Autor: Axel Thorer

Was für eine reizende Anzeige!

SIE STAMMT VON DER SOLLER-EISENBAHN, zeigt ein hübsches, zur Grafik umgestaltetes Foto (der „Rote Blitz“ auf einer Überführung) und den wirklich höflichen Text auf Deutsch: „Steig‘ ein und lass‘ Dich mitnehmen!“ Gerne, liebe Freunde, wenn man so nett gebeten wird – und an dieser ganzseitigen Annonce in den Wochenzeitungen sollten sich ungefähr 50 andere Unternehmen, die auf deutsche (und andere)  Touristen und Residenten angewiesen sind, dringend ein Beispiel nehmen!

 

 

 

 

 

 

Ein bisschen nutzlose Nostalgie …

Der Roman als Taschenbuch

SOWAS IST DOCH AUCH MAL HÜBSCH! Da entdeckte ich einen Prospekt aus dem Jahr 1889, in dem Portocristo und Portocolom (die damals beide zu Manacor gehörten, und Portocolom noch mit -n geschrieben) noch bedeutende Häfen der internationalen Dampfschifffahrt waren. Wöchentlich verkehrten die „Hernestina“ und die „Victoria“ zwischen den beiden Insel-Orten und der südfranzösischen Stadt Sete („Cette“ oder „Seta“ genannt) und legten auf ihrer Route in Palma und Barcelona an. Kurios? Ja, denn keiner weiß das mehr, und Dampfschiffe laufen auf Mallorca heute nur noch Palma und Alcudia an (in Gestalt von Kreuzfahrern, Fähren und Frachtern). Die Verbindung scheint damals jedoch so populär gewesen zu sein, dass der berühmte Schriftsteller Jules Verne seine Helden in „Clovis Dardentor“, dem einzigen seiner Romane, der auf Mallorca spielt, in Sete an Bord gehen lässt für die Fahrt nach Palma! Übrigens ein Buch, das in keiner Finca-Bibliothek fehlen sollte, zudem ist es witzig mit Stichen illustriert …

 

 

EIN SCHUH namens MAJORCA …

Eine dramatische Werbung …

ICH FAND DIESE WERBUNG IN EINER ALTEN US-ZEITSCHRIFT – und sie erheiterte mich! Heißt es doch: „Lauf in Mallorca“ – auf Amerikanisch! Und da wird von der „lazy island“ gesprochen, und dass dort viele Ziegen leben, und dass man aus der Haut der mallorkinischen Zicklein herrliches Leder machen kann – und dass das exklusiv verwendet wird für besonders noble Herren-Halbschuhe mit Namen „Majorca“! Die Werbung stammt aus den 40er-Jahren und von der Firma Johnston & Murphy in Nashville (Tennessee). Sie haben zum Schuh auch eine romantische Küstenlandschaft mit Segelboot abgebildet und zwei Palmen, die einen dramatischen Sonnenaufgang umrahmen. Johnston & Murphy gibt es heute noch, aber den Schuh namens „Majorca“ nicht mehr (ich habe mich erkundigt). Also war der Ruhm unserer Insel bereits vor 80 Jahren bis ins tiefe amerikanische Hinterland gedrungen, nur ist unklar, ob die Firma diese Schuhe auf Mallorca fertigen ließen oder nur das Leder importierten. Übrigens: „Majorca“ gab’s in Schwarz und Braun und das Paar kostete 37.50 US-$, was damals ziemlich teuer war. Soviel dürfte dieses feine grafische Sammlerstück auch wert sein …

SE VENDE Ein wunderbarer Scheck von 1906

Ein Scheck, der mit den Jahrzehnten zu einer Grafik wurde …

DAS IST WAS FÜR SAMMLER VON BANKBELEGEN – und ich trenne mich ungern davon: Ein mit 28,2 cm sehr breiter Scheck über 100 Pesetas, ausgestellt am 11. Oktober 1906 in Mahon (Menorca). Mit einem hübschen Kupferstich-Merkur, einer eingestanzten roten Steuermarke und vielen verschnörkelten Unterschriften auf der Vorderseite- und Rückseite. Wenn man so will, ist das eine dekorative Grafik, durchaus vorstellbar gerahmt und hinter Glas an einer Finca-Wand. Ich würde gern 15 Euro haben für dieses hervorragend erhaltene Stück Papier …

MI MUSEU Diesmal: Eine alte Bauernglocke

Auch das ist bäuerliche Kunst …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Eine alte, rustikale Holzglocke. Sie ist aus einem Stück geschnitzt, 22 cm hoch, hat zwei Holzklöppel und einen satten tiefen Ton. Ich habe sie bei einem Bauern in der Scheune entdeckt und konnte sie ihm für 10 Euro abschwatzen. Sie war noch im Gebrauch, ein Muli hat sie getragen, und ich denke, dass sie 100 Jahre alt sein könnte. Er glaubt sich zu erinnern, dass sein Großvater sie selbst angefertigt hat … 

