Finca

MI MUSEU Diesmal: Eine alte Bauernglocke

Auch das ist bäuerliche Kunst …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Eine alte, rustikale Holzglocke. Sie ist aus einem Stück geschnitzt, 22 cm hoch, hat zwei Holzklöppel und einen satten tiefen Ton. Ich habe sie bei einem Bauern in der Scheune entdeckt und konnte sie ihm für 10 Euro abschwatzen. Sie war noch im Gebrauch, ein Muli hat sie getragen, und ich denke, dass sie 100 Jahre alt sein könnte. Er glaubt sich zu erinnern, dass sein Großvater sie selbst angefertigt hat … 

Wir waren mal ein Dreschgerät …

Gesehen auf einer Terrasse …
… als Paar, das ein Dach trägt

DAS KÖNNTEN DIESE BEIDEN SÄULEN SAGEN, wenn sie laut sprechen könnten. Leise tun sie’s, drücken aus, wie schön sie sind, und wie sie sich freuen, nicht mehr im Kreis über die Erde gezogen zu werden, sondern aufrecht und stolz auf einer Terrasse das Dach zu tragen! Denn diese Säulen waren mal aus Kalkstein gehauene Dreschgeräte, an einem Ende schmal, am anderen Ende breit, die im Profil aussehen wie Sterne; sie wurden über Getreide gezogen und ihre scharfen Kanten prügelten die Körner aus den Ähren. Dafür steckten sie in einem Holzrahmen, der meist verlorengegangen ist auf den Bauernhöfen, da man diese Eggen seit Jahren nicht mehr benützt. Meine Familie hat sie seit 1960 immer wieder gekauft, um sie als Säulen in unsere Finca einzubauen – und mittlerweile hat sich dieses Recycling-Design derart herumgesprochen, dass man es an vielen Villen findet.

 

 

 

„Bauchi“ in den Bau – aber schnell!

Verschwendete Druckerschwärze …

LIEBE KOLLEGEN AUF DER INSEL, könnt Ihr endlich aufhören, über diesen Deppen zu berichten! Ein Nullinger der übelsten Art! Viel interessanter wäre doch, wem gehört denn nun die Becker-Finca, und warum schreitet der Eigentümer nicht ein, wenn Asoziale (von Euch als „Helden“ gefeiert) seinen Besitz okkupieren. Aber da tut Ihr nichts, stattdessen muss ich mir in fast jeder Ausgabe Eurer Zeitungen diese Kriminellen ansehen! Habt Ihr Euch mal überlegt, was da wirklich geschieht – und was dieser Idiot für ein katastrophales Beispiel abliefert, für das er in den Knast gehört? Besetzt Privatbesitz und wird „prominent“ dadurch. Toll, wenn das so ist, können ja noch mehr Penner anreisen, in Häuser und Wohnungen eindringen und dann so tun, als geschähe das für den „Weltfrieden“! Dieser Vollpfosten auf der Becker-Finca ist auch kein „Hippie-Guru“, als den Ihr ihn immer bezeichnet (seid Ihr eigentlich verrückt?), sondern ein stinkfauler Spinner, der dem anständigen Leben nicht gewachsen ist, und deshalb auf die übelste Art schmarotzt – und Ihr fallt doch tatsächlich auf seine blöden Sprüche rein!!! Schlimm genug, dass die spanische Polizei und die Staatsanwälte – und die Finca-Besitzer – zusehen. Aber noch schlimmer ist, dass dieses Nichts Euch derart viel Platz wert ist …

MI MUSEU Diesmal: Der Fisch meiner Mutter

Ein wahrhaft einmaliges Kachel-Gemälde …

SIE HAT IHN GEMALT, auf eine leere weiße Kachel im Format 50 x 20 cm. Vielleicht auch deshalb, weil meine Eltern beschlossen hatten, auf Mallorca möglichst wenig Fleisch und möglichst viel Fisch zu essen. Mit der gemalten Kachel ist meine Mutter zur Ceramica in Felanitx und die haben sie gebrannt. Dann wurde der Fisch an die Freiluft-Wand der Essecke unserer Finca zementiert, vor nunmehr über 40 Jahren, und seitdem hängt er dort, bewundert, anregend und als einmaliges Kunstwerk aus der Familie. Meine Mutter hat noch mehr „Mallorkinisches“ gemalt, aber das zeige ich später mal …

