Das „Sa Sinia“ gibt’s nicht mehr!

So sah’s von Außen aus …
… und das war die Speisekarte von Miquel Barcelo
… so von innen …

UNFASSBAR – das legendäre, authen- tische und zeitweise beste mallorkinische Restaurant auf Mal- lorca! Unten am alten Hafen in Portoco- lom, und mit Tränen in den Augen erin- nern sich langjährige Residenten an die brummelige, sympa- thische, noble Gestalt des Wirts Toni Ra- mon, den ich immer wieder für Zeitschrif- ten porträtiert habe. Nun hat der Staat die 30-jährige Pacht für das Haus, in dem das „Sa Sinia“ seit 3 Generationen unter- gebracht war, nicht mehr verlängert – ein Filetstück kulinarischer Insel-Historie ist tot. Aber was wird nun aus den Schätzen? Den von Miquel Barceló gestal- teten Glastüren und -fenstern und seinen Original-Speisekarten? Den kostbaren Gemälden, den alten Keramiktellern und den Antiquitäten, die sich in diesem Traditionslokal angesammelt hatten in fast einem Jahrhundert? Und aus dem Stuhl mit meinem Namensschild, den ich – wie alle Stammgäste – gewidmet bekam? Geblieben ist das großartige Kochbuch, in dem Toni Ramon die Rezepte seiner Mutter gesam- melt hat, und das es auch auf Deutsch gibt, weil ihre Schwiegertochter Deutsche war (es ist allerdings total vergriffen). Zugegeben, der Ruf des „Sa Sinia“ hat in den vergangenen Jahren Dellen erlitten, auch ich war manchmal erstaunt darüber, was ich serviert bekam, und wie. Dennoch traure ich über den Verlust und mit mir, das weiß ich, eine treue Gourmet-Gemeinde …

Bei seinen Bildern kann man irre werden …

Ein typischer Baum …
… sowas gibt’s auch in Farbe …
… und sein Selbstporträt

WEIL MAN NICHT KAPIERT, wie einer das malen kann! Der muss doch wochenlang an seiner Staffelei sitzen, um einen Baum derart detailliert auf die Leinwand zu bringen! Andreu Maimó, Jahrgang 1946, geboren in Cas Concos, der dritte große Künstler aus Felanitx, mit Barceló und Duarte. Einer, der die Kunst beherrscht, einen Baum naturgetreu und doch auf seine individuelle Art darzustellen. Ein wunderlicher Typ, dieser Maimó: Schläft am Tag und malt nachts, hat ein Atelier an der Straße – und stellt jeden Tag herrliche Bilder zum öffentlichen Betrachten in seine Fenster. Schafft es sogar, seine unerklär- lichen Bäume in noch viel unerklärlichere Skulpturen zu verwandeln! Und wenn er sich endlich doch mal aus seinem persönlichen Wald begibt, dann kann er viel mehr: Landschaften und Porträts, Stillleben und Tiere – einfach alles. Ich beneide einen Freund in Cala Murada, der schon vor Jahren begonnen hat, Maimó zu sammeln und nun rund 30 Originale besitzt. Ich werde nächste Woche den Versuch unternehmen, ihn in seinem Atelier zu treffen und einen Baum abzuschwatzen, vielleicht kann ich mir ja eine kleine Zeichnung leisten …

Manacor-Mieten – da staunt man!

„Hand aufs Herz“ – das Wappen von Manacor

WER STÖBERT, DER ENTDECKT! Mir ging das gerade so auf der spanischen Immobilien-Website Idealisa. Da fand ich interessante, sogar kaum glaubliche Zahlen: Zum Beispiel dass die Mieten in Manacor von 2018 auf 2019 um 14,2 % gestiegen sind, das ist der höchste Zuwachs auf den Balearen, wenn nicht sogar in Spanien. Dort muss man jetzt mit mindestens 12,6 Euro pro Quadratmeter rechnen! Andererseits gibt es einen Ort, an dem die Mieten um 4,4 % fielen – in Marratxi. Warum das so ist in Manacor mit seinen nur rund 35 000 Einwohnern, wurde nicht erklärt, aber man darf nicht vergessen, dass einige aufstrebende (Küsten-)Orte zur Stadt gehören, etwa Portocristo, Cala Moranda, S’Illot, Cala Anguila, Cala Murada und Son Macia.

 

 

 

Ein 2,3 Mio. Euro-Auto in Manacor!

Der „Pagani Huayra Roadster“, den’s nur 100 x gibt …
Jorge Lorenzo, der Weltmeister

ES STEHT IN EINER GEHEIMEN GARAGE und gehört dem dreimaligen Motorrad-Weltmeister Jorge Lorenzo, 32. Der hat sich gerade vom aktiven Sport zurückgezo- gen und kauft, scheinbar ohne finanzielles Limit, eine Sammlung teuerster Sportwagen zusammen. Neueste Erwerbung: ein „Pagani Huayra Roadster“, den es nur 100 x gibt und der 2,3 Mio. Euro kostet! Dafür hat er 112 Zylinder, 730 PS und eine Top-Geschwindigkeit von 388 km/h. Mehr als 2 Jahre musste Lorenzo auf das Ge- schoss warten, auch weil er unbedingt rote Sitze haben wollte, „die wie guter Wein aussehen.“ Bisher schon in der Sammlung: ein Ferrari „La Ferrari“, ein Mercedes SLS AMG und ein Porsche 91 GT3 RS. Leider wird man die Schätze nicht besichtigen können, aber hören in den Straßen von Manacor – und als Horizontal-Blitz sehen, wenn er die Straße nach Cales de Mallorca unsicher macht …

