Deutsche

Da passen zwei zusammen …

GUCKEN SIE MAL, WAS ICH ENTDECKT HABE: Zwei einsame Herzen, die Partner suchen! Nun ist die Anzeigenspalte KONTAKTE im Moment nur spärlich bestückt (wg. Virus), aber diese beiden Annoncen standen letzte Woche drin, lagen schon mal wie im Doppelbett, der Herr und die Dame wussten zwar offensichtlich nichts von einander, fügen sich jedoch ganz gut zusammen – und da dachte ich mir, ich versuche einen Bund fürs Leben in meinem Blog! Er ist 59 und möchte eine SIE auf Mallorca kennen lernen, SIE ist 45 und will mit IHM die Insel erleben und genießen. Passt doch, meldet Euch und schreibt mir, wenn’s geklappt hat …

Virus-Pleiten, die uns wehtun …

Das urige Restaurant auf dem Sant Salvador …
… die „Faneteria“, die keiner braucht

… UND DIE UNS VÖLLIG KALT LASSEN! Dass die drei mallorkini- schen Geschwis- ter, die das seit 1927 und in der 3. Generation existie- rende Restaurant  auf dem Sant Sal- vador (bei Fela- nitx), aufgeben müssen – da kom- men einem fast die Tränen! Was war das köstlich, im- mer donnerstags den von der Großmutter erfundenen Perlhuhn-Eintopf zu bestellen und beim Blick weit über die Insel zu genießen. – Ob dagegen die Nullingerin die „Faneteria“ in Cala Millor schließen muss („Das Vermächtnis meines Mannes Jens“), ist sowas von schnurzpiepe, dass es kaum eine Kurznachricht wert sein kann. Weil die Kneipe nie jemand gebraucht hat außer den Gaffer, die die komische VOX-Tante mal live sehen wollten. Da helfen auch Sosolala-News nicht, dass angeb- lich zur Nach-Quarantäne-Eröffnung 300 Fans Schlange standen, um einen Corona-Platz zu bekommen. 3 x 100? „Papier ist geduldig“ heißt es, aber im Internet kann man alles behaupten …

Sehr geehrter Herr Prof. Schönherr …

SIE HABEN RECHT IN IHREM BUCH „MODERNES MALLORCA“ – Kreuzfahrtschiffe der Nazi-Flotte „Kraft durch Freude“ haben nie in Palma angelegt! Albert Vigolais Thelen hat sich geirrt oder Propaganda betrieben (so wie einige andere Emigranten auch). Sie haben zwar deutsche Schiffe gesehen, aber keins von „KdF“ mit strammen Parteigenossen an Bord. Denn ich habe die Fahrpläne und Routen der braunen Dampfer durchforstet, und da war klar: Sie liefen zwar Spanien an, sogar Barcelona, aber nicht Mallorca. Ich hatte den Zeitzeugen eher geglaubt als dem zeitgenössischen Historiker, das war ein Fehler. Aber mit einigen Thesen Ihres sündhaft teuren Buches bin ich weiterhin nicht einverstanden, habe es aber nicht selbst gelesen, sondern nur die Rezensionen und Ihre Interviews. Denn den Preis von 69 Euro halte ich für leserfeindlich …

Die Straße der friedlichen Nachbarn …

In diesem Paradies hinter der Küste liegt irgendwo die Straße …

ES IST EIN CAMINO, KEINE CARRETERA. Nicht asphaltiert, nach Wolkenbrüchen ein Torrente, einspurig und schädlich für viele Autos. Eine Sackgasse, zwischen alte Steinmauern geklemmt, etwa 1,2 km lang, recht steil permunt oder pervall (je nachdem, ob man rauf oder runter fährt), ab und zu rechts oder links eine Einfahrt mit Tor. 16 Familien haben hier Häuser, die 7 Mallorkiner, einst alle Campesinos, jetzt nur noch wenige, seit Ewigkeiten; die 9 Ausländer siedelten sich zwischen 1955 und 2018 an. Eine friedliche Gemeinschaft, die sich die Straße teilt, die Stille, die Fruchtbarkeit, den Postkasten und die Elektrizität und 15 hängen an einer Quelle (einer ist so glücklich, eine eigene Wasserstelle geerbt zu haben). Neben den 7 Mallorkinern sind das 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Alle 16 wählen ab und zu einen Häuptling, das kann auch eine Frau sein, der dafür sorgt, dass alle ihre Rechnungen bezahlen, keiner den anderen übervorteilt und niemand zu laut wird. Sie kennen sich alle, laden sich gegenseitig ein (allerdings entziehen sich ein paar scheue Eingeborene dem engeren Kontakt mit den Extranjeros) und spielen an einem Abend jeder Woche gemeinsam, aber reihum Petanca mit anschließendem Dinner. Es geht also, Streit ist nicht zwangsläufig ein Genosse der Nachbarschaft. Nun gut, beim Wasser, das zögerlich fließt, sind sich nicht immer Alle einig, denn einige haben Rasen, andere nicht, einige besitzen Pools, andere nicht, einige wohnen ständig hier, andere nur monats- oder wochenweise. Aber es gibt immer eine Lösung, und es ist in den Jahrzehnten nie vorgekommen, dass zwei nicht mehr miteinander sprachen. Ich wollte das alles berichten, weil es mir gut gefällt – und weil es, vor allem in den Urbanisationen, häufig nicht so ist. 

