Corona

Von wegen „Delta-Variante“ …

MAN SOLLTE JA KEINE WITZ- CHEN MA- CHEN über einen Virus, der Menschen umbringt! Aber manchmal hilft ein wenig Spaß über die Tristesse der Corona-Zeit hinweg und so erlaube ich mir, von meinem Schrecken zu berichten, der mich in zwei Cafés der Insel befiel, nachdem ich zwei Cortado bestellt hatte: Sie wurden in Tässchen mit der Aufschrift „Delta“ serviert! Nun bin ich ja nicht ganz blöd und weiß, dass „Delta“ eine Böhnchen-Marke ist, die den Kaffeehausbesitzern Porzellan als PR liefert, und dass auf den Tässchen „Delta“ steht, war jahrelang belanglos. Aber jetzt, da die so genannte „Indische Variante“ als Todbringer um den Erdball rast, mutet ein derartiges Gefäß doch befremdlich an. „Haben Sie keine anderen Tassen?“, habe ich eine Kellnerin gefragt, aber sie starrte mich so entgeistert an, als hätte ich sie um andere Füße gebeten …

Achtung, hier spricht Axel Thorer!

So saß ich in Palma im Studio …

MAN ERLAUBE MIR EIN PAAR ZEILEN EIGEN-PR! Denn ich habe dieser Tage beim Insel-Radio, dieser segensreichen Kommunikation auf Mallorca, neue Folgen meiner nun schon seit über 10 Jahren scheinbar sehr beliebten Kolumne abgeliefert (auf Band). Die werden nun die kommenden Monate vermutlich zweimal am Tag gesendet werden, meist kurz vor 8 und kurz vor 14 Uhr, die Kolumne heißt diesmal „Das Leben geht weiter, Leute!“, bezieht sich auf die blöde Corona-Zeit und steckt voller Tipps zu sehenswerten Menschen, Orten, Ereignissen und Dingen. Meine Beiträge sind mit Absicht nie gelabert lang, sondern prägnant kurz, so um die 2 1/2 bis 3 Minuten – und ich empfehle Papier & Bleistift parat zu haben, denn ich nenne auch Adressen, Telefonnummern und andere nützliche Hinweise. Also, bitte, beim Frühstück und Mittagessen ein bisschen Thorer lauschen …

So fährt man ohne TÜV/itv …

... MIT EINEM BLATT PAPIER, gedruckt aus dem Internet und versehen mit einem dieser listigen Codes! Es ist nämlich so, dass in diesem Moment Tausende auf der Insel herumfahren und seit 1 bis 1 1/2 Jahren keine Auto-Inspektion machen lassen konnten. Erst ging’s wg. Corona gar nicht, nun sind die Prüfer derart überlastet, dass ich, als ich am 26. Juni in Manacor einen Termin haben wollte, frühestens einen am 31. August bekam – das sind satte 9 Wochen! Und was mache ich, wenn mich die Polizei stoppt? Da sagte der hilfreiche TÜV-Caballero: „Jetzt haben Sie ja einen Termin von uns bekommen, nun füllen Sie das Formular von unserer Website aus, drucken es, legen es ins Handschuhfach – und zeigen es vor, wenn Sie kontrolliert werden!“ Sehr nett, gracias, und so geschah es. Damit sichtbar ist, wie so ein Beleg aussieht, zeige ich ihn hier– und dass mir ja keiner meinen Code klaut, denn das geschieht auch dauernd, wie ich höre …

