Essen

Ich muss schon wieder mosern …

Direkt am Meer mit phantastischem Blick über den Hafen …

… DIESMAL ÜBER DÄMLICHE TRIPADVISOR-KOMMENTARE! Was die für einen Unsinn verzapft haben über die „Blue Bar“ in Portocolom, ist kaum auszuhalten. Zu teuer, mieser Service usw. Ich glaube kein Wort mehr bei diesen Reiseportalen und rate dringend dazu, dasselbe zu tun. Es mag ja sein, dass 1 der Gast und 2 die Bedienung zufällig gemeinsam keinen guten Tag hatten und der Kontakt schief lief. Aber sowas reicht nicht zu einem so negativen Urteil, vor allem, weil man ja nicht weiß, aus welcher Kiste der Kritiker angereist war. Fakt ist: Ja, die „Blue Bar“ ist nicht billig, aber dafür sind die Portionen ungewöhnlich üppig (Achtung: Eine Portion Pimientos del padron reicht für zwei!). Und perfekt ist die „Blue Bar“ tatsächlich nicht (wer ist das schon?). Mir ist die Musik ein paar Phon zu laut, Gäste, die schnell mal im Meer waren und ihre nassen Klamotten zum Trocknen auf die Geländer hängen, müssen auch nicht sein, und die Mineralwasserflaschen (San Pellegrino) sind die kleinsten, die ich weltweit je gesehen habe. Aber sonst? Am 3. Juli 2021, 13:30 Uhr, zu Dritt – perfekt!

Braucht jemand alte Marmelade?

DIE WIRD TATSÄCHLICH ALS GESCHENK ANGEBOTEN! „Selbstgemacht“, „älteren Datums“, „12 Stk.“, „Raum Arta“ – dann eine Email-Adresse (klingt allerdings männlich). In meiner Privatsammlung „Merkwürdige Anzeige des Monats“ ist das die Siegerin für Juli 2021 und ich stelle mir vor, dass jemand von Soller nach Artá fährt, um „12 Stück Marmelade“ (in Gläsern? Orange?) für umsonst zu bekommen, die eine fleißige deutsche Hausfrau/ein fleißger Hausmann zwischen 1985 und 2015 eingekocht hat. Aber Spaß beiseite: Die Marmelade kann ja von einer Meisterin/einem Meister des Fachs sein, frisch von 2020 und besser als aus dem Supermarkt. Und so köstlich schmecken wie mir die Annonce …

Es gibt was Neues: Die Corona-Küche …

DAS SIND REZEPTE, DIE ENTSTANDEN, weil begabte Herd-Artisten in der Quarantäne viel Zeit haben/hatten, sich was Neues oder attraktive Variationen auszudenken. Ich könnte Dutzende von Beispielen aus den Experi- mentier-Küchen nennen, und sie alle stammen von Gourmet-Amateuren. So wie dieses „Frito Mallorquin“ von Klaus Exner, den viele kennen von seinen ungeheuer schmackhaften Beiträgen im „Mallorca Magazin“. Nun isst der vorsichtige Ausländer dieses Nationalgericht der Insel ja nicht so gerne, weil es 1. voller mysteriöser Innereien steckt, und 2. vor Fett trieft. Aber Maestro Klaus, selbst Feinschmecker von Gottes Gnaden, hat es so zubereitet, dass sich keiner mehr davor fürchten muss. Leider hat er das Rezept nicht verraten, aber wer das Foto genau betrachtet, kann die Zutaten leicht identifizieren …