SE VENDE: Ein altes Kohlebecken

Das Becken von hinten …
… von oben …
… und im Detail

EINE FEINE ARBEIT AUS KUPFER von 28 cm Durchmesser, 4 cm hoch, ziemlich schwer ud mit einem Blumenstrauß kunstvoll verziert. Ein sogenannter „Brasero“ (oder ein Teil davon), der an die 100 Jahre alt sein dürfte und ein Öfchen der Mallorkiner vor dem Zeitalter von Fußboden- und Zentralheizung war: Man füllte im Winter glühende Holzkohle hinein, stellte ihn unter den Tisch und die Beine möglichst nahe dran. Meine Eltern haben ihn in den 50er-Jahren von einer befreundeten Bauernfamilie geschenkt bekommen, er war bei uns nie in Gebrauch, sondern hing als Dekostück an der Wand und ist deshalb bestens erhalten. Ich denke, dass 30 Euro ein fairer Preis ist.

Endlich weiß ich, was ein „Regenbrett“ ist …

Ein Regenbrett in Aktion …
… und das hier sah ich in Santanyi

JETZT IST MEINE FAMILIE SEIT 60 JAHREN AUF DER INSEL – und peinlicherweise lerne ich jede Woche was Neues! Oft nur deshalb, weil ich zu dämlich war nachzufragen, wenn mir etwas Unbekanntes vorgeführt wurde. Wie dieses lose Brett, das an den meisten Häusern neben den Außentüren steht: das sogenannte „Regenbrett“. Es ist die simpelste Methode, bei Wolkenbrüchen zu verhindern, dass Wasser ins Haus eindringt – man legt das Brett einfach quer vor die Tür! Und wenn die Sonne zurückkehrt, stellt man es wieder daneben. Nicht dass einer denkt, da sei meine findige Nachbarin alleine darauf gekommen: Das „Regenbrett“ ist uralte Tradition, wurde immer wieder in der Mallorca-Literatur erwähnt und ich sah es seit einem halben Jahrhundert, aber – wie gesagt – nie in Funktion, nur an der Wand lehnend, weil keiner rausgeht bei Schauern. Wollte ich mal wieder nur so erzählt haben …

Wie Indianer auf dem Kriegspfad …

                   Bauernland mit Küste voller Rauchsäulen an einem Herbstmorgen …

… SO LODERN DIE HERBSTFEUER UND SCHICKEN IHRE RAUCHSÄULEN IN DEN HIMMEL! Man schaue sich nur das Foto genau an, das ich Ende November von meiner Terrasse aus gemacht habe: Mindestens 6 Brandherde gibt es, und das um 8 Uhr in der Früh. Weil schlechtes Wetter auf die Insel drückt, kriechen die Schwaden am Boden entlang und nebeln die Umgebung ein, oft kilometerweit und -breit. Das ist lästig, aber die Feuer, mit denen Herbst- und Gartenabfälle verbrannt werden, sind erlaubt und notwendig – in dem Moment meines Fotos verhüllt der Rauch jedoch das Meer und den Horizont und vereinigt sich mit den Wolken! Es riecht brenzlig und wer zwischen den weißen Brandsäulen wohnt, verschließt Fenster und Türen. Wie gut, dass ich am Berg wohne …

