Gesundheit

Das ist mal eine gute Idee!

… UND BESONDERS JETZT IN DER VERFLUCHTEN VIRUS-ZEIT! Karen Navarro aus Llubi hatte sie mit ihren „Rutes botaniques medicinals“, das sind Wanderungen auf den Spuren mallorkinischer Heilpflanzen. Sie dauern 2 Stunden, kosten 15 Euro/Person und der tiefere Sinn von Karens Idee ist, dass man nicht nur die Heilpflanzen kennen lernt (die bisher, da gehe ich von aus, für die meisten zu 99 % unentdeckt am Wegesrand wachsen!), sondern auch von ihr gesagt bekommt, zu welchen Wehwehchen man sie wie anwendet! Es mag eine gewisse Sprachbarriere bestehen, aber da die Gruppen nie groß sind, hat die Botanikerin immer Zeit, auf individuelle Fragen in geläufigen Sprachen einzugehen. Teuer: Unsinn – 8 Cent pro Minute sind ein erfreuliches Preisleistungsverhältnis bei einem derart nützlichen Thema …

Corona: Import – Export …

… DAZU HAT „ULTIMA HORA“ EINE INTERESSANTE GRAPHIK VERÖFFENTLICHT, die man allerdings interpretieren muss. Sie zeigt, wie viele Corona-Fälle von außen in die spanischen Provinzen gebracht wurden. Da führt Madrid (das politische und wirtschaftliche Zentrum) mit weitem Abstand und die Balearen mit ihrem gebremsten Tourismus liegen im unteren Drittel. Aber: Für uns Deutsche ist die Aufschlüsselung deshalb von Bedeutung, weil 64 % der Krankheitsfälle vom spanischen Festland auf die Inseln gebracht wurden (vor allem aus Madrid!), nur 36 % aus dem Ausland, z. B. England und Deutschland. Das heißt: Um Mallorca sauber zu bekommen, müsste man also zuerst einmal die Flüge aus dem eigenen Land stoppen – oder besser kontrollieren, während die 36 % Hoffnung machen auf eine mögliche Akzeptanz der Urlauber …

Stimmungslage Corona …

Ideal für die Corona-Quarantäne: Mandeln klopfen …

DIE EINEN SAGEN SO, DIE ANDEREN WS ANDERES, und die eigene Meinung möchte man ja nicht immer ins Schaufenster stellen! Deshalb zitiere ich meine kluge Schweizer Freundin Ruth aus der Email, die sie mir gerade geschickt hat: „Der erste wolkenverhangene Tag sein Wochen – und trotzdem schön. Auch wenn es auf der Insel zunehmend stiller wird. Restaurantbesuche werden weniger, Palma ist einsamer geworden, die Bar Bosch leerer, die Läden unattraktiv – für wen oder was sollten sie denn überhaupt attraktiv sein? In die Heimat zurückzukehren, macht nicht viel Sinn. Da ist es auf Mallorca schöner. So warten wir in unserem kleinen Refugium ab, was die nächste Zeit bringt.“ Recht so, Ruth, Gelassenheit besiegt die Seuchen, die Herrlichkeit der Insel verscheucht von Trübsinn infizierte Gedanken. Und wissen Sie, wofür die blöde Virus-Zeit ideal ist, weil so besinnlich, erholsam und doch irgendwie körperlich anspruchsvoll: Mandeln klopfen – vom eigenen Baum, beim Campesino geholt oder im Laden der Einheimischen gekauft …

Wo wir gerade von Krankheiten sprechen …

Die Lepra-Station auf dem Gemälde von Carlos de Haes

… GIBT’S EIGENTLICH LEPRA AUF DER INSEL? Ja, die scheußliche Seuche kommt vor, wird aber hinter hohen Mauern versteckt. Betroffen sind ausschließlich eingereiste Ausländer, und das waren seit 1959 immerhin 41 Patienten (z. B. aus dem Senegal und der DomRep), die dann hier behandelt wurden. Vor 150 Jahren war Lepra allerdings keine Seltenheit auf Mallorca, und dazu habe ich ein Gemälde des belgisch-spanischen Malers Carlos de Haes (1829-1898) entdeckt, auf dem er eine Lepra-Station an der Küste bei Palma dargestellt hat. Und da verlieren einige die Nerven bei einer Grippe …

„5000 Jahre Erfahrung …

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der riesigen Anzeige …

… IN EINER KAPSEL“ VERSPRICHT EINER IN LLUCMAJOR! Das ist bemerkenswert, da muss er Wissen aufgeschnappt haben, bevor noch die ersten Mallorkiner in ihre Talayots eingezogen sind. Er ist ein „Hypnose-Coach“, der „positive Anker setzt.“ Was immer das bedeuten mag. Er hat eine Website und man kann ihn auf dem Handy anrufen. Sein Werbeslogan ist „Sol y Salud“ – Sonne und Gesundheit, und er praktiziert in einem „Lebensfreudenhaus“. Der Mann ist mein neuestes (deutschsprachiges) Fundstück auf meiner ewigen Suche nach merkwürdigen Gestalten, die andere Menschen auf Mallorca beglücken und dabei gut verdienen wollen. Dafür hat er eine riesige Annonce aufgegeben, geschmückt mit seinem Porträt und einer Karikatur. Was hat diese Insel nur für eine Anziehungskraft auf Typen, denen man sonst nie begegnet …

Die erstaunlichen Apotheken!

