Kuriositäten

Da sucht einer ein Windrad …!

So sieht ein Windrad aus …

WIEDER SO EINE KLEINANZEIGE, die mich fasziniert: Ein mallorkinisches Windrad wird benötigt, ein Riesending mit einem Durchmesser bis zu 2.60 m! Defekt darf es sein, aber wie soll’s denn aussehen? Und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas rumliegen hat, ich jedenfalls habe noch nie eins auf Abbruch- oder Flohmärkten gesehen. Es gibt – traditionell – 5 Arten Windräder, aus Holz, Metall und Stoff, mit Segeln, Schaufeln und Lamellen, und dazu gehört ein Turm bzw. ein Schrauben- und Zahnrad- system, das Windkraft auf eine Hebevorrichtung überträgt. Aber das will der Typ hinter der Anzeige alles gar nicht, ihm genügt das Windrad. Warum? Da steht eine Handy-Nummer, ich habe angerufen, aber es ging leider nie einer ran. Dennoch: Man müsste noch viel mehr stöbern in den Wünschen der Inselbewohner …

… und hier flippen einige Rentner aus!


NEULICH BIN ICH EINEM RENTNER IN DIE HÄNDE GEFALLEN,
der mir seine Sammlung zeigen wollte. Da bin ich immer hellwach, aber in diesem Fall stimmte das „in die Hände gefallen“. Denn der alte Knabe, wohn- haft in Santa Ponca, sammel- te nackte Frauen auf Mallorca. Als FKK-Hef- te (sowas gibt’s), Touristen-Postkar- ten, Original- fotos und DVDs. „Schönheiten auf unserer schönen Insel“, schwärmte er – und besaß Hunderte! Aufregend fand ich die Sammlung nur, wenn sich die Nackedeis vor 1975 getummelt hatten, als Franco noch lebte und man für öff- entliches Unbekleidetsein ins Gefängnis kommen konnte. Aber das wusste der Sammler gar nicht, er starrte einfach nur auf die nackte Haut und vor allem dar- auf, wo die Haut nicht nackt war, wenn auch unverhüllt, und ich verabschiedete mich schnell. „Kommen Sie doch mal zu unseren Treffen“, rief er mir hinterher, und da ergriff mich Schaudern: Die sammelnden Voyeure sind auch noch so eine Art Klub! Es ist schon erstaunlich, was dieser schöne Felsen im westlichen Mittelmeer alles aushalten muss! Aber damit man sich überhaupt vorstellen kann, was die Greise heiß macht, zeige ich hier ein paar ihrer Objekte der Begierde …

Nur eine kleine Albernheit …

ICH ENTDECKTE SIE IN EINER MALLORKINISCHEN LOKALZEITUNG, und sie ist ein lustiges Wortspiel. Da stand, dass die Firma Rafel Bover „Feines en Pedra“  anzubieten hat. Komisch, dachte ich, ds hätte auch in einer deutschen Anzeige stehen können: „Was Feines aus Stein“. Wäre ja möglich, dass dieses positive deutsche Wort vor Jahrhunderten (zur Vandalenzeit?) seinen Weg ins Mallorquin gefunden hat, wie so viele andere. Aber so ist es natürlich nicht: „Feines“ heißt Arbeiten in der Inselsprache, Bover ist Steinmetz und klopft Mares, Marmor und andere Erdfunde nach Maß zurecht. Und wenn mein privater Alleskönner Pedro das nächste Mal kommt, um was auszubessern am Haus, werde ich mir den Scherz erlauben und zu ihm sagen: „Aber bitte feine Feines, ja?“

Mallorca – made in the DDR …

Der DDR-Comic …
… und das einzige Mallorca-Bild!

JA, SOWAS GAB’S! Für DDR-Bürger lag die Insel zwar als Reiseziel so gut wie auf dem Mond, aber gehört hatten sie da- von, und da kam der FDJ die Idee, ein Heft ihrer „Bildzeit- schrift“ (so nannten sie Comics) dem Thema Mallorca zu widmen. Das Aben- teuer erschien 1981 im Band 5 von „Mosaik“, hatte 20 bunte Seiten, hieß „Die Reise nach Mallorca“, es ging um Piraten und das Inka-Gold (auch Don Quixote kommt darin vor!) und kostete 60 Ost-Pfen- nige. Nur – mit Mallorca hatte das kaum etwas zu tun, die Insel kommt nur in der Einleitung 1 x kurz im Bild und 2 x kurz im Text vor. Aber immerhin: So wurde eine Hoffnung genährt, die sich die eingesperrten DDR-Bürger 8 Jahre später in Massen erfüllen konnten – Ferien im bis dato westdeutschen Mittelmeerparadies …

Die Nichte will die Todesanzeige nicht …

So sah mein freundlicher Post aus …

… UND ICH BIN FASSUNGSLOS ÜBER DIESE REAKTION! Sie erinnern sich: Ich fand es großartig, dass jemand eines verstorbenen Deutschen mit einer Todesanzeige in einer Lokalzeitung auf Mallorkinisch gedachte. Was für eine wunderbare Integration, schrieb ich in meinem Blog. Dann bekam ich folgende Email von seiner Nichte:

