Finca

Danke, liebe Freunde, für diesen Erfolg!

THOMAS FITZNER UND ICH haben gestern Abend auf der Kulturfinca Son Baulo in Lloret de Vistalegre unsere heitersten Mallorca-Geschichten  gelesen – und sind immer noch über- wältigt: Neuer Zuhörerrekord, der Saal brechend voll, einige mussten im Tür- rahmen stehend lauschen, und die Lesung dauerte von 19:30 bis 22:30 Uhr, weil wir jeder drei Zugaben vortragen mussten! Einige waren bis aus Santa Ponca gekommen und eine Dame aus Mancor del Valle bat uns, beim nächsten Mal auch eine Geschichte aus ihrem Dorf mitzubringen. Natürlich, tun wir gern und ich denke, wir werden im Frühjahr 2020 wieder bei Will zu erleben sein …

Rührend: Feng Shui in der Macchia …

Die einsame Feng Shui-Finca

WEIT UND BREIT IST NICHTS, nur wilde Macchia. An einer einsamen Stelle steht im Gebüsch das Schild: FENG SHUI Beratung 500 m. Dazu eine Blüte und ein Pfeil. Dem bin ich gefolgt, immer tiefer in den Busch, auf einer Naturstraße, einspurig, zerlöchert. Und sah, zurückgesetzt in einem Bauernacker, eine Finca hinter einem schmiedeeisernen Doppeltor – mit wieder diesem Blumenschild an einer Kiefer, aber jetzt mit Namen, Telefon und Email. Eine Dame aus dem nördlichen Hessen bietet hier – rührenderweise – Beratung an, wie der Mensch zu Harmonie gebracht werden kann mit seiner Umgebung. Mal abgesehen davon, dass sich keiner verirrt in diese Einsamkeit, benötigt man noch Feng Shui, die Lehre von „Wind und Wasser“, wenn man auf Mallorca lebt? Nun ja, die alten Mallorkiner haben genau gewusst, wie sie in möglichst hohem Einklang stehen mit der Natur auf ihren Fincas; die Neubürger aus Germanistan stellen ihre Hütten geradeso hin, wie es ihnen passte. Aber ob sich von denen einer sagen lässt, wie er nach den chinesischen Regeln zu bauen hat …?

MI MUSEU: Zwei alte Hausfrauen-Instrumente

Sie stammen von einem Bauernhof …

SIE STAMMEN VON EINEM BAUERNHOF IN MEINER NÄHE, die Dame des Hauses hat sie mir für einen denkbaren Händedruck überlassen. Ich hätte gerne auch die dazugehörigen Gefäße gekauft, aber sie waren verschwunden, zerbrochen wohl oder weggeworfen als nicht mehr benötigt. Die Stössel sind 22 cm hoch und schlicht, aber nützlich geschnitzt aus Oliven- oder Mandelholz und bei dem dunklen hat sich der Hersteller besondere Mühe gegeben mit dem gebauchtem Griff und einem Zäpfchen am Ende. Ihr Alter schätze ich auf – na, sagen wir – 50 bis 80 Jahre, sie sind gut erhalten und haben in der Küche nichts mehr verloren. Schnuppert man an ihnen, vermeint man, gewisse Gewürze zu erkennen, aber es ist wohl nur der ewige Duft des Baumes, aus dem sie stammen …

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Insel ist voller Fragezeichen …

So sieht das flaschenmäßig aus …
… und so aus der Nähe

DA FUHR ICH EINEN EINSA- MEN FELD- WEG ENT- LANG und kam zur Bau- stelle einer offen- sicht- lich rie- sigen Finca. Das wunderte mich nicht, aber warum wa- ren in die Krone der Mauer rundherum an die 100 leere Plastikflaschen in der aparten Farbe Dunkelblau ein- zementiert worden? Gerade so, dass ihr Kopf mit dem Verschluss rausschaut. Und einige schräg? Seltsam! Ich vermutete, dass Obradores, unzufrieden mit ihrem Lohn, den Auftrag eines Extranjeros ein bisschen sabo- tiert haben. Das stimmte aber nicht, denn ein Arbeiter werkelte mit Beton und ich fragte ihn. Antwort: In die Löcher, in denen die Flaschen stecken, werden später Pfähle eingesetzt, die den Maschenzaun tra- gen. Ein listiges Verfahren, das unbekannt sein dürfte nördlich des 30. Breitengrades … – und: Anschei- nend gelten leere Plastikflaschen auf Mallorca jetzt als wertvoll und werden als Baumaterial gesammelt! Welch‘ besondere Art des Recycling …

