Immobilien

Das „Sa Sinia“ gibt’s nicht mehr!

So sah’s von Außen aus …
… und das war die Speisekarte von Miquel Barcelo
… so von innen …

UNFASSBAR – das legendäre, authen- tische und zeitweise beste mallorkinische Restaurant auf Mal- lorca! Unten am alten Hafen in Portoco- lom, und mit Tränen in den Augen erin- nern sich langjährige Residenten an die brummelige, sympa- thische, noble Gestalt des Wirts Toni Ra- mon, den ich immer wieder für Zeitschrif- ten porträtiert habe. Nun hat der Staat die 30-jährige Pacht für das Haus, in dem das „Sa Sinia“ seit 3 Generationen unter- gebracht war, nicht mehr verlängert – ein Filetstück kulinarischer Insel-Historie ist tot. Seit 1969 im Besitz der Familie Ramon, aber davor schon jahrzehntelang eine beliebte Hafenkneipe. Aber was wird nun aus den Schätzen? Den von Miquel Barceló gestalteten Glastüren und -fenstern und seinen Original-Speisekarten? Den kostbaren Gemälden, den alten Kera- miktellern und den Antiquitäten, die sich in diesem Traditionslokal angesammelt hatten in fast einem Jahrhundert? Und aus dem Stuhl mit meinem Namensschild, den ich – wie alle Stammgäste – gewidmet bekam? Geblieben ist das großartige Kochbuch, in dem Toni Ramon die Rezepte seiner Mutter gesam- melt hat, und das es auch auf Deutsch gibt, weil ihre Schwiegertochter Deutsche war (es ist allerdings total vergriffen). Zugegeben, der Ruf des „Sa Sinia“ hat in den vergangenen Jahren Dellen erlitten, auch ich war manchmal erstaunt darüber, was ich serviert bekam, und wie. Dennoch traure ich über den Verlust und mit mir, das weiß ich, eine treue Gourmet-Gemeinde …

Da kamen ein LKW mit Felsbrocken und ein Bagger …

 

Steine im Weg, das lieben Hausbesetzer gar nicht …

… UND SCHON WAR DAS PROBLEM GELÖST! Denn wenn illegale Besetzer nicht mehr nah ranfahren können mit ihren Autos, dass interessiert sie die Immobilie nicht. So einfach ist das. Ich hatte ja berichtet von einem seit Jahren unbenutzten Gebäude an der Straße von Portocolom nach Portocristo, und wie dort ein Clan eingezogen war mit Kind & Kegel, 4 Autos (!), Lagerfeuern, Wäscheleinen, Generator, Ghettoblaster und Anzapfen einer Wasserquelle. Und wie eines Tages die Polizei erschien und die Besetzer rauswarf. Und dann hatten die Eigentümer der Finca etwas Cleveres veranlasst und das gab’s bisher nicht: Ein Lkw fuhr vor, hoch beladen mit Felsbrocken, und ein Bagger rollte an, und dann wurde die ganze Straßenfront mit den dicken Steinen abgesperrt (siehe Foto), jetzt kann keiner mehr den Zaun öffnen und aufs Grundstück fahren – die Immobilie ist sicher. Der Nachteil: Auch die Eigentümer kommen nicht rein, aber das wollen sie in nächster Zeit wohl nicht. Hauptsache, Andere bleiben draußen …

Bestechungsspiel mit echten Politikern!

ES IST EIN FRECHER  GESELLSCHAFTS- SPASS, HEISST „LADRILLAZO“ und besteht aus 162 Karten. Es ist 2017 erschienen, und es geht darum, Amtspersonen mit Geld zu kau- fen, um sich vor allem auf dem Immobilien- markt Vorteile zu verschaffen – weshalb die Packung als Ziegelstein gestaltet ist. Unter den abgebildeten korrupten Beamten sind auch die zu Gefängnisstrafen verurteilten mallorkinischen Ex-Politiker Jaume Matas und Maria Antononia Munar. Das Kartenspiel kostet 26-30 Euro und ist über die französische Kaufhauskette Fnac zu bekommen, die auch eine Website hat. P. S.: Ich denke, dass sich Matas & Munar das nicht gefallen lassen und das Kartenspiel vom Markt klagen werden. Dann wird es natürlich zum teuren Sammelobjekt …

Es tut sich was – bravo!

