Autor: Axel Thorer

Bisschen was Heiteres …

… IN DIESEN SCHWEREN CORONA-ZEITEN, und ein klein wenig Lustigmachen muss auch auf Kosten eines Unbekannten erlaubt sein! Da entdeckte ich diese Kleinanzeige eines „Allrounders“, der verspricht, „Komplette hausrenovierung“ mit viel Erfahrung „punkltich“ auszuführen. Nun weiß ich nicht, ob er (ich nehme an, dass es keine sie ist) den Text selbst so orthographisch eigenwillig eingereicht, ein schwerhöriger Analphabet ihn phonetisch aufgenommen oder ein spanischer Setzer ihn derart verhunzt hat. Jedenfalls hätte er so sicher nicht erscheinen dürfen/sollen (mit „Trokenbau“, „Flisenarbeien“, „mosaik“ und „Neudaueiten“) und man kann nur hoffen, dass der „Allrounder“ besser arbeitet, als die Annonce lautet …

Endlich mal ein Krimi, der was taugt!

Der gute Krimi …

ES IST JA SO, DASS JEDER, DER NICHTS ZU TUN HAT und eine Tastatur behämmern kann, heutzutage glaubt, einen Krimi schreiben zu müssen. Auf Mallorca tun das über 100 (!) Schreiberlinge, und längst winken die Verlage ab, wenn einer sein Manuskript anbietet. So streuen die Autoren ihre Werke elektronisch oder selbst bezahlt unters Volk. Da ist viel Mist dabei, aber ab und zu entdeckt man eine unerwartete Ausnehme: „Wer Buße tut“ einer gewissen Liliana Moreno etwa, hinter der sich die Insel-Zahnärztin Lilly Hess Antic verbirgt. Nun mg auch sie keine neue Ingrid Noll sein, aber ihre Story ist zündend: Tod durch einen vergifteten Büßergürtel! Und wer nicht weiß, was das ist, erinnere sich an den Film „Sakrileg“, da trägt der fanatische Killermönch Silas mit dem weißblonden Haar und den wasserblauen Augen so ein Ding um den Oberschenkel. Das Buch kostet 14.58 Euro (komischer Preis!) oder 7.99 Euro als Kindle-Ausgabe.

Das ist mal eine gute Idee!

… UND BESONDERS JETZT IN DER VERFLUCHTEN VIRUS-ZEIT! Karen Navarro aus Llubi hatte sie mit ihren „Rutes botaniques medicinals“, das sind Wanderungen auf den Spuren mallorkinischer Heilpflanzen. Sie dauern 2 Stunden, kosten 15 Euro/Person und der tiefere Sinn von Karens Idee ist, dass man nicht nur die Heilpflanzen kennen lernt (die bisher, da gehe ich von aus, für die meisten zu 99 % unentdeckt am Wegesrand wachsen!), sondern auch von ihr gesagt bekommt, zu welchen Wehwehchen man sie wie anwendet! Es mag eine gewisse Sprachbarriere bestehen, aber da die Gruppen nie groß sind, hat die Botanikerin immer Zeit, auf individuelle Fragen in geläufigen Sprachen einzugehen. Teuer: Unsinn – 8 Cent pro Minute sind ein erfreuliches Preisleistungsverhältnis bei einem derart nützlichen Thema …

Der Schirach von Mallorca …

… SO NENN ICH IHN, meinen Freund Hans von Rotenhan. Auch er sehr guter Anwalt und hervorragender Schriftsteller. Seit Jahrzehnten auf den Balearen (Ibiza, Mallorca) und neuerdings in Berlin. Ein fränkischer Adeliger, der bescheiden aufs „von“ verzichtet, wenn er sich öffentlich äußert. Einer der besten Insel-Schreiber, dem man zuhören sollte, selbst wenn er nur einen Leserbrief schreibt. Mit Sätzen wie: „Die Mallorca-Drängle werden sich nicht bei den dort lebenden Spaniern anstecken. Aber sie werden es untereinander tun …“. Weisheiten in kleinen Prisen werden verteilt, wie beim großen Ferdinand von Schirach. Würde Rotenhan eine Zeitungs-Kolumne bekommen, ich würde das Blatt sofort abonnieren. Seine Bücher kaufe ich sowieso, wenn er sie mir nicht schenkt. Manchmal tut er das … 

Was für ein kreatives Osternest!

DAS FEST IST ZWAR VORBEI, aber dieser Nachschlag sei erlaubt: Ein Freund von mir, der ununterbrochen Gedanken wälzt, hat mir dieses Foto geschickt und dazu geschrieben: Eier legende Hühner habe ich keine. „Vögel“ gibt es viele, zu viele. Nestbesetzer ebenso. Entstanden ist eine mallorkini- sche Okkupation von einheimischen Ansässigen …! Mandarinen als Eier, warum nicht? Denn mit bemalten Eiern war in den Läden dieses Jahr auch nicht viel her. Gute Idee und sieht hübsch aus. Muss man sich merken für 2022