Jetzt beginnen die Corona-Mysterien …

Foto: Anja Kaiser

ES MUSSTE JA SO KOMMEN, und es passiert auch auf Mallorca: Die erschütternden Corona-Geschichten, die aber für Journalisten kaum nachzuspüren sind, und meine Mutter pflegte immer zu sagen: „Ehe ich mich wundere, glaub ich’s nicht!“ Wie diese angebliche – oder tatsächliche – Tragödie: Eine Deutsche war mit ihrer in Palma lebenden Schwester verkracht, wollte sich in der schlimmsten Corona-Zeit doch mal nach ihr erkundigen, erreichte sie nicht, bekam schließlich einen Nachbarn an Telefon, der ihr mitteilte, dass die Schwe- ster am Virus verstorben sei, keine Angehörigen gefun- den werden konnten und sie in einem „Gemein- schaftsgrab anonym beerdigt“ wurde. Nun sucht die Schwester nach Möglichkeiten, die Leiche zu bergen und anständig in einem Namensgrab zu bestatten. Ist die Tragödie glaubhaft? Passierte so etwas mit alleinstehenden Ausländern auf Mallorca? Gibt’s überhaupt so etwas wie Massengräber in Palma? Kennt das Konsulat die Deutschen nicht, die auf der Insel leben? Alles nutzlose Fragen, da die Geschichte bereits im Umlauf ist! Geglaubt wird, was man erzählt. Und wenn nur ein Gran Wahrheit darin steckt, ist es der blanke Horror …

Da schaudert einen …

Eines der Fotos: Soldat badet …

… VIELLEICHT NICHT JEDEN, ABER MICH SCHON! Wenn ich sehe, wie da auf zwei kompletten eBay-Seiten Folgendes angeboten wird: Foto, Nachl. Pilot Legion Condor, Mallorca, Pollenca, Schweine in einer Höhle, Maße in cm ca. 9 x 6. Klartext: Da verscherbelt einer den Nachlass eines Piloten der fatalen Legion Condor, die auf Mallorca stationiert war, und der Flieger hat in seiner Freizeit fotografiert, und nun – rund 85 Jahre später – kann man die Agfa-klack-Fotos zum Preis von 4-5 Euro kaufen! Ich weiß, sowas ist hochinteressantes Anschauungsmaterial für Historiker, auch wenn nichts Militärisches zu sehen ist – außer deutsche Soldaten, die als Touristen unterwegs sind. Der Anbieter scheint auf der Insel zu sitzen, woraus ich schließe, dass die Nachfahren des Piloten hier leben und das braune Erbe über diesen mallorkinischen Antiquar loswerden wollten. Klicken Sie ruhig mal rein in das peinliche Angebot: Ebay.de – Mallorca– Sammeln & Seltenes – Mehr – Militaria.

