Finca

Es wird geklaut …

… UND ZWAR IMMER DREISTER! Der gute Geist Maic, der verschiedene Fincas versorgt, deren Besitzer wg. Corona Zuhause in Deutschland, Frankreich, Schweden und der Schweiz sind, meldet das. Es wird den Ganoven ja auch leicht gemacht, sie müssen ja nur über Mäuerchen steigen und können sich aussuchen, was sie mitnehmen: Gartenmöbel und -geräte, Wandlampen, Tontöpfe mit und ohne Pflanzen, Deko-Skulpturen und sogar meterweise Wasserschläuche. Noch, sagt Maic, scheuen sie sich, die Häuser selbst zu knacken; weil es zu viele Nachbarn gibt, die Zeugen sein könnten, weil sie daheim in Quarantäne sind und vor Langeweile in die Gegend starren. Da auch die Polizei präsenter ist als sonst, haben sie gerade, wie ich höre, einen Dieb am Kreisel in Llucmajor hopps genommen, der mit einem Auto voller „Ware“ auf dem Weg nach Palma war. Ich hatte das ja schon gefürchtet und in meinem Corona-Tagebuch darüber geunkt …

Es ist so schön auf der Insel …

Da bekommt man Heimweh nach der Insel …                                                    (Foto: Ursula Becker-Schmitz)

WAS AUCH IMMER MAN AN HORROR-MELDUNGEN HÖREN MAG – bei mir haben sich am einem Tag (gestern) drei Familien gemeldet, die ein Haus oder ein Apartment auf der Insel besitzen und sich spontan entschlossen haben, den Winter über da zu bleiben. Weil es „so wunderschön ist wie sonst nie“, wie einer mir sagte; „so einsam und so herrlich mallorkinisch, wie wir es gar nicht kennen“, so ein anderer; „da ahnt man, wie Mallorca in der Hochsaison am Tourismus leidet“. Nun sind die Überwintere 1. nicht mehr jung, und 2. finanziell unabhängig. Und 3. hoffen Sie, dass kein lokaler „Lockdown“ beschlossen wird, der sie in ihren vier Wänden kaserniert, aber die aktuellen Zahlen deuten nicht darauf hin, obwohl ein himmelweiter Corona-Unterschied besteht zwischen bestimmen Stadtteilen Palmas (beängstigend hoch) und z. B. der Gemeinde Felanitx (lächerlich niedrig). Gratulation, Leute, ich wünsche einen milden Winter, obwohl der Wespen und anderes unliebsames Getier millionenfach züchten würde …

Hoffnung trotz Alarm …

DIE NACHRICHTEN AUS SPANIEN SIND FURCHTBAR, nahezu unerklärlich, wie sich das Land selbst immer tiefer in die Corona-Krise reißt! Da macht es ein bisschen Freude, was mein Freund Hano berichtet, der zwischen Schleswig-Holstein und seinem Haus an der Ostküste pendelt: „Wir sind seit einer Woche wieder auf Mallorca. 20 bis 24 Grad kann man gut aushalten. Für uns sind genug Gaststätten geöffnet, aber für die Branche ist es natürlich katastrophal! In unserem Flugzeug aus Hamburg saßen 20 Passagiere – und gähnende Leere auf den Flughäfen! Wir gehen heute mit Freunde nach Canyamel zum Golfen. Schade, dass Du nicht mitgehst …“.

Total künstlich, aber lustig!

