Autor: Axel Thorer

Das ist – schlichtweg – das Paradies!

Terrasse am Meer …
… der große Lebensraum …
… Aufriss mit Bett (1) und Kamin (2) …
… die Hütte vom Land her …
… und die Lage auf Mallorca

ES HEISST FINCA L’ESCORIAL, liegt in der Nähe von sa Rapita im Südosten und ist, mal den Mund voll genommen, das einzige Häuschen zum Mieten, das direkt am Meer liegt! Es ist eine ehemalige Fischerhütte, urig, jedoch gut saniert für Urlauberansprüche, sie hat (nur) einen 35 qm großen Raum und es können 2 Personen dort wohnen. Mit einer Küchenzeile, Kamin, Duschbad und überdachter Terrasse mit Liegen. Man stelle sich das vor: Ein Pärchen in romantischer Einsamkeit im eigenen Bungalow am Mittelmeer. Der nächste Sandstrand heißt Raco de s’Arena und ist um die Ecke, ebenso wie der nächste Ort, s’Estanyol, und zur Hütte gehören, man glaubt’s kaum, 300 000 qm Land! Der Flughafen ist übrigens 35 km entfernt. Der Vermieter fincallorca preist L’Escorial als „quasi konkurrenzlos“ an und da haben sie recht. Preis: Je nach Jahreszeit zwischen 110 und 210 Euro/Tag. Wie bucht man? Übers Internet oder die deutsche Telefonnummer 0049 521 448 184 70 wählen.

Hiermit vergebe ich 3 Minus-Sterne!

Die Rechnung im „Nie wieder“!

... UND ZWAR AN DAS HOCHGELOBTE UND BELIEBTE „BOTANIC“-RESTAURANT IM CAN BORDOY in PALMA! Ich war dort gestern Abend essen mit zwei Damen, für 205 Euro (mit Trinkgeld). Wir haben es schwer bereut: Küche unmöglich, Service katastrophal. 1. Ober weist uns den (bestellten) Tisch an und bleibt verschwunden. 2. Wir bestellen Wein beim Kollegen, der kommt zurück und sagt: „Den Wein haben wir nicht mehr“ – und bietet einen an, der 10 Euro teurer ist! 3. Brot, Öl, Salz, Pfeffer – gab’s nur auf Nachfrage. 4. Als Vorspeise bestellten wir Iberico-Carpaccio mit Muscheln. Klingt spannend, ist aber Küchenirrsinn! 5. Einer unserer beiden „Pescado de roca“ ist grau bis braun, unten glibberig, riecht penetrant und ist so alt, dass er sich beim Braten gewölbt hat. 6. Die Beilage passte in einen Esslöffel, die Beschreibung auf dem Menü war aber zwei Zeilen lang … 7. Wir müssen mehrmals bitten, uns Wasser nachzuschenken, das weit weg steht. 8. Den Wein schenke ich schließlich selbst aus, weil sich keiner drum kümmert. Auch er steht weit weg, ich muss aufstehen und ihn holen. 9. Zum Kaffee kommt die Frage: „Möchten Sie auch einen Cookie?“ Als wir bejahen, bringt eine Mamsell zwei (wir sind aber drei Gäste). 10. Als wir gezahlt haben und gehen (unter Hinterlassung von 17 Euro Trinkgeld), sagt keiner Danke oder Adios, es interessiert schlichtweg keinen. Fazit: In einer Kneipe akzeptiere ich das alles, in einem Laden wie dem Can Bordoy nicht, der so tun, als seien sie der Genusstempel der Balearen. Gibt’s auch was Positives? Ja, das Brot war sehr gut und im Garten unter hohen Bäumen zu sitzen, ist ein großes Altstadt-Erlebnis …

 

Ein riesiges Rudel wartet auf Herrchen & Frauchen …

Das Logo ist gut!

