Immobilien

Es tut sich was – bravo!

So sieht das Haus nach der Räumung (wieder) aus …

ZUGEGEBEN: DAS HAUS, ein ehemaliges Restaurant, STEHT SEIT JAHREN LEER. Solide gebaut, aber ausgeraubt bis auf die Fensterrahmen. Hübsch anzusehen immer noch, aber ohne Wasser & Elektrizität. Plötzlich fiel ein Clan aus Palma ein, mit etwa 20 Personen,  4 Autos (!), dem kompletten Hausstand und etwas Kleinvieh. Richtete sich häuslich ein, reparierte den Brunnen, kochte am offenen Feuer im Garten, bedrohte die Vorbeifahrenden, wenn sie starrten oder gar fotografierten, und versetzte die Nachbarschaft in Angst & Schrecken. Nicht dass die Herrschaften irgendwo eingebrochen wären oder jemanden ausgeraubt hätten, das nicht; aber die bloße Präsenz erschien vielen als Bedrohung – übrigens auch den Mallorkinern! Nun ist Polizei angerückt, dazu ein LKW und ein Bagger. Die einen haben das Haus geräumt, die anderen den Garten. Ziemlich brutal lief das ab, der Clan bekam 60 Minuten, um seine Habseligkeiten zu packen. Zurück ins Getto bei Palma. Im Viertel (an der Ostküste bei Cala Murada) ist wieder Ruhe. Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl: Das Haus gehört einer Anwältin in Manacor und die ließ es zur Ruine verkommen. Dass jemand das leer stehende, aber eigentlich luxuriöse Gebäude besetzt, ist illegal, aber nicht wirklich verwerflich. Ich gebe der Anwältin eine dicke Mitschuld, und dass Polizei mit Bagger anrückt, klappt in solchen Fällen wohl auch nur, wenn man alteingesessener Jurist aus nobler Insel-Familie ist, aber immerhin – es ist ein Präzedenzfall, den auch Andere nutzen können … 

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!

Entdeckt! Der Trick der Millionenganoven …

So ein Dokument scheuen die Gangster wie der Teufel das Weihwasser …

SIE HABEN DEN STAAT UND/ODER MITBÜRGER UM ZIG-MILLIONEN BETROGEN – und leben auf Mallorca wie die Made im Speck! Bewohnen Prachtvillen, und lügen, das sich die Balken biegen. Dass sie arm seien und nur geduldet im Haus eines Freundes. Dass sie von ihrer Ehefrau ausgehalten würden (denen sie vorher die ergaunerten Millionen überschrieben haben), und nichts gehöre ihnen mehr, alles geliehen, zur Verfügung gestellt, eingeladen. Bullshit! Als Journalisten einem dieser Gangster auf die Schliche gekommen waren, log der den nächsten Interviewer frech ins Mikrofon: Er sei nur Mieter in seinem Palast, bezahlt von einem Kumpel, und nein, den Namen des Hausbesitzers möchte er nicht nennen, den vom Kumpel natürlich auch nicht. Der Trick ist: Natürlich haben sie die Protzvilla gekauft mit dem gebunkerten, verschobenen Schwarzgeld – aber sie haben, was auf Mallorca ganz leicht ist, den Namen des Vorbesitzers im Grundbuch und dem Kataster-Eintrag stehen lassen! Offiziell gehört ihnen die Immobilie also nicht. Deshalb wollte der Ganove den Namen des Hausbesitzers nicht nennen. Den er missbraucht für seine kriminelle Existenz. Ich schätze mal, dass sich von diesen Typen derzeit 20 bis 30 auf der Insel rumtreiben und mit ihrem Luxusleben die lokalen Umsätze in die Höhe hieven. Deshalb sind sie auch so beliebt und zählen sogar zur Society …

Deftige Strafen!

