Deutsche

Da sucht einer ein Windrad …!

So sieht ein Windrad aus …

WIEDER SO EINE KLEINANZEIGE, die mich fasziniert: Ein mallorkinisches Windrad wird benötigt, ein Riesending mit einem Durchmesser bis zu 2.60 m! Defekt darf es sein, aber wie soll’s denn aussehen? Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas rumliegen hat, ich jedenfalls habe noch nie eins auf Abbruch- oder Flohmärkten gesehen. Es gibt – traditionell – 5 Arten Windräder, aus Holz, Metall und Stoff, mit Segeln, Schaufeln und Lamellen, und dazu gehört ein Turm bzw. ein Schrauben- und Zahnrad- system, das Windkraft auf eine Hebevorrichtung überträgt. Aber das will der Typ hinter der Anzeige alles gar nicht, ihm genügt das Windrad. Warum? Da steht eine Handy-Nummer, ich habe angerufen, aber es ging leider nie einer ran. Dennoch: Man müsste noch viel mehr stöbern in den Wünschen der Inselbewohner …

DonnerKEIL – da verkauft einer im Sekundentakt!

Diese Gemälde …
… gibt’s im Moment …
… preiswert zu kaufen

ER HEISST PETER ROBERT KEIL, wurde 1942 in Züllichau (Branden- burg) geboren, lebt – so heißt es – in Zimmerau (Bayern), Berlin und Los Angeles, und soll mal zu den „Großen Wilden“ gehört haben. Will ich nicht bestreiten. Was mich aber wundert, ist, dass im Moment Dutzende – was sage ich: Hunderte – seiner Werke auf Ebay angeboten werden: für 400 bis 800 Euro. Schnell hingerotzte Zeichnungen und ziemlich beliebige Gemälde, alle so um die 80 x 60 cm groß, und in jedem Stil der vergangenen 80 Jahre. Die meisten werden aus den USA verkauft und sollen zwischen 1950 und 1969 entstanden sein. Nun, das verweist auf ein Frühtalent, denn 1950 war Keil 8 Jahre alt! Ich besitze auch ein Porträt aus seinem Pinsel, gekauft mit der Information, der Meister habe sich auch auf Mallorca aufgehalten und sei ein „Freund“ von Joan Miro gewesen. Heissa, da habe ich aber zugeschlagen! Nun ja … – der Mann kann jedoch was, eigentlich, das ist kein Stümper, er hat ja auch fast jedes Jahr eine Ausstellung irgendwo. Aber mir kommt das stets verdächtig vor, wenn Werke en masse offeriert werden, und das zu Kaufhauspreisen. Als wenn der Maler dringend Geld brauche. Ich befürchte, da inflationiert einer sich selbst, deshalb habe ich ihm geschrieben, wollte das diskutieren, aber er hat mir nicht geantwortet …

… und hier flippen einige Rentner aus!


NEULICH BIN ICH EINEM RENTNER IN DIE HÄNDE GEFALLEN,
der mir seine Sammlung zeigen wollte. Da bin ich immer hellwach, aber in diesem Fall stimmte das „in die Hände gefallen“. Denn der alte Knabe, wohn- haft in Santa Ponca, sammel- te nackte Frauen auf Mallorca. Als FKK-Hef- te (sowas gibt’s), Touristen-Postkar- ten, Original- fotos und DVDs. „Schönheiten auf unserer schönen Insel“, schwärmte er – und besaß Hunderte! Aufregend fand ich die Sammlung nur, wenn sich die Nackedeis vor 1975 getummelt hatten, als Franco noch lebte und man für öff- entliches Unbekleidetsein ins Gefängnis kommen konnte. Aber das wusste der Sammler gar nicht, er starrte einfach nur auf die nackte Haut und vor allem dar- auf, wo die Haut nicht nackt war, wenn auch unverhüllt, und ich verabschiedete mich schnell. „Kommen Sie doch mal zu unseren Treffen“, rief er mir hinterher, und da ergriff mich Schaudern: Die sammelnden Voyeure sind auch noch so eine Art Klub! Es ist schon erstaunlich, was dieser schöne Felsen im westlichen Mittelmeer alles aushalten muss! Aber damit man sich überhaupt vorstellen kann, was die Greise heiß macht, zeige ich hier ein paar ihrer Objekte der Begierde …

Jetzt auch das noch, klagen die Mallorkiner …!

