Gesellschaft

Wieder mal eine grosse Auktion!

SIE FINDET AM SONNTAG, 12. SEPTEMBER, IN PALMA STATT. Gerade wurde um Einlieferungen gebeten: 7./8. Juli, 12-14.30 Uhr und 18-20.30 Uhr. Das Fatale daran ist, dass da zwar professionelle Schätzer sitzen, man aber nur hinbringen kann, was sich bequem auf zwei Armen tragen lässt. Man würde ja gerne eine gotische Truhe oder ein Ahnherren-Porträt vorzeigen, aber als ich anrief, bekam ich dazu leider keine Auskunft. Das ist also ein typisches Datum für den überflüssigen Familienschmuck oder die Restbestände an Elfenbein- schnitzereien. Wohl dem, der hat! Dennoch: Die letzte Versteigerung von internationaler Bedeutung hat Christie’s am 24./25. Mai 1999 im Castillo de Bendinat veranstaltet, mit 818 Losen und einem Katalog mit 416 Seiten, der mittlerweile zur Kostbarkeit geworden ist. Damals verkauften vor allem Adelshäuser Pretiosen, ich bin gespannt, was bei Anne d’Ormesson los sein wird. Kontakt: 636/22 90 13 oder dormessonanne@gmail.com.

Auch ich bin ein Narr …

So berichtete „Bild“ dieser Tage …

… IMMER WIEDER ÜBER DIE NULLINGERS ZU BERICHTEN! Aber mich ärgert, dass die nun schon seit Jahren ähnlich dämliche Journalisten finden, denen sie ihren bedeutungslosen Schmarrn (gegen Honorar!) verzapfen können, und immer wieder ein Medium bereit ist, diesen Luft-Menschen das zu geben, was sie so dringend brauchen, um trotz ihrer Untätigkeit durch Selbstüberschätzung zu überleben: Publicity!!! Sonst wären sie nämlich längst lebendig tot und das völlig zurecht: War nix, is nix, wird nix! Fährt man Auto, hat man für so einen Fliegenschiss an Bedeutung den Scheibenwischer, aber will man die neuesten Nachrichten erfahren, rutschen diese Nada-Typen ständig ins Bild. Nun aber endgültig – wisch und weg!

Es ist doch immer erfreulich …

WENN SOHNE- MANN IN PAPAS FUSSSTAPFEN TRITT! Meinem Sprössling Tim ist das jetzt mal wieder passiert, als das „Mallorca Magazin“ anrief und um den ausgefüllten Frage- bogen zu „Unter Uns“ bat – und der ist nun in dieser Woche erschienen! Ich war dort auch schon vertreten zu einer Zeit, als Sohnemann noch um Schulnoten kämpfte, und wenn ich mir sein Bild so anschaue, bekomme ich ins Gesicht gesagt, dass die Zeit schneller vergeht, als ich es wahrhaben kann – und wundere mich, dass dieses kernige Mannsbild noch zu haben ist. Dass ich nicht mit allen seinen Antworten einverstanden bin, ist natürlich auch klar – das haben Väter, die im gleichen Metier arbeiten, so an sich! Also „MM“ kaufen und reinschauen …

Der Greis ist heiß …

Fachliteratur …

… SAG‘ ICH EINFACH MAL SO! Denn als ich las, wie einer seiner Alters-Einsamkeit entkommen möchte, da dachte ich mir: Jetzt ist der Mann „Ende 70“ (schreibt er) und hat den Damen nur zwei Dinge zu bieten: „Rüstig“ ist er (behauptet er) und „super Rente“ bezieht er (behauptet er auch). Und dafür möchte er eine „Junggebliebene“ von sich überzeugen. Die wird, vermute ich, nicht so sehr auf das „rüstig“ fliegen (das stört eher), dafür mit Turbo auf „super Rente“ (das ist unwiderstehlich). Das ahnt der Rentner natürlich und hat sich deshalb in der Annonce nicht gescheut, zum fetten Köder seinen Vor- und Familiennamen anzugeben (nun ja, wenn sie denn stimmen!). Ich staune  immer wieder, wenn ich solche „Kontaktanzeigen“ entdecke, weil ich mir nicht vorstellen kann, das eine gemeinsame Zukunft unter diesen minimalen Voraussetzungen eine Zukunft hat – nicht mal auf Mallorca, wo die seltsamsten Existenzen überleben und sich auch noch auf Jahrmarkt-Sendern gegen Geld präsentieren lassen. Vielleicht sollten die heißen Greise erst einmal in der Fachliteratur stöbern, ehe sie sich ins Schaufenster stellen, z. B. in dem Cartoon-Band „Vorsicht, Senioren!“ von Mario Lars

