Irrtümer

Ich muss was für die arme Dame tun …

So könnte das Lexikon aussehen …

… DENN DIE KRIEGT DAS NICHT GEBACKEN MIT IHRER ANZEIGE – und das seit Wochen! Sehen Sie sich den Text mal an: 1 Soll das eine einzige Annonce sein, erscheint aber in 2 Teilen. Aber vorige Woche erschien nur der kleine, untere Teil und war völlig unverständlich. 2 Dann erschien der obere Teil, aber da fehlten der Preis („VB 205 e“) und die Telefonnummer. Mit dem kleinen e sind übrigens Euro gemeint. 3 Nun sind beide Teile der Anzeige erschienen, aber man muss raten, dass das Lexikon von Herder ist – im Text heißt es „Herdes“. 4 Mit „Textbil- dungen“ sind Abbildungen im Text gemeint, auch da hat jemand was verstümmelt. Soll also heißen: Die deutsche Dame bietet ein 9-bändiges Herder-Lexikon von 1907 für 205 Euro an! Und hat nun viel Ärger mit einer Ware, die auch mit Klartext nahezu unverkäuflich ist, zumal sie im Internet für maximal 120 Euro angeboten wird …

Bisschen was Heiteres …

… IN DIESEN SCHWEREN CORONA-ZEITEN, und ein klein wenig Lustigmachen muss auch auf Kosten eines Unbekannten erlaubt sein! Da entdeckte ich diese Kleinanzeige eines „Allrounders“, der verspricht, „Komplette hausrenovierung“ mit viel Erfahrung „punkltich“ auszuführen. Nun weiß ich nicht, ob er (ich nehme an, dass es keine sie ist) den Text selbst so orthographisch eigenwillig eingereicht, ein schwerhöriger Analphabet ihn phonetisch aufgenommen oder ein spanischer Setzer ihn derart verhunzt hat. Jedenfalls hätte er so sicher nicht erscheinen dürfen/sollen (mit „Trokenbau“, „Flisenarbeien“, „mosaik“ und „Neudaueiten“) und man kann nur hoffen, dass der „Allrounder“ besser arbeitet, als die Annonce lautet …

Ich rätsel seit Jahren …

Das Akasha-Symbol …
… der Cachaca-Drink

… WIESO MALLOR- CA IMMER WIEDER SOLCHE TYPEN ANZIEHT! Irgend- was muss die Insel an sich haben, dass sich die „Entgeistig- ten“ hier wohlfühlen – und Kundschaft finden. Lesen Sie nur mal den neuesten Zaubertrick, mit dem ein Heiler sich mit einer bezahlten Annonce an ein breites Publikum wagt: „Durch das Öffnen Deiner persönlichen Akasha Chronik möchte ich Dir helfen, die Antworten auf konkrete Fragen in Deinem Leben zu finden. Weitere Infos unter …“. Ach, über so eine Chronik verfügt scheinbar jeder, aber nicht intim, da fremde Leute darin schmökern können, und die holen dort Antworten raus, nach denen ich angeblich schon lange suche! Pardauz, wie verzweifelt muss man eigentlich sein, um auf so einen Unsinn hereinzufallen? Leute, ich hole mir die besten Antworten auf meine Lebensprobleme aus herrlichen Sonnenuntergängen, gar nicht zu reden von beglückenden Sonnenaufgängen! Und dann sage ich nicht „Akasha“, sondern „Cachaca“, denn das ist ein herrlicher Drink aus Brasilien, der mir mein Bewusstsein öffnet bis in ungeahnte Tiefen …

