Mallorkiner

Corona ist nicht die erste Seuche …

Ein Massenlager mit Grippe-Erkrankten im Jahre 1918 …

… DIE ÜBER MALLORCA HEREINBRICHT! Es gab viel Schlimmeres und verflucht häufig, mit Tausenden von Toten, und das ist noch gar nicht sooo lange her! Lassen wir mal das Mittelalter beiseite und schauen wir nur auf die Seuchen seit 1800, da ergibt sich folgendes Bild: 1820: Pest in Son Servera, mehrere hundert Tote.1821: Gelbfieber-Epidemie in Palma, viele Tote.1865: Cholera in Palma und Andraitx, über 2000 Tote.1870: Erneute Gelbfieber-Epidemie in Palma mit vielen Toten.1918: Spanische Grippe auf allen Inseln, mehrere tausend Tote. Da können wir wirklich froh sein, dass man heutzutage dank umfassender Kommunikation einen Lockdown so mühelos einrichten kann – und dass er ziemlich gut wirkt! Und neidvoll erfahren wir, dass die idiotischen Impfgegner wegen „fahrlässiger Körperverletzung“ betraft werden konnten …

Kolumbus? Sobrassada in der DNA …

Man beachte die ersten zwei Worte …

SO WIRD DAS GEHANDHABT AUF MALLORCA: Amerikas Entdecker wurde in Felanitx geboren (nicht in Barcelona oder gar Genua!) und startete ursprüng- lichst in dem nach ihm benannten Portocolom zu seinen Seereisen. Punkt, Widerspruch zwecklos. Bewiesen ist das noch nicht, aber alles deutet tatsächlich darauf hin – und in der Wochenzeitung „Felanitx“ vom 20. August entdeckte ich folgendes Foto mit der entsprechenden Bildunterschrift! Da- bei der amüsante Seitenaspekt im Text: „La presencia de traces de sobrassada de porc negre en l’ADN de Cristofol Colon …“ Dass es in der DNA von Kolumbus Spurenelemente der Sobrassade vom Schwarzen Schwein gibt! Selbst solche Quatsch-Satiren verwenden die rund ein Dutzend Nachkommen jetzt schon, um auf alle Arten endlich zu ihrem berühmten Vorfahren zu kommen …

 

Nichts gelernt von den Mauren …

Das Aquarell eines maurischen Wassersystems …

ALS ES GESTERN NACHT ZWEI STUNDEN WIE AUS KÜBELN GOSS, musste ich an Allah denken! Naja, sagen wir – an die Mauren, die Mallorca 300 Jahre regierten und nie mit Wasserknappheit zu kämpfen hatte. Klar – es gab damals weder Hotels, noch 1 Million Menschen, aber das sind die typischen Ausreden-Argumente. Denn die Mauren legten Auffang- kanäle mit Wasserbecken an und es gelang ihnen, jeden Regentropfen zu fangen! Was geschieht heute? Es pladdert reichlich vom Himmel und verschwindet ungenutzt in der Erde. Jaaa, kommt jetzt ein Klugscheißer, wir haben doch die Stauseen in der Tramuntana, das Grün trinkt den Regen und in Banyalbufar …! Wohl, wohl – und wieviel geht verloren? 90 %! Weil die Regierung nicht so klug ist wie die Mauren vor 1000 Jahren. Wäre sie es, müsste Mallorca nicht verdursten. Die Insel leidet es aber, weil die Regierung Touristen statt Ingenieure zu den wenigen noch nicht zerstörten Wassersystemen der Mauren schickt.

Wer bewohnt eigentlich Mallorca?

