Fernsehen/Film

Hab‘ ich’s nicht geahnt?

DASS DIE ANGEBLICHE LIEBE DER NULLINGERS spätestens Ende Januar beendet ist, wenn alle Möglichkeiten für eine noch so hahnebüchnerne Selbstdarstellung in den Medien ausgeschöpft sind. Armes Mallorca! Immer rutscht unsere liebenswerte Insel in diese Ego-Kacke mit rein – und hat, weiß Gott, genug zu tun mit den kugelförmigen Viren. Da braucht es zweibeinige Störfaktoren, die die geistige Gesundheit angreifen, wirklich nicht! Gottseidank ist bei den Beiden die Ansteckungsgefahr unter vernünftigen Menschen sehr gering, zumal sie sich meist in die selbstgewählte Quarantäne der Lächerlichkeit begeben. Ich warte jetzt eigentlich nur noch darauf, dass sie endlich Mallorca verlassen als Folge der Unmöglichkeit, sich auf der Insel eine Existenz mit ehrlicher Arbeit aufzubauen …

Treffen sich zwei Nullen …

… BEHAUPTET DIE EINE: „Ich liebe Dich!“ Flun- kert die andere: „Ich Dich auch!“ Und somit sind die beiden das, wofür sie alle halten: 00 (eine Doppel- null). Das fällt mir ein, wenn ich an die Nullingerin denke, die ihrem Mann so lange nachtrauerte, wie das die Medien interessierte, und die immer noch auf Mallorca rumturnt. Und als der Verstorbene wg. Unwichtigkeit endlich auch virtuell begraben war, da musste ihr was Neues einfallen, um weiter ein Häpp- chen Öffentlichkeit zu schnappen, und schwups lief ihr einer über den Weg, der das gleiche Problem hat: „Wer bin ich und wieso nichts?“, und jederzeit für ein Nümmerchen (PR-) gut ist. Und so taten sie sich zusammen, bekamen noch einmal 3,4 Milligramm Aufmerksamkeit (nee, mehr gibt’s nicht mehr!) und so Anfang Januar, schätze ich mal, werden sie beide jeweils mit einer spannenden Trennungsgeschichte aufwarten, nachdem sie heile neue Familienwelt zu Weihnachten und tolles Silvester unter Nullingern sozial-medial unters Volk gebracht haben als letztes Aufbäumen der Nichtigkeit. Und das alles spielt unnötigerweise auf unserer wunderbaren Insel …

Hallo, Robert Redford-Fans …

… ES GAB EINE ZEIT, DA HÄTTE MAN IHN AUF DER INSEL TREFFEN KÖNNEN! Denn der Hollywoodstar wollte eigentlich Maler werden, nachdem er von der Uni geflogen war, und ver- brachte, nach eigenen Angaben, 1957 mit 21 Jahren 2 Monate in Alcudia, um seine Pinseltechnik zu verbessern. Bei wem er Unterricht nahm, ist unklar (er weiß es selbst nicht mehr so genau), aber sein Talent hatte ihn derart gepackt, dass er anschließend ernsthaft Malerei am berühmten Pratt Institute in New York studierte. Erst danach begann seine Schauspie- lerkarriere. Mir hat er mal erzählt, dass er Mitte der 60er-Jahre zurückgekehrt ist, um seiner Frau und ihren beiden Kindern „die Schönheit Mallorcas“ zu zeigen – damals noch ziemlich unbekannt und unbemerkt. Michael Douglas ist also nicht die einzige Hollywoodlegende, die eine enge Beziehung zur Insel hat …

Der schönste Mann Mallorcas …

Fast verheiratet – im Film …

… TJA, WER MAG DAS WOHL (gewesen) SEIN? Cineasten ahnen es, und wer den Film „Frühstück bei Tiffany“ liebt und immer wieder auf einem nostalgischen TV-Kanal genießt, weiß es auch: Jose Luis de Villalonga, spanischer Grande, Schriftsteller und Hobby-Schauspieler. Er spielte den schönen superreichen Brasilianer, der um ein Haar die entzückende Holly Golightly (Audrey Hepburn) geheiratet hätte. Villalonga, offizieller Biograf des spanischen Ex-Königs, galt als unwiderstehlich, drei Generationen von Frauen schmolzen bei seinem Anblick dahin, denn der 1920 geborene (und fünfmal verheiratete) Adelige starb erst 2007 in Port d’Andratx – mit 87 Jahren.

