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Mich schon in der „MZ“ gesehen?

Der Titel …
… und die Seiten 28/29

DA WERDEN MEINE KOFFER- AUFKLE- BER GEFEIERT, die grafischen Souvenirs aus 100 Jah- ren mallorki- nischer Ho- telgeschich- te. Raritäten, die fast vergessen sind – wenn ich nicht seit Jahren die Trödelläden und Flohmärkte durchstöbern würde. Die „Mallorca Zeitung“ hatte die großartige Idee, das (Sonder-)Heft zur Berliner Reisemesse ITB 2019 mit meinen Kostbarkeiten zu bestücken – und Lars Kreye hat mich ausgefragt nach den inzwischen sehr seltenen Gast-Belegen unter der Überschrift „Kunstvolle Hingucker“. 380 „Mallorkiner“ konnte ich auf meinen Streifzügen ergattern, um die 500 mag es insgesamt gaben, aber Insel-Hotels, die heute noch einen Kofferaufkleber haben (der dann natürlich ein Sticker geworden ist), kenne ich gerade mal drei. Ach ja, fast hätt‘ ich’s vergessen: Auf YouTube erzähle ich 50 Geschichten zu den großartigsten Exemplaren meiner Sammlung von insgesamt 32 000 Stück. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie ab und zu mal reinschauen würden: https://www.youtube.com/watch?v=Em3yWC4VDoA&list=PLK6mu_4KnTNJrnxqsRncvnzGfmIJhUrqE

Die Insel wird immer vornehmer …

… MAN SCHAUE SICH NUR DIESE ANZEIGE AN: Da sucht eine 6-köpfige Familie aus Frankreich für 13 Tage im August „im Raum Muro“ einen Privatkoch. Der muss einkaufen, das Frühstück zubereiten und die Abendessen servieren. Seltsamerweise findet diese Suche auf Deutsch statt, die Franzosen müssen also sehr viel von deutscher Kochkunst halten (nun ja, eine französische Insel-Zeitung gibt es meines Wissens nicht, in der sie einen Landsmann suchen könnten). Das hat schon was, das gibt es sonst nur in der Form, dass man einen Privatkoch dauerhaft hat, und ich kenne ein halbes Dutzend Finca-Besitzer, die sich so etwas leisten, deshalb selten in Restaurants gesehen werden und tatsächlich sind diese Küchenchefs Deutsche oder Niederländer! Aber einen Privatkoch für einen Kurzurlaub – das ist neu! Fazit: Gegen Noblesse ist nichts einzuwenden, wenn man sie sich mit gutem Gewissen leisten kann …

MI MUSEU Diesmal: Ein Modernismo-Katalog …

Hier geht es um schmiedeeiserne  Kandelaber …
… und hier um Eingangstore

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMM- LUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Zwei Blätter aus dem Katalog einer Bau- und Inneneinrichterfirma in Palma, die sich auf die mallorkinische Jugendstil-Variante „Modernismo“ spezialisiert hatte. Er wurde um 1900 gedruckt und enthält eine Lose-Blatt-Sammlung von fast 300 Seiten, auf denen auf faszinierende Art all das dargestellt ist, was für die neue Kunstrichtung benötigt wurde – von der Tischlampe bis zur gekachelten Fassade, vom Fensterrahmen bis zum Waschbecken. Ich habe das komplette Konvolut in verstaubtem Zustand bei einem Antiquar an der Placa Eulalia in Palma entdeckt und 1985 für 2000 Peseten, das waren etwa 24 Mark, erworben. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hui, sowas gibt’s noch …

Die erstaunliche Rechnung …

… ABER WOHL NUR IN DER STILLEN ZEIT! Meine Frau und ich fuhren ein bisschen in der Gegend rum, die Sonne kam raus, schaffte 18°, es wurde Mittag und wir suchten was zum Essen. da fanden wir unten am Strand in Cala Murada eine Kneipe namens „ca’n Perello“. Nix besonderes, aber mit Terrasse. Es gab nur Menü, ab 13 Uhr: Graupensuppe, Hühnerschenkel mit Pommes frites und Reis, als Dessert Flan. Normale Touristenküche. Wir bestellten eine Flasche Rosado und eine Flasche Agua con gas, danach einen Cortado und einen Café con leche. Der Wirt bediente, seine Frau kochte. Dann bat ich um die Rechnung – und da stand: 20.60 Euro! Menü 9.50 Euro, Café con leche 1.60 Euro. Alles andere inbegriffen, auch Oliven & Brot (knackig). Die Kneipe war um 14°° voll, mit deutschen Residenten und spanischen Handwerkern. Ich weiß nicht, wie die Sommerpreise sind im „ca’n Perello“, aber im Winter ist das ein Tipp. Nix für Gourmets, Benzinsparer und südliche Inselbewohner, aber ein gutes Beispiel, dass es auf Mallorca so etwas noch gibt …

 

 

Wer hat bloß all die Bars ruiniert …?

