Finca

Vor Pfauen warne ich dringend …

KAUFEN SIE BLOSS KEINE FÜR IHREN GARTEN! Die machen alles kaputt, weil sie besonders gern und konsequent Blüten fressen. Sie kreischen entsetzlich zu den erstaunlichsten Tageszeiten, kacken ungewöhnlich viel an den falschen Stellen, werden in den seltensten Fällen zutraulich und treu sind sie auch nicht unbedingt. Ich hatte mal die reizende Idee, meinen Eltern für ihre Finca ein Pfauen-Pärchen zu kaufen, aber es kam gar nicht gut an: Nach nur einer Woche suchten sie händeringend einen Abnehmer. Bei mir landete gestern ein Weibchen im Garten. Als selbst ernannten Geschenk! Wir haben es sofort zu Dritt vertrieben, ehe es Unheil anrichten konnte. Klar, stolzieren Pfaue herum und die Männchen schlagen ihr herrliches Rad, fühlt man sich wie Harun al-Raschid in seinem 1001 Nacht-Liebeshain, aber die Realität sieht anders aus!

Es tut sich was – bravo!

So sieht das Haus nach der Räumung (wieder) aus …

ZUGEGEBEN: DAS HAUS, ein ehemaliges Restaurant, STEHT SEIT JAHREN LEER. Solide gebaut, aber ausgeraubt bis auf die Fensterrahmen. Hübsch anzusehen immer noch, aber ohne Wasser & Elektrizität. Plötzlich fiel ein Clan aus Palma ein, mit etwa 20 Personen,  4 Autos (!), dem kompletten Hausstand und etwas Kleinvieh. Richtete sich häuslich ein, reparierte den Brunnen, kochte am offenen Feuer im Garten, bedrohte die Vorbeifahrenden, wenn sie starrten oder gar fotografierten, und versetzte die Nachbarschaft in Angst & Schrecken. Nicht dass die Herrschaften irgendwo eingebrochen wären oder jemanden ausgeraubt hätten, das nicht; aber die bloße Präsenz erschien vielen als Bedrohung – übrigens auch den Mallorkinern! Nun ist Polizei angerückt, dazu ein LKW und ein Bagger. Die einen haben das Haus geräumt, die anderen den Garten. Ziemlich brutal lief das ab, der Clan bekam 60 Minuten, um seine Habseligkeiten zu packen. Zurück ins Getto bei Palma. Im Viertel (an der Ostküste bei Cala Murada) ist wieder Ruhe. Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Das Haus gehört einer Anwältin in Manacor und die ließ es zur Ruine verkommen. Dass jemand das leer stehende, aber eigentlich luxuriöse Gebäude besetzt, ist illegal, aber nicht wirklich verwerflich. Ich gebe der Anwältin eine dicke Mitschuld, und dass Polizei mit Bagger anrückt, klappt in solchen Fällen wohl auch nur, wenn man alteingesessener Jurist aus nobler Insel-Familie ist, aber immerhin – es ist ein Präzedenzfall, den auch Andere nutzen können … 

Die Spitzmäuse dringen vor!

Kein Problem auf der Hand …
… denn so winzig sind sie

ES SIND PUTZIGE GESELLEN, kaum größer als eine große Kakerlake, mit grauem, samt- weichen Fell und einem geröteten Schnäuzchen: Spitzmäuse. Nützlich sind sie, weil sie das lästige Insektenzeug jagen, und im Haus fühlen sie sich – Gottseidank – nicht wohl. Warum sie, wie jetzt die Gärtner berichten, verstärkt auftreten, ist bisher ungeklärt, ich hatte eine in meinem Geräte- schuppen (siehe Foto neben einem Fläschchen), bei den Nach- barn huschten sie durchs Gebüsch. Man kann die Spitzmäuse in die Hand nehmen, was ich bei einer Ratte nicht wagen würde, und nun könnte man sie a) willkommen heißen als Komplizen gegen die Asseln und Hundertfüßler, und b) begrüßen als Bereicherung der Insel-Fauna. Dennoch bleibt die etwas beunruhigende, weil ungeklärte Frage: Wo kommen diese Tierchen so plötzlich her, und was mag da noch so alles folgen?

