Essen

Mallorca – ein Brathuhn?

Die Jakober-Krawatte …
… die Insel aus dem All …
… und ein echtes Brathuhn

DIESER POST ENTHÄLT KEINERLEI INFORMATION, aber vielleicht einen Anlass zum Lächeln! Denn als ich meine wunderbare Mallorca-Krawatte betrachtete, entworfen von dem noch wunderbareren, auf der Halbinsel Victoria lebenden britischen Künstler Ben Jakober, geschmückt mit vielen goldenen Umrissen der Insel auf königsblauem Grund, da fiel mir auf … – geografisch sieht Mallorca aus wie ein fliegendes Brathuhn! Um die Realität dagegenzuhalten, habe ich das Foto eines knusprigen Braten gesucht und gefunden. Und siehe da: Mallorca ist ein Brathuhn, wenn man es aus dem Weltall betrachtet! Zuviel Phantasie? Vielleicht, aber ohne Schaden anzurichten. Denn so wie die Ostsee aussieht wie eine betende Frau und der Iran wie eine Katze, so wirkt unsere Insel eben wie frisch vom Grill …

Sopa Mallorquin – aber bitte die echte!

Die Suppe ist okay, aber …

… DIE MAN KAUM NOCH BEKOMMT, in den meisten Restaurantküchen ist sogar das Originalrezept verloren gegangen. Schade! Die beste Sopa Mallorquin wurde früher im Restaurant „Parlament“ in Palma serviert (das war die „Kantine“ der balearischen Abgeordneten) und im „Can Bernat“ in Portocolom bekommt man sie noch. Wobei ich nicht an der Suppe an sich rummäkle, sondern am Verlust der Beilagen. Denn in der „guten alten Zeit“, als man auch noch ungefragt und kostenlos einen Cognac zum Kaffee bekam, da gehörten ein Teller mit gesäuerten Kapern, Meerfenchel, Streifen von frischen Paprikaschoten und Radieschen zur Sopa. Über die nach dem Servieren ein satter Schuss von originalem, oft hausgemachtem und nie erhitztem Olivenöl gegossen wurde. Nun ja, als ich neulich in einem Restaurant in Palma die Sopa Mallorquin bestellte, schaute mich die Kellnerin aus leeren Augen an – sie hatte nie davon gehört und selbst im „Can Gusti“, einer 120 Jahre alten Traditionskneipe zwischen Portocolom und Portocristo (wo mein Foto entstand), musste ich ohne Beilagen essen. Mit der schwachen Begründung, der Chef stamme aus Kastilien …

Die Exner-Gabel – ein Sammelobjekt!

Reine Handarbeit und gibt’s nur 20 Mal auf der Insel …
… und die Holzbox

DAS KREATIVSTE PAAR DER INSEL HAT WIEDER ZUGESCHLAGEN: Uta und Klaus Exner in Arta. Diesmal haben sie eine Spaghettigabel in purer Handarbeit geschaffen: 29 cm lang, aus verschiedenen Naturhölzern, mit Lederschlaufe und selbstgeschreinerter, kunstvoll gestalteter Holzbox und in einer Mini-Auflage von nur 20 Stück! Den Griff haben sie aus verschiedenen Spänen von auf Mallorca wachsenden Bäumen zusammengesetzt, das ergibt ein buntes Öko-Dekor – und in der Box liegen eine unterhaltsame Geschichte der Gabel an sich und das Echtheitszertifikat. Gedacht ist das Besteck „für Freunde und Genießer“, aber was es kostet, und ob es überhaupt zu verkaufen ist, weiß ich (leider) nicht …

 

 

 

 

