Kommunikation

Was für eine reizende Anzeige!

SIE STAMMT VON DER SOLLER-EISENBAHN, zeigt ein hübsches, zur Grafik umgestaltetes Foto (der „Rote Blitz“ auf einer Überführung) und den wirklich höflichen Text auf Deutsch: „Steig‘ ein und lass‘ Dich mitnehmen!“ Gerne, liebe Freunde, wenn man so nett gebeten wird – und an dieser ganzseitigen Annonce in den Wochenzeitungen sollten sich ungefähr 50 andere Unternehmen, die auf deutsche (und andere)  Touristen und Residenten angewiesen sind, dringend ein Beispiel nehmen!

 

 

 

 

 

 

Warum man Bikinis essen kann …

Dreiecke = Bikini …

ES GIBT NOCH EINE SPRACHE AUF DER INSEL, den trendigen Slang. Er besteht aus deutschen, spanischen, englischen, französischen, arabischen, kastilianischen und katalanischen Brocken, wird ständig von den Einheimischen weiterentwickelt – und Ausländer erlernen diesen Gesellschafts-Dialekt (so möchte ich ihn nennen) erstaunt, aber amüsiert. Ich will ein Beispiel geben: Bestellt man ein Toast-Sandwich mit Schinken und Käse (siehe Foto), bittet man kurz um einen „Bikini“. Das klappt durchweg (vielleicht nicht in vornehmen den *****-Hotels) in allen Restaurants und Bars, so albern die Bezeichnung ist: Der Toast heißt so, weil er aus Dreiecken besteht – wie der Bikini! Es gibt Dutzende solcher Ausdrücke, inzwischen vielleicht sogar Hunderte, und ich lerne täglich einen neuen kennen, und irgendwann wird dieser Slang die Sprache durchdrungen haben und dann benötigt man keine Übersetzungen mehr …Halleluja!

Da steht eine Menge drin …

So sieht die Zeitung aus …

… DAS MAN ANDERSWO NICHT FINDET! Klar, die Rede ist von lokalen Zeitungen in der Sprache Mallorquin, gemacht für die Einheimischen, nicht für Touristen, und dennoch: Beider Interessen sind, wie ich immer wieder feststelle, wenn ich mich durch die Artikel mühe, erstaunlich deckungsgleich! Es sind Zusatzinformationen, die man bekommt, es ist detaillierteres Wissen, und für jemanden, der z. B. im Gemeindebereich von FELANITX wohnt, ist das (übrigens seit 1936 erscheinende) „Felanitx“ mit seinen 14 Seiten eine Fundgrube. Untertitel: „Setimanari d’Interessos Locals“ – auf Deutsch: „Wochenzeitung für lokale Interessen“. Es gibt, schätze ich, auf der Insel rund 40 solcher Gemeinde-Blätter und ich besorge sie mir immer, wenn ich durch die Orte komme. Dieses hier kostet 1.10 Euro und erscheint immer freitags.

 

 

Aufladen am Bahnhof: Funktioniert’s?

ALS DER GRATIS-SERVICE EINGERICHTET WURDE, gab’s Berichte. Aber keiner hat es damals ausprobiert – und funktioniert es immer noch? Es ist eine Art Kiosk, genannt „Free Charge Station“, eher eine dicke, viereckige Säule auf dem Platz des Bahnhofs „Intermodal“ an der Placa Espanya in Palma (links vor den Treppen in die Tiefe). Eine Servicestation zum Aufladen verschiedener Handytypen und der iPads auf Kosten der Eisenbahngesellschaft SFM. Ziemlich verschmutzt natürlich durch Gebrauch, die vier Jahreszeiten und Mangel an Personal, aber es klappt! Ich habe mein iPhone angeschlossen und kurz aufgeladen. Danke! ABER: Höllisch aufpassen auf Taschen- und sonstige -diebe. Nichts aus den Augen lassen, denn Aufladen lenkt ab. Aber dafür kann die nette Bahn nichts, deren Angebot ist großartig. KLEINER NACHTEIL: Die aufzuladenden Geräte müssen „nackt“ sein, wenn sie in Hüllen stecken, passen die Kontakte nicht …

