Medizin

Stimmungslage Corona …

Ideal für die Corona-Quarantäne: Mandeln klopfen …

DIE EINEN SAGEN SO, DIE ANDEREN WS ANDERES, und die eigene Meinung möchte man ja nicht immer ins Schaufenster stellen! Deshalb zitiere ich meine kluge Schweizer Freundin Ruth aus der Email, die sie mir gerade geschickt hat: „Der erste wolkenverhangene Tag sein Wochen – und trotzdem schön. Auch wenn es auf der Insel zunehmend stiller wird. Restaurantbesuche werden weniger, Palma ist einsamer geworden, die Bar Bosch leerer, die Läden unattraktiv – für wen oder was sollten sie denn überhaupt attraktiv sein? In die Heimat zurückzukehren, macht nicht viel Sinn. Da ist es auf Mallorca schöner. So warten wir in unserem kleinen Refugium ab, was die nächste Zeit bringt.“ Recht so, Ruth, Gelassenheit besiegt die Seuchen, die Herrlichkeit der Insel verscheucht von Trübsinn infizierte Gedanken. Und wissen Sie, wofür die blöde Virus-Zeit ideal ist, weil so besinnlich, erholsam und doch irgendwie körperlich anspruchsvoll: Mandeln klopfen – vom eigenen Baum, beim Campesino geholt oder im Laden der Einheimischen gekauft …

Jetzt beginnen die Corona-Mysterien …

Foto: Anja Kaiser

ES MUSSTE JA SO KOMMEN, und es passiert auch auf Mallorca: Die erschütternden Corona-Geschichten, die aber für Journalisten kaum nachzuspüren sind, und meine Mutter pflegte immer zu sagen: „Ehe ich mich wundere, glaub ich’s nicht!“ Wie diese angebliche – oder tatsächliche – Tragödie: Eine Deutsche war mit ihrer in Palma lebenden Schwester verkracht, wollte sich in der schlimmsten Corona-Zeit doch mal nach ihr erkundigen, erreichte sie nicht, bekam schließlich einen Nachbarn an Telefon, der ihr mitteilte, dass die Schwe- ster am Virus verstorben sei, keine Angehörigen gefun- den werden konnten und sie in einem „Gemein- schaftsgrab anonym beerdigt“ wurde. Nun sucht die Schwester nach Möglichkeiten, die Leiche zu bergen und anständig in einem Namensgrab zu bestatten. Ist die Tragödie glaubhaft? Passierte so etwas mit alleinstehenden Ausländern auf Mallorca? Gibt’s überhaupt so etwas wie Massengräber in Palma? Kennt das Konsulat die Deutschen nicht, die auf der Insel leben? Alles nutzlose Fragen, da die Geschichte bereits im Umlauf ist! Geglaubt wird, was man erzählt. Und wenn nur ein Gran Wahrheit darin steckt, ist es der blanke Horror …

Die erstaunlichen Apotheken!

ICH MAG DIE INSEL-FARMACIAS AUS DREI GRÜNDEN: 1. Die netten Apothekerinnen sind geschult, ärztliche Beratung zu erteilen. 2. Vie- le Medikamente, die in Deutschland vom Arzt verschrieben werden müssen, sind rezeptfrei. 3. Die meisten kosten nur einen Bruchteil dessen, was deutsche Apotheken verlangen. „Lixiana“ z. B., das sündhaft teure Bluthochdruckmittel, kaufe ich einfach so (es ist allerdings nicht billiger als Zuhause). Für andere Arzneien warte ich, bis ich auf Mallorca bin, weil ich hier oft nur ein Drittel bezahle. Andere Namen? Kein Problem, es gibt immer ein spanisches Equivalent und durch die vielen deutschen Patienten sind nahezu alle Apotheken auf diese Kundschaft eingestellt. Inso- fern betrachtet, ist die Insel ein pharmakologischen Paradies …

