Kuriositäten

„5000 Jahre Erfahrung …

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der riesigen Anzeige …

… IN EINER KAPSEL“ VERSPRICHT EINER IN LLUCMAJOR! Das ist bemerkenswert, da muss er Wissen aufgeschnappt haben, bevor noch die ersten Mallorkiner in ihre Talayots eingezogen sind. Er ist ein „Hypnose-Coach“, der „positive Anker setzt.“ Was immer das bedeuten mag. Er hat eine Website und man kann ihn auf dem Handy anrufen. Sein Werbeslogan ist „Sol y Salud“ – Sonne und Gesundheit, und er praktiziert in einem „Lebensfreudenhaus“. Der Mann ist mein neuestes (deutschsprachiges) Fundstück auf meiner ewigen Suche nach merkwürdigen Gestalten, die andere Menschen auf Mallorca beglücken und dabei gut verdienen wollen. Dafür hat er eine riesige Annonce aufgegeben, geschmückt mit seinem Porträt und einer Karikatur. Was hat diese Insel nur für eine Anziehungskraft auf Typen, denen man sonst nie begegnet …

Wie man zu einer Uhr kommt …

IM ANZEIGENMARKT ENTDECKE ICH IMMER ETWAS, denn Mallorca wird von skurrilen Typen bevölkert, die eine Menge Probleme haben. Wie jener, der am Sonntag, 15. September 2019, in Son Sierra de Marina eine Uhr verloren hat und den Finder um Rückgabe bittet. Wo hat er sie verloren? Den Ort gibt’s nicht auf Mallorca, es sei denn, es handelt sich um Son Serra de Marina. Und nehmen wir mal an, ich wäre der Finder, und bei der Uhr würde es sich um eine Jaeger-LeCoultre handeln – würde ich sie aushändigen aufgrund dieser Anzeige? Wie beweist einer, dass es seine Uhr ist, wenn keine Identifizierung eingeritzt wurde? Und wieviele Uhren werden an einem Sonntag in Son S(i)erra de Marina verloren, und welche ist dann seine? Ein lustiger Fall …

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!

Auf was für Ideen die Leute kommen …

ES LOHNT SICH, DIESE KLEINANZEIGE SORGFÄLTIG ZU LESEN! Da hat einer „Hunderte von Originaldekoartikeln auf 30 Südsee-Inseln“ gesam- melt, was auch immer das sein mag (ich vermute Schlimmes), und nun möchte er einen armen Kerl überreden, ihm die abzukaufen, um auf Mallorca eine „Südseebar“ zu eröffnen! Geht’s noch? „Kreativ helfen“ will der Anbieter auch noch, „habe Erfahrung“, sagt er. Warum macht er die Bar dann nicht selbst auf? Ich finde so eine Anzeige herrlich, weil sie erneut beweist, was so alles an kuriosem menschlichen Strandgut an den Küsten Mallorcas angeschwemmt wird – und wie diese Leute dann verzweifelt versuchen, über die Runden zu kommen, und das möglichst auf Kosten Anderer. Für mich ist klar: Der Südsee-Sammler ist ein Fall für VOX, der schreit geradezu nach einer TV-Realitysoap

Schildbürger gibt’s auch auf Mallorca …

Gibt es Leute in Felanitx, die durch Mauern gehen können …? Es sieht so aus …

… WIE MAN AN DIESEM ZEBRASTREIFEN SIEHT. Ich habe ihn in Felanitx vor der Casa de Cultura und gegenüber der Ortskathedrale entdeckt und er lädt die die Benutzer dazu ein, direkt gegen eine Wand zu laufen! Mir erscheint das Gemäuer, das den Zebrastreifen blockiert, keineswegs neu zu sein und davor gibt es auch keinen Gehweg. Was die Streifenpinselei umso rätselhafter macht. Und skurril ist ebenso, finde ich, dass man das Ding nicht weggemalt hat, als endlich klar war, was für ein Unsinn da existiert …

Das waren noch Zeiten …

Eine Bank alter Schule …

… ALS BANKEN AUF MALLORCA MEHR KONNTEN ALS HEUTE! Folgenden Schriftzug in antikem Edelmetall entdeckte ich an der Fassade eines schönen alten Mares-Gebäudes in Llucmajor: CAJA DE AHOR- ROS Y MONTE DE PIEDAD DE LAS BALEARES. Ich übersetzte: „Sparkasse und Gipfel der Gnade“ oder „Berg des Erbarmens“. Das ist keck. War’s möglich, dass ein Direktor vor 130 Jahren seiner Bank einen solch zynischen Namen verpassen konnte? Ja, aber es heißt etwas Anderes: „Monte de Piedad“ bedeutet Leihhaus. Hier konnten kurzzeitig klamme Menschen ihre Wertsa- chen versetzen. Banken waren damals auch Pfandhäu- ser. Das sind sie längst nicht mehr, aber einige Schrift- züge haben überlebt. Heilige Muttergottes von Lluc, Mallorca ist voller Skurrilitäten, wenn man es offenen Auges durchstreift …

