Corona

Es gibt was Neues: Die Corona-Küche …

DAS SIND REZEPTE, DIE ENTSTANDEN, weil begabte Herd-Artisten in der Quarantäne viel Zeit haben/hatten, sich was Neues oder attraktive Variationen auszudenken. Ich könnte Dutzende von Beispielen aus den Experi- mentier-Küchen nennen, und sie alle stammen von Gourmet-Amateuren. So wie dieses „Frito Mallorquin“ von Klaus Exner, den viele kennen von seinen ungeheuer schmackhaften Beiträgen im „Mallorca Magazin“. Nun isst der vorsichtige Ausländer dieses Nationalgericht der Insel ja nicht so gerne, weil es 1. voller mysteriöser Innereien steckt, und 2. vor Fett trieft. Aber Maestro Klaus, selbst Feinschmecker von Gottes Gnaden, hat es so zubereitet, dass sich keiner mehr davor fürchten muss. Leider hat er das Rezept nicht verraten, aber wer das Foto genau betrachtet, kann die Zutaten leicht identifizieren …

Ein Gästeklo im Garten?

DEN GEDANKEN HATTE ICH IMMER SCHON: Ein mobiles WC in einer stillen Gartenecke (wohl dem, der einen Garten hat!), benutzbar für Handwerker und bei Affenhitze, da es den Weg ins Haus erspart – und natürlich für Gäste, wenn man nur über eine, die eigene, Toilette verfügt. Oder ist das diskriminierend? Jetzt ist mir ein Prospekt der Fa. WeekClean zugeflattert, mit einem Angebot: Ich kann das WC-Häuschen mieten, es wird inselweit aufgestellt, ich kann unter rund 20 Farben auswählen („Passend zu Ihren Blumen“, sagte der Scherzkeks am anderen Ende der Leitung), es ist ökologisch ohne Kanalanschluss, verfügt über ein Waschbecken und WeekClean reinigt es, je nach Vereinbarung und Benutzerfrequenz, täglich oder wöchentlich. Anruf genügt! Tja, da fehlt nur noch der Preis, und da bin ich mit WeekClean nicht ganz klar gekommen, da muss man wohl scharf verhandeln und es hängt auch davon ab, ob die Firma einen geeigneten Platz im Garten selbst präparieren muss. Aber die Idee bleibt gut und ich zeige mal zwei Fotos von der Website der WCler …

Die Wildziegen waren da …

… UND HABEN ALLES ABGEFRESSEN IN MEINEM GARTEN! Sie erinnern sich vielleicht noch an meine Klage vor ein paar Wochen: Wenig los in der Gegend wg. Corona, dreiste Ziegenherden steigen aus den Bergen, überfallen die gepflegten Gärten und hauen sich die Bäuche voll an Bäumen, Sträuchern und Blumenbeeten. Eine Katastrophe, nur Abschuss hilft (machen die verzweifelten Gärtner!) – und nun die ganz andere Version: 1 Der Garten sieht gepflegt und geordnete aus. 2 Was die Ziegen angerichtet haben, hätte normalerweise jeder kluge Jardinero tun müssen: Hohe Gewächse wurden durch den „Wildfraß“ bis auf 2 m sorgfältig beschnitten! 3 Die Rosen sind zwar in Schwierigkeiten, aber dem Hibiskus z. B. hat’s nicht geschadet. Alles wächst super nach und eher noch üppiger. 3 Die Kakteen haben die Ziegen verschmäht, die sehen wie eh und je aus. Und das bedeutet als Fazit: Ich würde mir so eine Invasion nicht nachmal wünschen, aber im Endeffekt hat sie nicht tiefgreifend geschadet, im Gegenteil!

Die Insel der Maskierten …

… DAS FÄLLT ALLEN AUF, DIE EINFLIEGEN ODER ANLANDEN: Die Disziplin, mit der alle Masken tragen auf der Insel! Da mag wohl auch die Furcht vor Strafen mitspielen, aber die Gäste aus der Bundesrepublik und vor allem die vom spanischen Festland, die sich bereits zu Tausenden auf Festivals rumtreiben, empfinden es doch als angenehm, dass selbst Campesinos auf dem Feld, Hausfrauen bei der Arbeit, Jogger im Hinterland, Fischer auf den Molen und Handwerker im Dienst (z. B. Fliesenleger im Haus eines Freundes) sich schützen wie die Bankräuber, die nicht erkannt werden wollen. Natürlich hat die Maskenpflicht auch den Geschäftssinn der Insulaner angestachelt, und auch wenn die Designs nicht immer den gesundheitlichen Vorgaben entsprechen, und so werden höchst unterschiedliche und durchaus dekorative Stücke angeboten, die man fast schon „Sammelobjekte“ nennen könnte. Drei Exemplare zeige ich hier …

Netter Tipp gefällig?

