Corona

Es musste ja so kommen …

… DASS VEREINSAMTE MENSCHEN HILFE BENÖTIGEN! Solche, die in ihren Wohnungen eingesperrt sind oder es nicht wagen, die Fincas zu verlassen aus Angst vor Corona! Die festsitzen vielleicht auch, weil sie alt und gebrechlich sind. Und keinen hilfreichen Nachbarn haben, von Verwandten gar nicht zureden. Jedenfalls tauchen jetzt die ersten (öffentlichen) Hilferufe auf, etwa in der Art: „EINKÄUFER für Privat gesucht“, mit Telefonnummer und Email-Adresse. Ich weiß, da wird viel getan, aber einige scheinen immer noch vergessen worden zu sein in ihren vier Wänden – auf der Rückseite des Paradieses Mallorca. Denn da dringt Not aus dem Hilfeschrei: Wer holt für mich was aus dem Supermarkt und der Apotheke? Es wäre spannend zu erfahren, ob sich jemand gemeldet hat …

Ausgerechnet jetzt – Curling …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ darüber …

EIGENTLICH: WARUM NICHT? AKTUELL: NICHT GANZ BEI TROSTE! Das sage ich zu der Meldung, dass sie in Port Adriano drei Curling-Bahnen eröffnet haben. Die Vielfalt der Insel wird dadurch zwar erweitert, aber das Kontaktverbot gilt doch auch für derlei geselligen Sport (mal von den Kosten für die Anlage gar nicht zu reden), und da frage ich mich: Was soll das? Gibt’s nichts Dringlicheres? Und das alles für die paar Ausländer, die schon mal einen Curling-Stein in der Hand hatten? Oder Neulinge, die es mehr oder weniger alleine ausprobieren müssen. Port Adriano ist zwar der rührigste, unterhaltsamste aller Insel-Häfen und die Tramuntana prangt in weißer Pracht, aber Curling …  – Nette Idee, falscher Termin …

Die Klage der Mallorkiner …

… DENN SIE MERKEN JETZT MIT MACHT, was sie an den Ausländern haben! Meine Freundin Marga, die ein feines Business in Portocolom betreibt, sagte mir gerade: „Es ist so unheimlich still auf der Insel, nichts ist los! Und wir vermissen die Extranjeros sehr. Nicht nur, wegen der Einnahmen – sie gehören doch mittlerweile zu unserem Leben!“ Das ist nett gesagt, und so hört man das nicht sehr oft. Aber klar: Es sprudelt keine Geldquelle mehr, und wenn die Restaurants nicht sowieso den Winter über geschlossen haben, servieren sie nur noch auf Terrassen und Veranden. Und was wird im April sein, wenn angeblich die Touristensaison wieder beginnt? Fällt sie aus? Nein, es wird eine Saison geben, da bin ich mir sicher, weil die Besitzer der Hunderte von Villen und Fincas einfliegen werden, wenn die Wärme beginnt, um endlich ihre Immobilien zu versorgen, die fast ein Jahr im Dornröschenschlaf lagen …

Das Symbolbild der Seuche?

ICH DENKE, DAS IST ES – und wieder stammt es vom großartigen  Schweizer Künstler Max Reiser, den der Virus in St. Moritz erwischt hat und daran hinderte, die Feiertage und den Jahresrutsch auf seiner Finca in Mallorca zu verbringen. Aber da er zu den denkenden Kreativen gehört (und die Quarantäne hervorragend nutzt), hat er diesen 120 x 100 cm große Bild gemalt und „Ende des Leidens“ getauft. Kein unbedingt fröhliches Werk (da hat einer die Krankheitstage abgezählt, und zwar altersbedingt im Angesicht des Todes  …), aber heiter war das ganze Jahr nicht; und wenn man sich den Titel auf der Zunge zergehen lässt, dann könnte man das Gemälde als Epitaph auf Corona verstehen, und das macht doch Hoffnung …

Glücklich paddelt Emma in die Bucht …

JA, ICH WEISS, HUNDE DÜRFEN DAS NICHT! Na und, wem schadet’s in der Corona-Zeit, da kein Mensch am Strand ist? Ich möchte die Bucht nicht verraten, und den Namen des Frauchens auch nicht, aber so viel kann ich sagen: Das unscharfe Lebewesen im Meer ist ein schwarzer Labrador und heißt Emma, und als sie erfuhr, dass sie im Sand rumtollen und dann auch noch rausschwimmen durfte, was ihr sonst immer verboten wird, da war sie glücklich, wedelte heftig und kraulte bis zur Landzunge am rechten Bildrand. Eine nette Weihnachtsüberraschung, die ihr das Virus beschert hat, und wer sich darüber aufregt, den wird Emma in den Hintern beißen … – ach nein, das klappt ja nicht, Emma ist viel zu lieb!

Das Insekten-Hotel – eröffnet!

