Handwerker

Nur eine kleine Albernheit …

ICH ENTDECKTE SIE IN EINER MALLORKINISCHEN LOKALZEITUNG, und sie ist ein lustiges Wortspiel. Da stand, dass die Firma Rafel Bover „Feines en Pedra“  anzubieten hat. Komisch, dachte ich, ds hätte auch in einer deutschen Anzeige stehen können: „Was Feines aus Stein“. Wäre ja möglich, dass dieses positive deutsche Wort vor Jahrhunderten (zur Vandalenzeit?) seinen Weg ins Mallorquin gefunden hat, wie so viele andere. Aber so ist es natürlich nicht: „Feines“ heißt Arbeiten in der Inselsprache, Bover ist Steinmetz und klopft Mares, Marmor und andere Erdfunde nach Maß zurecht. Und wenn mein privater Alleskönner Pedro das nächste Mal kommt, um was auszubessern am Haus, werde ich mir den Scherz erlauben und zu ihm sagen: „Aber bitte feine Feines, ja?“

Jetzt machen sie auch noch Messer …!

Ein größeres Küchenmesser …
… und ein Taschenmesser

DIE EXNERS (Uta & Klaus), DIESES VOR KREATIVITÄT EXPLODIERENDE KÜNSTLERPAAR! Sie malen, zeichnen, produzieren Bücher, kochen, entwerfen Rezepte, töpfern, bildhauern, kalligraphieren und und und… – auf ihrer versteckten Finca bei Arta. Und jetzt ist KE auf die Idee gekommen, Messergriffe aus mallorkinischen Hölzern zu machen. Verschieden- farbig, reine Handarbeit, jedes Stück ein Unikat, mit rustikalem Charme und von eigenwilliger Schönheit. Man kann die Messer (für die Hosentasche oder den Küchentisch) nicht eigentlich kaufen, KE stellt immer nur eins her („Gemach, gemach, eins nach anderen“, so er sprach), aber man kann mit den Beiden Kon- takt aufnehmen (utaexner@yahoo.com) oder mit mir, ich leite den Wunsch dann weiter. Die Crux ist, dass ich keinen Preis nennen kann, denn die Messer sind zu unterschiedlich, zu individuell in Größe und Gestaltung, nach Holzarten und Funktion. Aber ist es nicht erstaunlich, was man auf unserer herrlichen Insel alles findet?

Respekt vor diesen Alemanes!

Die Anzeige der Malerfirm Weiss

NATÜRLICH GAB ES DEUTSCHE FIRMEN AUF MALLORCA SEIT 18nochwas. Kaum eine existiert noch. Aber um 1960 kam eine zweite Welle von Auswanderern auf die Insel, erst die Rentner (darunter erstaunlich viele Militärs) auf der Suche nach einem sonnigen Alterssitz, und ihnen folgten in den 70er-Jahren Handwerker, die „Made in Germany auf Mallorca“ anbo- ten. Sie produzierten Wurst, Fenster & Türen, Sonnenenergie und – Malerar- beiten. Jetzt können sich einige rühmen, seit fast einem halben Jahrhundert zu existieren, wie etwa der Maler Weiss in Peguera, der in die zweite Generation geht, und das heißt schon was im Ausland. Da gratuliere ich herzlich, besser integriert kann man kaum sein, und wie ich höre, zählt nicht nur die deutsche Top-Prominenz zu den Kunden, sondern zu mehr als 50 % läuft das Geschäft mit Spaniern …

Suche Taucher, biete Handtuch …

MANCHMAL SIND KLEINANZEIGEN, die ich entdecke, so skurril, dass sie eigentlich nur als Scherz gemeint sein können. So wie diese hier, wo einer bei Santa Maria einen „Helfer mit kleiner Taucher-Ausrüstung“ sucht, um „im Pool kleine Fliesen anzukleben.“ Gegen „angenehme Bezahlung, dazu Handtuch, Kaffee etc.“.  Wie, bitte? Taucher-Ausrüstung, also arbeiten im vollen Pool? Wasser nicht ablassen und keinen echten Handwerker holen? Es sind zwar zwei Telefonnummern angegeben, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass einer diese Annonce im nüchternen Zustand aufgegeben hat, sorry. Nimmt man sie jedoch als Spaß, ist sie wirklich lustig – und deshalb zeige ich sie in meinem Blog …

Die Insel ist voller Fragezeichen …

So sieht das flaschenmäßig aus …
… und so aus der Nähe

DA FUHR ICH EINEN EINSA- MEN FELD- WEG ENT- LANG und kam zur Bau- stelle einer offen- sicht- lich rie- sigen Finca. Das wunderte mich nicht, aber warum wa- ren in die Krone der Mauer rundherum an die 100 leere Plastikflaschen in der aparten Farbe Dunkelblau ein- zementiert worden? Gerade so, dass ihr Kopf mit dem Verschluss rausschaut. Und einige schräg? Seltsam! Ich vermutete, dass Obradores, unzufrieden mit ihrem Lohn, den Auftrag eines Extranjeros ein bisschen sabo- tiert haben. Das stimmte aber nicht, denn ein Arbeiter werkelte mit Beton und ich fragte ihn. Antwort: In die Löcher, in denen die Flaschen stecken, werden später Pfähle eingesetzt, die den Maschenzaun tra- gen. Ein listiges Verfahren, das unbekannt sein dürfte nördlich des 30. Breitengrades … – und: Anschei- nend gelten leere Plastikflaschen auf Mallorca jetzt als wertvoll und werden als Baumaterial gesammelt! Welch‘ besondere Art des Recycling …

