Flohmarkt

Da muss Corona schuld sein …

So wird der private Flohmarkt angeboten …

… WENN IN EINER WOHNGEGEND VERKAUFSTISCHE FÜR JEDERMANN ANGEBOTEN WERDEN! Ich entdeckte den Aushang an der Schaufensterscheibe eines Supermarktes. Er bedeutet: Jeder kann/konnte auf einem privaten Flohmarkt, den eine Besucher-Finca im Umland veranstaltet/e, einen Platz mieten, an dem er verscherbeln kann, wovon er sich trennen will/muss. An 4 Terminen, jeweils einen von Juni bis September, von 16 bis 20 Uhr. Die Finca liegt günstigerweise in der Nähe von zwei riesigen Urbanisationen, die von Tausenden von meist älteren Ausländern, vor allem Deutschen, bewohnt werden, und bei diesen kann die Seuche mit all ihren Randerscheinungen (z. B. Quarantäne) leicht zu einer Ebbe in der Kasse und einem Überdenken der Lebensumstände geführt haben. Ich bin gespannt, ob das Angebot funktioniert, und auf das, was da so alles auf den Tischen liegt. Ich werde zum nächsten Termin Ende Juli dort erscheinen (ohne etwas zu verkaufen, nur zum Gucken) und später in meinem Blog darüber berichten …

Es werden gerade die Atlanten geplündert …

… DENN ICH BEOBACHTE EINE SCHWEMME AN MALLORCA-LANDKARTEN! In den Antiquariaten, auf den Flohmärkten und im Internet tauchen zur Zeit Hunderte von Geographica auf, das früheste Blatt, das ich entdeckte, stammte von 1835. Ich rede jetzt nicht von den kostbaren See- und Landkarten des Mittelalters, die Tausende kosten, sondern von Kartenwerken der Neuzeit, die so lächerlich billig angeboten werden, dass einem jeder zerstörte Atlas leid tut. Wie die Balearen-Karte, die ich hier präsentiere, aus einem britischen Atlas von 1912: etwa 30 x 20 cm groß, handkoloriert und für 50 Euro zu haben. Es gibt jedoch noch ältere Exemplare für 5 Euro! Tatsächlich sehen diese alten Landkarten gerahmt fabelhaft aus im Salon, das hat Stil und Kultur, und ist in jedem Fall besser als einer der ach so beliebten Kunstdrucke …

Ein Fund mit 7 Siegeln …

Die Rückseite mit den Siegeln …
… und die beraubte Vorderseite

ICH FAND IHN IN EINER GRABBEL- KISTE AUF DEM CONSELL-FLOH- MARKT: Ein Kuvert von 1923, von einer Firma Italo Comercial aus Barcelona an einen gewissen Lorenzo Vidal in Palma geschickt, aus dem jemand vor Jahrzehnten die wertvollen Briefmarken rausgerissen hatte. Ein paar waren noch drauf geblieben, und als ich den Brief umdrehte, starrten mich 7 rote Siegel an! Das waren noch Zeiten, dachte ich, als man Post, die man verschickte, mit seinem persönlichen Siegel in weichem Karmesin-Lack versah – bis der in Gummi geschnittene Stempel diese noble Art auslöschte. Das Kuvert ist eigentlich nix Besonderes, aber für einen Mallorca-Sammler wie ich macht es hübsch was her. Und dass man solche Dinge immer noch findet, wenn man stöbert, sagt viel aus über die kulturelle Qualität der Insel …

Möglichst früh am Flohmarkt? Unsinn …

So sieht das volle Angebot aus …

DAS STEHT SOGAR IN DEN REISEFÜHRERN – und natürlich in jedem Zeitungsbeitrag: Dass die ersthaften Interessenten schon um 8 Uhr über den Flohmarkt von Consell laufen müssen, weil nur dann das volle Ange- bot zu sehen und die Konkurrenz kleiner ist. Ich war letztens (Ende Juli) tatsächlich um 8 Uhr da, aber da waren nicht mal die Hälfte der Stände aufgebaut und erst um 11 Uhr hatten alle Händler ihre Waren ausge- legt! Das mit dem „Der frühe Vogel fängt …“ ist Blödsinn in Consell, um die Morgenzeit ist es zwar kühler, aber für die wahrhaft Suchenden enttäuschend. Also in Ruhe frühstücken, langsam hinfahren und gegen 11 Uhr suchen …

MI MUSEU: Eine 250 Jahre alte Kachel …

Ein kostbares Einzelstück …

MANCHMAL LIEGEN SIE EINFACH RUM auf Flohmärkten und in Trödelläden – und man erkennt sie zwischen all dem neueren Zeug oft nur an den Klammern, die ein früherer Sammler angebracht hat: die herrlichen alten Kacheln. Eine wie diese, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, auf der eine Birne abgebildet ist und die hinten eine Art Punze der Brennerei trägt. Ein Freund hat sie auf dem Rastro in Santanyi entdeckt und sie kostete nur 3 Euro. Jetzt hängt sie in meiner Entrada an der Wand und grüßt die Gäste. Eine noble Aufgabe für ein derart alte mallorkinische Antiquität …

 

 

 

MI MUSEU Diesmal: Zwei antike Postkarten

Die erste Generation Postkarten von der Insel …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Zwei Postkarten aus Mallorca, 1901 und 1902  gedruckt (wahrscheinlich in Leipzig), und sie zeigen den Hafen und eine Straßenszene. Wie damals üblich, teilt sich das Foto die Vorderseite mit der handschriftlichen Nachricht, die Rückseite war für die Anschrift, den Absender und die Briefmarke reserviert. Ich habe beide auf dem Flohmarkt in Consell gefunden für je 3 Euro.