Wir renovieren jetzt unsere Straße selbst …

… SAGTEN EINIGE DEUTSCHE UND NAHMEN IHRER GEMEINDE DIE KOSTEN AB! Nun frage ich mich: Ist das gut? Soll man das einreißen lassen? Da wo ich wohne, standen wir auch vor diesem Problem: 16 Nachbarn – 7 Mallorkiner, 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Die Frage war: Einen löchrigen Schafspfad asphaltieren mit anständiger Drainage? Die Gemeinde weigerte sich: Zu hohe Kosten für nur 16 Parteien. Sie schickte stattdessen eine Fuhre Schotter und glich die Unebenheiten aus. Und die Anwohner? Von den 9 Ausländern wollten sich 8 am Neubau beteiligen, von den 7 Mallorkinern nicht ein einziger! Plan tot. Nicht so in der Urbanisation „Es Pelats“ in Cala Rajada, genannt „Der deutsche Berg“. Da übernahmen die 50 Deutschen die Kosten für die Erneuerung der Straßen (50 000 Euro), zahlten also jeder 1000 Euro. Die Gemeinde Capdepera war fein raus. Und die eingeborenen Bewohner von „Es Pelats“? Da schrieb ein Deutscher vielsagend: „Jetzt sind alle glücklich, auch die Spanier, dass sie gefahrlos zu ihren Wohnungen gelangen können.“ Aha! Ein bemerkenswerter Vorgang, aber ich ahne, dass die Gemeinderatsmitglieder (und die spanischen Nachbarn) sich insgeheim an die Stirn tippen über die doofen Deutschen … – aber sei’s drum!

Eine Art moderner Erzherzog …

… IST DER AUTOR UND SPRACHFORSCHER JAN LAMMERS! Ein Deutscher, Mitte 40, verheiratet mit einer Mallorkinerin und auf der Insel lebend, Kolumnist, Schriftsteller – und ich rate dringend dazu, alles aufmerksam zu lesen, worüber sein Name steht. Es ist „Mallorca-Manna“, was er schreibt: unterhaltsam und lehrreich, überraschend und gelehrt. Deswegen kam ich ja auf den Vergleich mit dem verehrten Erzherzog, der vor 130 Jahren etwas sehr Ähnliches bewirkt hat. Nun ist Lammers ein derart bescheidener Mann, dass er sicher errötet ob meines Kompliments (und mich höflichst zur Ordnung ruft), aber jeder, der sein Buch „Unser kleiner Felsen Mallorca“ genossen hat (gibt’s für ein paar Euro im Internet), wird mir Recht geben.

Ideen für die Nullingerin …

UNGLAUBLICH, WIE HEFTIG REAGIERT WURDE! Aber ich musste die „Fans“ immer wieder brem- sen, damit sie nicht zu hämisch werden. Es waren großartige Vorschläge darunter und ich will sie  der Nullingerin nicht vorenthalten. Ideen für den Rest des Jahres, um nicht endlich verdientermaßen aus der Öffentlichkeit zu verschwinden: 1. Gebrochenes Bein einer Taube geschient, gurrt wieder. 2. Fledermaus mit Kescher aus Kamin geholt und fliegen gelassen. 3. Arme kleine Straßenwelpe an Freunde vermittelt. 4. Am Strand geholfen, einen verirren Wal ins Meer zu befördern. 5. Altem Esel Gnadenbrot gespendet. 6. Stabheuschrecke aus Spinnwebe befreit. 7. Rothuhn mit Brüllen ver- jagt, als ein Jäger auftauchte. 8. Gecko mit toter Fliege gefüttert, war dankbar. Lässt sich alles gut mit irgendwelchen Fotos belegen, auch wenn’s nie passiert ist, und der Nachweis, dass es nicht stimmt, ist schwierig zu führen. Also fast 100 % Erfolgsaussichten! Auf geht’s, wir warten …

Neues von der Nullingerin …

Unglaublich – sie gibt auch noch eine Autogramme!

ES WIRD DOCH JEDER ZUGEBEN, dass es im Moment eine Menge Probleme gibt: Der Corona-Ausbruch, Polizei-Brutalität, brennende und geplünderte Städte, ernsthafte Diskussionen um das weitere Zusammenleben der Men- schen usw. Und dann taucht die überflüssigste Wahlmallor- kinerin auf, die unsägliche Danni B., und drängt (wieder mal) auf lächerlichste Weise an die Öffentlichkeit: mit der (angeblichen) Rettung eines Katzenbabys aus einer Mülltonne! Das ist, ungelogen, wahnsinnig rührend, aber so grandios unwichtig in diesen Zeiten. Aber um sich erwähnt zu sehen, ist der Dame nichts zu albern – und ich wundere mich, dass es doch immer wieder Kollegen gibt, die sich den Stuss anhören und dann in ihren Publikationen ausbreiten dürfen. Und die gerne glauben, was ihnen diese Nullingerin erzählt, weil sie angeblich bei anderen Nullin- gers so beliebt ist. Nun mag einer sagen: So eine Katzen- baby-Rettungsaktion ist doch herzerwärmend, da man sonst nur Mieses hört in den Nachrichten! Ja, genau darauf spekuliert Danni B., denn ganz dumm ist sie nicht …