ICH KANN MICH NICHT ERINNERN, dass ich – außerhalb von Palma – je in einer Bar gewesen wäre, in der ich mich wohlgefühlt habe. Ich hab mal rumgefragt im Freundeskreis – und hörte die gleichen Klagen. Eiskaltes Neonlicht wie in einer Leichenhalle, gierig klimpernde Spielautomaten, ein plärrender Fernseher an der Decke, lieblos gedeckte, verkleckerte und mit Liloleumtüchern belegte Tische, die halbe Bar ein Vorratsraum, zerfledderte Kalender als Wandschmuck, arbeitslose Morgensäufer in Plastikstühlen – in so einem Etablissement kann sich doch nicht mal der eigene Wirt wohlfühlen, selbst wenn das Geschäft boomt! Das muss früher anders gewesen sein, hübscher, heimeliger, gemütlicher. Und was war dann der Anlass, auf hässlich zu renovieren? Geschah das in den 60er-Jahren? Touristen können daran endlich mal nicht schuld gewesen sein, das haben die Mallorkiner nun wirklich sich selbst zu verdanken. Und dass es allein seit 2010 sage-und-schreibe 600 Bars weniger gibt auf der Insel, mag wohl auch an der neuen Scheußlichkeit liegen. P. S.: Weil die Bars so grausig aussehen, zeige ich ausnahmsweise mal kein Foto. 

Mallorca ist nicht mehr so!

So heißt die Firma …

ICH HAB’S GERADE ERLEBT! Ich bin an einem normalen Montagmorgen in den Riesenladen von Armaduras in Portocristo (sie produzieren Persianas aus Metall, die täuschend echt wie Holz aussehen), habe gebeten einen Schaden an meiner Terrassentür repariert zu bekommen – und der Chef hat sich entschuldigt, dass es „heute nachmittag leider nicht mehr klappt, weil zu Wochenbeginn so viel los ist!“ Wie, bitte? Aber er würde ganz sicher morgen, Dienstag, kommen. Wie, bitte? Ich dankte und verließ den Laden ziemlich bedröppelt: Sowas hätt’s früher nicht gegeben, da hätte ich zwei Wochen warten müssen, oder zwei Monate, und ob jemand für einen kleineren Schaden überhaupt gekommen wäre, ist auch noch die Frage. Da hat sich was geändert auf Mallorca, und das liegt nicht etwa daran, dass es den Handwerkern schlecht geht. Sie haben dicke zu tun, aber irgendwann muss die „Mañana“-Mentalität abgeschafft worden sein, und nicht nur bei „Armaduras“, ich erlebe das immer häufiger …

Wenn die Madonna friert …

Die Wolke am Sant Salvador …

JEDER HAT DAS DOCH SCHON MAL GESE- HEN, wenn die Wolken tief (f)liegen und meist am Morgen die Gipfel mit den Klöstern und Kirchen einhüllen. Am Sant Salvador bei Fela- nitx kommt das häufig vor und dann sagen die Mallorkiner: „Die Madonna friert, sie hat sich einen Mantel angezogen!“ Ich finde das ent- zückend und es zeigt doch wieder mal, dass sie nicht nur fromm sind, sondern vor allem religiös romantisch …

Nanu, es gibt „unechte“ Bootslappen?

Die verräterische Anzeige …
… und so schön ist es, geschippert zu werden!

JA, SCHEINBAR, DAS HABE ICH AUS DIESER ANZEIGE GELERNT! Da heißt es, bei dieser Fahrschule könne man „echte“ Bootsführerscheine machen! Und nun dämmert’s mir, dass auch ich in meinem weiteren Bekanntenkreis Leute kenne, die plötzlich, sozusagen von einem Tag auf den anderen, eine solche Erlaubnis vorweisen konnten. Dass sie raus aufs Meer schipperten mit Booten, die länger waren als 4.80 m (darunter benötigt man keine Lizenz), und behaupteten, „unglaublich gebüffelt“ zu haben für die „wahnsinnig schwere Führerschein- prüfung“. Wohl alles Blabla, sie haben kurz mal bei einer Fahrschule vorbeigeschaut und  sich was Unechtes gekauft. Wenn ich daran denke, dass auf Mallorcas Straßen 30 % Autos fahren, die nicht versichert sind, und auf dem Meer Typen mit solchen Führerscheinen, da fühlt man sich in zwei Elementen unsicher …

Vornehm kam der Tod …

Trauer um Nona von Haeften in zwei Todes-anzeigen nebeneinander …
… links die Familie, rechts die Freunde

DIE NACHRICHT, DASS  MALLORCAS  PROMINEN- TE INNENEINRICHTERIN NONA VON HAEFTEN am 19. September ihrem Krebsleiden erlegen ist (mit immerhin gnadenvollen 81 Jahren), war bekannt. Aber dann erschienen am Freitag, 28. September, eine doppelte Todesanzeige, die man sich ausschneiden muss – so beispielhaft edel, dezent und ohne posthumen Firlefanz sind sie. Links hat sich die Familie um die geborene Gräfin von Lehndorff, Tochter und Schwiegertochter zweier Helden vom 20. Juli 1944, versammelt und rechts beklagen die Freunde ihr Ableben, einige bescheiden nur mit Vornamen wie im Leben mit Nona, etwa Tatiana (von Hessen) sowie Onika und Dieter (Sögner) vom „Colon“ in Portocolom. So trauert man mit Würde, so muss gedruckte Trauer aussehen …

Vernimmt man das Insel-Radio schlecht?

IN EINIGEN GEGENDEN MALLORCAS IST DAS SO, da knistert und knattert das INSEL-RADIO, bei dem ich die Ehre habe, täglicher Kolumnist zu sein, aus dem Lautsprecher. In meiner Gegend zwischen Felanitx und Manacor passiert das des öfteren, also habe ich mich nach einer Lösung erkundigt und der Boss, Daniel Vulic, hat sie mir verraten: „Nicht immer nur die altbewährte Frequenz 95,8 einstellen, sondern die 96,9 probieren!“ Das gilt besonders für die Hörer im Norden und Nordosten. Oder man lädt das Programm gleich per App auf sein Spartphone, dann hört man den Sender sogar auf Rügen …