Flohmarkt

MI MUSEU: Eine 250 Jahre alte Kachel …

Ein kostbares Einzelstück …

MANCHMAL LIEGEN SIE EINFACH RUM auf Flohmärkten und in Trödelläden – und man erkennt sie zwischen all dem neueren Zeug oft nur an den Klammern, die ein früherer Sammler angebracht hat: die herrlichen alten Kacheln. Eine wie diese, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, auf der eine Birne abgebildet ist und die hinten eine Art Punze der Brennerei trägt. Ein Freund hat sie auf dem Rastro in Santanyi entdeckt und sie kostete nur 3 Euro. Jetzt hängt sie in meiner Entrada an der Wand und grüßt die Gäste. Eine noble Aufgabe für ein derart alte mallorkinische Antiquität …

 

 

 

SE VENDE: Eine Schmuckblume aus Metall

Das ist die antike Brosche …

SIE LAG AUF EINEM FLOHMARKT-TISCH IN CONSELL, lachte mich an, kostete wenig und ich nahm sie mit. Woran diese Brosche einst befestigt war, weiß ich nicht, das Material scheint mir Silber, Zink oder Zinn zu sein, die Blüte ist wunderhübsch und filigran in drei Lagen gearbeitet, in mallorkinischer Handarbeit, sie ist offensichtlich ziemlich alt und so schwer, wie sie aussieht. Befestigt wird sie mit einer Art Dorn-Spirale und sie ist etwa 2 cm hoch. Ich möchte 4 Euro dafür haben …

 

 

 

 

SE VENDE: Der Regimentsteller der Artilleristen …

ER IST DER HEILIGEN BARBARA GEWIDMET, Patin der Soldaten, die größere Geschosse abfeuern, und stammt von einem Regiment in der Insel-Hauptstadt. Ein Schmuckteller von 17,5 cm Durchmesser, geschmückt mit der spanischen Krone, zwei goldenen Kanonen und den dazu gehörenden Kugeln. Er stammt aus dem Jahre 1986 und ich habe ihn auf dem Flohmarkt in Palma entdeckt. Rechts am Rand ist er ein wenig beschädigt (sieht auf dem Foto schlimmer aus) und das Material ist rätselhaft: Ein Porzellan, das sich anfühlt wie Plastik, oder Plastik, die sich anfühlt wie Porzellan! Ich möchte 8 Euro dafür haben, dann für Militaria-Sammler ist das ein Schatz …

SE VENDE: Der antike Ascher der Bar Bosch …

DAS LEGENDÄRE ETABLISSEMENT IN PALMA GIBT ES SEIT MITTE DER 30er-JAHRE, und aus den 40er-Jahren muss dieser in seiner Schlichtheit faszinierende Aschenbecher stammen. Eine braun-irdene Schale, mit weißen Buchstaben beschriftet, hat zwei Henkel und sogar eine Zigaretten-Ablage und man erkennt noch die uralte, längst nicht mehr gültige Adresse Plaza Pia XII. Ich konnte das gute Stück vor ein paar Jahren auf dem Flohmarkt in Consell kaufen, nun hat es ausgedient und ich möchte 8 Euro dafür haben.

 

 

 

SE VENDE: Ein „Asche-Blatt“ von der Armee …

„MILI“ NENNEN SIE ES, das Militär. Das führt ein abgekapseltes Eigenleben auf Mallorca, ist nebenbei größter Grundbesitzer nach dem Adel – und ab und zu trifft man hübsche Sachen, die sie für sich selber herstellen lassen. Wie diesen handtellergroßen Porzellan-Aschenbecher in Form eines Ahornblattes, der aus dem „Centro Deportivo Militär“ in Palma stammt und auf jedem Finca-Tisch hübsch aussieht. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gefunden, ihn – da ich nicht rauche – mit Nüssen bestückt und nun reicht’s, ich verkaufe ihn und 3 Euro scheint mir nicht zu teuer zu sein …

MI MUSEU Diesmal: Zwei antike Postkarten

Die erste Generation Postkarten von der Insel …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Zwei Postkarten aus Mallorca, 1901 und 1902  gedruckt (wahrscheinlich in Leipzig), und sie zeigen den Hafen und eine Straßenszene. Wie damals üblich, teilt sich das Foto die Vorderseite mit der handschriftlichen Nachricht, die Rückseite war für die Anschrift, den Absender und die Briefmarke reserviert. Ich habe beide auf dem Flohmarkt in Consell gefunden für je 3 Euro.

