Feste

Mein Gott, haben die Jesusse gefroren …

So erging’s dem armen Kerl in Felanitx …

… ZU OSTERN FAST NACKT AM KREUZ! Ich schreibe diesen Nachtrag zum Fest, weil ich die Fotos in den Zeitungen gesehen habe: Junge Männer, nur mit einem Lendenschürzchen bekleidet, spielen die Leidensgeschichte Jesu nach – bis zu mallorkinischen Golgathas. Und nun dürften sie alle krank sein, denn es war saukalt am Karfreitag und dazu pfiff noch ein eisiger Wind. Aber die tapferen Darsteller hielten durch und nun liegen sie, denke ich, alle flach. Mit Husten und Grippe, knapp an der Lungenentzündung vorbei. Und weil sie so erbärmlich gefroren haben, werden ihnen alle Sünden bis Ostern 2020 verziehen, malt sich meine Phantasie aus. Aber es nun mal leider so: Dass es in der Karwoche warm ist auf Mallorca, passiert nur einmal pro Jahrzehnt. Der echte Christus hat in Jerusalem sicher nicht gefroren, das wenigstens nicht. Ich bewundere seine Darsteller auf der Insel …

… und das Schwein wird mitgebracht!

WIE MAN INZWISCHEN WEISS, GRASE ICH DIE ZEITUNNGSANZEIGEN AB wie ein Trüffelschwein den Waldboden im Piemont – und entdecke immer wieder was! So wie diese interessante Annonce vor ein paar Tagen. Wenn ich sie richtig verstehe, bietet einer Matazas für Menschen an, die kein eigenes Schwein halten. Für die bringt er gesunde, freilaufende Bioschweine“ mit und organisiert Live-Schlachtungen nach Art der einheimischen Bauern! Das kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber so lese ich das Angebot. Interessant! Und wieder mal breche ich in den Ruf aus: Wat nich all jibt auf Malle!!! Und wer die Tötung der Schweine nicht aushält, dem bringt der Lieferant „komplett gesäuberte und für den Backofen zubereitete freilaufende, glückliche Brathähnchen“. Da laufen dann natürlich nicht mehr glücklich frei herum …

Stierkampf geht in den Untergrund …

Das Klub-Logo …

DER STIERKAMPF AUF SPANISCHE ART KANN NICHT ÜBERLEBEN, nachdem so viele Ausländer, vor allem Deutsche, sich angemaßt haben, die einheimischen Tierschützer aufzuhetzen gegen die Corridas. Klar: Keiner sieht einen Stier gerne leiden, Toreros, die’s nicht können, muss man aus den Arenas verbannen. Da sind sich die Aficionados mit den Tierschützern einig. Aber wie immer schütten die Tierfreunde auch beim Stierkampf  das Kind mit dem Bade aus – und verlangen von der Regierung, diesen jahrtausendealten Brauch komplett abzuschaffen! Das Resultat? Wie bei den Hahnenkämpfen (die wirklich scheußlich sind)! Der Stierkampf geht ebenfalls in den Untergrund und ich zeige hier das Logo eines Klubs in Felanitx, der es sogar wagt, die lokalen Losverkäufer der Nationallotterie zu sponsern. Es wird also weiterhin Corridas geben, heimlich, mit schlecht ausgebildeten Toreros, die Stiere werden mehr leiden als vorher – und ein groteskes, historisches Verbrechen wiederholt sich: der von sogenannten „Tierschützern“ durchgesetzte Großwild-Jagdbann von 1977. Über ihn jubelten die Wilderer, keiner kontrollierte sie mehr und seitdem wurden 70 % aller jagbaren Tiere Afrikas ermordet! Da lastet schwere Schuld auf den Leuten, die nicht wissen, wie man Tiere wirklich liebt …

