Deutsche

Ich hab‘ mich wohl geirrt …

… UND DAS MÖCHTE ICH KORRIGIEREN. Ein netter Leser, Volker Reissmann, hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ich hatte behaup- tet, zwei meiner schönsten Bilder stammten vom Kunst- professor Dr. Alfred Behle, aber gemalt hat sie wohl eine Dame namens Hildegard Behle(-Ferrer), die viele Jahre in Cala Rajada gelebt hat und dort 1998 gestorben ist. Viele wer- den sich noch an sie erinnern. Das Versehen tut mir leid, aber die Gemälde sind nur mit Behle signiert. Lieber Herrn Reissmann, ich danke für den Hin- weis …

Corona: Import – Export …

… DAZU HAT „ULTIMA HORA“ EINE INTERESSANTE GRAPHIK VERÖFFENTLICHT, die man allerdings interpretieren muss. Sie zeigt, wie viele Corona-Fälle von außen in die spanischen Provinzen gebracht wurden. Da führt Madrid (das politische und wirtschaftliche Zentrum) mit weitem Abstand und die Balearen mit ihrem gebremsten Tourismus liegen im unteren Drittel. Aber: Für uns Deutsche ist die Aufschlüsselung deshalb von Bedeutung, weil 64 % der Krankheitsfälle vom spanischen Festland auf die Inseln gebracht wurden (vor allem aus Madrid!), nur 36 % aus dem Ausland, z. B. England und Deutschland. Das heißt: Um Mallorca sauber zu bekommen, müsste man also zuerst einmal die Flüge aus dem eigenen Land stoppen – oder besser kontrollieren, während die 36 % Hoffnung machen auf eine mögliche Akzeptanz der Urlauber …

Da wird ein Bauhaus-Schach angeboten …

DAS IST EIN KUNSTWERK, geschaffen um 1924 von einem gewissen Josef Hartwig in Dessau mit derart stilisierten Figürchen aus Ahornholz, dass das Spielen nicht leicht fällt. Originale gehören eigentlich ins Museum, oder in die Schauvitrine, aber sie werden gar nicht mal selten angeboten, zwischen 4000 und 8000 Euro, und die Anzeige ist wohl so zu verstehen, dass dieses Bauhaus-Schach 5000 Euro kosten soll. Was ein strammer Preis ist für die Edition von 1933 – selbst wenn man leidenschaftlicher Schachspieler und das Angebot echt ist. Interessant jedoch, was man so alles auf der Insel finden kann, auch an gehobener Kultur. Übrigens: Im Bauhaus-Shop (Internet) kann man Kopien für 281,71 Euro kaufen …

Was ist denn nu los?

IST CORONA SCHULD, das unter älteren Herren die Einsamkeit-Seuche ausgebrochen ist? Gerade erst hatte wir einen 70-jährigen Architekten, der per Kleinanzeige eine „Frau fürs Leben“ sucht, jetzt meldet sich ein 59-jähriger Arzt! Mit dem kecken Satz: „Man nennt mich attraktiv und was bist Du?“ Im Gegensatz zum Architekten bietet der Mediziner nicht gleich eine Villa auf Mallorca als gemeinsames Heim an, aber prüft man seine Formulierung genau, die da lautet: „Suche Frau fürs Leben in Mallorca“, könnte man annehmen, dass er in Deutschland eine Frau hat und ihm nur auf der Insel eine fehlt! Ich werd‘ ihn mal anschreiben, vielleicht antwortet er ja (was der Architekt nicht getan hat) …

Gemüse statt Golf – eine „Helau“-Idee!

So schön ist der Sport – und da sollen Beete angelegt werden? 

EIN ÄLTERER UNTERNEHMER AUS DEM RHEINLAND HAT SIE GEÄUSSERT, ich habe seinen Plan in einem Leserbrief entdeckt. Er schrieb (leicht gekürzt): „Die Regierung kauft einen Golfplatz, der sich mangels Besuchern in Schwierigkeiten befindet. Gesucht wird ein Investor aus der Bio-Landwirtschaft, der in der Lage ist, Gemüseanbau zu betreiben. Die Inselregung subventioniert für etwa fünf Jahre diese Bemühungen, um soziale Spannungen abzufangen und für Mallorca ein zweites Gewicht neben dem Tourismus zu schaffen.“ Wie, bitte? Gedanken sind frei, natürlich, aber auch der Widerspruch: Scherz oder Irrsinn? Es ist doch genügend brach liegendes Bauernland vorhanden – und Golfplätze sind nicht fruchtbarer, haben allerdings ein funktionierendes Bewässerungssystem. Deshalb sind es auch blühende Landschaften, gottseidank den bauplatz-gierigen Immobilien-Heinis weitgehend entzogen, und jeder Golfer trägt mehr Geld auf die Insel als 12 Hotel-Pauschalisten! Und nun will der Schlauberger aus Düsseldorf staats-subventionierte Pflüge und Gewächshauser auf die Fairways bringen und auf den Grüns Weißkohl anbauen! Und in die Klubhäuser ziehen dann Campesinos ein und fahren in den nicht mehr benötigten Elektrowagen auf die Felder. Ich vermute mal, gelinde gesagt, der Mann ist kein Golfer (ich bin’s). Oder er ist mal am Düsseldorfer Golfklub spazieren gegangen und da hat ihn ein verirrter Ball am Kopf getroffen. Wenn er’s allerdings als Scherz gemeint hat, rufe ich ihm ein fröhliches  Corona-„Helau“ zu: Selten so gelacht … 

Das ist wirklich schade …!

