Kuriositäten

Schildbürger gibt’s auch auf Mallorca …

Gibt es Leute in Felanitx, die durch Mauern gehen können …? Es sieht so aus …

… WIE MAN AN DIESEM ZEBRASTREIFEN SIEHT. Ich habe ihn in Felanitx vor der Casa de Cultura und gegenüber der Ortskathedrale entdeckt und er lädt die die Benutzer dazu ein, direkt gegen eine Wand zu laufen! Mir erscheint das Gemäuer, das den Zebrastreifen blockiert, keineswegs neu zu sein und davor gibt es auch keinen Gehweg. Was die Streifenpinselei umso rätselhafter macht. Und skurril ist ebenso, finde ich, dass man das Ding nicht weggemalt hat, als endlich klar war, was für ein Unsinn da existiert …

Das waren noch Zeiten …

Eine Bank alter Schule …

… ALS BANKEN AUF MALLORCA MEHR KONNTEN ALS HEUTE! Folgenden Schriftzug in antikem Edelmetall entdeckte ich an der Fassade eines schönen alten Mares-Gebäudes in Llucmajor: CAJA DE AHOR- ROS Y MONTE DE PIEDAD DE LAS BALEARES. Ich übersetzte: „Sparkasse und Gipfel der Gnade“ oder „Berg des Erbarmens“. Das ist keck. War’s möglich, dass ein Direktor vor 130 Jahren seiner Bank einen solch zynischen Namen verpassen konnte? Ja, aber es heißt etwas Anderes: „Monte de Piedad“ bedeutet Leihhaus. Hier konnten kurzzeitig klamme Menschen ihre Wertsa- chen versetzen. Banken waren damals auch Pfandhäu- ser. Das sind sie längst nicht mehr, aber einige Schrift- züge haben überlebt. Heilige Muttergottes von Lluc, Mallorca ist voller Skurrilitäten, wenn man es offenen Auges durchstreift …

MI MUSEU: Die Aktie des großen Betruges …

1935 ERSCHIENEN EIN PAAR CLEVERE GANOVEN IN PALMA, gründete eine Gesellschaft, verausgabten Aktien – und versprachen, mit dem Geld eine Seilbahn auf den Puig Major zu bauen. Natürlich dachten sie nie daran, besaßen nicht mal die notwendigen Genehmigungen (zudem brach wenig später der Bürgerkrieg aus), aber es gab genügend Investoren, die von der mühelosen Besteigung von Mallorcas höchstem Gipfel träumten – und dann platzte die Illusion. Das Geld war weg, die Ganoven auch, nur die hübschen bunten wertlosen Börsenpapiere blieben übrig, und sie gelten heute als Spitzenwert im Sammelgebiet „Insel-Aktien“. Meine Exemplar über 5000 Pesetas (sorry, das Glas hat einen Sprung!) konnte ich für 40 Euro beim spanischen Ebay erwerben …

Suche Taucher, biete Handtuch …

MANCHMAL SIND KLEINANZEIGEN, die ich entdecke, so skurril, dass sie eigentlich nur als Scherz gemeint sein können. So wie diese hier, wo einer bei Santa Maria einen „Helfer mit kleiner Taucher-Ausrüstung“ sucht, um „im Pool kleine Fliesen anzukleben.“ Gegen „angenehme Bezahlung, dazu Handtuch, Kaffee etc.“.  Wie, bitte? Taucher-Ausrüstung, also arbeiten im vollen Pool? Wasser nicht ablassen und keinen echten Handwerker holen? Es sind zwar zwei Telefonnummern angegeben, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass einer diese Annonce im nüchternen Zustand aufgegeben hat, sorry. Nimmt man sie jedoch als Spaß, ist sie wirklich lustig – und deshalb zeige ich sie in meinem Blog …

MI MUSEU: Ein faschistischer Weihnachtsgruss …

Es könnte ein Unikat sein …

ER STAMMT VON 1938, wurde von einem italienischen Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg von Palma nach Rom geschickt und zeigt Diktator Franco auf einem aufgeklebten Foto mit Wimpelgeflatter und Blumen in einem Lorbeerkranz. Die Weihnachtskarte ist mit einem weißen Seidenband verschließbar, sie scheint handgemalt zu sein und folglich kann es nicht sehr viele Exemplare geben – wenn sie nicht sogar ein Unikat ist! Ich habe sie 1980 auf dem Flohmarkt in Palma gekauft und sie kostete mich 100 Peseta, das waren damals rund 60 Pfennige. Gäbe es ein Museum des spanischen Faschismus, so wäre dieser Weihnachgruß sicher ein Ausstellungsstück …

 

 

 

 

 

