Immobilien

Deftige Strafen!

Das ist ein Haufen Geld …

WIEDER SO EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN UND ECHTEM FOTO. Das muss sein. Weil es sonst noch peinlicher wäre für die Betroffenen. Denn sie haben ja mit Mühe verhindert, dass bekannt wird, was ihnen geschah. Deftige Strafen, gegen die es keinen Einspruch gibt! Und Glück haben sie dabei auch noch gehabt. Der 1. Fall spielt in der Umgebung von Soller: Da hat sich einer (Aleman) einen 20 x 7 m großen Pool in seinen Park graben lassen und vorher nicht gefragt, ob er das darf. Aber das Kataster-Flugzeug hat den Schwarzbau entdeckt – und da wurde der Deutsche zu 60 000 Euro verknackt. Das Schwimmbad durfte er behalten, und da hat er einfach eine neue Rechnung aufgemacht: Es kostet 30 000 Euro, mit der Strafe sind es 90 000 Euro – nun ja, „dann hat der Pool eben soviel gekostet wie in Deutschland“, hat er gesagt. Fall 2: In seiner Villa bei Arta hat sich einer (auch ein Aleman) in aller Stille seinen Keller in Heimarbeit ausgebaut. Leider wohnt er in einem Naturschutzgebiet. Auch ihn erwischte der Flieger bzw. seine Betonmischmaschine, die Schutthaufen und die an der Außenwand lehnenden neuen Fenster und Türen. Da haute ihm die Gemeinde 48 000 Euro um die Ohren. Diesmal lautet das „nun ja“: Er hätte den Kellerausbau nie genehmigt bekommen, nun hat er ihn! Die Frage, die mich bewegt, lautet: Müssen die Mallorkiner eigentlich derart unverschämt hohe Strafen verhängen, würde nicht ein Drittel genügen?

Was ist ein „kleiner Meerblick“?

So etwa …?
Das ist das Angebot

DAS HABE ICH AUF DEM AKTUEL- LEN IM- MOBILI- ENMARKT GESEHEN: Ein 50 qm-Apartment in Santa Ponca für 165 000 Euro. Angepriesen „,mit Flair & kleinem Meerblick“. Da habe ich mich gefragt: Was ist das? Flair ist eine leere Worthülse, weil laut Duden jeder etwas Anderes darunter versteht. Und „kleiner Meerblick“? Sieht man da fast gar nichts, oder nur ein wenig, wenn man auf eine Leiter steigt, oder einen knappen Meter Mittelmeer-Horizont, wenn die Sonne scheint, oder über einen Spiegel, wenn man ihn an einem langen Stock hoch hält? Ich kannte den Begriff bisher nicht, aber in der Annonce stand auch noch: „… teilüberdachte Meerblickterrasse“! Aha, fiel mir ein, da wird die Terrasse wohl größer sein als das Stück Ozean, das man von ihr aus sehen kann. Erstaunlich, was für ein variables Deutsch die Klitschen-Verkäufern sprechen, wenn sie müssen …

 

 

 

Das sind Immobilienpreise …!

Die Lokalzeitung …
… und die Anzeige

ES HAT SICH WIE- DER MAL GE- LOHNT, INS LOKALBLÄTTCHEN ZU SCHAUEN! Gestern habe ich mir das „Felanitx“ gekauft, das jede Woche auf Mallorquin in der gleichnamigen Stadt erscheint, und da entdeckte ich eine Kleinanzeige. Angeboten wurden (mit Telefonnummer) 3 Objekte: 1. Eine Finca von 7100 qm mit einem Häuschen von 35 qm Wohnfläche für 30 000 Euro. 2. Eine Finca mit 18 000 qm für 65 000 Euro (beide zwischen Felanitx und Manacor). 3. Ein renovierungsbedürftiges Haus mit 230 qm Wohnfläche in Felanitx für 80 000 Euro. Nun weiß man nicht, wie der Zustand der Immobilien ist, aber bei den Preisen kann man wenig falsch machen. Und für mich ist das die erneute Bestätigung, dass in diesen Lokalnachrichten, die sich kaum ein Ausländer je anschaut, Perlen der Information versteckt sind.

Ein traditionelles Restaurant – es ist zu haben …

Man kann ein Hotel daraus machen …

ES HEISST „CAN GUSTI“ (das „Haus des guten Geschmacks“) und liegt an der Ostküste, direkt an der #401-4 zwischen Portocolom und Portocristo, besteht seit weit über 100 Jahren und ist ein beliebter Knotenpunkt für die gesamte Gegend, Tausende von Touristen (im Laufe der Jahre) kennen es, die Residenten lieben es. Früher ein Schmugglernest, eine Poststation und ein Guardia Civil-Posten, weshalb es im 1. Stock mehrere schöne, seit Jahren ungenutzte Zimmer hat, und noch ein paar mehr in der Dependence gegenüber. Zwei Apartments gibt’s auch noch, ebenerdig im Rückbau. „Can Gusti“ floriert, es wird von einem kastilianischen Ehepaar sehr nett bewirtschaftet, aber die drei Geschwister, denen der Besitz gehört, würden sich – zum rechten Preis, den sie mir aber leider nicht verraten – davon trennen oder auch den gesamten Besitz, nicht nur das bestehende Restaurant, verpachten.

Wohnung mit Asyl-Zimmer!

argenteriaICH ERZÄHLE IHNEN JETZT WAS, weil man es nicht sehen kann – und jahrhundertelang nicht sehen sollte! Dafür müssen Sie sich in zwei schmale Parallelgassen in Palmas Altstadt durchschlagen, südlich der Placa Major – in die Argenteria und die Vidrieria (auf dem Stadtplan unten senkrecht in der Mitte). Beide gehörten seit der christlichen Rückeroberung Mallorcas (1229) zum jüdischen Ghetto, hier lebten vor allem die Juweliere (was man aus dem Namen Argenteria herauslesen kann). Da die Juden immer wieder verfolgt wurden, bis hin zum Progrom, oder einfach nur gepiesackt wegen ihrer Andersartigkeit, ihrer Religion und ihres Reichtums, legten sie in ihren Wohnungen in diesen beiden Gassen sogenannte „Asyl-Zimmer“ an. Das waren geheime Aufenthaltsorte, oft kaum größer als eine gemauerte Nische oder ein unsichtbarer Wandschrank, die als Verstecke dienten. Sie waren derart raffiniert angelegt, dass stets gemunkelt wurde, es müsse so etwas geben, aber sie wurden nie entdeckt! Und das, so sagte mir ein Bekannter, der mehr modernisierte Altstadtwohungen verkauft hat als jeder andere, bereitet heutzutage erhebliche Schwierigkeiten. Denn die „Asyl-Zimmer“ lagen/liegen sehr oft in den Nachbarwohnungen! Das bedeutet: Wer so eine Wohnung kauft, muss erst einmal die „Beule“ beseitigen, aber die ist – unglaublich – als Besitz des Nachbarn eingetragen, der verfügt über den Zugang! Nun ist alles zu beseitigen, was Menschenhand erschaffen hat, aber das bedeutet Behördenscherereien, äußerst kostspielige Umbauerei und einen Mitbewohner, der nicht zu Streit oder gesteigerter Habgier aufgelegt ist (unter Mallorkinern kommt das relativ selten vor). So hat sich der Segen eines jüdischen Verstecks zum Fluch modernen Immobilientums entwickelt …

Hausbesetzer? Da hat einer ’ne clevere Idee …

EIN SEHR NETTER, CLEVERER DEUTSCHER BIETET SIE AN – per Zeitungsanzeige, und wer interessiert ist, kann ihn gleich anrufen (mit der 0049 vorne dran …). Es geht darum, dass ein Haus oder eine Wohnung gar nicht erst besetzt wird. Dafür hat der Mann einen interessanten Service eingerichtet: Mehrere Rentner-Ehepaare, die für einen nominellen Obolus in die Immobilie einziehen, wenn sie leersteht! Sie fliegen dafür nach Mallorca – und kehren nach Deutschland zurück, wenn der Besitzer zurückkommt. Das wird vertraglich geregelt mit der „Rentnerehepaar-rufen-sieunsan-Hilfe“, auch die Sache mit den Flugkosten (von Fall zu Fall verschieden), und was den Rentnern für die Einmiete zu zahlen ist (wenn überhaupt). Als ich den Mann mit der zündenden Idee anrief, versicherte er mir, dass diese Rentnerpaare „alle gut situiert“ sind, alle „einen festen Wohnsitz in Deutschland“ haben, aber gern „ein paar Tage auf der Insel Urlaub machen.“ Und bestimmt keine „Okupats sind, die man sich auch noch freiwillig ins Haus holt.“ Ich halte das für eine ziemlich gute Lösung, wenn sie finanzierbar ist und die Rentner Leute sind, die man auch als Gäste reinlassen würde. Beide Punkte versprach der clevere Deutsche …

Braucht Sencelles ein Hotel?

sencellesDIE FRAGE IST EINE PROVOKATION, ich weiß, aber bisher hat das Städtchen keins, und das wird ja wohl einen Grund haben. Ich gönne Sencelles (knapp über 3000 Einwohner) den Luxus, und bald könnte es soweit sein: Die Pfarrei Sant Pere hat das ein Jahrhundert alte, ehemalige Theater und Kulturzentrum Can Garrover, das seit den 90er-Jahren leerstand, für 200 000 Euro verkauft. An wen, war unklar, aber sofort setzte die Spekulation ein, das riesige Gebäude mit 4000 qm Nutzfläche werde zum Hotel ausgebaut. Da hatte der Initiator des Gerüchts wohl die Identität des Käufers gekannt. Mich erinnert das an Felanitx, wo das städtische Krankenhaus geschlossen wurde und jedermann hoffte, nun werde endlich das erste Hotel der Stadt dort einziehen. Was sich ja anbietet bei so vielen Zimmern. Aber Pustekuchen – sie haben langweilige Büros daraus gemacht! Weil auch Felanitx nicht ernsthaft ein Hotel benötigt?