Es Capdella

… DASS DER SEIT, nun ja, SEIT JAHRZEHNTEN BELIEBTE COCKTAIL AUSFÄLLT! Die legendäre Literaturagentin Lianne Kolf und ihr Lebensmann Christian-Andreas Beyer veranstalte(te)n ihn immer am 29. Dezember in ihrem kurios-köstlichen Haus in Capdella und er ist/war ein fest in der Insel-Society verankerter Termin. Und nun bekamen die Stammgäste folgende Meldung: „Liebe Freunde, selbstverständlich fällt in diesem Jahr unser Cocktail am 29. Dezember aus. Das ist sehr schade“ – wobei am meisten „schade“ dieses fatale Wörtchen „selbstverständlich“ ist. Und noch „schader“ ist, dass es dafür keinerlei Alternative gibt, zu exklusiv, zu freundschaftlich, zu perfekt war diese Party immer. Was tun? Im Moment nichts, aber es hilft, den Gastgebern aus heiterem Himmel ein langes Leben zu wünschen, damit diese Cocktails wieder stattfinden und zwar bis weit ins 21. Jahrhundert …

Es ist so schön auf der Insel …

Da bekommt man Heimweh nach der Insel …                                                    (Foto: Ursula Becker-Schmitz)

WAS AUCH IMMER MAN AN HORROR-MELDUNGEN HÖREN MAG – bei mir haben sich am einem Tag (gestern) drei Familien gemeldet, die ein Haus oder ein Apartment auf der Insel besitzen und sich spontan entschlossen haben, den Winter über da zu bleiben. Weil es „so wunderschön ist wie sonst nie“, wie einer mir sagte; „so einsam und so herrlich mallorkinisch, wie wir es gar nicht kennen“, so ein anderer; „da ahnt man, wie Mallorca in der Hochsaison am Tourismus leidet“. Nun sind die Überwintere 1. nicht mehr jung, und 2. finanziell unabhängig. Und 3. hoffen Sie, dass kein lokaler „Lockdown“ beschlossen wird, der sie in ihren vier Wänden kaserniert, aber die aktuellen Zahlen deuten nicht darauf hin, obwohl ein himmelweiter Corona-Unterschied besteht zwischen bestimmen Stadtteilen Palmas (beängstigend hoch) und z. B. der Gemeinde Felanitx (lächerlich niedrig). Gratulation, Leute, ich wünsche einen milden Winter, obwohl der Wespen und anderes unliebsames Getier millionenfach züchten würde …

Hoffnung trotz Alarm …

DIE NACHRICHTEN AUS SPANIEN SIND FURCHTBAR, nahezu unerklärlich, wie sich das Land selbst immer tiefer in die Corona-Krise reißt! Da macht es ein bisschen Freude, was mein Freund Hano berichtet, der zwischen Schleswig-Holstein und seinem Haus an der Ostküste pendelt: „Wir sind seit einer Woche wieder auf Mallorca. 20 bis 24 Grad kann man gut aushalten. Für uns sind genug Gaststätten geöffnet, aber für die Branche ist es natürlich katastrophal! In unserem Flugzeug aus Hamburg saßen 20 Passagiere – und gähnende Leere auf den Flughäfen! Wir gehen heute mit Freunde nach Canyamel zum Golfen. Schade, dass Du nicht mitgehst …“.

Die deutschen Zeichner nicht vergessen …

Eine der aktuellen Mallorca-Zeichnungen von Prof. Hädler …
Emil Hädler

… DENN SO GUT DIE MALLORKINER AUCH SEIN MÖGEN, es gibt auch ein paar deutsche Kollegen, die den Zeichenstift fabelhaft führen! Der Architektur-Professor Emil Hädler ist so einer, und wenn ich eines seiner Bilder kaufen könnte, ich würd’s sofort tun und es an eine Wand meines Finca-Salons hängen. Nun ist seine Verbindung mit Mallorca nach meiner Kenntnis eher lose, aber immer wieder entdeckt man, dass er sich auf der Insel herumgetrieben hat – und dass dabei so eine tolle Zeichnung wie diese hier entstand: „Geräumter Strand in Paguera“. Wer nach mehr sucht, dem rate ich, auf die Website des Deutschen Werkbundes zu gehen (www.deutscher-werkbund.de), dort verfasst Hädler eine monatliche Kolumne mit einer Fülle großartigster Bilder.

Eine reizende Dame mit einem entzückenden Puppenhaus …

 

 

Köstliches Detail: Oma steht in der Küche am Waschzuber (auf der 2. Etage links) …

ICH HABE MIT IHR TELEFO- NIERT, nachdem ich diese Anzeige gesehen habe. Ich erbat Fotos und sie hat sie mir gemailt. Ihr Mann hat dieses einzigar- tige Puppenhaus vor Jahren liebevoll und maßstabsgerecht selbst gebastelt – und vom Parterre bis in die Dachstube einge- richtet, samt den Bewohnern in niedlicher Kleidung, einem Treppenhaus und mit einer Kondito- rei und einer Apotheke im Parterre. 200 x 80 x 40 cm ist ein gewaltiges Format, rund 2000 Euro hat er reingesteckt und danach richtet sich auch der Preis, um den ein gewisses Geheimnis gemacht wird. Aber eigentlich ist kein Preis zu hoch für diese Kostbarkeit, die von musealer Qualität ist, denn seit den legendären englischen Puppenhäusern aus viktorianischer Zeit habe ich so etwas nicht gesehen. Man beachte nur mal, dass es im Zimmer links auf der obersten Etage sogar ein barockes Deckenfresko gibt, und wenn die Standuhren gehen und Wasser aus der Dusche strömt, würde mich das auch nicht wundern! Dieser Schatz, von dem selbst große Mädchen träumen, befindet sich übrigens im Pla-Städtchen Sineu und Interessenten mögen die Handynummer anrufen, die gut lesbar oben in der Anzeige steht …