Gärten & Parks

Die Spitzmäuse dringen vor!

Kein Problem auf der Hand …
… denn so winzig sind sie

ES SIND PUTZIGE GESELLEN, kaum größer als eine große Kakerlake, mit grauem, samt- weichen Fell und einem geröteten Schnäuzchen: Spitzmäuse. Nützlich sind sie, weil sie das lästige Insektenzeug jagen, und im Haus fühlen sie sich – Gottseidank – nicht wohl. Warum sie, wie jetzt die Gärtner berichten, verstärkt auftreten, ist bisher ungeklärt, ich hatte eine in meinem Geräte- schuppen (siehe Foto neben einem Fläschchen), bei den Nach- barn huschten sie durchs Gebüsch. Man kann die Spitzmäuse in die Hand nehmen, was ich bei einer Ratte nicht wagen würde, und nun könnte man sie a) willkommen heißen als Komplizen gegen die Asseln und Hundertfüßler, und b) begrüßen als Bereicherung der Insel-Fauna. Dennoch bleibt die etwas beunruhigende, weil ungeklärte Frage: Wo kommen diese Tierchen so plötzlich her, und was mag da noch so alles folgen?

Psst! Auf Schmetterlinge achten …

Waldbrettspiel
Saateule
Postillon
Distelfalter
Monarch
Mauerfuchs

ES SIND DIE SCHÖNSTEN TIERE DER INSEL (sorry, Hundefreunde!), aber nicht leicht zu ent- decken: Schmetterlinge. Sie fliegen nicht gerne zu Menschen, es gibt nur noch wenige und außerdem ist es jetzt zu heiß, um auszuschwär- men in die Natur, um diese bezaubernden Designerwesen zu finden. Ich hab’s getan, einen Vormittag lang in meinem Garten – und da kamen sie ange- schwebt, scheu und zart, bunt und pollen-hungrig. Immerhin 42 Arten tag-aktiver Falter gibt es auf Mallorca, aber 800 Arten Nachtfalter. Wobei ich lernte, dass einige Schmetterlinge sich aus der Dunkelheit ins Sonnenlicht verirren, denn mir begegnete eine sogenannte Saateule. Das Schwierigste war, die Schmetterlinge zu identifizieren, aber Gottseidank unterliegen die Eingeborenen auch einer Art lexikalischem Wahn und so kann man für Alles & Jedes ein Buch, eine Broschüre und ein Poster finden, auch für die Flattermänner …

Szenen aus der Natur: Marder am Pool

Nachts an unserem Pool …

SIE TRETEN JETZT VERSTÄRKT AUF, DIE MARDER. Was ich grundsätzlich begrüße, denn sie halten die Ratten in Schach. Ich hatte ja neulich schon berichtet, dass die Marder mit Vorliebe die Physalis-Kirschen aus den Gärten, den Büschen und ihren papiernen Hüllen klauen. Jetzt, in Zeiten der größten Hitze und des Wassermangels, nähern sie sich, von Durst gepeinigt, den Pools, was man dann am nächsten Morgen an den schwarzen Kack-Häufchen erkennt, die sie zum Dank artig auf die Umrandung legen. Nun gelang in einer Nacht diese Aufnahme, die dreierlei beweist: 1. Marder sind ziemlich groß, 2. Sie trinken auch Chlor-Wasser, 3. Sie scheuen den Strahler des Bewegungsmelders nicht. Also, wer noch keinen Mallorca-Marder gesehen hat – genau hingucken!

 

 

 

 

 

 

