Mallorkiner

Die bösesten Corona-Schilder …

Vier Se Vende-Schilder auf einen Blick!

… SIND DIE, AUF DENEN „SE VENDE“ STEHT! Meinem Empfinden nach, haben sie sich verdoppelt. Daran merkt man, dass der Virus einige Mallorkiner wirklich verarmt hat – sie müssen verkaufen! In einem blühenden Jahr hätten sie das nie getan, und ich war ziemlich betroffen, als ich in einem Ort im Insel-Inneren gleich vier SE VENDE-Schilder nebeneinander sah, und da ging es um ein neu erbautes Haus, eine Garage, eine Werkstatt und ein Hinterhof-Grundstück – und die Telefonnummern auf den Schildern waren unterschiedlich. Bedauerlich, und wenn ich daran denke, dass die Immobilienpreise auf dem Land abgestürzt sind, noch bedauerlicher, aber darüber werde ich in einem anderen Beitrag berichten …

Augen auf bei „Tia Emma“!

IN DEN KLEINEN LÄDEN LIEGEN NÄMLICH SEHR NÜTZLICHE HEFTE HERUM – die „Programme der Saison“! So wie das auf dem Foto für den Sommer 2021 in Felanitx und Portocolom. Sowas gibt’s in nahezu jeder Gemeinde, für fast jede Jahreszeit, voll mit Terminen & Tipps, oft bebildert und dies hier hat die Größe eines Comic-Heftes und dicht gedrängte 44 Seiten. Da steht alles drin, was leider zu 99 % an den Ausländern, selbst den Residenten, vorbei huscht: Sehe besuchenswerte Konzerte, Sportereignisse, Vernissagen, Kirchenfeiern, Theateraufführungen, Kabaretts, Festmahle usw. Natürlich ist der Text auf Mallorquin, aber leicht zu lesen, da es sich um reine Informationen handelt. Und die Sprache der Einheimischen ist eh einfacher zu lesen als Spanisch. Kosten? Nix. Und seien Sie versichert, dass Sie trotz aller Überraschung über ihr Erscheinen herzlich willkommen sind …

Hat das eigentlich schon jemand bemerkt …

Ich messe im Sitzen …

… DASS DIE TRADITIONELLEN TOILETTENSCHÜSSELN AUF MALLORCA NIEDRIGER SIND? Es ist wahrscheinlich so, dass ich erst 81 Jahre alt werden musste – und ein bisschen knielahm, um darauf zu kommen: Sind die Toiletten nicht brandneu, beträgt ihre Höhe ohne die Brille nur 39, mit 41 cm! Ich hab’s nachgemessen, siehe Foto! Das ist rund 10 cm niedriger als unsere gewohnten Porzellanbecken mit der Wasserspülung. Warum das so ist? Weil die ursprünglichen Mallorkiner ein Zwergenvolk sind/waren, oder sagen wir besser: von graziler Gestalt und bescheidenem Auftreten. Die sieht man nur noch in ländlichen Gegenden, wie man auf Mallorca überhaupt nur noch wenige Eingeborene erlebt, rund 300 000 sind übrig, wenn man großzügig ist, die Anderen kommen aus Festlandspanien oder stammen aus Mischehen. Das heißt: Die niedrigen Toiletten haben einen soziologisch-anthropologischen Hintergrund, das war weder lächerlich, noch unpraktisch, sondern dem Volk angepasst, und ich hätte ja in meinem Haus, das um 1960 erneut wurde, die Toiletten längst erneuern können/müssen/sollen. Dennoch: Ich glaube, dass ich mit meiner Messung in eine hoch interessante wissenschaftliche Lücke gestoßen bin, die eines Seminars an der Balearenuniversität durchaus würdig wäre …

Die Insel der Maskierten …

… DAS FÄLLT ALLEN AUF, DIE EINFLIEGEN ODER ANLANDEN: Die Disziplin, mit der alle Masken tragen auf der Insel! Da mag wohl auch die Furcht vor Strafen mitspielen, aber die Gäste aus der Bundesrepublik und vor allem die vom spanischen Festland, die sich bereits zu Tausenden auf Festivals rumtreiben, empfinden es doch als angenehm, dass selbst Campesinos auf dem Feld, Hausfrauen bei der Arbeit, Jogger im Hinterland, Fischer auf den Molen und Handwerker im Dienst (z. B. Fliesenleger im Haus eines Freundes) sich schützen wie die Bankräuber, die nicht erkannt werden wollen. Natürlich hat die Maskenpflicht auch den Geschäftssinn der Insulaner angestachelt, und auch wenn die Designs nicht immer den gesundheitlichen Vorgaben entsprechen, und so werden höchst unterschiedliche und durchaus dekorative Stücke angeboten, die man fast schon „Sammelobjekte“ nennen könnte. Drei Exemplare zeige ich hier …

Corona = QR-Code = Keine Speisekarte mehr!