Das muss man einfach haben …

Das ist das fabelhafte Buch …

… DAS BUCH „EINE FINCA AUF MALLORCA“ von ELKE MENZEL! 2013 erschienen, 294 Seiten, illustriert mit eigenen Zeichnungen und Aquarellen, ISBN 9781492324614, auf Ebay für 1.49 Euro antiquarisch zu bekommen. Ein Hoteltourist benötigt es nicht, aber schon jeder Finca-Urlauber und alle Besitzer einer ländlichen Insel-Immobilie sowieso. Die Autorin schildert, sozusagen Tag für Tag, was sie (mit Mann und zwei Kindern) erlebt hat beim Kauf, dem Restaurieren und dem Bewohnen einer Finca mit Land drumherum. Die Betrügereien, die Tricks, die uralten Bauernregeln, die Schocks, die Freuden, das Unerwartete und die Finanzen. Hätte meine Großmutter dieses Buch gehabt vor 60 Jahren, als sie nach Mallorca kam, wir hätten uns drei Generationen lang viel Mühe, Geld und Enttäuschung ersparen können! Dabei ist der Text auch noch flott und heiter geschrieben (Profi am Werk!) und unterscheidet sich himmelweit von diesen Dutzenden von Machwerken ähnlichen Anspruchs.

 

 

Der Todesschrei der Ratten …

Sie sehen ja eigentlich niedlich aus …

DAS SIE IN DIESEM JAHR IN HEERSCHAREN AUFTRATEN, habe ich schon berichtet. Nun kam mein Nachbar Pau zu mir, sah aufgestellte Schlag- und Lebendfallen und stellte mir die seltsame Frage: „Ich hoffe, Du lässt sie eine Zeitlang leiden?“ Nein, eigentlich nicht, denn auch eine Ratte ist ein Tier und ich vermeide Quälerei. „Ganz falsch“, behauptete Pau, „dann wirst Du immer wieder Ratten ums Haus haben!“ Weil Ratten, die gequält werden, in Todesangst Töne ausstoßen, die wir nicht hören können, weil sie im Ultraschallbereich liegen. Aber Artgenossen vernehmen die Schreie und meiden Orte, an denen sie diese hören. Ein bisschen Quälerei sei die beste Abschreckung, wirksamer als Fallen und Gift! Alte mallorkinische Bauernregel. Also werde ich ab jetzt ein bisschen quälen, ungern, aber wenn das hilft, die Biester endlich loszuwerden, überwinde ich mich …

Was gibt’s nicht zu kaufen? Eicheln …

So bekämpft man die Feinde …

DIE FRAGE IST NUR: WER BENÖTIGT EICHELN? Wer nicht eingeweiht ist, vermisst sie nicht; wer klüger ist, hätte sie gerne! Man bekommt sie aber nicht (mehr). Ich brauche sie dringend, nachdem ich in der ARD-Sendung „Wer weiß denn sowas“ gehört habe, dass Eicheln die einzig wirksame Waffe gegen Holzwürmer sind. Und wer auf Mallorca ist nicht von ihnen befallen, sie gehören zu den „Siegreichen Drei der Insel“: Ratten, Mücken & Holzwürmer. In der Sendung hieß es: Man stelle ein Tellerchen mit Eicheln neben/unter das befallene Möbel, die Holzwürmer verlassen sofort das Holz, stürzen sich auf die Baumfrüchte und man kann sie auf diese Weise leicht wegtragen und vernichten. Nur nicht auf Mallorca. Ich habe die „Senora Allwissend“ gefragt, Barbara Pohle von der „Mallorca Zeitung“, und sie verwies mich auf das Wandern in der Tramuntana, wo es noch Steineichenwälder gibt und Eicheln herumliegen, die man aufklauben kann. Und zum Kaufen? Sie schrieb mir: „Ich habe mit verschiedenen Kooperativen telefoniert, aber Eicheln, mit denen früher Schweine gefüttert wurden, sind nicht mehr im Verkauf.“ Schade, also müssen die Holzwürmer in meinen Möbeln bleiben – sie haben gesiegt! Denn die chemischen Keulen waren alle nur Scheingefechte, über sie grinsen die nimmersatten Nager nur. P. S.: Im deutschen Internet werden Eicheln angeboten, da habe ich mir jetzt ein Säckchen voll für 3.50 Euro gekauft …