Immobilien

Die bösesten Corona-Schilder …

Vier Se Vende-Schilder auf einen Blick!

… SIND DIE, AUF DENEN „SE VENDE“ STEHT! Meinem Empfinden nach, haben sie sich verdoppelt. Daran merkt man, dass der Virus einige Mallorkiner wirklich verarmt hat – sie müssen verkaufen! In einem blühenden Jahr hätten sie das nie getan, und ich war ziemlich betroffen, als ich in einem Ort im Insel-Inneren gleich vier SE VENDE-Schilder nebeneinander sah, und da ging es um ein neu erbautes Haus, eine Garage, eine Werkstatt und ein Hinterhof-Grundstück – und die Telefonnummern auf den Schildern waren unterschiedlich. Bedauerlich, und wenn ich daran denke, dass die Immobilienpreise auf dem Land abgestürzt sind, noch bedauerlicher, aber darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten …

Sie wollten so schlau sein …

… VERONA POOTH UND IHR FRANJO, aber nicht mit uns, dem Spezialisten! Da steht in „Bunte“, sie hätten sich „westlich von Palma“ eine Villa mit 1000 qm Grund für 4,18 Mio. Euro gekauft, in „exponierter Lage in der Nähe des Royal Golf Clubs“. Wo genau, wird natürlich aus sich selbst überschätzender VIP-Hysterie verschwiegen, aber … – es gibt keinen „Royal Golf Club“, jedoch den Klub „Real Golf de Bendinat“, den einzig „königlichen“ Golfplatz auf der Insel. Ich denke, als der von mir sehr geschätzte Autor seinen Text geschrieben hatte und den Pooths zum Gegenlesen vorlegen musste, da haben sie in ihrer Unkenntnis von Mallorca das verräterische Bendinat aus dem „Royal Golf Club Bendinat“ gestrichen! Aber durch das „Royal“ blieb klar, dass ihre Villa nur in Bendinat liegen kann. Herrschaften, es ich nicht leicht, auf Mallorca ein Geheimnis zu bewahren …

Sollte man im Regal haben …

… DEN „IMMOBILIENRATGEBER SPANIEN“ von Lutz Minkner – auch wenn man seine passende Immobilie längst hat, also nichts sucht und zu arm für eine neue Finca ist. Denn es kann immer mal Streit mit Nachbarn geben, man wird doch ständig um Rat gefragt und weiß kaum eine Antwort, außerdem stehen da einige erstaunli- che Sachen drin (die sich spannend lesen!) und – man weiß ja nie! Zumal der Untertitel „Alles über Recht und Steuern“ andeutet, dass da mehr drin steht als nur die übliche Warnung vor Fallstricken. Der Ratgeber ist darüber hinaus so nützlich, da Minkner 1 Rechtsanwalt ist und 2 seit Jahren sehr erfolgreich mit Immobilien handelt. Diese Kombi ist selten bei einem solchen Buch. Gerade ist die 4. Auflage erschienen und kostet 29.95 Euro.

Diskriminierung? Wie, bitte …?

 

Ortsschild von Marratxi, das an die Bergpredigt erinnert …

EIN MERKWÜRDIGER FALL: In der Urbanisation Son Negre (Marratxi) stand seit etwa 1998 ein Haus, das ohne Baugenehmigung errichtet worden war. Anfang Mai ließ es die Gemeinde, nach einer gerichtlichen Anordnung, abreißen – unter Geleitschutz einer, wie es heißt, auffällig großen Polizeitruppe. Nun hat sich der Anwalt der Bewohnerin gemeldet: Er will/wird die Gemeinde wegen „Diskriminierung“ verklagen! Warum? Weil das beseitigte Haus einer Roma-Familie gehörte – und weil der Aufmarsch der Polizeitruppe ja so ausgesehen habe, als müsste die Abrissfirma vor wütenden Anwohnern geschützt werden. Was eine böse Unterstellung sei und ein Imageschaden. Ist er das? Oder liegt die „Diskriminierung“ darin, dass schon der Abriss rassistisch interpretiert werden könnte? Die Autoritäten haben es, ein ich mir’s recht überlege, im Jahr 2021 nicht leicht und die Welt würde ein ganzes Stück lebenswerter sein, wenn man die anonymen Social Media dauerhaft abschalten würde …

