Gesundheit

Wie gesund ist Ihr Wasser? Der Test …

Wasser der Zisterne …
… oder aus der Leitung …
… testen in der Apotheke

DIE EINEN SAGEN MIR: „… ALTER HUT, KENNT DOCH JEDER!“ Die anderen staunen: „Ach ja, so einfach ist das? Mach‘ ich sofort!“ Da die in der Mehrzahl sind, informiere ich Sie einfach mal: Wie man testet, ob das Was- ser, das aus der Leitung und/oder der Zisterne kommt, be- denkenlos verwendet werden kann zum Kochen, Waschen, Zähneputzen oder sogar zum Trinken. Der Test geht so: Man holt sich in der Apo- theke (und zwar je- der!) ein extra dafür vorgesehenes, steriles Fläschchen und füllt es mit seinem Leitungs- oder Zister- nenwasser in der geforderten Menge. Bringt es zur Farmacia, wartet rund eine Woche auf das Ergebnis und zahlt um die 50 Euro. Dann weiß man, ob man einen naturfrischen Jungbrunnen, die ganz norma- le mallorkinische Plörrequelle oder ein von Keimen belastetes Nass verwendet. Nun mal ehrlich: Kannten Sie diese simple Möglichkeit? 

Ein mir total unbekannter Schnaps …

So sieht die Flasche aus …
… das Etikett im Detail

JETZT LEBT MEINE FAMIIE SEIT 60 JAHREN HIER – und ich pflege den Größenwahn, Mallorca-Experte zu sein. Aber als ich neulich in einer ländlichen Kneipe einen „Mesclat“ bestellte (und meinte, den weder süßen noch trockenen Hierbas zu bekommen), da bekam ich ein halbes Wasserglas mit einer purpur-trüben Flüssigkeit! Die schmeckte ziemlich gut (wenn auch vielleicht eine Spur zu süß) und hatte den gleichen Magen-Beruhigungs-Darm-Durchputz-Effekt. Aber was hatte ich da getrunken? Ich ließ mir die Flasche bringen und las: „Xarop d’en Gori“ von der Destille F. Vidal in Llucmajor. Nie gehört, nie gesehen, nie getrunken. Ein Mix aus Palo und Whisky, erfuhr ich im Internet, wird seit über 100 Jahren gebraut und heißt unter Einheimischen „Mesclat“ (der „Mittlere“). Den muss man sich merken und im Laden, das weiß ich inzwischen, kostet die Literflasche knapp über 16 Euro. Fazit: Mallorca hat immer noch mehr Geheimnisse als die Heilige Jungfrau Maria zu ihren besten Zeiten …

 

 

 

 

Das Geheimnis der „Pau“

pau-1pau-2ES IST DAS GEHEIMNIS, das am konsequentesten von den (echten) Mallorkinern bewahrt wird – vor den Ausländern, aber auch vor den Festlandsspaniern. Es ist das Rätsel der Männer, die „Pau“ genannt werden, auch wenn sie Toni, Andreu oder Simo heißen. Alle – und es sind immer nur Männer – wurden am 29. Juni geboren, dem Tag von Peter & Paul (Pau), das ist die Voraussetzung für ihre unerklärliche Gabe: Sie können mit Spucke Wunden oder sogar interne Wehwehchen heilen! Indem sie ihren Speichel mit dem Finger in/auf die schmerzende Stelle reiben. Nicht mehr, nur das. Die Mallorkiner schwören auf die „Pau“, jeder kennt mindestens einen in seiner Umgebung, und mir sagte eine Bäuerin: „Warum soll ich mir die Mühe machen, in ein Krankenhaus zu gehen, um mir eine teure Spritze geben zu lassen? Der Pau kann das viel besser.“ Inzwischen kenne auch ich einen „Pau“ in der Nachbarschaft und einige meiner deutschen Freunde, sofern sie wirklich altingesessen sind und als integriert gelten, haben Heilungen mit Spucke erlebt. Fragen Sie doch mal einen echten Mallorkiner, sofern Sie je einen treffen, nach so einem geheimnisvollen Heiler, und übrigens: Da sie für ihre Gabe nichts können, nehmen sie kein Honorar; Geschenke sind aber erlaubt. Appetitlich? Nun ja, aber wenn’s hilft …

