Autor: Axel Thorer

Entdeckt! Der Trick der Millionenganoven …

So ein Dokument scheuen die Gangster wie der Teufel das Weihwasser …

SIE HABEN DEN STAAT UND/ODER MITBÜRGER UM ZIG-MILLIONEN BETROGEN – und leben auf Mallorca wie die Made im Speck! Bewohnen Prachtvillen, und lügen, das sich die Balken biegen. Dass sie arm seien und nur geduldet im Haus eines Freundes. Dass sie von ihrer Ehefrau ausgehalten würden (denen sie vorher die ergaunerten Millionen überschrieben haben), und nichts gehöre ihnen mehr, alles geliehen, zur Verfügung gestellt, eingeladen. Bullshit! Als Journalisten einem dieser Gangster auf die Schliche gekommen waren, log der den nächsten Interviewer frech ins Mikrofon: Er sei nur Mieter in seinem Palast, bezahlt von einem Kumpel, und nein, den Namen des Hausbesitzers möchte er nicht nennen, den vom Kumpel natürlich auch nicht. Der Trick ist: Natürlich haben sie die Protzvilla gekauft mit dem gebunkerten, verschobenen Schwarzgeld – aber sie haben, was auf Mallorca ganz leicht ist, den Namen des Vorbesitzers im Grundbuch und dem Kataster-Eintrag stehen lassen! Offiziell gehört ihnen die Immobilie also nicht. Deshalb wollte der Ganove den Namen des Hausbesitzers nicht nennen. Den er missbraucht für seine kriminelle Existenz. Ich schätze mal, dass sich von diesen Typen derzeit 20 bis 30 auf der Insel rumtreiben und mit ihrem Luxusleben die lokalen Umsätze in die Höhe hieven. Deshalb sind sie auch so beliebt und zählen sogar zur Society …

Wer sich für Schiffe interessiert …

… WIRD BEIM „MAJORCA DAILY BULLETIN“ BESSER BEDIENT! Das ist die englischsprachige Inselzeitung, sie kostet 1.20 Euro und liefert auf einer ganzen Seite die Detaildaten aller einlaufenden Kreuzfahrer, meist mit Foto: Baukosten, Baujahr, Länge, Passagiere, Crew, Besitzer, Uhrzeiten usw. Da kann man herrlich schmökern, vor allem das Mengenverhältnis von Mannschaft zu Passagieren vergleichen – und auf der Terrasse oder dem Balkon sitzend, die vorbeiziehenden Dampfer identifizieren. Die Briten sind eben immer noch eine seefahrende Nation …

Schon mal einen Hirsch von rechts gesehen?

ICH NICHT! NICHT MAL VON LINKS ... – es gibt kein Hochwild auf der Insel, abgesehen von den scheuen Bergbewohnern, den Balea- rischen Wildziegen. Und dennoch habe ich an der Ostküste dieses Verkehrsschild gesehen, das davor warnt, dass einem ein Hirsch vors Auto springen könnte. Was ja nicht möglich ist, aber wer oder was ist damit gemeint? Kühe, Pferde, Muli, Esel, Schafe, Ziegen? Oder hat irgendeine verquere EU-Anordnung die Mallorkiner veran- lasst, dieses Wildwechsel-Zeichen völlig sinnlos an ihre in dieser Be- ziehung sicheren Straßen zu platzieren?

 

 

 

Mal sehen, ob wir viel von ihm sehen!

MATEU MOREY heißt er, 19 Jahre alt, geboren in Petra – und nun hat ihn Borussia Dortmund mit einem Vertrag über 5 Jahre eingekauft vom FC Barcelona. Ein wasch- echter Insulaner, ausgebildet beim RCD Mallorca (will- kommen zurück in der 1. Liga), ein Supertalent, sagen sie in Spanien, aber ob er häufig spielen wird bei diesem Verein mit dem aufgeblähten Kader? Ein Teenie, der zwar mal Weltmeister mit der U17 war, aber man denke nur daran, dass es letzte Saison selbst Mario Götze kaum von der Ersatzbank auf den Rasen geschafft hat. Aber wenn Money spielt – er hat die Rückennummer 22, wol- len wir ihn begrüßen als einen der Unseren, dem wir Mallorkiner eine glanzvolle Saison wünschen!

MI MUSEU: An Bord der Legion Condor

Legion Condor im Anflug …

EIGENTLICH EIN SCHEUSSLICHES FOTO: Ein Pilot der Legion Condor fotografierte Puerto de Pollenca im Anflug! Dort ist die Lufttruppe der Nazis stationiert, die Franco im Bürgerkrieg unterstützt – durch rücksichtslose Vernichtung! In den 90er-Jahren tauchten immer mehr dieser Luftaufnahmen auf und erzielen zum Teil horrende Preise – bis zu 90 Euro pro Stück! Dabei sind das typische „Agfa-Klack!“Fotos, 8,5 x 6 cm klein, meist unscharf und vergilbt. Aber auch das ist mallorkinische Geschichte, ob’s beliebt oder nicht, und deshalb leiste auch ich mir einen dieser Schnappschüsse in meinem Museum. Ich habe ihn 1990 für 3 Euro im Internet ersteigert.

