Ausflugsziele

Ein „Museum der Worte“ – super!

Das Museum …
… und der Dichter

… hier liegt Sant Joan …

ES STEHT IN DER GEMEINDE SANT JOAN (Carrer d’en Socies, 7) und ist dem Dichter Rafel Ginard Bauca (1899-1978) gewidmet. Ein Sohn des Ortes, ein Mönch, ein hochgebildeter Literat und Autor, und im Museum, das auf Mallorquin „Museum de la Paraula“ heißt, sind Originalmanuskripte, handgeschriebene Gedichte, Bücher, Fotos, einige persönliche Reliquien und sogar Hörproben zu erle- ben. Nichts wirklich Spektakuläres – aber echte Kultur, ver- dichtet in einem Haus zum Stolz eines Städtchens auf seinen bedeutenden Sohn, eingehüllt in eine wunderbare Stille. Es ist mutig, ein solches Museum zu gründen und zu unterhalten, bei den Besucher- zahlen dürfte es auf der Insel weit hinten liegen (zumal es nur zu merk- würdigen Zeiten offen ist), aber dennoch – ich rate an einem besinnlichen Tag zur Fahrt nach Sant Joan (und das adelige Landgut-Museum Els Calderers kann man dann ja gleich mitnehmen) …

Sie planen ein Museum in Portocolom!

Der Bericht im „Felanitx“

DAS HAT DER STADTRAT VON FELANITX EINSTIMMIG BESCHLOSSEN, es soll ein „Museu Maritim de Mallorca“ werden und am Hafen von Portocolom stehen. Ein Ge- bäude hätte man auch schon (die Lokalzeitung „Felanitx“ zeigt es sogar schon), die „Casa d’en De la Rosa“ (sorry, schlecht erkennbar auf dem Scan), Ausstellungsstücke liegen zu Tausenden in Depots herum und nun fehlt nur noch die Bereitschaft der Regierung bzw. der balearischen Hafenbehörde. „Wir möchten ein weiteres Stück Kultur in unsere Gemeinde bringen“, heißt es in dem Beschluss, und ein Seefahrt-Museum in einem so schönen und derart – zu Wasser und zu Land – gut besuchten Hafen würde Sinn machen.

 

 

 

Danke, liebe Freunde, für diesen Erfolg!

THOMAS FITZNER UND ICH haben gestern Abend auf der Kulturfinca Son Baulo in Lloret de Vistalegre unsere heitersten Mallorca-Geschichten  gelesen – und sind immer noch über- wältigt: Neuer Zuhörerrekord, der Saal brechend voll, einige mussten im Tür- rahmen stehend lauschen, und die Lesung dauerte von 19:30 bis 22:30 Uhr, weil wir jeder drei Zugaben vortragen mussten! Einige waren bis aus Santa Ponca gekommen und eine Dame aus Mancor del Valle bat uns, beim nächsten Mal auch eine Geschichte aus ihrem Dorf mitzubringen. Natürlich, tun wir gern und ich denke, wir werden im Frühjahr 2020 wieder bei Will zu erleben sein …

Möglichst früh am Flohmarkt? Unsinn …

So sieht das volle Angebot aus …

DAS STEHT SOGAR IN DEN REISEFÜHRERN – und natürlich in jedem Zeitungsbeitrag: Dass die ersthaften Interessenten schon um 8 Uhr über den Flohmarkt von Consell laufen müssen, weil nur dann das volle Ange- bot zu sehen und die Konkurrenz kleiner ist. Ich war letztens (Ende Juli) tatsächlich um 8 Uhr da, aber da waren nicht mal die Hälfte der Stände aufgebaut und erst um 11 Uhr hatten alle Händler ihre Waren ausge- legt! Das mit dem „Der frühe Vogel fängt …“ ist Blödsinn in Consell, um die Morgenzeit ist es zwar kühler, aber für die wahrhaft Suchenden enttäuschend. Also in Ruhe frühstücken, langsam hinfahren und gegen 11 Uhr suchen …

