Bücher

Dutzende unentdeckter Schriftsteller!

ES IST EIN JAMMER, WAS FÜR BÜCHER ÜBER MALLORCA ERSCHEINEN! Blanken Unsinn enthalten sie meist, mies geschrieben dazu – und man begreift nicht, wie die Verfasser einen Verlag finden konnten! Dem gegenüber stehen Dutzende von unterhaltsamen, spannenden, informativen und fundierten Manuskripten, die keinen Verlag finden. Geschrieben von überraschend guten Autoren, 90% Amateure – und veröffentlicht schließlich als Buch auf eigene Kosten im Selbstverlag. So hat es auch Eberhard Hickstein aus Port Alcudia gemacht, ein flotter Schreiber, wie er mit seinem Buch „Vom Labskaus zur Sobrassada“ beweist. 225 Seiten über das Leben auf Mallorca, mit wenig Gefühlsduselei, aber Dutzenden handfester und überraschender Tipps in Erzählform, die von profunder Kenntnis der Insel durch jahrzehntelanges eigenes Erleben zeugen.  „Vom Labskaus …“ hat sogar eine ISBN, so dass eine Bestellung möglich ist: 978-3-00-049130-6. Es kostet 9.41 Euro. Tipp: Es gibt das Buch auch in den Müller-Märkten (soweit vorrätig) …

Dieses Buch, bitte, nicht kaufen!

ES WIRD IM INTERNET für 2.20 BIS 18.63 EURO ANGEBOTEN, und zwar so verlockend, dass ich es – leider – bestellt habe: „Mallorca ohne Rückfahrkarte“ und „Träume und Zitronen“ von C.(laus) J.(Jürgen) Frank. Das Buch, angepriesen als „Zwei heitere Familienromane“, hat erst nach 195 von 512 Seiten überhaupt etwas mit Mallorca zu tun, und schlecht erzählt, quält es sich durch grausig belanglose Erlebnisse einer Drei-Generationen-Familie. Mir ist völlig unverständlich, wieso mehrere Verlage diese breit ausgewalzte Plattitüde anbieten und man rund 20 Ausgaben kaufen kann. Frank, ein 1930 gebürtiger Berliner, verweist auf eine erfolgreiche Karriere als Schriftsteller, aber mir haben die 2.20 Euro leid getan, die ich dafür ausgeben musste. Denn dafür hätte ich bei „Pedro“ einen erstklassigen Cortado bekommen, vielleicht sogar mit einem Croissant von gestern, und das wäre unterhaltsamer gewesen …

Mallorca aus Schweizer Sicht – lohnend!

                           So sieht der Bucheinband aus …

EIN BUCH-TIPP: „Mallorca pintat“ von Markus Gasser. 2012 hat er es veröffentlicht, 46 Zeichnungen auf 104 Seiten mit kurzen Texten, in denen er ziemlich erfolgreich versucht hat, Mallorca zu charakterisieren. Gasser ist Professor für Städtebau und Siedlungsentwicklung, hat an der Bergischen Universität und in Darmstadt gelehrt und ist im Moment an der Hochschule in Rapperswil. Ein scharfer Beobachter, erstklassiger Zeichner – und kauziger Autor in, man möcht’s kaum glauben, sechs Sprachen (darunter natürlich Deutsch). Ergebnis: Ein bezauberndes Buch, lohnend selbst für alte Insel-Hasen. Es kostet bei Amazon und eBay 15.90 Euro (manchmal versandfrei).

Ich hab‘ ein neues Buch gemacht!

So sieht der Titel aus …
… und so habe ich …
… einige der 30 Seiten …
… gestalten können

ES GEHT UM DIE WERBUNG, mit der deutsche Mallorca-Touristen zwischen 1902 und 1953 in Hotels, Restaurants, Geschäfte, Höhlen und zu Ausflugstouren gelockt werden sollten – und wurden! Es sind köstliche Stilblüten darunter, z. B. wenn Mallorca falsch eingedeutscht „Majorka“ geschrieben wird. Es gibt aber auch hochinteressante, nahezu politische Details, ganz zu schweigen von der feinen grafischen Gestaltung und der Frage, ob die Hotels und Shops von damals heute noch existieren (die meisten nicht) und was aus denen, die überlebt haben, geworden ist (da gibt es erstaunliche Funde). Mein selbstge- drucktes Buch hat 30 Seiten im Querformat, und wer es haben möchte, muss mich kontak- tieren. Aber ich vers- tehe, wenn’s keiner tut, denn ich möchte unglaubliche 50 Euro dafür haben, da mich die Produktion nicht recht viel weniger gekostet hat. Ich kann allerdings versichern, dass es so etwas kein zweites Mal gibt für Deutsche auf Deutsch.  Kontakt: axelthorer@yahoo.de

 

 

 

Nur auf Mallorquin – schade!

So sieht das Buch aus …

WELCHER DEUTSCHE SPRICHT SCHON SO GUT SPANISCH, dass er ein ganzes Buch lesen kann? Ich nicht. Deshalb ärgere ich mich. Weil ich „Crimenes y Criminales en la Isla de la Calma“ von Jeroni F. Fullana mir nicht so mühelos zu Gemüte führen, dass es mir Spaß macht. Darin erzählt der Autor alle bemerkenswerten Kapitalverbrechen zwischen 1884 und 1951. Eine spannende, unterhaltsame Lektüre von Mördern, Räubern, Erpressern – und Henkern. 2017 ist das Buch erschienen, und wie es so manchmal ist im mallorkinischen Verlagswesen, kommt es sauteuer: Es kostet um die 46 Euro! Dafür ist es jedoch reich illustriert, was einen Kauf auch für einen, der Spanisch nur radebrecht, lohnend macht.

