Kuriositäten

Ich sah einen Maerchenerzaehler!

So ähnlich sah das aus in Portocristo …

SIE GLAUBEN GAR NICHT, wie ich mich ärgere – dass ich keine Kamera dabei hatte! Denn da stand am Markttag (Sonntag) ein Märchenerzähler auf der Mole in Portocristo, in einem 7/8-Kreis scharten sie rund 20 Kinder um ihn, Erwachsene lauschten in dezenter Entfernung, der Erzähler unterstrich seine Worte mit geschickt platzierten Gesten – und seine Zuhörer waren fasziniert! Es war ein älterer Mallorkiner, und ich hörte heraus, dass er aus dem Sagenschatz der Insel, den „Rondailles“, zitierte, aber auch alte Kindermärchen und wohl selbst erfundene Geschichten vortrug. Er war dabei normal gekleidet, er spielte nicht den orientalisch aufgemotzten Märchenerzähler, aber er besaß, wie sie, eine faszinierende Stimme. Ich war begeistert, dass es so etwas noch gibt, allerdings habe ich so eine Gestalt nie vorher und auch danach nicht gesehen. Ich habe nicht bemerkt, dass er Geld erbeten hätte für seinen Vortrag (aber es muss wohl so sein), es standen kein umgestülpter Hut und kein leerer Topf herum, und wenn er wirklich nur aus Spaß an der Freude Märchen erzählte, dann bin ich noch viel begeisterter …

SE VENDE: Ein Stierkampf-Plakat von 1942

ICH WIEDERHOLE MICH GERN: Jetzt, da Stierkampf der Vergangenheit angehört, wird die Werbung für diese archaische Tradition sammelwürdig – und teuer. So wie dieses Poster von 1942 aus der Plaza de Toros in Palma, das für den Auftritt des damals berühmten Toreros Sacamontes geworben hat. Es ist ein Kuriosum, denn es wird nicht nur eine Corrida angekündigt, sondern auch ein Feuerwerk, und dazu noch die Möglichkeit, Sachpreise zu gewinnen: ein komplettes Schlafzimmer, ein Damenfahrrad, eine Armbanduhr usw. Dieses Kunstwerk auf Papier ist zwar optisch recht schmucklos bis auf zwei kleine Schwarzweißfotos, dafür hat es 1. ein ungewöhnlich attraktives Format mit 90 cm Länge, und ist 2. erstaunlich gut erhalten für seine über 70 Jahre. Da ich mir bewusst bin, wie gesucht diese alten Stierkampf-Plakate sind, möchte ich mindestens 10 Euro dafür haben …

 

 

 

 

 

 

Ein bisschen nutzlose Nostalgie …

Der Roman als Taschenbuch

SOWAS IST DOCH AUCH MAL HÜBSCH! Da entdeckte ich einen Prospekt aus dem Jahr 1889, in dem Portocristo und Portocolom (die damals beide zu Manacor gehörten, und Portocolom noch mit -n geschrieben) noch bedeutende Häfen der internationalen Dampfschifffahrt waren. Wöchentlich verkehrten die „Hernestina“ und die „Victoria“ zwischen den beiden Insel-Orten und der südfranzösischen Stadt Sete („Cette“ oder „Seta“ genannt) und legten auf ihrer Route in Palma und Barcelona an. Kurios? Ja, denn keiner weiß das mehr, und Dampfschiffe laufen auf Mallorca heute nur noch Palma und Alcudia an (in Gestalt von Kreuzfahrern, Fähren und Frachtern). Die Verbindung scheint damals jedoch so populär gewesen zu sein, dass der berühmte Schriftsteller Jules Verne seine Helden in „Clovis Dardentor“, dem einzigen seiner Romane, der auf Mallorca spielt, in Sete an Bord gehen lässt für die Fahrt nach Palma! Übrigens ein Buch, das in keiner Finca-Bibliothek fehlen sollte, zudem ist es witzig mit Stichen illustriert …

 

 

