Militär

So tanzten die Steinschleuderer in den Krieg …

ICH HABE MICH SCHON IMMER GEFRAGT, wie das ausgesehen hat, wenn die Artillerie der Vor-Schießpulver-Zeit in die Schlachten zog: die legendären Steinschleuderer aus Mallorca, begehrte Kampfsöldner des Altertums. Ein Künstler namens Gabriel Mestre Oliver (*1949 in Portocolom) hat das jetzt dargestellt, in einer Art steinzeitlichem Comic, ähnlich der uralten Malerei in den spanischen und französischen Höhlen und an den Felswänden Afrikas. Elegant in den Bewegungen, faszinierend wie klassisches Ballett –  und ich hätte gerne das Original, aber das besitzt längst ein Sammler, da musste Mestre Oliver passen, als ich anfragte …

MI MUSEU: Die Militär-Regierung lässt grüßen …

Wappen der militärischen Regierung …

… MIT IHREM WAPPEN AUF EINEM HOLZBRETTCHEN! Das vergisst man meist: Dass es neben der zivilen auch eine militärische Verwaltung auf Mallorca gibt, den „Gobierno Militar de Mallorca“. Seit Franco ist das so. Und wie sich das Oberkommando darstellt, sieht man auf dem Schild: Mit Adler, Krone und einer eigenen Heraldik über dem stolzen Schriftband. Das ist aufwendig in Metall gearbeitet, 25 x 18 cm groß und 1,5 cm dick. Ich fand dieses militärische Objekt beim spanischen Ebay, es kostete 10 Euro und da habe ich es gekauft. Jetzt hängt es über meinem Schreibtisch und ich ernte dafür erstaunte Blicke von mallorkinischen Freunden und Handwerkern …

 

 

 

 

MI MUSEU: Ein faschistischer Weihnachtsgruss …

Es könnte ein Unikat sein …

ER STAMMT VON 1938, wurde von einem italienischen Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg von Palma nach Rom geschickt und zeigt Diktator Franco auf einem aufgeklebten Foto mit Wimpelgeflatter und Blumen in einem Lorbeerkranz. Die Weihnachtskarte ist mit einem weißen Seidenband verschließbar, sie scheint handgemalt zu sein und folglich kann es nicht sehr viele Exemplare geben – wenn sie nicht sogar ein Unikat ist! Ich habe sie 1980 auf dem Flohmarkt in Palma gekauft und sie kostete mich 100 Peseta, das waren damals rund 60 Pfennige. Gäbe es ein Museum des spanischen Faschismus, so wäre dieser Weihnachgruß sicher ein Ausstellungsstück …

 

 

 

 

 

MI MUSEU: An Bord der Legion Condor

Legion Condor im Anflug …

EIGENTLICH EIN SCHEUSSLICHES FOTO: Ein Pilot der Legion Condor fotografierte Puerto de Pollenca im Anflug! Dort ist die Lufttruppe der Nazis stationiert, die Franco im Bürgerkrieg unterstützt – durch rücksichtslose Vernichtung! In den 90er-Jahren tauchten immer mehr dieser Luftaufnahmen auf und erzielen zum Teil horrende Preise – bis zu 90 Euro pro Stück! Dabei sind das typische „Agfa-Klack!“Fotos, 8,5 x 6 cm klein, meist unscharf und vergilbt. Aber auch das ist mallorkinische Geschichte, ob’s beliebt oder nicht, und deshalb leiste auch ich mir einen dieser Schnappschüsse in meinem Museum. Ich habe ihn 1990 für 3 Euro im Internet ersteigert.

SE VENDE: Der Regimentsteller der Artilleristen …

ER IST DER HEILIGEN BARBARA GEWIDMET, Patin der Soldaten, die größere Geschosse abfeuern, und stammt von einem Regiment in der Insel-Hauptstadt. Ein Schmuckteller von 17,5 cm Durchmesser, geschmückt mit der spanischen Krone, zwei goldenen Kanonen und den dazu gehörenden Kugeln. Er stammt aus dem Jahre 1986 und ich habe ihn auf dem Flohmarkt in Palma entdeckt. Rechts am Rand ist er ein wenig beschädigt (sieht auf dem Foto schlimmer aus) und das Material ist rätselhaft: Ein Porzellan, das sich anfühlt wie Plastik, oder Plastik, die sich anfühlt wie Porzellan! Ich möchte 8 Euro dafür haben, dann für Militaria-Sammler ist das ein Schatz …

SE VENDE: Ein „Asche-Blatt“ von der Armee …

„MILI“ NENNEN SIE ES, das Militär. Das führt ein abgekapseltes Eigenleben auf Mallorca, ist nebenbei größter Grundbesitzer nach dem Adel – und ab und zu trifft man hübsche Sachen, die sie für sich selber herstellen lassen. Wie diesen handtellergroßen Porzellan-Aschenbecher in Form eines Ahornblattes, der aus dem „Centro Deportivo Militär“ in Palma stammt und auf jedem Finca-Tisch hübsch aussieht. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gefunden, ihn – da ich nicht rauche – mit Nüssen bestückt und nun reicht’s, ich verkaufe ihn und 3 Euro scheint mir nicht zu teuer zu sein …

MI MUSEU Diesmal: Das Eiserne Kreuz von Mallorca

Mit Ruhm bekleckert …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Das Eiserne Kreuz von Mallorca, aus Messing geprägt zum 19. Juli 1936, mit der Inschrift AMO A ESPANA und dem Ring für ein Ordensband. Natürlich ist es ein Franco-Orden aus dem Spanischen Bürgerkrieg, ab 1975 nicht mehr sehr populär, vorher schon, und jetzt er ab und zu für 85 Euro angeboten. Ich habe ihn auf ebay.es gekauft für meine Mallorca-Sammlung der besonderen Art …