„Bitte, wer ist das …?“

Das Plakat in Palma, größer ging’s nicht …

… FRAGTE MICH MEIN FREUND ALEX, EIN JUNGER MALLORKINER. Ich sagte es ihm: „Ein an die Öffentlichkeit drängender Immobilien-Heini, der das Glück hatte, dass ein TV-Sender einen brauchte, der angebliche Luxusvillen an angebliche Millionäre verscherbelt und dabei angeblich selbst Millionär wird.“ Marcel Remus ist sein Name. Wir standen am Hort del Rey in Palma, neben der Treppe hinunter ins Parkhaus Parc de la Mar, und da prangte der auf der Insel Unbekannte mit sinn-entleertem Blick und im Smoking neben einem Pferdekopf, fast 3 m hoch, von einer Plakatwand – und ich musste erst nachlesen was das sollte: Remus reitet nebenbei auch Dressur! Nun denke ich: Es ist doch erstaunlich, wie einer meint, er sei berühmt, weil ihn ab und zu mal eine Kamera begleitet, und dadurch sei er geeignet, überlebensgroß samt Pferd den Borne hinauf zu starren. Ich schreibe diesen Post auch für die Tausende von Kreuzfahrern, die gerade vom Hafen in die City strömen und sich ebenfalls über den Typen mit dem Zossen wundern …

Wäre das nicht eine Traum-Immobilie?

Fast einzugsbereit (aber seit Jahrzehnten leerstehend) …
… ist das Höhlenhaus unter der Villa

FÜR MICH IST DAS BETRETEN EINER HÖHLE IMMER WIE EINE HEIMKEHR. Denn bevor es Häuser und Hütten gab, wohnten die Menschen in in natürlichen Felsräumen. Ich kennen einen Milliardär, der sein Schlafzimmer oben auf dem Felsklotz La Mola in einer Höhle eingebaut hat, die sich zufällig auf seinem Grundstück befindet. Sehr schick, ins 21. Jahrhundert renoviert, an Höhle erinnern nur noch die steinernen Wände. Und hat nicht der Zeichner Mordillo in der Urbanisation Costa d’en Blanes sein Studio in eine Höhle tiefergelegt, als diese sich bei Gartenarbeiten auftat? Daran muss ich denken, wenn ich in der Bucht von Cala Murada stehe und die uralte, zweistöckige Fassade des Höhlen-Doppelhauses sehe, das seit über einem Jahrhundert leersteht (auf dem kleinen Foto übrigens ganz hinten, rechts neben der Laterne)! Umgeben von vielen schnuckeligen kleinen bunten Legebatterien, auf dem Dach (dem Felsen) prachtvolle Villen mit Parks als Gärten. Warum hat diese Höhlen gekauft, die schon mal einer zu Wohnungen umgebaut hat? Man sagte mir, sie ständen unter Denkmalschutz. Na, so what, in diesem Zustand verkommen sie, früher haben Hunderte da reingekackt, mangels Toiletten am Strand. Jetzt hat man die Zugänge wenigstens verriegelt. Einer dieser fabelhaften jungen Architekten Mallorcas könnte da in Nullkommanix Sanitäres, Küche, Heizung, Isolation und Gemütlichkeit einbauen. Auf etwa 100 qm Wohnfläche in 2 Etagen, schätze ich. Mit einem kleinen Garten davor und dem schönsten Meerblick der Ostküste. Parkplatz vor der Tür, Strand 50 m nah, Supermarkt 2 Minuten Fahrt. Nun gut, ist nur so eine Idee, wollte ich Ihnen vorgestellt haben …

Heissa, was für ein Angebot!

Das ist die Tausch-Annonce …

IM KLEINGEDRUCKTEN HAB‘ ICH’S ENTDECKT, in einer der Mallorca-Zeitungen: Das Angebot des Monats! Da bietet einer ein riesiges Fabrikgelände mit 11 Gebäuden in der Nähe der Autobahn Hannover-Berlin gegen Hotel, Haus oder Wohnung auf Mallorca zum Tausch an. Mit Telefonnummer und Email. Er nimmt auch Bruchbuden auf der Insel, und er meint, es gäbe Deutsche, die gerne zurückkehren möchten in die Heimat, für die wär‘ das was. Ein skurriles Angebot, aber wenn mein Freund Hama seine Finca bei Portocolom von einem Tag auf den anderen gegen einen kleinen Bauernhof im Thüringischen einwechseln konnte, warum sollte dieser Tausch nicht klappen? Ich wundere mich halt nur, was um mich herum so alles auf der Insel passiert …