Es wird eng für Silvester …

ICH HABE MICH UMGEHÖRT in ein paar der Restaurants, die ich mag und empfehlen kann, ob sie zu Silvester was machen (Menü, Tanz, Feuerwerk …), und ob noch Plätze frei sind. Die Aus- kunft war nicht erfreulich: Alle machen was – aber sind so gut wie ausgebucht! „Das hat schon im Januar angefangen“, stöhnte ein Wirt. Das Problem sind eigentlich zwei: Mallorca entwickelt sich immer stärker zur beliebten Silvester-Destination und gebucht werden vor allem Zweiertische. Das bedeutet: Ein Lokal, das normalerweise 80 Plätze in Vierer- oder Sechsertischen anbieten kann, verliert rund 20 Plätze, wenn viele Pärchen für sich sitzen wollen. Aber auch das scheint im Trend zu liegen. Wer also was plant zur Jahreswende, sollte blitzschnell buchen …

Man muss besser aufpassen …

Das Programm mit 68 Seiten …

… ALS AUSLÄNDER AUF MALLORCA! Wieder sind die Feste von Sant Agusti an dem meisten spurlos vorübergegangen, Ende August haben sie in einigen Orten 2 Wochen lang gewütet und man hätte gern mitgemacht. Allein das Programm von Felanitx, das ich hier zeige, hat 68 Seiten! Vollgepackt mit Informationen und Terminen. Vom Charity-Suppe essen im Kloster bis zu Vorträgen zur Prähistorie und Tanz auf dem Marktplatz. Die Mallorkiner lassen sich wirklich was einfallen, um ihre Heiligen zum eigenen Vergnügen zu ehren, und ich habe mir sagen lassen, dass Felanitx vom 19. August bis zum 3. September dicht war – schwarz vor Menschen, zugeparkt bis in die Peripherie. Natürlich hat nichts auf Deutsch stattgefunden, nicht mal auf Englisch, aber was macht das schon? Kaum jemand ist kommunikativer als die Insulaner. Ich sag’s ja immer: Wenn wir wüssten, was sich bei den Eingeborenen alles  tut, wir würden alle versuchen, ein bisschen besser Mallorquinischen oder wenigstens Spanisch zu sprechen! Jetzt ist’s zu spät, aber das nächste Mal rechtzeitig auf die Programmhefte achten!!!

Wat nich all jibt auf der Insel …

Das Wappen der Bruderschaft …
… gibt’s auch in Rot

MAN FIN- DET IM- MER WIE- DER WAS, und dies- mal in Mana- cor: Eine  „Confraria de Tastavins“, was man mit „Brüderschaft der Weinlieb- haber“ übersetzen könnte. Präsident der „Confraria“ ist übrigens der oft prämierte Winzer Miquel Gelabert. Mir fiel dieser exklusive Klub auf, als er im Mai die „Semana Cultural del Vi“, die „Die Woche der Weinkultur“ , veranstaltete – und wieder mal war das ein spannendes Ereignis mit Gourmet-Abenden, Vorträgen von Experten und Verkostungen, der an uns Ausländern nahezu spurlos vorübergegangen ist. Schade! Es besteht da doch eine gewaltige Kluft zu den Mallorkinern. Oder, ein anderes Beispiel: Hat irgendjemand mitbekommen, was für eine tolle „Fira de Mai  (mit fast 30 Events!) sie vom Donnerstag, 10., bis Sonntag, 13. Mai, in Lloret de Vistalegre organisiert haben? Man muss sich wirklich mehr kümmern …

 

 

Hui, es ist endlich mal was los in Estellencs!

So wirbt die kleine Gemeinde für sich selbst …

NEIN, ICH WILL MICH NICHT LUSTIG MACHEN über die kleine Gemeinde, aber dort passiert wirklich kaum was! Bei nur 305 Einwohnern kaum verwunderlich. Und weil jetzt was passiert, möchte ich nachdrücklich darauf verweisen: Estellencs feiert am 1. Mai, das ist ein Dienstag (also gesegnet mit einem „Brückentag“ am Montag), die „Fira del Vi i del Formatge“ – also ein Wein- und Käsefest. Nun ist der Ort weder für das eine noch das andere besonders in Erscheinung getreten, aber das macht ja nichts, sie werden da schon was Hübsches auf die Beine stellen in ihrer alten und so herrlich ursprünglich erhaltenen Mini-Ort! So und nun „Auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr …