Hotel

Ich weiß genau, was jetzt passiert!

… DA SIE DAS GUTE ALTE HOTEL „FORMENTOR“ ABREISSEN und einen Neubau hinstellen: Sie killen die Nostalgie, die Romantik und die Heimkehr in die GUTE ALTE ZEIT! Seit 1929 hat es bestanden, ein bisschen angestaubt, etwas altmodisch, ich gab’s ja zu, aber so unheimlich „muggelig“, wie Zuhause. Im „Formentor“ fremdelte man nie vor lauter Putz & Prunk, Show & Scharade! Das war Service im Luxus auf die vornehmste, unauffälligste Art. Und nun? In einer Verlautbarung fand ich den entsetzlichen Satz: „Das Gebäude genügt nicht mehr den Anforderungen der Gegenwart“. Was heißt das? Dass es nicht den finanziellen Anforderungen des Betreibers genügt! Die Luxuskette „Four Seasons“ wird das neue Hotel mit mindestens 110 Zimmern, das 2023 eröffnen soll, betreiben. Aber wissen Sie, was das wahre Problem ist? Der neue Besitzer ist ein Investmentfond aus Andorra. Der schaut nicht zuerst auf das Wohlbefinden der Gäste, sondern auf den lukrativen Betrieb. Investoren kümmern sich nicht um die Seele eines Hotels, sondern nur um die Bilanzen. Ich bin froh, dass ich einige schöne Abende mit meinem Freund Sir Peter Ustinov im Formenor erleben durfte, perfekt umsorgt von Direktor Shalom, der heute das Agatha Christie-Hotel „Illa d’Or“ in Puerto de Pollenca beispielhaft leitet.

Ein Fall für Agatha Christie …

Hier ist es passiert …

… ODER LEO P. ARD WÄRE DAS ZIMMER 527 IN EINEM BILLIG-HOTEL IN ARENAL! Was da passiert ist, darf man als Krimiautor (der ich nicht bin) nicht einfach so liegen lassen. Um die Geschehnisse kann man eine faszinierende Detektiv-Geschichte bauen. Was ist passiert? Sommer 2011, 300 Gäste im Hotel. Im Zimmer 527 stirbt eine ukrainische Urlauberin ohne erkennbare Todesursache. Sie wird rausgebracht, das Zimmer gereinigt und ein Franzose zieht ein. Auch der stirbt und keiner findet heraus, wie er umgekommen ist. Einige Tage später bezieht ein dritter Tourist die 527, kämpft um sein Leben – und kann gerade noch gerettet werden! Daraufhin wird das Hotel geschlossen und der Besitzer angezeigt: wegen fahrlässiger Tötung. Vermutung: Kohlenmonoxid in der Klimaanlage! Aber warum nur in Zimmer 527 und nicht in anderen Räumen? Mysteriös! Der Prozess gegen den Hotel- besitzer beginnt gerade in Palma, aber das Geheimnis wird er kaum lüften … – ich sagte ja: ein erstklassiger Krimi um 2 1/2 Tote im selben Bett …

Wir haben es doch alle geahnt …

… DASS DAS NICHT GUT GEHEN KONNTE MIT DEM „HYATT“ in CANYAMEL! Jetzt ist der Hotel- konzern nach knapp 4 Jahren aus seiner mallorkinischen Liegenschaft ausgestiegen! „Weil der erhoffte Gewinn ausgeblieben ist“, heißt es. Klar – so eine Riesenanlage passte nicht in die Insel-Provinz und die Tourismus-Struktur (lächerlich, sowas als „Nachbau eines mallorkinischen Dorfes“ zu bezeichnen), dazu kam noch eins: Jeder, der dort (zu) teuer gewohnt hatte, beklagte sich über den Service. Die grausige Tragik dieses Neubaus und des miesen Geschäfts liegt jedoch in den Sünden gegen die Natur, die hier reihenweise begangen – und genehmigt wurden. Weil es bei der Planung einheimische Strippenzieher gab, die über erstklassige Beziehungen verfügten, worauf die Architekten sich auffüh- ren durften wie die Axt im Walde. Nun ist das „Hyatt“ erst mal dicht (soll aber von einer Investorengrup- pe weiter geführt werden) und die Verbrechen gegen die Landschaft, den Naturschutz und die Öko- logie bleiben in alle Ewigkeit zementiert und zerstört …

