Gärten & Parks

Marder + Physalis = Ein leckeres Geheimnis!

Der Mallorca-Marder …
… und ein Physalis-Strauch

KLAGEN HABEN MICH ERREICHT, von fassungslosen Gartenfreunden. Die festgestellt haben, dass man ihre Physalis-Beeren aus den orangenen Blätterhüllen gefressen hat! Wer tut denn sowas, wenn das Obst noch am Strauch hängt? Mein Freund, der alte Bauer Jaume, wusste es: Der Marder war’s! „Der niedliche Räuber“, sagt er, „liebt die saftigen Kügelchen, ist ganz verrückt danach.“ Ich wollte es nicht glauben, dass ein Fleisch- und Aasfresser sich auf Früchte stürzen könnte. Aber Jaume versichert, das sei schon immer so gewesen und dagegen gäbe es kaum ein Mittel, denn wer würde auf die Marder losgehen, die uns gegen die Ratten und anderes Viehzeug helfen. Nun leben Baum- oder Edelmarder (lateinisch: Martes martes) nicht in jedem Garten, sie sind eher selten und ich habe in einem halben Jahrhundert noch nie einen erkennbar gesehen. Aber in meiner Umgebung häufen sich die Klagen. Nun ja, na wenn schon, gönnen wir den hübschen Kerlchen, die frische Physalis-Beeren nicht auf dem Markt kaufen können, den vegetarischen Zwischengang …

Rosen I: Es geht los in Yannicks Garten!

So sieht der Rosengarten aus

MAI IST DER ROSENMONAT, und den schönste Rosengarten der Insel hat die Künstlerin Yannick Vu auf ihrer Museums-Halbinsel Sa Bassa Blanca (bei Port d’Alcudia) angelegt. Mit über 100 Sorten, darunter einige antike, die anderswo ausgestorben sind, und mit vielen berühmten englischen Züchtungen. Die Blütezeit beginnt gerade (ich schreibe das am 2. Mai), aber ein Besuch lohnt sich schon. Und wer sich auch für Kunst & Kultur interessiert, der wird auf diesem prachtvollen Besitz zusätzlich bedient. Wie kommt man hin? Rund um Alcudia und Port d’Alcudia den (viel zu kleinen) magenta-farbenen Schildern in Richtung MUSEU folgen. P. S.: Ich weiß nicht genau, wann Rosen verblüht sind, also nehmen Sie diesen Post auch als Hinweis für den Mai 2019 …

Der Falter ist ein bekannter Vogel …

Was für ein Design von Mutter Natur!

… BEHAUPTE ICH! Letzte Woche herrschte große Aufregung auf dem Eiland, weil der Oleanderschwärmer (daphnis nerii) zweimal gesichtet worden war. Ein Nachtfalter der größeren Art, 12 cm Flügelspannweite sind nicht selten, und gezeichnet ist er wie ein olivfarbenes Seidenkleid. Man könnte ihn „Die Königin der Insel-Schmetterlinge“ nennen – aber die ist weder ein Neuling, noch, wie es in der „Mallorca Zeitung“ hieß, „Mallorcas neuer Schmetterling“. Ich sehe dieses Designer-Wunderwerk der Natur seit Jahren in meiner Umgebung (Ostküste) und wundere mich immer wieder über das wilde Art deco-Muster auf seinem Rücken, das Feinde abschrecken soll – und eine tolle Vorlage abgäbe für eine Robe auf den Laufstegen der Frühling- und Sommermode! Aber es ist ja schön, wenn Menschen sich immer noch (oder immer wieder) über einen schönen Nachtfalter erregen …

Warum viele Gaertner Heiden sind …

So können die Kultstätten in den Gärten aussehen …

SCHON MAL AUFGEFALLEN, in wievielen Gärten Stein-Monumente wie Türme stehen ohne Grund? Aufgerichtet von mallorkinischen Gärtnern? Ich zeige hier 4 Fotos, bei denen man meinen könnte, die Kalkstein-Phalli dienten als Stütze der Kakteen. Aber dem ist nicht so, das ist Zufall. Die Türmchen können auch alleine stehen, tun es meist, und ich denke da schlägt etwa Archaisches durch die Genetik: Die steinerne Anbetung aus der Talayot-Zeit! Ein manischer Zwang. Etwas, das lang ist und spitz zuläuft, himmelwärts stellen. Die Monumente richten sich an die Götter, und wahrscheinlich war mein Bild von den Phalli gar nicht so weit hergeholt. Und seitdem ich auf diese Idee kam, fällt mir immer häufiger auf, wie sehr harmlose Privatgärten zu heidnischen Kultstätten geworden sind …

