Irrtümer

Bisschen was Heiteres …

… IN DIESEN SCHWEREN CORONA-ZEITEN, und ein klein wenig Lustigmachen muss auch auf Kosten eines Unbekannten erlaubt sein! Da entdeckte ich diese Kleinanzeige eines „Allrounders“, der verspricht, „Komplette hausrenovierung“ mit viel Erfahrung „punkltich“ auszuführen. Nun weiß ich nicht, ob er (ich nehme an, dass es keine sie ist) den Text selbst so orthographisch eigenwillig eingereicht, ein schwerhöriger Analphabet ihn phonetisch aufgenommen oder ein spanischer Setzer ihn derart verhunzt hat. Jedenfalls hätte er so sicher nicht erscheinen dürfen/sollen (mit „Trokenbau“, „Flisenarbeien“, „mosaik“ und „Neudaueiten“) und man kann nur hoffen, dass der „Allrounder“ besser arbeitet, als die Annonce lautet …

Hab‘ ich’s doch gesagt: = 0+0=0 …

Das war eine der (unnötigen) Schlagzeilen …

… DENN KAUM KAM DER FRÜHLING AUF DIE INSEL, brach die Eiszeit aus bei den Nullingern! Und was von Anfang an eine Lügenaffäre war, um mit Hilfe lechzender Schreiberlinge Aufmerksamkeit zu gerieren (nur durch die kommt etwas Kohle in die Kasse der Berufslosen …), entpuppte sich, als das Liebesgespinst nicht mehr zu halten war, als die von mir bereits vor Weihnachten angekündigte, unter Nullingern übliche und aus der Mathematik bekannte Gleichung: 0+0=0! Und wie „bewältigt“ die weibliche Null den Schmerz: Mit dem an gefühlsloser Schlichtheit kaum zu unterbietenden Trost „Shoppen hilft“ und „Haare färben auch.“ Nun wartet das Volk der Gaffer auf eine neue Affäre (zum x-ten Mal: „So verliebt …“, „Der Partner, auf den ich mein Leben lang gewartet habe …“, „Ich bin so glücklich …“), und wieder werden Boulevard-Geier als Fleischverwerter bereit stehen, und erneut werden genug Klicker reinfallen auf diese Typen – aber ich sage voraus, was davor passieren wird: Eine Tochter wird sich angeblich verknallen und eine mallorkinische Romanze vorspielen, und die Mutter wird (endlich) wieder soooo glücklich sein und der ganze Mist spielt wieder auf unserer geliebten Insel, die nichts dafür kann und wehrlos ist gegen die Nullingers …

Ich rätsel seit Jahren …

Das Akasha-Symbol …
… der Cachaca-Drink

… WIESO MALLOR- CA IMMER WIEDER SOLCHE TYPEN ANZIEHT! Irgend- was muss die Insel an sich haben, dass sich die „Entgeistig- ten“ hier wohlfühlen – und Kundschaft finden. Lesen Sie nur mal den neuesten Zaubertrick, mit dem ein Heiler sich mit einer bezahlten Annonce an ein breites Publikum wagt: „Durch das Öffnen Deiner persönlichen Akasha Chronik möchte ich Dir helfen, die Antworten auf konkrete Fragen in Deinem Leben zu finden. Weitere Infos unter …“. Ach, über so eine Chronik verfügt scheinbar jeder, aber nicht intim, da fremde Leute darin schmökern können, und die holen dort Antworten raus, nach denen ich angeblich schon lange suche! Pardauz, wie verzweifelt muss man eigentlich sein, um auf so einen Unsinn hereinzufallen? Leute, ich hole mir die besten Antworten auf meine Lebensprobleme aus herrlichen Sonnenuntergängen, gar nicht zu reden von beglückenden Sonnenaufgängen! Und dann sage ich nicht „Akasha“, sondern „Cachaca“, denn das ist ein herrlicher Drink aus Brasilien, der mir mein Bewusstsein öffnet bis in ungeahnte Tiefen …