ICH ZIEHE MEINEN HUT VOR DEN MITMENSCHEN, die sich mit Fanatismus der völlig sinnlosen Aufgabe gewidmet haben, das Leid der Hunde auf Mallorca zu lindern. Denn es ist unmöglich, den Wauwis wirklich zu helfen. Für jeden Hund, der adoptiert wird, entstehen genau in diesem Moment 100 neue Waisen-Welpen. Um sich als mitfühlender Tierfreund zu verwirklichen, mag die Anstrengung genügen, aber soviel kann gar nicht kastriert werden, wie begattet wird. In jeder der beiden deutschen Blätter stehen unter der Rubrik TIERE jede Woche Annoncen, in denen an die 20 Hunde angeboten werden (ich habe nachgezählt), darunter Kolosse von fast 50 Kilo und Greise/innen mit 15 Jahren. Jede Woche, und beileibe nicht immer dieselben! Macht pro Jahr 52 x 20 = über 1000 Hunde!!! Allein an dieser Zahl erkennt man, wie rührend hilflos sich die Tierfreunde anstrengen. Denn die Tierheime sind weiterhin überfüllt! Was tun außer Rummotzen? Mehr kastrieren erschient mir die einzige Lösung zu sein. Und mehr spenden, um mehr zu kastrieren. Daran würde auch ich mich beteiligen …

Ich hab‘ ein neues Buch gemacht!

So sieht der Titel aus …
… und so habe ich …
… einige der 30 Seiten …
… gestalten können

ES GEHT UM DIE WERBUNG, mit der deutsche Mallorca-Touristen zwischen 1902 und 1953 in Hotels, Restaurants, Geschäfte, Höhlen und zu Ausflugstouren gelockt werden sollten – und wurden! Es sind köstliche Stilblüten darunter, z. B. wenn Mallorca falsch eingedeutscht „Majorka“ geschrieben wird. Es gibt aber auch hochinteressante, nahezu politische Details, ganz zu schweigen von der feinen grafischen Gestaltung und der Frage, ob die Hotels und Shops von damals heute noch existieren (die meisten nicht) und was aus denen, die überlebt haben, geworden ist (da gibt es erstaunliche Funde). Mein selbstge- drucktes Buch hat 30 Seiten im Querformat, und wer es haben möchte, muss mich kontak- tieren. Aber ich vers- tehe, wenn’s keiner tut, denn ich möchte unglaubliche 50 Euro dafür haben, da mich die Produktion nicht recht viel weniger gekostet hat. Ich kann allerdings versichern, dass es so etwas kein zweites Mal gibt für Deutsche auf Deutsch.  Kontakt: axelthorer@yahoo.de

 

 

 

Ist das nicht reizend?

Das Museum in den …
Mallorkiner     mit Buffes
… Schaufenstern

DER LADEN HEISST GRIMALT, dort kann man Stoffe und mallorkinische Trachten kaufen, er liegt in der Altstadt von Felanitx – und als ich die beiden Schaufenster sah, bin ich rein und habe dem Besitzer gedankt! Dafür, dass er sie als museale Auslagen gestaltet hat. Mit den (ur)alten Werkzeugen seiner Zunft der Tuch- und Kleidermacher. Die liegen nicht nur einfach rum, sondern wurden beschriftet, und was man mit ihnen herstellte, ist ebenfalls zu sehen. Kostenlos. Das ist eine großartige Idee und ich bin kurz davor, mir bei Grimalt „Buffes“ machen zu lassen, die wunderbar weiten und deshalb bequemen Pluderhosen, die man nur noch an Feiertagen und beim Volkstanz sieht. Ich finde, diese Museums-Schaufenstern sollten andere authentische Geschäfte ruhig kopieren …

 

 

 

 

Diese Schlangen taugen nichts!

Davon rate ich ab …

MAN DARF AUCH MAL KRITIK ÜBEN, wenn einem was auffällt, und ich muss sagen, dass mir diese „Espirales Antimosquitos“ nicht gefallen haben. Ich habe sie gekauft, weil unten auf der Packung steht: „ecologia de fibra 100% vegetal“, aber das nützt nichts: Die Schlangen sehen aus wie aus Pappe, brennen viel zu kurz (nur eine halbe Nacht lang) und ihre Wirkung auf die Plagegeister ist gleich null. Die „Bio Cuchol“ sind nicht mal billiger, aber stinken genauso wie die anderen Spiralen. Also erlaube ich mir, vom Kauf abzuraten und weiterhin die grünen Schlangen vorzuschlagen …

 

 

 

 

Deftige Strafen!

