Kriminalität

Da hab‘ ich mal zwei Fragen …

DIE STELLTEN SICH MIR, als ich dieses alte Auto auf einem Müllplatz sah: 1 Was macht die Müllabfuhr in so einem Fall von Schrott? Und 2 Was passiert mit dem Besitzer des Wracks, wenn man ihn findet? Die Karre, ein VW, ist ziemlich ausgeschlachtet und hat keine Kennzeichen mehr. Wahrscheinlich hat man auch ein paar Nummern weggefeilt. So fühlte sich einer sicher, seinen ollen Wagen neben den Müll-Containern abzustellen (woraus ich schließe, dass er zu dem Zeitpunkt noch einen funktionierenden Motor hatte). Jetzt warte ich täglich erst mal darauf, dass einer die Felgen samt Pneus abmontiert. Bei aller Impertinenz: Interessanter Fall eines pedantischen Umweltsünders, der seinen Abfall am scheinbar korrekten Ort völlig illegal entsorgt …

Gibt’s tatsächlich Flüchtlinge nach Deutschland?

ICH GEB’S ZU: ICH WÄR‘ DA NICHT DRAUFGEKOMMEN! Aber dann sah ich zwei Anzeigen, eine mit dem fürchterlichen Titel „Für alle, die zurück in die Heimat wollen …“. Denen wird Rundum-Hilfe angeboten, damit sie ihre Bleibe auf der Insel möglichst schnell loswerden. Die zweite Anzeige richtete sich an Betrogene: Ein sich als durchschlagskräftig anbietender Inkasso-Zeitgenosse verspricht, Betrüger zu jagen, die sich mit dem Geld von Mallorca-Residenten nach Deutschland abgesetzt haben: „Sie haben es satt, dass sich Ihre Schuldner mit Ihrem Geld … ein angenehmes Leben machen?“ Hoppla, ich dachte bisher, die Betrüger würden sich mit erschwindeltem Geld von Deutschland nach Mallorca absetzen! Das scheint aber auch umgekehrt zu funktionieren! Doch zurück zu meiner Anfangsfrage zurück: Wieviele Deutsche verlassen die Insel wirklich? Und gibt’s neben „Goodbye Deutschland“ tatsächlich ein statistisch erfassbares „Goodbye Mallorca“? Das wird keiner ausloten können, aber die ersten Menetekel erscheinen an der Wand …

Jetzt erzähl‘ ich Ihnen mal was …

… VON EINER FINCA IN MEINER NACHBARSCHAFT, die von „Okupads“ besetzt worden war. Es waren Marokkaner und die Finca gehörte einem Deutschen. Den ließen die Besetzer nicht mehr rein, bewarfen ihn mit Steinen, spuckten nach ihm und das bleib ihm nichts weiter übrig, als sich eine Rausschmeißer-Truppe zu besorgen. Solche organisierten Profis, wie ich sie hier im Foto zeige. Leute zum Fürchten – aber immer nur bedrohlich, nie handgreiflich. Also alles legal! Die rückten an und da machten die Okupadsein Angebot: 12 000 Euro und dann würden sie auch nichts kaputt machen. Das lehnte der Deutsche als „viel zu teuer“ ab. Da gingen sie auf 10 000 Euro runter, das lehnte er auch ab, worauf die Rausschmeißer sich daran machten, das Tor zu knacken und die Villa zu erobern. Die Marokkaner antworteten mit handfestem Krieg: Schlägerten los, zückten die Messer, fingen wieder zu werfen an (mit Gartenmöbeln, Küchengeräten usw., alles im Besitz des Deutschen) – und lieferten damit die Handhabe, die Polizei zu rufen! Die kam tatsächlich (die Qualität, das lernte ich, ist eben von Revier zu Revier verschieden), machte kurzen Prozess mit den Okupads, der deutsche Besitzer zog wieder ein in seine Finca – und die Rausschmeißer halfen ihm (für ihr Honorar) beim Restaurieren …