MI MUSEU: Zwei alte Hausfrauen-Instrumente

Sie stammen von einem Bauernhof …

SIE STAMMEN VON EINEM BAUERNHOF IN MEINER NÄHE, die Dame des Hauses hat sie mir für einen denkbaren Händedruck überlassen. Ich hätte gerne auch die dazugehörigen Gefäße gekauft, aber sie waren verschwunden, zerbrochen wohl oder weggeworfen als nicht mehr benötigt. Die Stössel sind 22 cm hoch und schlicht, aber nützlich geschnitzt aus Oliven- oder Mandelholz und bei dem dunklen hat sich der Hersteller besondere Mühe gegeben mit dem gebauchtem Griff und einem Zäpfchen am Ende. Ihr Alter schätze ich auf – na, sagen wir – 50 bis 80 Jahre, sie sind gut erhalten und haben in der Küche nichts mehr verloren. Schnuppert man an ihnen, vermeint man, gewisse Gewürze zu erkennen, aber es ist wohl nur der ewige Duft des Baumes, aus dem sie stammen …

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Insel ist voller Fragezeichen …

So sieht das flaschenmäßig aus …
… und so aus der Nähe

DA FUHR ICH EINEN EINSA- MEN FELD- WEG ENT- LANG und kam zur Bau- stelle einer offen- sicht- lich rie- sigen Finca. Das wunderte mich nicht, aber warum wa- ren in die Krone der Mauer rundherum an die 100 leere Plastikflaschen in der aparten Farbe Dunkelblau ein- zementiert worden? Gerade so, dass ihr Kopf mit dem Verschluss rausschaut. Und einige schräg? Seltsam! Ich vermutete, dass Obradores, unzufrieden mit ihrem Lohn, den Auftrag eines Extranjeros ein bisschen sabo- tiert haben. Das stimmte aber nicht, denn ein Arbeiter werkelte mit Beton und ich fragte ihn. Antwort: In die Löcher, in denen die Flaschen stecken, werden später Pfähle eingesetzt, die den Maschenzaun tra- gen. Ein listiges Verfahren, das unbekannt sein dürfte nördlich des 30. Breitengrades … – und: Anschei- nend gelten leere Plastikflaschen auf Mallorca jetzt als wertvoll und werden als Baumaterial gesammelt! Welch‘ besondere Art des Recycling …

MI MUSEU: Ein seltsames Werkzeug …

Ein 40 cm langes Horn an einem Eisenring …

ICH WEISS NICHT, WOZU ES BENÜTZT WURDE – klar, in der Landwirtschaft! Aber wozu, erschließt sich mir nicht. Ich habe dieses 40 cm lange Gerät in meiner Nachbarschaft auf einem Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert entdeckt und der Campesino hat es mir geschenkt. Eine Art Dorn oder Spitzhacke, aber warum hängt es an einem schweren handgeschmiedeten Eisenring? Es besteht aus Horn, aber von welchem Tier? Doch nicht etwa von einem Myotragus! Denn wer auf Mallorca hatte ein so langes Gehörn? Der Bauer wusste auch nicht, wozu es gedient hatte – und je länger ich das Ding habe, desto wertvoller erscheint es mir.

Tolles Angebot unter falscher Nummer!

So ein Puppenhaus             ist es wohl …

ES IST FAST EINE TRAUERANZEIGE, wie da einer „schwe- ren Herzens“ ein „ex- klusives, handgefertig- tes Puppenhaus mit liebevollen Details“ – leider ohne Preisanga- be – anbietet. Un- glaubliche 2 m hoch und 1 m breit! Der Telefonnummer nach muss es irgendwo bei Son Servera stehen und als ich anrief, meldete sich ein nettes Ehepaar an der Costa de los Pinos, die keine Ahnung hatten, um was es geht, aber schon mehrere Neugierige am Apparat. Denn die in der Anzeige genannte Nummer ist die ihre, also falsch! Nun gut, da war ja noch ein WhatsApp-Kontakt in Deutschland angegeben – aber auf dem ging nie einer ran. Schade, dumm gelaufen, ich hätte das Puppenhaus gerne mal gesehen oder sogar gekauft …

Schiff ahoi! Besen gehisst …

Eine Seefahrt, die ist (auch auf Mallorca) lustig …

EIN KLEINES NAUTISCHES STILLLEBEN, KANN RUHIG AUCH MAL SEIN! Entdeckt habe ich es im Hafen von Portocristo: Da hat ein ein sehr reinlicher Kapitän, so wirkt es, seine kleine Yacht an der Mole vertäut und nach getaner Arbeit seine drei Besen am Mast aufgepflanzt. Dekoriert mit der spanischen Flagge und zwei Balearen-Wimpeln. Ein Besen ist ein Feudel und die beiden anderen dienen wohl, so unterschiedlich wie sie sind, dem trockenen und nassen Putzen. wenn der Capitano ausläuft, wird er seine Escobillas sicher unter Deck verstauen, nehme ich an, denn sonst wäre ihm der Spott der anderen Boatpeople gewiss!