Das Geheimnis der „Pau“

pau-1pau-2ES IST DAS GEHEIMNIS, das am konsequentesten von den (echten) Mallorkinern bewahrt wird – vor den Ausländern, aber auch vor den Festlandsspaniern. Es ist das Rätsel der Männer, die „Pau“ genannt werden, auch wenn sie Toni, Andreu oder Simo heißen. Alle – und es sind immer nur Männer – wurden am 29. Juni geboren, dem Tag von Peter & Paul (Pau), das ist die Voraussetzung für ihre unerklärliche Gabe: Sie können mit Spucke Wunden oder sogar interne Wehwehchen heilen! Indem sie ihren Speichel mit dem Finger in/auf die schmerzende Stelle reiben. Nicht mehr, nur das. Die Mallorkiner schwören auf die „Pau“, jeder kennt mindestens einen in seiner Umgebung, und mir sagte eine Bäuerin: „Warum soll ich mir die Mühe machen, in ein Krankenhaus zu gehen, um mir eine teure Spritze geben zu lassen? Der Pau kann das viel besser.“ Inzwischen kenne auch ich einen „Pau“ in der Nachbarschaft und einige meiner deutschen Freunde, sofern sie wirklich altingesessen sind und als integriert gelten, haben Heilungen mit Spucke erlebt. Fragen Sie doch mal einen echten Mallorkiner, sofern Sie je einen treffen, nach so einem geheimnisvollen Heiler, und übrigens: Da sie für ihre Gabe nichts können, nehmen sie kein Honorar; Geschenke sind aber erlaubt. Appetitlich? Nun ja, aber wenn’s hilft …

Erstklassige Optik in der Augenklinik …

HABEN SIE’S AN DEN AUGEN? Wollen Sie mal einen kleinen Check machen lassen? Der Spezialist heißt Dr. Lluis Salva, er hat mehrere Kliniken auf der ganzen Insel („Oftalmed Laser Clinic“) – und, jetzt komme ich zum eigentlichen Thema, ist bedeutender Kunstsammler. Nicht nur das: Er dekoriert seine Wartesäle, Behandlungs- zimmer und OP-Räume mit großartigen Bilder (Originale und auf ihn signierte Drucke) namhafter Maler, die man sonst nur in Museen und Galerien sieht. Das ist ein optisches Geschenk für die Patienten, und eigentlich müsste man zu den Empfangsdamen sagen: „Entschuldigen Sie, meine Augen sind perfekt, aber darf ich mal die Gemälde in Ihren Räumen besichtigen?“ Wahrscheinlich würde man es Ihnen lachend gestatten! Als ich vor ein paar Tagen bei Dr. Salva in Mancor war, entdeckte ich Bilder von Riera Ferrari, Mir, Coll Bardolet, Cittadini, Ramis, Torrents Llado, Singer Sargent und Dutzenden anderer Künstler. Die hängen da einfach so. Ich war baff …

 

 

 

Ein Ayurveda-Sanatorium!

Ayurveda 2Ayurveda 3Ayurveda 1WAS WERDE ICH ÜBERSCHÜTTET mit Angeboten reizender Damen, die alle möchten, dass ich über ihr Ayurveda-Beauty-Spa berichte! Mit 600 steinernen Elefanten im Garten und versorgt von tanzenden Fingern herrlicher Thai-Pflegerinnen! Ich glaube nicht daran, zumal ich weiß, wieviele der „Therapeutinnen“ dreist eine eigene Praxis aufmachen, nachdem sie einen dreimonatigen Kurs in Karala absolviert haben. Nein, für Scharlatanerie ist Avurveda zu kostbar, aber was „Ayurveda Mallorca“ anbietet in einem ausgeklügelt schicken  „House of Silence“ auf einem bewaldeten Hügel über Montuiri, das leuchtet mir ein: ein Sanatorium, in dem doppelt ausgebildete Mediziner (Arzt-Studium in Deutschland und Ausbildung zum Ayurveda-Arzt in Indien) mit der uralten Kunst Leiden heilen, oder es zumindest versuchen, z. B. Tinnitus, Bandscheibenvorfälle, Migräne und Fettleibigkeit. Der Erfolg des Sanatoriums ist derart durchschlagend, dass es bis Ende 2017 ausgebucht ist (Interessenten sollten es dennoch probieren, eine kleine frühere Chance gibt es immer). Schon deshalb muss sich das Sanatorium ergrößern und die Betreiber planen deshalb im Moment einen Neubau in der Nähe von Sa Rapita. Es ist eine gepflegte Anlage ohne den üblichen Beauty-Chi-Chi, ein indischer Koch sorgt für adäquate Ayurveda-Speisen, und was die Preise betrifft, so möchte ich mich raushalten, das muss jeder selbst mit dem Management ausmachen.

Internet: www.ayurvedamallorca.eu. Email: ayurvedamallorca@gmail.com. Telefon: 971/ 64 66 20.