Jeden Dienstag, um 17 oder 19 Uhr …

So sieht das aus …
… unser Spielzeug

… SPIELEN WIR PETANCA (Petanque, Boulle oder Bo- ccia). Reihum bei Freunden in drei Gemeinden: Schwei- zer, Deutsche, Österreicher, Italiener und Franzosen (das wechselt), immer so um die 10 Personen. Einige haben sich professionelle Bahnen gebaut, andere bieten nur Balkengevierte in der Gara- geneinfahrt. Vorher gibt’s ei- nen Apero mit Snacks, hin- terher oft ein tolles Dinner mit meist gerade entdeck- ten Insel-Weinen. Gespielt wird um die reine Ehre – und es ist das sympathische Ideal-Ereignis einer internationalen Gemeinschaft auf Mallorca. Wir sind nicht mehr jung, aber die Frauen alle höllisch attraktiv und die Männer auf angenehmste Weise erfolgreich. Es ist eine Art Rentner-EU, die sich an den eisernen Kugeln trifft und da alle an Kunst, Musik, Literatur und Kulinarik (einige besitzen auch Yachten) interessiert sind, geht der Gesprächsstoff nie aus. Ich freue mich jede Woche auf unser Turnier und darüber, wie schön es ist, einem Kreis von Menschen anzugehören, die zwar verschiedene Pässe haben, aber sich um Harmonie bemühen – trotz unserer Kämpfe um Millimeter!

Die Insel der Maskierten …

… DAS FÄLLT ALLEN AUF, DIE EINFLIEGEN ODER ANLANDEN: Die Disziplin, mit der alle Masken tragen auf der Insel! Da mag wohl auch die Furcht vor Strafen mitspielen, aber die Gäste aus der Bundesrepublik und vor allem die vom spanischen Festland, die sich bereits zu Tausenden auf Festivals rumtreiben, empfinden es doch als angenehm, dass selbst Campesinos auf dem Feld, Hausfrauen bei der Arbeit, Jogger im Hinterland, Fischer auf den Molen und Handwerker im Dienst (z. B. Fliesenleger im Haus eines Freundes) sich schützen wie die Bankräuber, die nicht erkannt werden wollen. Natürlich hat die Maskenpflicht auch den Geschäftssinn der Insulaner angestachelt, und auch wenn die Designs nicht immer den gesundheitlichen Vorgaben entsprechen, und so werden höchst unterschiedliche und durchaus dekorative Stücke angeboten, die man fast schon „Sammelobjekte“ nennen könnte. Drei Exemplare zeige ich hier …

Ultimativer Luxus zu kleinstem Preis …

... WÜNSCHT EIN „EHEM. BUNDESTAGSABGEORD- NETER“ PER KLEINANZEIGE! Er bezeichnet sich auch noch als „zuverlässigen Dauermieter“ und benützt diese beiden Argumente, um möglichst wenig zu zahlen. Dabei soll sein Apartment „in Palma oder Umgebung“ liegen, über „2 SZ und 2 (moderne) Bäder“ verfügen, „Poolzugang“ haben – und auch noch „Meerblick“! Und warum nicht noch einen Vermieter, der jeden Tag um 17 Uhr einen Cognac mit Zigarre gratis serviert? Nein, Verehrtester, Sie müssen schon den üblichen Weg über einen Immobilienmakler beschreiten (ich kann Ihnen ein paar vertrauenswürdige nennen) und sich nach den Marktpreisen richten. Und auf Ihre politische Karriere zu verweisen, ist völlig sinnlos, wenn Sie nicht die Partei nennen, für die Sie im Bundes- tag saßen, das ist nämlich wichtiger, als Sie ahnen  … 