Ultimativer Luxus zu kleinstem Preis …

... WÜNSCHT EIN „EHEM. BUNDESTAGSABGEORD- NETER“ PER KLEINANZEIGE! Er bezeichnet sich auch noch als „zuverlässigen Dauermieter“ und benützt diese beiden Argumente, um möglichst wenig zu zahlen. Dabei soll sein Apartment „in Palma oder Umgebung“ liegen, über „2 SZ und 2 (moderne) Bäder“ verfügen, „Poolzugang“ haben – und auch noch „Meerblick“! Und warum nicht noch einen Vermieter, der jeden Tag um 17 Uhr einen Cognac mit Zigarre gratis serviert? Nein, Verehrtester, Sie müssen schon den üblichen Weg über einen Immobilienmakler beschreiten (ich kann Ihnen ein paar vertrauenswürdige nennen) und sich nach den Marktpreisen richten. Und auf Ihre politische Karriere zu verweisen, ist völlig sinnlos, wenn Sie nicht die Partei nennen, für die Sie im Bundes- tag saßen, das ist nämlich wichtiger, als Sie ahnen  … 

Vielleicht geht ja was in Grünwald …

… DACHTE SICH DER VERKÄUFER DIESER FINCA und inserierte sie für 1.95 Mio. Euro im Heimatblättchen („Isar-Anzeiger) einer der reichten Gemeinden Deutschlands, in Grünwald bei München – zwischen lokalen Handwerkerangeboten und Impf-Nachrichten des Rathauses, aber da, wo die meisten Millionäre wohnen! Ob das was bringt? Das bezweifle ich, denn dazu ist die Annonce 1. zu vollmundig (Wein, Zitronen, Pferde, Olivenbäume, malerischer Rundblick), und 2. gleichzeitig zu ungenau formuliert (alles ist nur „möglich“, wie lang ist „fußläufig“, wo liegt die Immobilie, da der Flughafen weiter ist als Palma). Aber einen Versuch ist’s wert, das Blättchen freut sich über jede Einnahme und der Anbieter ist so problemlos direkt bei der Sache, dass er den Interessenten seine Telefonnummer angibt (die ich abgeschnitten habe).

Wie ist das mit den Enteignungen …

Francisca Armengol
Hugo Chavez

… VON DENEN MAN JETZT HÖRT? Ich habe meinen guten Bekannten Lutz Minkner kontaktiert (Anwalt, Immobilien- händler, Galerist) und er hat dazu 1 interessante Informationen, 2 eine klare Meinung. Sein Text lautet: „Der Aufreger der Woche – die Linksregierung hat 56 Wohnungen, die im Eigentum von Banken und Fonds stehen und seit mehr als zwei Jahren unbewohnt sind, zeitweise enteignet. 27 liegen auf Mallorca … und für die Dauer von sieben Jahren ist den Eigentümern die Nutzung entzogen, sie sollen als Sozialwohnungen an Bedürftige vermietet werden. Die Eigentümer erhalten … Entschädigung, die … deutlich unter dem durchschnittlichen Mietzins liegt. Gesetzliche Grundlage für die Enteignung ist das Balearen-Wohnungsgesetz 5/2018 vom 19.06.2018, ein Wahlversprechen der Linksparteien an ihre Wähler.Die Regierung wendet das fragliche Gesetz erstmals an … und es sieht im Wesentlichen vor, wenn ein dringendes Bedürfnis Sozialschwacher nach Wohnraum besteht, das anderweitig nicht befriedigt werden kann, Wohnraum von ‚Großgrundbesit- zern‘ mit mehr als 10 Wohnungen – im wesentlichen Banken und Immobilienfonds – enteignet werden kann. Dagegen können die Eigentümer Berufung einlegen, was jedoch die Beschlagnahme und die Vermietung nicht hindert. Letztendlich werden Gerichte über die Rechtmäßigkeit entscheiden müssen. Verfassungsjuristen danken Ministerpräsidentin Armengol …, haben sie nun endlich die Möglichkeit, die Verfassungsmäßigkeit des Wohnungsgesetzes höchstrichterlich prüfen zu lassen. Die konservative PP erinnert an vergleichbare Gesetze des sozialistischen Präsidenten Chávez, der zunächst den Immobilienmarkt und dann die gesamte Wirtschaft Venezuelas ruiniert habe. Banken und Investmentgesellschaften weisen darauf hin, dass die Anwendung des Wohnungsgesetzes starke Verunsicherung in den Markt trage und Investoren abhalten werde, auf den Balearen in größere Wohnungsbauprojekte in investieren.“ So, nun wissen wir es genauer …

