Bücher

Warnung! Fake-Book …

ES SIEHT SO NETT AUS, und der Untertitel „Reiselust-Geschichten“ klingt danach, dass man das Taschenbuch haben muss. Zumal es nicht mal 5 Euro kostet auf eBay. Aber „Mallorca, Mallorca“ ist ein Fake-Buch. Zwar findet man darin durchaus Geschichten, die auf der Insel spielen; aber um die Sammlung literarisch aufzumotzen, hat man sich der Verlag (Aufbau) zusätzlich und scheinbar billig bei Autoren bedient, die 1. nie in Mallorca waren, und 2. deren Texte absolut nichts damit zu tun haben! So findet sich neben anderen Unsinnigkeiten eine Stierkampf-Story von Ernest Hemingway darin. Das Kuriose ist, dass dieses Taschenbuch alle paar Jahre neu aufgelegt wird, stets mit neuem Cover, so dass man denkt, es sei nie vorher erschienen, und es wird unverändert gedruckt, obwohl ich dem Verlag den Betrug schon zweimal um die Ohren gehauen habe. Also Vorsicht bei „Mallorca, Mallorca“, das ich hier in der neuesten (aber eigentlich uralten) Ausgabe zeige …

Schöne alte Bücher: Etwas für Literaten …

ZUGEGEBEN: DAS BUCH GIBT’S NUR AUF SPANISCH, das ist ein Hindernis, aber wer wirklich an Literatur interessiert ist, wird sich die Mühe der Wortklauberei bei diesem 1974 erschienenen, bezaubernden Werk – „Escritores Latinoamericanos en Mallorca“ – gerne unterziehen. Denn es ist unglaublich, wieviele südamerikanische Schriftsteller aus politischen, ästhetischen und familiären Gründen nach Mallorca kamen und blieben, ich nenne hier als Beispiele Borges, Dario, Vasconcelos und Pacheco. Der mallorkinische Autor Carlos Meneses hat sie, sozusagen, gesammelt, gesprochen, analysiert und in feinen Porträts dargestellt. Beim spanischen eBay wird sein Werk für 36,79 Euro angeboten (bei Amazon kostet es 58 Euro!), das ist (eigentlich immer noch zu) viel, aber es lohnt sich …

Schöne alte Bücher: Uralte Holzschnitte …

DASS AUF MALLORCA SCHON BÜCHER GEDRUCKT WURDEN, als anderswo 90 % der Menschen Analphabeten waren, ist bekannt. Dass einige der uralten Verlage (= Druckereien) immer noch existieren, wissen nur wenige. Und dass diese Emprentas noch ihre fast 1000-jährigen Bestände an handgeschnitzten Druckblöcken aus Holz horten, kann keiner ahnen. Aber manchmal bekommen Autoren Zugang und dann erscheinen unfassbar schöne Bücher wie dieses, in dem Luis Diez de Corral die grafischen Schätze von E. C. Ricart in Palma zeigt. 1942 ist dieser Bildband („Mallorca Xilofrafias de E. C. Ricart“) erschienen und beim spanischen eBay werden 20 Euro dafür verlangt. Was ein Schnäppchenpreis ist für diese viele Dutzend in Holz gekerbten Bildgeschichten, Jahrhunderte alt und nicht selten von bekannten Künstlern.

Schöne alte Bücher: 1946 durch die Insel …

DA GAB’S WOHL KAUM EINEN TOURISTEN, im Jahr nach dem Weltkrieg, und doch wurde dieses aufwendig gestaltete Buch mit 300 Seiten produziert („Mallorca: Breviario de Viaje“), mit 150 Grafiken, Dutzenden von Aufnahmen prominenter Fotografen und Texten bekannter Autoren. Auch wenn es Spanisch abgefasst ist, so genießt der Mallorca-Freund dennoch die besondere Atmosphäre dieses seltsamen Jahres des ersten Friedens, und es ist hochinteressant, Vergleiche zu später anzustellen – zumal auch die Mallorkiner sich damals noch durch Lebensmittelkarten ernährten. Hat sich die landschaftliche Schönheit verändert seitdem? Selbst auf diese Frage gibt dieses Buch, das auf dem spanischen eBay für 20 Euro angeboten wird, Antworten …

Schöne alte Bücher: Sightseeing im Auto – damals …

BEIM TITELBLATT DENKT MAN AN 1920, und wundert sich dann, dass der gute alte Mascaro Pasarius sein 1974 erschienenes Buch „30 Excursiones en Coche por Mallorca“ mit einem Oldtimer geschmückt hat. Ein faszinierender Guide, denn man mag’s kaum glauben, wie oll damals noch viele Straßen der Insel waren, und dass keineswegs in jedem Ort eine Tankstelle zu finden war. Zudem ist der Autor ein geschätzter Historiker mit einem Fundus an Wissen, und dass er einen so speziellen und detaillierten Reiseführer für Mobilisten schrieb, muss als Geschenk betrachtet werden. Im spanischen eBay wird sein Buch für 31,72 Euro angeboten und man sollte es erwerben – es ist ein Schmuckstück für jede anspruchsvolle und unterhaltsame Finca-Bibliothek …