WAS UNSERE ARME INSEL NICHT ALLES ERTRA- GEN MUSS! Leute wie die Nullingerin, dann Corona – und nun dieses Warnschild aus USA! „Beware of Majorca Sheperd Dog“ steht da, als wenn’s einhei- mische Schäferhunde als Rasse gäbe. 30,5 x 23 cm ist es groß und aus Aluminium, der Rost ist künstlich hergestellt und es kostet so etwa 17 Euro (+ Versand aus Los Angeles). Man findet es im Internet, und wenn ich es mir so recht überlege, sieht es an einem Finca-Tor vielleicht doch ganz nett aus mit dem englisch ge- schriebenen Majorca

Die Straße der friedlichen Nachbarn …

In diesem Paradies hinter der Küste liegt irgendwo die Straße …

ES IST EIN CAMINO, KEINE CARRETERA. Nicht asphaltiert, nach Wolkenbrüchen ein Torrente, einspurig und schädlich für viele Autos. Eine Sackgasse, zwischen alte Steinmauern geklemmt, etwa 1,2 km lang, recht steil permunt oder pervall (je nachdem, ob man rauf oder runter fährt), ab und zu rechts oder links eine Einfahrt mit Tor. 16 Familien haben hier Häuser, die 7 Mallorkiner, einst alle Campesinos, jetzt nur noch wenige, seit Ewigkeiten; die 9 Ausländer siedelten sich zwischen 1955 und 2018 an. Eine friedliche Gemeinschaft, die sich die Straße teilt, die Stille, die Fruchtbarkeit, den Postkasten und die Elektrizität und 15 hängen an einer Quelle (einer ist so glücklich, eine eigene Wasserstelle geerbt zu haben). Neben den 7 Mallorkinern sind das 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Alle 16 wählen ab und zu einen Häuptling, das kann auch eine Frau sein, der dafür sorgt, dass alle ihre Rechnungen bezahlen, keiner den anderen übervorteilt und niemand zu laut wird. Sie kennen sich alle, laden sich gegenseitig ein (allerdings entziehen sich ein paar scheue Eingeborene dem engeren Kontakt mit den Extranjeros) und spielen an einem Abend jeder Woche gemeinsam, aber reihum Petanca mit anschließendem Dinner. Es geht also, Streit ist nicht zwangsläufig ein Genosse der Nachbarschaft. Nun gut, beim Wasser, das zögerlich fließt, sind sich nicht immer Alle einig, denn einige haben Rasen, andere nicht, einige besitzen Pools, andere nicht, einige wohnen ständig hier, andere nur monats- oder wochenweise. Aber es gibt immer eine Lösung, und es ist in den Jahrzehnten nie vorgekommen, dass zwei nicht mehr miteinander sprachen. Ich wollte das alles berichten, weil es mir gut gefällt – und weil es, vor allem in den Urbanisationen, häufig nicht so ist. 

Schön, aber leider unecht …

SIE WERDEN IM INTERNET DUTZENDWEISE ANGEBOTEN: Angebliche Kopien von Plakaten, die es jedoch nie gegeben hat!!! Sie sehen alt aus, sind traumhaft schön und  täuschend echt, und in der Beschreibung heißt es verklausuliert, es handle sich um die Wiedergabe von Originalen. Dabei haben sehr begabte Künstler lediglich alte Motive hergenommen (sogar den Ausschnitt aus einem Ancker- mann-Gemälde habe ich entdeckt), oder sie erfunden, und sie als typisch mallorkinische Reisewerbung dargestellt. Die Dinger sind nicht teuer, es gibt sie ab ca. 10 Euro je nach Größe, und das geht dann rauf bis um die 50 Euro. Fazit: Wer nur was Dekoratives an der Finca-Wand haben möchte, ohne Rücksicht auf Authentizität, der liegt hier richtig. Auch ich bewundere diese Grafiken, aber habe lieber was Echtes in der Bude …

Da sucht einer ein Windrad …!

So sieht ein Windrad aus …

WIEDER SO EINE KLEINANZEIGE, die mich fasziniert: Ein mallorkinisches Windrad wird benötigt, ein Riesending mit einem Durchmesser bis zu 2.60 m! Defekt darf es sein, aber wie soll’s denn aussehen? Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas rumliegen hat, ich jedenfalls habe noch nie eins auf Abbruch- oder Flohmärkten gesehen. Es gibt – traditionell – 5 Arten Windräder, aus Holz, Metall und Stoff, mit Segeln, Schaufeln und Lamellen, und dazu gehört ein Turm bzw. ein Schrauben- und Zahnrad- system, das Windkraft auf eine Hebevorrichtung überträgt. Aber das will der Typ hinter der Anzeige alles gar nicht, ihm genügt das Windrad. Warum? Da steht eine Handy-Nummer, ich habe angerufen, aber es ging leider nie einer ran. Dennoch: Man müsste noch viel mehr stöbern in den Wünschen der Inselbewohner …

