Gesellschaft

Wer bewohnt eigentlich Mallorca?

Dumm, aber nicht grundlos …

MALLORKINER NUR NOCH ALS MINDERHEIT! Das ist Faktum 1. Überhaupt wurden nur noch 56 % der Einheimischen auf einer der Baleareninseln geboren, und von denen nur noch etwa 300 000 als echte Mallorkiner auf ihrem eigenen Eiland. Und nun kommen die Hammer-Zahlen: Von den restlichen 46 % stammen 20 % vom spanischen Festland (nun ja, das sind immerhin Landsleute, wenn auch meist nicht willkommen), aber 23 %, also fast ein Viertel aller Bewohner, aus dem übrigen Ausland, darunter natürlich Deutschland!!! Das bedeutet: Fast jeder Zweite, der auf unserer Insel wohnt (das „unser“ ist bereits eine Einwanderer-Anmaßung), ist längst „einer von Draußen“ – und dabei fehlt in der amtlichen Statistik noch 1 % (da darf man rätseln, woher diese Menschen stammen). Was sagt uns das Alles? Das man Verständnis haben muss für gewisse Auswüchse, weil sich die armen Mallorkiner allmählich vorkommen wie Gäste im eigenen Heim …

Die Hermes-Society gibt nicht auf!

ÜBER SIE HABE ICH SCHON EINIGE MALE BERICHTET: Leute, die an der Straße zu ihrem Besitztum, seidene Halstücher von Hermés als Flaggen aufziehen, damit man weiß, wo sie wohnen, und schon mal ahnt, dass sie – im wahrsten Sinne des Wortes – „gut betucht“ sind! Das Stück zu, naja, mindestens 390 Euro, und weil der Küstenwind gnadenlos zerfetzend ist, benötigen sie drei bis vier Stück pro Jahr! Aber das scheint sie nicht zu stören. Leider kenne ich die Herrschaften nicht, plane aber, ihnen zu begegnen. Einfach weil ich wissen will, warum einer die teuersten Foulards der Welt als skurrile Noblesse benützt und deren regelmäßige Zerstörung in Kauf nimmt. Dabei kosten die schönsten „normalen“ Flaggen (z. B. die grafisch herrlichen der 51 Insel-Gemeinden) oft keine 10 Euro und halten mindestens 1 Jahr und einen Winter durch (ich weiß das, ich bin Fahnenmast- besitzer). Hier zeige ich das aktuell im Sommerwind flatternde Tuch der Hermés-Society, das ich, man verzeihe mir es, aus modischem Desinteresse und innerem Widerstand nicht identifiziert habe …

Tja, das ist die Frage …

ES BEGANN DAMIT, dass Leserin Suzanne Z. in einer der Insel-Zeitungen fragte: „Warum stehen in den Dörfern Mallorcas mit Wasser gefüllte Plastikflaschen neben den Haustüren?“ Antwort der Zeitung: „In den engen Gassen stinkt der Urin von Hunden im Sommer fürchterlich. Die Hausfrauen stellen die Wasserflaschen an die Straßenecken, weil sie glauben, dass es die Hunde vom Urinieren abhält.“ Daraufhin meldete sich Leser Marcel G. bei mir und meinte: „Ich denke eher, dass die Hundebesitzer oder Hauseigentümer den Urin mit dem Wasser wegspülen können. Kennen Sie die Antwort?“ Darauf ich: „Ich denke, dass Sie recht haben! Denn wenn ich Hund wäre und dringend müsste, würde ich mich nicht scheuen, gegen die Wasserflaschen zu pinkeln …“. Nun, in Zeiten großer Probleme können kleine Probleme doch die Stimmung angenehm auflockern …

Psst! Jetzt kann ich’s ja verraten …

MIR WIDERFÄHRT EINE HOHE EHRE und ich bin gerührt: Die von uns allen geschätzte „Mallorca-Zeitung“ verleiht mir – vielleicht unverdienter-, sicher aber unwerwarteteweise – den diesjährigen „Preis für kulturelle Vermittlung“! Man könnte auch Deutsch-Mallorkinische Verständigung sagen. Da freue ich mich aber sehr, bedanke mich herzlich  – und bin gespannt auf das Fest bei Bionorica in Alaro (Prof. Michael Popp sponsert den Event wie früher schon), am Donnerstag, den 30. September, um 18 Uhr, ist es soweit und ich kann als Geehrter (nicht der einzige, es gibt auch zwei Preisträger für wirtschaftliche und herzensgute Verdienste) ein paar Freunde mitbringen, und wem danach gelüstet, der möge sich bitte bei mir melden, ich sorge dann dafür, dass Tickets bereit liegen. Alles Übrige steht in aller Ausführlichkeit in der „Mallorca Zeitung“ …

Noch so ein Heimlicher …

… VON DEM MAN NICHT WUSSTE, DASS ER EINE FINCA BESITZT: Bernd Freier, 74, der Gründer und Inhaber der Modemarke s.Oliver! Ein Multimilliardär und Selfmademan aus dem fränkischen Rottendorf. Der kaum Interviews gibt, sich nicht gerne fotografieren lässt und derart diskret auf die Insel fliegt, dass selbstverständlich nicht bekannt ist, in welcher Gegend seine Finca liegt. Man weiß allerdings, dass sie groß genug ist für eine Oliven-Plantage, denn er keltert (angeblich exzellentes) Öl und verteilt ab und zu ein Fläschchen als Geschenk an Besucher seiner Firmenzentrale. Tja, und ich beklage es nochmal: Da gibt’s solche phantastischen Leute auf Mallorca, aber lesen müssen wir dauernd irgendwelche Primitivo-Storys von drittklassigen Nullingern a la Danni B. …

Am Marktplatz mit einem Großen …

Mehlis mit UN-Generalsekretär Kofi Annan

ACH, DA GEHT EINEM DAS HERZ AUF, wenn man merkt, dass auf unserer Insel nicht nur die peinlichen Nullingers ihr Unwesen treiben („Schamlos in Funk und Fernsehen“), sondern auf richtig gute Leute, über die nur keiner berichtet. Denn da hockte ich in einem kleinen Dorf im Pla an einem Wirtshaustisch auf dem Marktplatz und in der Nähe sah ich einen Herrn, der mir bekannt vorkam, mir fiel nur der Name nicht ein, aber ich war mir sicher: Der Mann ist weltberühmt, ein Deutscher mit Wohnsitz auf Mallorca und gefeiert durch einen derart wichtigen Job, dass man stolz sein würde, ihn zu kennen. Inzwischen weiß ich, wer er ist: Detlev Mehlis, Staatsanwalt aus Berlin, rund um den Globus unterwegs im Auftrag der UN und der EU!!! „Der Terrier“ nennen sie ihn, weil er nie vergisst und gnadenlos jagt. Die Mörder von Hariri, dem Präsidenten des Libanon, und Weinrich, den mörderischen Assi des Ober-Terroristen Carlos, mit internationalem Haftbefehl Gesuchte auf den Philippinen, in Ruanda und Südafrika. Wo ein Staatsanwalt benötigt wird, der weder Tod noch Teufel fürchtet, erscheint Mehlis (Germany)! Und da saß er vor der Kneipe, trank ein Weinchen und lächelte verbindlich. Mein Gott, und da wird mein Fernsehschirm verschmutzt mit Gestalten wie Danni B., Andreas R., Isi G. und … – ach, ich will’s gar nicht wissen! Herzlich willkommen, Herr Staatsanwalt!

 

 

Das haut selbst stärkste Männer um!

DIESES BEDROHLICHE PLAKAT, meine ich! Ich sah es auf einem Bahnhof im Inselinneren. Eine deutliche Warnung für Männer, die sich sexistisch benehmen und es an Respekt gegenüber Frauen fehlen lassen: „Lliure d’aggressions sexistes“ – und dann, mit QR-Code, „No I Punkt!“, was etwa heißt auf Kurz-Mallorquin: „Ein Nein ist ein Nein!“ Aber man erlaube mir einen frauenfreundlichen Kommentar dazu: Selbst der unbelehrbarste Macho, und die gibt’s ja leider immer noch, würde sich keine Übergriffe erlauben, stünde er der Riesin mt den roten Bäckchen gegenüber, die auf dem Plakat turmhoch abgebildet ist! Denn die wäre etwa 3.50 m groß, besäße die Gestalt einer Käfig-Kämpferin, die Arme einer sowjetischen Hammerwerferin und die Entschlossenheit einer gereizten Tigerin. Also geht die Abbildung eigentlich an der guten Absicht vorbei, die Schöpfer hätten eher eine kleine, zarte, hilflosere Frau zeigen müssen, denn das sind die, die widerlich behandelt werden und die man schützen muss …

Neues von Es Fangar und Eisenmann …

… UND ICH MUSS MICH KORRIGIEREN bzw. richtig stellen, was selbst in wichtigen Wirtschaftsblättern steht: Auf dem Paradies von Peter und Sabine Eisenmann regiert NICHT der Insolvenzverwalter und Es Fangar gehört keineswegs zur Konkursmasse der Eisenmann-Pleite! Nicht nur das: Die diesjährige Weinernte fällt über alle Maßen gut aus, die Verwaltung der „Farm“ („unter uns“-Bezeichnung für die Finca) klappt weiterhin vorzüglich mit der alten Mannschaft (erfahre ich nach einem Telefonat mit der Familie) und Peter Eisenmann kann davon träumen, seinen hochverdienten Lebensabend auf Mallorca zu verbringen. Ich muss mich entschuldigen, dass ich fehlerhafte Informationen aus deutschen und Schweizer Blättern übernommen habe, und den wabernden Gerüchten auf der Insel ist ebensowenig zu glauben. Das freut mich ungemein, besonders für Peter Eisenmann, und ich, der ich sein direkter Nachbar bin, erwarte ihn in alter Freundschaft …

25 Jahre Insel-Radio!

… und der Rose
Daniel Vulic …

EIN STOLZES DATUM, im August ist es so weit! Von einem Sender, ohne den man auf Mallorca nicht mehr auskommt, und ich höre ihn auch, wenn ich mal nicht auf der Insel bin. Das „Insel-Radio“ ist die Nabelschnur zum Paradies, und daran ist vor allem ein Mann schuld, der von Anfang an dabei ist – und das in gleichbleibender höchster Qualität: Daniel Vulic, der höfliche Riese mit dem Auftreten eines vollendeten Gentleman. Das sage ich nicht, weil ich seit nunmehr über 10 Jahren sein Kolumnist sein darf, und das zweimal am Tag (siehe meinen Post vor ein paar Tagen), sondern weil der Sender wirklich wichtig ist für die, die auf der Insel leben, die, die sich zeitweise von ihr entfernen, und die, die vom „Urlaub auf Malle“ träumen. Gratulation, Daniel, gut gemacht! Und weil man Jubiläen gerne mit einem guten Tropfen begießt, hat Vulic speziellen Wein des Jahrgangs 2020 in vorzüglicher Qualität keltern lassen, in Rot, Weiß und Rosé (so eine Flasche zeige ich hier), mit einem feinen Sammler-Etikett – und wer auch so ein Fläschchen haben möchte, der sollte mal die Website des Insel-Radios durchstöbern. Übrigens: Vulic hat jetzt auch ein Programm auf Englisch installiert – und es wird bald einen TV-Sender geben … – sehr süffige Nachrichten!

Da hatte „Weingruber“ eine tolle Idee …

So ähnlich sieht’s aus …
… in diesem Restaurant …
… mit Stammtisch-Glocke!

… EINEN „STAMM- TISCH“ AUF DEM MARKT- PLATZ IN SON MACIA! Er findet jeden Mittwoch um 18:30 Uhr in die- sem kleinen Ort zwischen der Ostküste und Manacor statt, es erscheinen immer so um die 20 Gäste, vor allem Deutsche und Schweizer, aber auch andere Deutsch sprechende, gestandene Leute, die gute Karrieren hinter sich haben (Staatsanwalt, Banker, Modeunternehmer, Anwalt, Kapitän, Maler, um ein paar zu nennen) und Fincas im Umland besitzen. Die hocken an zwei langen Tischen, Männlein und Weiblein getrennt (das hat sich als günstiger herausgestellt), der Gesprächsstoff geht nie aus (die Witze auch nicht) und Wirtin Emily bekocht die Gruppe, beim letzten Mal gab’s köstliche Lammschulter, aber man kann auch a la Carte bestellen. Erfunden hat das Ganze vor etwa 20 Jahren der einst wohlbekannte Weinhändler- und -kolumnist Norbert Deingruber, von mir seit jeher „Weingruber“ getauft, und seine Idee blüht und blüht, und das besonders in der Einsamkeit der Corona-Quarantäne. Was mir auffiel: Wie gut sich die sonst eher fremdelnden Schweizer mit den Deutschen verstehen, und dass nie Streit ausbricht, weil alle Teilnehmer im Grunde die gleichen Sorgen und Freuden des Lebens im Ausland bewegen. Eine wirklich tolle Veranstaltung …