Schön, aber leider unecht …

SIE WERDEN IM INTERNET DUTZENDWEISE ANGEBOTEN: Angebliche Kopien von Plakaten, die es jedoch nie gegeben hat!!! Sie sehen alt aus, sind traumhaft schön und  täuschend echt, und in der Beschreibung heißt es verklausuliert, es handle sich um die Wiedergabe von Originalen. Dabei haben sehr begabte Künstler lediglich alte Motive hergenommen (sogar den Ausschnitt aus einem Ancker- mann-Gemälde habe ich entdeckt), oder sie erfunden, und sie als typisch mallorkinische Reisewerbung dargestellt. Die Dinger sind nicht teuer, es gibt sie ab ca. 10 Euro je nach Größe, und das geht dann rauf bis um die 50 Euro. Fazit: Wer nur was Dekoratives an der Finca-Wand haben möchte, ohne Rücksicht auf Authentizität, der liegt hier richtig. Auch ich bewundere diese Grafiken, aber habe lieber was Echtes in der Bude …

Mein wunderbarer (irrender) Gustavo …

Bezaubernd, aber falsch …

ES IST EIN DIN A4-BLATT, MIT KREIDESTIFTEN BUNT BEMALT. Der überschäumend kreative Gustavo aus Capdepera, ein Flummi der Kunstgeschichte und ein Freund, den ich sehr schätze, hat es mir im November 2004 zum 60. Geburtstag geschaffen. Auch mit Grüßen seiner leider eben verstorbenen Ehefrau Regine und seiner Tochter Bettina. Der Glückwunsch hängt gerahmt in meinem Arbeitszimmer – und jedesmal, wenn ich ihn betrachte, muss ich schmunzeln: Das Datum ist richtig, das Alter falsch! 2004 bin ich 65 Jahre alt geworden, aber Gustavo wollte das nicht glauben (vielleicht wird wir im gleichen Jahr geboren wurden), und so erscheine ich 5 Jahre jünger. Das macht, finde ich, die gemalte Gratulation noch wertvoller. Jetzt hat er in seinem Heimatort seine eigene Galerie eröffnet, „Espais“, und das mit 80! Oder soll ich sagen … – 75?

4 1/1 Stunden Jens B. – wie geht das?

Der hatte doch tatsächlich eine Autogrammkarte …

DER SOGENANNTE JENS BÜCHNER, auch bekannt als „Malle-Jens“, war einer der Unbedeutendsten unter den unbedeutensten Insel-Promis: War nix, konnte nix. Und nun muss ich sagen, dass ich (manchmal) die TV-Schaffenden bewundere; die imstande sind, aus so einer Nullinger-Existenz eine 4 1/2-stündige Dokumentation zu drehen, und es dann wagen, diese 270 Minuten an einem Samstagabend um 20:15 Uhr dem Zuschauer ins Wohnzimmer zu kippen! VOX hat das getan und da bekommt der Begriff „Flachbildschirm“ eine ganz neue Bedeutung. Nun sagt meine Frau immer, und zurecht: „Kannst ja abschalten!“ Oder gar nicht erst einschalten. Nee, tu ich auch nicht, der Typ war schon zu Lebzeiten … – nun ja, die klugen Römer haben gesagt: „De mortuis nisi bene“ – Über die Toten nur Gutes. Die katholische Kirche hat das übernommen, aber den Nachsatz weggelassen: „… aber wahr muss es sein“ („si verum“). Wie stellt man bei einem Mann, der nur aus lauwarmer Luft bestand, fest, was wahr oder unwahr ist? Tja, da braucht es dann wirklich 4 1/2 Stunden Geschwafel …

Übrigens: Das Autogramm, das ich hier zeige, kostet bei Ebay fast 50 Euro. Das von Literaturnobelpreisträgern Elfriede Jelinek gibt’s für unter 20 Euro

Vor Pfauen warne ich dringend …

KAUFEN SIE BLOSS KEINE FÜR IHREN GARTEN! Die machen alles kaputt, weil sie besonders gern und konsequent Blüten fressen. Sie kreischen entsetzlich zu den erstaunlichsten Tageszeiten, kacken ungewöhnlich viel an den falschen Stellen, werden in den seltensten Fällen zutraulich und treu sind sie auch nicht unbedingt. Ich hatte mal die reizende Idee, meinen Eltern für ihre Finca ein Pfauen-Pärchen zu kaufen, aber es kam gar nicht gut an: Nach nur einer Woche suchten sie händeringend einen Abnehmer. Bei mir landete gestern ein Weibchen im Garten. Als selbst ernannten Geschenk! Wir haben es sofort zu Dritt vertrieben, ehe es Unheil anrichten konnte. Klar, stolzieren Pfaue herum und die Männchen schlagen ihr herrliches Rad, fühlt man sich wie Harun al-Raschid in seinem 1001 Nacht-Liebeshain, aber die Realität sieht anders aus!

