Deutsche

Man hat mich geehrt, danke!

Ich bin der mit der Krawatte …

ICH HAB‘ DEN „INTEGRATIONSPREIS 2020/21“ der „Mallorca Zeitung“ bekommen! In einer noblen Veranstal- tung auf dem Castell Miquel vom Prof. Dr. Michael Popp („Biono- rica“) bei Lloseta. Mit seinen eigenen, köstlichen Weinen („Stairway to Heaven“), mallorkinischen Honoratioren, rund 100 wichtigen Gästen, feierlichen Reden, gut gemachten Videoclips zu den Geehrten (außer mir ein Sport-Impresario aus Österreich und die drei Benefiz-Engel von „Hope Mallorca“), einem nächtlichen „Flying Dinner“ im Park und einem schönen Metall-Kunstwerk als Trophäe. Ich fühle mich gerührt und geehrt, und weil es such ihm den „Integrationspreis“ handelt, habe ich meine Dankesrede zwar auf Deutsch gehalten, aber die mallorkinische Übersetzung aus einem Riesenbildschirm übertragen lassen – dafür bedankte sich die mallorkinische Kanzleramts-Ministerin Mercedes Garrido extra!

Darf ich mal ungalant sein?

Sieht sie vielleicht in Wahrheit so aus?

… ABER WENN ICH SO EINE ANZEIGE SEHE, dann frage ich mich, wann die Dame zuletzt in den Spiegel geschaut – oder ein ehrliches Kompliment bekommen hat! Dass sich jemand per Annonce in einer mallorquinischen Wochenzeitung als „sportlich“ bezeichnet, geht ja noch an. Selbst „attraktiv“ würde ich in der Selbstkritik stehen lassen. Aber „bezaubernd“? Das geht zu weit, denn bekannt- lich riecht so ein Eigenlob ziemlich mies! Und für all diese behaupteten Vorzüge sucht die Dame einen „adäquaten Lebenspartner“. Den sie trotz aller Anpreisungen ja wohl bisher nicht gefunden hat. Madre de Dios, was landen nicht alles für Gestalten auf unserer nachsichtigen Insel …

Noch so ein Heimlicher …

… VON DEM MAN NICHT WUSSTE, DASS ER EINE FINCA BESITZT: Bernd Freier, 74, der Gründer und Inhaber der Modemarke s.Oliver! Ein Multimilliardär und Selfmademan aus dem fränkischen Rottendorf. Der kaum Interviews gibt, sich nicht gerne fotografieren lässt und derart diskret auf die Insel fliegt, dass selbstverständlich nicht bekannt ist, in welcher Gegend seine Finca liegt. Man weiß allerdings, dass sie groß genug ist für eine Oliven-Plantage, denn er keltert (angeblich exzellentes) Öl und verteilt ab und zu ein Fläschchen als Geschenk an Besucher seiner Firmenzentrale. Tja, und ich beklage es nochmal: Da gibt’s solche phantastischen Leute auf Mallorca, aber lesen müssen wir dauernd irgendwelche Primitivo-Storys von drittklassigen Nullingern a la Danni B. …

Man kann’s kaum glauben …

… MIT WELCHER DREISTIGKEIT, SCHARLATANE VERSUCHEN, naiven Menschen Geld aus den Taschen zu ziehen! Verehrte Leser meines Blogs wissen ja, dass es mein spezielles Hobby ist, derlei Machenschaften zu entdecken, und letzte Woche fiel mir diese Kleinanzeige in die Hände: Da bietet eine/r über seine mallorkinische Handynummer nicht nur „Quatch“ (ich hielt das anfangs für Selbstironie – was für ein Irrtum!), sondern dazu noch „Auch Tabak lesen“. Bisher dachte ich, Tabak würde man rauchen, kauen oder schnupfen, und als ich im Internet nachgeschaut habe, wie das „Tabak lesen“ geht, habe ich nichts gefunden. Nun, da vernünftige Zeitgenossen über derlei Unsinn („Ich löse alle möglichen Probleme in Ihrem Leben …“) grinsend hinweggehen, tu ich das auch – allerdings mit meinem bewährten Bedauern, was für zweibeinige Parasiten unsere geliebte Insel befallen haben, ebenso unnötig wie das Covid 19-Virus

Ein bedeutender Mann ist tot!