Dumm, aber nicht grundlos …

MALLORKINER NUR NOCH ALS MINDERHEIT! Das ist Faktum 1. Überhaupt wurden nur noch 56 % der Einheimischen auf einer der Baleareninseln geboren, und von denen nur noch etwa 300 000 als echte Mallorkiner auf ihrem eigenen Eiland. Und nun kommen die Hammer-Zahlen: Von den restlichen 46 % stammen 20 % vom spanischen Festland (nun ja, das sind immerhin Landsleute, wenn auch meist nicht willkommen), aber 23 %, also fast ein Viertel aller Bewohner, aus dem übrigen Ausland, darunter natürlich Deutschland!!! Das bedeutet: Fast jeder Zweite, der auf unserer Insel wohnt (das „unser“ ist bereits eine Einwanderer-Anmaßung), ist längst „einer von Draußen“ – und dabei fehlt in der amtlichen Statistik noch 1 % (da darf man rätseln, woher diese Menschen stammen). Was sagt uns das Alles? Das man Verständnis haben muss für gewisse Auswüchse, weil sich die armen Mallorkiner allmählich vorkommen wie Gäste im eigenen Heim …

Das sind keine Geistlichen der Taliban …

UM GOTTESWILLEN, NEIN, SONDERN MALLORKINISCHE AKADEMIKER in den traditionellen Talaren der Balearen-Universität (UIB) im Norden Palmas! Es ist also ein sehr nobles, bemerkenswert traditionelles, um nicht zu sagen: recht originelles Outfit, mit einer Art seidenem Bolero-Jäckchen, einer schwarzen „Fliege“ zum weißen Hemd, Medaillons am Kettchen und einem Käppi, das rundherum aus Fransen besteht. Dass es die Talare in Blau, Rot und Schwarz gibt, war mir neu, aber die Kolorierung bezieht sich auf wissenschaftliche Grade und der eher unauffällige Herr in Schwarz (Foto rechts) ist der Rektor. Übrigens: Bekommt man eine der eher seltenen Ehrendoktor-Würden der UIB, wird man ähnlich eingekleidet – ich erwähne das nur am Rande, denn leider werde ich nie in den Genuss eines Dr. hc. Malle kommen …

Tourismus? Eigenwillig, aber nicht schlecht …

ICH KÄUE JETZT MAL ZAHLEN WIEDER, aber lasse sie nicht einfach in der Gegend stehen, sondern erlaube mir meinen eigenen Senf dazu. Da gibt es in Spanien ein Statistik-Institut namens INE, das immer genau hinschaut und jetzt, in der Corona-Zeit, ganz erstaunliche Zahlen herangeschafft hat. Ich habe drei ausgewählt, denn sie scheinen mir eine sehr spezielle, aber begrüßenswerte Entwicklung anzudeuten – vor allem kann sich auch jeder deutsche Tourist betroffen fühlen, von den Residenten ganz zu schweigen. Zahl Nr. 1: Die Hotelauslastung auf den Balearen im Juli lag bei unerwarteten 62 % und war damit besser als in allen anderen Regionen Spaniens. Es kommt Geld rein, die Insel-Ökonomie atmen auf. Zahl Nr. 2: Vier von 10 ausländischen Urlaubern in Spanien reisten auf die Balearen – das ist eine erstaunlich hohe Zahl, denkt man nur an die Städtetouristen in Madrid und Barcelona! Zahl Nr. 3: Wo haben in dieser Quarantäne-Zeit die Mallorkiner selbst ihre Ferien verbracht? Vor allem auf den Nachbarinseln: 47 024 machten sich per Schiff allein im Juli auf nach Menorca, Ibiza und Formentera, so viele wie nie zuvor! Das muss man unter Schlauheit verbuchen – und wohl dem, der solche Urlaubsziele vor der Haustür liegen hat …

Das Problem mit dem E …

So wirbt die Regierung mit E-Zapfsäulen …

ICH DENKE, DIE REGIERUNG VON MALLORCA VERPASST TÄGLICH EINE CHANCE: Auf E-Autos umzustellen! Die Insel ist selbst auf ihren längsten Distanzen überschaubar: Wieviele Kilometer fährt denn der Rührigste am Tag? Maximal 140 km – Palma-Cala Rajada und zurück! Zumal die E-Zapfsäulen ja schon strategisch nicht schlecht verteilt sind! Vorschlag: Warum fängt man nicht mit der Mietwagenflotte an? Die Touristen fahren doch nur in Ausnahmefällen mehr als 100 km am Tag! Und dann greift sich die Regierung andere Gruppen raus: die Taxis (sowieso!), die Behördenfahrzeuge, die Lieferwagen usw. Wenn die Umstellung irgendwo leicht fällt, dann doch wohl auf Mallorca. Schritt für Schritt. Aber wahrscheinlich gibt es unter den Regierenden und den Abgeordneten zu viele, die Verwandte haben, die an Benziner verdienen und deshalb werde ich die E-Vernunft zu meinen Lebzeiten wohl nicht mehr erleben …

