Geld

Endlich kann man mal hinter die Kulissen schauen …

                                                    Pickepackevoll – so sieht’s aus in Puerto Portals …

… DENN UM DIE PREISE FÜR LIEGEPLÄTZE machen die Yacht-Besitzer ein noch größeres Geschiss als um ihre Betriebskosten! Wieviel bezahlt man denn nun für die nasse Parkerei in den Häfen? Jaaa, sagen sie, das ist sehr unterschiedlich zwischen Port Andratx und Port de Pollenca, und dann käme es auch noch darauf an, wie weit draußen sich der Liegeplatz befindet. Da entdeckte ich eine Kleinanzeige: Ein Skipper bot sowas in Puerto Portals an, 8 x 3 m klein, Laufzeit bis 2031, „in guter Lage am Pantalan 7“ (was auch immer das sein mag)Preis: 45 000 Euro! Ich habe kein Schiff und kann deshalb nicht beurteilen, ob das ein anständiges Angebot ist, und was für „Overhead-Kosten“ dazu kommen. Aber zumindest erlaubt die Anzeige, der für uns Normalsterbliche verschlossenen Boat-Society mal unter den Rock zu gucken …

Nobler geht’s nicht auf dem Grün …

… und der Alu-Fuffziger der DDR
Der Silber-Diner aus Mallorca …

… ALS MIT DIESER 800 JAHRE ALTEN SILBERMÜNZE! Ich hab’s fast zufällig bemerkt, dass einer meiner Mitspieler auf dem Golfplatz von Vall d’Or seinen Ball zum Putten mit diesem uralten Geldstück aus der Zeit von Jaume/Jaime I. (1213-1276), des ersten Königs von Mallorca nach der Rückeroberung der Insel von den Mauren, markierte. Als ich ihn (Deutscher, Resident, Industrieller im Ruhestand) darauf ansprach, lachte er: „Ich dachte, das passt zu Mallorca, und je nach Zustand gibt’s solche Dinger ja schon ab 40 Euro!“ Da zeigte ich ihm, womit ich die Lage meines Balles festlegte: Mit einer 50 Pfennig-Münze der DDR, geprägt aus billigsten Aluminium, schon für ein paar Euro zu haben und Jahrgang 1989 – das Todesjahr des anderen Deutschland! „Warum gerade dieses seltsame Geld?“, fragte der mit dem Königs-Silber. „Um mich immer daran zu erinnern, was das für ein Schweine-Regime war da drüben. Das wird heute ja gerne vergessen.“ Ich gewann das Loch übrigens – SED besiegte den Royal …

Korruption? Das ist Notwehr …

… AUF MALLORCA, SO WIE ICH ES SEHE! Es gibt nur noch ca. 300 000 echte Angehörige dieses Volksstammes – und jedes Jahr werden es weniger. Sie werden umzingelt von Festlandsspaniern und Ausländern. Sehr selten (eigentlich nie!) trifft ein deutscher Tourist einen Original-Insulaner, die Residenten wenigstens ab und zu (wenn sie in bäuerlichen Gegenden wohnen). Die einzige Macht, die diese Minderheit noch hat, ist etwas zu genehmigen oder zu verbieten. In den Behörden, die sie besetzen aus Tradition, Erbfolge und Heimatrecht. Und da Millionen-Projekte über ihre Tische gehen, wäre es ja unmenschlich, sich nicht zu bedienen: Sie wollen etwas von mir, das nur ich Ihnen verschaffen kann, also stimmen Sie mich freundlich. Dass das illegal ist – klar! Wenn’s auffliegt, droht Gefängnis. Auch klar. Und werden sie verurteilt, marschieren selbst gottgleiche Insel-Gestalten in den Knast (da sitzen einige). Aber Korruption passiert doch am ehesten, wenn Mallorkiner überredet werden sollen, Eindringlingen ein Stück ihrer Insel zu opfern, also von sich selbst. Ich habe tiefstes Verständnis dafür, wenn sie dafür einen Preis verlangen. Als Eintrittskarte in ihre Welt. Aus Überlebenswillen, Minderheitenangst und Habgier. Ungerecht daran ist allerdings, dass ein Armer nicht bestechen kann, dass Wohlhabende sich Vorteile verschaffen. Aber was für Genehmigungen zu lohnenswert teuren Projekten benötigen arme Ausländer auf Mallorca? Kaum welche. Und wenn sich Mallorkiner untereinander bestechen, geht uns das nichts an, finde ich. Solange daraus nicht etwas folgt, das allgemeinen Schaden anrichtet. Wissen Sie, wieviel 300 000 sind? Weniger als die Hälfte der Bremer …