MI MUSEU: Die Aktie des großen Betruges …

1935 ERSCHIENEN EIN PAAR CLEVERE GANOVEN IN PALMA, gründete eine Gesellschaft, verausgabten Aktien – und versprachen, mit dem Geld eine Seilbahn auf den Puig Major zu bauen. Natürlich dachten sie nie daran, besaßen nicht mal die notwendigen Genehmigungen (zudem brach wenig später der Bürgerkrieg aus), aber es gab genügend Investoren, die von der mühelosen Besteigung von Mallorcas höchstem Gipfel träumten – und dann platzte die Illusion. Das Geld war weg, die Ganoven auch, nur die hübschen bunten wertlosen Börsenpapiere blieben übrig, und sie gelten heute als Spitzenwert im Sammelgebiet „Insel-Aktien“. Meine Exemplar über 5000 Pesetas (sorry, das Glas hat einen Sprung!) konnte ich für 40 Euro beim spanischen Ebay erwerben …

Suche Taucher, biete Handtuch …

MANCHMAL SIND KLEINANZEIGEN, die ich entdecke, so skurril, dass sie eigentlich nur als Scherz gemeint sein können. So wie diese hier, wo einer bei Santa Maria einen „Helfer mit kleiner Taucher-Ausrüstung“ sucht, um „im Pool kleine Fliesen anzukleben.“ Gegen „angenehme Bezahlung, dazu Handtuch, Kaffee etc.“.  Wie, bitte? Taucher-Ausrüstung, also arbeiten im vollen Pool? Wasser nicht ablassen und keinen echten Handwerker holen? Es sind zwar zwei Telefonnummern angegeben, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass einer diese Annonce im nüchternen Zustand aufgegeben hat, sorry. Nimmt man sie jedoch als Spaß, ist sie wirklich lustig – und deshalb zeige ich sie in meinem Blog …

MI MUSEU: Ein faschistischer Weihnachtsgruss …

Es könnte ein Unikat sein …

ER STAMMT VON 1938, wurde von einem italienischen Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg von Palma nach Rom geschickt und zeigt Diktator Franco auf einem aufgeklebten Foto mit Wimpelgeflatter und Blumen in einem Lorbeerkranz. Die Weihnachtskarte ist mit einem weißen Seidenband verschließbar, sie scheint handgemalt zu sein und folglich kann es nicht sehr viele Exemplare geben – wenn sie nicht sogar ein Unikat ist! Ich habe sie 1980 auf dem Flohmarkt in Palma gekauft und sie kostete mich 100 Peseta, das waren damals rund 60 Pfennige. Gäbe es ein Museum des spanischen Faschismus, so wäre dieser Weihnachgruß sicher ein Ausstellungsstück …

 

 

 

 

 

Die Insel ist voller Fragezeichen …

So sieht das flaschenmäßig aus …
… und so aus der Nähe

DA FUHR ICH EINEN EINSA- MEN FELD- WEG ENT- LANG und kam zur Bau- stelle einer offen- sicht- lich rie- sigen Finca. Das wunderte mich nicht, aber warum wa- ren in die Krone der Mauer rundherum an die 100 leere Plastikflaschen in der aparten Farbe Dunkelblau ein- zementiert worden? Gerade so, dass ihr Kopf mit dem Verschluss rausschaut. Und einige schräg? Seltsam! Ich vermutete, dass Obradores, unzufrieden mit ihrem Lohn, den Auftrag eines Extranjeros ein bisschen sabo- tiert haben. Das stimmte aber nicht, denn ein Arbeiter werkelte mit Beton und ich fragte ihn. Antwort: In die Löcher, in denen die Flaschen stecken, werden später Pfähle eingesetzt, die den Maschenzaun tra- gen. Ein listiges Verfahren, das unbekannt sein dürfte nördlich des 30. Breitengrades … – und: Anschei- nend gelten leere Plastikflaschen auf Mallorca jetzt als wertvoll und werden als Baumaterial gesammelt! Welch‘ besondere Art des Recycling …