Alles Mallorca-Kleingeld auf einen Blick …

44 Münzen auf einen Blick

DIE INSEL IST REICH – aber wieviele Münzen gibt es, auf denen der Name Mallorca eingeprägt ist? 44 Stück – beginnend mit einem punischen Cuarto und endend 1937 mit 2.50 Peseten. Runde, quadratische, achteckige, kleine dicke und große flache Münzen. Aus Eisen und aus Gold. Mit arabischen Inschriften und Königsporträts. Woher ich das weiß? Weil ich bei einem uralten Mallorkiner, der jeden Tag um 10 Uhr seine Garage öffnet und zum Betreten einer Schatzhöhle einlädt, diese Schautafel aus dicken Karton entdeckt habe. Leider kann ich seine Adresse nicht nennen, da ich mir keine Konkurrenz einhandeln möchte! Auf der Schautafel sind alle 44 Münzen eingelassen – als täuschend echte Kopien*! Ein feines Fundstück, das ich jetzt gerahmt und hinter Glas aufhängen werde. Wenn jemand so neugierig ist und wissen will, was ich dafür bezahlt habe – 5 Euro!

* Die 30 Sous von 1808 (unterste Reihe, 3. Münze von links) sind sogar echt – dafür fehlen einige …

Eine Entdeckung am Flohmarkt …

Auf den ersten Blick ein Mysterium …

ERST WUSSTE ICH NICHT, WAS DAS IST, zumal mir die Glas- scheibe im Deckel zu fehlen schien. Dann zog ich die Schub- laden auf und sah schmale Rillen aus aufgefaltetem, weichen Samtpapier und ahnte, was mir der Händler am Flohmarkt in Con- sell bestätigte: Es ist ein Fächer-Schränkchen! Etwa 80 x 35 cm und 40 cm hoch, mit 3 Schubladen und süßen Messing-Fächerchen als Handgriffen. Ein sehr individuelles Möbel aus dem 20er-Jah- ren, wohl aus Mahagoni-Holz und recht anständig erhalten. Normalerweise hätte ich nicht widerstehen können bei so einem seltenen Stück, aber ich besitze keine sammelwürdigen Fächer, als warum sollte ich es kaufen? Der Händler bot es mir nach einigem Zögern für 20 Euro an, was nun wirklich eine occasion ist, aber ich ließ es dennoch stehen. Im Moment ärgre ich mich darüber, aber wenigstens kann ich das Schränkchen in meinem Blog zeigen – als Kuriosum mallorkinischen Erfindungsreichtums …

Se Vende/Zu verkaufen: 200 Jahre alte Tier-Grafiken

Traumhaft dekorativ …
… gezeichnet …
… koloriert …
… und erhalten …
… sind die Grafiken

VON ZEIT ZU ZEIT WERDE ICH AN DIESER STELLE OBJEKTE AUS MEINER SAMMLUNG ANBIETEN. Schöne alte Dinge aus Mallorca, von denen ich mich trennen möchte. Die ich so billig verkaufe wie auf dem Flohmarkt – oder für noch weniger. Einfach, weil ich zuviel habe und Platz für Neues brauche. Wer interessiert ist, kann mir eine Email schreiben (axelthorer@yahoo.de), wir einigen uns dann schon. DIESMAL: Fünf handkolorierte Blätter mit den Abbildungen von 60 Tieren, 10 Pflanzen und 3 Mineralien. Dazu erklärende Texte (auf Spanisch). Die Blätter dürften um 1750 entstanden sein, messen je 30 x 23 cm, sind etwas alters-bräunlich, aber sonst bestens erhalten, und kosten je 1 Euro, also 5 Euro + Porto.

Wer weiß was zu diesem Krippen-Weisen?

Ein Blonder mit Geschenk …
… gestaltet wie ein Siurell

DIE FIGUR HABE ICH BEI EINER HAUSHALTSAUFLÖSUNG ENTDECKT, beim Flohmarkt auf einer Straße bei Manacor. Keiner wollte sie haben, dabei ist sie ein Schatz: Aus Keramik, bemalt und gebrannt, 23 cm hoch, schwer, aber hohl und mit einem Pfeifchen und Farben wie ein Siurell. Aber es ist keiner, wie ich Zuhause entdeckte: Es ist einer der Heiligen Drei Könige, der ein Gefäß mit Deckel bringt. Ein Mann mit blondem Kinnbart, Turban mit großem Saphir über der Stirn und weitem Umhang, aber ohne Nase. Einer, der zu einer Krippe gehört (wohl Balthasar mit einem Weihrauch-Topf), aber so eine habe ich nie gesehen auf der Insel. Die Figur, so scheint mir, wurde von einem Künstler gestaltet, auch wenn sie unsigniert ist. Weiß jemand mehr darüber? Hat einer vielleicht die anderen Heiligen Drei Könige gesehen? Für einen Hinweis wäre ich dankbar …