Hier lahmt der Tierschutz …

Alleine und glücklich: Das Pferd meiner Schwägerin …

ICH BIN JA BEKANNTERMASSEN EIN BEWUNDERER VON BABRARA POHLE (BP), Alleswisserin der „Mallorca Zeitung“. Meine Bewunderung steigerte sich dann noch, wenn sie wieder mal eine Anfrage beantworten muss, bei der mich erst Kichern befällt – und dann der Zwang, mir an die Stirn zu tippen. Wie über das, was eine gewisse Ramona L. wissen wollte: „Darf ein Pferd mutterseelenallein bei Santanyi auf der Weide stehen? Bei welchem Tierschutzamt kann ich mich erkundigen?“ BP gab die richtige Antwort („… bei keinem“), aber ich möchte noch etwas nachschieben: Im Moment grasen rund um den Globus rund 30,3 Millionen Pferde alleine und fühlen sich in keinster Weise gequält, obwohl es Herdentiere sind. Meine Reiterfreunde schicken ihre Zossen, wenn sie eine Runde im Sattel saßen, mit einem Po-Klapps zur Erholung ins Grüne. Ich kenne Campesinos, die zur Arbeit nur ein Pferd benötigen, es hegen und pflegen, und sich nicht wundern, wenn es ohne „hippe“ Gesellschaft glückliche 25 Jahre alt wird. Die überkandidelte Hysterie einiger sogenannter „Tierschützer“ ist wirklich schwer zu ertragen – übrigens auch für die Tiere …

Wein, den nur Eingeweihte trinken!

Diese vier Sorten gibt es …

ES GIBT IHN (offiziell) NICHT ZU KAUFEN, richtige Etiketten hat er auch nicht, nur Freunde können ihn erwerben (12 Flaschen für 40 Euro!) und der, der ihn produziert, ist nicht mal Winzer, sondern Professor an der Balearen-Universität. Das Keltern ist ein Hobby und er betreibt es, weil die Finca, die er erbte, auch einen riesigen Weinberg hat. Seine Freunde, ausschließlich Mallorkiner, teilen sich jedes Jahr die Weinernte, und weil meine Familie seit 1958 auf der Insel lebt, gelte ich als halber Eingeborener und darf 2019 zum ersten Mal teilnehmen an der exklusiven Runde. Ich sag‘ mal so: Man muss den Privatgekelterten schnell trinken, er wurde durch nichts haltbarer gemacht, naturreiner geht’s kaum – und er ist, so fühlt er sich auf der Zunge an, das Beste, was an Wein auf Mallorca produziert wird. Der Rote ist stark, das Holzfass, in dem er mindestens 1 Jahr altert, schmeckt man raus und ich schätze ihn auf mindestens 13,5 %. Der Weiße ist mild-herb, um die 12,5 % und dennoch von einer  göttlichen Fruchtigkeit. Ich gebe zu, dass dieser Post ein bisschen Onanie ist (… man nimmt nicht wirklich teil als Leser), aber ich wollte dennoch darüber berichten, weil ich interessant finde, was so alles hinter den Kulissen stattfindet …

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 4 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebende Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Hermann Knödelesser – und sein Gedicht „Das Mädchen von Mallorca“, das sich durch eine heitere Wortwahl auszeichnet:

… und dann folgen 7 Strophen (wobei ich davon ausgehe, dass der Name ein Scherz-Pseudonym ist). Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google

Ich mach‘ mir ja sonst nichts aus Postkarten …

Nr. 1
Nr. 4
Nr. 2
Nr. 3

… ABER ENTDECKE DANN DOCH IMMER WIEDER EINIGE, die mich ins Grübeln bringen. Die kauf‘ ich dann, und der Grund ist der optische Beweis, wie gewaltig sich Mallorca verändert hat, und einiges fast noch unter meinen Augen & Füßen. Ich zitiere als Beispiele nur mal diese alten Postkarten aus meiner Sammlung: 1 Die berühmte Kiefer an der Straße nach Deia, 1930 fotografiert und damals angeblich der größte Baum der Insel. 2 Port Soller um 1937 – ein stilles Paradies, aber mit einer erstaunlichen, heute verschwundenen Hafenanlage rechts an der Einfahrt. 3 Die „Neue Mole in Palma“, die fast aussieht wie der Jungfernstieg in Hamburg, um 1930. 4 Kathedrale & Almudaina, fotografiert um 1910 am Beginn des Borne.

 

 

 

 

Achtung, Comic-Freunde, ein Tipp, der aber nicht komisch ist …!

ES IST KEINE FRÖHLICHE LEKTÜRE, aber fabelhaft wie so vieles, was von mallorkinischen Zeichnern stammt! Pedro J. Colombo heißt er und er hat in einem großformatigen Band das Schicksal des Fotografen Francisco Boix dargestellt. Der überlebte das KZ Mauthausen (als Hilfsfotograf der SS), schaffte es, seine Fotos rauszuschmuggeln und Colombo hat aus ihnen und den Erzählun- gen von Boix diesen Comic geschaffen, an dem nichts komisch ist, aber der so heißt, weil er zum Genre gehört. Name: „Der Fotograf von Mauthausen“. Das Buch kostet 29 Euro, ist auch auf Deutsch erschienen und für Mallorca ist es insofern bedeutend, als es auch  das grausige Leben der 60 Insulaner beschreibt, die in Mauthau- sen gequält wurden.

