Geld

Man sagt ja, wg. Corona sei alles teurer geworden …

BEI MIETWAGEN STIMMTE DAS SOOO NICHT, da haben nur die jede Notlage ausnützenden Aasgeier unverschämt hingelangt, die seriösen Firmen forder(te)n weiterhin ihre seriösen Preise! Meine Freunde zahlen z. B. zwischen 23 und 25 Euro für einen Wagen pro Tag – wie immer. Aber der „Wassermann“ stellt eine neue Rechnung: 57 statt 50 Euro für 10 000 Liter. Ich denke, dass ist bei der galoppierenden Wasserknappheit auf der Insel und der fast durchgehend regenlosen Hitze in Ordnung. Fünf Jahre hat er (meiner heißt Miguel und kommt aus Son Macia) seinen Preis stabil gehalten, vorher hat seine Ladung Agua Potable 45 Euro gekostet. Was, wenn ich das richtig erinnere, immer noch billiger ist als das Wasser aus der Leitung, das zudem nicht so ohne weiteres trinkbar ist oder angeblich sein soll. Auf dem Foto ist übrigens sichtbar, wie Miguel mit seinem dicken gelben Schlauch eine schöne alte Zisterne füllt …

Sterben am Virus Habgier …

DAS PASSIERT GERADE DEN BANKFILIALEN! Die werden geschlossen wie frische Gräber. Wo noch vor 5 Jahren 2, 3 oder sogar 4 Banken miteinander konkur- rierten, existiert jetzt nicht eine mehr – da, wo sie einst waren, hängen jetzt Hinweise, dass man sie im nächstgrößere Ort besuchen möge. Es existieren auch keine Bankomaten mehr! Vor allem die Santander zieht sich verstärkt zurück, die Banca March hält in einigen Orten noch durch, doch auch dort spricht man bereits von Schließung. Vor allem die Llogarets und Hafenstädtchen sind betroffen (z. B. Portocolom, Cala Murada), und wer nun glaubt, er könne in seine „neue“ Bank reinmarschieren wie in die gewohnte, wird herb enttäuscht: Da kommt der nächste Hinweis, dass man seine Geschäfte, bitte, per Internet erledigen – oder einen Termin telefo- nisch vereinbaren möge! Gelingt einem das (was keineswegs sicher ist), wird man auch noch von einer fremden Person bedient, das vertraute Gesicht gibt’s meist nicht mehr! Die habgierigen Bankiers sollten sich was schämen …

Der Greis ist heiß …

Fachliteratur …

… SAG‘ ICH EINFACH MAL SO! Denn als ich las, wie einer seiner Alters-Einsamkeit entkommen möchte, da dachte ich mir: Jetzt ist der Mann „Ende 70“ (schreibt er) und hat den Damen nur zwei Dinge zu bieten: „Rüstig“ ist er (behauptet er) und „super Rente“ bezieht er (behauptet er auch). Und dafür möchte er eine „Junggebliebene“ von sich überzeugen. Die wird, vermute ich, nicht so sehr auf das „rüstig“ fliegen (das stört eher), dafür mit Turbo auf „super Rente“ (das ist unwiderstehlich). Das ahnt der Rentner natürlich und hat sich deshalb in der Annonce nicht gescheut, zum fetten Köder seinen Vor- und Familiennamen anzugeben (nun ja, wenn sie denn stimmen!). Ich staune  immer wieder, wenn ich solche „Kontaktanzeigen“ entdecke, weil ich mir nicht vorstellen kann, das eine gemeinsame Zukunft unter diesen minimalen Voraussetzungen eine Zukunft hat – nicht mal auf Mallorca, wo die seltsamsten Existenzen überleben und sich auch noch auf Jahrmarkt-Sendern gegen Geld präsentieren lassen. Vielleicht sollten die heißen Greise erst einmal in der Fachliteratur stöbern, ehe sie sich ins Schaufenster stellen, z. B. in dem Cartoon-Band „Vorsicht, Senioren!“ von Mario Lars

Sollte man im Regal haben …

… DEN „IMMOBILIENRATGEBER SPANIEN“ von Lutz Minkner – auch wenn man seine passende Immobilie längst hat, also nichts sucht und zu arm für eine neue Finca ist. Denn es kann immer mal Streit mit Nachbarn geben, man wird doch ständig um Rat gefragt und weiß kaum eine Antwort, außerdem stehen da einige erstaunli- che Sachen drin (die sich spannend lesen!) und – man weiß ja nie! Zumal der Untertitel „Alles über Recht und Steuern“ andeutet, dass da mehr drin steht als nur die übliche Warnung vor Fallstricken. Der Ratgeber ist darüber hinaus so nützlich, da Minkner 1 Rechtsanwalt ist und 2 seit Jahren sehr erfolgreich mit Immobilien handelt. Diese Kombi ist selten bei einem solchen Buch. Gerade ist die 4. Auflage erschienen und kostet 29.95 Euro.

