Hotel

Das ist – schlichtweg – das Paradies!

Terrasse am Meer …
… der große Lebensraum …
… Aufriss mit Bett (1) und Kamin (2) …
… die Hütte vom Land her …
… und die Lage auf Mallorca

ES HEISST FINCA L’ESCORIAL, liegt in der Nähe von sa Rapita im Südosten und ist, mal den Mund voll genommen, das einzige Häuschen zum Mieten, das direkt am Meer liegt! Es ist eine ehemalige Fischerhütte, urig, jedoch gut saniert für Urlauberansprüche, sie hat (nur) einen 35 qm großen Raum und es können 2 Personen dort wohnen. Mit einer Küchenzeile, Kamin, Duschbad und überdachter Terrasse mit Liegen. Man stelle sich das vor: Ein Pärchen in romantischer Einsamkeit im eigenen Bungalow am Mittelmeer. Der nächste Sandstrand heißt Raco de s’Arena und ist um die Ecke, ebenso wie der nächste Ort, s’Estanyol, und zur Hütte gehören, man glaubt’s kaum, 300 000 qm Land! Der Flughafen ist übrigens 35 km entfernt. Der Vermieter fincallorca preist L’Escorial als „quasi konkurrenzlos“ an und da haben sie recht. Preis: Je nach Jahreszeit zwischen 110 und 210 Euro/Tag. Wie bucht man? Übers Internet oder die deutsche Telefonnummer 0049 521 448 184 70 wählen.

Ich hab‘ ein neues Buch gemacht!

So sieht der Titel aus …
… und so habe ich …
… einige der 30 Seiten …
… gestalten können

ES GEHT UM DIE WERBUNG, mit der deutsche Mallorca-Touristen zwischen 1902 und 1953 in Hotels, Restaurants, Geschäfte, Höhlen und zu Ausflugstouren gelockt werden sollten – und wurden! Es sind köstliche Stilblüten darunter, z. B. wenn Mallorca falsch eingedeutscht „Majorka“ geschrieben wird. Es gibt aber auch hochinteressante, nahezu politische Details, ganz zu schweigen von der feinen grafischen Gestaltung und der Frage, ob die Hotels und Shops von damals heute noch existieren (die meisten nicht) und was aus denen, die überlebt haben, geworden ist (da gibt es erstaunliche Funde). Mein selbstge- drucktes Buch hat 30 Seiten im Querformat, und wer es haben möchte, muss mich kontak- tieren. Aber ich vers- tehe, wenn’s keiner tut, denn ich möchte unglaubliche 50 Euro dafür haben, da mich die Produktion nicht recht viel weniger gekostet hat. Ich kann allerdings versichern, dass es so etwas kein zweites Mal gibt für Deutsche auf Deutsch.  Kontakt: axelthorer@yahoo.de

 

 

 

Als das „Grand Hotel“ noch ein Hotel war …

Das Plakat von 1902 …

WIR SCHREIBEN DEN FEBRUAR 1902, in Palma steht die erste internationale Nobelherberge kurz vor der Eröffnung, das „Grand Hotel“. Also muss es beworben werden und das geschieht u. a. mit diesem auf Französisch betextetem Plakat: eine selig lächelnde Mallorkinerin in Tracht, ein Orangenbaum, der gleichzeitig blüht und Früchte trägt, Palmas Silhouette mit Kathedrale und La Llonja, die noch am Meer stehen, und oben links die Architektur-Ansicht des Hotels. Format: 120 x 80 cm. Der Künstler hat sich darauf ebenso verewigt wie der erste Hoteldirektor, und ein Original, so musste ich erfahren, kostet um die 3000 Euro! Weil angeblich nur etwa 10 Stück überlebt haben. Aber es gibt erstklassige Repro- duktionen, sie kosten ca. 30 Euro und werden ab und zu im Internet, auf Flohmärkten und im Kunsthandel angeboten. Nur nebenbei gesagt: Das „Grand Hotel“ steht noch in originaler Pracht, gehört einer Bank, ist Museum, Ausstellungshalle, Shop und Restaurant. Mein Tipp: Bei Sichtung des Plakates sofort zuschlagen!

Noch ein Hoteltipp in Palma …

Top-Lage an der Placa Cort …
… mit Blick aufs Rathaus!