ALLERDINGS WERDEN DIE WENIGSTENS IHN PERSÖNLICH GEKANNT HABEN, denn er lebte quasi als erotisch aktiver Eremit auf der Insel, kam heimlich, traf niemanden und flog unerkannt heim: Alois Pindl, höchstgeehrter Bayer, der eine ganze Reihe privater Schulen gegründet hat und beneidenswert reich damit wurde, jede verfügbare Ehrung einheimsen konnte und vor rund 40 Jahren einen Prachtbesitz an der Nordost- küste, in Espinagar, kaufte und ausbaute. Hinter meterhohen Mauern und einem gewaltigen elektrischen Tor, unzugänglich und nicht einsichtbar (wenn nicht aus der Luft), hier hatte er eine Mercedes-Limousine geparkt, mit der ihn und seine jugendliche Lebensgefährtin der Verwalter seiner Liegenschaft, ein mallorkinischer Nachbar, vom Flughafen abholte und dorthin brachte. Nun ist Alois Pindl gestorben, zwei Monate nach seinem 101. Geburtstag – und mit 100, als er sein Ende ahnte, hat er den Besitz schnell noch verkauft, obwohl sein Sohn ihn gerne geerbt hätte …

Die Wahrheit über „Dhraa“ …

Die Disco „Dhraa“: Irgendwannn ist jeder schon mal daran vorbeigefahren …

… ODER: WARUM SCHREIBT SIE KEINER? Das ist wieder mal so ein Fall, wo ich bekennen muss: Ich bin wahrscheinlich der am längsten schreibende deutsche Autor auf Mallorca! Seit 1966. Da hat sich eben mehr im Hirn festgekrallt als bei Anderen. Zu der Erkenntnis kam ich, als über den Verkauf der Disco „Dhraa“ links an der Straße von Portocristo nach Cala Millor berichtet wurde: zum Schnäppchenpreis von 245 000 Euro an den deutschen Unternehmer Markus W. Breisch. Plus 2,5 bis 3 Mio. Euro für die Renovierung (kalkuliert er). „Dhraa“ war seit 1993 stillgelegt (bis auf ein Restaurant im Außenbereich), 28 Jahre! Dabei hatten nach der Eröffnung 1986 jeden Abend von 23 Uhr bis Sonnenaufgang bis zu 10 000 Enthemmte in dem seltsamen Gebäude gefeiert. Unter der Regie des neuen Besitzers soll das Entertainment nobler werden rund um den Pool, in den Gärten und auf den Türmen. Die Genehmigungen hat er angeblich alle. Und nun der Griff in die Historie: Gebaut hat „Dhraa“ ein berüchtigter Mallorkiner – tja, aber da fehlten leider ein paar Genehmigungen. So wie immer. Den ersten Entwurf für die weltweit einmalige Anlage hatte er sich bei Jörn Utzorn geholt, dem Erbauer der Oper von Sydney. Der stieg aber schnell aus, als das Honorar ein warmer Händedruck sein sollte. Dann machten sich die Künstler Guillermo Perez Villalta und Miguel Barcelo ans Werk – und stiegen ebenfalls aus. Grund? Derselbe. Inzwischen bröckelte „Dhraa“, der Aufenthalt wurde unsicher, und die Gemeinde entdeckte plötzlich, dass wichtige Genehmigungen fehlten, und die Statik, mein Gott – und da schlossen sie den Komplex! Eigentlich schade, denn er sieht toll aus, man kann richtig spaßig feiern darin. Aber wie das so ist auf der Insel: Erst mal aufmachen und Kohle scheffeln, alles andere ergibt sich schon/vielleicht/irgendwie! Der Besitzer gab jedoch auf, weil ihm die versiegelte Riesen-Disco zu teuer wurde und sie ihn eher verknackten, als ihm die fehlenden Lizenzen zu geben. „Dhraa“ wurde später angeboten wie Sauerbier, anfangs für 1,7 Mio. Euro. Und jetzt ist es deutsch – zu einem Siebtel des Preises …

Am Marktplatz mit einem Großen …

Mehlis mit UN-Generalsekretär Kofi Annan

ACH, DA GEHT EINEM DAS HERZ AUF, wenn man merkt, dass auf unserer Insel nicht nur die peinlichen Nullingers ihr Unwesen treiben („Schamlos in Funk und Fernsehen“), sondern auf richtig gute Leute, über die nur keiner berichtet. Denn da hockte ich in einem kleinen Dorf im Pla an einem Wirtshaustisch auf dem Marktplatz und in der Nähe sah ich einen Herrn, der mir bekannt vorkam, mir fiel nur der Name nicht ein, aber ich war mir sicher: Der Mann ist weltberühmt, ein Deutscher mit Wohnsitz auf Mallorca und gefeiert durch einen derart wichtigen Job, dass man stolz sein würde, ihn zu kennen. Inzwischen weiß ich, wer er ist: Detlev Mehlis, Staatsanwalt aus Berlin, rund um den Globus unterwegs im Auftrag der UN und der EU!!! „Der Terrier“ nennen sie ihn, weil er nie vergisst und gnadenlos jagt. Die Mörder von Hariri, dem Präsidenten des Libanon, und Weinrich, den mörderischen Assi des Ober-Terroristen Carlos, mit internationalem Haftbefehl Gesuchte auf den Philippinen, in Ruanda und Südafrika. Wo ein Staatsanwalt benötigt wird, der weder Tod noch Teufel fürchtet, erscheint Mehlis (Germany)! Und da saß er vor der Kneipe, trank ein Weinchen und lächelte verbindlich. Mein Gott, und da wird mein Fernsehschirm verschmutzt mit Gestalten wie Danni B., Andreas R., Isi G. und … – ach, ich will’s gar nicht wissen! Herzlich willkommen, Herr Staatsanwalt!