Die Wahrheit über Es Fangar

Der Krauthausen-Text …
… und der Thorer-Text

STEHT DIESE WOCHE IN DER „MALLORCA ZEITUNG“ auf den Seiten 22 und 23 (ab Mittwoch). Der Chefredakteur Dr. Ciro Krauthausen und ich haben uns in aller Fairness bemüht, die Eisenmann-Insolvenz, die in die Milliarden geht, und die Zukunft des Paradieses Es Fangar (bei Felanitx) zu erläutern und zu bemessen. Es sieht nicht gut aus! Weshalb ich einen leidenschaftlichen Appell starte, dieses kostbare Stück Mallorca in Gänze zu erhalten. Aber nach dem, was mein Kollege recherchiert hat, wird das wohl kaum möglich sein. Deshalb mein Tipp: „MZ“ lesen, es ist spannend …

Verachtet die Aschenbecher nicht!

ES SIND FEINE SOUVENIRS – und so viel attraktiver als die teuersten Designerstücke! Natürlich muss man sie immer noch meist klauen, aber die hübschesten alten Aschenbecher gibt es längst reihenweise auf den Flohmärkten. Auch wenn die Preise impertinent angezogen haben, man bekommt das von Hand bunt dekorierte Hotel-Porzellan schon ab 1 Euro, und nimmt man einen ganzen Schwang, fallen die Kosten in die Cent-Region. Ich zeige hier 5 Exemplare als Palma und Capdepera, jüngst erworben auf dem Consell-Rastro, und auch wenn Ascher überflüssig erscheinen, weil kaum einer noch raucht, so lassen sie sich dekorativ als Oliven- oder Zitronen-Schälchen und Zahnstocher-Ablage verwenden. Denn man sollte nie vergessen: Das Leben auf der Finca schreit nach Authentizität …

Vertreibung aus dem Paradies (Version 2.0)

Peter Eisenmann (grünes Hemd) kutschiert vierspännig durch seinen Garten Eden …

EINE DUNKLE WOLKE HÄNGT ÜBER DEM TAL HINTER FELANITX, zwischen dem Sant Salvador (509 m) und dem Mola de Fangar (318 m). Sie verdunkelt das Paradies Es Fangar des deutsch-schweizeri- schen Unternehmers Peter Eisenmann – und man hört Fürchterliches. Zerschlagen könnte der Besitz werden, weil er in den Mahlstrom der Insolvenz zu rutschen droht, die den Weltkonzern Eisenmann befallen hat. Die Eisenmanns, Peter & Sabine, möchten ihren Garten Eden bewahren, den sie aus wildem Brach- land schufen, das viele Jahrzehnte lang zur Müllhalde verkam – und es wäre ein Jammer für Mallorca, wenn es ihnen nicht gelänge. Mit dem alten Schloss, den prachtvollen Gästevillen, dem Gestüt, dem Weinberg, der Ölmühle, der Erlebnis-Imkerei, dem Naturschutzgebiet für Tiere, die sonst weit und breit nicht mehr vorkommen, dem puren Öko-Fincashop, dem Jagdmuseum, den Kunstsammlungen, den stillen Wanderwegen, der eigenen (öffentlichen) Schule und so weiter und so weiter. Selten hat ein Ehepaar einer ganzen Landschaft so wohl getan und für mich sind sie die vorbildlichsten Deutschen (Schwaben mit Schweizer Pass) auf Mallorca. Stückweise, so vernehme ich, sollen jetzt Juwelen aus dem Paradies gebrochen werden und der Erlös in die Pleite einfließen. Bitte, nicht! Ich würd‘ sogar was spenden, um Es Fangar zu retten …