Die Straße der friedlichen Nachbarn …

In diesem Paradies hinter der Küste liegt irgendwo die Straße …

ES IST EIN CAMINO, KEINE CARRETERA. Nicht asphaltiert, nach Wolkenbrüchen ein Torrente, einspurig und schädlich für viele Autos. Eine Sackgasse, zwischen alte Steinmauern geklemmt, etwa 1,2 km lang, recht steil permunt oder pervall (je nachdem, ob man rauf oder runter fährt), ab und zu rechts oder links eine Einfahrt mit Tor. 16 Familien haben hier Häuser, die 7 Mallorkiner, einst alle Campesinos, jetzt nur noch wenige, seit Ewigkeiten; die 9 Ausländer siedelten sich zwischen 1955 und 2018 an. Eine friedliche Gemeinschaft, die sich die Straße teilt, die Stille, die Fruchtbarkeit, den Postkasten und die Elektrizität und 15 hängen an einer Quelle (einer ist so glücklich, eine eigene Wasserstelle geerbt zu haben). Neben den 7 Mallorkinern sind das 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Alle 16 wählen ab und zu einen Häuptling, das kann auch eine Frau sein, der dafür sorgt, dass alle ihre Rechnungen bezahlen, keiner den anderen übervorteilt und niemand zu laut wird. Sie kennen sich alle, laden sich gegenseitig ein (allerdings entziehen sich ein paar scheue Eingeborene dem engeren Kontakt mit den Extranjeros) und spielen an einem Abend jeder Woche gemeinsam, aber reihum Petanca mit anschließendem Dinner. Es geht also, Streit ist nicht zwangsläufig ein Genosse der Nachbarschaft. Nun gut, beim Wasser, das zögerlich fließt, sind sich nicht immer Alle einig, denn einige haben Rasen, andere nicht, einige besitzen Pools, andere nicht, einige wohnen ständig hier, andere nur monats- oder wochenweise. Aber es gibt immer eine Lösung, und es ist in den Jahrzehnten nie vorgekommen, dass zwei nicht mehr miteinander sprachen. Ich wollte das alles berichten, weil es mir gut gefällt – und weil es, vor allem in den Urbanisationen, häufig nicht so ist. 

Es tut sich was – bravo!

So sieht das Haus nach der Räumung (wieder) aus …

ZUGEGEBEN: DAS HAUS, ein ehemaliges Restaurant, STEHT SEIT JAHREN LEER. Solide gebaut, aber ausgeraubt bis auf die Fensterrahmen. Hübsch anzusehen immer noch, aber ohne Wasser & Elektrizität. Plötzlich fiel ein Clan aus Palma ein, mit etwa 20 Personen,  4 Autos (!), dem kompletten Hausstand und etwas Kleinvieh. Richtete sich häuslich ein, reparierte den Brunnen, kochte am offenen Feuer im Garten, bedrohte die Vorbeifahrenden, wenn sie starrten oder gar fotografierten, und versetzte die Nachbarschaft in Angst & Schrecken. Nicht dass die Herrschaften irgendwo eingebrochen wären oder jemanden ausgeraubt hätten, das nicht; aber die bloße Präsenz erschien vielen als Bedrohung – übrigens auch den Mallorkinern! Nun ist Polizei angerückt, dazu ein LKW und ein Bagger. Die einen haben das Haus geräumt, die anderen den Garten. Ziemlich brutal lief das ab, der Clan bekam 60 Minuten, um seine Habseligkeiten zu packen. Zurück ins Getto bei Palma. Im Viertel (an der Ostküste bei Cala Murada) ist wieder Ruhe. Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Das Haus gehört einer Anwältin in Manacor und die ließ es zur Ruine verkommen. Dass jemand das leer stehende, aber eigentlich luxuriöse Gebäude besetzt, ist illegal, aber nicht wirklich verwerflich. Ich gebe der Anwältin eine dicke Mitschuld, und dass Polizei mit Bagger anrückt, klappt in solchen Fällen wohl auch nur, wenn man alteingesessener Jurist aus nobler Insel-Familie ist, aber immerhin – es ist ein Präzedenzfall, den auch Andere nutzen können … 

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!