Immobilien

Die Straße der friedlichen Nachbarn …

In diesem Paradies hinter der Küste liegt irgendwo die Straße …

ES IST EIN CAMINO, KEINE CARRETERA. Nicht asphaltiert, nach Wolkenbrüchen ein Torrente, einspurig und schädlich für viele Autos. Eine Sackgasse, zwischen alte Steinmauern geklemmt, etwa 1,2 km lang, recht steil permunt oder pervall (je nachdem, ob man rauf oder runter fährt), ab und zu rechts oder links eine Einfahrt mit Tor. 16 Familien haben hier Häuser, die 7 Mallorkiner, einst alle Campesinos, jetzt nur noch wenige, seit Ewigkeiten; die 9 Ausländer siedelten sich zwischen 1955 und 2018 an. Eine friedliche Gemeinschaft, die sich die Straße teilt, die Stille, die Fruchtbarkeit, den Postkasten und die Elektrizität und 15 hängen an einer Quelle (einer ist so glücklich, eine eigene Wasserstelle geerbt zu haben). Neben den 7 Mallorkinern sind das 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Alle 16 wählen ab und zu einen Häuptling, das kann auch eine Frau sein, der dafür sorgt, dass alle ihre Rechnungen bezahlen, keiner den anderen übervorteilt und niemand zu laut wird. Sie kennen sich alle, laden sich gegenseitig ein (allerdings entziehen sich ein paar scheue Eingeborene dem engeren Kontakt mit den Extranjeros) und spielen an einem Abend jeder Woche gemeinsam, aber reihum Petanca mit anschließendem Dinner. Es geht also, Streit ist nicht zwangsläufig ein Genosse der Nachbarschaft. Nun gut, beim Wasser, das zögerlich fließt, sind sich nicht immer Alle einig, denn einige haben Rasen, andere nicht, einige besitzen Pools, andere nicht, einige wohnen ständig hier, andere nur monats- oder wochenweise. Aber es gibt immer eine Lösung, und es ist in den Jahrzehnten nie vorgekommen, dass zwei nicht mehr miteinander sprachen. Ich wollte das alles berichten, weil es mir gut gefällt – und weil es, vor allem in den Urbanisationen, häufig nicht so ist. 

Ist das Eisenmanns Es Fangar?

Das ist die Immobilen-Anzeige dazu …

KÖNNTE SEIN VOM PREIS (24,5 Mio. Euro), DER GRÖSSE (2,8 Mio. qm) UND DER WOHNFLÄCHE (4300 qm) HER. Auf den ersten Blick. Das wurde sofort spekuliert. Aber ich erkenne Es Fangar, wo ich oft und gerne war, an den Fotos nicht wieder, außerdem hat das keine 80 Zimmer mit 70 Bädern! Aber was für ein Immobilien-Klopps, aktuell angeboten von Gutbier!!! Vom Grundbesitz so groß wie 20 Gemeinden der Insel. Und eines der 3 teuersten Objekte auf Mallorca, bezeichnet als „Königliches Anwesen mit beeindruckender Eleganz und Historie.“ Rätsels Lösung: Das Multimillionen-Anwesen liegt in Valldemossa und wurde in Hotelarchitektur gebaut! Fazit: Noch wird Es Fangar nicht verkauft oder zerstückelt, aber das droht …

Vertreibung aus dem Paradies (Version 2.0)

Peter Eisenmann (grünes Hemd) kutschiert vierspännig durch seinen Garten Eden …

EINE DUNKLE WOLKE HÄNGT ÜBER DEM TAL HINTER FELANITX, zwischen dem Sant Salvador (509 m) und dem Mola de Fangar (318 m). Sie verdunkelt das Paradies Es Fangar des deutsch-schweizeri- schen Unternehmers Peter Eisenmann – und man hört Fürchterliches. Zerschlagen könnte der Besitz werden, weil er in den Mahlstrom der Insolvenz zu rutschen droht, die den Weltkonzern Eisenmann befallen hat. Die Eisenmanns, Peter & Sabine, möchten ihren Garten Eden bewahren, den sie aus wildem Brach- land schufen, das viele Jahrzehnte lang zur Müllhalde verkam – und es wäre ein Jammer für Mallorca, wenn es ihnen nicht gelänge. Mit dem alten Schloss, den prachtvollen Gästevillen, dem Gestüt, dem Weinberg, der Ölmühle, der Erlebnis-Imkerei, dem Naturschutzgebiet für Tiere, die sonst weit und breit nicht mehr vorkommen, dem puren Öko-Fincashop, dem Jagdmuseum, den Kunstsammlungen, den stillen Wanderwegen, der eigenen (öffentlichen) Schule und so weiter und so weiter. Selten hat ein Ehepaar einer ganzen Landschaft so wohl getan und für mich sind sie die vorbildlichsten Deutschen (Schwaben mit Schweizer Pass) auf Mallorca. Stückweise, so vernehme ich, sollen jetzt Juwelen aus dem Paradies gebrochen werden und der Erlös in die Pleite einfließen. Bitte, nicht! Ich würd‘ sogar was spenden, um Es Fangar zu retten …

Das „Sa Sinia“ gibt’s nicht mehr!