Silvio Vass mit Siegerpokal und Maskottchen

DENN IHNEN BLEIBT AUCH NICHTS ERSPART! Jetzt gewann ein Deutscher beim Balearentag die „Trobada Internacional Tir De Fona“  – das Steinscheudern, den Nationalsport der Insel. Silvio Vass heißt er. 44 Jahre, Erzieher aus Altensalzkoth bei Celle. Der nicht mal auf Mallorca wohnt. Seit 2009 hat er 4 Turniere gewonnen und nun fürchten ihn die Eingeborenen, wenn er bei ihren Wettkämpfen auftaucht. Späte Rache? Als Artillerie in Caesars X. und XI. Legion waren die ersten Mallorkiner um 50 v. Chr. in Germanien aufgetaucht und hatten unsere Vorfahren in Grund und Boden geballert (daher der Name „Balearen“). Die besaßen zwar auch eine Art Schusswaffe, die kurzen Speere namens Ger (= Germanen), aber gegen die Mallorkiner, die Stein- und Metallkugeln bis zu 300 m weit schleudern konnten, war damit nichts auszurichten. Und nun erscheint ein Germane auf Mallorca und feuert, sozusagen, die Steine zurück! Und die, die seit 4000 Jahren Profis sind, müssen kapitulieren! Nun sind die Insulaner ja kreuzschlaue Zeitgenossen und werden sich die Lufthoheit zurückholen – indem sie ihre Turniere nicht mehr „international“ ausschreiben …

Jetzt machen sie auch noch Messer …!

Ein größeres Küchenmesser …
… und ein Taschenmesser

DIE EXNERS (Uta & Klaus), DIESES VOR KREATIVITÄT EXPLODIERENDE KÜNSTLERPAAR! Sie malen, zeichnen, produzieren Bücher, kochen, entwerfen Rezepte, töpfern, bildhauern, kalligraphieren und und und… – auf ihrer versteckten Finca bei Arta. Und jetzt ist KE auf die Idee gekommen, Messergriffe aus mallorkinischen Hölzern zu machen. Verschieden- farbig, reine Handarbeit, jedes Stück ein Unikat, mit rustikalem Charme und von eigenwilliger Schönheit. Man kann die Messer (für die Hosentasche oder den Küchentisch) nicht eigentlich kaufen, KE stellt immer nur eins her („Gemach, gemach, eins nach anderen“, so er sprach), aber man kann mit den Beiden Kon- takt aufnehmen (utaexner@yahoo.com) oder mit mir, ich leite den Wunsch dann weiter. Die Crux ist, dass ich keinen Preis nennen kann, denn die Messer sind zu unterschiedlich, zu individuell in Größe und Gestaltung, nach Holzarten und Funktion. Aber ist es nicht erstaunlich, was man auf unserer herrlichen Insel alles findet?

Die Wahrheit über Es Fangar

Der Krauthausen-Text …
… und der Thorer-Text

STEHT DIESE WOCHE IN DER „MALLORCA ZEITUNG“ auf den Seiten 22 und 23 (ab Mittwoch). Der Chefredakteur Dr. Ciro Krauthausen und ich haben uns in aller Fairness bemüht, die Eisenmann-Insolvenz, die in die Milliarden geht, und die Zukunft des Paradieses Es Fangar (bei Felanitx) zu erläutern und zu bemessen. Es sieht nicht gut aus! Weshalb ich einen leidenschaftlichen Appell starte, dieses kostbare Stück Mallorca in Gänze zu erhalten. Aber nach dem, was mein Kollege recherchiert hat, wird das wohl kaum möglich sein. Deshalb mein Tipp: „MZ“ lesen, es ist spannend …

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 7 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Roman Herberth – und sein Gedicht „Auf der Insel Mallorca“, das ein paar kecke Reime enthält:

… und dann folgen 4 Strophen, die eine Insel-Werbung sein könnten. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google

Mallorca – made in the DDR …

Der DDR-Comic …
… und das einzige Mallorca-Bild!

