Finca

Nun hat sich die schöne Gärtnerin…

Helene Lindgens …
… ihrer Arrangements …
… und ein paar …
… aus Blumen, Obst …
… und Gemüse

… IN DER QUARANTÄNE ZUR OBJEKT-KÜNST- LERIN ENTWICKELT  – mit Gemüse! Ich habe Helene Lindgens bisher schon bewundert als Schöpferin des Gartenkunstwerks Son Muda bei Felanitx (natürlich gemeinsam mit ihrem Mann Christian, nebenbei Serien-Meister im Golfklub Son Vida), und jetzt habe ich entdeckt, dass sie aus dem herrli- chen Produkten  Farbe-Kunstwerke schafft – bevor sie in den Handel gehen! Denn „La Belle Jardiniere“ hat die Garten-Finca erst zum hortikulturellen Insel-Ereignis gemacht und dann auch noch zum erfolgreichen Business. Ich zeige hier ein paar ihrer Objekte, die so dekorativ sind, dass man sich die Fotos an die Wand hängen könnte …

Die neue Art der Weinprobe …

Aus der Werbung …

… DA KOMMEN LEUTE MIT EINEM SORTIMENT INS HAUS! Ich hab das immer so gemacht, dass ich bei Pep in Manacor die Weine seiner Empfehlung gekauft, nach Hause geschleppt und Nachbarn eingeladen habe, um sie auszuprobieren. Dann traf mich der Corona-Keulenschlag und jetzt habe ich Pep schon lange nicht mehr getroffen – und meine Nachbarn nur ab und zu am Zaun und nicht zu einer Weinprobe. Und dann kommt, ausgerechnet jetzt, der rührige Henri Fink von der Fa. Weinwert und bittet „Gratis-Weinproben frei Haus“ an. Das heißt: Fink erscheint mit seinen Weinen („aus natürlichem Anbau vieler kleinster Inselweingüter“) auf den Fincas, macht den Sommelier und Geschichtenerzähler und das ist natürlich viel gemütlicher als in der Bodega oder im Restaurant (was gerade sowieso nicht erlaubt ist). Aber ist die Haus-Verköstigung okay? Ich hab‘ da meine Corona-Zweifel, was aber die Idee nicht schlechter macht. Man sollte sich die Zugangsdaten auf jeden Fall merken: Tel. 681/21 51 93 oder tasting@isla.wine …

Das große Rätselraten …

… BEGINNT JETZT, AM JAHRESTAG DER SEUCHE! Es gibt Villen und Fincas, wie ich höre, in denen die Besitzer wg. Corona seit einem Jahr nicht mehr waren. Die auch sonst keiner betreten hat. In denen zwar der Strom weiter läuft (für den die Rechnungen der Endesa eintreffen), die Gärtner das Rundhe- rum versorgen (und mit der Bezahlung vertröstet werden aufs Wiedersehen), aber keine Beschließerin das Innere kontrolliert. Scheinbar alles in Ordnung, aber ist das auch so? Oder haben die Ratten einen Zugang gefunden, die Spinnen die dunklen Ecken übernommen, die Cucarachas die Küche? Haben die Tauben den Patio und die Terrassen vollgeschissen und schwimmt totes Getier im Pool, auch wenn der abgedeckt ist? Sind Mauern feucht geworden, weil keiner lüftet? Sehen die Fenster aus wie Kellerluken in der City? Liebe Handwerker und sonstigen Helfer, freut Euch auf eine Boomzeit, wenn Corona ein Schrecken der Vergangenheit sein wird, dann müsst Ihr ran an die erwach- ten Immobilien! 

Fosh fährt Food zur Finca …

So wirbt Top-Koch Fosh für seinen Lieferservice …

… ABER MAN MUSS SICH AN GEWISSE REGELN HALTEN! Aus der Anzeige, die gerade in den Insel-Zeitungen erscheint, geht jedoch nur hervor, dass man bei ihm frisch zubereitete Gerichte bestellen kann. Dazu die Telefonnummer 626 192 597 und die Website www.foshfoodathome.com (sehr gut und auch auf Deutsch). Also habe ich nachgehakt und herausgefunden: Geliefert wird „auf der ganzen Insel“ ab 50 Euro Bestellung, und zwar „überall hin bis an die Haustür“. Wie das „frisch“ gehen soll, weiß ich zwar nicht, aber schaut man auf das nicht üppige, aber ausreichende Speisenangebot (immer für 2 Personen), findet man Preise von 4.50 Euro für glasierte Karotten über Kürbissuppe für 14 Euro bis Lammeintopf für 32 Euro. ABER: Man muss bis Dienstagabend, 22 Uhr, bestellen, gekocht wird am Donnerstagnachmittag und geliefert freitags zwischen 12 und 18 Uhr. Ach ja, Wein wird auch angeboten! So, nun wissen wir, wie’s geht, bon provecho …

Die Ziegen sind da!

