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Aufladen am Bahnhof: Funktioniert’s?

ALS DER GRATIS-SERVICE EINGERICHTET WURDE, gab’s Berichte. Aber keiner hat es damals ausprobiert – und funktioniert es immer noch? Es ist eine Art Kiosk, genannt „Free Charge Station“, eher eine dicke, viereckige Säule auf dem Platz des Bahnhofs „Intermodal“ an der Placa Espanya in Palma (links vor den Treppen in die Tiefe). Eine Servicestation zum Aufladen verschiedener Handytypen und der iPads auf Kosten der Eisenbahngesellschaft SFM. Ziemlich verschmutzt natürlich durch Gebrauch, die vier Jahreszeiten und Mangel an Personal, aber es klappt! Ich habe mein iPhone angeschlossen und kurz aufgeladen. Danke! ABER: Höllisch aufpassen auf Taschen- und sonstige -diebe. Nichts aus den Augen lassen, denn Aufladen lenkt ab. Aber dafür kann die nette Bahn nichts, deren Angebot ist großartig. KLEINER NACHTEIL: Die aufzuladenden Geräte müssen „nackt“ sein, wenn sie in Hüllen stecken, passen die Kontakte nicht …

Interessante kleine Funde …

IMMER WIEDER ENTDECKE ICH auf meinen Wanderungen über die Insel und im Internet entzückende Raritäten, die sich sogar zu lohnenden Sammelgebieten ausweiten könn- ten. Neuestes Beispiel: Auf eBay entdeckte ich das Ex Libiris des mallorkinischen Gelehrten und Schriftstellers Guillem Rosello Bordoy (*1932 in Palma) von 1951! Ein aufmerksamer Tourist aus Ungarn (!) hatte es vor vielen Jahren auf einem Insel-Flohmarkt entdeckt und nach Budapest mitgenommen. Nun ist es wieder auf Mallorca, gerahmt an einer Memorabilia-Wand. Ein feines kleines Kunstwerk, mit der Signatur des Buchbesitzers, Darstellungen von Insulanern in Tracht und eine der Damen trägt einen Zopf bis über den Po). Der Künstler hat mit einem f. signiert (links unten, und ich wüsste gerne, wer er war), die Grafik ist immerhin 12 x 7 cm groß und hat mich 1.50 Euro gekostet. Wenn das nicht Mut macht, weiter nach solchen Schätzen zu suchen …

Da sind Mallorkiner Weltklasse!

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Gabi Beltran
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Bartolome Segui
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Tatum
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Margalida Vinyes

… ALS COMIC-ZEICHNER. Es gibt zwischen 50 und 100 meist junge Künstler/ innen, von denen einige längst für internationale Verlage (Abrams) und Filmgesellschaften (Disney) arbeiten. Es ist eine Szene, die Ausländern noch ziemlich verschlossen ist, obwohl viele Comicbände der Insel auch auf (im übri- gen exzellentem) Deutsch erscheinen, um die Auflage zu steigern. Und die Themen sind so wahnsinnig nah an der Realität, dass jeder Band ein Hochgenuss ist, auch durch die kluge Gesellschaftskri- tik – wie z. B. in Gabi Beltrans „Geschichten aus dem Vier- tel“. Ich war ge- rade auf der Messe in Palma und hätte Hun- derte von Euro ausgeben können, derart fantastische Arbeiten (und ihre herrlich skurrilen Schöpfer) habe ich gesehen. Betrachten Sie sich nur mal die vier Beispiele, die ich hier zeige: das reine Vergnügen. Dass die Comics auf Mallorca teuer sind (unter 25 Euro geht da kaum was), liegt an ihren minimalen Auflagen: nicht selten nur 2500 Stück, damit kann man kein Gold schürfen. Aber ich rate dringend dazu, in die Dutzenden von Websites zu klicken, die von der erstaunlichen Szene (eine so kleine Insel, eine solche künstlerische Entwicklung!) ins Internet gestellt wurden – sie bieten eine süchtig machende Zeitreise …

P. S.: Das Prädikat „Weltklasse“ gilt auch für die Grafitti-Künstler der Insel, sie sind großartig!

Prall voll mit Informationen …

UNTER DEN DUTZENDEN (HUNDERTEN?) VON WEBSITES, mit denen Menschen Geld verdienen – oder sich nur profilieren – wollen, ragen zwei weit heraus, die sich mit dem beschäftigen, was vor allem in Palma stattfindet. Aber die Ciutat ist nun mal für Mallorca, was London für Großbritannien, Paris für Frankreich und New York für die USA bedeuten. CulturaPalma.com heißt die eine und sie gibt es sogar auf Deutsch. www.CarpeDiem.cd ist die andere, die nur auf Spanisch gelesen werden kann, und die etwas kommerzieller ist. Bei beiden ist die Fälle der Informationen überraschend – und die sie sehr ordentliche, leicht zu begreifende Gliederung der Themen ein Genuss. Es sind die Websites, die ich am Morgen als erstes aufblätere, um zu wissen, was sich so alles tut auf „meiner“ Insel. Und dann ab und zu den einen oder anderen Event auf meinen Blog  – angereichert, detailliert, übersetzt und interpretiert – verwende …

Da findet man immer was!

AUF EINE MALLORCA-WEBSITE HINZUWEISEN, birgt gewisse Risiken, denn auf diesem weiten, unkontrollierbaren Feld treiben sich eine Menge Amateure und sogar Scharlatane herum! Aber die offizielle Website der Regierung ist empfehlenswert. Zwar ist es den Mallorkiner auch nach rund 100 Jahren „Germanisierung“ immer noch nicht gelungen, Dokumente in fehlerfreiem Deutsch zu produzieren (selbst nicht im Titel: „Offizielle Tourismusportal Mallorcas“), und bei der Website muss man sich daran gewöhnen, dass grundlos ins Englische gewechselt wird. Aber grundsätzlich ist sie eine ständig aktualisierte Fundgrube an Sehenswürdigkeiten und Ereignissen – sogar mit einem leichten und wünschesnwerten Sinn für Kuriositäten. Selbst ich klicke sie regelmäßig an und bin immer wieder überrascht über die Informationsfülle. Der Zugang: infomallorca.net