Die Insel ist voller Fragezeichen …

So sieht das flaschenmäßig aus …
… und so aus der Nähe

DA FUHR ICH EINEN EINSA- MEN FELD- WEG ENT- LANG und kam zur Bau- stelle einer offen- sicht- lich rie- sigen Finca. Das wunderte mich nicht, aber warum wa- ren in die Krone der Mauer rundherum an die 100 leere Plastikflaschen in der aparten Farbe Dunkelblau ein- zementiert worden? Gerade so, dass ihr Kopf mit dem Verschluss rausschaut. Und einige schräg? Seltsam! Ich vermutete, dass Obradores, unzufrieden mit ihrem Lohn, den Auftrag eines Extranjeros ein bisschen sabo- tiert haben. Das stimmte aber nicht, denn ein Arbeiter werkelte mit Beton und ich fragte ihn. Antwort: In die Löcher, in denen die Flaschen stecken, werden später Pfähle eingesetzt, die den Maschenzaun tra- gen. Ein listiges Verfahren, das unbekannt sein dürfte nördlich des 30. Breitengrades … – und: Anschei- nend gelten leere Plastikflaschen auf Mallorca jetzt als wertvoll und werden als Baumaterial gesammelt! Welch‘ besondere Art des Recycling …

MI MUSEU: Ein seltsames Werkzeug …

Ein 40 cm langes Horn an einem Eisenring …

ICH WEISS NICHT, WOZU ES BENÜTZT WURDE – klar, in der Landwirtschaft! Aber wozu, erschließt sich mir nicht. Ich habe dieses 40 cm lange Gerät in meiner Nachbarschaft auf einem Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert entdeckt und der Campesino hat es mir geschenkt. Eine Art Dorn oder Spitzhacke, aber warum hängt es an einem schweren handgeschmiedeten Eisenring? Es besteht aus Horn, aber von welchem Tier? Doch nicht etwa von einem Myotragus! Denn wer auf Mallorca hatte ein so langes Gehörn? Der Bauer wusste auch nicht, wozu es gedient hatte – und je länger ich das Ding habe, desto wertvoller erscheint es mir.

Schiff ahoi! Besen gehisst …

Eine Seefahrt, die ist (auch auf Mallorca) lustig …

EIN KLEINES NAUTISCHES STILLLEBEN, KANN RUHIG AUCH MAL SEIN! Entdeckt habe ich es im Hafen von Portocristo: Da hat ein ein sehr reinlicher Kapitän, so wirkt es, seine kleine Yacht an der Mole vertäut und nach getaner Arbeit seine drei Besen am Mast aufgepflanzt. Dekoriert mit der spanischen Flagge und zwei Balearen-Wimpeln. Ein Besen ist ein Feudel und die beiden anderen dienen wohl, so unterschiedlich wie sie sind, dem trockenen und nassen Putzen. wenn der Capitano ausläuft, wird er seine Escobillas sicher unter Deck verstauen, nehme ich an, denn sonst wäre ihm der Spott der anderen Boatpeople gewiss!

 

 

 

 

SE VENDE: Der Regimentsteller der Artilleristen …

ER IST DER HEILIGEN BARBARA GEWIDMET, Patin der Soldaten, die größere Geschosse abfeuern, und stammt von einem Regiment in der Insel-Hauptstadt. Ein Schmuckteller von 17,5 cm Durchmesser, geschmückt mit der spanischen Krone, zwei goldenen Kanonen und den dazu gehörenden Kugeln. Er stammt aus dem Jahre 1986 und ich habe ihn auf dem Flohmarkt in Palma entdeckt. Rechts am Rand ist er ein wenig beschädigt (sieht auf dem Foto schlimmer aus) und das Material ist rätselhaft: Ein Porzellan, das sich anfühlt wie Plastik, oder Plastik, die sich anfühlt wie Porzellan! Ich möchte 8 Euro dafür haben, dann für Militaria-Sammler ist das ein Schatz …

350 Euro? Prost, Mahlzeit …!

Das Hotel „Formentor“ …
… und der Anlass

ALS ICH DAS IM „DIARIO“ LAS, FIEL MIR DIE OLIVE AUS DER HAND – denn da wurde berich- tet, ein Hotel biete ein Frühstück für 350 Euro an! Kein Witz, eher ein Jubiläum, denn im Som- mer 1983 war die Schauspielerin Audrey Hepburn Gast im „Formentor“ (im Zimmer 229) und weil „Breakfast at Tiffany“ ihr bekanntester Film ist, servieren sie jetzt ein „Breakfast at Formentor“, und das kostet 350 Euro! Nun bin ich ja immer begeistert, wenn Leute, die zuviel Geld besitzen, ihr Vermögen unters Volk bringen. Aber ein Desayuno zum Preis einer Woche in einem ****-Hotel? Was wird geboten? Das Übliche. „Erlesene Zutaten“, heißt es, ein Butlerservice, Tischdeko mit weißen Tulpen (die Lieblingsblumen des Stars), eine 1/2 Grapefruit, mehrere Brotsorten, Eier nach Wahl,  „mallorkinische Backwaren, frische Früchte der Saison und Saft der Orangen aus dem Hotelgarten.“ Also nichts Anderes als in den schicken kleinen Landhotels. Ich sag’s mal so: Entweder ist das Hotelmanagement verrückt oder die Gäste, die das buchen … – aber interessant, was es nicht alles gibt auf unserer Insel!