So sah’s von Außen aus …
… und das war die Speisekarte von Miquel Barcelo
… so von innen …

UNFASSBAR – das legendäre, authen- tische und zeitweise beste mallorkinische Restaurant auf Mal- lorca! Unten am alten Hafen in Portoco- lom, und mit Tränen in den Augen erin- nern sich langjährige Residenten an die brummelige, sympa- thische, noble Gestalt des Wirts Toni Ra- mon, den ich immer wieder für Zeitschrif- ten porträtiert habe. Nun hat der Staat die 30-jährige Pacht für das Haus, in dem das „Sa Sinia“ seit 3 Generationen unter- gebracht war, nicht mehr verlängert – ein Filetstück kulinarischer Insel-Historie ist tot. Seit 1969 im Besitz der Familie Ramon, aber davor schon jahrzehntelang eine beliebte Hafenkneipe. Aber was wird nun aus den Schätzen? Den von Miquel Barceló gestalteten Glastüren und -fenstern und seinen Original-Speisekarten? Den kostbaren Gemälden, den alten Kera- miktellern und den Antiquitäten, die sich in diesem Traditionslokal angesammelt hatten in fast einem Jahrhundert? Und aus dem Stuhl mit meinem Namensschild, den ich – wie alle Stammgäste – gewidmet bekam? Geblieben ist das großartige Kochbuch, in dem Toni Ramon die Rezepte seiner Mutter gesam- melt hat, und das es auch auf Deutsch gibt, weil ihre Schwiegertochter Deutsche war (es ist allerdings total vergriffen). Zugegeben, der Ruf des „Sa Sinia“ hat in den vergangenen Jahren Dellen erlitten, auch ich war manchmal erstaunt darüber, was ich serviert bekam, und wie. Dennoch traure ich über den Verlust und mit mir, das weiß ich, eine treue Gourmet-Gemeinde …

Da kamen ein LKW mit Felsbrocken und ein Bagger …

 

Steine im Weg, das lieben Hausbesetzer gar nicht …

… UND SCHON WAR DAS PROBLEM GELÖST! Denn wenn illegale Besetzer nicht mehr nah ranfahren können mit ihren Autos, dass interessiert sie die Immobilie nicht. So einfach ist das. Ich hatte ja berichtet von einem seit Jahren unbenutzten Gebäude an der Straße von Portocolom nach Portocristo, und wie dort ein Clan eingezogen war mit Kind & Kegel, 4 Autos (!), Lagerfeuern, Wäscheleinen, Generator, Ghettoblaster und Anzapfen einer Wasserquelle. Und wie eines Tages die Polizei erschien und die Besetzer rauswarf. Und dann hatten die Eigentümer der Finca etwas Cleveres veranlasst und das gab’s bisher nicht: Ein Lkw fuhr vor, hoch beladen mit Felsbrocken, und ein Bagger rollte an, und dann wurde die ganze Straßenfront mit den dicken Steinen abgesperrt (siehe Foto), jetzt kann keiner mehr den Zaun öffnen und aufs Grundstück fahren – die Immobilie ist sicher. Der Nachteil: Auch die Eigentümer kommen nicht rein, aber das wollen sie in nächster Zeit wohl nicht. Hauptsache, Andere bleiben draußen …

Bestechungsspiel mit echten Politikern!

ES IST EIN FRECHER  GESELLSCHAFTS- SPASS, HEISST „LADRILLAZO“ und besteht aus 162 Karten. Es ist 2017 erschienen, und es geht darum, Amtspersonen mit Geld zu kau- fen, um sich vor allem auf dem Immobilien- markt Vorteile zu verschaffen – weshalb die Packung als Ziegelstein gestaltet ist. Unter den abgebildeten korrupten Beamten sind auch die zu Gefängnisstrafen verurteilten mallorkinischen Ex-Politiker Jaume Matas und Maria Antononia Munar. Das Kartenspiel kostet 26-30 Euro und ist über die französische Kaufhauskette Fnac zu bekommen, die auch eine Website hat. P. S.: Ich denke, dass sich Matas & Munar das nicht gefallen lassen und das Kartenspiel vom Markt klagen werden. Dann wird es natürlich zum teuren Sammelobjekt …

Es tut sich was – bravo!

