Ausflugsziele

Ein Café mit Geschrumm & Gekreisch …

Die Kellnerin kreischt zur Ximboga …

… UND ANGEBLICH „EIN MUSS“, wenn man in der Gegend unterwegs ist! Ich meine das Café Esportiu in Sa Pobla. Ich habe von (begeisterten) Freunden ein Video geschickt bekommen und nachdem ich es gesehen habe, denke ich, dass ich dort niemals einkehren werde! Es mag im Esportiu zwar originell zugehen, aber auch unerträglich laut und schrill. Denn eine Kellnerin (ganz links im Foto) ist berühmt (berüchtigt) dafür, dass sie die traditionelle Trommel Mallorcas spielt (?), die Ximboga (die mit einem Stab gerührt wird, der in der Bespannung steckt), dazu kreischend singt (?), und die Touristen (einer sitzt ihr ja an der Bar direkt gegenüber) amüsieren sich (angeblich), weil sie glauben, das wahre Mallorca zu erleben, und einige Mallorkiner finden es lustig, ihre nichtsahnenden Besucher dorthin zu schicken – und so schaffte das Café einen Status als Attraktion …

Das ist wirklich Corona-Irrsinn!

Schöner alter Theaterzettel von 1899 aus meiner Sammlung …
… und das moderne Donizetti-Plakat

… UND DER GESCHIEHT GERADE AUF DER INSEL! Denn im Teatro Principal in Palma führen sie Gaeteno Donizetti Oper „L’Elisir d’amore“ auf, da treten mehr als 40 Chorsänger auf (wofür der Intendant eine Son-dergenehmigung brauchte, da wg. Corona nur 40 Personen gleichzeitig auf der Bühne erlaubt sind – auch das schon ein ziemlicher Schwachsinn!) und nun folgt der Irrsinn: Diese Chorsänger müs-sen MASKEN TRAGEN und jeweils einen Meter Abstand wahren!!! Freunde, singen hinter dem Mundschutz? Nee, das kann nicht klingen! Und einen Meter Abstand? Ein Chor soll doch tönen wie die Stimme des Volkes, gebündelt, zusammen, als Einheit. Mit einem Meter Abstand singt doch jeder Chorsänger als Solist! Auch das kann nicht klappen. Aber ich ziehe meinen Hut, dass das Teatro Principal trotz dieser Widrigkeiten ein Publikum gediegen unterhalten möchte, und ich rate jedem, trotz der Sprachschwierigkeiten (aber Musik tönt international!), eine Aufführung in diesem entzückenden Theater mitten in Palma zu besuchen – die machen wirklich ernsthafte klassische Kunst …

Grüner Weg – auf einem Gleis!

DAFÜR WIRD IM BAHN- HOF VON MANACOR GROSS GEWORBEN – DANKE! Denn es ist wirklich ein Erlebnis, auf der hervorragend ausgebauten, ehemaligen Eisenbahntrasse von Manacor nach Arta zu wandern oder zu radeln. 29 km durch pralle mallorkinische Natur! Ohne anstrengende Steigungen – und ohne motorisierten Verkehr!!! Mit sechs Rastplätzen, vier Wasserstellen, vielen Info-Tafeln entlang der Strecke und Besucherzentren in den alten Bahnhöfen. „Via Verda“ haben sie das genannt, den „Grünen Weg“, und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Man muss ja nicht gleich die ganze Strecke an einem Tag versuchen, Halbzeiten in Sant Lorenz oder Son Servera bieten sich an …

Ein Griff in die Geschichte …

… ER IST ZWAR SEHR PERSÖNLICH, aber wenn man das Foto sieht, möchte man’s kaum glauben: Ums Jahr 1965 wandert meine Mutter – sozusagen mutterseelenallein – zur Cala Varques hinunter. Außer uns badete damals kein Mensch an diesem Paradies, ein Hirte bewachte die Bucht mit seinen beiden Wolfshunden (Hieronimo hieß er), und wenn er einen mochte, konnte man bei ihm eine köstliche Bohnensuppe bekommen, die hinterher Töne produzierte, dass die Außerirdischen angelockt wurden (wie im Louis de Funes-Film). Und wenn man klug war, brachte man beim 2. Mal einen eigenen Löffel mit. Jetzt wird die Cala Varques an jedem Sonnentag von Hunderten gestürmt, einige wohnen sogar am Strand, Musik brüllt aus Boxen, Feuer kokeln nachts und an manchen Tagen sieht man mehr Splitternackte als Bekleidete – von Mai bis Oktober wird das Paradies zur Hölle. Aber im Rest des Jahres kehrt die einsame Stille zurück – so wie damals, als meine Mutter durch den Wald zum Meer wanderte und wir die einzigen Besucher waren …

Arme Cala Varques …!