Gold umschwirrrt mich …

Die zwei, die ich fing …

EIN BEGLÜCKENDES GEFÜHL: Ein weltweit gefeierter, grüngold funkelnder Käfer taucht in den Blüten Mallorcas auf und zwar so zahlreich, dass ich glaubte, jemand werfe mit Goldstücken nach mir, als ich auf meiner Terrasse saß. Der Goldglänzende Rosenkäfer, lateinisch: Cetonia aurata, den ich vom Amazonas her kannte, weil die Indos Schmuckstücke aus ihnen fertigen. Sie schwirren stumm durch die Luft, etwa 2 cm groß, und jedesmal, wenn sie ihren Rücken der Sonne zuwenden, blitzt es metallisch auf, dann leuchtet es auf zwischen Smaragdgrün und Goldgelb, und wenn mehrere Käfer gleichzeitig unterwegs sind, wirkt das wie eine Szene aus dem Zauberland unserer Kindheit, als gülden gepanzerte Insekten als Götterboten unterwegs waren. Ich konnte Zwei fangen, in eine Kaffeelache setzen, um sie zu betäuben, und aus der Nähe bewundern. Und als sie sich von der Narkose erholt hatten, flogen sie zur nächsten Blume, als sei nichts gewesen. Übrigens: Online werden präparierte Cetoniae auratae für 20 Euro angeboten. Hier auf der Insel fliegen sie gratis. Ganz nebenbei zeige ih hier 9 Briefmarken aus 9 Ländern, die alle diesen kostbaren Käfer feiern …

… und hinterher die Rechnung ohne Dank!

DIES IST EINE GESCHICHTE, die ich anonym erzählen will und nicht illustrieren kann. Ein interessanter Nachbarschaftsfall aus der Insel-Mitte. Er geht so: Ich habe einen Freund, der auf seinem und dem umliegenden Land eine kleine Herde Ponys frei herumlaufen lässt. Mit Einverständnis der Nachbarn. Eines Tages hat ein Nachbar einen Zaun errichten lassen (nichts gegen einzuwenden) und dabei übersehen, dass er eines der Ponys „aus- bzw eingesperrt“ hat (kann passieren in der Wildnis). Es war verschwunden, aber mein Freund ist ein schlauer Fuchs und vermutete nach ein paar Tagen des Nachdenkens sein Pferdchen im Stall des jetzt eingezäunten Nachbarn. Weil es dorthin gelaufen sein müsste, als es nicht mehr Nachhause konnte (ist ja nur natürlich). Er rief an, das Pony war da und er ließ es (mit Dank) abholen. Ein paar Tage später bekam er eine Rechnung: 250 Euro für Unterbringung und Fütterung! Kein Wort der Entschuldigung, dass das Pony aus- bzw eingesperrt worden war. Keine Andeutung von Nachbarschafts- oder Tierhilfe.Mein Freund zahlte und legte noch – als seinen Dank – eine Pralinenschachtel zum Geld. Er hat aber nichts mehr gehört vom Nachbarn. Von wegen „Ach, das ist aber nett – Danke!“ …

Wahnsinn, was Palmen kosten …

Kanarische Dattelpalme
Echte Dattelpalme
Washington-Palme (jung)
Silber-Dattelpalme

WENN ICH PALMEN-ALLEEN ALS AUFFAHRTEN SEHE, denke ich mir immer: Was haben die Leute für ein Geld! Denn eins muss man wissen: Palmen, die größer sind als Hüfthöhe, kosten ein Vermögen. Angeboten werden: 1. Washington-Palmen, 6 m hoch, für ca. 1400 Euro. 2. Kanarische Dattelpalmen, 5 m hoch, für ca. 6000 Euro. 3. Echte Dattelpalmen, 5 m hoch, ca. 2400 Euro. 4. Silber-Dattelpalme, 5 m hoch, auch ca. 2400 Euro. Wobei „hoch“ Stamm ohne Krone bedeutet. Eine Auffahrt mit 20 stattlichen Palmen kann also glatt mit 50 000 Euro ins Bankkonto schlagen. Nun gibt es den „Palmenservice Mallorca“ in Llucmajor, die bieten bei „Plantagenräumungen“ (so nennen sie das) einen erheblichen Discount von rund 90 % an. Warum, ist mir nicht ganz klar, aber eine Echte Dattelpalme mit 5 m Stamm kostet dann nur noch ca. 400 Euro. Das ist ein Wort! Dennoch: Palmen gedeihen nicht überall auf der Insel, es gehen fast soviel Bäume ein, wie gepflanzt werden, und wirklich heimisch fühlt sich nur die einheimische Garballo, aber das ist leider nur eine Zwergpalme im Gebüsch-Format.

 

 

 

 

 

 

 

Marder + Physalis = Ein leckeres Geheimnis!