Ratten? Nein, Siebenschlaefer …

Eine Ratte …
… ein Siebenschläfer …
… und ein Eichhörnchen

ALS MEINE FRAU 1973 ZUM ERSTEN MAL NACH MALLORCA KAM, wollte meine Mutter (ihre Schwiegermutter) ihr den Schock ersparen, den Ratten gemeinhin auslösen. Wir wohnen auf dem Land und in den Bergen, Ratten sind nicht zu vermeiden, und auch nicht auszurotten, sie werden bei uns bis zu 25 cm lang (ohne Schwanz) und sind furchtlos bis aufdringlich. Also log meine Mutter, indem sie behauptete, was da herumhusche, seien niedliche und sehr nützliche Siebenschläfer! Ein paar Wochen glaube meine Frau das, aber schließlich dämmerte ihr die Wahrheit und seitdem grault sie sich vor den Ratten. – Jetzt las ich eine ähnliche Geschichte in William Graves‘ bezau- berndem Buch „Wild Olives“. Da sagt seine Frau Elena zu einem Gast in ihrem Hotel, als die eine Ratte sah: „Oh, that! That’s the Majorcan squirrel which loses its tail-hair in summer. It stores up almonds in September and lives off them all winter.“ Was noch kurioser ist als Mutters Siebenschläfer-Lüge: Die Ratte sei ein Mallorca-Eichhörnchen und die verlören im Sommer ihre Schwanzhaare! Jetzt kann jeder, der seinen Kindern, Ehefrauen, Müttern, Tanten und Mallorca-Neulingen ganz allgemein die Existenz von Ratten verschleiern möchte, zwischen zwei Tierarten wählen …

Lassen Sie uns über Geld reden (Telefon) …

MAG SEIN, DASS DAS MEIN PERSÖNLICHES PROB- LEM IST, aber vielleicht kann ich doch dem einen oder anderen helfen mit diesem Post. Der Fall: Ich habe ein Mallorca-Handy mit einer Insel-Nummer, das ich (z. B. an Tankstellen) mit Euros aufladen muss, wenn es nach Geld schreit. Mein Provider war Movistar und ich zahlte, zu meinem Erstaunen, pro Woche zwischen 20 und 30 Euro! Obwohl das Handy 6 Monate/Jahr gar nicht ein- geschaltet ist und ich es auch nicht sehr häufig benütze, wenn ich auf Mallorca bin. Da bat ich meine Freunde von Beep in Portocolom um Hilfe, die haben Movistar ge- kündigt, mir den Provider Lebara draufgeladen – und nun kann ich 400 Minuten bzw. 28 Tage für 10 Euro telefonieren. Warum nicht gleich so? Aus Unwissenheit. Ich denke, da habe ich heute Vormittag eine Menge Geld gespart …

Schildbürger gibt’s auch auf Mallorca …

Gibt es Leute in Felanitx, die durch Mauern gehen können …? Es sieht so aus …

… WIE MAN AN DIESEM ZEBRASTREIFEN SIEHT. Ich habe ihn in Felanitx vor der Casa de Cultura und gegenüber der Ortskathedrale entdeckt und er lädt die die Benutzer dazu ein, direkt gegen eine Wand zu laufen! Mir erscheint das Gemäuer, das den Zebrastreifen blockiert, keineswegs neu zu sein und davor gibt es auch keinen Gehweg. Was die Streifenpinselei umso rätselhafter macht. Und skurril ist ebenso, finde ich, dass man das Ding nicht weggemalt hat, als endlich klar war, was für ein Unsinn da existiert …