Deutsche

„Bitte nur gut situiert“ – aber mit Leidenschaft!

WAS FÜR EINE VERRÄTERISCHE ANZEIGE – und so dreist! Da sucht eine „hübsche schlanke Blondine“ per Anzeige einen „liebevollen Partner 60 bis 73 Jahre“. Sie verspricht „leidenschaftliche Liebe“ und „feste Partnerschaft ist erwünscht“. Klingt gut, aber dann entdeckt man den Pferdefuß, oder sogar zwei: Die Blondine wünscht ausdrücklich „Bitte nur gut situierte Partner“! Frage: Was hat das mit „leidenschaftlicher Liebe“ und „fester Partnerschaft“ zu tun? „Blondine“ scheint ihr auch wichtig zu sein. Und wieso darf der Wunschkandidat nicht 59 oder 74 Jahre alt sein? Der Verdacht: Einsame Goldgräbern auf der Suche nach … – nun ja? Wieder mal eine auf der Insel, die sich öffentlich zur Habgier bekennt. Sie hat eine Email-Adresse mit .de angegeben, aber ich publiziere sie nicht, weil ich mich als älterer Herr nicht zum Handlanger solcher Jägerinnen des einsamen Schatzes machen möchte. Aber man findet die Annonce unter KONTAKTE in den aktuellen Malle-Blättern …

Friedhof der Kuschelrentner …

Paul Kuhn

IST ES NICHT RÜHREND, wie auf Mallorca Ex-Stars Konzerte geben – und in der Insel-Presse, von den Impresarios und dem überalterten Publikum gefeiert werden wie anno dunnemal? Ich glaube, hier könnte sogar Margot Eskens, z. Z. 80, auftreten und müsste sechs Zugaben singen. Als sich in Deutschland kaum jemand mehr an Paul Kuhn erinnerte, mimte er seinen „Mann am Klavier“ noch jahrelang hier. Jetzt tritt „Die große Stimme“ (Originalzitat einer Palma-Zeitung) Ute Lemper, 56, auf, von der jeder Profi weiß, dass ihr Sing-Organ seit 10 Jahren „hinüber“ ist (obgleich ihre Show im- mer noch was hermacht). Gefeiert wird auch Axel Zwingenberger als „Deutsche Jazz-Größe“ und Piano-Star, der mit jugendlichem Elan auf die Tasten hämmert, obwohl er Jahrgang 1955 ist und nie wirklich den Durchbruch geschafft hat. Ich finde es ja sympathisch, dass Mallorca als Gnadenbrot-Insel dient, wo Fans hocken, deren Erinnerungsvermögen nicht gelitten hat. Aber man sollte aufhören, uns die einfliegenden Ol- dies so zu verkaufen, als sei es eine Gnade, dass sie sich bereit erklärt haben, auf Mallorca zu gastieren. Und doch noch ein Wort zur Verteidigung: Natürlich sind diese Künstler zehnmal besser als jeder der Bal- lermann-Aktivisten a la Jens B., denen man leichtfertig die vier Buchstaben S, t, a und r nachwirft …

Auf was für Ideen die Leute kommen …

ES LOHNT SICH, DIESE KLEINANZEIGE SORGFÄLTIG ZU LESEN! Da hat einer „Hunderte von Originaldekoartikeln auf 30 Südsee-Inseln“ gesam- melt, was auch immer das sein mag (ich vermute Schlimmes), und nun möchte er einen armen Kerl überreden, ihm die abzukaufen, um auf Mallorca eine „Südseebar“ zu eröffnen! Geht’s noch? „Kreativ helfen“ will der Anbieter auch noch, „habe Erfahrung“, sagt er. Warum macht er die Bar dann nicht selbst auf? Ich finde so eine Anzeige herrlich, weil sie erneut beweist, was so alles an kuriosem menschlichen Strandgut an den Küsten Mallorcas angeschwemmt wird – und wie diese Leute dann verzweifelt versuchen, über die Runden zu kommen, und das möglichst auf Kosten Anderer. Für mich ist klar: Der Südsee-Sammler ist ein Fall für VOX, der schreit geradezu nach einer TV-Realitysoap

Nett, wie die Regierenden für uns sorgen!

Der deutsche Formentor-Flyer …
… und der 112-Sticker

ES IST NÄMLICH NICHT SO, wie uns einige Leserbrief-Schreiber weismachen wollen, dass „die Mallorkiner nur unser Geld nehmen, sich aber sonst einen Sch … um uns kümmern!“ Sie wissen genau, was sie an uns Milchkühen haben und tun eine Menge. Aber ich gebe zu, dass vieles unbemerkt an uns vorbei geht. Wie z. B. der Anfang Juni herausgegebene, vierseitige Flyer auf Deutsch (mit Planskizze und Hashtag) zur Sperrung der Formentor-Straße. Oder der Sticker für den Leihwagen oder andere Fenster, auf dem grafisch drastisch die Notrufnummer 112 empfohlen wird. An der Kommunikation hapert’s, nicht am guten Willen, und meist nehme selbst ich überrascht zur Kenntnis, was sie wieder alles getan haben für die Ausländer …

 

 

 

Perscheid ist ein Philosoph!

Das ist der Cartoon …

ER ZEICHNET ÄHNLICHE CARTOONS WIE DER GROSSE GARY LARSON und er beschäftigt sich ab und zu mit Mallorca: Martin Perscheid (*1966). Seine betexteten Zeichnungen zeugen (meistens) von großer Weisheit und eine habe ich mir neben mein Badezimmerfenster gehängt, da man von dort das Meer sieht und sein Cartoon das zum Thema hat. Mit der Legende: „Helmut wartete. Er wusste, irgendwann würde ein Wal stranden. Und dann wäre er der Held.“ Das ist großartig und macht mir jeden Morgen beim Rasieren Spaß. Ich kann das so nachvollziehen, das ist philosophisch nachdenklich und herrlich naiv träumerisch. Es wird Zeit, dass Perscheid einen Sammelband seiner Insel-Cartoons veröffentlicht …

 

 

 

Da irrst Du peinlich, Ursula!