Der Trick mit dem Tunel

tunel-2tunelICH WEISS NICHT, WIE ES IHNEN GEHT, aber ich trinke nach dem Essen gerne einen Hierbas, den köstlichen Kräuterlikör der Insel – vorausgesetzt er ist „Mezcladas“, also weder süß, noch herb, schmeckt nicht so penetrant nach Lakritze oder Anis, ist eiskalt und mit einem Zitronenschnit- zelchen aufgepeppt. Er hat 30 %, gilt als Medizin und der bekannteste wird von der Firma Tunel produziert. Aufpeppen kann/sollte man allerdings auch das Ritual, und dazu gehört ein 55 cm großer Glasbehälter für die Bar-Theken, die einen Zapfhahn kurz über dem Boden hat, aus dem ich mir mein Apertitiv-Gläschen abfülle. Ich konnte meine Mega-Flasche, gebraucht und fast leer, einem Wirt im Insel-Inneren für 20 Euro abschwatzen. Diese ergänze ich, wenn sie zur Neige geht, mit einer Dreiliter-Nachfüllflasche aus Plastik, die es in Weinhandlungen und Schnapsläden zu kaufen gibt. Der aktuelle Preis im Herbst 2017: 25 Euro. Das ist wesentlich billiger als eine normale Tunel-Flasche, von der ich ungefähr acht Stück bräuchte für das Füllen des Theken-Behälters. Also mein Tipp: Versuchen, so einen Giganten zu bekommen und rechtzeitig eine Dreiliter-Nachfüllflasche besorgen …

Die Regierung verteilte auch mal Aschenbecher ..!

So sieht die Aschetüte aus …

ES IST EINE PAPIERTÜTE, aber fest genug für heiße Asche, sie ist hübsch landschaftlich gestaltet und damit jeder weiß, wie verantwortungsvoll die Regierung der Balearen mit der Natur umgeht, steht „Naturalment!“ und „Govern de les Illes Balears“ drauf. Ich weiß nicht mehr, bei welchem Ereignis diese offziellen Aschenbecher verteilt wurden, anfangs haben die Leute (auch ich) an erfrischende Eistüten geglaubt – und dann haben alle begriffen, um was es sich handelt, und die Dinger eingesteckt, auch die Nichtraucher (wie ich), als Souvenirs. Nun ja, geraucht wird ja kaum noch, und die Asche ist, denke ich, noch das Harmloseste an der Nikotinsünde, bei Steppenbränden und Waldrodungen gilt sie sogar als Düngemittel. So bleibt die Tüte eine reizende, aber hohle Geste einer netten, aber hilflosen Regierung, eine Memorabilie der besonderen Art …

Respekt, Herr Dr. Heinz-Ludwig Schmitz …!

Das ist er!

ER IST GERADE 80 JAHRE ALT GEWORDEN, wohnt auf dem Golfplatz Vall d’Or – und hat soeben Mallorca zu Fuß umrundet! Immer möglichst an der Küste entlang (was nicht immer klappte). Dazu hat der Physiker aus dem Rheinland, in Dutzenden von wohlgemessenen Etappen, rund 2 Jahre benötigt. Hat sich über Klippen, durch Zäune, die Macchia und Privatgrundstücke gequält, musste wilde Hunde und Ziegen abwehren sowie Wege finden, wo es keine gab. Hat Verletzungen in Kauf genommen, den Verschleiß von Schuhen und Hosen – stets mit dem Wunsch im Kopf: Ganz außen am Rand von Mallorca bleiben, auch wenn’s scheußlich oder sogar gefährlich wird! Warum hat er das gemacht? Um fit zu bleiben auch im hohen Alter. Dr. Schmitz hat eine Menge ungewöhnlicher Dinge gesehen und Abenteuer erlebt, und ich versuche gerade, ihn zur Niederschrift seiner Umrundung zu überreden. Aber er sagt, dafür habe er im Moment keine Zeit. Wissen Sie, warum nicht? Er hat gerade die Umrundung von Menorca gestartet …