Deutsche

Seltsam, wer kauft denn sowas?

Beauty an der Playa …
… Oma & Opa landen …
… Tante Helga in Camp de Mar …
… Familie in Formentor

ALTE FOTOS MIT LEUTEN, DIE KEINER KENNT! Zu Dutzenden werden sie angeboten, ich denke, da plündern Enkel die Fotoalben ihrer Großeltern und verscherbeln die Agfa-klack!-Aufnahmen. Für 1.33 Euro (das ist der niedrigste Preis, den ich fand) bis zu 19.99 Euro. Zwar sind es Mallorca-Schnappschüsse, aber bedeutungs- los, weil sie äußerst selten „historisch“ sind, also nicht zeigen, wie’s mal war im Gegensatz zu heute. Aber offen- bar werden die Aufnahmen aus den 50er- bis 90er-Jahren gekauft, was ich unter Umständen verstehen könnte, wenn’s um FKK ginge, aber die war selten auf der Insel  unter Franco (kommt aber vor auf den Fotos). Meine besonderen Lieblinge sind die „Aussteiger“ – Ehepaare in Hüten & Mänteln kommen eine Flugzeugtreppe herunter, abgeschossen von Berufsfotografen als Urlaubssouvenirs. Richtig schön dämliche Bilder, wenn man nicht sagen kann: „Guck mal, Opa Erwin und Oma Elise!“ Oder „Hihi, Tante Helga landet in Palma!“ Wer gibt dafür Geld aus? Ein Rätsel …

Da beginnt vielleicht eine bezaubernde Lovestory …

… MIT DIESER ANZEIGE, die ich einem der Insel-Blätter fand (unter „Kontakte“)! Ein stattlicher alter Herr von 1.86 m Größe möchte „im Süden“ (= Mallorca) mit einer alten Dame („70+“) kohabitieren „in lieben- der Partnerschaft“, sofern sie „lieb und gut situiert“ ist, und dafür bietet er „Fitness und Vitalität“ sowie einen „NR“ (Nichtraucher). Journalist war er, schreibt Bücher und lebt angeblich gerade in Paris. Kurz mal dachte ich, ob es sich um Ulrich Wickert handelt, aber der wurde in diesem Jahr 77, also 1 Jahr älter als der Kollege, außerdem ist er glücklich verheiratet. Es wäre interessant zu erfahren, ob die Annonce zu einer Lovestory führt, denn die wäre wirklich eine bezaubernde Geschichte auf unserer Insel … 

Kann sein, dass Mallorca befreit wird …

Das ist die Sendung, die Nullingers auf Mallorca zu Sternschnuppen-VIPs macht …

… VON DEM GESO … – DEN LEUTEN, die das Image der Insel durch ihre bloße Existenz versauen. Wie ich höre (und nicht nur ich) planen die Büchners den Abflug. Weil man nämlich, um auf der Insel Erfolg zu haben (= Einnahmen, Existenz, Zukunft), richtig ernsthaft arbeiten muss. Da genügt es nicht, so zu tun, als sei man prominent, könne gegen Honorar auftreten und werde überall eingeladen (= muss nix bezahlen). Und irgendwann hat auch der dümmste TV-Billigsender die Nase voll von seinen „Stars“ – spätestens wenn klar ist, dass eine Person, die nichts zu bieten hat, nach dem dritten Aufguss keinen mehr interessiert. Tschüssikowski, Ihr Leute, könnte ja später mal im Urlaub wiederkommen – wenn Ihr ihn bezahlt …

Deutsche Todesanzeigen auf Mallorquin sind neu!