Ein freies Zimmer auf Mallorca …

EIN FREUND HAT MIT DIESE KARIKATUR GESCHICK – in seiner Verzweiflung. Er besitzt eine entzückende Finca bei Sant Llorenc und dort ist die Verwandtschaft eingefallen. Die ist so nah, dass er nicht Nein sagen konnte, jetzt geht’s etwas eng zu auf der Immobilie und sie ist nicht mehr so entzückend. Ich denke, ein paar von meinen Lesern werden die Situation ebenso kennen wie ich. Der Text zur Karikatur lautet: „So, hier ist das Gästezimmer, fühlt Euch ganz wie Zuhause.“ Der göttliche George Price hat sie gezeichnet, ein Amerikaner, Gott hab‘ ihn selig. Mein Freund hat dazu geschrieben: „Es gibt Tage, da würde ich gerne im Hotel wohnen!“ Ja, es kann ein Unglück sein, eine Finca auf Mallorca zu besitzen …

Bohren ist – schweineteuer! Teil 2

Eigenes Wasser im eigenen Brunnen!

… UND HÖLLISCH RISKANT! Denn jeder Meter Bohrung kostet, sagen wir mal, um die 150 Euro bei seriösen Firmen, er kann aber wesentlich teurer werden, wenn’s in größere Tiefen geht und die Gesteinslage fatal wird. Ich schildere ihnen mal ein aktuelles Beispiel: Einer hat, weil kein Wasser gefunden wurde, bis auf 60 m bohren lassen. Kosten: 9000 Euro. Da versicherten ihm die Experten versichert: „Nur noch ein paar Meter, Wasser ist da!“ Also auf 100 m. Kosten: 15 000 Euro. Nichts gefunden. Was nun? 15 000 Euro sind schon mal sicher weg – ohne Wasser. Wieder die Experten: „Nur ein paar Meter noch!“ Also weiter, schweren Herzens und erleichtertn Bankkontos. Auf 150 m. Wieder nichts. Kosten: 22 500 Euro. Weitermachen? „Unbedingt!“, so die Experten. „Nicht aufgeben, wenn Sie schon soviel Geld investiert haben!“ Die haben leicht reden, also Limit setzen bei 30 000 Eur0, das sind 200 m. Wieder nichts. Letzter Versuch: 250 m! Kosten: 37 500 Euro. Wieder nix! „Da ist zu 100 Prozent Wasser da unten“, versichern beide Experten. „Sie werden fündig, nicht aufgeben!“ Jetzt geht’s richtig ins Geld. Er zögert, seine Frau nicht: „Soll all das teure Geld futsch sein?“ Allerletzter Versuch: 300 m! Kosten: 45 000 Euro. Ach, wär’s das schön – eine eigene Quelle! Keine Angst mehr haben vor der Dürre, dem Versiegen der Hähne, den Horrormeldungen von Mallorca. Also bitte, der allerallerletzte Versuch: 20 m weiter. Kosten: 48 000 Euro. Beschluss: „50 000 und keinen Euro mehr!“ Dann der Jubel: Agua marsch! bei 317 m – es sprudelt, die Experten hatten recht, „Hurra, wir haben eigenes Wasser!“ Kosten: 47 550 Euro, über den Daumen gepeilt. Fazit: Reine Nervensache, echtes mallorkinisches „Bohr-Lotto“, nichts für Arme!

Die Frage ist doch: Soll man selbst bohren? Teil I

Die traditionelle Suche …
… und so sieht das Bohren aus

EINE EIGENE QUELLE WÄRE EIN TRAUM, ODER? Zwei meiner Nachbarn sind so glücklich. Einer hat sie mit dem Kauf einer alten Finca geerbt, der andere hat selbst gebohrt. Wie? Grundsätz- lich in zwei Etap- pen, hier die Kurz- form: Erst lässt man eine Stelle suchen, an der der Bohrer fündig werden könnte, dann muss das Loch mit Rohren eingefasst und ein Brunnen installiert werden. Claro. Teil 1: Kluge lassen zwei Experten suchen – einen Wünschelrutengänger mit Ölzweig und einen Geologen mit Tiefenradar. Beide kosten natürlich was (und nicht wenig). Sind sie sich einig, kann’s losgehen. Widersprechen sie sich, hat man ein Glaubensproblem: Tradition gegen Technik. Mein Nachbar, der Selbstbohrer, hatte das Glück: Beide deuteten auf dieselbe Stelle! Geht’s los, wird „Bohr-Lotto“ gespielt. Mit dem Bankkonto und den Nerven des Auftraggebers. Und eine Genehmigung benötigt man natürlich auch. Denn wer eine eigene Quelle besitzt, die sprudelt, zapft den allgemeinen Grundwasserspiegel an – man könnte ihn einen egoistischen „Wasserdieb“ nennen. Der nur zum raren Nass kam, weil er … – ja, weil er ein Vermögen investiert und riskiert, das andere nicht haben. Wieviel? Das schildere ich demnächst in Teil 2 …