Lange Schlangen zum Stierkampf …

ER FINDET AM FREITAG, 9. AUGUST, um 21:30 Uhr im Coliseo Balear in Pal- ma statt – zum 90-jährigen Bestehen der Arena. Zwar sucht die Stadt immer noch nach Tricks, die Corrida zu verhindern, aber es sieht definitiv so aus, als würden Morante, „El Juli“, Manzanares und  Roca Rey (derzeit die Nr. 1 unter den Toreros) auftreten können. Nicht nur das: „Daily Bulletin“ meldet lange Schlangen vor den Vorverkaufs- schaltern, der Veranstalter jubelt: „Ich denke, wir werden nahezu ausverkauft sein!“ Weil dieser Stierkampf eine lange Durststrecke der Aficionados been- det – und wohl auf lange Zeit die letzte sein wird. Wütende Proteste sind zu erwarten, die Besucher werden sich durch schimpfende Demonstranten winden müssen. Aber dann Roca Rey live zu sehen, das ist schon was – trotz der Mondpreise von 80 und mehr Euro auf steinernen Sitzplätzen …

Ich war im Siphon-Paradies …

Zwei „Haus“-Flaschen …
… und die Ausstellung …
… der anderen Flaschen rundherum auf Regalen

ES IST DIE WEINHAND- LUNG „CAN RAMIS“ IN FELANITX. 1919 gegründet als Sprudel-Fabrikation, immer in der gleichen Familie und jetzt einer der wenigen Orte, wo man sich Wein vom Fass abfüllen kann. Im Verkaufsraum haben die Ramis Hunderte von Siphon-Flaschen gesammelt und hübsch ausgestellt. Mit graviertem Glas, Plastik- und Metall-Mäntelchen, mehreren Arten von Verschlüssen und in erstaunlich vielen Farben. Dazu die antiken Plakate und andere Werbeartikel. Das ist ein kleines Museum in der calle Convent, 39-41, in dem es (inzwischen) auch Weine, Wermut, andere Schnäpse und viele Kaffeesorten (auch Nespresso-Kapseln) gibt. Und in den letzten Wochen hat ein Künstler die Familiengeschichte an die Fassade gepinselt, mit dem Gründer als überlebensgroßem jungen Mann! Fazit: Ein Besuch lohnt immer, und wer nur die Siphon-Flaschen betrachten möchte, ist auch herzlich willkommen …

Psst, es gibt da einen Strand …!

Der Strand in himmlischer Einsamkeit …
… und ganz rechts oben, das ist die Calo des Marmols

EIGENTLICH VERRATE ICH IHN JA UNGERN, nachdem ich schon mit haltloser Berichterstattung die damals nur Eingeweihten bekannte Cala Varques ruiniert habe. Aber mit diesem Post möchte ich die dauernde Fragerei stoppen: „Weißt Du nicht einen Strand, an dem wir völlig unter uns sind?“ Ja, weiß ich – die Calo des Marmols! Sie liegt an der Südostküste, 5,5 km vom Cap de des Salines (Parkplatz und Ausgangspunkt) entfernt nach Norden in Richtung Es Lombards (2 Stunden anstrengender Fußmarsch), ist nur 40 m breit, der Sand ist weiß und fein mit einigem Kies, die Bucht ein Fjord mit türkisgrünem, kristallklarem Wasser, dessen Tiefe sanft abfällt. Es gibt da nichts – außer der Natur, man muss also Alles mitbringen. Und: Der Weg vom Cap ist schattenlos, verläuft auf mühsam-felsigen Grund und hinunter in die Bucht besteht veritable Absturzgefahr (Hände benützen!). Einmal unten, ist jede Mühsal vergessen, dann stören nur Boatpeople, unter den sich dieses kleine Paradies leider herumgesprochen hat, sonst trifft man höchstens ein paar Insider aus der Umgebung. Lage für GPS-Fähige: 39°17’20“ N – 3°05’24“ E. Übrigens: In kaum einem gedruckten Strandführer findet man meinen Tipp, im Internet ist er allerdings ganz gut vertreten …

Gucken im Port von Portocolom!