MI MUSEU: Ein seltsames Werkzeug …

Ein 40 cm langes Horn an einem Eisenring …

ICH WEISS NICHT, WOZU ES BENÜTZT WURDE – klar, in der Landwirtschaft! Aber wozu, erschließt sich mir nicht. Ich habe dieses 40 cm lange Gerät in meiner Nachbarschaft auf einem Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert entdeckt und der Campesino hat es mir geschenkt. Eine Art Dorn oder Spitzhacke, aber warum hängt es an einem schweren handgeschmiedeten Eisenring? Es besteht aus Horn, aber von welchem Tier? Doch nicht etwa von einem Myotragus! Denn wer auf Mallorca hatte ein so langes Gehörn? Der Bauer wusste auch nicht, wozu es gedient hatte – und je länger ich das Ding habe, desto wertvoller erscheint es mir.

… und hinterher die Rechnung ohne Dank!

DIES IST EINE GESCHICHTE, die ich anonym erzählen will und nicht illustrieren kann. Ein interessanter Nachbarschaftsfall aus der Insel-Mitte. Er geht so: Ich habe einen Freund, der auf seinem und dem umliegenden Land eine kleine Herde Ponys frei herumlaufen lässt. Mit Einverständnis der Nachbarn. Eines Tages hat ein Nachbar einen Zaun errichten lassen (nichts gegen einzuwenden) und dabei übersehen, dass er eines der Ponys „aus- bzw eingesperrt“ hat (kann passieren in der Wildnis). Es war verschwunden, aber mein Freund ist ein schlauer Fuchs und vermutete nach ein paar Tagen des Nachdenkens sein Pferdchen im Stall des jetzt eingezäunten Nachbarn. Weil es dorthin gelaufen sein müsste, als es nicht mehr Nachhause konnte (ist ja nur natürlich). Er rief an, das Pony war da und er ließ es (mit Dank) abholen. Ein paar Tage später bekam er eine Rechnung: 250 Euro für Unterbringung und Fütterung! Kein Wort der Entschuldigung, dass das Pony aus- bzw eingesperrt worden war. Keine Andeutung von Nachbarschafts- oder Tierhilfe.Mein Freund zahlte und legte noch – als seinen Dank – eine Pralinenschachtel zum Geld. Er hat aber nichts mehr gehört vom Nachbarn. Von wegen „Ach, das ist aber nett – Danke!“ …

Wahnsinn, was Palmen kosten …

Kanarische Dattelpalme
Echte Dattelpalme
Washington-Palme (jung)
Silber-Dattelpalme

WENN ICH PALMEN-ALLEEN ALS AUFFAHRTEN SEHE, denke ich mir immer: Was haben die Leute für ein Geld! Denn eins muss man wissen: Palmen, die größer sind als Hüfthöhe, kosten ein Vermögen. Angeboten werden: 1. Washington-Palmen, 6 m hoch, für ca. 1400 Euro. 2. Kanarische Dattelpalmen, 5 m hoch, für ca. 6000 Euro. 3. Echte Dattelpalmen, 5 m hoch, ca. 2400 Euro. 4. Silber-Dattelpalme, 5 m hoch, auch ca. 2400 Euro. Wobei „hoch“ Stamm ohne Krone bedeutet. Eine Auffahrt mit 20 stattlichen Palmen kann also glatt mit 50 000 Euro ins Bankkonto schlagen. Nun gibt es den „Palmenservice Mallorca“ in Llucmajor, die bieten bei „Plantagenräumungen“ (so nennen sie das) einen erheblichen Discount von rund 90 % an. Warum, ist mir nicht ganz klar, aber eine Echte Dattelpalme mit 5 m Stamm kostet dann nur noch ca. 400 Euro. Das ist ein Wort! Dennoch: Palmen gedeihen nicht überall auf der Insel, es gehen fast soviel Bäume ein, wie gepflanzt werden, und wirklich heimisch fühlt sich nur die einheimische Garballo, aber das ist leider nur eine Zwergpalme im Gebüsch-Format.