Terror an der Pforte … (Spinnern 1)

An der Hauswand …
… und aus der Nähe

WEIL DIESER SPINNEN-GIGANT AUFGETAUCHT IST! Eine Apulische Tarantel, so groß wie die Handfläche meiner Frau. Die zurückprallte, zitterte und schrie. Ich habe den stärkten Kill-Spray geholt, den wir im Haus hatten, habe das Monster weiß eingesprüht, bestimmt 30 Sekunden lang, bis es sich auf Erbsengröße einrollte – und plötzlich weg war. Und nach einer halben Stunde – scheinbar putzmunter – wieder auftauchte, in Originalgröße. Wie kann eine Tarantel so eine Giftattacke unbeschadet überstehen? Das ist zum Fürchten, nicht weniger als ihr Biss (immerhin ist das eine Vogelspinnen-Variante). Ich habe sie mit einer Sandale erschlagen, bis sie nur noch ein feuchter Fleck auf der Fliese war. Aber dass einem so ein gefährliches Ding überhaupt begegnet auf Mallorca, und dann auch noch an der Haustür, das hat schon was von Terror! 

Danke, liebe Freunde, für diesen Erfolg!

THOMAS FITZNER UND ICH haben gestern Abend auf der Kulturfinca Son Baulo in Lloret de Vistalegre unsere heitersten Mallorca-Geschichten  gelesen – und sind immer noch über- wältigt: Neuer Zuhörerrekord, der Saal brechend voll, einige mussten im Tür- rahmen stehend lauschen, und die Lesung dauerte von 19:30 bis 22:30 Uhr, weil wir jeder drei Zugaben vortragen mussten! Einige waren bis aus Santa Ponca gekommen und eine Dame aus Mancor del Valle bat uns, beim nächsten Mal auch eine Geschichte aus ihrem Dorf mitzubringen. Natürlich, tun wir gern und ich denke, wir werden im Frühjahr 2020 wieder bei Will zu erleben sein …

Rührend: Feng Shui in der Macchia …

Die einsame Feng Shui-Finca

WEIT UND BREIT IST NICHTS, nur wilde Macchia. An einer einsamen Stelle steht im Gebüsch das Schild: FENG SHUI Beratung 500 m. Dazu eine Blüte und ein Pfeil. Dem bin ich gefolgt, immer tiefer in den Busch, auf einer Naturstraße, einspurig, zerlöchert. Und sah, zurückgesetzt in einem Bauernacker, eine Finca hinter einem schmiedeeisernen Doppeltor – mit wieder diesem Blumenschild an einer Kiefer, aber jetzt mit Namen, Telefon und Email. Eine Dame aus dem nördlichen Hessen bietet hier – rührenderweise – Beratung an, wie der Mensch zu Harmonie gebracht werden kann mit seiner Umgebung. Mal abgesehen davon, dass sich keiner verirrt in diese Einsamkeit, benötigt man noch Feng Shui, die Lehre von „Wind und Wasser“, wenn man auf Mallorca lebt? Nun ja, die alten Mallorkiner haben genau gewusst, wie sie in möglichst hohem Einklang stehen mit der Natur auf ihren Fincas; die Neubürger aus Germanistan stellen ihre Hütten geradeso hin, wie es ihnen passte. Aber ob sich von denen einer sagen lässt, wie er nach den chinesischen Regeln zu bauen hat …?

MI MUSEU: Zwei alte Hausfrauen-Instrumente

Sie stammen von einem Bauernhof …

SIE STAMMEN VON EINEM BAUERNHOF IN MEINER NÄHE, die Dame des Hauses hat sie mir für einen denkbaren Händedruck überlassen. Ich hätte gerne auch die dazugehörigen Gefäße gekauft, aber sie waren verschwunden, zerbrochen wohl oder weggeworfen als nicht mehr benötigt. Die Stössel sind 22 cm hoch und schlicht, aber nützlich geschnitzt aus Oliven- oder Mandelholz und bei dem dunklen hat sich der Hersteller besondere Mühe gegeben mit dem gebauchtem Griff und einem Zäpfchen am Ende. Ihr Alter schätze ich auf – na, sagen wir – 50 bis 80 Jahre, sie sind gut erhalten und haben in der Küche nichts mehr verloren. Schnuppert man an ihnen, vermeint man, gewisse Gewürze zu erkennen, aber es ist wohl nur der ewige Duft des Baumes, aus dem sie stammen …