DIE CAPRA BALEARICA, das größte Wildtier der Insel. Eigentlich scheue Gesellen, die in den Bergen leben. Nun, da durch den Virus so wenig los ist menschlich, trauen sie sich herunter, und nicht nur in der Tramuntana, sondern auch aus den Levante-Hügeln. Dringen in die Corona-verlassenen Grundstücke ein und fressen sich in den einst so gepflegten Gärten satt! Ein Gärtner sagte: „Sie richtigen Verwüstungen an, das ist zwar gut für das Geschäft, aber die Besitzer der Fincas würden heulen, wenn sie das sehen würden.“ Die sind aber nicht da, sondern in Deutschland, Österreich, der Schweiz usw., geflohen vor dem Virus. Eine Freundin aus der Gegend von Felanitx mit sechs oder sieben Grünen Daumen (so akribisch benimmt sie sich hortikulturell) seufzte: „Ich bin letzte Nacht aufgewacht vom  Trippeln der Hufe auf meiner Terrasse und ehe ich die Biester verscheuchen konnte, hatten sie die Blumen kahl gefressen!“ Inzwischen mehren sich die Klagen, bisher habe ich von rund einem Dutzend Ziegen-Überfällen gehört. Psychologisch bewundere ich die Tiere ja: Wie schnell sie kapiert haben, dass die Flächen, die der Mensch ihnen einst durch Bebauung gestohlen hat, ihnen wieder zur Verfügung stehen. Wie konsequent sie die Gärten und Parks zurückerobern, da sie die Bewohner nicht fürchten müssen, und sich im Recht der Wildtiere glauben, dass ihnen gehört, was die Natur wachsen lässt. Einige haltlose Tierschützer werden jubeln …

Es wird geklaut …

… UND ZWAR IMMER DREISTER! Der gute Geist Maic, der verschiedene Fincas versorgt, deren Besitzer wg. Corona Zuhause in Deutschland, Frankreich, Schweden und der Schweiz sind, meldet das. Es wird den Ganoven ja auch leicht gemacht, sie müssen ja nur über Mäuerchen steigen und können sich aussuchen, was sie mitnehmen: Gartenmöbel und -geräte, Wandlampen, Tontöpfe mit und ohne Pflanzen, Deko-Skulpturen und sogar meterweise Wasserschläuche. Noch, sagt Maic, scheuen sie sich, die Häuser selbst zu knacken; weil es zu viele Nachbarn gibt, die Zeugen sein könnten, weil sie daheim in Quarantäne sind und vor Langeweile in die Gegend starren. Da auch die Polizei präsenter ist als sonst, haben sie gerade, wie ich höre, einen Dieb am Kreisel in Llucmajor hopps genommen, der mit einem Auto voller „Ware“ auf dem Weg nach Palma war. Ich hatte das ja schon gefürchtet und in meinem Corona-Tagebuch darüber geunkt …

Es ist so schön auf der Insel …

Da bekommt man Heimweh nach der Insel …                                                    (Foto: Ursula Becker-Schmitz)

WAS AUCH IMMER MAN AN HORROR-MELDUNGEN HÖREN MAG – bei mir haben sich am einem Tag (gestern) drei Familien gemeldet, die ein Haus oder ein Apartment auf der Insel besitzen und sich spontan entschlossen haben, den Winter über da zu bleiben. Weil es „so wunderschön ist wie sonst nie“, wie einer mir sagte; „so einsam und so herrlich mallorkinisch, wie wir es gar nicht kennen“, so ein anderer; „da ahnt man, wie Mallorca in der Hochsaison am Tourismus leidet“. Nun sind die Überwintere 1. nicht mehr jung, und 2. finanziell unabhängig. Und 3. hoffen Sie, dass kein lokaler „Lockdown“ beschlossen wird, der sie in ihren vier Wänden kaserniert, aber die aktuellen Zahlen deuten nicht darauf hin, obwohl ein himmelweiter Corona-Unterschied besteht zwischen bestimmen Stadtteilen Palmas (beängstigend hoch) und z. B. der Gemeinde Felanitx (lächerlich niedrig). Gratulation, Leute, ich wünsche einen milden Winter, obwohl der Wespen und anderes unliebsames Getier millionenfach züchten würde …