UNGLAUBLICH, WAS ICH EBEN ERLEBT HABE! Ich bin eben auf der Straße vorbeigefahren am Zugang zur Bucht – und habe beim 200. geparkten Auto angehört zu zählen. ZWEIHUNDERT! Ich musste Schritt fahren, so dicht haben sich rund mehrere Dutzend PKW neben die Straße geklemmt, als alle anderen Parkmöglichkeiten dicht waren. Dazu kam die Kolonne der Badewilligen mit ihren ausladenden Gummireifen, Luftmatratzen, Eimerchen & Schäufelchen, dicken Taschen, breiten Hüten, Klein-Else und Oma Helga. Ein Zug der Lemminge in Schwimmsuits. Nicht zu fassen: Die Cala Varques ist ja wirklich traumhaft südseehaft schön, aber der Zugang ist mühsam, Exhibitionisten haben sie gestürmt (verkleidet als Nacktbader), Camper nisteten sich ein und am Strand geht’s enger zu als im Leichenschauhaus. Corona? Nie gehört in der Varques … – ein Virus-Hotspot

Die Wahrheit über „Dhraa“ …

Die Disco „Dhraa“: Irgendwannn ist jeder schon mal daran vorbeigefahren …

… ODER: WARUM SCHREIBT SIE KEINER? Das ist wieder mal so ein Fall, wo ich bekennen muss: Ich bin wahrscheinlich der am längsten schreibende deutsche Autor auf Mallorca! Seit 1966. Da hat sich eben mehr im Hirn festgekrallt als bei Anderen. Zu der Erkenntnis kam ich, als über den Verkauf der Disco „Dhraa“ links an der Straße von Portocristo nach Cala Millor berichtet wurde: zum Schnäppchenpreis von 245 000 Euro an den deutschen Unternehmer Markus W. Breisch. Plus 2,5 bis 3 Mio. Euro für die Renovierung (kalkuliert er). „Dhraa“ war seit 1993 stillgelegt (bis auf ein Restaurant im Außenbereich), 28 Jahre! Dabei hatten nach der Eröffnung 1986 jeden Abend von 23 Uhr bis Sonnenaufgang bis zu 10 000 Enthemmte in dem seltsamen Gebäude gefeiert. Unter der Regie des neuen Besitzers soll das Entertainment nobler werden rund um den Pool, in den Gärten und auf den Türmen. Die Genehmigungen hat er angeblich alle. Und nun der Griff in die Historie: Gebaut hat „Dhraa“ ein berüchtigter Mallorkiner – tja, aber da fehlten leider ein paar Genehmigungen. So wie immer. Den ersten Entwurf für die weltweit einmalige Anlage hatte er sich bei Jörn Utzorn geholt, dem Erbauer der Oper von Sydney. Der stieg aber schnell aus, als das Honorar ein warmer Händedruck sein sollte. Dann machten sich die Künstler Guillermo Perez Villalta und Miguel Barcelo ans Werk – und stiegen ebenfalls aus. Grund? Derselbe. Inzwischen bröckelte „Dhraa“, der Aufenthalt wurde unsicher, und die Gemeinde entdeckte plötzlich, dass wichtige Genehmigungen fehlten, und die Statik, mein Gott – und da schlossen sie den Komplex! Eigentlich schade, denn er sieht toll aus, man kann richtig spaßig feiern darin. Aber wie das so ist auf der Insel: Erst mal aufmachen und Kohle scheffeln, alles andere ergibt sich schon/vielleicht/irgendwie! Der Besitzer gab jedoch auf, weil ihm die versiegelte Riesen-Disco zu teuer wurde und sie ihn eher verknackten, als ihm die fehlenden Lizenzen zu geben. „Dhraa“ wurde später angeboten wie Sauerbier, anfangs für 1,7 Mio. Euro. Und jetzt ist es deutsch – zu einem Siebtel des Preises …

Da hatte „Weingruber“ eine tolle Idee …

So ähnlich sieht’s aus …
… in diesem Restaurant …
… mit Stammtisch-Glocke!

