Ideen

Nichts gelernt von den Mauren …

Das Aquarell eines maurischen Wassersystems …

ALS ES GESTERN NACHT ZWEI STUNDEN WIE AUS KÜBELN GOSS, musste ich an Allah denken! Naja, sagen wir – an die Mauren, die Mallorca 300 Jahre regierten und nie mit Wasserknappheit zu kämpfen hatte. Klar – es gab damals weder Hotels, noch 1 Million Menschen, aber das sind die typischen Ausreden-Argumente. Denn die Mauren legten Auffang- kanäle mit Wasserbecken an und es gelang ihnen, jeden Regentropfen zu fangen! Was geschieht heute? Es pladdert reichlich vom Himmel und verschwindet ungenutzt in der Erde. Jaaa, kommt jetzt ein Klugscheißer, wir haben doch die Stauseen in der Tramuntana, das Grün trinkt den Regen und in Banyalbufar …! Wohl, wohl – und wieviel geht verloren? 90 %! Weil die Regierung nicht so klug ist wie die Mauren vor 1000 Jahren. Wäre sie es, müsste Mallorca nicht verdursten. Die Insel leidet es aber, weil die Regierung Touristen statt Ingenieure zu den wenigen noch nicht zerstörten Wassersystemen der Mauren schickt.

Die ideale Corona-Passage …

SO GEHT’S AUCH, und das ist eine ziemlich praktische Regelung: In der Banco Santander hat man an den Eingangstüren listige, blinkende Quarantäne-Geräte angebracht, die Rot leuchten, wenn kein Platz in der Schalterhalle frei ist (denn nur 5 Personen gleichzeitig sind erlaubt), und Grün, wenn man rein darf. Dann drückt man einen Summer (das kleine rote Viereck darunter) und die Türen gehen auf. Das ist technisch einfach, erspart Unstimmigkeiten unter den Kunden und regelt den Verkehr auf angenehme Weise. Dass der kleine schmale „Kontrolleur“ auf meinem Foto Gelb blinkt, ist ein Defizit, entstanden durch meine iPhone-Kamera, die Farbe taucht in Wirklichkeit nie auf. Gracias, Santander!

Outdoor-Himmelbett – keine schlechte Idee!

DAS BIETET JETZT EINER AN IM INSEL-SÜDEN, sogar mit „Outdoor-Matratze“. Heissa, was für eine wundervolle Idee! Denn es heißt ja, dass der blöde Virus an der frischen Luft machtloser ist als in geschlossenen Räumen, der Sternenhimmel prangt kaum irgendwo schöner als über der Insel (ausgenommen Namibia) – und außerdem: Der Sommer beginnt mit Macht & Hitze, und wenn keiner der sechs Mallorca-Winde den Außenschläfer vom Bett bläst, ist das der Idealzustand für gesegnete Nickerchen. Ich muss allerdings dringend zu einem Moskitonetz raten, denn was auch nachts umher schwirrt, kann lästig und sogar stechend sei, von Lebewesen, die von Neugier geplagt werden, gar nicht zu reden. Schon mal eine Gineta am Kopfkissen gehabt? Oder Nachbars Mieze? Oder eine verflogene Fledermaus? Aber auch gegen die hilft die weiße Gaze, sagt Euch der erfahrene Tropenreisende AT. Nun nennt der Anbieter leider/natürlich keinen Preis (das macht seine Gestaltung etwas luftiger …), aber ich habe herausgefunden, dass die Outdoor-Himmelbetten in etwa zwischen 800 und 1100 Euro kosten (ohne Netz und sonstiges Zubehör). Also, wohl dem der eine Terrasse, einen Patio oder einen Balkon für Zwei hat – raus aus der Bude, rein in kühle Freiheit …

Trinken wir doch mal Mallorca-Tee!

… und so sieht die Mischung aus!