Ultimativer Luxus zu kleinstem Preis …

... WÜNSCHT EIN „EHEM. BUNDESTAGSABGEORD- NETER“ PER KLEINANZEIGE! Er bezeichnet sich auch noch als „zuverlässigen Dauermieter“ und benützt diese beiden Argumente, um möglichst wenig zu zahlen. Dabei soll sein Apartment „in Palma oder Umgebung“ liegen, über „2 SZ und 2 (moderne) Bäder“ verfügen, „Poolzugang“ haben – und auch noch „Meerblick“! Und warum nicht noch einen Vermieter, der jeden Tag um 17 Uhr einen Cognac mit Zigarre gratis serviert? Nein, Verehrtester, Sie müssen schon den üblichen Weg über einen Immobilienmakler beschreiten (ich kann Ihnen ein paar vertrauenswürdige nennen) und sich nach den Marktpreisen richten. Und auf Ihre politische Karriere zu verweisen, ist völlig sinnlos, wenn Sie nicht die Partei nennen, für die Sie im Bundes- tag saßen, das ist nämlich wichtiger, als Sie ahnen  … 

Das Angebot der Woche …

So groß wie meine (große) Hand …

… UND ICH BIN FROH, DASS MEIN GÄRTNER KEIN DEUTSCH KANN! Diese Anzeige im XL-Format (12,5 x 9,5 cm) ist ja mittlerweile in mehreren Zeitungen und Ländern erschienen – und durch so ziemlich alle Social Media gerast, weil sie als ungewöhnlich großzügig empfunden wird! Dabei lässt sie viele Fragen offen: 1 4000 Euro„pro Monat oder pro Jahr?“, mokierte sich einer. 2 Was heißt „Finca und Auto vorhanden“? Ein Gratishäuschen mit Dienstwagen exklusiv als Finca auf der Finca für die Gärtner? Donnerwetter! 3 Warum ein Ehepaar? Soll die Jardinera auch im Haus tätig werden? 4 „Lebenslauf inkl. Lichtbild“? Oha, das klingt nach einem Managementpos- ten! Frage: Wer bietet sowas an? Der Name W. klingt  typisch österreichisch und die Austriaker gelten ja als hervorragende Arbeitgeber. Und weil ich mich in der Gegend auskenne, ahne ich sogar, für welche Immobilie, am Abhang des Wallfahrtsbergs San Salvador, das Gärtnerehepaar gesucht wird. Der Besitz gehörte mal einem Mann aus Düsseldorf, der daraus ein Hotel gemacht hatte und eines Tages tot am Strand gefunden wurde. Dann kam die Finca unter die Räder – bis sie ein Millionär aus Tirol zum privaten Pracht-Landsitz umfunktionierte. Ist’s der? Aber eins muss ich auch noch sagen, und das meinte ich damit, dass mein Gärtner (dem ich auch nach deutschen Vorgaben ein wirklich anständiges Gehalt zahle) gottseidank kein Deutsch kann: Mit solchen Angeboten wird die Struktur des gewachsenen Miteinanders sträflich unterhöhlt, 50 000 Euro/Jahr und dazu Häuschen mit Dienstwagen – wenn sich das rumspricht, müssen wir in Zukunft unsere Gartenarbeit selber machen …

Wie ist das mit den Enteignungen …

Francisca Armengol
Hugo Chavez

… VON DENEN MAN JETZT HÖRT? Ich habe meinen guten Bekannten Lutz Minkner kontaktiert (Anwalt, Immobilien- händler, Galerist) und er hat dazu 1 interessante Informationen, 2 eine klare Meinung. Sein Text lautet: „Der Aufreger der Woche – die Linksregierung hat 56 Wohnungen, die im Eigentum von Banken und Fonds stehen und seit mehr als zwei Jahren unbewohnt sind, zeitweise enteignet. 27 liegen auf Mallorca … und für die Dauer von sieben Jahren ist den Eigentümern die Nutzung entzogen, sie sollen als Sozialwohnungen an Bedürftige vermietet werden. Die Eigentümer erhalten … Entschädigung, die … deutlich unter dem durchschnittlichen Mietzins liegt. Gesetzliche Grundlage für die Enteignung ist das Balearen-Wohnungsgesetz 5/2018 vom 19.06.2018, ein Wahlversprechen der Linksparteien an ihre Wähler.Die Regierung wendet das fragliche Gesetz erstmals an … und es sieht im Wesentlichen vor, wenn ein dringendes Bedürfnis Sozialschwacher nach Wohnraum besteht, das anderweitig nicht befriedigt werden kann, Wohnraum von ‚Großgrundbesit- zern‘ mit mehr als 10 Wohnungen – im wesentlichen Banken und Immobilienfonds – enteignet werden kann. Dagegen können die Eigentümer Berufung einlegen, was jedoch die Beschlagnahme und die Vermietung nicht hindert. Letztendlich werden Gerichte über die Rechtmäßigkeit entscheiden müssen. Verfassungsjuristen danken Ministerpräsidentin Armengol …, haben sie nun endlich die Möglichkeit, die Verfassungsmäßigkeit des Wohnungsgesetzes höchstrichterlich prüfen zu lassen. Die konservative PP erinnert an vergleichbare Gesetze des sozialistischen Präsidenten Chávez, der zunächst den Immobilienmarkt und dann die gesamte Wirtschaft Venezuelas ruiniert habe. Banken und Investmentgesellschaften weisen darauf hin, dass die Anwendung des Wohnungsgesetzes starke Verunsicherung in den Markt trage und Investoren abhalten werde, auf den Balearen in größere Wohnungsbauprojekte in investieren.“ So, nun wissen wir es genauer …