 

 

 

Ein bisschen nutzlose Nostalgie …

Der Roman als Taschenbuch

SOWAS IST DOCH AUCH MAL HÜBSCH! Da entdeckte ich einen Prospekt aus dem Jahr 1889, in dem Portocristo und Portocolom (die damals beide zu Manacor gehörten, und Portocolom noch mit -n geschrieben) noch bedeutende Häfen der internationalen Dampfschifffahrt waren. Wöchentlich verkehrten die „Hernestina“ und die „Victoria“ zwischen den beiden Insel-Orten und der südfranzösischen Stadt Sete („Cette“ oder „Seta“ genannt) und legten auf ihrer Route in Palma und Barcelona an. Kurios? Ja, denn keiner weiß das mehr, und Dampfschiffe laufen auf Mallorca heute nur noch Palma und Alcudia an (in Gestalt von Kreuzfahrern, Fähren und Frachtern). Die Verbindung scheint damals jedoch so populär gewesen zu sein, dass der berühmte Schriftsteller Jules Verne seine Helden in „Clovis Dardentor“, dem einzigen seiner Romane, der auf Mallorca spielt, in Sete an Bord gehen lässt für die Fahrt nach Palma! Übrigens ein Buch, das in keiner Finca-Bibliothek fehlen sollte, zudem ist es witzig mit Stichen illustriert …

 

 

Der Hans, der kann’s …

Das ist Rotenhan …
… und das sein neues Buch

… DAS SCHREIBEN NÄMLICH, und das Entdecken köstlicher Ereignisse, die man zu bezaubernden Geschichten verdichten kann. Den Anwalt HANS von ROTENHAN meine ich, deutscher Adeliger, spanischer Pass-Bürger, pendelnd zwischen Berlin und Palma und Verfasser von nun schon zwei Erzählbänden über Mallorca und Ibiza. Ich kenne nur wenige Bücher (außer meinen eigenen natürlich …), die derart dringend in die Hand eines Jeden gehören, der Mallorca besucht oder dort wohnt. Rotenhan schildert, was ich als das „Schmieröl im Motor der Begeisterung für die Insel“ bezeichnen möchte. Wer endlich verstehen will, was das für ein Eiland ist, und warum sein Zauber seit Jahrhunderten nicht nachlässt, muss in den Rotenhans schmökern. Die Wahrheit mit Augenzwinkern, die Realität mit einem Lächeln! Und als ich den ersten Band gelesen hatte, hoffte ich auf einen zweiten, und da ich jetzt mit dem zweiten durch bin, erwarte ich dringend einen dritten … – Hans, hock‘ Dich an die Tastatur und leg‘ los!

Ex Libris – eine vergessene Kunst!

Ein kleines Kunstwerk …

ICH ZEIG‘ HIER EIN BESONDERS SCHÖNES EXEMPLAR. Der Nürnberger Künstler Eugen F. Strobel-Matza hat es vor Jahren gezcichnet. Mit dem Mirador Ses Animes – und als Beispiel, womit einer, der auf Mallorca wohnt, seine wertvollen Bücher schmücken könnte. Damit jeder weiß –die Erben, die ausleihen und die Diebe, die nicht zurückgeben – wem sie gehören. Vor einiger Zeit habe ich das feine Ex Libris des einheimischen Schriftstellers Guillermo Rosella Bordoy an dieser Stelle vorgestellt; dann fand ich diese hübsche Grafik auf dem Flohmarkt und dachte: Es muss doch ein paar ernsthafte Bücherfreunde geben auf der Insel, die ihre Bibliothek aufwerten möchten mit der Idee, solche kleinen Kunstwerke einzukleben …

 

 

 

Praktisch, wenn man die Sprache nicht kann …

So sieht das Buch aus …
… und das erlebt man innen

ES HEISST „BILD-WÖRTERBUCH“ uns zeigt alles, was zum Leben gehört in Farbfotos zu über 6000 Begriffen, gegliedert nach den Bereichen, in denen wir uns bewegen. Der etwas unhandliche (362 Sei- ten!), leider erstaunlich schwere Band ist eine Art Sprachkurs, wenn man ihn häufig benützt, und ich habe meine Spanisch-Kenntnisse in einem Jahr um rund 50 % verbessert! 11.50 Euro kostet das Nachschlagewerk für die Augen, ab 4.99 Euro bekommt man es gebraucht. Die ISBN-Nummer lautet 9783625170778. Für hartgesottene Insel-Fans müsste es sowas auch für Mallorquin geben, aber das wird wohl nie er Falls ein …

Ein seltsames Buch, aber lesenswert!

So sieht das Büchlein aus

ES HAT NUR 80 SEITEN, entstand 1993 im Eigenverlag, jeder Satz ist ein neuer Absatz (um das Buch zu strecken, aber dadurch wirkt es wie ein Gedichtband), vom Layout her gibt es zahlreiche Ungereimtheiten, der Titel ist grotesk, aber jede der 38 Geschichten ist ein Schatzfund aus den Anfangstagen der touristischen Eroberung der Insel: „In der Wüste tragen die Frauen keine Miniröcke“ von Marlis Schlobben König. Das ist eine Journalistin aus Hannover, die beim Schreiben 54 Jahre alt war und seit 30 Jahren einen Wohnsitz in der frühen Urbanisation Cala Murada (an der Ostküste) hatte. Es gibt ihr Werk bei Amazon für 9.99 Euro und ich empfehle es Allen, die ernsthaft wissen wollen, wo sie eigentlich ihre Tage an der Sonne verbringen: „In der Wüste …“ ist unterhaltsam, überraschend und sogar informativ …