Es war einmal ein Mörder …

Messerer 2009 vor Gericht …
… und da sitzt er jetzt

ER HEISST RUDOLF MESSERER und hat in Cala Murada seine Lebens- gefährtin erschossen. Das war 2006 und 2009 wurde er dafür in Palma zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach einiger Zeit verlegte man ihn ins Zuchthaus Straubing (Bayern), da erkrankte er so schwer, dass er auf den Rollstuhl angewiesen ist, aber obwohl er mittlerweile 87 Jahre alt ist und die Strafe fast abgesessen hat, begnadigt man ihn nicht, weil er keinerlei Reue zeigt – im Gegenteil: aggressiv ist und Drohungen ausstößt! Ich wollte ihn besuchen aus reiner Menschlichkeit, denn ich kenne ihn, weil meine Großmutter auch mal in Cala Murada gewohnt hat, und das auch noch in Messerers (nicht sehr angenehmer) Nachbarschaft; aber das hat mir eine Oberregierungsrätin verboten, und zwar mit der dämlichsten Begründung, die Beamten heutzutage einfällt: Das ginge aus „Datenschutzgründen“ nicht! Dabei wollte ich dem uralten Mann, der nicht mehr lange zu leben hat, eine letzte Freude bereiten, ihm was mitbringen von der Insel, die er so geliebt hat (vielleicht Oliven, Sobrassada oder einen Wein), und ihm erzählen von seinem ehemaligen Haus (dem Tatort) und den beiden schönen Autos, die immer noch in der Garage stehen und ihm gehören. Aber nein, selbst in einem christlich-sozial regierten Land wird mein humanitäres Ansinnen mit dieser fadenscheinigen Begründung blockiert … – Inzwischen weiß ich aus anderer Quelle mehr: Messerer ist seit März 2019 nicht mehr in Haft, wurde in einem Sanatorium im Landkreis Rosenheim (Bayern) untergebracht und bezieht 550 Euro Rente!

Jetzt ist Zeit, mit dem Betrug aufzuhören …

Seezunge
Rotzunge

… UND ZWAR DEM AUF DER SPEI- SE- KAR- TE! Oder weiß jemand noch nicht, dass 99,9 % der auf Mallorca massenweise angebotenen (und kackfrech als solche bezeichneten) Seezungen gar keine sind, und frisch sind sie deshalb schon gleich gar nicht! Denn stattdessen werden vor allem in den Billigmenüs aus dem Senegal importierte Lamm- oder Rotzungen serviert, die zwar ein sehr ähnlicher Plattfisch sind, allerdings weit weniger gut schmecken! Wie unterscheidet man Original von Fälschung? Die Afrikaner haben ihre Augen auf der linken Seite, die Seezungen auf der rechten Seite. Außerdem haben die rohen Fische eine unterschiedliche Färbung (siehe Fotos), weswegen man sie nie von den Wirten und Kellnern gezeigt bekommt. Der Grund für den Betrug ist so simpel wie jede kriminelle Tat: Habgier! Denn die Afrikaner kosten einen Bruchteil dessen, was für die mediterranen oder atlantischen Seezungen bezahlt werden muss, denn die gelten inzwischen als Luxusfisch. Liebe Seezungen-Servieren, die Corona-Zeit ist schwierig genug, jetzt serviert endlich die richtige Zunge, oder sagt wenigstens, wenn’s die falsche ist …

Ein Fall für Agatha Christie …

Hier ist es passiert …

… ODER LEO P. ARD WÄRE DAS ZIMMER 527 IN EINEM BILLIG-HOTEL IN ARENAL! Was da passiert ist, darf man als Krimiautor (der ich nicht bin) nicht einfach so liegen lassen. Um die Geschehnisse kann man eine faszinierende Detektiv-Geschichte bauen. Was ist passiert? Sommer 2011, 300 Gäste im Hotel. Im Zimmer 527 stirbt eine ukrainische Urlauberin ohne erkennbare Todesursache. Sie wird rausgebracht, das Zimmer gereinigt und ein Franzose zieht ein. Auch der stirbt und keiner findet heraus, wie er umgekommen ist. Einige Tage später bezieht ein dritter Tourist die 527, kämpft um sein Leben – und kann gerade noch gerettet werden! Daraufhin wird das Hotel geschlossen und der Besitzer angezeigt: wegen fahrlässiger Tötung. Vermutung: Kohlenmonoxid in der Klimaanlage! Aber warum nur in Zimmer 527 und nicht in anderen Räumen? Mysteriös! Der Prozess gegen den Hotel- besitzer beginnt gerade in Palma, aber das Geheimnis wird er kaum lüften … – ich sagte ja: ein erstklassiger Krimi um 2 1/2 Tote im selben Bett …

Es wird geklaut …

… UND ZWAR IMMER DREISTER! Der gute Geist Maic, der verschiedene Fincas versorgt, deren Besitzer wg. Corona Zuhause in Deutschland, Frankreich, Schweden und der Schweiz sind, meldet das. Es wird den Ganoven ja auch leicht gemacht, sie müssen ja nur über Mäuerchen steigen und können sich aussuchen, was sie mitnehmen: Gartenmöbel und -geräte, Wandlampen, Tontöpfe mit und ohne Pflanzen, Deko-Skulpturen und sogar meterweise Wasserschläuche. Noch, sagt Maic, scheuen sie sich, die Häuser selbst zu knacken; weil es zu viele Nachbarn gibt, die Zeugen sein könnten, weil sie daheim in Quarantäne sind und vor Langeweile in die Gegend starren. Da auch die Polizei präsenter ist als sonst, haben sie gerade, wie ich höre, einen Dieb am Kreisel in Llucmajor hopps genommen, der mit einem Auto voller „Ware“ auf dem Weg nach Palma war. Ich hatte das ja schon gefürchtet und in meinem Corona-Tagebuch darüber geunkt …