ICH MAG DIE INSEL-FARMACIAS AUS DREI GRÜNDEN: 1. Die netten Apothekerinnen sind geschult, ärztliche Beratung zu erteilen. 2. Vie- le Medikamente, die in Deutschland vom Arzt verschrieben werden müssen, sind rezeptfrei. 3. Die meisten kosten nur einen Bruchteil dessen, was deutsche Apotheken verlangen. „Lixiana“ z. B., das sündhaft teure Bluthochdruckmittel, kaufe ich einfach so (es ist allerdings nicht billiger als Zuhause). Für andere Arzneien warte ich, bis ich auf Mallorca bin, weil ich hier oft nur ein Drittel bezahle. Andere Namen? Kein Problem, es gibt immer ein spanisches Equivalent und durch die vielen deutschen Patienten sind nahezu alle Apotheken auf diese Kundschaft eingestellt. Inso- fern betrachtet, ist die Insel ein pharmakologischen Paradies …

Rührend: Feng Shui in der Macchia …

Die einsame Feng Shui-Finca

WEIT UND BREIT IST NICHTS, nur wilde Macchia. An einer einsamen Stelle steht im Gebüsch das Schild: FENG SHUI Beratung 500 m. Dazu eine Blüte und ein Pfeil. Dem bin ich gefolgt, immer tiefer in den Busch, auf einer Naturstraße, einspurig, zerlöchert. Und sah, zurückgesetzt in einem Bauernacker, eine Finca hinter einem schmiedeeisernen Doppeltor – mit wieder diesem Blumenschild an einer Kiefer, aber jetzt mit Namen, Telefon und Email. Eine Dame aus dem nördlichen Hessen bietet hier – rührenderweise – Beratung an, wie der Mensch zu Harmonie gebracht werden kann mit seiner Umgebung. Mal abgesehen davon, dass sich keiner verirrt in diese Einsamkeit, benötigt man noch Feng Shui, die Lehre von „Wind und Wasser“, wenn man auf Mallorca lebt? Nun ja, die alten Mallorkiner haben genau gewusst, wie sie in möglichst hohem Einklang stehen mit der Natur auf ihren Fincas; die Neubürger aus Germanistan stellen ihre Hütten geradeso hin, wie es ihnen passte. Aber ob sich von denen einer sagen lässt, wie er nach den chinesischen Regeln zu bauen hat …?

Diese Schlangen taugen nichts!

Davon rate ich ab …

MAN DARF AUCH MAL KRITIK ÜBEN, wenn einem was auffällt, und ich muss sagen, dass mir diese „Espirales Antimosquitos“ nicht gefallen haben. Ich habe sie gekauft, weil unten auf der Packung steht: „ecologia de fibra 100% vegetal“, aber das nützt nichts: Die Schlangen sehen aus wie aus Pappe, brennen viel zu kurz (nur eine halbe Nacht lang) und ihre Wirkung auf die Plagegeister ist gleich null. Die „Bio Cuchol“ sind nicht mal billiger, aber stinken genauso wie die anderen Spiralen. Also erlaube ich mir, vom Kauf abzuraten und weiterhin die grünen Schlangen vorzuschlagen …

 

 

 

 

Es ist kalt in Drac …!

drachIN SORGE UM DAS WOHL- ERGEHEN MEINER LESER erlaube ich mir diesen Tipp: Wer im Hoch- sommer, während der ärgsten Hitze, die Drach-Höhlen in Portocristo besucht, riskiert seine Gesundheit – wenn er nicht vorbereitet ist! Die Höhlenbetreiber selbst warnen dringend vor dem Temperatur- sturz: Selbst wenn es draußen 36 Grad heiß ist, wird es in der Drach nie wärmer als 17 bis 21 Grad! Ein Gefälle von 20 Grad oder sogar mehr. Dabei beträgt die Luftfeuchtigkeit dort unten 90 bis 95 Prozent, was die Kühle noch unangeneh- mer macht. Man muss also eine Windjacke oder einen Pulli dabei haben, sonst haut es einen um! Denn immerhin dauert die Besichtigung (die nur in Gruppen stattfindet, auf der Karte von rechts außen bis links oben) ungefähr eine Stunde – 60 Minuten in der Kälte. Ich weiß, das ist ein spießiger Tipp, aber sonst erwähnt das ja kaum einer …

Wie gesund ist Ihr Wasser? Der Test …

Wasser der Zisterne …
… oder aus der Leitung …
… testen in der Apotheke

DIE EINEN SAGEN MIR: „… ALTER HUT, KENNT DOCH JEDER!“ Die anderen staunen: „Ach ja, so einfach ist das? Mach‘ ich sofort!“ Da die in der Mehrzahl sind, informiere ich Sie einfach mal: Wie man testet, ob das Was- ser, das aus der Leitung und/oder der Zisterne kommt, be- denkenlos verwendet werden kann zum Kochen, Waschen, Zähneputzen oder sogar zum Trinken. Der Test geht so: Man holt sich in der Apo- theke (und zwar je- der!) ein extra dafür vorgesehenes, steriles Fläschchen und füllt es mit seinem Leitungs- oder Zister- nenwasser in der geforderten Menge. Bringt es zur Farmacia, wartet rund eine Woche auf das Ergebnis und zahlt um die 50 Euro. Dann weiß man, ob man einen naturfrischen Jungbrunnen, die ganz norma- le mallorkinische Plörrequelle oder ein von Keimen belastetes Nass verwendet. Nun mal ehrlich: Kannten Sie diese simple Möglichkeit?