So sieht der Code am Tisch aus …

SO GEHT’S NEUERDINGS SELBST IN TRADITIONELLEN RESTAURANTS ZU! Wie dem „Can Bernat“ in Portocolom (drüben auf der Cala Marcel-Seite). Ein „Einheimischen-Lokal“, was für lange Tradition, eine fabelhafte Köchin, die bei ihrer Mutter gelernt hat, und grundehrliche Gerichte spricht. So ist es! Das „Can Bernat“ ist, neben dem „Can March“ in Manacor, mein Lieblingsrestaurant (weswegen es ja auch ein alter Bekannter für meine Blog-Fans ist), und was ich da auf der Speisekarte finde, davon haben rund 50 % der anderen Beisl noch nie gehört. Sagte ich „Speisekarte“? Ja, aber es war ein Irrtum, denn wg. Corona gibt es keine mehr bzw. nur einen QR-Code auf jedem Tisch! Wer den scannt mit seinem Handy, hat das „Menu“ auf dem Schirm und kann bestellen! Das ist ungewohnt, aber praktisch, garantiert virenfrei und erstaunlich für eine Gaststätte, in der Generationen von Stammgästen verköstigt und alt werden. Als ich mich wunderte über den neuzeitlichen Fortschritt, wurde ich belehrt, dass das nun wirklich „gang und gäbe“ sei in der modernen Gastronomie. Ich hab’s im „Can Bernat“ zum ersten Mal erlebt …

Diskriminierung? Wie, bitte …?

 

Ortsschild von Marratxi, das an die Bergpredigt erinnert …

EIN MERKWÜRDIGER FALL: In der Urbanisation Son Negre (Marratxi) stand seit etwa 1998 ein Haus, das ohne Baugenehmigung errichtet worden war. Anfang Mai ließ es die Gemeinde, nach einer gerichtlichen Anordnung, abreißen – unter Geleitschutz einer, wie es heißt, auffällig großen Polizeitruppe. Nun hat sich der Anwalt der Bewohnerin gemeldet: Er will/wird die Gemeinde wegen „Diskriminierung“ verklagen! Warum? Weil das beseitigte Haus einer Roma-Familie gehörte – und weil der Aufmarsch der Polizeitruppe ja so ausgesehen habe, als müsste die Abrissfirma vor wütenden Anwohnern geschützt werden. Was eine böse Unterstellung sei und ein Imageschaden. Ist er das? Oder liegt die „Diskriminierung“ darin, dass schon der Abriss rassistisch interpretiert werden könnte? Die Autoritäten haben es, ein ich mir’s recht überlege, im Jahr 2021 nicht leicht und die Welt würde ein ganzes Stück lebenswerter sein, wenn man die anonymen Social Media dauerhaft abschalten würde …

Wer hat gesagt, dass alle Mallorkinerinnen ziemlich klug sind?

IRGENDEINER WAR’S, aber der kannte Aina Barceló nicht! Denn die hat jetzt einen Leserbrief geschrieben und der lautet (auf Englisch): „Very irresponsible to come to OUR Island, when your goverment is telling you not to come here! Tourists, you are not welcome, go back to Germany!“ Soll heißen: Haut ab, wenn Ihr zu uns kommt, obwohl Euch eure Regierung davon abrät! Ihr seid nicht willkommen! Hat man sowas Dämliches schon mal gehört? Da setzen wir uns über die (noch dämlichere) Empfehlung aus Berlin hinweg und dann gibt es so eine Mallorkinerin, die uns trotzdem von der Insel werfen möchte! Tja, Frau Barceló, manchmal hilft Nachdenken, bevor man redet, und besonders wichtig ist es, bevor man schreibt – und bezeichnend, dass Sie Englisch mit uns reden, weil Sie uns für zu blöd für Spanisch halten …