 

Das ist neu: Nutten gesucht!

DIESE ANZEIGE FAND ICH IN EINEM DEUTSCHEN MALLORCA-BLÄTTCHEN und sie stimmte mich heiter: In der Spalte EROTIK wurden erstmal keine Kunden gesucht, sondern Damen des horizontalen Gewerbes! Bis zu 40 Jahre alt dürfen sie sein, gern werden Frauen genommen, die tagsüber einem anständigen Beruf nachgeben, ein Top-Verdienst wird versprochen – und natürlich hat die Liebesdienerei den scheinbar seriösen Namen „Exklusive Begleitagentur“. Aber da ich nicht als Zuhälter tätig sein möchte, habe ich die Telefonnummer geschwärzt, mögliche Kandidatinnen mögen mir das verzeihen …

Man weiss eben einfach zu wenig …

… VON MALLORCA! Ich hatte z. B. bis vor Kurzem keine Ahnung von „Gori de Muro“, dem Biskuit der Bäckerfamilie Noceras in Muro, den es seit 1890 in 13 Varianten gibt. Preis pro Beutel: 1.45 bis 2.53 Euro. Dieses süße Gebäck in Scheibchenform ist derart gut, weil nahrhaft, dass es die spanische und britische Marine einst tonnenweise als Schiffszwieback einkaufte (worauf es in England „Bread of Sailors“ genannt wurde), und es heute sogar bei Aldi zu haben ist. Das Rezept („Dolc tipic“) ist ein scharf bewachtes Geheimnis der Bäckerei an der Plaza de Sant Martin, 8, bei der man unbedingt mal vorbeischauen sollte, und ich konnte meine Frau jetzt überreden, immer ein paar „Gori“-Beutel im haus zu haben – für „Notfälle“ …

 

 

 

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 3 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Gerhard Ledwina – und sein besonders für Fahrradfreunde interessantes Gedicht, das reimmäßig etwas holpert:

… und dann folgen einige Zeilen mit Insel-Begebenheiten. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google

Menu oder „Plato economico“?

Reichlich für 9,90 Euro …

IM MOMENT IST DAS SO AUF DER INSEL: Wirte buhlen um jeden einzelnen Gast, denn viele sind es nicht, die jetzt hungrig unterwegs sind. Weil der kalte Wind verhindert, dass es auf den Terrassen gemütlich ist, die mit Plastik eingehüllten Veranden aussehen wie Tische & Stühle in Aspik und teuer geht aktuell überhaupt nicht in den Touristenorten. Und weil die, die noch zum Essen kommen, vor allem Einheimische sind, die keine Touri-Preise zahlen. Zu Dumpingpreisen zwischen 8 und 12 Euro werden deshalb dreigängige „Menus“ angeboten, die gar nicht mal übel sind (+ 1 Glas Wein, Mineralwasser, Brot & Oliven), aber einigen Wirten ist zu wenig, was sie damit verdie- nen, sie bieten lieber „Platos Economics“ an. Nicht billiger und nicht teurer, aber da kommt auf den Teller, was sie preiswert einkaufen konnten, der Gewinn ist also höher. Denn über eins muss man sich klar sein: Die Köche dieser im Winter auf Mallor- kiner konzentrierten Kneipen (= meist die Besitzer oder ihre Frauen) außerhalb von Palma kaufen auch bei Eroski, Lidl und Hiper ein, wie die Hausfrauen, und achten auf die Sonderange- bote! Was tun? Sich die Detail der Menus und Platos sagen lassen, kurz, aber scharf nachdenken, und bestellen, wenn nichts Verdächtiges auffällt …

Hier kommt was Interessantes, Mallorca-Sammler!

Die Münze vorne und hinten …
… und Toni, der Korsar aus Mallorca

ES IST EINE SILBRIGE MEDAILLE MIT BUNTEM BILD, geprägt von der königlich-spanischen Münze in Madrid und sie ehrt den berühmtesten Seefahrer aus Mallorca: Antonio Barceló (1717-1797), genannt „Capita Toni“. Das war ein Korsar, also ein staatlich lizensierter (legaler) Pirat, der 19 Jahre lang feindliche oder auch nur lohnende Schiffe kaperte, die eigenen Frachtschiffe schützte und seine Millionen-Beute im Schatzamt zu Madrid ablieferte. Die ihm zu Ehren geprägte Münze zeigt sein Schiff, besteht aus einer Kupfer-Nickel-Mischung, wiegt 15 Gramm und hat einen Durchmesser von 3,3 cm. Der Nominalwert beträgt 1,5 Euro, aber da die Auflage ziemlich limitiert ist, muss man mit 14 Euro rechnen. Bezug: Die Münze wird im Internet angeboten.