Der Mallorca-Marder …
… und ein Physalis-Strauch

KLAGEN HABEN MICH ERREICHT, von fassungslosen Gartenfreunden. Die festgestellt haben, dass man ihre Physalis-Beeren aus den orangenen Blätterhüllen gefressen hat! Wer tut denn sowas, wenn das Obst noch am Strauch hängt? Mein Freund, der alte Bauer Jaume, wusste es: Der Marder war’s! „Der niedliche Räuber“, sagt er, „liebt die saftigen Kügelchen, ist ganz verrückt danach.“ Ich wollte es nicht glauben, dass ein Fleisch- und Aasfresser sich auf Früchte stürzen könnte. Aber Jaume versichert, das sei schon immer so gewesen und dagegen gäbe es kaum ein Mittel, denn wer würde auf die Marder losgehen, die uns gegen die Ratten und anderes Viehzeug helfen. Nun leben Baum- oder Edelmarder (lateinisch: Martes martes) nicht in jedem Garten, sie sind eher selten und ich habe in einem halben Jahrhundert noch nie einen erkennbar gesehen. Aber in meiner Umgebung häufen sich die Klagen. Nun ja, na wenn schon, gönnen wir den hübschen Kerlchen, die frische Physalis-Beeren nicht auf dem Markt kaufen können, den vegetarischen Zwischengang …

Rosen I: Es geht los in Yannicks Garten!

So sieht der Rosengarten aus

MAI IST DER ROSENMONAT, und den schönste Rosengarten der Insel hat die Künstlerin Yannick Vu auf ihrer Museums-Halbinsel Sa Bassa Blanca (bei Port d’Alcudia) angelegt. Mit über 100 Sorten, darunter einige antike, die anderswo ausgestorben sind, und mit vielen berühmten englischen Züchtungen. Die Blütezeit beginnt gerade (ich schreibe das am 2. Mai), aber ein Besuch lohnt sich schon. Und wer sich auch für Kunst & Kultur interessiert, der wird auf diesem prachtvollen Besitz zusätzlich bedient. Wie kommt man hin? Rund um Alcudia und Port d’Alcudia den (viel zu kleinen) magenta-farbenen Schildern in Richtung MUSEU folgen. P. S.: Ich weiß nicht genau, wann Rosen verblüht sind, also nehmen Sie diesen Post auch als Hinweis für den Mai 2019 …

Der Falter ist ein bekannter Vogel …

Was für ein Design von Mutter Natur!

… BEHAUPTE ICH! Letzte Woche herrschte große Aufregung auf dem Eiland, weil der Oleanderschwärmer (daphnis nerii) zweimal gesichtet worden war. Ein Nachtfalter der größeren Art, 12 cm Flügelspannweite sind nicht selten, und gezeichnet ist er wie ein olivfarbenes Seidenkleid. Man könnte ihn „Die Königin der Insel-Schmetterlinge“ nennen – aber die ist weder ein Neuling, noch, wie es in der „Mallorca Zeitung“ hieß, „Mallorcas neuer Schmetterling“. Ich sehe dieses Designer-Wunderwerk der Natur seit Jahren in meiner Umgebung (Ostküste) und wundere mich immer wieder über das wilde Art deco-Muster auf seinem Rücken, das Feinde abschrecken soll – und eine tolle Vorlage abgäbe für eine Robe auf den Laufstegen der Frühling- und Sommermode! Aber es ist ja schön, wenn Menschen sich immer noch (oder immer wieder) über einen schönen Nachtfalter erregen …

Warum viele Gaertner Heiden sind …

So können die Kultstätten in den Gärten aussehen …

SCHON MAL AUFGEFALLEN, in wievielen Gärten Stein-Monumente wie Türme stehen ohne Grund? Aufgerichtet von mallorkinischen Gärtnern? Ich zeige hier 4 Fotos, bei denen man meinen könnte, die Kalkstein-Phalli dienten als Stütze der Kakteen. Aber dem ist nicht so, das ist Zufall. Die Türmchen können auch alleine stehen, tun es meist, und ich denke da schlägt etwa Archaisches durch die Genetik: Die steinerne Anbetung aus der Talayot-Zeit! Ein manischer Zwang. Etwas, das lang ist und spitz zuläuft, himmelwärts stellen. Die Monumente richten sich an die Götter, und wahrscheinlich war mein Bild von den Phalli gar nicht so weit hergeholt. Und seitdem ich auf diese Idee kam, fällt mir immer häufiger auf, wie sehr harmlose Privatgärten zu heidnischen Kultstätten geworden sind …