… EINEN „STAMM- TISCH“ AUF DEM MARKT- PLATZ IN SON MACIA! Er findet jeden Mittwoch um 18:30 Uhr in die- sem kleinen Ort zwischen der Ostküste und Manacor statt, es erscheinen immer so um die 20 Gäste, vor allem Deutsche und Schweizer, aber auch andere Deutsch sprechende, gestandene Leute, die gute Karrieren hinter sich haben (Staatsanwalt, Banker, Modeunternehmer, Anwalt, Kapitän, Maler, um ein paar zu nennen) und Fincas im Umland besitzen. Die hocken an zwei langen Tischen, Männlein und Weiblein getrennt (das hat sich als günstiger herausgestellt), der Gesprächsstoff geht nie aus (die Witze auch nicht) und Wirtin Emily bekocht die Gruppe, beim letzten Mal gab’s köstliche Lammschulter, aber man kann auch a la Carte bestellen. Erfunden hat das Ganze vor etwa 20 Jahren der einst wohlbekannte Weinhändler- und -kolumnist Norbert Deingruber, von mir seit jeher „Weingruber“ getauft, und seine Idee blüht und blüht, und das besonders in der Einsamkeit der Corona-Quarantäne. Was mir auffiel: Wie gut sich die sonst eher fremdelnden Schweizer mit den Deutschen verstehen, und dass nie Streit ausbricht, weil alle Teilnehmer im Grunde die gleichen Sorgen und Freuden des Lebens im Ausland bewegen. Eine wirklich tolle Veranstaltung …

Ich muss schon wieder mosern …

Direkt am Meer mit phantastischem Blick über den Hafen …

… DIESMAL ÜBER DÄMLICHE TRIPADVISOR-KOMMENTARE! Was die für einen Unsinn verzapft haben über die „Blue Bar“ in Portocolom, ist kaum auszuhalten. Zu teuer, mieser Service usw. Ich glaube kein Wort mehr bei diesen Reiseportalen und rate dringend dazu, dasselbe zu tun. Es mag ja sein, dass 1 der Gast und 2 die Bedienung zufällig gemeinsam keinen guten Tag hatten und der Kontakt schief lief. Aber sowas reicht nicht zu einem so negativen Urteil, vor allem, weil man ja nicht weiß, aus welcher Kiste der Kritiker angereist war. Fakt ist: Ja, die „Blue Bar“ ist nicht billig, aber dafür sind die Portionen ungewöhnlich üppig (Achtung: Eine Portion Pimientos del padron reicht für zwei!). Und perfekt ist die „Blue Bar“ tatsächlich nicht (wer ist das schon?). Mir ist die Musik ein paar Phon zu laut, Gäste, die schnell mal im Meer waren und ihre nassen Klamotten zum Trocknen auf die Geländer hängen, müssen auch nicht sein, und die Mineralwasserflaschen (San Pellegrino) sind die kleinsten, die ich weltweit je gesehen habe. Aber sonst? Am 3. Juli 2021, 13:30 Uhr, zu Dritt – perfekt!

Augen auf bei „Tia Emma“!

IN DEN KLEINEN LÄDEN LIEGEN NÄMLICH SEHR NÜTZLICHE HEFTE HERUM – die „Programme der Saison“! So wie das auf dem Foto für den Sommer 2021 in Felanitx und Portocolom. Sowas gibt’s in nahezu jeder Gemeinde, für fast jede Jahreszeit, voll mit Terminen & Tipps, oft bebildert und dies hier hat die Größe eines Comic-Heftes und dicht gedrängte 44 Seiten. Da steht alles drin, was leider zu 99 % an den Ausländern, selbst den Residenten, vorbei huscht: Sehe besuchenswerte Konzerte, Sportereignisse, Vernissagen, Kirchenfeiern, Theateraufführungen, Kabaretts, Festmahle usw. Natürlich ist der Text auf Mallorquin, aber leicht zu lesen, da es sich um reine Informationen handelt. Und die Sprache der Einheimischen ist eh einfacher zu lesen als Spanisch. Kosten? Nix. Und seien Sie versichert, dass Sie trotz aller Überraschung über ihr Erscheinen herzlich willkommen sind …

Danke, RCD Mallorca!

UNSER INSEL-VEREIN IST WIEDER ZURÜCK IN DER 1. LIGA. Ein sensationelles Comeback aus dem Unterhaus nach nur einem Jahr. Aufstieg, Abstieg, Aufstieg – Respekt! Warum mich das interessiert und auch Andere aus dem TV-Sessel reißt? Weil ich jetzt die Chance habe, Atletico, Real und Barcelona im Stadion in Palma live zu sehen! Der Aufstieg holt die Spitzenmannschaften vom Festland auf die Insel, mit Stars wie Kroos, Modric, Benzema, Messi, Griezmann, Dembele und Suarez (hoffen wir mal, dass die alle bleiben!), und wenn es losgeht im Herbst mit der Saison 2021/22, dann wird sicher was geschehen sein, damit wieder Zuschauer zu den Fußballspielen dürfen. Dann sind wir sofort dabei und ich fahr wieder mit den einheimischen Aficianados im gecharterten Bus singend nach Palma, da gibt’s in jedem Ort eine fabelhafte Organisation, die das in Hand nimmt, man muss sich als Ausländer nur darum kümmern, willkommen ist man jedenfalls und das kostet auch nur ein paar Euro …