Ideen für die Nullingerin …

UNGLAUBLICH, WIE HEFTIG REAGIERT WURDE! Aber ich musste die „Fans“ immer wieder brem- sen, damit sie nicht zu hämisch werden. Es waren großartige Vorschläge darunter und ich will sie  der Nullingerin nicht vorenthalten. Ideen für den Rest des Jahres, um nicht endlich verdientermaßen aus der Öffentlichkeit zu verschwinden: 1. Gebrochenes Bein einer Taube geschient, gurrt wieder. 2. Fledermaus mit Kescher aus Kamin geholt und fliegen gelassen. 3. Arme kleine Straßenwelpe an Freunde vermittelt. 4. Am Strand geholfen, einen verirren Wal ins Meer zu befördern. 5. Altem Esel Gnadenbrot gespendet. 6. Stabheuschrecke aus Spinnwebe befreit. 7. Rothuhn mit Brüllen ver- jagt, als ein Jäger auftauchte. 8. Gecko mit toter Fliege gefüttert, war dankbar. Lässt sich alles gut mit irgendwelchen Fotos belegen, auch wenn’s nie passiert ist, und der Nachweis, dass es nicht stimmt, ist schwierig zu führen. Also fast 100 % Erfolgsaussichten! Auf geht’s, wir warten …

Neues von der Nullingerin …

Unglaublich – sie gibt auch noch eine Autogramme!

ES WIRD DOCH JEDER ZUGEBEN, dass es im Moment eine Menge Probleme gibt: Der Corona-Ausbruch, Polizei-Brutalität, brennende und geplünderte Städte, ernsthafte Diskussionen um das weitere Zusammenleben der Men- schen usw. Und dann taucht die überflüssigste Wahlmallor- kinerin auf, die unsägliche Danni B., und drängt (wieder mal) auf lächerlichste Weise an die Öffentlichkeit: mit der (angeblichen) Rettung eines Katzenbabys aus einer Mülltonne! Das ist, ungelogen, wahnsinnig rührend, aber so grandios unwichtig in diesen Zeiten. Aber um sich erwähnt zu sehen, ist der Dame nichts zu albern – und ich wundere mich, dass es doch immer wieder Kollegen gibt, die sich den Stuss anhören und dann in ihren Publikationen ausbreiten dürfen. Und die gerne glauben, was ihnen diese Nullingerin erzählt, weil sie angeblich bei anderen Nullin- gers so beliebt ist. Nun mag einer sagen: So eine Katzen- baby-Rettungsaktion ist doch herzerwärmend, da man sonst nur Mieses hört in den Nachrichten! Ja, genau darauf spekuliert Danni B., denn ganz dumm ist sie nicht …

Kann sein, dass Mallorca befreit wird …

Das ist die Sendung, die Nullingers auf Mallorca zu Sternschnuppen-VIPs macht …

… VON DEM GESO … – DEN LEUTEN, die das Image der Insel durch ihre bloße Existenz versauen. Wie ich höre (und nicht nur ich) planen die Büchners den Abflug. Weil man nämlich, um auf der Insel Erfolg zu haben (= Einnahmen, Existenz, Zukunft), richtig ernsthaft arbeiten muss. Da genügt es nicht, so zu tun, als sei man prominent, könne gegen Honorar auftreten und werde überall eingeladen (= muss nix bezahlen). Und irgendwann hat auch der dümmste TV-Billigsender die Nase voll von seinen „Stars“ – spätestens wenn klar ist, dass eine Person, die nichts zu bieten hat, nach dem dritten Aufguss keinen mehr interessiert. Tschüssikowski, Ihr Leute, könnte ja später mal im Urlaub wiederkommen – wenn Ihr ihn bezahlt …

4 1/1 Stunden Jens B. – wie geht das?