Endlich kann man mal hinter die Kulissen schauen …

                                                    Pickepackevoll – so sieht’s aus in Puerto Portals …

… DENN UM DIE PREISE FÜR LIEGEPLÄTZE machen die Yacht-Besitzer ein noch größeres Geschiss als um ihre Betriebskosten! Wieviel bezahlt man denn nun für die nasse Parkerei in den Häfen? Jaaa, sagen sie, das ist sehr unterschiedlich zwischen Port Andratx und Port de Pollenca, und dann käme es auch noch darauf an, wie weit draußen sich der Liegeplatz befindet. Da entdeckte ich eine Kleinanzeige: Ein Skipper bot sowas in Puerto Portals an, 8 x 3 m klein, Laufzeit bis 2031, „in guter Lage am Pantalan 7“ (was auch immer das sein mag)Preis: 45 000 Euro! Ich habe kein Schiff und kann deshalb nicht beurteilen, ob das ein anständiges Angebot ist, und was für „Overhead-Kosten“ dazu kommen. Aber zumindest erlaubt die Anzeige, der für uns Normalsterbliche verschlossenen Boat-Society mal unter den Rock zu gucken …

Nobler geht’s nicht auf dem Grün …

… und der Alu-Fuffziger der DDR
Der Silber-Diner aus Mallorca …

… ALS MIT DIESER 800 JAHRE ALTEN SILBERMÜNZE! Ich hab’s fast zufällig bemerkt, dass einer meiner Mitspieler auf dem Golfplatz von Vall d’Or seinen Ball zum Putten mit diesem uralten Geldstück aus der Zeit von Jaume/Jaime I. (1213-1276), des ersten Königs von Mallorca nach der Rückeroberung der Insel von den Mauren, markierte. Als ich ihn (Deutscher, Resident, Industrieller im Ruhestand) darauf ansprach, lachte er: „Ich dachte, das passt zu Mallorca, und je nach Zustand gibt’s solche Dinger ja schon ab 40 Euro!“ Da zeigte ich ihm, womit ich die Lage meines Balles festlegte: Mit einer 50 Pfennig-Münze der DDR, geprägt aus billigsten Aluminium, schon für ein paar Euro zu haben und Jahrgang 1989 – das Todesjahr des anderen Deutschland! „Warum gerade dieses seltsame Geld?“, fragte der mit dem Königs-Silber. „Um mich immer daran zu erinnern, was das für ein Schweine-Regime war da drüben. Das wird heute ja gerne vergessen.“ Ich gewann das Loch übrigens – SED besiegte den Royal …

Korruption? Das ist Notwehr …

… AUF MALLORCA, SO WIE ICH ES SEHE! Es gibt nur noch ca. 300 000 echte Angehörige dieses Volksstammes – und jedes Jahr werden es weniger. Sie werden umzingelt von Festlandsspaniern und Ausländern. Sehr selten (eigentlich nie!) trifft ein deutscher Tourist einen Original-Insulaner, die Residenten wenigstens ab und zu (wenn sie in bäuerlichen Gegenden wohnen). Die einzige Macht, die diese Minderheit noch hat, ist etwas zu genehmigen oder zu verbieten. In den Behörden, die sie besetzen aus Tradition, Erbfolge und Heimatrecht. Und da Millionen-Projekte über ihre Tische gehen, wäre es ja unmenschlich, sich nicht zu bedienen: Sie wollen etwas von mir, das nur ich Ihnen verschaffen kann, also stimmen Sie mich freundlich. Dass das illegal ist – klar! Wenn’s auffliegt, droht Gefängnis. Auch klar. Und werden sie verurteilt, marschieren selbst gottgleiche Insel-Gestalten in den Knast (da sitzen einige). Aber Korruption passiert doch am ehesten, wenn Mallorkiner überredet werden sollen, Eindringlingen ein Stück ihrer Insel zu opfern, also von sich selbst. Ich habe tiefstes Verständnis dafür, wenn sie dafür einen Preis verlangen. Als Eintrittskarte in ihre Welt. Aus Überlebenswillen, Minderheitenangst und Habgier. Ungerecht daran ist allerdings, dass ein Armer nicht bestechen kann, dass Wohlhabende sich Vorteile verschaffen. Aber was für Genehmigungen zu lohnenswert teuren Projekten benötigen arme Ausländer auf Mallorca? Kaum welche. Und wenn sich Mallorkiner untereinander bestechen, geht uns das nichts an, finde ich. Solange daraus nicht etwas folgt, das allgemeinen Schaden anrichtet. Wissen Sie, wieviel 300 000 sind? Weniger als die Hälfte der Bremer …