Autor: Axel Thorer

Hier schlagen Rafa und Carlos ab – und zu …

Tennisspieler Nadal …
… Formel 1-Pilot Sainz

DAS IST EINE GOLF-GESCHICH- TE, aber sie kann auch Nicht-Golfer interessie- ren, z. B. Tennis- und Motor-Fans! Denn an der Costa de los Pinos = Son Servera spielen Rafa(el) Nadal und der Formel 1-Pilot Carlos Sainz jr. Der hat eine Villa am Platz, Nadal kommt aus Manacor angedüst in seinem weißen Ferrari, beide sind Mitglied im Klub und spielen hervorra- gend, um nicht zu sagen – professionell. Nadal mit Handicap 1,5 (das ist schier unglaublich gut, aber wen wundert’s), Sainz immerhin mit 10,8. Es macht also Spaß, ihnen selbst aus der Ferne zuzugucken, und hat man Glück, sind auch noch das Ex-Tennis-As Carlos Moya und der Papa von Sainz, Carlos sr. (der legendäre Rallye-Weltmeister) dabei.

Da schreibt einer wie wild …

… ABER WENIG-STENS WOHNT ER AUF DER INSEL! Das ist bei kaum einem der Fall, der sich als „Mallorca-Experte“ aufspielt. Thomas Niederste-Werbeck, 55, hat ein Haus in Artá und wird vom Verlag als „Einrichter & Kreativdirektor“ vorgestellt, was auch immer das bedeuten mag. TNW, ich kürze den umständlichen Namen mal ab, veröffentlicht gerade ein Insel-Buch nach dem anderen, und das im noblen Callwey-Verlag und ich halte mich mal mit meiner Kritik zurück, weil dieser Autor sich offensichtlich um Seriosität bemüht (auch selten bei Kollegen) und ich mir noch nicht ganz klar bin über Sinn & Qualität seines Gedrucktem. Das übrigens mit 39.95 Euro stolz bepreist wird! Neu erschienen sind „Mallorca mit Stil“ und „Zu Gast auf Mallorca“ und noch kann ich beide Bücher empfehlen, auch wenn ich einen harten Kampf zwischen Kosten und Nutzwert erahne …

Die armen Z … von Mallorca …

… MUSSTEN HERHALTEN ALS KURIOSITÄTEN! Es war eine belgische Firma für Bis- kuits & Schokoladen, Victoria, die Sammlerkarten produzierte und auf die Rückseite eine völ- kerkundliche Legende druckte in Französisch und  Flämisch. In den 1940er-Jahren muss das gewesen sein, da hat man die Z … sicher nicht gefragt, sondern einfach vor die Kathedrale ge- karrt im Kostüm, und wie un- gern sie fotografiert wurden, sieht man an ihren Mienen. Die Karte steht bei Ebay für 3.60 US-Dollar zum Verkauf und ich habe sie erworben, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Da mag zwar einiges vorgekommen sein in den letzten Jahren in ihrem Viertel Son Banya, aber die Zeiten der „Völkerschauen“ müssen nun wirklich vorbei sein. Die Firma Victoria stellte ihren Betrieb übrigens schon 1970 ein …

Ganz toll, Senora Macarena …

Mutig: Macarena de Castro

DIE STERNEKÖCHIN AUS PORT D’ALCUDIA hatte zwar ihr Lokal im Norden nach der Winterpause 2019/20 nicht wieder eröffnet (wozu auch, wenn die Klientel fehlt …), aber da sie „Herdweh“ plagte, machte sie im Sommer das „Andana“ in Palma auf (am Bahnhof der Placa d’Espanya) – und es gab nicht wenige, die sie bemitleideten und ihr den finanziellen Ruin voraussagten. Und was ist passiert? Das Restaurant floriert, Macarena de Castro kann gar nicht soviel kochen, wie gegessen wird, und dankbare Kunden loben sie auch hier in den höchsten Tönen: „Kein teurer Sternenhype, sondern ehrliche, bodenständige Küche mit saisonalen Produkten und dem speziellen Macarena-Touch.“ Es geht also was trotz Corona, wenn man’s richtig anpackt! Schauen Sie doch mal rein: www.andanapalma.es.

Wer ist dieser Canizales?

Die Weine auf einer Anzeige im „Mallorca Magazin“

ER HAT DIE ETIKETTEN DER NEUEN MACIA BATLE-WEINE GESTALTET, aber er ist ein eher rätselhafter Mann: Kein Vorname, kein Geburts- datum, man weiß aber, dass er Comic-Zeichner ist, in Cali (Kolumbien) geboren wurde und studiert hat, und dass er in Palma lebt – vorwiegend als Illustrator. Seine Etiketten der 2020er Negro, Blanc und Rosat („Maceracio Carbonico“) von Batle werden sicher Sammler- stücke werden, denn sie sind ungewöhnlich, mysteriös und wirken wie Stills aus Comic-Filmen. Entdeckung: Ich fand ein Buch auf Deutsch von Canizales, es kostet 16 Euro, heißt „Hübsch!“, ist eine Hexengeschichte und bei Thalia erschienen …

Hab‘ ich’s nicht geahnt?