Doch, es gab ein paar Mallorca-Briefmarken …

Der dekorative Brief von 1939 …
… und die Mallorca-Marke

NICHT SO GANZ ECHTE, aber Zusatzmarken für die Wohltätigkeit, Reklamemarken für den Tourismus, im Bürgerkrieg eine Menge Propaganda und natürlich existieren eine Menge Mallorca-Motive bei den neueren Ausgaben der spanischen Post. Hier zeige ich einen Brief von 1939, abgeschickt in Palma und adressiert nach Zürich – und in der Mitte klebt die dunkelblaue 10 Cents-Marke aus Mallorca, gewidmet dem Kampf gegen Paro (die Arbeitslosigkeit). Ein schöner postalischer Beleg, und insgesamt, denke ich mal, könnte man rund 50 Marken zusammenbringen, auf denen das Wort MALLORCA und ein Preis stehen, die gezähnt und gummiert sind und gestempelt werden, wenn sie auf einem Brief kleben. Hiermit habe ich eine der mir am häufigsten gestellten Frage beantwortet … 

 

 

 

Ja, was ist denn das?

Wie ein grünlicher Bergkristall …
… wie ein Smaragd …
… und wie Milchglas …

… SAGEN ALLE, DIE ICH BEI MIR BEGRÜSSEN DARF! „Das“ sind gläserne Brocken auf der Terrassenmauer, manche milchig, mache grünlich-transparent, und keiner glaubt mir, dass das mal Cola-Flaschen waren! Meine Großmutter, Gott hab‘ sie selig, hat sich ihre Gläser zwischen 1960 und 1970 in der Glasbläserei in Consell  (… auch sie hat Gott längst selig …) nach eigenen Entwürfen anfertigen lassen, das war damals billiger als die fertigen Gläser im Laden (und schöner), und da fielen ihr diese Glasbrocken auf. Es war das Rohmaterial der Glasbläser, eingeschmolzen aus den Wegwerfen-Flaschen, und dann erneut geschmolzen, eingefärbt und zu neuem Leben erweckt. Der Chef hatte gesehen, wie meine Großmutter gestaunt hat, und da sie eine gute Kundin war, hat er ihr die Brocken geschenkt, von denen einige mehr als ein Kilo wiegen. Heute sind sie als glitzernde Dekoration auf der Terrassenmauer ebenso schön wie die Gläser nach Maß, die Abkömmlinge der Brocken sind, drinnen im Geschirrschrank …

Kleiner Ausflug in die Historie …

… und die Bar in Calonge

… UND ZWAR IN EINE DER VIELEN KNEIPEN, die „Bar Telefono“ heißen. Warum tun sie das? Die Eingeborenen und die Alteingesessenen wissen es: Weil in der Frühzeit der Kommunikation (etwa bis 1980) in vielen Orten nur Bars einen Telefonanschluss bekamen und sich dann stolz „Bar Telefono“ nannte. Wer jemanden anrufen wollte oder musste (eine Ambulanz oder die Kinder Zuhause in Deutschland z. B.), der hatte nur den Apparat auf der Theke. Über den man sich aber auch anklingeln lassen konnte bzw. zweimal … – zuerst: „Bitte, holen Sie meine Mutter, ich ruf‘ in 30 Minuten wieder an!“, dann das eigentliche Telefonat, wenn der/die Angerufene in die Bar gekommen war. Ich zeige hier die „Bar Telefono“ in Calonge, und die darf man nicht unterschätzen, auch wenn sie nach nichts aussieht: Hier finden richtig gute Live-Konzerte statt und gekocht wird ab und zu auch noch ziemlich gut …

Der unklare Dauerbrenner …

Wer weiß mehr?

ÜBER DIESE ANZEIGE HABE ICH SCHON EINMAL BERICHTET, im Oktober 2018. Ich habe sie damals schon nicht verstanden – und jetzt, in der erweiterten Form, noch weniger. Seit Monaten steht sie in den Mallorca-Blättern und scheinbar reagiert keiner (außer mir). Ich habe vor ein paar Tagen die angegebene Telefonnummer angerufen, aber – wie fast zu erwarten – funktionierte sie nicht. Was will dieses Pärchen? Gruppensex, billige Bleibe, Business aufbauen, erben, abstauben? Wieso muss der Sponsor „enamorado“ sein, und wieso gibt’s eine „Dringlichkeit“? Und und und – aber wenn man bedenkt, dass so eine Anzeige Geld kostet, und das über Monate, muss doch ein fester Plan dahinter stecken! Hiermit werfe ich diese Anzeige als „Conversation Piece“ unter die meine Leser …

 

 

SE VENDE Der Club Nautico-Aschenbecher …

Sehr nobles Stück …

EIN SELTENES STÜCK, ETWAS ZIEMLICH EXKLUSIVES – denn wer von uns war schon mal in diesem noblen Segelklub im Hafen von Palma? Und hätte da einen Aschenbecher geklaut! Und überhaupt gewusst, dass der Klub auch mal ein Hotel hatte! Dieser Ascher ist mindestens 60 Jahre alt und eine Antiquität in Porzellan, außerdem ein dekoratives Stück für jeden Finca-Tisch. Das er leicht verschmutzt aussieht, liegt am schlechten Foto und der Erhaltungszustand ist sehr gut. Ich habe ihn um 1970 auf dem Flohmarkt in Palma gefunden und möchte 8 Euro dafür haben.