Drei kleine Palabras, die enorm helfen

Sprache 1Sprache 2ES HAT KEINEN ZWECK, sie in der Original-Schreibweise zu präsentieren, denn die hat mit dem gesprochenen Lauten sehr wenig zu tun. Ich zeige sie deshalb phonetisch-deutsch. Der tiefere Sinn hinter diesem Tipp ist, dass der Gebrauch dieser drei Wörter ein Akt der Höflichkeit ist. Ein Zeichen, dass man mit der Eigenart der Mallorkiner vertraut ist – oder zumindest bereit zu einer heiteren Note gegenseitiger Verständigung. 1 „Molve“ – bedeutet „Ist gut“, „Verstanden“, „Na, dann…“. Es ist der freundlichste Gesprächsabschluss. 2 „Tanmetä-isch“ – soviel wie „Alles Blödsinn“, „Deckel zu“, „Sch…-drauf!“ Ein Ausdruck gemeinsamer Verachtung. – Nimmt die Konversation eine unglückliche Wendung, kann: 3 „Menfot“ nützlich sein – „Das ist mir schnurzpiepe“, „Für mich kein Thema!“, „Mir sowas von egal …“. Hört man von einem Mallorkiner (ich zeige hier einige in Tracht auf alten Stichen) den Satz: „No te preocupis!“, dann hat man es geschafft. Er signalisiert: „Mach Dir keine Sorgen, ich erledige das …“.

Die „SZ“ gibt’s wieder …

NICHT DASS MAN UNINFORMIERT WÄRE, wenn man sie nicht bekommt – aber die „Süddeutsche Zeitung“ ist ein gutes Tages- und vor allem Wochenendblatt und ein paar Monate lang gab es sie nicht mehr auf Mallorca. Das hatte der Verlag – ohne Begründung – angekündigt (zu teuer, weil zu dick?), aber gestern (5. Juni 2018) lag die SZ wieder in den Zeitungsläden und -kiosken. Das wollte ich denen mitteilen, die sie vermisste haben …

Noch ein traumhaft begehrenswertes Buch …

So sieht das Buch aus …
… und so eine beliebige Seite

ES IST EIN RIESIGER UND SCHWERER BILDBAND, im Januar 2018 erschienen, zusammengestellt hat ihn der Menorkiner Sergio Rodriguez und der Titel ist zungenbre- cherisch und unnötig furztro- cken: „Comunicacio publicitaria a les Balears“. Aber der Inhalt ist faszinierend: Die Geschichte der Werbung auf den Inseln, 190 Seiten mit über 500 Abbildungen, der Text ist zwar mallorquin, aber knapp, und die Bildunter- schriften sind verständlich. Der Preis weniger: knapp 50 Euro kostet das Buch – aber jeder, der sich für Mallorca interessiert, bereut keinen Cent! Was bekommt man zu sehen? Etiketten, Prospekte, Annoncen, Kofferaufkleber, Briefköpfe, Rechnungen, Programme, Eintrittskarten, Fächer, Postkarten und Plakate. Man kann sich gar nicht sattsehen, und die optische Bandbreite bewegt sich zwischen „interessant“, „schön“, „genial“ und „kurios“.

Porto: Warum greift da die EU nicht ein?

Deutsche Postkarte
Deutscher Brief
Das ist teuer: 1 Euro …
… und 35 Cents

DIE SPANISCHE POST IST VOM „STAMME NIMM“, und ich meine damit, dass es unerklärlich ist, dass die EU sich um die Krümmung von Bananen kümmert, aber nicht dafür sorgt, dass Porto-Wegelagerei verboten wird! Oder bin ich wieder mal zu piefig? Nein, ich denke nicht. Denn als ich gestern eine Postkarte nach Deutschland aufgeben wollte, verlangte der Correos-Caballero seit 1. 1. 2018 freche 1.35 Euro! Ich dachte an einen Irrtum, aber er erwiderte: „Nein, nein, und übrigens – eine Postkarte kostet genausoviel wie ein Brief!“ Ach, sagte ich, „und für einen Brief nach Deutschland verlangt die spanische Post 1.25 Euro?“ Er nickte. Merkwürdig: Ein Brief, der umgekehrt geschickt wird, kostet 70 Cents, eine deutsche Postkarte nach Spanien 45 Cents. Warum darf Correos fast das Doppelte und Dreifache erräubern? Dabei haben wir Deutschen noch Glück: Post nach USA z. B. kostet 1.45 Euro! Kein Wunder, dass die Ferienpostkarte vom Strand am Abnippeln ist und Emails allmählich das Handgeschriebene ersetzen. Ich möchte sogar vom schleichenden Selbstmord der spanischen Auslandspost sprechen …

Verdammt, man verpasst so viel …!

So informieren sich die Mallorkiner …

DENN LEIDER LEBEN DEI DEUTSCHEN UND DIE MALLORKINER AN EINANDER VORBEI! Man nimmt nicht wahr, was die Einheimischen so alles veranstalten, und was die Häufigkeit und Attraktivität der Events betrifft, liegen sie weit, weit vorne – und wir bekommen es nur sehr selten mit. Weil die deutschsprachigen Medien nicht darüber berichten. Weil sie meinen, dass die Feste der Mallorkiner uninteressant sind, da wir die Sprache nicht können. Ja, mag sein, aber die Insulaner sind ein Spaßvolk, tolerant bis zur Zeichensprache, kauderwelschend mit viel Gelächter in allen Zungen Europas! Ich sah gerade wieder so einen verpassten Termin als Plakat im Blumenladen in Portocolom: „Sopar Solidari“ am 25. August auf dem Platz beim Kloster Sant Augusti in Felanitx. Da bauen sie abens um 21 Uhr Tische und Bänke unter freiem Himmel auf und servieren ein Essen für 12 Euro/Person. Jeder kann mitmachen, jeder ist willkommen (auch Ausländer), alle hocken sich hin, wo noch Platz ist, es gibt nur ein Gericht (das vorher nicht genannt wird, aber sicher top ist) und verdienen tut keiner daran, denn der Erlös wird benützt, um das Kloster zu erstaurieren. Dutzende solcher Termine finden mindestens an jedem Wochenende auf der ganzen Insel statt, ich garantiere, dass man dort genausoviel Spaß hat wie auf dem Oktoberfest – und es wäre wirklich wünschenswert, wenn die Deutschen daran teilnehmen würden. Wenn sie denn erfahren könnten, was wo und wann veranstaltet wird …

EIn bisschen Werbung – in eigener Sache!

… und es grüßt der Kolumnist

EINIGE STÖR ICH, EINIGE ERSCHRECK ICH – aber die meisten freuen sich! Wenn ich jeden Morgen zwischen 7:30 und 8 Uhr und 13:30 und 14 Uhr im Insel-Radio meine Kolumne spreche. Das tu ich jetzt bereits im 5. Jahr, habe Prominente und Sogenannte, Entdeckungen und Mythen behandelt, immer in maximal 3 Minuten, und jetzt (2017) sind Ärgernisse dran – von rücksichtslosen Radfahrern und kriminellen Auswanderern über schamlose Scharlatanen bis zu unverschämt habgierigen Wirten. Ich pack da all mein Wissen und meine in 50 Journalistenjahren erlernte Recherchierkunst rein, versuche angenehm zu sprechen (Thomas Gottschalk hat immer gesagt: „Du hast eine Radiostimme“) und trotz der Missfallens-Themen unterhaltsam zu sein. Also merken: Jeden Morgen zwischen 7:30 und 8 Uhr …