Jetzt ist Zeit, mit dem Betrug aufzuhören …

Seezunge
Rotzunge

… UND ZWAR DEM AUF DER SPEI- SE- KAR- TE! Oder weiß jemand noch nicht, dass 99,9 % der auf Mallorca massenweise angebotenen (und kackfrech als solche bezeichneten) Seezungen gar keine sind, und frisch sind sie deshalb schon gleich gar nicht! Denn stattdessen werden vor allem in den Billigmenüs aus dem Senegal importierte Lamm- oder Rotzungen serviert, die zwar ein sehr ähnlicher Plattfisch sind, allerdings weit weniger gut schmecken! Wie unterscheidet man Original von Fälschung? Die Afrikaner haben ihre Augen auf der linken Seite, die Seezungen auf der rechten Seite. Außerdem haben die rohen Fische eine unterschiedliche Färbung (siehe Fotos), weswegen man sie nie von den Wirten und Kellnern gezeigt bekommt. Der Grund für den Betrug ist so simpel wie jede kriminelle Tat: Habgier! Denn die Afrikaner kosten einen Bruchteil dessen, was für die mediterranen oder atlantischen Seezungen bezahlt werden muss, denn die gelten inzwischen als Luxusfisch. Liebe Seezungen-Servieren, die Corona-Zeit ist schwierig genug, jetzt serviert endlich die richtige Zunge, oder sagt wenigstens, wenn’s die falsche ist …

Braucht das eigentlich jemand?

… NUN JA, DIE IDEE MAG WOHL BEI EINIGEN DEUTSCHEN ZÜNDEN (die Vielfalt, das Heimweh, Muttis geliebte Küche), vor allem bei den ewigen Küsten-Teutonen, aber ich halte sie für eher skurril. Da hat ein Geschwisterpaar im Einkaufszentrum La Ribera an der Playa de Palma eine original norddeutsche Imbissbude namens „Fischpirat“ aufgemacht und bietet an, was man sonst nur in Cuxhaven oder Husum bekommt: Meeresspezialitäten auf friesische Art! Na, dacht ich mir, da werden sich die mallorkinischen Fischer aber freuen über die neue Kundschaft, aber denkste: Joachim Fähre und seine Schwester Susanne importieren die pescas, die sie in ihrem Laden benötigen! Sonst wäre ja das, was sie in der Corona-Zeit anbieten von 12 bis 17 Uhr, nicht fressalisch echt! Manchmal, denke ich mir, laufen die Leute, die auf der Insel von einer neuen Existenz träumen, sehenden Auges ins offene Messer …

Nun hat sich die schöne Gärtnerin…

Helene Lindgens …
… ihrer Arrangements …
… und ein paar …
… aus Blumen, Obst …
… und Gemüse

… IN DER QUARANTÄNE ZUR OBJEKT-KÜNST- LERIN ENTWICKELT  – mit Gemüse! Ich habe Helene Lindgens bisher schon bewundert als Schöpferin des Gartenkunstwerks Son Muda bei Felanitx (natürlich gemeinsam mit ihrem Mann Christian, nebenbei Serien-Meister im Golfklub Son Vida), und jetzt habe ich entdeckt, dass sie aus dem herrli- chen Produkten  Farbe-Kunstwerke schafft – bevor sie in den Handel gehen! Denn „La Belle Jardiniere“ hat die Garten-Finca erst zum hortikulturellen Insel-Ereignis gemacht und dann auch noch zum erfolgreichen Business. Ich zeige hier ein paar ihrer Objekte, die so dekorativ sind, dass man sich die Fotos an die Wand hängen könnte …

„Menü für Verliebte“ zum Abholen …

Das Angebot …
… und das Menü

… GROSSARTIGE IDEE, und war hat sie gehabt? Das beste traditionelle Restaurant Mallorcas (behaupte ich immer wieder, auch wenn dort ein Hauch zu fett gekocht wird, wie’s halt Tradition ist): „Can March“ in Manacor, florierend seit 1925! Das Angebot des „Menu dels Enamorats“: 3 Gänge plus 1 Flasche Wein (weiß oder rose) vom Weingut Barbara Mesquida Mora, beim Hauptgang kann man wählen zwischen Spanferkel-Cannelloni (natürlich vom Schwarzen Schwein) und fangfrischem Bacalao. Preis: 35 Euro p. P.  Abholung: Nur am Abend. Kontakt: 971/55 00 02.

