Kuriositäten

Das kann mir keiner erklären …

… UND ICH RECHNE AUCH DAS ZU MALLORCAS UNLÖSBA- REN RÄTSELN! Da erschien 2010 in einem Verlag in Palma der Comic „Mallorca 1229. Jaume el Conqueridor“ des berühmten Zeichners Garcia über die Rückeroberung der Insel von den Mau- ren – und belegt erneut, dass Palma der weltweite Top-Hotspot der Comic-Künstler ist. Und nun das: Neu wird das Buch interna- tional für 7.72 bis 32.82 Euro angeboten, gebraucht jedoch für 4.75 bis 349 Euro (+ Versandkosten von bis 19 Euro). Dasselbe Buch, gleicher Jahrgang, ähnlicher Zustand, keine limitierte Ausgabe, auch keine Widmung – und bis zu 73 Mal teurer! Niemand kann mir das erklären, außer mit dem Geisteszustand gewisser Antiquare. Wer sich dafür interessiert, trotzdem es in Mallorquin verfasst ist: Die ISBN-Nummer ist 9788421847268.

 

 

 

Was für Briefmarkensammler …

AUCH DAS SAMMELGEBIET MALLORCA/BALEAREN hat einiges zu bieten und immer wieder tauchen aus den Tiefen der Post-Historie Stücke auf, vor allem aus dem Bürgerkrieg, die richtig ins Geld gehen. So wie dieses Kuvert mit seiner merkwürdigen Geschichte bzw. Frankatur, und mir bleibt als Laie nichts Anderes übrig, als den (redigierten) Text des Anbieters zu zitieren: „Mallorca-Vordruckkuvert eingeschrieben, frankiert mit der sogenannten IBIZA-Überdruckmarke, 1940 von Mallorca nach Krefeld mit spanischer und deutscher Zensur, sehr selten! Bei der IBIZA-Marke handelt es sich um eine schwarze Pro Paro-Marke mit rotem Eindruck „5 cts pro paro“ und dem Aufdruck: „29-V-1937 Deutschland 29-V-1938“. Dieser erfolgte angeblich auf Veranlassung des Bürgermeisters von Ibiza in einer Auflage von nur 600 Stück! Anlass: 1. Jahrestag des Bombenangriffs eines spanisch-republikanischen Flugzeugs auf das deutsche Panzerschiff Deutschland (144 Besatzungsmitglieder starben)! Da die Marke nicht normal nach Deutschland gesandt werden konnte – die deutsche Zensur hätte diese Propagandamarke beschlagnahmt – wurde sie unauffällig auf einem Kuvert mit anderen spanischen Marken versandt und durchlief sämtliche Zensuren (rückseitig deutscher Zensurstreifen und Stempel).“ Das Kuvert soll den Festpreis 1439,99 Euro kosten (komischer Betrag!) und ist auf Ebay zu finden, wenn man Mallorca Vordruckkuvert eingeschrieben anklickt …

Total künstlich, aber lustig!

WAS UNSERE ARME INSEL NICHT ALLES ERTRA- GEN MUSS! Leute wie die Nullingerin, dann Corona – und nun dieses Warnschild aus USA! „Beware of Majorca Sheperd Dog“ steht da, als wenn’s einhei- mische Schäferhunde als Rasse gäbe. 30,5 x 23 cm ist es groß und aus Aluminium, der Rost ist künstlich hergestellt und es kostet so etwa 17 Euro (+ Versand aus Los Angeles). Man findet es im Internet, und wenn ich es mir so recht überlege, sieht es an einem Finca-Tor vielleicht doch ganz nett aus mit dem englisch ge- schriebenen Majorca