Dies Hotel war angeblich das erste …

MAN MÖCHT’S KAUM GLAUBEN! Das „Felip“ in Portocristo, eröffnet 1890, war das erste reine Touristenhotel auf Mallorca! Klar, es gibt ältere Häuser, aber dieses hier wurde extra gebaut für Badegäste, nicht für Geschäftsreisende, Pilger oder Beamte unterwegs. Mit dieser „Nr. 1“ schmückt sich das „Felip“, und betritt man es, spürt man noch einen Hauch der Atmosphäre von 1890 – ein bisschen was von der alten Einrichtung ist geblieben, in Glas und Mahagoni, Messing und Fliesen. Vor allem: Die Veranda ist erhalten, eine Art Sommer- und Wintergarten, mit grünem und blühendem Pflanzenwuchs sowie Meerblick. Dazu haben die Direktoren seit nunmehr 130 Jahren Wert auf gepflegte Kofferaufkleber gelegt, sie sollten die Attraktivität des Hotels in alle Welt verbreiten und 4 Exemplare zeige ich hier. Ach, übrigens: Das „Felip“ ist ein „Adults only“-Hotel, Kinder sind unerwünscht, was vor allem daran liegt, dass das Hotel keine Haftung übernehmen möchte für Unfälle auf der Hauptstraße, die direkt daran vorbei führt und die man überqueren muss, um zum Strand zu gelangen …

Na, na, na – „Can Davero“!

… und das die zweite!
Das ist die erste Übertreibung …

DASS DIE KONKURRENZ HART IST, DAS WEISS ICH – und dass die Hoteliers ordentlich auf die Kacke hauen müssen, um Gäste an- und von der Konkurrenz wegzu- locken, verstehe ich. Aber manchmal wird derart über- trieben, dass eigentlich nur der ignoranteste Tourist auf die Behauptungen reinfallen kann. Dabei mag ich den Besitzer von „Can Davero“, er hat in vielen harten Jah- ren ein Schatzkästchen aus seinem Besitz bei Binissa- lem gemacht. Aber ihn „das letzte Paradies der Insel“ zu nennen, ist keck. Und dass man „in 20 – 30 Minuten 150 Strände“ erreichen kann, da muss ich kichern. Lieber Freund, nimm den Fuß vom Gas und biete den Leuten an, 1. was wahr ist, und 2. was sie nur bei Dir bekommen, das reicht für gute Umsätze …

Das beste Hotel? Und das schlechteste …?

Das ist top in Palma …
Das Park Hyatt in Canyamel
… das in Felanitx …
… und das in Pollenca

SCHWERE FRAGEN, KAUM ZU BEANT- WORTEN!  Jeder Gast empfindet anders, es gibt keine gültigen Kriterien für Alle. Ich habe z. b. lieber ein Hotel mit kuscheligem Personal und beklagens- werten Zim- mern als umgekehrt. Ich brauche keine Lobbys wie Foyers von Royals, und wenn der Portier so tut, als dringe ich in sein Privatleben ein, checke ich sofort aus. Ich mag das etwas mönchisch karge „Born“ in Palma, das heimelige Landhotel „Aumallia“ bei Felanitx und Direktor Saloms fabelhaftes, wenn auch etwas turbulentes „Illa d’Or“ in Pollenca. Dort bin ich noch nie enttäuscht worden, aber das Beste? Keine Ahnung. Nun, nach allem, was ich höre, scheint das als Prachtbau aufgezogene „Park Hyatt“ in Canyamel das Hotel zu sein, das am wenigsten die eigenen Ansprüchen erfüllt. Ich kenne einen Villenbesitzer aus Son Vida, der nach all den überschwänglichen Rezensionen mal ein luxuriöses Wochenende mit seiner Frau dort verbringen wollte, am Freitagabend eincheckte – und am Samstagmittag aus! So entsetzlich fand er den Service und den Rest für viel zuviel teures Geld! Auch Alexander Gorkow hat es ja in seinem Buch „Hotel Laguna“ vernichtend beurteilt. Noch Fragen nach dem Besten und Schlechtesten …?

350 Euro? Prost, Mahlzeit …!

Das Hotel „Formentor“ …
… und der Anlass

ALS ICH DAS IM „DIARIO“ LAS, FIEL MIR DIE OLIVE AUS DER HAND – denn da wurde berich- tet, ein Hotel biete ein Frühstück für 350 Euro an! Kein Witz, eher ein Jubiläum, denn im Som- mer 1983 war die Schauspielerin Audrey Hepburn Gast im „Formentor“ (im Zimmer 229) und weil „Breakfast at Tiffany“ ihr bekanntester Film ist, servieren sie jetzt ein „Breakfast at Formentor“, und das kostet 350 Euro! Nun bin ich ja immer begeistert, wenn Leute, die zuviel Geld besitzen, ihr Vermögen unters Volk bringen. Aber ein Desayuno zum Preis einer Woche in einem ****-Hotel? Was wird geboten? Das Übliche. „Erlesene Zutaten“, heißt es, ein Butlerservice, Tischdeko mit weißen Tulpen (die Lieblingsblumen des Stars), eine 1/2 Grapefruit, mehrere Brotsorten, Eier nach Wahl,  „mallorkinische Backwaren, frische Früchte der Saison und Saft der Orangen aus dem Hotelgarten.“ Also nichts Anderes als in den schicken kleinen Landhotels. Ich sag’s mal so: Entweder ist das Hotelmanagement verrückt oder die Gäste, die das buchen … – aber interessant, was es nicht alles gibt auf unserer Insel!