Wie Indianer auf dem Kriegspfad …

                   Bauernland mit Küste voller Rauchsäulen an einem Herbstmorgen …

… SO LODERN DIE HERBSTFEUER UND SCHICKEN IHRE RAUCHSÄULEN IN DEN HIMMEL! Man schaue sich nur das Foto genau an, das ich Ende November von meiner Terrasse aus gemacht habe: Mindestens 6 Brandherde gibt es, und das um 8 Uhr in der Früh. Weil schlechtes Wetter auf die Insel drückt, kriechen die Schwaden am Boden entlang und nebeln die Umgebung ein, oft kilometerweit und -breit. Das ist lästig, aber die Feuer, mit denen Herbst- und Gartenabfälle verbrannt werden, sind erlaubt und notwendig – in dem Moment meines Fotos verhüllt der Rauch jedoch das Meer und den Horizont und vereinigt sich mit den Wolken! Es riecht brenzlig und wer zwischen den weißen Brandsäulen wohnt, verschließt Fenster und Türen. Wie gut, dass ich am Berg wohne …

Das ist die prachtvollste Auffahrt Nr. 1 …

Das Tor zum Tunnel …
… der Name …
… und die Allee von Innen

… FINDE ICH, lasse mich aber gern eines Anderen belehren. Aber solange kein Widerspruch kommt, ernenne ich diese tunnelartige Allee aus Oleander- büschen, Palmen und vielen immer- grünen Bäumen hinter dem machtvollen Tor zum Spitzenreiter! Sie gehört zu der Hotelanlage „Santa Cirga“,  die man zwischen Portocristo und Manacor auf der rechten Seite findet, und zwar kurz vor dem Riesen- restaurant „Moli den Sopa“, das links liegt. Das Besondere an dieser Auffahrt ist ihre Länge: Sicher knapp 500 m und dabei wirklich dicht wie eine Röhre, fast dunkel, aber üppig rot blühend, und ab und zu lugt der blaue Himmel durch die Decke! Wie ein kleines Fenster wirkt die Ausfahrt ganz hinten, sozusagen das Licht am Ende des Tunnels, und ich war so begeistert von der Allee, dass ich sie dreimal hintereinander gefahren bin …

Im Geheimen blühen viele Orchideen …

Das Büchlein der Regierung …
... und die Orchidee, die ich heute fand

IMMER WIEDER STOSSE ICH AUF DIE KÖNIGIN DER BLUMEN – Orchideen. Obwohl die Experten ihre Standorte verschweigen, bei meinen Recherchen bekam ich manchmal den Eindruck, ich hätte es mit einem Geheimbund zu tun. Dabei gibt es feine Literatur, als Beispiel nenne (und zeige) ich hier ein Büchlein des Govern Balear aus dem Jahre 1994: „Orquideas de las Balearen“, reich und bunt bebildert auf 86 Seiten, erstaunlich informativ, geschrieben allerdings auf Spanisch. Ich habe mich heute morgen in meiner Gegend auf die Suche gemacht und sechs  verschiedene Orchideen-Arten gefunden, darunter diese 16 cm hohe, trichterförmige Blume in gestreiftem Lila und Weiß (Foto r.). Wobei mir auffiel, dass sie nur in Gelände wachsen, das sehr abgelegen und schwierig zu begehen ist. Aber dass auf Mallorca 37 Orchideen-Arten blühen (siehe Büchlein), war für mich ebenso neu wie erfreulich. Und dass einige sogar auf meinem Land stehen, betrachte ich geradezu als floralen Ritterschlag …

P. S.: Blog-Leser Hans Kramm macht mich eben darauf aufmerksam, dass mein Blümelein keine Orchidee ist, sondern ein Krummstab (Arisarum vulgare) aus der Aronstab-Familie. Schade, aber danke!