Wir renovieren jetzt unsere Straße selbst …

… SAGTEN EINIGE DEUTSCHE UND NAHMEN IHRER GEMEINDE DIE KOSTEN AB! Nun frage ich mich: Ist das gut? Soll man das einreißen lassen? Da wo ich wohne, standen wir auch vor diesem Problem: 16 Nachbarn – 7 Mallorkiner, 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Die Frage war: Einen löchrigen Schafspfad asphaltieren mit anständiger Drainage? Die Gemeinde weigerte sich: Zu hohe Kosten für nur 16 Parteien. Sie schickte stattdessen eine Fuhre Schotter und glich die Unebenheiten aus. Und die Anwohner? Von den 9 Ausländern wollten sich 8 am Neubau beteiligen, von den 7 Mallorkinern nicht ein einziger! Plan tot. Nicht so in der Urbanisation „Es Pelats“ in Cala Rajada, genannt „Der deutsche Berg“. Da übernahmen die 50 Deutschen die Kosten für die Erneuerung der Straßen (50 000 Euro), zahlten also jeder 1000 Euro. Die Gemeinde Capdepera war fein raus. Und die eingeborenen Bewohner von „Es Pelats“? Da schrieb ein Deutscher vielsagend: „Jetzt sind alle glücklich, auch die Spanier, dass sie gefahrlos zu ihren Wohnungen gelangen können.“ Aha! Ein bemerkenswerter Vorgang, aber ich ahne, dass die Gemeinderatsmitglieder (und die spanischen Nachbarn) sich insgeheim an die Stirn tippen über die doofen Deutschen … – aber sei’s drum!

Euro-Münzen von Mallorca?

So sieht das Angebot aus …
… und das sind …
… die acht Münzen

MAN FINDET SIE, eingeschweißt in Plastik und als „Probe“ gekennzeichnet. Ein Gag, könnte man sagen, er kostet ca. 10 Euro, und ist täuschend echt gemacht. Die Münzen steigen Motive von der Insel, z. B. den Frosch Ferreret, die Balearen-Ziege, einen Talayot, die Soller-Eisenbahn und die Kathedrale. Aber, wehe!, man holte das „Geld“ aus der Verpackung und versucht, damit zu bezahlen. Dann steht sich der Fake heraus. Obwohl der Hersteller persönlich signiert hat (neben zwei Bundesadlern!) und so tut, als hätte die EU mal Regionalausgaben geplant, in dem Fall die von Mallorca. Aber lassen Sie sich da nicht täuschen – als Herzeige-Späßchen sind die acht Münzen aber ihren Preis wert …

 

 

Gold aus Mallorca …

Das Auktions-Ergebnis

ES IST ARABISCHEN URSPRUNGS, geprägt irgendwann im 12. Jahrhundert, wohl von Ishaq Ibn Muhammad. Ein Münzchen, klein wie ein 5 Cent-Stück, fabelhaft erhalten, nur flacher und leichter (3,3 g). Um diese Münze gab’s hinter den Kulissen ein Gezerre, denn das Museu de Mallorca griff ein, wollte sie kaufen vom anonymen Privatbesitzer (wobei sich die Frage stellt: Wie kam er zu dem Schatz?). Der schätzte sie auf 40 000 Euro, aber das war dem Museum zuviel, also blieb das Goldstück in der Auktion bei Aureo & Calico in Barcelona, wurde für 30 000 Euro aufgerufen (wozu noch mindestens 20 % an Gebühren kommen) und letzte Woche für 31 500 Euro (+ Gebühren) verkauft! An den Inselrat, der es dem Museu übergeben wird, als Prunkstück, denn von dieser Münze haben sich nur 2 Exemplare erhalten (soweit man weiß). Jetzt würde ich gerne wissen, ob jemals Gold gefunden wurde auf der Insel, oder ob die Mauren es eingeführt haben aus ihren Liegenschaften in Südspanien? Und: Wurde dieser Dinar auf Mallorca gegossen oder geprägt? Ich muss meinen alten Freund Emilio Trilla vom Kiosk Nr. 13 auf der Rambla fragen, der weiß es bestimmt …