Das ist – schlichtweg – das Paradies!

Terrasse am Meer …
… der große Lebensraum …
… Aufriss mit Bett (1) und Kamin (2) …
… die Hütte vom Land her …
… und die Lage auf Mallorca

ES HEISST FINCA L’ESCORIAL, liegt in der Nähe von sa Rapita im Südosten und ist, mal den Mund voll genommen, das einzige Häuschen zum Mieten, das direkt am Meer liegt! Es ist eine ehemalige Fischerhütte, urig, jedoch gut saniert für Urlauberansprüche, sie hat (nur) einen 35 qm großen Raum und es können 2 Personen dort wohnen. Mit einer Küchenzeile, Kamin, Duschbad und überdachter Terrasse mit Liegen. Man stelle sich das vor: Ein Pärchen in romantischer Einsamkeit im eigenen Bungalow am Mittelmeer. Der nächste Sandstrand heißt Raco de s’Arena und ist um die Ecke, ebenso wie der nächste Ort, s’Estanyol, und zur Hütte gehören, man glaubt’s kaum, 300 000 qm Land! Der Flughafen ist übrigens 35 km entfernt. Der Vermieter fincallorca preist L’Escorial als „quasi konkurrenzlos“ an und da haben sie recht. Preis: Je nach Jahreszeit zwischen 110 und 210 Euro/Tag. Wie bucht man? Übers Internet oder die deutsche Telefonnummer 0049 521 448 184 70 wählen.

Ich hab‘ ein neues Buch gemacht!

So sieht der Titel aus …
… und so habe ich …
… einige der 30 Seiten …
… gestalten können

ES GEHT UM DIE WERBUNG, mit der deutsche Mallorca-Touristen zwischen 1902 und 1953 in Hotels, Restaurants, Geschäfte, Höhlen und zu Ausflugstouren gelockt werden sollten – und wurden! Es sind köstliche Stilblüten darunter, z. B. wenn Mallorca falsch eingedeutscht „Majorka“ geschrieben wird. Es gibt aber auch hochinteressante, nahezu politische Details, ganz zu schweigen von der feinen grafischen Gestaltung und der Frage, ob die Hotels und Shops von damals heute noch existieren (die meisten nicht) und was aus denen, die überlebt haben, geworden ist (da gibt es erstaunliche Funde). Mein selbstge- drucktes Buch hat 30 Seiten im Querformat, und wer es haben möchte, muss mich kontak- tieren. Aber ich vers- tehe, wenn’s keiner tut, denn ich möchte unglaubliche 50 Euro dafür haben, da mich die Produktion nicht recht viel weniger gekostet hat. Ich kann allerdings versichern, dass es so etwas kein zweites Mal gibt für Deutsche auf Deutsch.  Kontakt: axelthorer@yahoo.de

 

 

 

Als das „Grand Hotel“ noch ein Hotel war …

Das Plakat von 1902 …

WIR SCHREIBEN DEN FEBRUAR 1902, in Palma steht die erste internationale Nobelherberge kurz vor der Eröffnung, das „Grand Hotel“. Also muss es beworben werden und das geschieht u. a. mit diesem auf Französisch betextetem Plakat: eine selig lächelnde Mallorkinerin in Tracht, ein Orangenbaum, der gleichzeitig blüht und Früchte trägt, Palmas Silhouette mit Kathedrale und La Llonja, die noch am Meer stehen, und oben links die Architektur-Ansicht des Hotels. Format: 120 x 80 cm. Der Künstler hat sich darauf ebenso verewigt wie der erste Hoteldirektor, und ein Original, so musste ich erfahren, kostet um die 3000 Euro! Weil angeblich nur etwa 10 Stück überlebt haben. Aber es gibt erstklassige Repro- duktionen, sie kosten ca. 30 Euro und werden ab und zu im Internet, auf Flohmärkten und im Kunsthandel angeboten. Nur nebenbei gesagt: Das „Grand Hotel“ steht noch in originaler Pracht, gehört einer Bank, ist Museum, Ausstellungshalle, Shop und Restaurant. Mein Tipp: Bei Sichtung des Plakates sofort zuschlagen!