Das grenzt an Selbstmord …

… WAS ICH DA ALS GANZSEITIGE ANZEIGE GESEHEN HABE! Da wirbt eine Zeitung, die in Palma erscheint, für Urlaub auf Gran Canaria! Mit dem Slogan: Ich bin Dein Himmel. Und was ist mit Mallorca, hat das der Virus herabgestuft zur Hölle? Ich hätte diese Anzeige nicht akzeptiert, hätte lieber auf eigene Kosten für unsere geliebte Insel geworben. Aber so eine Annonce bringt in miesen Corona-Zeiten eine hübsche Stange Geld – aber auch ein tückisches Lachen der schlauen Tourismus-Manager von Gran Canaria. Nee, Freunde, das ist der falsche Himmel, und es ist ja nun nicht so, als wären die Kanaren kein RisikogebietIch denke, dass man dem eh schon zur Zeit auf Krücken hinkenden Mallorca mit so einer Werbung für eine spanische Konkurrenz-Insel ziemlich schadet …

Sehr geehrter Herr Prof. Schönherr …

SIE HABEN RECHT IN IHREM BUCH „MODERNES MALLORCA“ – Kreuzfahrtschiffe der Nazi-Flotte „Kraft durch Freude“ haben nie in Palma angelegt! Albert Vigolais Thelen hat sich geirrt oder Propaganda betrieben (so wie einige andere Emigranten auch). Sie haben zwar deutsche Schiffe gesehen, aber keins von „KdF“ mit strammen Parteigenossen an Bord. Denn ich habe die Fahrpläne und Routen der braunen Dampfer durchforstet, und da war klar: Sie liefen zwar Spanien an, sogar Barcelona, aber nicht Mallorca. Ich hatte den Zeitzeugen eher geglaubt als dem zeitgenössischen Historiker, das war ein Fehler. Aber mit einigen Thesen Ihres sündhaft teuren Buches bin ich weiterhin nicht einverstanden, habe es aber nicht selbst gelesen, sondern nur die Rezensionen und Ihre Interviews. Denn den Preis von 69 Euro halte ich für leserfeindlich …

Schön, aber leider unecht …

SIE WERDEN IM INTERNET DUTZENDWEISE ANGEBOTEN: Angebliche Kopien von Plakaten, die es jedoch nie gegeben hat!!! Sie sehen alt aus, sind traumhaft schön und  täuschend echt, und in der Beschreibung heißt es verklausuliert, es handle sich um die Wiedergabe von Originalen. Dabei haben sehr begabte Künstler lediglich alte Motive hergenommen (sogar den Ausschnitt aus einem Ancker- mann-Gemälde habe ich entdeckt), oder sie erfunden, und sie als typisch mallorkinische Reisewerbung dargestellt. Die Dinger sind nicht teuer, es gibt sie ab ca. 10 Euro je nach Größe, und das geht dann rauf bis um die 50 Euro. Fazit: Wer nur was Dekoratives an der Finca-Wand haben möchte, ohne Rücksicht auf Authentizität, der liegt hier richtig. Auch ich bewundere diese Grafiken, aber habe lieber was Echtes in der Bude …

Ideen für die Nullingerin …

UNGLAUBLICH, WIE HEFTIG REAGIERT WURDE! Aber ich musste die „Fans“ immer wieder brem- sen, damit sie nicht zu hämisch werden. Es waren großartige Vorschläge darunter und ich will sie  der Nullingerin nicht vorenthalten. Ideen für den Rest des Jahres, um nicht endlich verdientermaßen aus der Öffentlichkeit zu verschwinden: 1. Gebrochenes Bein einer Taube geschient, gurrt wieder. 2. Fledermaus mit Kescher aus Kamin geholt und fliegen gelassen. 3. Arme kleine Straßenwelpe an Freunde vermittelt. 4. Am Strand geholfen, einen verirren Wal ins Meer zu befördern. 5. Altem Esel Gnadenbrot gespendet. 6. Stabheuschrecke aus Spinnwebe befreit. 7. Rothuhn mit Brüllen ver- jagt, als ein Jäger auftauchte. 8. Gecko mit toter Fliege gefüttert, war dankbar. Lässt sich alles gut mit irgendwelchen Fotos belegen, auch wenn’s nie passiert ist, und der Nachweis, dass es nicht stimmt, ist schwierig zu führen. Also fast 100 % Erfolgsaussichten! Auf geht’s, wir warten …

