Autor: Axel Thorer

Ausgerechnet jetzt – Curling …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ darüber …

EIGENTLICH: WARUM NICHT? AKTUELL: NICHT GANZ BEI TROSTE! Das sage ich zu der Meldung, dass sie in Port Adriano drei Curling-Bahnen eröffnet haben. Die Vielfalt der Insel wird dadurch zwar erweitert, aber das Kontaktverbot gilt doch auch für derlei geselligen Sport (mal von den Kosten für die Anlage gar nicht zu reden), und da frage ich mich: Was soll das? Gibt’s nichts Dringlicheres? Und das alles für die paar Ausländer, die schon mal einen Curling-Stein in der Hand hatten? Oder Neulinge, die es mehr oder weniger alleine ausprobieren müssen. Port Adriano ist zwar der rührigste, unterhaltsamste aller Insel-Häfen und die Tramuntana prangt in weißer Pracht, aber Curling …  – Nette Idee, falscher Termin …

Die Klage der Mallorkiner …

… DENN SIE MERKEN JETZT MIT MACHT, was sie an den Ausländern haben! Meine Freundin Marga, die ein feines Business in Portocolom betreibt, sagte mir gerade: „Es ist so unheimlich still auf der Insel, nichts ist los! Und wir vermissen die Extranjeros sehr. Nicht nur, wegen der Einnahmen – sie gehören doch mittlerweile zu unserem Leben!“ Das ist nett gesagt, und so hört man das nicht sehr oft. Aber klar: Es sprudelt keine Geldquelle mehr, und wenn die Restaurants nicht sowieso den Winter über geschlossen haben, servieren sie nur noch auf Terrassen und Veranden. Und was wird im April sein, wenn angeblich die Touristensaison wieder beginnt? Fällt sie aus? Nein, es wird eine Saison geben, da bin ich mir sicher, weil die Besitzer der Hunderte von Villen und Fincas einfliegen werden, wenn die Wärme beginnt, um endlich ihre Immobilien zu versorgen, die fast ein Jahr im Dornröschenschlaf lagen …

Ich hab‘ mich wohl geirrt …

… UND DAS MÖCHTE ICH KORRIGIEREN. Ein netter Leser, Volker Reissmann, hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ich hatte behaup- tet, zwei meiner schönsten Bilder stammten vom Kunst- professor Dr. Alfred Behle, aber gemalt hat sie wohl eine Dame namens Hildegard Behle(-Ferrer), die viele Jahre in Cala Rajada gelebt hat und dort 1998 gestorben ist. Viele wer- den sich noch an sie erinnern. Das Versehen tut mir leid, aber die Gemälde sind nur mit Behle signiert. Lieber Herrn Reissmann, ich danke für den Hin- weis …

Die Vergangenheit kehrt zurück …

… IN GESTALT ZWEIER BARS: des „Abaco“ und der „Bar Cristal“! Ich finde das großartig und wundre mich nur über das Hin und Her. Da erhöht der Hausbesitzer die Miete für die Bar im Lonja-Viertel ums Vierfache, der Mieter muss raus, ein deutscher Investor plant ein Hotel statt Bar – und plötzlich ist der Barbesitzer zurück und das „Abaco“ besteht weiter (angeblich bis 2040). Bei der „Bar Cristal“ an der Placa d’Espanya war’s so, dass auch sie schließen musste wg. unbezahlbarer Mietsteigerung, neu eröffnet wurde als Teil einer deutschen Kette („Es Rebost“), dann schlug der Virus zu, das neue Lokal lohnte sich nicht mehr, es machte dicht und nun wird ein Spanier es neu eröffnen: als „Bar Cristal“. Mich freut das, ich mochte beide Bars, sie waren gastronomische Farbtupfer im Leben von Palma. Das „Abaco“ war in seiner Operetten-Aufmachung weltweit einmalig (ein bisschen auch bei seinen Preisen) und in der „Bar Cristal“ konnte man die Jugendstil-Vergangenheit nicht nur erahnen, sondern auch sehen. Es waren Wohlfühl-Jausenstationen, Institutionen(wie auch die „Bar Lirico“ unten am Borne oder die „Bar Cuba“ drüben an der Argentina), und mich als Nostalgiker hat es immer beruhigt, dass es diese traditionellen Etablissements (schon so lange) gab. Mich erinnert das an das Hin und Her bei der Straßenbahn in Palma und dem Eisenbahnnetz auf der Insel: zu schnell abgebaut, nach Jahren bereut und mühsam restauriert …

Corona: Import – Export …

… DAZU HAT „ULTIMA HORA“ EINE INTERESSANTE GRAPHIK VERÖFFENTLICHT, die man allerdings interpretieren muss. Sie zeigt, wie viele Corona-Fälle von außen in die spanischen Provinzen gebracht wurden. Da führt Madrid (das politische und wirtschaftliche Zentrum) mit weitem Abstand und die Balearen mit ihrem gebremsten Tourismus liegen im unteren Drittel. Aber: Für uns Deutsche ist die Aufschlüsselung deshalb von Bedeutung, weil 64 % der Krankheitsfälle vom spanischen Festland auf die Inseln gebracht wurden (vor allem aus Madrid!), nur 36 % aus dem Ausland, z. B. England und Deutschland. Das heißt: Um Mallorca sauber zu bekommen, müsste man also zuerst einmal die Flüge aus dem eigenen Land stoppen – oder besser kontrollieren, während die 36 % Hoffnung machen auf eine mögliche Akzeptanz der Urlauber …