350 Euro? Prost, Mahlzeit …!

Das Hotel „Formentor“ …
… und der Anlass

ALS ICH DAS IM „DIARIO“ LAS, FIEL MIR DIE OLIVE AUS DER HAND – denn da wurde berich- tet, ein Hotel biete ein Frühstück für 350 Euro an! Kein Witz, eher ein Jubiläum, denn im Som- mer 1983 war die Schauspielerin Audrey Hepburn Gast im „Formentor“ (im Zimmer 229) und weil „Breakfast at Tiffany“ ihr bekanntester Film ist, servieren sie jetzt ein „Breakfast at Formentor“, und das kostet 350 Euro! Nun bin ich ja immer begeistert, wenn Leute, die zuviel Geld besitzen, ihr Vermögen unters Volk bringen. Aber ein Desayuno zum Preis einer Woche in einem ****-Hotel? Was wird geboten? Das Übliche. „Erlesene Zutaten“, heißt es, ein Butlerservice, Tischdeko mit weißen Tulpen (die Lieblingsblumen des Stars), eine 1/2 Grapefruit, mehrere Brotsorten, Eier nach Wahl,  „mallorkinische Backwaren, frische Früchte der Saison und Saft der Orangen aus dem Hotelgarten.“ Also nichts Anderes als in den schicken kleinen Landhotels. Ich sag’s mal so: Entweder ist das Hotelmanagement verrückt oder die Gäste, die das buchen … – aber interessant, was es nicht alles gibt auf unserer Insel!

Hiermit vergebe ich 3 Minus-Sterne!

Die Rechnung im „Nie wieder“!

... UND ZWAR AN DAS HOCHGELOBTE UND BELIEBTE „BOTANIC“-RESTAURANT IM CAN BORDOY in PALMA! Ich war dort gestern Abend essen mit zwei Damen, für 205 Euro (mit Trinkgeld). Wir haben es schwer bereut: Küche unmöglich, Service katastrophal. 1. Ober weist uns den (bestellten) Tisch an und bleibt verschwunden. 2. Wir bestellen Wein beim Kollegen, der kommt zurück und sagt: „Den Wein haben wir nicht mehr“ – und bietet einen an, der 10 Euro teurer ist! 3. Brot, Öl, Salz, Pfeffer – gab’s nur auf Nachfrage. 4. Als Vorspeise bestellten wir Iberico-Carpaccio mit Muscheln. Klingt spannend, ist aber Küchenirrsinn! 5. Einer unserer beiden „Pescado de roca“ ist grau bis braun, unten glibberig, riecht penetrant und ist so alt, dass er sich beim Braten gewölbt hat. 6. Die Beilage passte in einen Esslöffel, die Beschreibung auf dem Menü war aber zwei Zeilen lang … 7. Wir müssen mehrmals bitten, uns Wasser nachzuschenken, das weit weg steht. 8. Den Wein schenke ich schließlich selbst aus, weil sich keiner drum kümmert. Auch er steht weit weg, ich muss aufstehen und ihn holen. 9. Zum Kaffee kommt die Frage: „Möchten Sie auch einen Cookie?“ Als wir bejahen, bringt eine Mamsell zwei (wir sind aber drei Gäste). 10. Als wir gezahlt haben und gehen (unter Hinterlassung von 17 Euro Trinkgeld), sagt keiner Danke oder Adios, es interessiert schlichtweg keinen. Fazit: In einer Kneipe akzeptiere ich das alles, in einem Laden wie dem Can Bordoy nicht, der so tun, als seien sie der Genusstempel der Balearen. Gibt’s auch was Positives? Ja, das Brot war sehr gut und im Garten unter hohen Bäumen zu sitzen, ist ein großes Altstadt-Erlebnis …

 

Ziegenkaese – jetzt wieder frisch!

Die Käse von Can Patro werden …
… jetzt so angeboten!

VIELLEICHT STÖRT ES JA EINEN, dass ich jetzt zum 3. Mal über den Meister des handgefertigten Ziegenkäses berichte: Can Patro bei Manacor. Aber das hat seinen schmackhaften Grund, denn was er liefert, ist wirklich erstklassig, und damit zieht er von Wochenmarkt zu Wochenmarkt, so dass jeder seinen Käse kaufen kann. Die Winterpause (wegen der Geburt der Zicklein, die die Milch ihrer Mütter brauchen) ist vorbei und nun hat er sich was neues einfallen lassen: 1. Die Käsesorten (milder, schärfer, länger oder kürzer gereift, mit Schimmelpilz geblendet usw.) sind jetzt numeriert von 1 bis 9 auf den Verpackungen. 2. Can Patro kauft Kuhmilch und stellt auch normalen Käse her. 3. Die Nr. 9 zum Beispiel entstand aus einem Ziegen- und Kuhmilch-Mix. 

„sa Llotja“: Seit Karfreitag auch in Cala d’Or!