EIN SCHUH namens MAJORCA …

Eine dramatische Werbung …

ICH FAND DIESE WERBUNG IN EINER ALTEN US-ZEITSCHRIFT – und sie erheiterte mich! Heißt es doch: „Lauf in Mallorca“ – auf Amerikanisch! Und da wird von der „lazy island“ gesprochen, und dass dort viele Ziegen leben, und dass man aus der Haut der mallorkinischen Zicklein herrliches Leder machen kann – und dass das exklusiv verwendet wird für besonders noble Herren-Halbschuhe mit Namen „Majorca“! Die Werbung stammt aus den 40er-Jahren und von der Firma Johnston & Murphy in Nashville (Tennessee). Sie haben zum Schuh auch eine romantische Küstenlandschaft mit Segelboot abgebildet und zwei Palmen, die einen dramatischen Sonnenaufgang umrahmen. Johnston & Murphy gibt es heute noch, aber den Schuh namens „Majorca“ nicht mehr (ich habe mich erkundigt). Also war der Ruhm unserer Insel bereits vor 80 Jahren bis ins tiefe amerikanische Hinterland gedrungen, nur ist unklar, ob die Firma diese Schuhe auf Mallorca fertigen ließen oder nur das Leder importierten. Übrigens: „Majorca“ gab’s in Schwarz und Braun und das Paar kostete 37.50 US-$, was damals ziemlich teuer war. Soviel dürfte dieses feine grafische Sammlerstück auch wert sein …

Ja, was ist denn das?

Wie ein grünlicher Bergkristall …
… wie ein Smaragd …
… und wie Milchglas …

… SAGEN ALLE, DIE ICH BEI MIR BEGRÜSSEN DARF! „Das“ sind gläserne Brocken auf der Terrassenmauer, manche milchig, mache grünlich-transparent, und keiner glaubt mir, dass das mal Cola-Flaschen waren! Meine Großmutter, Gott hab‘ sie selig, hat sich ihre Gläser zwischen 1960 und 1970 in der Glasbläserei in Consell  (… auch sie hat Gott längst selig …) nach eigenen Entwürfen anfertigen lassen, das war damals billiger als die fertigen Gläser im Laden (und schöner), und da fielen ihr diese Glasbrocken auf. Es war das Rohmaterial der Glasbläser, eingeschmolzen aus den Wegwerfen-Flaschen, und dann erneut geschmolzen, eingefärbt und zu neuem Leben erweckt. Der Chef hatte gesehen, wie meine Großmutter gestaunt hat, und da sie eine gute Kundin war, hat er ihr die Brocken geschenkt, von denen einige mehr als ein Kilo wiegen. Heute sind sie als glitzernde Dekoration auf der Terrassenmauer ebenso schön wie die Gläser nach Maß, die Abkömmlinge der Brocken sind, drinnen im Geschirrschrank …

Der unklare Dauerbrenner …

Wer weiß mehr?

ÜBER DIESE ANZEIGE HABE ICH SCHON EINMAL BERICHTET, im Oktober 2018. Ich habe sie damals schon nicht verstanden – und jetzt, in der erweiterten Form, noch weniger. Seit Monaten steht sie in den Mallorca-Blättern und scheinbar reagiert keiner (außer mir). Ich habe vor ein paar Tagen die angegebene Telefonnummer angerufen, aber – wie fast zu erwarten – funktionierte sie nicht. Was will dieses Pärchen? Gruppensex, billige Bleibe, Business aufbauen, erben, abstauben? Wieso muss der Sponsor „enamorado“ sein, und wieso gibt’s eine „Dringlichkeit“? Und und und – aber wenn man bedenkt, dass so eine Anzeige Geld kostet, und das über Monate, muss doch ein fester Plan dahinter stecken! Hiermit werfe ich diese Anzeige als „Conversation Piece“ unter die meine Leser …

 

 