Ein moderner Wikinger hat an der Mole festgemacht …

DA LIEGT* DER NORWEGISCHE ZWEIMASTER „TOFTEVAAG“, 1910 gebaut auf der Insel Halsnöy im Hardanger Fjord. Eigentlich diente er dem Fischfang und war ein Frachter, 1989 wurde er restauriert und so (unsichtbar) umgebaut, dass es fortan für wissenschaftliche Expeditionen geeignet war. Ein sehenswertes Schiff mit einem freundlichen Wikinger an Bord, und wer noch nie einen über 100 Jahre alten Windjammer gesehen hat, kann hier an der Portocolom-Mole ganz nah rantreten – und vielleicht sogar an Bord gehen. In jedem Fall ein Ausflug mit einem lohenden Ziel für große und kleine Seebären, die sich eine romantische Ader erhalten haben …

* Es ist unklar, wie lange die „Toftevaag“ im Hafen bleibt, sicher noch ein paar Tage, wenn nicht Wochen. Dann fährt sie auf Expedition rund um Cabrera

Rosen I: Es geht los in Yannicks Garten!

So sieht der Rosengarten aus

MAI IST DER ROSENMONAT, und den schönste Rosengarten der Insel hat die Künstlerin Yannick Vu auf ihrer Museums-Halbinsel Sa Bassa Blanca (bei Port d’Alcudia) angelegt. Mit über 100 Sorten, darunter einige antike, die anderswo ausgestorben sind, und mit vielen berühmten englischen Züchtungen. Die Blütezeit beginnt gerade (ich schreibe das am 2. Mai), aber ein Besuch lohnt sich schon. Und wer sich auch für Kunst & Kultur interessiert, der wird auf diesem prachtvollen Besitz zusätzlich bedient. Wie kommt man hin? Rund um Alcudia und Port d’Alcudia den (viel zu kleinen) magenta-farbenen Schildern in Richtung MUSEU folgen. P. S.: Ich weiß nicht genau, wann Rosen verblüht sind, also nehmen Sie diesen Post auch als Hinweis für den Mai 2019 …

Rettet die Cala Varques!

Die Bucht auf einer wundervollen Luftaufnahme von Piers Haskard

DAS MUSS AUSGERECHNET ICH SAGEN, der ihre Schönheit in jedem Blatt verbreitet hat, das mich um Mallorca-Tipps bat. Ich bin schuld, dass diese Südsee-Bucht zwischen Cales de Mallorca und Portocristo aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen wurde und heute überfüllt ist wie ein toter Vogel von Ameisen. Nun haben sie den Unschuldigsten der Besetzer, den Chiringuito-Mann zu 100 000 Euro Strafe verurteilt wg. illegaler Tätigkeit in der Cala Varques. Ein unbegreiflicher Unsinn, denn der hat nichts weiter getan, als unter einem Sonnenschirm und hinter einer Naturstein-Theke Getränke zu verkaufen. Ein Wohltäter, denn er hat auch noch dafür gesorgt, dass möglichst wenige Lagerfeuer angezündet werden und die Schmutzfinken ihren Müll mitnehmen. Gegen die Dutzenden von Campern, die halbe Slums in die Bucht bauen, ist niemand vorgegangen – und gegen die peinlichen Exhibitionisten, die sich „FKK-ler“ zu nennen belieben, auch nicht. Und was ist mit dem Typen, der kreischend und mit einer Fahne winkend, und natürlich satt abkassierend, ein Parkplatz-Business aufgezogen hat an der Straße nach Portocristo? Der kommt wohl auch noch dran. Ich bin immer und zu 100 % für Eigeninitiative, bewundere den Parkplatzwächter und den Chiringuito-Mann für ihre Energie, besonders wenn sie damit dem Allgemeinwohl dienen. Das sind die Juan Marchs der Gegenwart. Und so einem armen Teufel, der nichts erkennbar Kriminelles getan hat, eine Strafe von 100 000 Euro aufzubrummen, macht mich fassungslos …