Ich wende mich vertrauensvoll an alle Trinker …

… UND BITTE UM RAT: Ich habe im Weinkeller meiner Eltern diese Flasche „Soberano“-Brandy („Reservado Extra“) der Firma Gonzalez Byass in Jerez entdeckt. Sie muss älter sein als 1985 und war wohl damals schon nicht jung. Ich gebe ihr gut 40 Jahre, und trotzdem sie immer noch original-verkorkt ist (sogar mit Banderole), hat sie rund ein Viertel ihres kostbaren Inhalts durch Verdunstung verloren. Was ist die Meinung: Ist der Inhalt noch genießbar? Praktiker werden sagen: „Mach‘ sie doch einfach auf und probier‘!“ Aber wenn der Brandy „hinüber“ ist, ist die Flasche nicht mal mehr dekorativ, denn ich muss sie auskippen und entsorgen. Ist der Cognac noch trinkbar, kann ich die Nachbarn zu einem kuriosen Gelage einladen. Und geh‘ ich das Risiko nicht ein und lass‘ sie zu, macht sie was her und ist ein Geschichten wert. Was tun, liebe Freunde?

 

 

 

 

 

„5000 Jahre Erfahrung …

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der riesigen Anzeige …

… IN EINER KAPSEL“ VERSPRICHT EINER IN LLUCMAJOR! Das ist bemerkenswert, da muss er Wissen aufgeschnappt haben, bevor noch die ersten Mallorkiner in ihre Talayots eingezogen sind. Er ist ein „Hypnose-Coach“, der „positive Anker setzt.“ Was immer das bedeuten mag. Er hat eine Website und man kann ihn auf dem Handy anrufen. Sein Werbeslogan ist „Sol y Salud“ – Sonne und Gesundheit, und er praktiziert in einem „Lebensfreudenhaus“. Der Mann ist mein neuestes (deutschsprachiges) Fundstück auf meiner ewigen Suche nach merkwürdigen Gestalten, die andere Menschen auf Mallorca beglücken und dabei gut verdienen wollen. Dafür hat er eine riesige Annonce aufgegeben, geschmückt mit seinem Porträt und einer Karikatur. Was hat diese Insel nur für eine Anziehungskraft auf Typen, denen man sonst nie begegnet …

Klimawandel, Tierliebe oder keine Gelegenheit …?

Ein typischer Hundefellmantel …
… und die Anzeigen

MERKWÜR- DIG, WAS ICH ALS ANZEIGEN-SPÜRHUND WIEDER ENTDECKT HABE: Insel-Ladys werfen ihre Pelze raus! Solche Annoncen häufen sich, und die, die ich hier zeige, standen auf derselben Seite eines Mallorca-Blattes. Da geht es um 3 Nerzmäntel und 1 Gaewolf (das ist Hundefell!!!) in den Größen 40-44. Nun frage ich mich: Schlägt der Klimawandel mit pelz-feindlichen Temperaturen durch, haben sich die Ladys zu Tierliebe durchgerungen oder gibt es auf der Insel weniger Gelegenheit, im Pelz rumzulaufen? Und warum versuchen sie, ihre Fellfiffis ausgerechnet auf Mallorca zu verkloppen (leider immer ohne Preisangabe)? Nun, was soll’s, ich stelle nur fest, was mir auffällt zwischen and Sant Elm und Formentor …

Netter Empfang, etwas dick aufgetragen …

DER BIERKAMPF AUF MALLORCA IST HART, zu viele Brauereien kämpfen um eine enge Theke. Da müssen sich die Marketingleute was einfallen lassen, und das ständig von Neuem. Die von Veltins („Brautradition seit 1824“) sind auf die Idee gekommen, ein bisschen auf die Kacke zu hauen. Indem sie Tausende von Bierdeckeln mit folgendem Text verteilten: „VELTINS heißt Sie willkommen, auf der schön- sten Insel der Welt.“ Was natürlich maßlos übertrieben ist (sage selbst ich, der Ober-Mallorca-Fan), aber sei’s drum, das Insel-Radio behauptet das ja auch. Und weil so schön ist, zeigen sie auf dem Deckel die grüne Umrisskarte von Mallorca mit den Orten, in denen garantiert Veltins ausge- schenkt wird. Sehr nett!

P. S.: Ich trinke kein Bier, kann also für diesen Post nicht bestochen worden sein von Veltins …

Die Damen an die Tatorte …

Carners Leichen …
… und Jensens Leichen

WIE KOMMT ES EIGENTLICH, das so gut wie jede Woche ein Mallorca-Krimi erscheint (oder 4 im Monat), und die Autoren fast immer Frauen gesetzten Alters sind? Verdacht: Mann weg, Kinder aus dem Haus, Langeweile auf der Finca und Krimis gehen leichter von der Hand als Lyrik oder normale Romane. Irgend so etwas muss es ja sein, und da sind die aktuellsten Damen, die Österreicherin Susan Carner aus Graz und die Deutsche Stina Jensen, keine Ausnahme. Mich interessiert das Phänomen, zumal die Schreiberinnen nicht mal alle auf der Insel wohnen, sondern sie nur von Ferien kennen. Aber im Gegensatz zu den Männern verfassen die meisten Frauen ihre Insel-Krimis so, dass sie auch Reisetipps und historische Informationen enthalten. Das scheint den Männern keinen so großen Spaß zu machen. Die weiblichen Morde lesen sich also folkloristischer – nützlicher. Über die neuen Bücher der Beiden kann ich nichts sagen, weil mich Krimis tödlich langweilen, und das Genre „Mallorca-Krimi“ noch mehr. Aber ich will wenigstens die Titel nennen: „Mallorquinischen Leiche zum Sa Rua“ von Susan Carner und „Serra de Tramuntana – Blutrot“ von Stina Jensen.