Die Wahrheit über Es Fangar

Der Krauthausen-Text …
… und der Thorer-Text

STEHT DIESE WOCHE IN DER „MALLORCA ZEITUNG“ auf den Seiten 22 und 23 (ab Mittwoch). Der Chefredakteur Dr. Ciro Krauthausen und ich haben uns in aller Fairness bemüht, die Eisenmann-Insolvenz, die in die Milliarden geht, und die Zukunft des Paradieses Es Fangar (bei Felanitx) zu erläutern und zu bemessen. Es sieht nicht gut aus! Weshalb ich einen leidenschaftlichen Appell starte, dieses kostbare Stück Mallorca in Gänze zu erhalten. Aber nach dem, was mein Kollege recherchiert hat, wird das wohl kaum möglich sein. Deshalb mein Tipp: „MZ“ lesen, es ist spannend …

Wem die Originale zu teuer sind …

… FÜR DEN HABE ICH HIER 4 BÜCHER ZU ERSCHWING- LICHEN PREISEN! Sie erin- nern sich: Vor ein paar Wochen habe ich den für mich interes- santesten Maler auf Mallorca vorgestellt: Andreu Maimó aus Felanitx. Dessen „Spezialitä- ten“ vielfältige, aber kahle Bäume, vergammelndes Obst & Gemüse sowie bezaubernde Porträts sind. Ein Freund, der durch meine Vermittlung Maimós Atelier besuchen konnte, moserte ein bisschen, dass er nicht gefunden habe, „das weniger als 1500 Euro kostet.“ Was absolut kein Preis ist für das, was dieser gewaltige Maler auf die Leinwand bringt! Lösung: Es gibt eine ganze Reihe bezaubernder Bücher, in denen Maimó entweder Gedichte illustriert oder seine Kunst präsentiert. Vier stell‘ ich hier vor, und eins ist schöner als das andere. Aber grundsätzlich kann ich nur nochmal sagen: Ich würde, wenn ich könnte, von Maimó auf einen Schlag Bilder und Skulpturen für 50 000 Euro kaufen! Und ich wüsste, dass sie in spätestens 10 Jahren 500 000 Euro wert sind …

Hier kommt was Interessantes, Mallorca-Sammler!

Die Münze vorne und hinten …
… und Toni, der Korsar aus Mallorca

ES IST EINE SILBRIGE MEDAILLE MIT BUNTEM BILD, geprägt von der königlich-spanischen Münze in Madrid und sie ehrt den berühmtesten Seefahrer aus Mallorca: Antonio Barceló (1717-1797), genannt „Capita Toni“. Das war ein Korsar, also ein staatlich lizensierter (legaler) Pirat, der 19 Jahre lang feindliche oder auch nur lohnende Schiffe kaperte, die eigenen Frachtschiffe schützte und seine Millionen-Beute im Schatzamt zu Madrid ablieferte. Die ihm zu Ehren geprägte Münze zeigt sein Schiff, besteht aus einer Kupfer-Nickel-Mischung, wiegt 15 Gramm und hat einen Durchmesser von 3,3 cm. Der Nominalwert beträgt 1,5 Euro, aber da die Auflage ziemlich limitiert ist, muss man mit 14 Euro rechnen. Bezug: Die Münze wird im Internet angeboten. 

Ich glaub‘ einfach nicht an den Greenfee-Rabatt!

Das Wapperl der IGM

ES WÄRE JA ZU SCHÖN, wenn man sich die völlig überteuerten Greenfees auf Mallorcas Golfplätzen ersparen könnte. 120 Euro für 18 Löcher? Blanke Habgier – aber warum nicht, wenn’s klaglos gezahlt wird, sagen sich die Besitzer! Und nun erscheint der IGM, der „International Golfclub Mallorca“, und verkündet: „Einfach günstig Golf spielen!“ Man traut seinen Augen nicht: „Ab 37,50 Euro pro Runde.“ Wirklich? Man kann sich auf deren Website melden (www.international-golfclub-mallorca.com) melden oder sogar anrufen: 628 62 16 73. Da versichern sie einem, dass alles wahr ist. Aber ich möchte wetten, dass mich mein alter Freund Celestino in Vall d’Or erheitert behandeln würde, wenn ich nur das IGM-Greenfee zu zahlen bereit bin statt der 89 Euro, die es kostet, wenn ich mit einem Mitglied spiele. Da gibt es noch einiges zu klären und vor allem, welche Klubs da wirklich zu welchen Konditionen sowie Jahres-,Wochen- und Tageszeiten mitmachen …