Das große Rätselraten …

… BEGINNT JETZT, AM JAHRESTAG DER SEUCHE! Es gibt Villen und Fincas, wie ich höre, in denen die Besitzer wg. Corona seit einem Jahr nicht mehr waren. Die auch sonst keiner betreten hat. In denen zwar der Strom weiter läuft (für den die Rechnungen der Endesa eintreffen), die Gärtner das Rundhe- rum versorgen (und mit der Bezahlung vertröstet werden aufs Wiedersehen), aber keine Beschließerin das Innere kontrolliert. Scheinbar alles in Ordnung, aber ist das auch so? Oder haben die Ratten einen Zugang gefunden, die Spinnen die dunklen Ecken übernommen, die Cucarachas die Küche? Haben die Tauben den Patio und die Terrassen vollgeschissen und schwimmt totes Getier im Pool, auch wenn der abgedeckt ist? Sind Mauern feucht geworden, weil keiner lüftet? Sehen die Fenster aus wie Kellerluken in der City? Liebe Handwerker und sonstigen Helfer, freut Euch auf eine Boomzeit, wenn Corona ein Schrecken der Vergangenheit sein wird, dann müsst Ihr ran an die erwach- ten Immobilien! 

Kalt ist’s geworden!

ZWAR SCHEINT MEIST DIE SONNE oder sie läuft hinter Wolkenschleiern vorbei, aber man muss die Pullis und Windjacken aus den Mottenschränken holen! An einigen Tagen wird bis zu 80 % Regen-Wahrscheinlichkeit angekün- digt (oder sagen wir: Schauerchen). Die Tagestemperatur steigt kaum noch höher als maximal 14° (auch wurden schon gemessen) und nachts sinkt die Fröstelei bis auf . Da muss man schon einen sehr geschützten Patio haben, um Vergnügen am Freien zu haben – oder eine erstklassige Heizung in der Wohnung hinter dem Balkon. Alle hoffen jetzt auf die „Dies calmes“, die milde 5. Jahreszeit im späten Januar (rund 10 Tage), die von der Natur eingeführt wurde, um den Mandelbäumen den Beginn der Blüte zu signalisieren und zu ermöglichen. Ich zeige sie schon mal …

Das Symbolbild der Seuche?

ICH DENKE, DAS IST ES – und wieder stammt es vom großartigen  Schweizer Künstler Max Reiser, den der Virus in St. Moritz erwischt hat und daran hinderte, die Feiertage und den Jahresrutsch auf seiner Finca in Mallorca zu verbringen. Aber da er zu den denkenden Kreativen gehört (und die Quarantäne hervorragend nutzt), hat er diesen 120 x 100 cm große Bild gemalt und „Ende des Leidens“ getauft. Kein unbedingt fröhliches Werk (da hat einer die Krankheitstage abgezählt, und zwar altersbedingt im Angesicht des Todes  …), aber heiter war das ganze Jahr nicht; und wenn man sich den Titel auf der Zunge zergehen lässt, dann könnte man das Gemälde als Epitaph auf Corona verstehen, und das macht doch Hoffnung …

Auf den Tiefseebergen …

Die vier Tieefseeberge (Karte von Ozeana)

… SO NENNT MAN DIE GIPFEL IM MEER, die keine Inseln bilden, weil sie unter der Wasseroberfläche aufragen – und bleiben. Das sind interessante Formationen und zwischen den Balearen und Pituysen gibt es vier, die alle nach berühmten Ozeanologen heißen: „Emile Baudot“ südlich von Cabrera, „Bell Guyot“ noch weiter südlich, „Monte Olivas“ (oder „Ses Olives“) vor Ibiza und „Ausias March“ vor Formentera. Mal angesehen davon, dass diese submaritimen Berge wichtig sind als Verstecke und Brutplätze von Meeressäugetieren wie Pottwale und die Tierschützer jetzt das Gebiet um die vier Gipfel zum Nationalpark erklären wollen – mir ist es in einem heißen Sommer passiert, dass ich von einer Yacht auf den „Monte Olivas“ steigen konnte, der deutlich sichtbar im Meer lag, das gerade so hoch stand, dass es meine Knie erreichte! Ich habe das nie wieder erlebt, und auch keinen getroffen, der mein Abenteuer aus eigener Erfahrung bestätigen konnte, so dass mir inzwischen klar ist, dass damals eine ganz besondere ozeanische Situation geherrscht haben muss.

Da wird ein Bauhaus-Schach angeboten …

DAS IST EIN KUNSTWERK, geschaffen um 1924 von einem gewissen Josef Hartwig in Dessau mit derart stilisierten Figürchen aus Ahornholz, dass das Spielen nicht leicht fällt. Originale gehören eigentlich ins Museum, oder in die Schauvitrine, aber sie werden gar nicht mal selten angeboten, zwischen 4000 und 8000 Euro, und die Anzeige ist wohl so zu verstehen, dass dieses Bauhaus-Schach 5000 Euro kosten soll. Was ein strammer Preis ist für die Edition von 1933 – selbst wenn man leidenschaftlicher Schachspieler und das Angebot echt ist. Interessant jedoch, was man so alles auf der Insel finden kann, auch an gehobener Kultur. Übrigens: Im Bauhaus-Shop (Internet) kann man Kopien für 281,71 Euro kaufen …