So sieht das Haus nach der Räumung (wieder) aus …

ZUGEGEBEN: DAS HAUS, ein ehemaliges Restaurant, STEHT SEIT JAHREN LEER. Solide gebaut, aber ausgeraubt bis auf die Fensterrahmen. Hübsch anzusehen immer noch, aber ohne Wasser & Elektrizität. Plötzlich fiel ein Clan aus Palma ein, mit etwa 20 Personen,  4 Autos (!), dem kompletten Hausstand und etwas Kleinvieh. Richtete sich häuslich ein, reparierte den Brunnen, kochte am offenen Feuer im Garten, bedrohte die Vorbeifahrenden, wenn sie starrten oder gar fotografierten, und versetzte die Nachbarschaft in Angst & Schrecken. Nicht dass die Herrschaften irgendwo eingebrochen wären oder jemanden ausgeraubt hätten, das nicht; aber die bloße Präsenz erschien vielen als Bedrohung – übrigens auch den Mallorkinern! Nun ist Polizei angerückt, dazu ein LKW und ein Bagger. Die einen haben das Haus geräumt, die anderen den Garten. Ziemlich brutal lief das ab, der Clan bekam 60 Minuten, um seine Habseligkeiten zu packen. Zurück ins Getto bei Palma. Im Viertel (an der Ostküste bei Cala Murada) ist wieder Ruhe. Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Das Haus gehört einer Anwältin in Manacor und die ließ es zur Ruine verkommen. Dass jemand das leer stehende, aber eigentlich luxuriöse Gebäude besetzt, ist illegal, aber nicht wirklich verwerflich. Ich gebe der Anwältin eine dicke Mitschuld, und dass Polizei mit Bagger anrückt, klappt in solchen Fällen wohl auch nur, wenn man alteingesessener Jurist aus nobler Insel-Familie ist, aber immerhin – es ist ein Präzedenzfall, den auch Andere nutzen können … 

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!

Entdeckt! Der Trick der Millionenganoven …

So ein Dokument scheuen die Gangster wie der Teufel das Weihwasser …

SIE HABEN DEN STAAT UND/ODER MITBÜRGER UM ZIG-MILLIONEN BETROGEN – und leben auf Mallorca wie die Made im Speck! Bewohnen Prachtvillen, und lügen, das sich die Balken biegen. Dass sie arm seien und nur geduldet im Haus eines Freundes. Dass sie von ihrer Ehefrau ausgehalten würden (denen sie vorher die ergaunerten Millionen überschrieben haben), und nichts gehöre ihnen mehr, alles geliehen, zur Verfügung gestellt, eingeladen. Bullshit! Als Journalisten einem dieser Gangster auf die Schliche gekommen waren, log der den nächsten Interviewer frech ins Mikrofon: Er sei nur Mieter in seinem Palast, bezahlt von einem Kumpel, und nein, den Namen des Hausbesitzers möchte er nicht nennen, den vom Kumpel natürlich auch nicht. Der Trick ist: Natürlich haben sie die Protzvilla gekauft mit dem gebunkerten, verschobenen Schwarzgeld – aber sie haben, was auf Mallorca ganz leicht ist, den Namen des Vorbesitzers im Grundbuch und dem Kataster-Eintrag stehen lassen! Offiziell gehört ihnen die Immobilie also nicht. Deshalb wollte der Ganove den Namen des Hausbesitzers nicht nennen. Den er missbraucht für seine kriminelle Existenz. Ich schätze mal, dass sich von diesen Typen derzeit 20 bis 30 auf der Insel rumtreiben und mit ihrem Luxusleben die lokalen Umsätze in die Höhe hieven. Deshalb sind sie auch so beliebt und zählen sogar zur Society …

Deftige Strafen!