JA, SOWAS GAB’S! Für DDR-Bürger lag die Insel zwar als Reiseziel so gut wie auf dem Mond, aber gehört hatten sie da- von, und da kam der FDJ die Idee, ein Heft ihrer „Bildzeit- schrift“ (so nannten sie Comics) dem Thema Mallorca zu widmen. Das Aben- teuer erschien 1981 im Band 5 von „Mosaik“, hatte 20 bunte Seiten, hieß „Die Reise nach Mallorca“, es ging um Piraten und das Inka-Gold (auch Don Quixote kommt darin vor!) und kostete 60 Ost-Pfen- nige. Nur – mit Mallorca hatte das kaum etwas zu tun, die Insel kommt nur in der Einleitung 1 x kurz im Bild und 2 x kurz im Text vor. Aber immerhin: So wurde eine Hoffnung genährt, die sich die eingesperrten DDR-Bürger 8 Jahre später in Massen erfüllen konnten – Ferien im bis dato westdeutschen Mittelmeerparadies …

Noch ’n Gedicht! Poesie Nr. 6 …

ICH HABE HERUMGEHORCHT und zu meiner großen Überraschung entdeckt, dass anscheinend Hunderte von unter uns lebenden Menschen Mallorca-Gedichte reimen und veröffentlichen – in Büchern und im Internet. Zum Teil sind es seitenlange Balladen, andere wirken eher wie balearische Haikus. Einerseits erheitern sie, was sicher oft nicht in der Absicht des Lyrikers lag, andererseits gibt es aber auch professionelle Poesie von literarischer Klasse. Ich werde von nun an jede Woche einen der Reimer mit einer Strophe vorstellen und zwar diesmal Andreas Kley – und sein eher mühsam erotisches Gedicht „Du Insel“, das reimmäßig etwas holpert:

… und dann folgen 4 Strophen eines Stranderlebnisses. Auf der Zunge zergehen lassen und viel Spaß beim Staunen! Sollte der Wunsch bestehen, die Gedichte vollständig zu lesen, so verweise ich auf Google

Eine Nostalgie im Badezimmer …

Eine „Maja“ allein …
… und der alte Kasten

ERINNERT SICH NOCH EINER AN UNSERE ERSTEN JAHRE AUF MALLE? An die vielen Straßen ohne Asphalt, die selbst- verständlichen Cog- nacs zu den Corta- dos und die älteren Herrschaften, die beglückt lächelten, wenn sie in einem Anfall von geistiger Regsamkeit Spa- nisch zu sprechen glaubten, im Laden „Käso“ sagten und tatsächlich Käse beka- men! Es war das Zeitalter der „Maja“-Seife, die rund war und in schwarzes Papier eingewickelt, darauf ein Sticker mit einer Flamenco-Tänzerin mit einem Fächer so groß wie ein Paravent. Man kaufte das Putz- mittel in einem hübschen Karton, der rundherum ähnlich bebildert war, und als Behältnis in den Werkzeug- schrank wanderte, wenn die Seife verbraucht war. Jahrelang lagerten darin bei uns Lüsterklemmen und Steckerteile, Holzkeilchen und Mäusefallen, Batterien und kleine Glühbirnen. Warum schreibe ich das? Weil ich so einen „Maja“-Kasten voll mit unbenützten Seifenstücken entdeckt habe in einem Schrankfach, das nur mit Leiter einsichtig war; die Seifen immer noch dufteten und schäumten nach 30 Jahren, und mich auf eine Zeitreise mitnahmen ins Jahr 1958, als meine Großmutter nach Mallorca ausgewandert war. „Maja“ kann man immer noch kaufen, sogar bei Rossmann in Deutschland, ein Kästchen mit 3 Stück kostet 8.99 Euro. Aber da fehlt die Nostalgie, die Memory, der Zauber und der spezielle Duft der frühen Jahre. Und mit den neuen Kästen kann man hinterher wenig anfangen …