ABER MAN SIEHT SIE JETZT IMER HÄUFIGER. So wie diese Verlustmeldung des allseits beliebten Karl-Heinz Muehlens im Lokalblättchen von Felanitx. Am 19. November ist „Carlos“, wie er von den Einheimischen liebevoll genannt wurde, gestorben – und klar, wenn einer jahrelang auf Mallorca gelebt hat, dann hat ihn seine Heimat vergessen und er ist hineingewachsen in die Welt seiner neuen Umgebung, und dann muss nur die wissen, dass er fehlen wird. Ich empfinde diese Annonce als einen wertvollen Teil der Integration, auch wenn Männer wie Carlos davon nichts mehr haben. Aber seine Familie hat verstanden, wie’s zu sein hat, und wir sollten dankbar dafür sein. Und wenn es zu Beginn der Annonce heißt, „Pregau per l’anima“, so schließe ich mich gerne an …

Wie man zu einer Uhr kommt …

IM ANZEIGENMARKT ENTDECKE ICH IMMER ETWAS, denn Mallorca wird von skurrilen Typen bevölkert, die eine Menge Probleme haben. Wie jener, der am Sonntag, 15. September 2019, in Son Sierra de Marina eine Uhr verloren hat und den Finder um Rückgabe bittet. Wo hat er sie verloren? Den Ort gibt’s nicht auf Mallorca, es sei denn, es handelt sich um Son Serra de Marina. Und nehmen wir mal an, ich wäre der Finder, und bei der Uhr würde es sich um eine Jaeger-LeCoultre handeln – würde ich sie aushändigen aufgrund dieser Anzeige? Wie beweist einer, dass es seine Uhr ist, wenn keine Identifizierung eingeritzt wurde? Und wieviele Uhren werden an einem Sonntag in Son S(i)erra de Marina verloren, und welche ist dann seine? Ein lustiger Fall …

4 1/1 Stunden Jens B. – wie geht das?

Der hatte doch tatsächlich eine Autogrammkarte …

DER SOGENANNTE JENS BÜCHNER, auch bekannt als „Malle-Jens“, war einer der Unbedeutendsten unter den unbedeutensten Insel-Promis: War nix, konnte nix. Und nun muss ich sagen, dass ich (manchmal) die TV-Schaffenden bewundere; die imstande sind, aus so einer Nullinger-Existenz eine 4 1/2-stündige Dokumentation zu drehen, und es dann wagen, diese 270 Minuten an einem Samstagabend um 20:15 Uhr dem Zuschauer ins Wohnzimmer zu kippen! VOX hat das getan und da bekommt der Begriff „Flachbildschirm“ eine ganz neue Bedeutung. Nun sagt meine Frau immer, und zurecht: „Kannst ja abschalten!“ Oder gar nicht erst einschalten. Nee, tu ich auch nicht, der Typ war schon zu Lebzeiten … – nun ja, die klugen Römer haben gesagt: „De mortuis nisi bene“ – Über die Toten nur Gutes. Die katholische Kirche hat das übernommen, aber den Nachsatz weggelassen: „… aber wahr muss es sein“ („si verum“). Wie stellt man bei einem Mann, der nur aus lauwarmer Luft bestand, fest, was wahr oder unwahr ist? Tja, da braucht es dann wirklich 4 1/2 Stunden Geschwafel …

Übrigens: Das Autogramm, das ich hier zeige, kostet bei Ebay fast 50 Euro. Das von Literaturnobelpreisträgern Elfriede Jelinek gibt’s für unter 20 Euro

Die erstaunlichen Apotheken!

ICH MAG DIE INSEL-FARMACIAS AUS DREI GRÜNDEN: 1. Die netten Apothekerinnen sind geschult, ärztliche Beratung zu erteilen. 2. Vie- le Medikamente, die in Deutschland vom Arzt verschrieben werden müssen, sind rezeptfrei. 3. Die meisten kosten nur einen Bruchteil dessen, was deutsche Apotheken verlangen. „Lixiana“ z. B., das sündhaft teure Bluthochdruckmittel, kaufe ich einfach so (es ist allerdings nicht billiger als Zuhause). Für andere Arzneien warte ich, bis ich auf Mallorca bin, weil ich hier oft nur ein Drittel bezahle. Andere Namen? Kein Problem, es gibt immer ein spanisches Equivalent und durch die vielen deutschen Patienten sind nahezu alle Apotheken auf diese Kundschaft eingestellt. Inso- fern betrachtet, ist die Insel ein pharmakologischen Paradies …

„Bitte nur gut situiert“ – aber mit Leidenschaft!