Das ist ein Haufen Geld …

WIEDER SO EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN UND ECHTEM FOTO. Das muss sein. Weil es sonst noch peinlicher wäre für die Betroffenen. Denn sie haben ja mit Mühe verhindert, dass bekannt wird, was ihnen geschah. Deftige Strafen, gegen die es keinen Einspruch gibt! Und Glück haben sie dabei auch noch gehabt. Der 1. Fall spielt in der Umgebung von Soller: Da hat sich einer (Aleman) einen 20 x 7 m großen Pool in seinen Park graben lassen und vorher nicht gefragt, ob er das darf. Aber das Kataster-Flugzeug hat den Schwarzbau entdeckt – und da wurde der Deutsche zu 60 000 Euro verknackt. Das Schwimmbad durfte er behalten, und da hat er einfach eine neue Rechnung aufgemacht: Es kostet 30 000 Euro, mit der Strafe sind es 90 000 Euro – nun ja, „dann hat der Pool eben soviel gekostet wie in Deutschland“, hat er gesagt. Fall 2: In seiner Villa bei Arta hat sich einer (auch ein Aleman) in aller Stille seinen Keller in Heimarbeit ausgebaut. Leider wohnt er in einem Naturschutzgebiet. Auch ihn erwischte der Flieger bzw. seine Betonmischmaschine, die Schutthaufen und die an der Außenwand lehnenden neuen Fenster und Türen. Da haute ihm die Gemeinde 48 000 Euro um die Ohren. Diesmal lautet das „nun ja“: Er hätte den Kellerausbau nie genehmigt bekommen, nun hat er ihn! Die Frage, die mich bewegt, lautet: Müssen die Mallorkiner eigentlich derart unverschämt hohe Strafen verhängen, würde nicht ein Drittel genügen?

Was ist ein „kleiner Meerblick“?

So etwa …?
Das ist das Angebot

DAS HABE ICH AUF DEM AKTUEL- LEN IM- MOBILI- ENMARKT GESEHEN: Ein 50 qm-Apartment in Santa Ponca für 165 000 Euro. Angepriesen „,mit Flair & kleinem Meerblick“. Da habe ich mich gefragt: Was ist das? Flair ist eine leere Worthülse, weil laut Duden jeder etwas Anderes darunter versteht. Und „kleiner Meerblick“? Sieht man da fast gar nichts, oder nur ein wenig, wenn man auf eine Leiter steigt, oder einen knappen Meter Mittelmeer-Horizont, wenn die Sonne scheint, oder über einen Spiegel, wenn man ihn an einem langen Stock hoch hält? Ich kannte den Begriff bisher nicht, aber in der Annonce stand auch noch: „… teilüberdachte Meerblickterrasse“! Aha, fiel mir ein, da wird die Terrasse wohl größer sein als das Stück Ozean, das man von ihr aus sehen kann. Erstaunlich, was für ein variables Deutsch die Klitschen-Verkäufern sprechen, wenn sie müssen …

 

 

 

Das sind Immobilienpreise …!

Die Lokalzeitung …
… und die Anzeige

ES HAT SICH WIE- DER MAL GE- LOHNT, INS LOKALBLÄTTCHEN ZU SCHAUEN! Gestern habe ich mir das „Felanitx“ gekauft, das jede Woche auf Mallorquin in der gleichnamigen Stadt erscheint, und da entdeckte ich eine Kleinanzeige. Angeboten wurden (mit Telefonnummer) 3 Objekte: 1. Eine Finca von 7100 qm mit einem Häuschen von 35 qm Wohnfläche für 30 000 Euro. 2. Eine Finca mit 18 000 qm für 65 000 Euro (beide zwischen Felanitx und Manacor). 3. Ein renovierungsbedürftiges Haus mit 230 qm Wohnfläche in Felanitx für 80 000 Euro. Nun weiß man nicht, wie der Zustand der Immobilien ist, aber bei den Preisen kann man wenig falsch machen. Und für mich ist das die erneute Bestätigung, dass in diesen Lokalnachrichten, die sich kaum ein Ausländer je anschaut, Perlen der Information versteckt sind.

Ein traditionelles Restaurant – es ist zu haben …

Man kann ein Hotel daraus machen …

ES HEISST „CAN GUSTI“ (das „Haus des guten Geschmacks“) und liegt an der Ostküste, direkt an der #401-4 zwischen Portocolom und Portocristo, besteht seit weit über 100 Jahren und ist ein beliebter Knotenpunkt für die gesamte Gegend, Tausende von Touristen (im Laufe der Jahre) kennen es, die Residenten lieben es. Früher ein Schmugglernest, eine Poststation und ein Guardia Civil-Posten, weshalb es im 1. Stock mehrere schöne, seit Jahren ungenutzte Zimmer hat, und noch ein paar mehr in der Dependence gegenüber. Zwei Apartments gibt’s auch noch, ebenerdig im Rückbau. „Can Gusti“ floriert, es wird von einem kastilianischen Ehepaar sehr nett bewirtschaftet, aber die drei Geschwister, denen der Besitz gehört, würden sich – zum rechten Preis, den sie mir aber leider nicht verraten – davon trennen oder auch den gesamten Besitz, nicht nur das bestehende Restaurant, verpachten.