Das ist ein Haufen Geld …

WIEDER SO EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN UND ECHTEM FOTO. Das muss sein. Weil es sonst noch peinlicher wäre für die Betroffenen. Denn sie haben ja mit Mühe verhindert, dass bekannt wird, was ihnen geschah. Deftige Strafen, gegen die es keinen Einspruch gibt! Und Glück haben sie dabei auch noch gehabt. Der 1. Fall spielt in der Umgebung von Soller: Da hat sich einer (Aleman) einen 20 x 7 m großen Pool in seinen Park graben lassen und vorher nicht gefragt, ob er das darf. Aber das Kataster-Flugzeug hat den Schwarzbau entdeckt – und da wurde der Deutsche zu 60 000 Euro verknackt. Das Schwimmbad durfte er behalten, und da hat er einfach eine neue Rechnung aufgemacht: Es kostet 30 000 Euro, mit der Strafe sind es 90 000 Euro – nun ja, „dann hat der Pool eben soviel gekostet wie in Deutschland“, hat er gesagt. Fall 2: In seiner Villa bei Arta hat sich einer (auch ein Aleman) in aller Stille seinen Keller in Heimarbeit ausgebaut. Leider wohnt er in einem Naturschutzgebiet. Auch ihn erwischte der Flieger bzw. seine Betonmischmaschine, die Schutthaufen und die an der Außenwand lehnenden neuen Fenster und Türen. Da haute ihm die Gemeinde 48 000 Euro um die Ohren. Diesmal lautet das „nun ja“: Er hätte den Kellerausbau nie genehmigt bekommen, nun hat er ihn! Die Frage, die mich bewegt, lautet: Müssen die Mallorkiner eigentlich derart unverschämt hohe Strafen verhängen, würde nicht ein Drittel genügen?

Psst, es gibt da einen Strand …!

Der Strand in himmlischer Einsamkeit …
… und ganz rechts oben, das ist die Calo des Marmols

EIGENTLICH VERRATE ICH IHN JA UNGERN, nachdem ich schon mit haltloser Berichterstattung die damals nur Eingeweihten bekannte Cala Varques ruiniert habe. Aber mit diesem Post möchte ich die dauernde Fragerei stoppen: „Weißt Du nicht einen Strand, an dem wir völlig unter uns sind?“ Ja, weiß ich – die Calo des Marmors! Sie liegt an der Südostküste, 5,5 km vom Cap de des Salines (Parkplatz und Ausgangspunkt) entfernt nach Norden in Richtung Es Lombards (2 Stunden anstrengender Fußmarsch), ist nur 40 m breit, der Sand ist weiß und fein mit einigem Kies, die Bucht ein Fjord mit türkisgrünem, kristallklarem Wasser, dessen Tiefe sanft abfällt. Es gibt da nichts – außer der Natur, man muss also Alles mitbringen. Und: Der Weg vom Cap ist schattenlos, verläuft auf mühsam-felsigen Grund und hinunter in die Bucht besteht veritable Absturzgefahr (Hände benützen!). Einmal unten, ist jede Mühsal vergessen, dann stören nur Boatpeople, unter den sich dieses kleine Paradies leider herumgesprochen hat, sonst trifft man höchstens ein paar Insider aus der Umgebung. Lage für GPS-Fähige: 39°17’20“ N – 3°05’24“ E. Übrigens: In kaum einem gedruckten Strandführer findet man meinen Tipp, im Internet ist er allerdings ganz gut vertreten …

Nur auf Mallorquin – schade!

So sieht das Buch aus …

WELCHER DEUTSCHE SPRICHT SCHON SO GUT SPANISCH, dass er ein ganzes Buch lesen kann? Ich nicht. Deshalb ärgere ich mich. Weil ich „Crimenes y Criminales en la Isla de la Calma“ von Jeroni F. Fullana mir nicht so mühelos zu Gemüte führen, dass es mir Spaß macht. Darin erzählt der Autor alle bemerkenswerten Kapitalverbrechen zwischen 1884 und 1951. Eine spannende, unterhaltsame Lektüre von Mördern, Räubern, Erpressern – und Henkern. 2017 ist das Buch erschienen, und wie es so manchmal ist im mallorkinischen Verlagswesen, kommt es sauteuer: Es kostet um die 46 Euro! Dafür ist es jedoch reich illustriert, was einen Kauf auch für einen, der Spanisch nur radebrecht, lohnend macht.