Endlich gibt’s dieses Buch …

Der deutsche Titel …
… und Bonet in Santanyi

… AUF DEUTSCH: Blai Bonets Roman „Das Meer“, im Jahre 2000 schon verfilmt von Agusti Villaronga, aber bisher vollständig und unver- fälscht nur in neun ande- ren Sprachen erschienen. Ein „mallorkinischer Zauberberg“, schrieb ein Feuilletonist, 25 Jahre nach Thomas Manns berühmten Roman er- schienen, aber ohne Sa- natorium, Luxus, Society und der persönlichen Freiheit wunschgerecht zu sterben, sondern als grausiger Nachklapp zum Spanischen Bürgerkrieg, spielend in einer entsetzlichen Nische der Franco-Zeit, einem Lungensanatorium mit Zwangspatienten auf Mallorca, einer Anstalt, die Bonet am eigenen Leib erlitten hat. Das ist keine Lektüre für den Strand, da warne ich, aber der großartige Schriftsteller aus Santanyi (1926-1997) hat mit diesem Buch (Originaltitel: „El Mar“) ein Meisterwerk verfasst, von einer Tiefe, die es erlaubt, die bloße Empörung über die Zustände damals historisch-literarisch zu begreifen – und auch ein bisschen mehr von diesem zauber- und rätselhaften Mallorca. Der deutsche Verleger, Frank Henseleit, hat es selbst übersetzt, auf 280 Seiten, und den Preis von 27.80 Euro festgelegt.

Lasst uns den Feigenmann besuchen …

 

Das ist Apotheker Pons aus Llucmajor …
… und sein Buch über die Balearen-Feigen

ER HEISST MONTSERRAT PONS I BOSCANA, ist eigentlich Apotheker, besitzt die Finca Son Mut Nou bei Llucmajor und pflegt ein herrliches Lebensziel: Er möchte endlich die beste Feige finden!!! Dazu hat er in 35 Jahren in der ganzen Welt fast 3000 Bäume gesammelt und bei sich angepflanzt, auf denen aktuell 1300 Sorten gedeihen. Heute gilt Son Mut Nou in Fachkreisen als die vielfältigste, also größte Feigensammlung auf Erden, und weil Pons kein Eigenbrötler ist, hat er seine Farm für Besucher geöffnet, die hier selbst pflücken dürfen, aber auch fachmännisch durch die Feigen geführt werden. Beides ist unterhaltsam, weil man u. a. erfährt, dass es allein auf den Balearen an die 260 Feigenarten gibt, und dass man wählen kann unter unendlichen Farbschattierungen in Grün, Violett und Gelb. Dass ich frische, also saftige Feigen in „Carlos I“ einlege, bis sie sich vollgesaugt haben, lehnt meine Frau übrigens ab: „Nach drei dieser Alkohol-Bomben sprichst Du immer so undeutlich …“. Bin aber glücklich …

Die bösesten Corona-Schilder …

Vier Se Vende-Schilder auf einen Blick!

… SIND DIE, AUF DENEN „SE VENDE“ STEHT! Meinem Empfinden nach, haben sie sich verdoppelt. Daran merkt man, dass der Virus einige Mallorkiner wirklich verarmt hat – sie müssen verkaufen! In einem blühenden Jahr hätten sie das nie getan, und ich war ziemlich betroffen, als ich in einem Ort im Insel-Inneren gleich vier SE VENDE-Schilder nebeneinander sah, und da ging es um ein neu erbautes Haus, eine Garage, eine Werkstatt und ein Hinterhof-Grundstück – und die Telefonnummern auf den Schildern waren unterschiedlich. Bedauerlich, und wenn ich daran denke, dass die Immobilienpreise auf dem Land abgestürzt sind, noch bedauerlicher, aber darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten …