Ausflugsziele

Was für eine reizende Anzeige!

SIE STAMMT VON DER SOLLER-EISENBAHN, zeigt ein hübsches, zur Grafik umgestaltetes Foto (der „Rote Blitz“ auf einer Überführung) und den wirklich höflichen Text auf Deutsch: „Steig‘ ein und lass‘ Dich mitnehmen!“ Gerne, liebe Freunde, wenn man so nett gebeten wird – und an dieser ganzseitigen Annonce in den Wochenzeitungen sollten sich ungefähr 50 andere Unternehmen, die auf deutsche (und andere)  Touristen und Residenten angewiesen sind, dringend ein Beispiel nehmen!

 

 

 

 

 

 

4 Minuten Wagner für 2 Euro …

Der Sant Salvador von oben …
… das schlichte Kästchen …
… und die versteckte Erklärung

IN DER WALL- FAHRTS- KIRCHE AUF DEM SANT SALVADOR BEI FELANITX hängt ein unschein- bares Kästchen, das man für eine elektrische Installation halten kann und an dem deshalb 99,9 % der Besucher vorbeigehen. Dabei ist es ein Zauberkästchen, allerdings ohne Hinweis – nahezu geheim: Wer 2 Euro-Münzen einwirft, erlebt ein optisches und akustisches Schauspiel. Lichtspiele flammen auf im Kirchenschiff und rund um den Hochaltar und donnernd ertönt 4 Minuten lang der Pilgerchor aus Richard Wagners „Tannhäuser“. Das ist toll und mit 2 Euro nicht überbezahlt. Die Besucher sind begeistert, wenn einer das spendiert und ich rate jedem, es auch zu tun. – Ob’s so etwas auch in anderen Kirchen auf Mallorca gibt?

Schon mal gesehen, wie die Ur-Mallorkiner wohnten?

Die Archäologen stellen sich das vor nach dem, was sie ausgebuddelt haben …

ICH MEINE JENE, DIE UM MINDESTENS 1200 VOR CHRISTUS LEBTEN. Die unchristlichen Ureinwohner, die das Steinschleudern zur Kriegskunst gestalteten und in den Steinbauten ihrer Talayots und Navetas hausten. Es war ein hartes Leben, ohne Rad, aber mit Feuer. Mit Ackerbau und Viehzucht, und allmählich entwickelten sie Komfort: Ihre Bauten wurden einstöckig, sie gruben Brunnen, die ersten schlichten Möbel wurden entwickelt – und das alles kann man mit ein bisschen Phantasie in Closos C’an Gaya besichtigen, einer fast vergessenen, viele 1000 Jahre alten Siedlung am Ortsausgang von Portocolom in Richtung Golfklub Vall d’Or, direkt rechts an der Straße. Hier wird dauernd gebuddelt von Archäologen und sie haben veranlasst, dass auf Tafeln ausführliche Texte mit Illustrationen auch auf Deutsch zu finden sind.

Hier wird’s richtig eng …

Der Carrer ist rechts unten 

ER HEISST CARRER DE CRIANCA, liegt nicht weit von der Kathedrale und ist eine Gasse in Palmas Altstadt, zwischen der Sol und der Monti-Sion, die so eng ist, dass sie sich aus den Etagen einen Teller Paella von Haus zu Haus rüberreichen können. Geht man durch den Carrer, kommt man sich vor wie in einem Tunnel mit Licht am Ende und der Himmel blickt nur einen Spalt breit herein (auch weil sich die Häuser oben gegeneinander neigen), deshalb herrscht hier immer eine gewisse Dämmerung. Ich habe bemerkt, dass die Fensterläden an einigen Gebäuden nicht aufgeklappt werden können, sondern an der Hauswand entlang verschoben werden müssen – im Parterre würden sie sonst zur Straßensperre werden! Da muss vor einigen Jahrhunderten wenig Platz gewesen sein, zumal damals ein breiter Lauf- und Fahrweg als unanständiger Luxus galt. Es ist ein lustiger kleiner Ausflug, wenn man sowieso in der Gegend ist, und ich rate dazu …

Hingehen zum Benefiz!

Eines der Plakate …

JETZT FÄNGT ER GERADE AN – vor allem mit Konzerten, die Plakate erscheinen hinter den Scheiben der Läden: Gutes tun jenen, die durch das fürchterliche Unwetter zu Schaden kamen in der Gegend um Sant Llorenc und Son Carrio. Mich hat es um ein paar Kilometer verpasst, obwohl die Schauer den Weg zu mir hoch zum Torrente-Bett verunstaltet haben. Aber ohne weiteren Schaden. In diesen Konzerten treten lokale Gruppen auf und die legen alles an Emotionen in ihre Musik, zu denen sie fähig sind – und das ist enorm viel! An den Plakaten (man beachte das kleine rote Herz in der Unwettergegend!) kann man außer dem Datum und den Namen der Musiker zwei Dinge erkennen: Wie herrlich sich Gefühle auf Mallorquin ausdrücken lassen, und wie leicht es zu verstehen ist. Das Beispiel von dem Plakat links: „Concert a benefici de les personen damnificades per les torrentades“ – noch Fragen? Nein, hingehen! Das „Suma“-Konzert in Felanitx hat übrigens fast 10 000 Euro gebracht …

Es passiert nicht nur in der Kathedrale …

So sieht die kleine Madonna dann aus …

… SONDERN AUCH HOCH DROBEN AUF DEM SANT SALVADOR BEI FELANITX! Dass an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Minute, eine Fensterrosette von der Sonne so haargenau in eine Kirche geworfen wird, so dass sie als glitzernde Spiegelung auf einer Wand erscheint. Auf dem Sant Salvador hüllt der Lichterkreis die schöne alte (wenn auch kleine) Madonna vollständig ein – und einen Tag später bildet er (nur) die leuchtende Krone der Muttergottes. 2018 geschieht das Ereignis Nr. 1 am Dienstag, 30. Oktober, um 8.17 Uhr, und das Ereignis Nr. 2 am Mittwoch, 31. Oktober, um 8.16 Uhr. Die Zeiten verändern sich natürlich von Jahr zu Jahr, aber sie werden minutengenau bekanntgegeben in der auf Mallorquinisch erscheinenden Lokalzeitung, man kann aber im Rathaus oder oben im Kloster nachfragen. Nun ja, die Erscheinungen des Sonnenfensters sind eh abhängig von einem wolkenklaren Himmel. Oder wie wie es so schön auf Mallorquinisch heißt: „… amb permis de la climatologia.“

Als Buchwurm auf Wanderschaft!

Auf der Route 1 …
… der Route 2 …
… und der Route 3


ICH GEBE ZU, ICH KOMME DAMIT NICHT GANZ KLAR!
Natürlich folge ich gerne den 7 Routen, die von den wirklich guten Leuten der Website WoW„Walking on Words“ – ausg- earbeitet wurden. Ihr Infomaterial ist hervor- ragend, aber ich schaffe es nicht, in ihre App zu gelangen! Mir ist es auch noch nicht gelungen, das Buch zu den literarischen Wanderungen quer durch die Insel zu finden. Mir genügt auch eigentlich der Faltprospekt, in dem die Strecken und die Schriftsteller vorgestellt werden (die man dann natürlich googeln muss, wenn man ihre Bücher nicht schon besitzt) und dann kann man alle Literaten, die eine Rolle auf der Insel gespielt haben, abklappern. Eine Faszinierende Idee! Route 1: Das literarische Palma. Route 2: Von Deia bia Valldemossa. Route 3: Fiktionen und litererische Mythen – von Binissalem bis Sant Elm. Route 4: Literarische Landschaften der Tramuntana – von Pollenca bis Port Soller. Route 5: Landschaft und Poesie – von Santanyi bis Randa. Route 6: Von Türmen, Höhlen und Bergen – von Manacor bis Colonia de Sant Pere. Route 7: Erzählkultur im Inselherzen – von Sant Joan bis Algaida. – Und die Dichter? Villalonga, Porcel, George Sand, Llull, Russinyol, Graves, Nin, Verne, Cela, Pla, Bernanos, Borges und Camus (um nicht mal jeden Vierten zu nennen). Die App führt einen von Ort zu Ort, Buch zu Buch, Poet zu Poet, mit Erklärungen, heißt es. Aber eine Internet-Seite gibt es auch: www.walkingonwords.com, und vielleicht hilft je denen, die so ungeschickt sind wie ich, der Hashtag weiter …

An der Hand von Frau Flohr …

Frau Flor und ich in der Nähe von Alaro

ICH BEKENNE, DASS ICH WENIG DAZU SAGEN KANN, ich habe so einen Ausflug noch nicht mitgemacht – und auch keiner meiner Bekannten und Informanten. Ich kann nur berichten, dass Ingrid Flohr, eine deutsche Kunstexpertin und ehemalige Galeristin mit Basis in Santanyi, solche Exkursionen neuerdings veranstaltet: Atelierbesuche, Palma-Touren, Museumsführungen sowie kulturelle  Veranstaltungen nach Maß. So etwas finde ich außerordentlich wünschenswert in der viel zu häufig unter Ausländern zur Wüste geratenen Kulturlandschaft Mallorca. Aber wie gesagt: Ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, muss jeder selbst herausfinden. Um ein Beispiel zu geben: Für eine Wanderung durch das Rolf Schaffner-Museum und den Skulpturenpark in Santanyi, die zwei bis drei Stunden dauert, berechnet Frau Flohr bei einer mindestens fünfköpfigen Gruppe 10 Euro pro Person. Das ist wirklich nicht zu hoch gegriffen. Kontakt: galeriaflohr@gmx.net und (0034) 690 12 

Der Nadal-Shop ist (leider) armselig …

Im Rundbau liegt der Shop …
Rafa Nadal

ICH WAR GESTERN IM TENNISZENT- RUM VON RAFA NADAL IN MANA- COR, wollte mich in seinem Store nach was Hübschem umsehen. Aber ich bin nach ein paar Minuten enttäuscht raus: 1. ist das An- gebot erschreckend lausig (wenig, lächerlich, teuer – viel zu viele billige Asia-Souvenirs), und 2. hat sich keine der beiden Verkäuferinnen nur im geringsten für Kunden interessiert, sie wurden sogar zickig, als ich ihr Gespräch unterbrach. Ich hätte im Shop eines Weltstars und in einer so gigantischen Anlage wirklich etwas Besseres erwartet! Da ist jeder Dorf-Sportladen besser sortiert. Der Grund ist wohl, dass Nadal bei Nike unter Vertrag steht und nicht soviel von seinem eigenen Label (dem mit dem Gnu-Geweih) anbieten darf; andererseits will er wohl nicht zuviel Nike anbieten, da er selbst produziert. Aber dieser Zwiespalt ist grotesk schiefgegangen – und farblich ist das Wenige, was da ist, auch noch stinklangweilig …

Man muss besser aufpassen …

Das Programm mit 68 Seiten …

… ALS AUSLÄNDER AUF MALLORCA! Wieder sind die Feste von Sant Agusti an dem meisten spurlos vorübergegangen, Ende August haben sie in einigen Orten 2 Wochen lang gewütet und man hätte gern mitgemacht. Allein das Programm von Felanitx, das ich hier zeige, hat 68 Seiten! Vollgepackt mit Informationen und Terminen. Vom Charity-Suppe essen im Kloster bis zu Vorträgen zur Prähistorie und Tanz auf dem Marktplatz. Die Mallorkiner lassen sich wirklich was einfallen, um ihre Heiligen zum eigenen Vergnügen zu ehren, und ich habe mir sagen lassen, dass Felanitx vom 19. August bis zum 3. September dicht war – schwarz vor Menschen, zugeparkt bis in die Peripherie. Natürlich hat nichts auf Deutsch stattgefunden, nicht mal auf Englisch, aber was macht das schon? Kaum jemand ist kommunikativer als die Insulaner. Ich sag’s ja immer: Wenn wir wüssten, was sich bei den Eingeborenen alles  tut, wir würden alle versuchen, ein bisschen besser Mallorquinischen oder wenigstens Spanisch zu sprechen! Jetzt ist’s zu spät, aber das nächste Mal rechtzeitig auf die Programmhefte achten!!!