EINE SPRACHE AUF DER INSEL, den trendigen Slang. Er besteht aus deutschen, spanischen, englischen, französischen, arabischen, kastilianischen und katalanischen Brocken, wird ständig von den Einheimischen weiterentwickelt – und Ausländer erlernen diesen Gesellschafts-Dialekt (so möchte ich ihn nennen) erstaunt, aber amüsiert. Ich will ein Beispiel geben: Bestellt man ein Toast-Sandwich mit Schinken und Käse (siehe Foto), bittet man kurz um einen „Bikini“. Das klappt durchweg (vielleicht nicht in vornehmen den *****-Hotels) in allen Restaurants und Bars, so albern die Bezeichnung ist: Der Toast heißt so, weil er aus Dreiecken besteht – wie der Bikini! Es gibt Dutzende solcher Ausdrücke, inzwischen vielleicht sogar Hunderte, und ich lerne täglich einen neuen kennen, und irgendwann wird dieser Slang die Sprache durchdrungen haben und dann benötigt man keine Übersetzungen mehr …Halleluja!

Endlich weiß ich, was ein „Regenbrett“ ist …

Ein Regenbrett in Aktion …
… und das hier sah ich in Santanyi

JETZT IST MEINE FAMILIE SEIT 60 JAHREN AUF DER INSEL – und peinlicherweise lerne ich jede Woche was Neues! Oft nur deshalb, weil ich zu dämlich war nachzufragen, wenn mir etwas Unbekanntes vorgeführt wurde. Wie dieses lose Brett, das an den meisten Häusern neben den Außentüren steht: das sogenannte „Regenbrett“. Es ist die simpelste Methode, bei Wolkenbrüchen zu verhindern, dass Wasser ins Haus eindringt – man legt das Brett einfach quer vor die Tür! Und wenn die Sonne zurückkehrt, stellt man es wieder daneben. Nicht dass einer denkt, da sei meine findige Nachbarin alleine darauf gekommen: Das „Regenbrett“ ist uralte Tradition, wurde immer wieder in der Mallorca-Literatur erwähnt und ich sah es seit einem halben Jahrhundert, aber – wie gesagt – nie in Funktion, nur an der Wand lehnend, weil keiner rausgeht bei Schauern. Wollte ich mal wieder nur so erzählt haben …

Eine Kathedrale aus Menschen …

                              Palmas Kathedrale, aus winzigen Menschen erbaut …

CRAIG ALAN HEISST DER KÜNSTLER, ein 1971 geborener Kalifornier. Er hat etwas erfunden, was er „Populus Art“ nennt, was bedeutet: Die Konturen fast alle seine Arbeiten bestehen aus Hunderten von winzigen Menschen! Alan hält sich häufig auf Mallorca auf und sagt, er sei in die Insel „verliebt“, die Galerie Mensing in Palma vertritt ihn – und wirbt mit diesem Bild der Kathedrale, das ich unfassbar schön finde. Wie kann einer mit Ameisen-Personen eine so perfekte Perspektive erreichen? Eine Kunst, die immer rätselhafter wird, je näher man herantritt. Und auf dem die winzigen, aber klar herausgearbeiteten Detail zu durchgehenden Linien verschwimmen. sozusagen unsichtbar werden, aus der Entfernung. Die Galerie Mensing hat das Motiv in Zeitungsanzeigen verwendet, aber die mögen viele nicht gesehen haben, deshalb greife ich das Thema in meinem Blog auf, in dem normalerweise nur Exklusiva stehen.

SE VENDE: Eleganz von der Armee

Email mit Bömbchen …
… Fallschirmen …
… Adlern und …

ES SIND FEINE EMAIL-ACCESSOIRES FÜR KÄMPFERISCHE GENTLEMEN, das Widerlegen des einen Paares sind sogar güldene Geschosse, das andere Paar wurde wohl in einem Fallschirm-Regiment getragen. Die Manschettenknöpfe stammen aus den 40er-Jahren und von Einheiten auf Mallorca, sind bestens erhalten (das erste sogar auf dem Original-Pölsterchen) und ich diese militärischen Raritäten vor vielen Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gekauft. Zu welcher Einheit sie genau gehören, weiß ich nicht, Spezialisten werden’s wissen, und ich möchte für jedes Paar 5 Euro haben.