Alles Mallorca-Kleingeld auf einen Blick …

44 Münzen auf einen Blick

DIE INSEL IST REICH – aber wieviele Münzen gibt es, auf denen der Name Mallorca eingeprägt ist? 44 Stück – beginnend mit einem punischen Cuarto und endend 1937 mit 2.50 Peseten. Runde, quadratische, achteckige, kleine dicke und große flache Münzen. Aus Eisen und aus Gold. Mit arabischen Inschriften und Königsporträts. Woher ich das weiß? Weil ich bei einem uralten Mallorkiner, der jeden Tag um 10 Uhr seine Garage öffnet und zum Betreten einer Schatzhöhle einlädt, diese Schautafel aus dicken Karton entdeckt habe. Leider kann ich seine Adresse nicht nennen, da ich mir keine Konkurrenz einhandeln möchte! Auf der Schautafel sind alle 44 Münzen eingelassen – als täuschend echte Kopien*! Ein feines Fundstück, das ich jetzt gerahmt und hinter Glas aufhängen werde. Wenn jemand so neugierig ist und wissen will, was ich dafür bezahlt habe – 5 Euro!

* Die 30 Sous von 1808 (unterste Reihe, 3. Münze von links) sind sogar echt – dafür fehlen einige …

SE VENDE: Eleganz von der Armee

Email mit Bömbchen …
… Fallschirmen …
… Adlern und …

ES SIND FEINE EMAIL-ACCESSOIRES FÜR KÄMPFERISCHE GENTLEMEN, das Widerlegen des einen Paares sind sogar güldene Geschosse, das andere Paar wurde wohl in einem Fallschirm-Regiment getragen. Die Manschettenknöpfe stammen aus den 40er-Jahren und von Einheiten auf Mallorca, sind bestens erhalten (das erste sogar auf dem Original-Pölsterchen) und ich diese militärischen Raritäten vor vielen Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gekauft. Zu welcher Einheit sie genau gehören, weiß ich nicht, Spezialisten werden’s wissen, und ich möchte für jedes Paar 5 Euro haben.

SE VENDE: Der „Marsch auf Berlin“

So sieht das Kästchen aus …
… und 2 Details …
… aus der Nähe

ES IST EINES DER SKURRILSTEN – und seltensten – SPIELE, die ich je auf Mallorca gefunden habe: ein Geschicklichkeitskästchen aus Holz und Pappe, 24 x 16 x 3 cm groß und um 1945 entstanden. Es nennt sich „Camino de Berlin / Plano de los Aliados“ – also „Schlachtplan der Alliierten zur Eroberung von Berlin“. Dazu muss eine Kugel von unten durch Hindernisse und an Löchern vorbei (die u. a. Leipzig, Köln, Magdeburg, Hannover, Dresden, Hamburg und Potsdam heißen) nach Berlin am oberen Kästchenrand bewegt werden. Ich habe das Spiel auf dem Flohmarkt in Palma gefunden und würde es für es, weil es ein Museumsstück ist, nicht unter 120 Euro abgeben.

Eine Entdeckung am Flohmarkt …

Auf den ersten Blick ein Mysterium …

ERST WUSSTE ICH NICHT, WAS DAS IST, zumal mir die Glas- scheibe im Deckel zu fehlen schien. Dann zog ich die Schub- laden auf und sah schmale Rillen aus aufgefaltetem, weichen Samtpapier und ahnte, was mir der Händler am Flohmarkt in Con- sell bestätigte: Es ist ein Fächer-Schränkchen! Etwa 80 x 35 cm und 40 cm hoch, mit 3 Schubladen und süßen Messing-Fächerchen als Handgriffen. Ein sehr individuelles Möbel aus dem 20er-Jah- ren, wohl aus Mahagoni-Holz und recht anständig erhalten. Normalerweise hätte ich nicht widerstehen können bei so einem seltenen Stück, aber ich besitze keine sammelwürdigen Fächer, als warum sollte ich es kaufen? Der Händler bot es mir nach einigem Zögern für 20 Euro an, was nun wirklich eine occasion ist, aber ich ließ es dennoch stehen. Im Moment ärgre ich mich darüber, aber wenigstens kann ich das Schränkchen in meinem Blog zeigen – als Kuriosum mallorkinischen Erfindungsreichtums …