Fosh fährt Food zur Finca …

So wirbt Top-Koch Fosh für seinen Lieferservice …

… ABER MAN MUSS SICH AN GEWISSE REGELN HALTEN! Aus der Anzeige, die gerade in den Insel-Zeitungen erscheint, geht jedoch nur hervor, dass man bei ihm frisch zubereitete Gerichte bestellen kann. Dazu die Telefonnummer 626 192 597 und die Website www.foshfoodathome.com (sehr gut und auch auf Deutsch). Also habe ich nachgehakt und herausgefunden: Geliefert wird „auf der ganzen Insel“ ab 50 Euro Bestellung, und zwar „überall hin bis an die Haustür“. Wie das „frisch“ gehen soll, weiß ich zwar nicht, aber schaut man auf das nicht üppige, aber ausreichende Speisenangebot (immer für 2 Personen), findet man Preise von 4.50 Euro für glasierte Karotten über Kürbissuppe für 14 Euro bis Lammeintopf für 32 Euro. ABER: Man muss bis Dienstagabend, 22 Uhr, bestellen, gekocht wird am Donnerstagnachmittag und geliefert freitags zwischen 12 und 18 Uhr. Ach ja, Wein wird auch angeboten! So, nun wissen wir, wie’s geht, bon provecho …

Buyols gegen das Virus …

Buyols als Kringel …
… und als gefüllte Krapfen

ES IST DAS TYPISCHE HERBST- GEBÄCK MALLORCAS, und mögen andere Regionen ruhig vor Ärger quietschen, weil sie meinen, diese Köstlichkeit erfunden zu haben! Für mich gehören Buyols seit meinen Jugendtagen zur Insel, und zwar immer ab dem 21. Oktober, dem Tag der Heiligen Ursula, und das in zwei Versionen: als Donat aus (Süß-)Kartoffeln, Mehl, Eiern, Hefe, Öl und Zucker in Fett ausgebacken, oder als Krapfen aus Brandteig mit Creme-Füllung. Mein alter Freund Antoni Tugores, der Küchen-Historiker aus Manacor, glaubt, dass die Mauren das Buyols-Rezept mitbrachten, also vor rund 800 Jahren. Wobei ich feststelle: Jeder 2. Bäcker der Insel ist stolz darauf, ein eigenes Rezept auf seine Ladentheke zu bringen! Für Leute, die nach Diät leben, ohne krank zu sein, ist das natürlich ein schwerer Brocken, aber in dieser schweren Corona-Zeit gehört der doch nun wirklich zu den lässlichen Sünden …

Diät auf Mallorca? Eigentlich ein Jammer …

JA, ICH BIN ÜBERGEWICHTIG. JA, ICH ESSE ZUVIEL! UND GERN AUCH MAL DAS FALSCHE! Aber soll ich mich wirklich in meinem Schlaraffenland kasteien für die Gesundheit? Ich finde es geradezu pervers, hier auf Diät zu leben. Und nun entdecke ich, dass die allseits gefürchteten Körperfanatiker es jetzt auch noch wagen, Bücher zu schreiben mit dem Titel „Die Mallorca Diät. Abnehmen mit Urlaubsfeeling.“ Man findet es schon für 8.10 Euro, Normalpreis: 22.50 Euro. Nun ist es ja nicht so, dass ich bewusst unvernünftig speise, da sorgt schon meine Frau dafür, aber aus der den alten und bewährten Rezepten eine Diät-Speisung zu machen, geht mir zu weit. Reicht es nicht, dass ich schwimme, laufe und golfe? Mich handwerklich betätige, Olivenöl und das heimische Gemüse liebe. Zwei Autoren hat das Buch, einer mit Doktortitel, für 192 Seiten. Dennoch glaube ich einfach nicht, dass die von gesunder Insel-Küche mehr verstehen als die Mallorkiner am Herd …