DASS DIE ANGEBLICHE LIEBE DER NULLINGERS spätestens Ende Januar beendet ist, wenn alle Möglichkeiten für eine noch so hahnebüchnerne Selbstdarstellung in den Medien ausgeschöpft sind. Armes Mallorca! Immer rutscht unsere liebenswerte Insel in diese Ego-Kacke mit rein – und hat, weiß Gott, genug zu tun mit den kugelförmigen Viren. Da braucht es zweibeinige Störfaktoren, die die geistige Gesundheit angreifen, wirklich nicht! Gottseidank ist bei den Beiden die Ansteckungsgefahr unter vernünftigen Menschen sehr gering, zumal sie sich meist in die selbstgewählte Quarantäne der Lächerlichkeit begeben. Ich warte jetzt eigentlich nur noch darauf, dass sie endlich Mallorca verlassen als Folge der Unmöglichkeit, sich auf der Insel eine Existenz mit ehrlicher Arbeit aufzubauen …

Ausgerechnet jetzt – Curling …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ darüber …

EIGENTLICH: WARUM NICHT? AKTUELL: NICHT GANZ BEI TROSTE! Das sage ich zu der Meldung, dass sie in Port Adriano drei Curling-Bahnen eröffnet haben. Die Vielfalt der Insel wird dadurch zwar erweitert, aber das Kontaktverbot gilt doch auch für derlei geselligen Sport (mal von den Kosten für die Anlage gar nicht zu reden), und da frage ich mich: Was soll das? Gibt’s nichts Dringlicheres? Und das alles für die paar Ausländer, die schon mal einen Curling-Stein in der Hand hatten? Oder Neulinge, die es mehr oder weniger alleine ausprobieren müssen. Port Adriano ist zwar der rührigste, unterhaltsamste aller Insel-Häfen und die Tramuntana prangt in weißer Pracht, aber Curling …  – Nette Idee, falscher Termin …

Die Klage der Mallorkiner …

… DENN SIE MERKEN JETZT MIT MACHT, was sie an den Ausländern haben! Meine Freundin Marga, die ein feines Business in Portocolom betreibt, sagte mir gerade: „Es ist so unheimlich still auf der Insel, nichts ist los! Und wir vermissen die Extranjeros sehr. Nicht nur, wegen der Einnahmen – sie gehören doch mittlerweile zu unserem Leben!“ Das ist nett gesagt, und so hört man das nicht sehr oft. Aber klar: Es sprudelt keine Geldquelle mehr, und wenn die Restaurants nicht sowieso den Winter über geschlossen haben, servieren sie nur noch auf Terrassen und Veranden. Und was wird im April sein, wenn angeblich die Touristensaison wieder beginnt? Fällt sie aus? Nein, es wird eine Saison geben, da bin ich mir sicher, weil die Besitzer der Hunderte von Villen und Fincas einfliegen werden, wenn die Wärme beginnt, um endlich ihre Immobilien zu versorgen, die fast ein Jahr im Dornröschenschlaf lagen …

Ich hab‘ mich wohl geirrt …

… UND DAS MÖCHTE ICH KORRIGIEREN. Ein netter Leser, Volker Reissmann, hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ich hatte behaup- tet, zwei meiner schönsten Bilder stammten vom Kunst- professor Dr. Alfred Behle, aber gemalt hat sie wohl eine Dame namens Hildegard Behle(-Ferrer), die viele Jahre in Cala Rajada gelebt hat und dort 1998 gestorben ist. Viele wer- den sich noch an sie erinnern. Das Versehen tut mir leid, aber die Gemälde sind nur mit Behle signiert. Lieber Herrn Reissmann, ich danke für den Hin- weis …

Die Vergangenheit kehrt zurück …

… IN GESTALT ZWEIER BARS: des „Abaco“ und der „Bar Cristal“! Ich finde das großartig und wundre mich nur über das Hin und Her. Da erhöht der Hausbesitzer die Miete für die Bar im Lonja-Viertel ums Vierfache, der Mieter muss raus, ein deutscher Investor plant ein Hotel statt Bar – und plötzlich ist der Barbesitzer zurück und das „Abaco“ besteht weiter (angeblich bis 2040). Bei der „Bar Cristal“ an der Placa d’Espanya war’s so, dass auch sie schließen musste wg. unbezahlbarer Mietsteigerung, neu eröffnet wurde als Teil einer deutschen Kette („Es Rebost“), dann schlug der Virus zu, das neue Lokal lohnte sich nicht mehr, es machte dicht und nun wird ein Spanier es neu eröffnen: als „Bar Cristal“. Mich freut das, ich mochte beide Bars, sie waren gastronomische Farbtupfer im Leben von Palma. Das „Abaco“ war in seiner Operetten-Aufmachung weltweit einmalig (ein bisschen auch bei seinen Preisen) und in der „Bar Cristal“ konnte man die Jugendstil-Vergangenheit nicht nur erahnen, sondern auch sehen. Es waren Wohlfühl-Jausenstationen, Institutionen(wie auch die „Bar Lirico“ unten am Borne oder die „Bar Cuba“ drüben an der Argentina), und mich als Nostalgiker hat es immer beruhigt, dass es diese traditionellen Etablissements (schon so lange) gab. Mich erinnert das an das Hin und Her bei der Straßenbahn in Palma und dem Eisenbahnnetz auf der Insel: zu schnell abgebaut, nach Jahren bereut und mühsam restauriert …