Wieder verabschiedet sich eine Institution …

… DIESMAL EIN SEHR GESCHÄTZTES RESTAURANT! Das „Estragon“ in Felanitx, äußerst beliebt bei Feinschmeckern, oft ausgebucht, geführt von einem mallorkinisch-deutschen Ehepaar, German (er heißt wirklich so – Zufall!) in der Küche, seine Anna im Service. An einem lauschigen Platz, beschützt von üppigem Grün, und es gab viele, die kilometerweit gefahren sind, um hier zu speisen (man findet die interessante Menükarte noch im Internet). Als ich gestern am „Estragon“ vorbeifuhr, klebte an den gelben Persianas der fatale Zettel SA VENDE! Ich war kein besonderer Fan dieses Restaurants, kam irgendwie nicht klar mit der launischen Anna, aber dennoch tut es mir herzlich leid, wenn so eine geschätzte Institution, die sich durchgesetzt hat mehr als zwei Jahrzehnte lang, plötzlich verschwindet, nur weil so ein saublöder Virus aus Wuhan in China über ein gesundes gesellschaftliches Gefüge herfällt. Oder gibt es einen anderen Grund? Egal, das SE VENDE ist als Menetekel deutlich genug …

Was wirklich passiert bei der Einreise ..

ICH VERSTEH‘ NICHT, WARUM EINEM KEINER SAGT, wie’s wirklich zugeht! Also: Man steigt maskiert aus dem Flugzeug und marschiert, wie immer, endlose Gänge entlang bis zur Gepäckausgabe. Auf dem Weg wird man vier Mal kontrolliert!!! Hat man den von Spanien verlangen Code auf dem Smartphone und hält das hoch, wird man dreimal nach rechts abgeleitet und durchgewinkt; besitzt man den Code nur gedruckt auf Papier, wird man nach links abgeleitet und steht in einer längeren Schlange. Dann kommt die vierte Kontrolle und die ist heftig: Da scannt einer den Code, man muss Pass oder Personalausweis vorlegen, die Daten im Dokument und auf den Code werden verglichen und erst dann darf man einreisen! Das alles bedingt, dass die Laufbänder im gesamten Flughafen abgestellt sind (sonst könnte man die Schlangen nicht so gut überwachen) und selbst Fußkranke dieser endlosen Hatscherei unterworfen werden. Tja, das ist die Realität … 

Warten auf Band 2 – aber …

… DER KLUGE KURT BLANK IST LEIDER KRANK! Der Autor des Werkes, das eine Lücke in der Mallorca-Literatur schloss: „Die Geschichte Mallorcas und sein Christentum“ (im Eigenverlag, 25 Euro, erhältlich auf Deutsch und Mallorquin). Dann machte er, der Unternehmer, Informatiker, Historiker und Bewohner von Cala Murada, sich mit nahezu 80 Jahren daran, einen 2. Band zu schreiben, die Fortsetzung ab 715 n. Chr. War fast fertig, da zwang ihn die Krankheit zum Aufhören, und es war nicht das Virus, der ihn befiel, sondern eine scheußliche OP-Folge. Jetzt hat sich seine ebenso kluge Frau Birgitta, die schon immer auch seine Assistentin war, an das Manuskript gesetzt und ich habe meine Hilfe als Lektor angeboten, weil ich möchte, dass dieses Buch erscheint, das so spannend, informativ und wichtig ist wie Band 1 – ich kenne Auszüge und bin begeistert. Herr Blank, alles Gute, vielleicht sogar schnelle Rekonvaleszenz, wir brauchen Sie dringend …

Es gibt was Neues: Die Corona-Küche …

DAS SIND REZEPTE, DIE ENTSTANDEN, weil begabte Herd-Artisten in der Quarantäne viel Zeit haben/hatten, sich was Neues oder attraktive Variationen auszudenken. Ich könnte Dutzende von Beispielen aus den Experi- mentier-Küchen nennen, und sie alle stammen von Gourmet-Amateuren. So wie dieses „Frito Mallorquin“ von Klaus Exner, den viele kennen von seinen ungeheuer schmackhaften Beiträgen im „Mallorca Magazin“. Nun isst der vorsichtige Ausländer dieses Nationalgericht der Insel ja nicht so gerne, weil es 1. voller mysteriöser Innereien steckt, und 2. vor Fett trieft. Aber Maestro Klaus, selbst Feinschmecker von Gottes Gnaden, hat es so zubereitet, dass sich keiner mehr davor fürchten muss. Leider hat er das Rezept nicht verraten, aber wer das Foto genau betrachtet, kann die Zutaten leicht identifizieren …

Ein Gästeklo im Garten?