 

 

 

 

 

 

 

Das ist – schlichtweg – das Paradies!

Terrasse am Meer …
… der große Lebensraum …
… Aufriss mit Bett (1) und Kamin (2) …
… die Hütte vom Land her …
… und die Lage auf Mallorca

ES HEISST FINCA L’ESCORIAL, liegt in der Nähe von sa Rapita im Südosten und ist, mal den Mund voll genommen, das einzige Häuschen zum Mieten, das direkt am Meer liegt! Es ist eine ehemalige Fischerhütte, urig, jedoch gut saniert für Urlauberansprüche, sie hat (nur) einen 35 qm großen Raum und es können 2 Personen dort wohnen. Mit einer Küchenzeile, Kamin, Duschbad und überdachter Terrasse mit Liegen. Man stelle sich das vor: Ein Pärchen in romantischer Einsamkeit im eigenen Bungalow am Mittelmeer. Der nächste Sandstrand heißt Raco de s’Arena und ist um die Ecke, ebenso wie der nächste Ort, s’Estanyol, und zur Hütte gehören, man glaubt’s kaum, 300 000 qm Land! Der Flughafen ist übrigens 35 km entfernt. Der Vermieter fincallorca preist L’Escorial als „quasi konkurrenzlos“ an und da haben sie recht. Preis: Je nach Jahreszeit zwischen 110 und 210 Euro/Tag. Wie bucht man? Übers Internet oder die deutsche Telefonnummer 0049 521 448 184 70 wählen.

Diese Schlangen taugen nichts!

Davon rate ich ab …

MAN DARF AUCH MAL KRITIK ÜBEN, wenn einem was auffällt, und ich muss sagen, dass mir diese „Espirales Antimosquitos“ nicht gefallen haben. Ich habe sie gekauft, weil unten auf der Packung steht: „ecologia de fibra 100% vegetal“, aber das nützt nichts: Die Schlangen sehen aus wie aus Pappe, brennen viel zu kurz (nur eine halbe Nacht lang) und ihre Wirkung auf die Plagegeister ist gleich null. Die „Bio Cuchol“ sind nicht mal billiger, aber stinken genauso wie die anderen Spiralen. Also erlaube ich mir, vom Kauf abzuraten und weiterhin die grünen Schlangen vorzuschlagen …

 

 

 

 

Deftige Strafen!

Das ist ein Haufen Geld …

WIEDER SO EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN UND ECHTEM FOTO. Das muss sein. Weil es sonst noch peinlicher wäre für die Betroffenen. Denn sie haben ja mit Mühe verhindert, dass bekannt wird, was ihnen geschah. Deftige Strafen, gegen die es keinen Einspruch gibt! Und Glück haben sie dabei auch noch gehabt. Der 1. Fall spielt in der Umgebung von Soller: Da hat sich einer (Aleman) einen 20 x 7 m großen Pool in seinen Park graben lassen und vorher nicht gefragt, ob er das darf. Aber das Kataster-Flugzeug hat den Schwarzbau entdeckt – und da wurde der Deutsche zu 60 000 Euro verknackt. Das Schwimmbad durfte er behalten, und da hat er einfach eine neue Rechnung aufgemacht: Es kostet 30 000 Euro, mit der Strafe sind es 90 000 Euro – nun ja, „dann hat der Pool eben soviel gekostet wie in Deutschland“, hat er gesagt. Fall 2: In seiner Villa bei Arta hat sich einer (auch ein Aleman) in aller Stille seinen Keller in Heimarbeit ausgebaut. Leider wohnt er in einem Naturschutzgebiet. Auch ihn erwischte der Flieger bzw. seine Betonmischmaschine, die Schutthaufen und die an der Außenwand lehnenden neuen Fenster und Türen. Da haute ihm die Gemeinde 48 000 Euro um die Ohren. Diesmal lautet das „nun ja“: Er hätte den Kellerausbau nie genehmigt bekommen, nun hat er ihn! Die Frage, die mich bewegt, lautet: Müssen die Mallorkiner eigentlich derart unverschämt hohe Strafen verhängen, würde nicht ein Drittel genügen?