Corona

Wo wir gerade von Krankheiten sprechen …

Die Lepra-Station auf dem Gemälde von Carlos de Haes

… GIBT’S EIGENTLICH LEPRA AUF DER INSEL? Ja, die scheußliche Seuche kommt vor, wird aber hinter hohen Mauern versteckt. Betroffen sind ausschließlich eingereiste Ausländer, und das waren seit 1959 immerhin 41 Patienten (z. B. aus dem Senegal und der DomRep), die dann hier behandelt wurden. Vor 150 Jahren war Lepra allerdings keine Seltenheit auf Mallorca, und dazu habe ich ein Gemälde des belgisch-spanischen Malers Carlos de Haes (1829-1898) entdeckt, auf dem er eine Lepra-Station an der Küste bei Palma dargestellt hat. Und da verlieren einige die Nerven bei einer Grippe …

Geburtstag abgesagt, weil …

… EIN NEUES CORONA-PROBLEM AUFGETAUCHT IST! Eine liebe Freundin wollte auf ihrer Finca einen „Runden“ feiern, mit Gästen, die aus Deutschland eingeflogen wären. Pustekuchen – der Jubel muss verschoben werden. Weil die Chefs von ihren anreisenden Angestellten verlangt haben, dass sie sich nach der Rückkehr 10 Tage in Quarantäne begeben!!! Weil die Insel als „Hotspot“ gilt (obwohl sie es eigentlich nicht ist). Der Befehl ist ja an sich ganz vernünftig, besonders nach einer Feier mit mindestens 40 Personen, aber dadurch platzte die Party – fast alle haben abgesagt. Für mich ist das eine neue Dimension, und auf meine Frage, wieso die Chefs überhaupt wissen, wer nach Mallorca geflogen ist, bekam ich zur Antwort: „Weil wir das gemeldet haben, da war uns das Risiko einer Abmahnung oder sogar Entlassung zu groß!“ Die Angst geht um, und ich habe meiner enttäuschte Freundin beruhigt mit dem Satz: „Sei froh, dann wirst Du erst ein Jahr später ein Jahr älter …“ .

Kleine Wahrheiten über Corona …

ICH NENNE DIESE GESCHICHTE MAL SO. Weil der in den Medien berichtete Zustand wenig zu tun hat mit dem selbst Erlebten. Dies hier ist nur eine Momentaufnahme aus Portocolom, aber ich staunte nicht schlecht über die Details. wie da wären …

  1. Wer mittags im „Sa Llotja“ speisen möchte, muss sehr gute Beziehungen zu José Manuel haben, denn er ist derart ausgebucht, dass man normalerweise einen Tisch nur in 3 bis 4 Tage bekommt.
  2. Drüben in der Strandbar in Richtung Leuchtturm, wollte neulich einer abgeholt werden, aber es war nicht möglich wg. Verkehrsdichte und Vollparkerei auf der schmalen Straße. Sie trafen sich dann weiter unten …
  3. In dieser Strandbar, so erfuhr ich per Anruf, muss man sogar 5 Tage vorher buchen, bis dahin ist die Kneipe bis auf den letzten Platz besetzt.
  4. Am kleinen Hafenstrand geht es derart dicht (und ungeschützt!) zu, dass die Polizei vor ein paar Tagen erscheinen musste – und ihn schloss! Ihn einfach für den Rest des Nachmittags dicht machte und die Badenden vertrieb, halb-halbe Spanier und Ausländer! Aber völlig zurecht …

Wohl denen, die auf Mallorca sind, aber viel Rückkehr-Risiko für die, die gerade einfliegen wollen. Aber eins dürfte klar sein: Es ist schöner und sicherer auf der Insel als in Deutschland. Wenn man bereit ist, die Existenz des Virus zu begreifen …

Virus-Pleiten, die uns wehtun …

Das urige Restaurant auf dem Sant Salvador …
… die „Faneteria“, die keiner braucht

… UND DIE UNS VÖLLIG KALT LASSEN! Dass die drei mallorkini- schen Geschwis- ter, die das seit 1927 und in der 3. Generation existie- rende Restaurant  auf dem Sant Sal- vador (bei Fela- nitx), aufgeben müssen – da kom- men einem fast die Tränen! Was war das köstlich, im- mer donnerstags den von der Großmutter erfundenen Perlhuhn-Eintopf zu bestellen und beim Blick weit über die Insel zu genießen. – Ob dagegen die Nullingerin die „Faneteria“ in Cala Millor schließen muss („Das Vermächtnis meines Mannes Jens“), ist sowas von schnurzpiepe, dass es kaum eine Kurznachricht wert sein kann. Weil die Kneipe nie jemand gebraucht hat außer den Gaffer, die die komische VOX-Tante mal live sehen wollten. Da helfen auch Sosolala-News nicht, dass angeb- lich zur Nach-Quarantäne-Eröffnung 300 Fans Schlange standen, um einen Corona-Platz zu bekommen. 3 x 100? „Papier ist geduldig“ heißt es, aber im Internet kann man alles behaupten …