SAN MIGUEL IN FELANITX! Die große Kirche im Zentrum. Daran ist so gut wie jeder Tourist schon mal vorbei gefahren, aber selbst die Residenten waren kaum je drin. Ich gebe hier mal die erstaunte Schilderung eines Freundes wider: „Ein Hit besonders für Freunde unerwarteter Zahlen! 14 Seitenkapellen und 20 Altäre! Mehr als in der Kathedrale in Palma! Vn der Gotik bis zur Neugotik. Nicht bayerisch hell und heiter, sondern spanisch dunkel und mystisch!“ Und wie ist Du reingekommen, San Miguel ist doch fast immer zu? „Scheinbar machen die jetzt zu Corona-Zeiten das Portal weit auf, ich hab‘ mich auch gewundert, aber kam problemlos rein.“ Es gibt kaum Infos zu dieser alten Kirche, nur Bruchstücke, nur die großen, fetten, teuren, älteren Guides berichten ein bisschen mehr. Umso dringender, da jetzt mal reinzuschauen – es gibt ja sonst wenig zu tun in diesen versuchten Zeiten …

Tapfer, Ingrid, weiter so …

WIE DIE TAPFEREN GALLIER UM ASTERIX BLEIBT EINE FRAU HARTNÄCKIG: Ingrid Flohr mit ihrem Kulturpro- gramm für uns alle! Das zieht sie durch mit großartigen Exper- ten, schriftlicher Anmeldung, begrenzter Teilnehmerzahl und Einhaltung aller Corona-Sicherheiten! Das sieht dann in den kommenden Wochen so aus:

Samstag, 24. April, Besichtigung der Talaiots rund um Santanyi.

Donnerstag, 29. April, Galerien-Tour durch Palma.

Sonntag, 2. Mai, Beethoven-Matinee auf der Finca Pescador bei Alqueria Blanca.

Freitag, 7. Mai, Lesung mit Michael Vogtmann in Santanyi.

Leute, es gibt nix Besseres in diesen schweren Corona-Zeiten, bei Ingrid wird immer was geboten (inkl. gepflegtem Speis & Trank) und gemessen am Spaß, sind die Kosten gering …

Anmeldung: iflohr.santanyi@gmail.com oder 690/21 87 09. 

Wer hat gesagt, dass alle Mallorkinerinnen ziemlich klug sind?

IRGENDEINER WAR’S, aber der kannte Aina Barceló nicht! Denn die hat jetzt einen Leserbrief geschrieben und der lautet (auf Englisch): „Very irresponsible to come to OUR Island, when your goverment is telling you not to come here! Tourists, you are not welcome, go back to Germany!“ Soll heißen: Haut ab, wenn Ihr zu uns kommt, obwohl Euch eure Regierung davon abrät! Ihr seid nicht willkommen! Hat man sowas Dämliches schon mal gehört? Da setzen wir uns über die (noch dämlichere) Empfehlung aus Berlin hinweg und dann gibt es so eine Mallorkinerin, die uns trotzdem von der Insel werfen möchte! Tja, Frau Barceló, manchmal hilft Nachdenken, bevor man redet, und besonders wichtig ist es, bevor man schreibt – und bezeichnend, dass Sie Englisch mit uns reden, weil Sie uns für zu blöd für Spanisch halten …

Das ist mal eine gute Idee!

… UND BESONDERS JETZT IN DER VERFLUCHTEN VIRUS-ZEIT! Karen Navarro aus Llubi hatte sie mit ihren „Rutes botaniques medicinals“, das sind Wanderungen auf den Spuren mallorkinischer Heilpflanzen. Sie dauern 2 Stunden, kosten 15 Euro/Person und der tiefere Sinn von Karens Idee ist, dass man nicht nur die Heilpflanzen kennen lernt (die bisher, da gehe ich von aus, für die meisten zu 99 % unentdeckt am Wegesrand wachsen!), sondern auch von ihr gesagt bekommt, zu welchen Wehwehchen man sie wie anwendet! Es mag eine gewisse Sprachbarriere bestehen, aber da die Gruppen nie groß sind, hat die Botanikerin immer Zeit, auf individuelle Fragen in geläufigen Sprachen einzugehen. Teuer: Unsinn – 8 Cent pro Minute sind ein erfreuliches Preisleistungsverhältnis bei einem derart nützlichen Thema …

Es musste ja so kommen …

… DASS VEREINSAMTE MENSCHEN HILFE BENÖTIGEN! Solche, die in ihren Wohnungen eingesperrt sind oder es nicht wagen, die Fincas zu verlassen aus Angst vor Corona! Die festsitzen vielleicht auch, weil sie alt und gebrechlich sind. Und keinen hilfreichen Nachbarn haben, von Verwandten gar nicht zureden. Jedenfalls tauchen jetzt die ersten (öffentlichen) Hilferufe auf, etwa in der Art: „EINKÄUFER für Privat gesucht“, mit Telefonnummer und Email-Adresse. Ich weiß, da wird viel getan, aber einige scheinen immer noch vergessen worden zu sein in ihren vier Wänden – auf der Rückseite des Paradieses Mallorca. Denn da dringt Not aus dem Hilfeschrei: Wer holt für mich was aus dem Supermarkt und der Apotheke? Es wäre spannend zu erfahren, ob sich jemand gemeldet hat …

Ausgerechnet jetzt – Curling …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ darüber …

EIGENTLICH: WARUM NICHT? AKTUELL: NICHT GANZ BEI TROSTE! Das sage ich zu der Meldung, dass sie in Port Adriano drei Curling-Bahnen eröffnet haben. Die Vielfalt der Insel wird dadurch zwar erweitert, aber das Kontaktverbot gilt doch auch für derlei geselligen Sport (mal von den Kosten für die Anlage gar nicht zu reden), und da frage ich mich: Was soll das? Gibt’s nichts Dringlicheres? Und das alles für die paar Ausländer, die schon mal einen Curling-Stein in der Hand hatten? Oder Neulinge, die es mehr oder weniger alleine ausprobieren müssen. Port Adriano ist zwar der rührigste, unterhaltsamste aller Insel-Häfen und die Tramuntana prangt in weißer Pracht, aber Curling …  – Nette Idee, falscher Termin …