Die Wurst und der Weltbestseller …

NATÜRLICH KENNEN SIE J. P. SALINGER! Den geheimnisumwitterten US-Schriftsteller mit dem globalen Bestseller „Der Fänger im Roggen“. Der sich jahrzehntelang eingemauert hatte, weil er nichts mehr zu tun haben wollte mit der Welt da draußen. In dessen Mönchstum eines Tages der berühmte Reporter Ron Rosenbaum eingedrungen war – und bei ihm entdeckte ich folgende interessante, sich auf Mallorca beziehende Episode (wobei klar sein sollte, dass S. eben jener Salinger ist):

Übersetzt heißt das: In dem Städtchen im US-Staat New Hampshire, in dem sich Salinger versteckte, gab es einen Delikatessen-Laden, in dem er inkognito einkaufte und zwar besonders gern eine „ländliche Salami“ namens „Soppressata“, die er „dünn geschnitten und in mehreren Lagen“ bevorzugte. Wobei Rosenbaum spekuliert, dass Salinger sie im Geschäft seines Vaters kennen gelernt haben könnte, der ein New Yorker Importeur von Fleisch- und Käsewaren war. Interessant, nicht? Wobei ich aber heftig dagegen protestiere, Sobrassada als „junk food“ zu bezeichnen …

Sic transit gloria mundi …

… SAGTEN DIE ALTEN RÖMER: „So vergeht der Ruhm der Welt“. Und in diesem Kleinanzeigen-Fall gleich dreimal: 1. verschwand die Galeria Sailer in Santanyi, Schatzkammer kostbarer Webstoffe (weil die wohlhabenden Finca-Banausen einen billigen Perserteppich nicht von einem antiken Kelim unterscheiden wollen/können), 2. vermag man dadurch den glockenhellen und einst hochgeschätzten Tenor von Señor Sailer nicht mehr zu vernehmen, und 3. hält uns diese Kleinanzeige vor Augen, dass der legendäre Brockhaus im Zeitalter von Google nichts mehr wert ist. Man kann ihn in der ehemaligen Galeria Sailer gratis abholen, denn natürlich bringt es Señor Sailer nicht übers Herz, die 24 Bände auf den Müll zu werfen (wie mir mein Leib-Antiquar geraten hatte: „In eine Umzugskiste packen, zum Wertstoffhof  und in den Papierfresser! Für den kriegen Sie nicht mal 5 Euro …!“). Wie wahr: Bei Ebay wird eben jener Brockhaus für 1 Euro angeboten – mit Selbstabholung irgendwo in der Wallachei …

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 7 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Roman Herberth – und sein Gedicht „Auf der Insel Mallorca“, das ein paar kecke Reime enthält:

… und dann folgen 4 Strophen, die eine Insel-Werbung sein könnten. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google

Wem die Originale zu teuer sind …

… FÜR DEN HABE ICH HIER 4 BÜCHER ZU ERSCHWING- LICHEN PREISEN! Sie erin- nern sich: Vor ein paar Wochen habe ich den für mich interes- santesten Maler auf Mallorca vorgestellt: Andreu Maimó aus Felanitx. Dessen „Spezialitä- ten“ vielfältige, aber kahle Bäume, vergammelndes Obst & Gemüse sowie bezaubernde Porträts sind. Ein Freund, der durch meine Vermittlung Maimós Atelier besuchen konnte, moserte ein bisschen, dass er nicht gefunden habe, „das weniger als 1500 Euro kostet.“ Was absolut kein Preis ist für das, was dieser gewaltige Maler auf die Leinwand bringt! Lösung: Es gibt eine ganze Reihe bezaubernder Bücher, in denen Maimó entweder Gedichte illustriert oder seine Kunst präsentiert. Vier stell‘ ich hier vor, und eins ist schöner als das andere. Aber grundsätzlich kann ich nur nochmal sagen: Ich würde, wenn ich könnte, von Maimó auf einen Schlag Bilder und Skulpturen für 50 000 Euro kaufen! Und ich wüsste, dass sie in spätestens 10 Jahren 500 000 Euro wert sind …

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 6 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Andreas Kley – und sein eher mühsam erotisches Gedicht „Du Insel“, das reimmäßig etwas holpert:

… und dann folgen 4 Strophen eines Stranderlebnisses. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google