Arien auf den Erzherzog …

Carmen Riera
Ludwig Salvator

… WERDEN WIR BALD HÖREN, aber noch weiß man nicht, wie sie klingen werden, aber eins ist jetzt schon ziemlich klar: Das Libretto einer „Erzherzog-Oper“ wird unterhaltsam sein, denn Carmen Riera verfasst es gerade. Das ist Mallorcas bedeutendste Schriftstel- lerin, 1948 geboren und seit 1993 gibt es sieben ihrer Bücher auch auf Deutsch, das ist ein enormer Erfolg! Das Leben des kaiserlichen Adeligen aus Österreich, der mit seinen Veröffentlichungen mehr für die Insel getan hat als jeder andere Ausländer (und vielleicht sogar Insulaner!), gibt ja weiß Gott genug Stoff her. Von seiner Leidenschaft für Landschaften und seiner arkadischen Hofhaltung, von seinen bisexuellen Liebschaften bis zu den Besuchen von seiner Cousine, Kaiserin Sisi – das schreit geradezu nach einem klingenden Bühnenwerk, sei es nun Oper oder Musical! Ich jedenfalls bin sehr gespannt und werde Señora Riera anrufen, um zu erfahren, worauf sie ihr Hauptaugenmerk richtet …

„Menü für Verliebte“ zum Abholen …

Das Angebot …
… und das Menü

… GROSSARTIGE IDEE, und war hat sie gehabt? Das beste traditionelle Restaurant Mallorcas (behaupte ich immer wieder, auch wenn dort ein Hauch zu fett gekocht wird, wie’s halt Tradition ist): „Can March“ in Manacor, florierend seit 1925! Das Angebot des „Menu dels Enamorats“: 3 Gänge plus 1 Flasche Wein (weiß oder rose) vom Weingut Barbara Mesquida Mora, beim Hauptgang kann man wählen zwischen Spanferkel-Cannelloni (natürlich vom Schwarzen Schwein) und fangfrischem Bacalao. Preis: 35 Euro p. P.  Abholung: Nur am Abend. Kontakt: 971/55 00 02.

Verzeihung, gnädige Frau …

... ABER IHRE KLAGE IST GEGEN DIE GUTEN SITTEN! Sie (eine gewisse Katja Th.) beschweren sich darüber (in einem ellenlangen Leserbrief), 1. dass Jäger in Ihrem Wohngebiet laut knallen mit ihren Flinten, und 2. Ihren geliebten Kater erschossen haben, mit dem Sie, schreiben Sie, das Bett teilten. Diesen Tiermord finde ich auch furchtbar, und der Typ, der das getan hat, gehört vor Gericht! Aber eins muss ich Ihnen leider sagen: Sie können sich nicht in der Fremde ansiedeln („Ich bin vor vielen Jahren nach Mallorca aufs Land gezogen …“) und dann den Einheimischen vorschreiben, wie sie sich zu benehmen haben! Das ist zwar typisch deutsch (andere marschieren in der ersten Reihe der Demonstranten gegen Stierkampf, Autobahnen und Zersiedelung). Auch wenn wir mit Ihnen um Ihren Kater trauern – die Mallorkiner gehen seit der Erfindung des Schießpulvers auf die Jagd, also seit rund 800 Jahren, die wird strengstens kontrolliert, und wenn Sie sich beschweren, dabei würden „kleine Vögel“ erlegt, so ist das Unsinn: Ich versichere Ihnen, dass von einem Finken oder einer Drossel nichts übrig wäre, würden sie von einer Schrotladung oder Kugel getroffen. Die Jäger gehen zu 90 % auf Turteltauben (wofür ich sogar dankbar bin) und Rothühner, vergleichbar unseren Rebhühnern. Also hören wir „Quadratschädel“ auf, uns wie Deutsche in den ehemaligen Kolonien aufzuführen! Der Kauf einer Immobilie gibt uns noch lange nicht das Recht, uns auch im Ausland wie Sittenwächter aufzuspielen. Wir sind und bleiben GÄSTE und so sollten wir uns auch benehmen, und ich gehe sogar so weit, dass ich meine, Sie sollten als Ausländerin wegziehen statt die mallorkinischen Jäger zu vertreiben zu wollen, denn Sie sind ja in deren Revier eingedrungen …