ICH WEISS, ICH WEISS … – jeder hat einen, täglich bekommt man einen neuen, und kaum einer lässt sich beraten! Und in Palma gibt es derart viele und unterschiedliche Hotels, dass selbst ich zögere, eine Empfehlung abzugeben. Aber: das „Hotel Mama“, dass zum Kaffeehaus-Konzern „Cappuccino“ gehört, hat eine unüberbietbare Lage an der Placa Cort (gegenüber vom Rathaus und mit Blick darauf), und wenn der Service so gut klappt wie in den Restaurants, dann hat’s die Konkurrenz schwer. Ab 167 Euro kann man sich einmieten und natürlich muss man darauf bestehen, ein Zimmer noch vorne raus zu bekommen. Das Altstadt-Palais, in dem sich das „Mama“ eingenistet hat, ist alt, wurde entkernt, total-modernisiert und 2017/18 eröffnet. Tel.: 871/03 74 37. 

… und was ist mit dem Gran Hotel in Soller?

Das prachtvolle Gran Hotel von Außen ...
Das prachtvolle Gran Hotel von Außen …
... und die noch prachtvollere EInfahrt
... und die noch prachtvollere Einfahrt …
… und das Sonderangebot!

FEINES HAUS MIT TRADITION! Schön von Außen und schön von Innen! Wenn ich etwas von Übernachtungen in Soller höre, geht es immer um angeblich wahnsinnig trendig ausgebaute ländliche Stadthotels oder Boutiquen-Pensionen im Besitz von Möchtegern-Designern, aber nie um das Gran Hotel. Mitten in der Stadt, im Zentrum des lokalen „Modernismo“, nicht weit vom Bahnhof, und von jener gewissen Noblesse, die auch das Hotel „Illa d’Or“ in Pollensa auszeichnet. Die Zimmerpreise beginnen zwar bei 180 Euro (so das Ergebnis meiner aktuellen Internet-Recherche), aber für die Euros haben einige von uns in schlichten Fincahotels weit schlechter geschlafen! Von ketten-eigenen Wohnblöcken in Palma gar nicht zu reden. Ich kann das Gran Hotel empfehlen aus Gründen des Charmes, der Lage und des gepflegten Service. Das Haus mag etwas „old fashioned“ sein, aber gerade das mag ich. Und jetzt, Ende August 2018, offeriert das „Grand“ auch noch beim Einchecken ein tolles Paket von Sonderangebotenfür 125 Euro! Ich blogge das guten Gewissens, weil meinen Lesern längst klar ist, wie 1) unbestechlich, und 2) im Urteil deshalb gnadenlos ich bin …

Jetzt will jeder Ort ein Luxushotel …

Eine prachtvolle Anlage …

… UND DA MÖCHTE AUCH CAPDEPERA EINS HABEN! Die Frage ist nur, ob es dafür genügend Gäste gibt, immerhin liegen auch hier im Umland einige sehr schöne Herbergen. „Creu de Tau“ soll das Hotel heißen (nicht gerade ein griffiger Name!), auf 4 Sterne-Niveau sein mit 27 Zimmern und Suiten zwischen 28 und 60 qm, alle mit Terrassen oder kleinen Gärten, die Suiten sogar mit Ethanol-Kaminen und Jacuzzis. So steht’s in der Ankündigung. Und auch, dass es ein Spa mit Wellness-Bereich und einen Weinkeller in der trockengelegten Zisterne geben wird. Geplante Eröffnung: Frühjahr 2019. Was dieses Hotel tatsächlich attraktiv macht (auch wenn keineswegs einzigartig auf der Insel), ist die Bausubstanz: Das Haus war mal das „Ca des Monges“, ein Kloster aus dem 19. Jh., das erst 2015 geschlossen wurde, als die letzten Franziskanerinnen auszogen. Ein vierstöckiger Prachtbau mit weiten, umlaufenden Galerien und 10 500 qm Grund, der als Park und Nutzgärten umgestaltet wird. Die Zimmerpreise sind noch nicht bekannt, aber es gibt eine Website für den, der noch mehr wissen möchte: www.hotelcreudetau.blogspot.de

„Liebesnest“ – gibt’s sowas?

sant-blai-1GLAUBT MAN dem Jung-Frauen-Magazin „InStyle“, gibt es sogar eine „Kuschelfinca“! Wo? Im Südwesten, in der Gemeinde Campos und nur 8 km vom Superstrand Es Trenc entfernt. Der Name: „Sant Blai“. Aber was berechtigt die Herberge zu dem begehrten Titel? Ich zitiere sinngemäß aus „InStyle“: „Sant Blai“ hat nur 2 Doppelzimmer, eine Juniorsuite und ein Cottage, aber dafür eine hauseigene Sternwarte zur Gästebenutzung, ein schnuckeliges Restaurant, einen Pool, Hängematten zwischen Palmen, eine rustikale Wohlfühl-Einrichtung mit Mallorca-Antiquitäten, es wird ein Brunch im Bett angeboten und bucht man die Juniorsuite, kann man in einer runden Wanne „liebesbaden“. Der Preis: zwischen 80 und 180 Euro/Nacht je nach Jahreszeit und Zimmer. Email: fincahotel@santblai.com, Tel.: 0034 971/65 05 67.