Der hatte doch tatsächlich eine Autogrammkarte …

DER SOGENANNTE JENS BÜCHNER, auch bekannt als „Malle-Jens“, war einer der Unbedeutendsten unter den unbedeutensten Insel-Promis: War nix, konnte nix. Und nun muss ich sagen, dass ich (manchmal) die TV-Schaffenden bewundere; die imstande sind, aus so einer Nullinger-Existenz eine 4 1/2-stündige Dokumentation zu drehen, und es dann wagen, diese 270 Minuten an einem Samstagabend um 20:15 Uhr dem Zuschauer ins Wohnzimmer zu kippen! VOX hat das getan und da bekommt der Begriff „Flachbildschirm“ eine ganz neue Bedeutung. Nun sagt meine Frau immer, und zurecht: „Kannst ja abschalten!“ Oder gar nicht erst einschalten. Nee, tu ich auch nicht, der Typ war schon zu Lebzeiten … – nun ja, die klugen Römer haben gesagt: „De mortuis nisi bene“ – Über die Toten nur Gutes. Die katholische Kirche hat das übernommen, aber den Nachsatz weggelassen: „… aber wahr muss es sein“ („si verum“). Wie stellt man bei einem Mann, der nur aus lauwarmer Luft bestand, fest, was wahr oder unwahr ist? Tja, da braucht es dann wirklich 4 1/2 Stunden Geschwafel …

Übrigens: Das Autogramm, das ich hier zeige, kostet bei Ebay fast 50 Euro. Das von Literaturnobelpreisträgern Elfriede Jelinek gibt’s für unter 20 Euro

Auf was für Ideen die Leute kommen …

ES LOHNT SICH, DIESE KLEINANZEIGE SORGFÄLTIG ZU LESEN! Da hat einer „Hunderte von Originaldekoartikeln auf 30 Südsee-Inseln“ gesam- melt, was auch immer das sein mag (ich vermute Schlimmes), und nun möchte er einen armen Kerl überreden, ihm die abzukaufen, um auf Mallorca eine „Südseebar“ zu eröffnen! Geht’s noch? „Kreativ helfen“ will der Anbieter auch noch, „habe Erfahrung“, sagt er. Warum macht er die Bar dann nicht selbst auf? Ich finde so eine Anzeige herrlich, weil sie erneut beweist, was so alles an kuriosem menschlichen Strandgut an den Küsten Mallorcas angeschwemmt wird – und wie diese Leute dann verzweifelt versuchen, über die Runden zu kommen, und das möglichst auf Kosten Anderer. Für mich ist klar: Der Südsee-Sammler ist ein Fall für VOX, der schreit geradezu nach einer TV-Realitysoap

… noch so ’ne Nullnummer …

Ja, von wegen …

DER WAR SCHON ZU LEBZEITEN EIN GLASMENSCH durch seine durchsichtige Bedeutungslosigkeit, für die er auch noch gefeiert … – nein, missbraucht wurde von einem TV-Sender, der ihn vorführte als Fundstück aus der Rumpelkammer menschlicher Existenzen. Er konnte nichts (vor allem nicht singen, aber tat es trotzdem öffentlich und gegen Geld), scheiterte dauernd, störte durch aufdringliche Dreistigkeit, und seine einzige Lebensleistung bestand darin, ohne Leistungsnachweis bekannt zu sein. Dann starb er, man dachte, nun ist der Spuk vorbei – und nun geht das übers Grab hinaus! Weil die Angehörigen in einer Art lukrativer Leichenfledderei rausquetschen, was aus dem gescheiterten Mann noch zu holen ist an Publicity und Pinunsen. Wen juckt das? Mich, weil damit, wie schon zu Lebzeiten des Nullingers, immer und immer wieder der Name unserer herrlichen Insel missbraucht wird. Dieser Typ, der so gar keine Rolle gespielt hat für Mallorca (für keinen Teil der Erde, überhaupt für keinen, nicht mal für sich selbst), erdreistet sich selbst posthum, ihren Namen als Vorvornamen zu missbrauchen: „Malle-Jens“. War er nie. „Ruhe in Frieden, du Nichts“, sage ich. Nein, sagen Andere, nicht, wenn’s noch was zu verdienen gibt mit ihm! Bauchi, Büchner … por dios, was wird da nicht alles angeschwemmt an den Küsten der Isla de la Calma!