8000 Mandelbäume blühen für Dich …

Aus einer US-Zeitschrift von 1966 …

… WIRD AUF DIESER ANZEIGENSEITE AUS DEM JAHRE 1966 BEHAUPTET. Ich fand sie in einer amerikanischen Zeitschrift, als Aufforderung, Mallorca („Majorca“) Anfang Februar zu besuchen. Damals gab es den Paseo del Generalisimo Franco noch, heute heißt er wieder Borne. Und es gab 8000 Mandelbäume in dichten Plantagen, heute muss man sich die wenigen Gegenden zuraunen, die im Mandelblütenfrühling aussehen, als habe es geschneit. Längst stehen auf der Insel viel weniger Bäume, jedes Jahr nehmen sie weiter ab, und in der Gegend, in der ich wohne, werden die Mandeln nicht mal mehr geerntet, weil sich der Aufwand nicht lohnt gegenüber den billigeren Importen aus Kalifornien. Manchmal erscheinen nette Marokkaner, bitten um die Nüsse und dann dürfen sie die natürlich runterschlagen. Keine Ahnung, was sie damit machen, verkaufen wahrscheinlich, aber an wen? Ein paar Kilo hole ich selbst runter und gerade versuchen wir, etwas Besonderes daraus zu machen: Mandelmehl, das in der internationalen Gourmetküche gerade zum Geheimtipp wird. Wie dem auch sei – die Mandelblüte ist weiterhin wunderbar, es gibt Straßen, auf denen kommt man sich vor wie in einem Märchenbild von Arthur Rackham und wenn’s stürmt, schneit es Blütenblätter – und dass die bitteren Mandeln rosa blühen, ist eine uralte Mallorca-Mär …

In dichten Wäldern schwelgen …

Der Wald rund um Son Macia …
… und am Mola de Fangar

ALS MEINE GROSSMUTTER VOR 60 JAHREN NACH MALLORCA KAM, war die Insel ziemlich kahl. Man hätte sebst in der Tramuntana Schwierigkeiten gehabt, länger als 10 Minuten durch dichten Wald zu wandern. Ich versichere Ihnen: Heute ist das anders – besser! Man kann stundenlang durch Landschaften gehen (wenn sie nicht privat sind), die eher Dschungeln gleichen. Sie sind so dicht, dass man kaum die Sonne erblickt und sich in diffusem, grünen Licht bewegt. Das haben die Naturschützen fertig gebracht („Muchas gracias!“) und als Beispiel nenne ich die Wälder rund um den Mola de Fangar (zwischen Felanitx und Manacor), die Hänge des Galatzo und das Tal von San Macia (im Osten). Es gibt an der Straße M-4014 zwischen Portocolom und Portocristo, auf der Höhe der rechts liegenden, wunderbaren Hacienda Sa Plana, einen Auslug nach links, da meint man, Finnland zu sehen – kilometerweit und bis zum Horizont nichts als lückenlose Nadelbäume! Das Geschrei der Baum-Freaks, die Insel werde abgeholzt, ist längst hohles Getöse, hat aber viel bewirkt …

Es gibt was Neues auf Sa Bassa Blanca!

… UND ES IST

Der Franco-Bunker vom Meer aus …
… die Skulptur auf dem Dach …
… und das geheimnisvolle Innenleben

ATEMBERAUBEND! Ben Jakober & Yannick Vu haben einen alten Franco-Bunker, hoch über der Bucht von Alcudia, zu einem zweistöckigen Erlebnistempel (sie nennen das „Observatorium“) umgebaut – und auf das Dach eine weithin grüßende Eisenskulptur gesetzt! Man darf nicht allein hinauf, man muss geführt werden, und es ist nicht ganz billig: 30 Euro pro Person! Aber dafür bekommt man einen grandiosen Blick bis nach Menorca auf einer interessanten Wanderung über den Höhenzug dieser sonst verschlossenen, weil privaten Peninsula, sieht im Parterre eine rätselhafte Installation, eine filmische Inszenierung des täglichen Geschehens an einer mallorkinischen Küste (die man nicht begreift – wie funktioniert so etwas?), und im Kellergeschoß betritt man (sehr zögernd, so täuschend echt ist das gemacht!) das Meer in 1000 m Tiefe, raffiniert mit Lichtspielen in tiefster Dunkelheit gestaltet. Das ist ein neues Highlight für Inselbesucher, ein Muss für spesenreiche Kulturmenschen. Dazu muss man sich anmelden per Telefon (971/54 98 80) – oder auf die Website gehen (www.fundacionjakober.org). Die tägliche Besucherzahl ist auf maximal 8 Personen beschränkt und man sollte ganz gut zu Fuß sein mit entsprechendem Schuhwerk …