Was für ein entzückender Fund …

DIE SCHATZKISTE MALLORCA IST SCHIER BODENLOS, denn immer wieder entdeckt man etwas – meist Unerwartetes! Wie diese reizende Postkarte aus dem Jahre 1910. Da entwickelte sich der Tourismus ganz zart, das Fomento war gerade gegründet und das neue „Grand Hotel“ in Palma be- warb seine Zimmer mit Bädern. Und da schuf jemand diesen quasi-hand- schriftlichen Gruß von der Insel für die Englisch sprechenden Travellers – mit einem Vergissmeinnicht-Strauß und Ara- besken in Gold. Ich habe die Postkarte im Internet entdeckt und für 5.54 Euro gekauft. Das ist nicht billig, aber für eine 110 Jahre alte Vergänglichkeit aus Papier? Und wissen Sie was? Da sie unge- braucht ist, werde ich sie an eine liebe Person verschicken …

Ein Museum, das noch fehlte …

ES IST DEN KORKENZIE- HERN GEWIDMET, was ja passt zur Weininsel Mallorca. Die Künstlerin und Ex-Winzerin Hanne Holze hat es am 19. August mit dem gemeinsamen Freund Friedrich „The Wüterich“ Panizza eröffnet. Ort: Vilafranca, c/. Bonany, 7. Es wird nicht ständig zu besichtigen sein, sondern sie zeigen die Kollektion mit über 150 z. T. Jahrhunderte alten Exemplaren immer mitt- wochs, wenn Markttag ist in Vilafranca. Als Friedrich mich einlud zur Vernissage, sprach er vom „ersten und einzigen Korkenziehermuseum“ der Insel, aber da erlaube ich mir einen Einwand: Ich habe z. B. im Privatmuseum, das in einem Wehrhof an der Straße von Portcolom nach Portocristo liegt, eine Sammlung von über 100 Korkenziehern gesehen – aber um sie anzuschauen, muss man die Telefonnummer erforschen, anrufen und um einen Termin bitten. Da hat man’s bei Hanne & Friedrich in Vilafranca einfacher – und ich bin grundsätzlich dankbar für jedes neue Museum auf Mallorca. Womit ihre Zahl, nach meiner privaten Kalkulation, auf über 120 gestiegen ist …

Da sucht einer ein Windrad …!

So sieht ein Windrad aus …

WIEDER SO EINE KLEINANZEIGE, die mich fasziniert: Ein mallorkinisches Windrad wird benötigt, ein Riesending mit einem Durchmesser bis zu 2.60 m! Defekt darf es sein, aber wie soll’s denn aussehen? Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas rumliegen hat, ich jedenfalls habe noch nie eins auf Abbruch- oder Flohmärkten gesehen. Es gibt – traditionell – 5 Arten Windräder, aus Holz, Metall und Stoff, mit Segeln, Schaufeln und Lamellen, und dazu gehört ein Turm bzw. ein Schrauben- und Zahnrad- system, das Windkraft auf eine Hebevorrichtung überträgt. Aber das will der Typ hinter der Anzeige alles gar nicht, ihm genügt das Windrad. Warum? Da steht eine Handy-Nummer, ich habe angerufen, aber es ging leider nie einer ran. Dennoch: Man müsste noch viel mehr stöbern in den Wünschen der Inselbewohner …

… und hier flippen einige Rentner aus!


NEULICH BIN ICH EINEM RENTNER IN DIE HÄNDE GEFALLEN,
der mir seine Sammlung zeigen wollte. Da bin ich immer hellwach, aber in diesem Fall stimmte das „in die Hände gefallen“. Denn der alte Knabe, wohn- haft in Santa Ponca, sammel- te nackte Frauen auf Mallorca. Als FKK-Hef- te (sowas gibt’s), Touristen-Postkar- ten, Original- fotos und DVDs. „Schönheiten auf unserer schönen Insel“, schwärmte er – und besaß Hunderte! Aufregend fand ich die Sammlung nur, wenn sich die Nackedeis vor 1975 getummelt hatten, als Franco noch lebte und man für öff- entliches Unbekleidetsein ins Gefängnis kommen konnte. Aber das wusste der Sammler gar nicht, er starrte einfach nur auf die nackte Haut und vor allem dar- auf, wo die Haut nicht nackt war, wenn auch unverhüllt, und ich verabschiedete mich schnell. „Kommen Sie doch mal zu unseren Treffen“, rief er mir hinterher, und da ergriff mich Schaudern: Die sammelnden Voyeure sind auch noch so eine Art Klub! Es ist schon erstaunlich, was dieser schöne Felsen im westlichen Mittelmeer alles aushalten muss! Aber damit man sich überhaupt vorstellen kann, was die Greise heiß macht, zeige ich hier ein paar ihrer Objekte der Begierde …