Das ist ein Haufen Geld …

WIEDER SO EINE GESCHICHTE OHNE NAMEN UND ECHTEM FOTO. Das muss sein. Weil es sonst noch peinlicher wäre für die Betroffenen. Denn sie haben ja mit Mühe verhindert, dass bekannt wird, was ihnen geschah. Deftige Strafen, gegen die es keinen Einspruch gibt! Und Glück haben sie dabei auch noch gehabt. Der 1. Fall spielt in der Umgebung von Soller: Da hat sich einer (Aleman) einen 20 x 7 m großen Pool in seinen Park graben lassen und vorher nicht gefragt, ob er das darf. Aber das Kataster-Flugzeug hat den Schwarzbau entdeckt – und da wurde der Deutsche zu 60 000 Euro verknackt. Das Schwimmbad durfte er behalten, und da hat er einfach eine neue Rechnung aufgemacht: Es kostet 30 000 Euro, mit der Strafe sind es 90 000 Euro – nun ja, „dann hat der Pool eben soviel gekostet wie in Deutschland“, hat er gesagt. Fall 2: In seiner Villa bei Arta hat sich einer (auch ein Aleman) in aller Stille seinen Keller in Heimarbeit ausgebaut. Leider wohnt er in einem Naturschutzgebiet. Auch ihn erwischte der Flieger bzw. seine Betonmischmaschine, die Schutthaufen und die an der Außenwand lehnenden neuen Fenster und Türen. Da haute ihm die Gemeinde 48 000 Euro um die Ohren. Diesmal lautet das „nun ja“: Er hätte den Kellerausbau nie genehmigt bekommen, nun hat er ihn! Die Frage, die mich bewegt, lautet: Müssen die Mallorkiner eigentlich derart unverschämt hohe Strafen verhängen, würde nicht ein Drittel genügen?

Was ist ein „kleiner Meerblick“?

So etwa …?
Das ist das Angebot

DAS HABE ICH AUF DEM AKTUEL- LEN IM- MOBILI- ENMARKT GESEHEN: Ein 50 qm-Apartment in Santa Ponca für 165 000 Euro. Angepriesen „,mit Flair & kleinem Meerblick“. Da habe ich mich gefragt: Was ist das? Flair ist eine leere Worthülse, weil laut Duden jeder etwas Anderes darunter versteht. Und „kleiner Meerblick“? Sieht man da fast gar nichts, oder nur ein wenig, wenn man auf eine Leiter steigt, oder einen knappen Meter Mittelmeer-Horizont, wenn die Sonne scheint, oder über einen Spiegel, wenn man ihn an einem langen Stock hoch hält? Ich kannte den Begriff bisher nicht, aber in der Annonce stand auch noch: „… teilüberdachte Meerblickterrasse“! Aha, fiel mir ein, da wird die Terrasse wohl größer sein als das Stück Ozean, das man von ihr aus sehen kann. Erstaunlich, was für ein variables Deutsch die Klitschen-Verkäufern sprechen, wenn sie müssen …

 

 

 

Das sind Immobilienpreise …!

Die Lokalzeitung …
… und die Anzeige

ES HAT SICH WIE- DER MAL GE- LOHNT, INS LOKALBLÄTTCHEN ZU SCHAUEN! Gestern habe ich mir das „Felanitx“ gekauft, das jede Woche auf Mallorquin in der gleichnamigen Stadt erscheint, und da entdeckte ich eine Kleinanzeige. Angeboten wurden (mit Telefonnummer) 3 Objekte: 1. Eine Finca von 7100 qm mit einem Häuschen von 35 qm Wohnfläche für 30 000 Euro. 2. Eine Finca mit 18 000 qm für 65 000 Euro (beide zwischen Felanitx und Manacor). 3. Ein renovierungsbedürftiges Haus mit 230 qm Wohnfläche in Felanitx für 80 000 Euro. Nun weiß man nicht, wie der Zustand der Immobilien ist, aber bei den Preisen kann man wenig falsch machen. Und für mich ist das die erneute Bestätigung, dass in diesen Lokalnachrichten, die sich kaum ein Ausländer je anschaut, Perlen der Information versteckt sind.

Ein traditionelles Restaurant – es ist zu haben …

Man kann ein Hotel daraus machen …

ES HEISST „CAN GUSTI“ (das „Haus des guten Geschmacks“) und liegt an der Ostküste, direkt an der #401-4 zwischen Portocolom und Portocristo, besteht seit weit über 100 Jahren und ist ein beliebter Knotenpunkt für die gesamte Gegend, Tausende von Touristen (im Laufe der Jahre) kennen es, die Residenten lieben es. Früher ein Schmugglernest, eine Poststation und ein Guardia Civil-Posten, weshalb es im 1. Stock mehrere schöne, seit Jahren ungenutzte Zimmer hat, und noch ein paar mehr in der Dependence gegenüber. Zwei Apartments gibt’s auch noch, ebenerdig im Rückbau. „Can Gusti“ floriert, es wird von einem kastilianischen Ehepaar sehr nett bewirtschaftet, aber die drei Geschwister, denen der Besitz gehört, würden sich – zum rechten Preis, den sie mir aber leider nicht verraten – davon trennen oder auch den gesamten Besitz, nicht nur das bestehende Restaurant, verpachten.