SIE IST PRIVAT EINE REIZENDE PERSON, diese TV-Darstellerin Ursula Karven. Aber als sie Mallorca enttäuscht verließ, nach Jahren auf der eigenen Finca und einigen Liebschaften, da war sie so dämlich, u. a. folgenden Grund anzugeben: Mallorca biete ihr nicht genügend „Kultur“, die wünsche sie sich aber, und deshalb ziehe sie nach Berlin um. Mein Gott, wie peinlich! Auf keinem anderen Fleck auf Erden gibt es mehr anspruchsvolle Veranstaltungen als auf Mallorca – vergleichbar nur mit New York, Paris oder London. Vernissagen, Theaterpremieren, Happenings, Opern, Konzerte, Führungen, Ausstellungen, Eröff- nungen, Messen, Märkte, Kongresse, Shows, Buchvorstellungen, Signierstunden und so weiter und so weiter. Und das auf drei Bühnen: für Ausländer, unter den Einheimischen und an beide gerichtet. Wer be- hauptet, hier gebe es zu wenig Kultur, der hat selbst keine, liebe Ursula – oder ist eben doch einfach nur eine Party-Tussi, die sich kulturell an „Gala“ orientiert …

Na, na, na – „Can Davero“!

… und das die zweite!
Das ist die erste Übertreibung …

DASS DIE KONKURRENZ HART IST, DAS WEISS ICH – und dass die Hoteliers ordentlich auf die Kacke hauen müssen, um Gäste an- und von der Konkurrenz wegzu- locken, verstehe ich. Aber manchmal wird derart über- trieben, dass eigentlich nur der ignoranteste Tourist auf die Behauptungen reinfallen kann. Dabei mag ich den Besitzer von „Can Davero“, er hat in vielen harten Jah- ren ein Schatzkästchen aus seinem Besitz bei Binissa- lem gemacht. Aber ihn „das letzte Paradies der Insel“ zu nennen, ist keck. Und dass man „in 20 – 30 Minuten 150 Strände“ erreichen kann, da muss ich kichern. Lieber Freund, nimm den Fuß vom Gas und biete den Leuten an, 1. was wahr ist, und 2. was sie nur bei Dir bekommen, das reicht für gute Umsätze …

Manchmal bleibt einem die Spucke weg …

… BEI DER DREISTIGKEIT EINIGER LEUTE! Wie diesem tyke, der gleich seine Email-Adresse angibt, damit man auf sein PayPal-Konto überweisen kann. Warum? Man glaubt es kaum: „Für mein privates Ökoprojekt“, das es noch nicht mal gibt, sondern es ist „in Planung“. Erklärt wird nichts in der Kleinstan- zeige einer deutschen Zeitung auf Mallorca, man weiß also nicht, wofür man Geld geben soll, da kann man sich großzügigerweise erkundigen – und zum Schluss ringt sich der Spendensammler ein „Vielen Dank“ ab. Ich sag’s ja immer wieder: Solche schrägen (und meist deutschen) Typen wie auf unserer Insel trifft man sonst nirgendwo …

Zugreifen, das ist die Gelegenheit, Ihr Hobby-Winzer!

Dekorative Weinballons …
… und das ist eine Weinpresse

ICH HABE ES NUR DURCH ZUFALL ERFAHREN: Ein Deutscher, der seit etwa 1989 jedes Jahr rund 500 Liter eigenen Rotwein gekel- tert hat, gibt auf, weil ihm mit 83 Jahren die Mühe zuviel wird. Und deshalb verkauft er sein gesamtes Zubehör, sozusagen seine Winzerei, für 500 Euro – ein Schnäppchen! Im Angebot sind ca. 50 Weinballons aus Glas, die Weinpresse, die Trau- benmühle, 5 Weinfässer a 120 Liter, einige Gärpropfen und diverses anderes Zubehör. Da sind nicht nur dekorative Stücke zum Ausschmücken der Finca darunter, sondern  einer, der auch eigenen Wein produzieren möchte, kann mit dieser Ausstattung sofort loslegen. Kontakt: 971 / 16 55 22 – und der Ex-Winzer bittet um hartnäckiges Klingeln …

Dutzende unentdeckter Schriftsteller!

ES IST EIN JAMMER, WAS FÜR BÜCHER ÜBER MALLORCA ERSCHEINEN! Blanken Unsinn enthalten sie meist, mies geschrieben dazu – und man begreift nicht, wie die Verfasser einen Verlag finden konnten! Dem gegenüber stehen Dutzende von unterhaltsamen, spannenden, informativen und fundierten Manuskripten, die keinen Verlag finden. Geschrieben von überraschend guten Autoren, 90% Amateure – und veröffentlicht schließlich als Buch auf eigene Kosten im Selbstverlag. So hat es auch Eberhard Hickstein aus Port Alcudia gemacht, ein flotter Schreiber, wie er mit seinem Buch „Vom Labskaus zur Sobrassada“ beweist. 225 Seiten über das Leben auf Mallorca, mit wenig Gefühlsduselei, aber Dutzenden handfester und überraschender Tipps in Erzählform, die von profunder Kenntnis der Insel durch jahrzehntelanges eigenes Erleben zeugen.  „Vom Labskaus …“ hat sogar eine ISBN, so dass eine Bestellung möglich ist: 978-3-00-049130-6. Es kostet 9.41 Euro. Tipp: Es gibt das Buch auch in den Müller-Märkten (soweit vorrätig) …