HELENE LINDGENS HAT MIR DAS FOTO GESCHICKT, die rastlose Belle Jardiniere auf ihrer Paradies-Finca Son Muda bei Felanitx. Es zeigt eigentlich weniger ein „Insekten-Hotel“, wie sie es nennt, sondern ein Apartmenthaus für die nützlichen kleinen, fliegenden Gartenbesucher. Mit verschieden großen Eintrittslöchern an Dutzenden von Behausungen in differenten Höhen und auf die Arten zugeschnittenen Abteilen. Ein listiges Gebäude, konstruiert nach reiflicher Diskussion mit Botanikern, wie das so die Methode ist von Helene, und besonders in Corona-Zeiten. Da nutzt sie die Stille, um aus Überlegungen was Praktisches entstehen zu lassen und das Praktische darf durchaus ungewöhnlich sein. Ich bin gespannt wer so alles, und wie viele, einziehen werden ins Häuschen, Helene wird uns das zeigen, wenn man sie endlich wieder besuchen darf …

Silvester ist gerettet …

… WEIL WILL WAS FEINES GEPLANT HAT auf seiner Kulturfinca Son Baulo in Lloret de VistalegreMit drei Möglichkeiten: Entweder ein Fünfgänge-Menü um 16 Uhr für 28 Euro oder um 17:30 Uhr Musikshow mit Paul Gant und Yvonne Franke, hinterher Feuerwerk mit Cava für 24 Euro. Zwar scheint mir die Zeit für das Menü mit 90 Minuten etwas knapp bemessen (oder gibt’s so wenig?), aber man kann ja beide Events buchen – für insgesamt 54 Euro, was ja so besehen kein Preis ist, wenn man das pralle Leben auf Son Baulo kennt. Will hat noch eine Bitte: „Unbedingt anfragen / anmelden: 971  52 42 06 oder E-Mail!“

Das grenzt an Selbstmord …

… WAS ICH DA ALS GANZSEITIGE ANZEIGE GESEHEN HABE! Da wirbt eine Zeitung, die in Palma erscheint, für Urlaub auf Gran Canaria! Mit dem Slogan: Ich bin Dein Himmel. Und was ist mit Mallorca, hat das der Virus herabgestuft zur Hölle? Ich hätte diese Anzeige nicht akzeptiert, hätte lieber auf eigene Kosten für unsere geliebte Insel geworben. Aber so eine Annonce bringt in miesen Corona-Zeiten eine hübsche Stange Geld – aber auch ein tückisches Lachen der schlauen Tourismus-Manager von Gran Canaria. Nee, Freunde, das ist der falsche Himmel, und es ist ja nun nicht so, als wären die Kanaren kein RisikogebietIch denke, dass man dem eh schon zur Zeit auf Krücken hinkenden Mallorca mit so einer Werbung für eine spanische Konkurrenz-Insel ziemlich schadet …

Alle die jetzt nicht auf der Insel sind …

… KÖNNEN BLASS VOR NEID WERDEN! Eine blühende Wiese, strahlende Sonne, bis zu knapp 20°,  blauer Himmel, ein Streifen Meer in Sichtweite – und das am 19. Dezember. Die wunderbare Aquarellistin Uta Exner hat mir das Foto als Weihnachtsgruß aus der Nähe von Artá geschickt (mit der Fotografin als Schattenriss). Was macht es da, dass so viele Geschäfte zu sind und man in den Restaurants nur auf den Terrassen einkehren darf. Und mal ehrlich gesagt: Vermissen die, die da sein dürfen/können, die Touristen-Schwärme? Wohl kaum, und wer eine feste Bleibe hat auf Mallorca (und einen eigenen Pulli, nachts wird’s dann doch oft kühl), dem geht es besser als den meisten Menschen in Deutschland. Felix Navidad dennoch an alle Zuhause Gebliebenen!

Das ist wirklich schade …!

Es Capdella

… DASS DER SEIT, nun ja, SEIT JAHRZEHNTEN BELIEBTE COCKTAIL AUSFÄLLT! Die legendäre Literaturagentin Lianne Kolf und ihr Lebensmann Christian-Andreas Beyer veranstalte(te)n ihn immer am 29. Dezember in ihrem kurios-köstlichen Haus in Capdella und er ist/war ein fest in der Insel-Society verankerter Termin. Und nun bekamen die Stammgäste folgende Meldung: „Liebe Freunde, selbstverständlich fällt in diesem Jahr unser Cocktail am 29. Dezember aus. Das ist sehr schade“ – wobei am meisten „schade“ dieses fatale Wörtchen „selbstverständlich“ ist. Und noch „schader“ ist, dass es dafür keinerlei Alternative gibt, zu exklusiv, zu freundschaftlich, zu perfekt war diese Party immer. Was tun? Im Moment nichts, aber es hilft, den Gastgebern aus heiterem Himmel ein langes Leben zu wünschen, damit diese Cocktails wieder stattfinden und zwar bis weit ins 21. Jahrhundert …