Hier zahlen auch Kinder …

Das kuriose Schild …

ALS ICH NEULICH DURCH EIN STÄDTCHEN (im Insel-Inneren) FUHR (welches, das bleibe ein Rätsel …), da sah ich an einem Restaurant folgenden Hinweis: „Atencion! Los niños tambien pagan, menos pero pagan“ – Auf Deutsch: „Achtung! Auch Kinder zahlen hier, zwar weniger, aber sie zahlen!“ Ich kann mir vorstellen, was da geschehen war in der Vergangenheit: Die Niños haben das Büffet gestürmt, sich die Teller vollgeladen (vor allem mit Desserts), dann die Hälfte liegen gelassen – und die Eltern mussten für ihre Sprösslinge bezahlen, womit sie (aus welchen Gründen auch immer) nicht gerechnet hatten. Darüber kam’s zum Streit, der den Eltern nichts half, sie mussten zahlen, und da stellte der Wirt dieses Warnschild auf! Eine kleine Kuriosität aus dem Alltagsleben der Insel, amüsant und von eminenter Bedeutung, wenn man mit vier hungrigen Kindern einfällt …

Wir waren mal ein Dresch-Apparat …

Gesehen auf einer Terrasse …
… als Paar, das ein Dach trägt

DAS KÖNNTEN DIESE BEIDEN SÄULEN SAGEN, wenn sie laut sprechen könnten. Leise tun sie’s, drücken aus, wie schön sie sind, und wie sie sich freuen, nicht mehr im Kreis über die Erde gezogen zu werden, sondern aufrecht und stolz auf einer Terrasse das Dach zu tragen! Denn diese Säulen waren mal aus Kalkstein gehauene Dreschgeräte, an einem Ende schmal, am anderen Ende breit, die im Profil aussehen wie Sterne; sie wurden über Getreide gezogen und ihre scharfen Kanten prügelten die Körner aus den Ähren. Dafür steckten sie in einem Holzrahmen, der meist verlorengegangen ist auf den Bauernhöfen, da man diese Eggen seit Jahren nicht mehr benützt. Meine Familie hat sie seit 1960 immer wieder gekauft, um sie als Säulen in unsere Finca einzubauen – und mittlerweile hat sich dieses Recycling-Design derart herumgesprochen, dass man es an vielen Villen findet.

 

 

 

Ratten lieben Maxfly …

Um so einen Ball geht es …
… den ewig hungrigen Nagern

MEHR NOCH: SIE FRES- SEN KEINE ANDE- REN GOLF- BÄLLE! Warum das so ist, weiß ich nicht, vielleicht steckt in den Maxfly eine andere, besser duftende und schmackhaftere Füllung. Jedenfalls ist es so, dass ich in meiner Garage einen Holzbottich mit rund 300 Fundbällen stehen habe, gesammelt aus den Roughs mallorkinischer Golfplätze, und die Ratten nagen die anderen Marken nicht an – sie verschmähen sie, kann man sagen, und selbst dann, wenn zufällig mal kein Maxfly im Bottich ist! Ich denke, wenn ich das der Firma melde, bekomme ich keinen Sponsorenvertrag; aber die anderen Hersteller muss das doch freuen: Der Ball, den die Ratten zum Fressen gern haben …

Viel mehr auf die Balkons achten!

Wieviele sind’s allein hier? Mindestens 9 …
Das Buch der Balkone

ICH KENNE KEINE STADT, DIE SO VIELE HAT – und in derartig unterschiedlichen  Varianten! Es muss eine Zeit gegeben haben, da man ungern auf die Straße ging und auf diese Weise am Leben in den Gassen teilnahm. An den „Miradors“ genannten Balkonen kann man auch erkennen, wie alt ein Haus ist – und die ältesten stammen aus dem 17. Jh. Die Balkone sind nie sehr tief, aber oft sehr breit, total verglast und meist etagenhoch. Da passt selten ein Sessel rein und heute dienen sie mehr als schmaler Wintergarten oder Abstellkammer. Dennoch lohnt sich ein Balkonblick beim Rundgang durch Palma immer und es gibt sogar ein hübsches Büchlein von 1989, das man immer noch bei Amazon oder Ebay bestellen kann: „Els Miradors en l’Arquitectura de Palma“ von Mercedes Gambus und Sebastia Mas.