 

 

Die Jagd ist eröffnet …

LESEN SIE DEN TEXT MAL GANZ GENAU – was bedeutet das? Da zeigt einer im Anzeigenteil eines Mallorca-Blattes einen Anderen mit Namen und sogar mit Porträtfoto (das ich aus rechtlichen Gründen unscharf gemacht habe), stellt eine peinliche Frage und gibt eine Telefonnummer an. Ich habe natürlich angerufen, sprach überraschenderweise mit einem Mitglied der internationalen Top-Society und der sagte mir Folgendes (und ich gebe das mal so weiter): Er habe auf Mallorca eine Yacht gechartert, 11 000 Euro angezahlt, dann festgestellt, dass das Boot einem Ehepaar aus Baden-Baden privat gehöre, das entsetzt sei über die Vercharterung – und natürlich von dem Geld keinen Cent gesehen habe. Der Typ im Foto sei aber längst mit dem Geld abgehauen, er wisse aber, wo er sich gerade aufhalte, und nun suche er andere Geschädigte für eine Sammelklage. Der Typ im Foto habe nun seinerseits gedroht, ihn – den Geschädigten – wegen der Veröffentlichung seines Foto zu verklagen, denn das sei nicht erlaubt! Interessanter Fall, denn der Society-Zampano sagte mir auch, es gehe ihm nicht ums Geld, sondern um die Peinlichkeit, reingelegt worden zu sein, und da werde er keine Ruhe geben, bis er „den Kerl“ erwischt habe …

Ich muss schon wieder mosern …

Direkt am Meer mit phantastischem Blick über den Hafen …

… DIESMAL ÜBER DÄMLICHE TRIPADVISOR-KOMMENTARE! Was die für einen Unsinn verzapft haben über die „Blue Bar“ in Portocolom, ist kaum auszuhalten. Zu teuer, mieser Service usw. Ich glaube kein Wort mehr bei diesen Reiseportalen und rate dringend dazu, dasselbe zu tun. Es mag ja sein, dass 1 der Gast und 2 die Bedienung zufällig gemeinsam keinen guten Tag hatten und der Kontakt schief lief. Aber sowas reicht nicht zu einem so negativen Urteil, vor allem, weil man ja nicht weiß, aus welcher Kiste der Kritiker angereist war. Fakt ist: Ja, die „Blue Bar“ ist nicht billig, aber dafür sind die Portionen ungewöhnlich üppig (Achtung: Eine Portion Pimientos del padron reicht für zwei!). Und perfekt ist die „Blue Bar“ tatsächlich nicht (wer ist das schon?). Mir ist die Musik ein paar Phon zu laut, Gäste, die schnell mal im Meer waren und ihre nassen Klamotten zum Trocknen auf die Geländer hängen, müssen auch nicht sein, und die Mineralwasserflaschen (San Pellegrino) sind die kleinsten, die ich weltweit je gesehen habe. Aber sonst? Am 3. Juli 2021, 13:30 Uhr, zu Dritt – perfekt!

Gibt’s tatsächlich Flüchtlinge nach Deutschland?

ICH GEB’S ZU: ICH WÄR‘ DA NICHT DRAUFGEKOMMEN! Aber dann sah ich zwei Anzeigen, eine mit dem fürchterlichen Titel „Für alle, die zurück in die Heimat wollen …“. Denen wird Rundum-Hilfe angeboten, damit sie ihre Bleibe auf der Insel möglichst schnell loswerden. Die zweite Anzeige richtete sich an Betrogene: Ein sich als durchschlagskräftig anbietender Inkasso-Zeitgenosse verspricht, Betrüger zu jagen, die sich mit dem Geld von Mallorca-Residenten nach Deutschland abgesetzt haben: „Sie haben es satt, dass sich Ihre Schuldner mit Ihrem Geld … ein angenehmes Leben machen?“ Hoppla, ich dachte bisher, die Betrüger würden sich mit erschwindeltem Geld von Deutschland nach Mallorca absetzen! Das scheint aber auch umgekehrt zu funktionieren! Doch zurück zu meiner Anfangsfrage zurück: Wieviele Deutsche verlassen die Insel wirklich? Und gibt’s neben „Goodbye Deutschland“ tatsächlich ein statistisch erfassbares „Goodbye Mallorca“? Das wird keiner ausloten können, aber die ersten Menetekel erscheinen an der Wand …