WAS FÜR EINE VERRÄTERISCHE ANZEIGE – und so dreist! Da sucht eine „hübsche schlanke Blondine“ per Anzeige einen „liebevollen Partner 60 bis 73 Jahre“. Sie verspricht „leidenschaftliche Liebe“ und „feste Partnerschaft ist erwünscht“. Klingt gut, aber dann entdeckt man den Pferdefuß, oder sogar zwei: Die Blondine wünscht ausdrücklich „Bitte nur gut situierte Partner“! Frage: Was hat das mit „leidenschaftlicher Liebe“ und „fester Partnerschaft“ zu tun? „Blondine“ scheint ihr auch wichtig zu sein. Und wieso darf der Wunschkandidat nicht 59 oder 74 Jahre alt sein? Der Verdacht: Einsame Goldgräbern auf der Suche nach … – nun ja? Wieder mal eine auf der Insel, die sich öffentlich zur Habgier bekennt. Sie hat eine Email-Adresse mit .de angegeben, aber ich publiziere sie nicht, weil ich mich als älterer Herr nicht zum Handlanger solcher Jägerinnen des einsamen Schatzes machen möchte. Aber man findet die Annonce unter KONTAKTE in den aktuellen Malle-Blättern …

Friedhof der Kuschelrentner …

Paul Kuhn

IST ES NICHT RÜHREND, wie auf Mallorca Ex-Stars Konzerte geben – und in der Insel-Presse, von den Impresarios und dem überalterten Publikum gefeiert werden wie anno dunnemal? Ich glaube, hier könnte sogar Margot Eskens, z. Z. 80, auftreten und müsste sechs Zugaben singen. Als sich in Deutschland kaum jemand mehr an Paul Kuhn erinnerte, mimte er seinen „Mann am Klavier“ noch jahrelang hier. Jetzt tritt „Die große Stimme“ (Originalzitat einer Palma-Zeitung) Ute Lemper, 56, auf, von der jeder Profi weiß, dass ihr Sing-Organ seit 10 Jahren „hinüber“ ist (obgleich ihre Show im- mer noch was hermacht). Gefeiert wird auch Axel Zwingenberger als „Deutsche Jazz-Größe“ und Piano-Star, der mit jugendlichem Elan auf die Tasten hämmert, obwohl er Jahrgang 1955 ist und nie wirklich den Durchbruch geschafft hat. Ich finde es ja sympathisch, dass Mallorca als Gnadenbrot-Insel dient, wo Fans hocken, deren Erinnerungsvermögen nicht gelitten hat. Aber man sollte aufhören, uns die einfliegen- den Oldies so zu verkaufen, als sei es eine Herablassung, dass sie sich bereit erklärt haben, auf Mallorca zu gastieren. Und doch noch ein Wort zur Verteidigung: Natürlich sind diese Künstler zehnmal besser als jeder der Ballermann-Aktivisten a la Jens B., denen man leichtfertig die vier Buchstaben S, t, a und r nachwirft …

Auf was für Ideen die Leute kommen …

ES LOHNT SICH, DIESE KLEINANZEIGE SORGFÄLTIG ZU LESEN! Da hat einer „Hunderte von Originaldekoartikeln auf 30 Südsee-Inseln“ gesam- melt, was auch immer das sein mag (ich vermute Schlimmes), und nun möchte er einen armen Kerl überreden, ihm die abzukaufen, um auf Mallorca eine „Südseebar“ zu eröffnen! Geht’s noch? „Kreativ helfen“ will der Anbieter auch noch, „habe Erfahrung“, sagt er. Warum macht er die Bar dann nicht selbst auf? Ich finde so eine Anzeige herrlich, weil sie erneut beweist, was so alles an kuriosem menschlichen Strandgut an den Küsten Mallorcas angeschwemmt wird – und wie diese Leute dann verzweifelt versuchen, über die Runden zu kommen, und das möglichst auf Kosten Anderer. Für mich ist klar: Der Südsee-Sammler ist ein Fall für VOX, der schreit geradezu nach einer TV-Realitysoap