SE VENDE: Eine Schmuckblume aus Metall

Das ist die antike Brosche …

SIE LAG AUF EINEM FLOHMARKT-TISCH IN CONSELL, lachte mich an, kostete wenig und ich nahm sie mit. Woran diese Brosche einst befestigt war, weiß ich nicht, das Material scheint mir Silber, Zink oder Zinn zu sein, die Blüte ist wunderhübsch und filigran in drei Lagen gearbeitet, in mallorkinischer Handarbeit, sie ist offensichtlich ziemlich alt und so schwer, wie sie aussieht. Befestigt wird sie mit einer Art Dorn-Spirale und sie ist etwa 2 cm hoch. Ich möchte 4 Euro dafür haben …

 

 

 

 

Die Exner-Gabel – ein Sammelobjekt!

Reine Handarbeit und gibt’s nur 20 Mal auf der Insel …
… und die Holzbox

DAS KREATIVSTE PAAR DER INSEL HAT WIEDER ZUGESCHLAGEN: Uta und Klaus Exner in Arta. Diesmal haben sie eine Spaghettigabel in purer Handarbeit geschaffen: 29 cm lang, aus verschiedenen Naturhölzern, mit Lederschlaufe und selbstgeschreinerter, kunstvoll gestalteter Holzbox und in einer Mini-Auflage von nur 20 Stück! Den Griff haben sie aus verschiedenen Spänen von auf Mallorca wachsenden Bäumen zusammengesetzt, das ergibt ein buntes Öko-Dekor – und in der Box liegen eine unterhaltsame Geschichte der Gabel an sich und das Echtheitszertifikat. Gedacht ist das Besteck „für Freunde und Genießer“, aber was es kostet, und ob es überhaupt zu verkaufen ist, weiß ich (leider) nicht …

 

 

 

 

Gordiola macht’s auch nach Maß!

ICH WUSSTE DAS NICHT, aber „Die Norne der Insel-Informationen“, Barbara Pohle, hat’s für mich rausgefunden: Dass das noble Unternehmen Gordiola, weltberühmt als uralte Glasbläserei, durchaus bereit ist, etwas, das man nicht mehr kaufen kann, auf Wunsch nachzublasen! Ein fehlendes Kronleuchter-Teil z. B., oder einen zertöpperten Lampenschirm, ein schier unersetzliches Trinkglas oder den Arm eines Kerzenhalters. Man muss die Maße parat haben, Fotos mitbringen hilft, nicht schlecht ist auch das kaputte Teil (wenn möglich). Man muss sich natürlich ankündigen (unter admon@gordiola.com) und man kann sogar anrufen (971 / 66 50 46). Ideal ist es, wenn man einen gewissen Senor Jesus Fernandez erwischt, das ist der Fachmann für derlei Anfragen. Es geht eben doch so ziemlich alles auf Mallorca, man muss nur einen kennen, der einen kennt, der …

Ja, was ist denn das?

Wie ein grünlicher Bergkristall …
… wie ein Smaragd …
… und wie Milchglas …

… SAGEN ALLE, DIE ICH BEI MIR BEGRÜSSEN DARF! „Das“ sind gläserne Brocken auf der Terrassenmauer, manche milchig, mache grünlich-transparent, und keiner glaubt mir, dass das mal Cola-Flaschen waren! Meine Großmutter, Gott hab‘ sie selig, hat sich ihre Gläser zwischen 1960 und 1970 in der Glasbläserei in Consell  (… auch sie hat Gott längst selig …) nach eigenen Entwürfen anfertigen lassen, das war damals billiger als die fertigen Gläser im Laden (und schöner), und da fielen ihr diese Glasbrocken auf. Es war das Rohmaterial der Glasbläser, eingeschmolzen aus den Wegwerfen-Flaschen, und dann erneut geschmolzen, eingefärbt und zu neuem Leben erweckt. Der Chef hatte gesehen, wie meine Großmutter gestaunt hat, und da sie eine gute Kundin war, hat er ihr die Brocken geschenkt, von denen einige mehr als ein Kilo wiegen. Heute sind sie als glitzernde Dekoration auf der Terrassenmauer ebenso schön wie die Gläser nach Maß, die Abkömmlinge der Brocken sind, drinnen im Geschirrschrank …

MI MUSEU Diesmal: Alte Garnrollen von Bujosa

Der alte Bujosa hat sie mir geschenkt …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Drei Garnrollen mit ihren Spulen, sicher 100 Jahre alt, aus der berühmten Weberei Bujosa in Santa Maria del Cami. Der legendäre Seniorchef hat sie mir 1975 aus seiner eigenen Sammlung geschenkt und ich halte sie seitdem in Ehren. Bujosa ist die Handweberei, die die herrlichen Mallorca-Stoffe aus Leinen in den typischen „Zungen“-Mustern herstellt – als letzter Betrieb seiner Art!