DEN GEDANKEN HATTE ICH IMMER SCHON: Ein mobiles WC in einer stillen Gartenecke (wohl dem, der einen Garten hat!), benutzbar für Handwerker und bei Affenhitze, da es den Weg ins Haus erspart – und natürlich für Gäste, wenn man nur über eine, die eigene, Toilette verfügt. Oder ist das diskriminierend? Jetzt ist mir ein Prospekt der Fa. WeekClean zugeflattert, mit einem Angebot: Ich kann das WC-Häuschen mieten, es wird inselweit aufgestellt, ich kann unter rund 20 Farben auswählen („Passend zu Ihren Blumen“, sagte der Scherzkeks am anderen Ende der Leitung), es ist ökologisch ohne Kanalanschluss, verfügt über ein Waschbecken und WeekClean reinigt es, je nach Vereinbarung und Benutzerfrequenz, täglich oder wöchentlich. Anruf genügt! Tja, da fehlt nur noch der Preis, und da bin ich mit WeekClean nicht ganz klar gekommen, da muss man wohl scharf verhandeln und es hängt auch davon ab, ob die Firma einen geeigneten Platz im Garten selbst präparieren muss. Aber die Idee bleibt gut und ich zeige mal zwei Fotos von der Website der WCler …

Die Wildziegen waren da …

… UND HABEN ALLES ABGEFRESSEN IN MEINEM GARTEN! Sie erinnern sich vielleicht noch an meine Klage vor ein paar Wochen: Wenig los in der Gegend wg. Corona, dreiste Ziegenherden steigen aus den Bergen, überfallen die gepflegten Gärten und hauen sich die Bäuche voll an Bäumen, Sträuchern und Blumenbeeten. Eine Katastrophe, nur Abschuss hilft (machen die verzweifelten Gärtner!) – und nun die ganz andere Version: 1 Der Garten sieht gepflegt und geordnete aus. 2 Was die Ziegen angerichtet haben, hätte normalerweise jeder kluge Jardinero tun müssen: Hohe Gewächse wurden durch den „Wildfraß“ bis auf 2 m sorgfältig beschnitten! 3 Die Rosen sind zwar in Schwierigkeiten, aber dem Hibiskus z. B. hat’s nicht geschadet. Alles wächst super nach und eher noch üppiger. 3 Die Kakteen haben die Ziegen verschmäht, die sehen wie eh und je aus. Und das bedeutet als Fazit: Ich würde mir so eine Invasion nicht nachmal wünschen, aber im Endeffekt hat sie nicht tiefgreifend geschadet, im Gegenteil!

Die Insel der Maskierten …

… DAS FÄLLT ALLEN AUF, DIE EINFLIEGEN ODER ANLANDEN: Die Disziplin, mit der alle Masken tragen auf der Insel! Da mag wohl auch die Furcht vor Strafen mitspielen, aber die Gäste aus der Bundesrepublik und vor allem die vom spanischen Festland, die sich bereits zu Tausenden auf Festivals rumtreiben, empfinden es doch als angenehm, dass selbst Campesinos auf dem Feld, Hausfrauen bei der Arbeit, Jogger im Hinterland, Fischer auf den Molen und Handwerker im Dienst (z. B. Fliesenleger im Haus eines Freundes) sich schützen wie die Bankräuber, die nicht erkannt werden wollen. Natürlich hat die Maskenpflicht auch den Geschäftssinn der Insulaner angestachelt, und auch wenn die Designs nicht immer den gesundheitlichen Vorgaben entsprechen, und so werden höchst unterschiedliche und durchaus dekorative Stücke angeboten, die man fast schon „Sammelobjekte“ nennen könnte. Drei Exemplare zeige ich hier …