Hoffnung trotz Alarm …

DIE NACHRICHTEN AUS SPANIEN SIND FURCHTBAR, nahezu unerklärlich, wie sich das Land selbst immer tiefer in die Corona-Krise reißt! Da macht es ein bisschen Freude, was mein Freund Hano berichtet, der zwischen Schleswig-Holstein und seinem Haus an der Ostküste pendelt: „Wir sind seit einer Woche wieder auf Mallorca. 20 bis 24 Grad kann man gut aushalten. Für uns sind genug Gaststätten geöffnet, aber für die Branche ist es natürlich katastrophal! In unserem Flugzeug aus Hamburg saßen 20 Passagiere – und gähnende Leere auf den Flughäfen! Wir gehen heute mit Freunde nach Canyamel zum Golfen. Schade, dass Du nicht mitgehst …“.

Total künstlich, aber lustig!

WAS UNSERE ARME INSEL NICHT ALLES ERTRA- GEN MUSS! Leute wie die Nullingerin, dann Corona – und nun dieses Warnschild aus USA! „Beware of Majorca Sheperd Dog“ steht da, als wenn’s einhei- mische Schäferhunde als Rasse gäbe. 30,5 x 23 cm ist es groß und aus Aluminium, der Rost ist künstlich hergestellt und es kostet so etwa 17 Euro (+ Versand aus Los Angeles). Man findet es im Internet, und wenn ich es mir so recht überlege, sieht es an einem Finca-Tor vielleicht doch ganz nett aus mit dem englisch ge- schriebenen Majorca

Die Straße der friedlichen Nachbarn …

In diesem Paradies hinter der Küste liegt irgendwo die Straße …

ES IST EIN CAMINO, KEINE CARRETERA. Nicht asphaltiert, nach Wolkenbrüchen ein Torrente, einspurig und schädlich für viele Autos. Eine Sackgasse, zwischen alte Steinmauern geklemmt, etwa 1,2 km lang, recht steil permunt oder pervall (je nachdem, ob man rauf oder runter fährt), ab und zu rechts oder links eine Einfahrt mit Tor. 16 Familien haben hier Häuser, die 7 Mallorkiner, einst alle Campesinos, jetzt nur noch wenige, seit Ewigkeiten; die 9 Ausländer siedelten sich zwischen 1955 und 2018 an. Eine friedliche Gemeinschaft, die sich die Straße teilt, die Stille, die Fruchtbarkeit, den Postkasten und die Elektrizität und 15 hängen an einer Quelle (einer ist so glücklich, eine eigene Wasserstelle geerbt zu haben). Neben den 7 Mallorkinern sind das 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Alle 16 wählen ab und zu einen Häuptling, das kann auch eine Frau sein, der dafür sorgt, dass alle ihre Rechnungen bezahlen, keiner den anderen übervorteilt und niemand zu laut wird. Sie kennen sich alle, laden sich gegenseitig ein (allerdings entziehen sich ein paar scheue Eingeborene dem engeren Kontakt mit den Extranjeros) und spielen an einem Abend jeder Woche gemeinsam, aber reihum Petanca mit anschließendem Dinner. Es geht also, Streit ist nicht zwangsläufig ein Genosse der Nachbarschaft. Nun gut, beim Wasser, das zögerlich fließt, sind sich nicht immer Alle einig, denn einige haben Rasen, andere nicht, einige besitzen Pools, andere nicht, einige wohnen ständig hier, andere nur monats- oder wochenweise. Aber es gibt immer eine Lösung, und es ist in den Jahrzehnten nie vorgekommen, dass zwei nicht mehr miteinander sprachen. Ich wollte das alles berichten, weil es mir gut gefällt – und weil es, vor allem in den Urbanisationen, häufig nicht so ist.