Schnell mal weggepinselt, gracias …

DIE WANDMALEREI WAR VON ANFANG AN EINE ZUMUTUNG – die Ur-Nullingers in ihrer traurigen „Fanteria“ in Cala Millor. Nun sind die neuen Pächter auch nicht gerade was Zählbares, aber immerhin haben sie die Nullingers überstrichen. Gracias, dann sind die schon mal weg, er sowie ganz und sie wenigstens an der Wand. Dazu schrieb mir ein Bekannter, der zu den fünf prominentesten Malle-Deutschen zählt: Hoffentlich haben sie gut grundiert und die Farbe hält lange! Ja, wäre wünschenswert. Und jetzt müsste man nur noch die störende Witwe heimschicken samt ihren Blagen …

Einfach nur ein Sehnsuchtsfoto …

… FÜR ALLE DAHEIMGEBLIEBENEN UND AUF DER INSEL KASERNIERTEN! Der Blick aus dem Fenster einer Finca hoch über der Nordostküste am frühen Morgen, die Sonne kriecht gerade links oben über die Bäume! Wer genau hinschaut, erblickt Blumen, Orangen, Zitronen, sogar Tomaten und das volle Blätterkleid Hunderter von gesunden Bäumen, sogar eine Palma fächert sich aus. Das Meer ist noch von Dunst verschleiert, das Küstenstädtchen nur eine Silhouette als falscher Horizont. Das ist Romantik pur, da weiß man, warum man Heimweh nach Mallorca verspürt, wenn man, von Palma kommend, in Düsseldorf, München, Hamburg oder Berlin landet. Und denen, die sich jetzt nicht zu fliegen trauen, möchte ich das Foto auch an ihr Herz legen, damit es getröstet wird. Die Schweizer Künstlerin Ruth Reiser hat es übrigens gemacht, früh am morgen aus ihrem Schlafzimmerfenster …

Ich kann nur dringend dazu raten …

… NÄMLICH ZUR HAUSBESICHTIGUNG VON SA BASSA BLANCA! Das ist die Privatvilla von Yannick Vu und Ben Jakober auf der Halbinsel Victoria (hinter Port d’Alcudia). Erbaut vom legendären ägyptischen Architekten Hassan Fathy, ein „lebendes“ Museum voller überraschender Schätze, ein Traum aus 1001 Nacht, mit idyllischen Innenhöfen voller sprudelnder Brunnen, luftigen Umgängen aus filigraner Holzschnitzerei und Antiquitäten, die man sonst nur in verschlossenen Adelspalästen sieht. Es wird jetzt eine „Hausführung“ für 25 Euro angeboten, was nicht billig ist, aber jeden Cent wert, zumal Deutsch gesprochen wird! Anmelden kann man sich nur telefonisch (971/54 69 15), und nur kleine Gruppen werden reingelassen, aber schon mal reinschauen sollte man aus der Ferne (msbb.org). Und: Die ganzen herrlichen Ausstellungen rundherum – und vor allem den Turm ganz oben mit seinem aberwitzigen Inhalt und dem phantastischen Blick über die Bucht, kann man nebenbei auch noch mitnehmen …

Braucht das eigentlich jemand?

… NUN JA, DIE IDEE MAG WOHL BEI EINIGEN DEUTSCHEN ZÜNDEN (die Vielfalt, das Heimweh, Muttis geliebte Küche), vor allem bei den ewigen Küsten-Teutonen, aber ich halte sie für eher skurril. Da hat ein Geschwisterpaar im Einkaufszentrum La Ribera an der Playa de Palma eine original norddeutsche Imbissbude namens „Fischpirat“ aufgemacht und bietet an, was man sonst nur in Cuxhaven oder Husum bekommt: Meeresspezialitäten auf friesische Art! Na, dacht ich mir, da werden sich die mallorkinischen Fischer aber freuen über die neue Kundschaft, aber denkste: Joachim Fähre und seine Schwester Susanne importieren die pescas, die sie in ihrem Laden benötigen! Sonst wäre ja das, was sie in der Corona-Zeit anbieten von 12 bis 17 Uhr, nicht fressalisch echt! Manchmal, denke ich mir, laufen die Leute, die auf der Insel von einer neuen Existenz träumen, sehenden Auges ins offene Messer …

Eigentlich ist alles wie normal …

… SAGEN DIE URLAUBER! Ich zitiere ein befreundetes Ehepaar, das sich ein Apartment in einer Ferienanlage bei Portocolom gemietet hat (vor und über Ostern): „Wunderbar schön und von Corona kaum was zu merken!“ Die Restaurants im Hafen waren nahezu alle offen und sie haben sich das „Florian“ ausgeguckt, „weil man da mit traumhaften Blick sitzt, gut zu essen bekommt und hervorragend bedient wird.“ Ich selbst würde woanders hingehen, aber um mich geht es nicht. Die Corona-Weisheit ist doch: Selbst wenn man nur auf der Terrasse Platz nehmen darf, so macht das nichts, denn da würde man doch sowieso tun, auch ohne Seuche! Und das „Florian“, von einer bienenemsigen deutschen Wirtin betrieben, öffnet bereits um 11 Uhr und am Abend speist man wegen der Sperrstunde eben ein bisschen früher, und das ist bekanntlich sowieso gesünder. Fazit der Freunde: „Es ist auf Mallorca schöner als in Deutschland, und wenn wir es uns leisten könnten, würden wir monatelang bleiben …“.