So sieht das Haus nach der Räumung (wieder) aus …

ZUGEGEBEN: DAS HAUS, ein ehemaliges Restaurant, STEHT SEIT JAHREN LEER. Solide gebaut, aber ausgeraubt bis auf die Fensterrahmen. Hübsch anzusehen immer noch, aber ohne Wasser & Elektrizität. Plötzlich fiel ein Clan aus Palma ein, mit etwa 20 Personen,  4 Autos (!), dem kompletten Hausstand und etwas Kleinvieh. Richtete sich häuslich ein, reparierte den Brunnen, kochte am offenen Feuer im Garten, bedrohte die Vorbeifahrenden, wenn sie starrten oder gar fotografierten, und versetzte die Nachbarschaft in Angst & Schrecken. Nicht dass die Herrschaften irgendwo eingebrochen wären oder jemanden ausgeraubt hätten, das nicht; aber die bloße Präsenz erschien vielen als Bedrohung – übrigens auch den Mallorkinern! Nun ist Polizei angerückt, dazu ein LKW und ein Bagger. Die einen haben das Haus geräumt, die anderen den Garten. Ziemlich brutal lief das ab, der Clan bekam 60 Minuten, um seine Habseligkeiten zu packen. Zurück ins Getto bei Palma. Im Viertel (an der Ostküste bei Cala Murada) ist wieder Ruhe. Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Das Haus gehört einer Anwältin in Manacor und die ließ es zur Ruine verkommen. Dass jemand das leer stehende, aber eigentlich luxuriöse Gebäude besetzt, ist illegal, aber nicht wirklich verwerflich. Ich gebe der Anwältin eine dicke Mitschuld, und dass Polizei mit Bagger anrückt, klappt in solchen Fällen wohl auch nur, wenn man alteingesessener Jurist aus nobler Insel-Familie ist, aber immerhin – es ist ein Präzedenzfall, den auch Andere nutzen können … 

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!

Entdeckt! Der Trick der Millionenganoven …

So ein Dokument scheuen die Gangster wie der Teufel das Weihwasser …

SIE HABEN DEN STAAT UND/ODER MITBÜRGER UM ZIG-MILLIONEN BETROGEN – und leben auf Mallorca wie die Made im Speck! Bewohnen Prachtvillen, und lügen, das sich die Balken biegen. Dass sie arm seien und nur geduldet im Haus eines Freundes. Dass sie von ihrer Ehefrau ausgehalten würden (denen sie vorher die ergaunerten Millionen überschrieben haben), und nichts gehöre ihnen mehr, alles geliehen, zur Verfügung gestellt, eingeladen. Bullshit! Als Journalisten einem dieser Gangster auf die Schliche gekommen waren, log der den nächsten Interviewer frech ins Mikrofon: Er sei nur Mieter in seinem Palast, bezahlt von einem Kumpel, und nein, den Namen des Hausbesitzers möchte er nicht nennen, den vom Kumpel natürlich auch nicht. Der Trick ist: Natürlich haben sie die Protzvilla gekauft mit dem gebunkerten, verschobenen Schwarzgeld – aber sie haben, was auf Mallorca ganz leicht ist, den Namen des Vorbesitzers im Grundbuch und dem Kataster-Eintrag stehen lassen! Offiziell gehört ihnen die Immobilie also nicht. Deshalb wollte der Ganove den Namen des Hausbesitzers nicht nennen. Den er missbraucht für seine kriminelle Existenz. Ich schätze mal, dass sich von diesen Typen derzeit 20 bis 30 auf der Insel rumtreiben und mit ihrem Luxusleben die lokalen Umsätze in die Höhe hieven. Deshalb sind sie auch so beliebt und zählen sogar zur Society …

Deftige Strafen!

Das ist ein Haufen Geld …

WIEDER SO EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN UND ECHTEM FOTO. Das muss sein. Weil es sonst noch peinlicher wäre für die Betroffenen. Denn sie haben ja mit Mühe verhindert, dass bekannt wird, was ihnen geschah. Deftige Strafen, gegen die es keinen Einspruch gibt! Und Glück haben sie dabei auch noch gehabt. Der 1. Fall spielt in der Umgebung von Soller: Da hat sich einer (Aleman) einen 20 x 7 m großen Pool in seinen Park graben lassen und vorher nicht gefragt, ob er das darf. Aber das Kataster-Flugzeug hat den Schwarzbau entdeckt – und da wurde der Deutsche zu 60 000 Euro verknackt. Das Schwimmbad durfte er behalten, und da hat er einfach eine neue Rechnung aufgemacht: Es kostet 30 000 Euro, mit der Strafe sind es 90 000 Euro – nun ja, „dann hat der Pool eben soviel gekostet wie in Deutschland“, hat er gesagt. Fall 2: In seiner Villa bei Arta hat sich einer (auch ein Aleman) in aller Stille seinen Keller in Heimarbeit ausgebaut. Leider wohnt er in einem Naturschutzgebiet. Auch ihn erwischte der Flieger bzw. seine Betonmischmaschine, die Schutthaufen und die an der Außenwand lehnenden neuen Fenster und Türen. Da haute ihm die Gemeinde 48 000 Euro um die Ohren. Diesmal lautet das „nun ja“: Er hätte den Kellerausbau nie genehmigt bekommen, nun hat er ihn! Die Frage, die mich bewegt, lautet: Müssen die Mallorkiner eigentlich derart unverschämt hohe Strafen verhängen, würde nicht ein Drittel genügen?