ER HEISST „FLORES DE MALLOR- CA“, ist blau, wird als Ei- genkreation vom „Mallorca Tea House“ mit den typi- schen Blüten der Insel hergestellt und ist – leider – ziemlich teuer: 50 Gramm kosten 7,35 Euro! Aber die, die ihn probiert haben, finden ihn (fast) alle toll, ich darf bemerken, dass er auf dem Foto, das ich von der Website runter gela- den habe, reichlich merkwürdig aussieht. Das „Tea House“ selbst ist als Laden natürlich geschlossen, aber es hat einen ganz guten Internet-Auftritt (www.mallorcateahouse.es), und wenn man unter BUSCAR „Flores de Mallorca“ eintippt, erscheint der Tee sofort. Nun gut, alte Earl Grey-Trinker wird man nicht begeistern können, aber ich habe mir jetzt mal ein Päckchen bestellt in der Hoffnung, den Blumenduft der Insel in der Tasse zu finden …

Gemüse statt Golf – eine „Helau“-Idee!

So schön ist der Sport – und da sollen Beete angelegt werden? 

EIN ÄLTERER UNTERNEHMER AUS DEM RHEINLAND HAT SIE GEÄUSSERT, ich habe seinen Plan in einem Leserbrief entdeckt. Er schrieb (leicht gekürzt): „Die Regierung kauft einen Golfplatz, der sich mangels Besuchern in Schwierigkeiten befindet. Gesucht wird ein Investor aus der Bio-Landwirtschaft, der in der Lage ist, Gemüseanbau zu betreiben. Die Inselregung subventioniert für etwa fünf Jahre diese Bemühungen, um soziale Spannungen abzufangen und für Mallorca ein zweites Gewicht neben dem Tourismus zu schaffen.“ Wie, bitte? Gedanken sind frei, natürlich, aber auch der Widerspruch: Scherz oder Irrsinn? Es ist doch genügend brach liegendes Bauernland vorhanden – und Golfplätze sind nicht fruchtbarer, haben allerdings ein funktionierendes Bewässerungssystem. Deshalb sind es auch blühende Landschaften, gottseidank den bauplatz-gierigen Immobilien-Heinis weitgehend entzogen, und jeder Golfer trägt mehr Geld auf die Insel als 12 Hotel-Pauschalisten! Und nun will der Schlauberger aus Düsseldorf staats-subventionierte Pflüge und Gewächshauser auf die Fairways bringen und auf den Grüns Weißkohl anbauen! Und in die Klubhäuser ziehen dann Campesinos ein und fahren in den nicht mehr benötigten Elektrowagen auf die Felder. Ich vermute mal, gelinde gesagt, der Mann ist kein Golfer (ich bin’s). Oder er ist mal am Düsseldorfer Golfklub spazieren gegangen und da hat ihn ein verirrter Ball am Kopf getroffen. Wenn er’s allerdings als Scherz gemeint hat, rufe ich ihm ein fröhliches  Corona-„Helau“ zu: Selten so gelacht … 

Zum Shoppen segeln …

Ich war mal ein altes Segel …

DAS IST DIE IDEE VON URSULA PIBER: Aus Windstoff von den Booten neue Taschen zu machen! Deshalb hat sie eine Kleinanzeige aufgegeben: „Hast Du alte Segel? Wir recyceln Segel zu wunderschönen Taschen.“ Ich habe sie angerufen (die Nummer steht in der Anzeige: 610 / 217210) und mit ihr geredet. Eine nette Deutsche, seit 20 Jahren auf der Insel, und sie hat ein großzügiges Angebot: Wer ihr ein ganzes Segel gibt (sie holt das auch ab), bekommt eine Tasche nach Wahl! Dann habe ich sie gebeten, mir ein Foto zu schicken, was sie tat – und das ist das, was hier zu sehen ist: Sieht doch hübsch aus und vor allem strapazierfähig! Ach ja, eine Email-Adresse hat sie auch noch: ursula@piberstyling.net