Nur eine kleine Albernheit …

ICH ENTDECKTE SIE IN EINER MALLORKINISCHEN LOKALZEITUNG, und sie ist ein lustiges Wortspiel. Da stand, dass die Firma Rafel Bover „Feines en Pedra“  anzubieten hat. Komisch, dachte ich, ds hätte auch in einer deutschen Anzeige stehen können: „Was Feines aus Stein“. Wäre ja möglich, dass dieses positive deutsche Wort vor Jahrhunderten (zur Vandalenzeit?) seinen Weg ins Mallorquin gefunden hat, wie so viele andere. Aber so ist es natürlich nicht: „Feines“ heißt Arbeiten in der Inselsprache, Bover ist Steinmetz und klopft Mares, Marmor und andere Erdfunde nach Maß zurecht. Und wenn mein privater Alleskönner Pedro das nächste Mal kommt, um was auszubessern am Haus, werde ich mir den Scherz erlauben und zu ihm sagen: „Aber bitte feine Feines, ja?“

Mallorca – made in the DDR …

Der DDR-Comic …
… und das einzige Mallorca-Bild!

JA, SOWAS GAB’S! Für DDR-Bürger lag die Insel zwar als Reiseziel so gut wie auf dem Mond, aber gehört hatten sie da- von, und da kam der FDJ die Idee, ein Heft ihrer „Bildzeit- schrift“ (so nannten sie Comics) dem Thema Mallorca zu widmen. Das Aben- teuer erschien 1981 im Band 5 von „Mosaik“, hatte 20 bunte Seiten, hieß „Die Reise nach Mallorca“, es ging um Piraten und das Inka-Gold (auch Don Quixote kommt darin vor!) und kostete 60 Ost-Pfen- nige. Nur – mit Mallorca hatte das kaum etwas zu tun, die Insel kommt nur in der Einleitung 1 x kurz im Bild und 2 x kurz im Text vor. Aber immerhin: So wurde eine Hoffnung genährt, die sich die eingesperrten DDR-Bürger 8 Jahre später in Massen erfüllen konnten – Ferien im bis dato westdeutschen Mittelmeerparadies …

Die Nichte will die Todesanzeige nicht …

So sah mein freundlicher Post aus …

… UND ICH BIN FASSUNGSLOS ÜBER DIESE REAKTION! Sie erinnern sich: Ich fand es großartig, dass jemand eines verstorbenen Deutschen mit einer Todesanzeige in einer Lokalzeitung auf Mallorkinisch gedachte. Was für eine wunderbare Integration, schrieb ich in meinem Blog. Dann bekam ich folgende Email von seiner Nichte:

Sehr geehrter Herr Thorer, vielen Dank für Ihre Bemühungen, aber letztendlich geht es darum, dassseine Todesanzeige als Anschauungsmaterial genutzt wird. Ich denke, dass Sie auf ihrem Blog über 
diverse andere Möglichkeiten verfügen, eine gelungene Integration darzustellen. Wir sind mit der Nutzung der Anzeige in diesem Sinne nicht einverstanden, und bitten Sie inständig aus Respekt 
gegenüber meines Onkels und meiner Familie, die Anzeige von ihrer Seite zu nehmen. 
Mit freundlichen Grüßen

Da habe ich ich den Post aus meinem Blog entfernt und möchte meine Verwunderung über das nicht nachvollziehbare Verhalten dieser Dame mit Freunden teilen. Aber für einen längeren Text fehlen mir einfach die Worte…