Korruption? Das ist Notwehr …

… AUF MALLORCA, SO WIE ICH ES SEHE! Es gibt nur noch ca. 300 000 echte Angehörige dieses Volksstammes – und jedes Jahr werden es weniger. Sie werden umzingelt von Festlandsspaniern und Ausländern. Sehr selten (eigentlich nie!) trifft ein deutscher Tourist einen Original-Insulaner, die Residenten wenigstens ab und zu (wenn sie in bäuerlichen Gegenden wohnen). Die einzige Macht, die diese Minderheit noch hat, ist etwas zu genehmigen oder zu verbieten. In den Behörden, die sie besetzen aus Tradition, Erbfolge und Heimatrecht. Und da Millionen-Projekte über ihre Tische gehen, wäre es ja unmenschlich, sich nicht zu bedienen: Sie wollen etwas von mir, das nur ich Ihnen verschaffen kann, also stimmen Sie mich freundlich. Dass das illegal ist – klar! Wenn’s auffliegt, droht Gefängnis. Auch klar. Und werden sie verurteilt, marschieren selbst gottgleiche Insel-Gestalten in den Knast (da sitzen einige). Aber Korruption passiert doch am ehesten, wenn Mallorkiner überredet werden sollen, Eindringlingen ein Stück ihrer Insel zu opfern, also von sich selbst. Ich habe tiefstes Verständnis dafür, wenn sie dafür einen Preis verlangen. Als Eintrittskarte in ihre Welt. Aus Überlebenswillen, Minderheitenangst und Habgier. Ungerecht daran ist allerdings, dass ein Armer nicht bestechen kann, dass Wohlhabende sich Vorteile verschaffen. Aber was für Genehmigungen zu lohnenswert teuren Projekten benötigen arme Ausländer auf Mallorca? Kaum welche. Und wenn sich Mallorkiner untereinander bestechen, geht uns das nichts an, finde ich. Solange daraus nicht etwas folgt, das allgemeinen Schaden anrichtet. Wissen Sie, wieviel 300 000 sind? Weniger als die Hälfte der Bremer …

Nanu, was ist denn da passiert?

MAN MUSS DIE BEIDEN ANZEI- GEN AUF- MERKSAM LESEN. Ich habe sie in der heimlichen Schatzkammer der Mallorca-Kuriositäten, dem viel zu wenig beachteten Anzeigenteil der beiden deutschen Wochenzeitungen entdeckt. Da hat also ein gewisser Ralf in Son Bugadelles sein Geschäft „Möbelschnäppchen“ aufgelöst (auweia, wohl eine Corona-Folge) und da muss sich jemand kriminell bedient haben. Nun klaut man eine Kunstlederliege und ein zweisitziges Ledersofa nicht einfach so, indem man sie unter dem Arm mitnimmt. Da muss man schon mit einem Lieferwagen anrücken („Abholwagen“ wäre in diesem Fall der bessere Begriff). Kurios, und noch kurioser ist daraufhin die Frage: „Wer weiß etwas?“ Wahrscheinlich nur einer und sein Komplize, und die halten dicht … – aber den Versuch per Annonce war’s immerhin wert!

Die Wahrheit über Ekel-Restaurants …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ …

DIE SACHE IST NÄMLICH DIE, DASS DER SKANDAL EINEN DOPPELTEN BODEN HAT, und die Geschichte geht so: 1. kommt ein Inspekteur des Gesundheits- ministeriums der Balearen und prüft. Leider gibt es für alle Inseln nur knapp 25 dieser Kontrolleure – viel zu wenig. 2. Die 25 stellen Mängel fest, verwarnen die Wirte oder schließen die Restaurants. 3. Da müsste nun ein Schild rausgehängt werden, dass das Ministerium die Gaststätte wegen gruseliger Zustände dicht gemacht hat, aber so ein Schild sieht man äußerst selten, stattdes- sen heißt es: „Wegen Renovierung geschlossen“ oder „Urlaub bis zum …“. Das ist illegal! Die Tatsachen: Wer sich anschaut, was 2019 geschah, dem wird fast übel. Denn 3564 Lokale wurden bewertet, 522 hatten entsetz- liche Mängel, 1663 klare Mängel. Das heißt: In 61,2 % dieser Restaurants war die Gesundheit der Gäste hygi- enisch bedroht und 83 (davon 44 allein auf Ibiza) mussten die Inspekteure sofort – von einer Minute auf die andere – schließen und saftige Geldstrafen verhängen. Und was sind die Kriterien der akuten Bedrohung? 1. Extremer Schmutz, 2. Fehlen einer Spülmaschine, 3. Kein heißes Wasser, 4. Wimmelnde Kakerla- ken, 5. Deutlicher Rattenbefall. Im Klartext heißt das also: 2019 war es gefährlich, rund zwei Drittel der Lokale zu betreten, geschweige denn, dort zu essen! Mein Fazit: Auf einigen Speisekarten steht ab sofort auch das große Schaudern mit Soße …