Küchenchef Jose Manuel …
… und das „sa Llotja“ in Portocolom

ES GEHT UM DAS SEHR GUTE RESTAURANT über der Hafenmeisterei in Portocolom, das sich nicht nur von der Lage her in die 1. Reihe entwickelt hat. Am Karfreitag, 19. April (2019), eröffneten Chef 1, Joachim Weber, und Chef 2, Jose Manual Pando Martin, eine Dependance ganz ähnlichen Stils in Cala d’Or (auch über dem Hafen), wobei Weber rüber geht und Panda in Portocolom in der Küche bleibt. Ich höre von meinem mallorkinischen Kontakten, dass da der Erfolg nicht nur geteilt wird, sondern dass die Portocolom-Pacht 2020 endet und man in so einem Fall nie weiß, ob jetzt, da es so gut läuft, nicht ein eingeborener Neider reingrätscht und die Hafenmeisterei lieber die Handvoll Euro mehr nimmt, mit der das Topteam Weber/Pando überboten wird. In Cala d’Or haben die beiden einen Vertrag auf viele Jahre, damit ist ihre Zukunft in jedem Fall gesichert – und die ihrer Genießer-Fans auch. Und vielleicht besiegt Treue ja die Habgier und wir/sie haben dann auf lange Sicht zwei „sa Llotja“ in zwei benachbarten Hafenstädtchen an der Südostküste …

Hier zahlen auch Kinder …

Das kuriose Schild …

ALS ICH NEULICH DURCH EIN STÄDTCHEN (im Insel-Inneren) FUHR (welches, das bleibe ein Rätsel …), da sah ich an einem Restaurant folgenden Hinweis: „Atencion! Los niños tambien pagan, menos pero pagan“ – Auf Deutsch: „Achtung! Auch Kinder zahlen hier, zwar weniger, aber sie zahlen!“ Ich kann mir vorstellen, was da geschehen war in der Vergangenheit: Die Niños haben das Büffet gestürmt, sich die Teller vollgeladen (vor allem mit Desserts), dann die Hälfte liegen gelassen – und die Eltern mussten für ihre Sprösslinge bezahlen, womit sie (aus welchen Gründen auch immer) nicht gerechnet hatten. Darüber kam’s zum Streit, der den Eltern nichts half, sie mussten zahlen, und da stellte der Wirt dieses Warnschild auf! Eine kleine Kuriosität aus dem Alltagsleben der Insel, amüsant und von eminenter Bedeutung, wenn man mit vier hungrigen Kindern einfällt …

… und das Schwein wird mitgebracht!

WIE MAN INZWISCHEN WEISS, GRASE ICH DIE ZEITUNNGSANZEIGEN AB wie ein Trüffelschwein den Waldboden im Piemont – und entdecke immer wieder was! So wie diese interessante Annonce vor ein paar Tagen. Wenn ich sie richtig verstehe, bietet einer Matazas für Menschen an, die kein eigenes Schwein halten. Für die bringt er gesunde, freilaufende Bioschweine“ mit und organisiert Live-Schlachtungen nach Art der einheimischen Bauern! Das kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber so lese ich das Angebot. Interessant! Und wieder mal breche ich in den Ruf aus: Wat nich all jibt auf Malle!!! Und wer die Tötung der Schweine nicht aushält, dem bringt der Lieferant „komplett gesäuberte und für den Backofen zubereitete freilaufende, glückliche Brathähnchen“. Da laufen dann natürlich nicht mehr glücklich frei herum …

Die Chips der Eingeborenen …

Das Regal voll …
… und mein Favorit

SNACKS GIBT’S WIE SAND AM MEER IN DEN SUPERMÄRKTEN, die Regale sind voll davon – aber ich greife nur nach der einheimischen Ware. Nach denen, die mit mallorkinischem Meersalz, spanischen Oliven, Paprika aus Murcia, Anchovis aus Andalusien und vielleicht sogar mit Kartoffeln aus sa Pobla gemacht wurden. „Marinas“ heißen die, oder „Mediterranean Chips“. Man findet sie z. B. bei „Spar“ und die dicke Tüte mit 150 g Inhalt kostet 1.90 Euro! Bekanntlich werde ich leider nie bezahlt dafür, wenn ich Werbung mache, so kann ich unbeschwert nach meinem Gusto urteilen – und deshalb empfehle ich die olivgrüne Packung mit Salz vom es Trenc-Strand, schwarzen Oliven und Anchovis, die ich hier etwas größer zeige!