Sehr geehrter Herr Thorer, vielen Dank für Ihre Bemühungen, aber letztendlich geht es darum, dassseine Todesanzeige als Anschauungsmaterial genutzt wird. Ich denke, dass Sie auf ihrem Blog über 
diverse andere Möglichkeiten verfügen, eine gelungene Integration darzustellen. Wir sind mit der Nutzung der Anzeige in diesem Sinne nicht einverstanden, und bitten Sie inständig aus Respekt 
gegenüber meines Onkels und meiner Familie, die Anzeige von ihrer Seite zu nehmen. 
Mit freundlichen Grüßen

Da habe ich ich den Post aus meinem Blog entfernt und möchte meine Verwunderung über das nicht nachvollziehbare Verhalten dieser Dame mit Freunden teilen. Aber für einen längeren Text fehlen mir einfach die Worte…

Ausgrabungen auf eigenem Land …

Das sind …
… nur einige …
… der Funde …
… aus der Erde …
… meines Gartens

DIE WOLKEN- BRÜCHE DER LETZTEN TAGE HABEN FLUSS- BETTEN IN MEIN GRUNDSTÜCK GEGRABEN – und kuriose Kostbar- keiten freigelegt! Ich wohne 200 m hoch (das ist ge- waltig für Mallorca) am Abhang eines Berges, rund 5 km Luftlinie vom Meer entfernt. Und den- noch sind in meiner Erde versteinerte Muscheln aufgetaucht, dazu Schne- cken und seltsam geformte Dinge aus dem Ozean. Er muss also vor Tausenden von Jahren bis zu mir hoch gereicht haben, 200 m hö- her, und als der Wasser- spiegel absank, blieben die Reste der Lebewesen zurück und versteinerten. Die Gärt- ner haben schon ab und zu sowas gefunden, aber die Regengüsse waren die sorgfältigsten Archäolo- gen! Ich sammle die Funde jetzt, klebe sie in die Lücken der Mares-Steine, aus denen mein Haus besteht. Das sieht fabelhaft aus, Ton in Ton, und erinnert mich täglich daran, dass ich auf dem ehemaligen Meeresgrund wohne …

„5000 Jahre Erfahrung …

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der riesigen Anzeige …

… IN EINER KAPSEL“ VERSPRICHT EINER IN LLUCMAJOR! Das ist bemerkenswert, da muss er Wissen aufgeschnappt haben, bevor noch die ersten Mallorkiner in ihre Talayots eingezogen sind. Er ist ein „Hypnose-Coach“, der „positive Anker setzt.“ Was immer das bedeuten mag. Er hat eine Website und man kann ihn auf dem Handy anrufen. Sein Werbeslogan ist „Sol y Salud“ – Sonne und Gesundheit, und er praktiziert in einem „Lebensfreudenhaus“. Der Mann ist mein neuestes (deutschsprachiges) Fundstück auf meiner ewigen Suche nach merkwürdigen Gestalten, die andere Menschen auf Mallorca beglücken und dabei gut verdienen wollen. Dafür hat er eine riesige Annonce aufgegeben, geschmückt mit seinem Porträt und einer Karikatur. Was hat diese Insel nur für eine Anziehungskraft auf Typen, denen man sonst nie begegnet …

Wie man zu einer Uhr kommt …

IM ANZEIGENMARKT ENTDECKE ICH IMMER ETWAS, denn Mallorca wird von skurrilen Typen bevölkert, die eine Menge Probleme haben. Wie jener, der am Sonntag, 15. September 2019, in Son Sierra de Marina eine Uhr verloren hat und den Finder um Rückgabe bittet. Wo hat er sie verloren? Den Ort gibt’s nicht auf Mallorca, es sei denn, es handelt sich um Son Serra de Marina. Und nehmen wir mal an, ich wäre der Finder, und bei der Uhr würde es sich um eine Jaeger-LeCoultre handeln – würde ich sie aushändigen aufgrund dieser Anzeige? Wie beweist einer, dass es seine Uhr ist, wenn keine Identifizierung eingeritzt wurde? Und wieviele Uhren werden an einem Sonntag in Son S(i)erra de Marina verloren, und welche ist dann seine? Ein lustiger Fall …

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!

Auf was für Ideen die Leute kommen …

ES LOHNT SICH, DIESE KLEINANZEIGE SORGFÄLTIG ZU LESEN! Da hat einer „Hunderte von Originaldekoartikeln auf 30 Südsee-Inseln“ gesam- melt, was auch immer das sein mag (ich vermute Schlimmes), und nun möchte er einen armen Kerl überreden, ihm die abzukaufen, um auf Mallorca eine „Südseebar“ zu eröffnen! Geht’s noch? „Kreativ helfen“ will der Anbieter auch noch, „habe Erfahrung“, sagt er. Warum macht er die Bar dann nicht selbst auf? Ich finde so eine Anzeige herrlich, weil sie erneut beweist, was so alles an kuriosem menschlichen Strandgut an den Küsten Mallorcas angeschwemmt wird – und wie diese Leute dann verzweifelt versuchen, über die Runden zu kommen, und das möglichst auf Kosten Anderer. Für mich ist klar: Der Südsee-Sammler ist ein Fall für VOX, der schreit geradezu nach einer TV-Realitysoap