Braucht Sencelles ein Hotel?

sencellesDIE FRAGE IST EINE PROVOKATION, ich weiß, aber bisher hat das Städtchen keins, und das wird ja wohl einen Grund haben. Ich gönne Sencelles (knapp über 3000 Einwohner) den Luxus, und bald könnte es soweit sein: Die Pfarrei Sant Pere hat das ein Jahrhundert alte, ehemalige Theater und Kulturzentrum Can Garrover, das seit den 90er-Jahren leerstand, für 200 000 Euro verkauft. An wen, war unklar, aber sofort setzte die Spekulation ein, das riesige Gebäude mit 4000 qm Nutzfläche werde zum Hotel ausgebaut. Da hatte der Initiator des Gerüchts wohl die Identität des Käufers gekannt. Mich erinnert das an Felanitx, wo das städtische Krankenhaus geschlossen wurde und jedermann hoffte, nun werde endlich das erste Hotel der Stadt dort einziehen. Was sich ja anbietet bei so vielen Zimmern. Aber Pustekuchen – sie haben langweilige Büros daraus gemacht! Weil auch Felanitx nicht ernsthaft ein Hotel benötigt?

Hier wird ein Hotel vernichtet …

Das beschimpfte Hotel „Park Hyatt“ in Canyamel bei Nacht … (ein Foto aus dem Prospekt)
... und das Buch

ICH HABE SELTEN (vielleicht noch nie!) EINE DERART VERNICHTENDE KRITIK GELESEN wie in Alexander Gorkows Buch „Hotel Laguna“! Er macht das neue Fünfsterne-Haus „Park Hyatt“ in Canyamel nach allen Regeln eleganter Formulierungskunst nieder und ich wusste gar nicht, dass das in dieser Schärfe ungestraft erlaubt ist. Natürlich gibt es immer mal wieder harsche Urteile zu irgendwelchen Hotels in Artikeln, Blogs oder Tweets, aber die sind verderbliche Ware, ein Wölkchen am Meinungsfirmament, morgen vergessen. Ein Buch dagegen ist ein Ewigkeitsding, hält sich jahrelang, bleibt als Druckwerk bestehen, ist nachschlagbar auf Generationen. Ich möchte hier nicht wiederholen, was Gorkow dem Hotel so alles vorwirft (weil ich das nicht so empfunden habe, aber auch aus Angst, verklagt zu werden), aber wundern würde ich mich nicht, wenn die Leere, die er im „Park Hyatt“ bemerkt haben will, sich noch ausweitet. Das Hotel hat übrigens einen mallorkinischen Besitzer, Hyatt betreibt es nur für ihn.

Entdeckt: Alte Kunst am Koffer …

SIE SIND AUS- GES- TOR- BEN, und bis vor ein paar Jahren, fand man sie nicht mal auf Flohmärkten. Aber dann kam ich, der Sammler, belästigte die Händler mit meinem Wunsch nach KOFFERAUFKLE-BERN von HOTELS – und plötzlich tauchten sie auf aus vergessenen Tiefen der Hortung. Wunderbare, skurrile, phantasievolle Grafiken, populär zwischen 1930 und 1960, es gibt etwa 500 verschiedene, und die bemerkenswertesten 12 zeige ich hier. Man beachte das Lügenwapperl des „Alcina“-Hotels, das nie so nah am Meer stand, den kuriosen Zeitungsausriss des „Araxa“, das Hotel mit dem schönen deutschen Namen „Kurhaus“, die brennende Insel rund um das „Felip“ in Portocristo oder die entzückende „Trauminsel“ des „Eden-Roc“ in Porto-Pi. Einige der Hotels existieren nicht mehr, andere sparten die Aufkleberkosten schon vor 60 Jahren ein. Schade eigentlich, denn wie bei Plakaten, Comics und Graffiti hatten die Insel-Künstler auch bei Kofferaufklebern ihren eigenen Stil entwickelt …