Das Angebot der Woche …

So groß wie meine (große) Hand …

… UND ICH BIN FROH, DASS MEIN GÄRTNER KEIN DEUTSCH KANN! Diese Anzeige im XL-Format (12,5 x 9,5 cm) ist ja mittlerweile in mehreren Zeitungen und Ländern erschienen – und durch so ziemlich alle Social Media gerast, weil sie als ungewöhnlich großzügig empfunden wird! Dabei lässt sie viele Fragen offen: 1 4000 Euro„pro Monat oder pro Jahr?“, mokierte sich einer. 2 Was heißt „Finca und Auto vorhanden“? Ein Gratishäuschen mit Dienstwagen exklusiv als Finca auf der Finca für die Gärtner? Donnerwetter! 3 Warum ein Ehepaar? Soll die Jardinera auch im Haus tätig werden? 4 „Lebenslauf inkl. Lichtbild“? Oha, das klingt nach einem Managementpos- ten! Frage: Wer bietet sowas an? Der Name W. klingt  typisch österreichisch und die Austriaker gelten ja als hervorragende Arbeitgeber. Und weil ich mich in der Gegend auskenne, ahne ich sogar, für welche Immobilie, am Abhang des Wallfahrtsbergs San Salvador, das Gärtnerehepaar gesucht wird. Der Besitz gehörte mal einem Mann aus Düsseldorf, der daraus ein Hotel gemacht hatte und eines Tages tot am Strand gefunden wurde. Dann kam die Finca unter die Räder – bis sie ein Millionär aus Tirol zum privaten Pracht-Landsitz umfunktionierte. Ist’s der? Aber eins muss ich auch noch sagen, und das meinte ich damit, dass mein Gärtner (dem ich auch nach deutschen Vorgaben ein wirklich anständiges Gehalt zahle) gottseidank kein Deutsch kann: Mit solchen Angeboten wird die Struktur des gewachsenen Miteinanders sträflich unterhöhlt, 50 000 Euro/Jahr und dazu Häuschen mit Dienstwagen – wenn sich das rumspricht, müssen wir in Zukunft unsere Gartenarbeit selber machen …

Der Schirach von Mallorca …

… SO NENN ICH IHN, meinen Freund Hans von Rotenhan. Auch er sehr guter Anwalt und hervorragender Schriftsteller. Seit Jahrzehnten auf den Balearen (Ibiza, Mallorca) und neuerdings in Berlin. Ein fränkischer Adeliger, der bescheiden aufs „von“ verzichtet, wenn er sich öffentlich äußert. Einer der besten Insel-Schreiber, dem man zuhören sollte, selbst wenn er nur einen Leserbrief schreibt. Mit Sätzen wie: „Die Mallorca-Drängle werden sich nicht bei den dort lebenden Spaniern anstecken. Aber sie werden es untereinander tun …“. Weisheiten in kleinen Prisen werden verteilt, wie beim großen Ferdinand von Schirach. Würde Rotenhan eine Zeitungs-Kolumne bekommen, ich würde das Blatt sofort abonnieren. Seine Bücher kaufe ich sowieso, wenn er sie mir nicht schenkt. Manchmal tut er das … 

Wie ist das mit den Enteignungen …

Francisca Armengol
Hugo Chavez

… VON DENEN MAN JETZT HÖRT? Ich habe meinen guten Bekannten Lutz Minkner kontaktiert (Anwalt, Immobilien- händler, Galerist) und er hat dazu 1 interessante Informationen, 2 eine klare Meinung. Sein Text lautet: „Der Aufreger der Woche – die Linksregierung hat 56 Wohnungen, die im Eigentum von Banken und Fonds stehen und seit mehr als zwei Jahren unbewohnt sind, zeitweise enteignet. 27 liegen auf Mallorca … und für die Dauer von sieben Jahren ist den Eigentümern die Nutzung entzogen, sie sollen als Sozialwohnungen an Bedürftige vermietet werden. Die Eigentümer erhalten … Entschädigung, die … deutlich unter dem durchschnittlichen Mietzins liegt. Gesetzliche Grundlage für die Enteignung ist das Balearen-Wohnungsgesetz 5/2018 vom 19.06.2018, ein Wahlversprechen der Linksparteien an ihre Wähler.Die Regierung wendet das fragliche Gesetz erstmals an … und es sieht im Wesentlichen vor, wenn ein dringendes Bedürfnis Sozialschwacher nach Wohnraum besteht, das anderweitig nicht befriedigt werden kann, Wohnraum von ‚Großgrundbesit- zern‘ mit mehr als 10 Wohnungen – im wesentlichen Banken und Immobilienfonds – enteignet werden kann. Dagegen können die Eigentümer Berufung einlegen, was jedoch die Beschlagnahme und die Vermietung nicht hindert. Letztendlich werden Gerichte über die Rechtmäßigkeit entscheiden müssen. Verfassungsjuristen danken Ministerpräsidentin Armengol …, haben sie nun endlich die Möglichkeit, die Verfassungsmäßigkeit des Wohnungsgesetzes höchstrichterlich prüfen zu lassen. Die konservative PP erinnert an vergleichbare Gesetze des sozialistischen Präsidenten Chávez, der zunächst den Immobilienmarkt und dann die gesamte Wirtschaft Venezuelas ruiniert habe. Banken und Investmentgesellschaften weisen darauf hin, dass die Anwendung des Wohnungsgesetzes starke Verunsicherung in den Markt trage und Investoren abhalten werde, auf den Balearen in größere Wohnungsbauprojekte in investieren.“ So, nun wissen wir es genauer …