Mein wunderbarer (irrender) Gustavo …

Bezaubernd, aber falsch …

ES IST EIN DIN A4-BLATT, MIT KREIDESTIFTEN BUNT BEMALT. Der überschäumend kreative Gustavo aus Capdepera, ein Flummi der Kunstgeschichte und ein Freund, den ich sehr schätze, hat es mir im November 2004 zum 60. Geburtstag geschaffen. Auch mit Grüßen seiner leider eben verstorbenen Ehefrau Regine und seiner Tochter Bettina. Der Glückwunsch hängt gerahmt in meinem Arbeitszimmer – und jedesmal, wenn ich ihn betrachte, muss ich schmunzeln: Das Datum ist richtig, das Alter falsch! 2004 bin ich 65 Jahre alt geworden, aber Gustavo wollte das nicht glauben (vielleicht wird wir im gleichen Jahr geboren wurden), und so erscheine ich 5 Jahre jünger. Das macht, finde ich, die gemalte Gratulation noch wertvoller. Jetzt hat er in seinem Heimatort seine eigene Galerie eröffnet, „Espais“, und das mit 80! Oder soll ich sagen … – 75?

4 1/1 Stunden Jens B. – wie geht das?

Der hatte doch tatsächlich eine Autogrammkarte …

DER SOGENANNTE JENS BÜCHNER, auch bekannt als „Malle-Jens“, war einer der Unbedeutendsten unter den unbedeutensten Insel-Promis: War nix, konnte nix. Und nun muss ich sagen, dass ich (manchmal) die TV-Schaffenden bewundere; die imstande sind, aus so einer Nullinger-Existenz eine 4 1/2-stündige Dokumentation zu drehen, und es dann wagen, diese 270 Minuten an einem Samstagabend um 20:15 Uhr dem Zuschauer ins Wohnzimmer zu kippen! VOX hat das getan und da bekommt der Begriff „Flachbildschirm“ eine ganz neue Bedeutung. Nun sagt meine Frau immer, und zurecht: „Kannst ja abschalten!“ Oder gar nicht erst einschalten. Nee, tu ich auch nicht, der Typ war schon zu Lebzeiten … – nun ja, die klugen Römer haben gesagt: „De mortuis nisi bene“ – Über die Toten nur Gutes. Die katholische Kirche hat das übernommen, aber den Nachsatz weggelassen: „… aber wahr muss es sein“ („si verum“). Wie stellt man bei einem Mann, der nur aus lauwarmer Luft bestand, fest, was wahr oder unwahr ist? Tja, da braucht es dann wirklich 4 1/2 Stunden Geschwafel …

Übrigens: Das Autogramm, das ich hier zeige, kostet bei Ebay fast 50 Euro. Das von Literaturnobelpreisträgern Elfriede Jelinek gibt’s für unter 20 Euro

Vor Pfauen warne ich dringend …

KAUFEN SIE BLOSS KEINE FÜR IHREN GARTEN! Die machen alles kaputt, weil sie besonders gern und konsequent Blüten fressen. Sie kreischen entsetzlich zu den erstaunlichsten Tageszeiten, kacken ungewöhnlich viel an den falschen Stellen, werden in den seltensten Fällen zutraulich und treu sind sie auch nicht unbedingt. Ich hatte mal die reizende Idee, meinen Eltern für ihre Finca ein Pfauen-Pärchen zu kaufen, aber es kam gar nicht gut an: Nach nur einer Woche suchten sie händeringend einen Abnehmer. Bei mir landete gestern ein Weibchen im Garten. Als selbst ernannten Geschenk! Wir haben es sofort zu Dritt vertrieben, ehe es Unheil anrichten konnte. Klar, stolzieren Pfaue herum und die Männchen schlagen ihr herrliches Rad, fühlt man sich wie Harun al-Raschid in seinem 1001 Nacht-Liebeshain, aber die Realität sieht anders aus!