Wohnung mit Asyl-Zimmer!

argenteriaICH ERZÄHLE IHNEN JETZT WAS, weil man es nicht sehen kann – und jahrhundertelang nicht sehen sollte! Dafür müssen Sie sich in zwei schmale Parallelgassen in Palmas Altstadt durchschlagen, südlich der Placa Major – in die Argenteria und die Vidrieria (auf dem Stadtplan unten senkrecht in der Mitte). Beide gehörten seit der christlichen Rückeroberung Mallorcas (1229) zum jüdischen Ghetto, hier lebten vor allem die Juweliere (was man aus dem Namen Argenteria herauslesen kann). Da die Juden immer wieder verfolgt wurden, bis hin zum Progrom, oder einfach nur gepiesackt wegen ihrer Andersartigkeit, ihrer Religion und ihres Reichtums, legten sie in ihren Wohnungen in diesen beiden Gassen sogenannte „Asyl-Zimmer“ an. Das waren geheime Aufenthaltsorte, oft kaum größer als eine gemauerte Nische oder ein unsichtbarer Wandschrank, die als Verstecke dienten. Sie waren derart raffiniert angelegt, dass stets gemunkelt wurde, es müsse so etwas geben, aber sie wurden nie entdeckt! Und das, so sagte mir ein Bekannter, der mehr modernisierte Altstadtwohungen verkauft hat als jeder andere, bereitet heutzutage erhebliche Schwierigkeiten. Denn die „Asyl-Zimmer“ lagen/liegen sehr oft in den Nachbarwohnungen! Das bedeutet: Wer so eine Wohnung kauft, muss erst einmal die „Beule“ beseitigen, aber die ist – unglaublich – als Besitz des Nachbarn eingetragen, der verfügt über den Zugang! Nun ist alles zu beseitigen, was Menschenhand erschaffen hat, aber das bedeutet Behördenscherereien, äußerst kostspielige Umbauerei und einen Mitbewohner, der nicht zu Streit oder gesteigerter Habgier aufgelegt ist (unter Mallorkinern kommt das relativ selten vor). So hat sich der Segen eines jüdischen Verstecks zum Fluch modernen Immobilientums entwickelt …

Hausbesetzer? Da hat einer ’ne clevere Idee …

EIN SEHR NETTER, CLEVERER DEUTSCHER BIETET SIE AN – per Zeitungsanzeige, und wer interessiert ist, kann ihn gleich anrufen (mit der 0049 vorne dran …). Es geht darum, dass ein Haus oder eine Wohnung gar nicht erst besetzt wird. Dafür hat der Mann einen interessanten Service eingerichtet: Mehrere Rentner-Ehepaare, die für einen nominellen Obolus in die Immobilie einziehen, wenn sie leersteht! Sie fliegen dafür nach Mallorca – und kehren nach Deutschland zurück, wenn der Besitzer zurückkommt. Das wird vertraglich geregelt mit der „Rentnerehepaar-rufen-sieunsan-Hilfe“, auch die Sache mit den Flugkosten (von Fall zu Fall verschieden), und was den Rentnern für die Einmiete zu zahlen ist (wenn überhaupt). Als ich den Mann mit der zündenden Idee anrief, versicherte er mir, dass diese Rentnerpaare „alle gut situiert“ sind, alle „einen festen Wohnsitz in Deutschland“ haben, aber gern „ein paar Tage auf der Insel Urlaub machen.“ Und bestimmt keine „Okupats sind, die man sich auch noch freiwillig ins Haus holt.“ Ich halte das für eine ziemlich gute Lösung, wenn sie finanzierbar ist und die Rentner Leute sind, die man auch als Gäste reinlassen würde. Beide Punkte versprach der clevere Deutsche …

Braucht Sencelles ein Hotel?

sencellesDIE FRAGE IST EINE PROVOKATION, ich weiß, aber bisher hat das Städtchen keins, und das wird ja wohl einen Grund haben. Ich gönne Sencelles (knapp über 3000 Einwohner) den Luxus, und bald könnte es soweit sein: Die Pfarrei Sant Pere hat das ein Jahrhundert alte, ehemalige Theater und Kulturzentrum Can Garrover, das seit den 90er-Jahren leerstand, für 200 000 Euro verkauft. An wen, war unklar, aber sofort setzte die Spekulation ein, das riesige Gebäude mit 4000 qm Nutzfläche werde zum Hotel ausgebaut. Da hatte der Initiator des Gerüchts wohl die Identität des Käufers gekannt. Mich erinnert das an Felanitx, wo das städtische Krankenhaus geschlossen wurde und jedermann hoffte, nun werde endlich das erste Hotel der Stadt dort einziehen. Was sich ja anbietet bei so vielen Zimmern. Aber Pustekuchen – sie haben langweilige Büros daraus gemacht! Weil auch Felanitx nicht ernsthaft ein Hotel benötigt?