Mode

Ganz feines Secondhand …

Das Angebot …

MAN KANN’S KAUM GLAUBEN, deshalb zeige ich deren Annonce: Der Gebrauchtwarenladen „Secondella“ in Palma behauptet, erstklassige Designerstücke (Kleidung, Schuhe, Schmuck) anbieten zu können! Von Chanel bis Jimmy Choo, von Hermes bis Stella McCartney, von Givenchy bis Moncler. Wie kamen die Sachen auf die Insel? Und alles echt? Sieht so aus. Man kann sie ja anrufen und nachfragen (667/94 34 47), und wer in der Nähe ist (Baron Sta. Maria del Sepulcre, 10 – das ist bei der Jaime III, nicht weit vom Café C’an Joan de s’Aigo), schaut schnell mal vorbei. Übrigens: „Secondella“ ist eine Kette, die gibt’s z. B. auch in Hamburg …

 

 

SE VENDE: Eleganz von der Armee

Email mit Bömbchen …
… Fallschirmen …
… Adlern und …

ES SIND FEINE EMAIL-ACCESSOIRES FÜR KÄMPFERISCHE GENTLEMEN, das Widerlegen des einen Paares sind sogar güldene Geschosse, das andere Paar wurde wohl in einem Fallschirm-Regiment getragen. Die Manschettenknöpfe stammen aus den 40er-Jahren und von Einheiten auf Mallorca, sind bestens erhalten (das erste sogar auf dem Original-Pölsterchen) und ich diese militärischen Raritäten vor vielen Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gekauft. Zu welcher Einheit sie genau gehören, weiß ich nicht, Spezialisten werden’s wissen, und ich möchte für jedes Paar 5 Euro haben.

„Mallorkinisches Kreuz“ – gibt’s das?

Das Dominikaner-Kreuz in vier Metallen und Größen …

EINIGE CLEVERE BEHAUPTEN DAS, und produzieren diese sogenannten „Mallorkinischen Kreuze“ in allen nur möglichen Metallarten und Größen, relativ preiswert (Bronze und Kupfer) und ziemlich teuer (Silber und Gold). Die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser Schmuck vor Jahrhunderten vom Dominikanerorden als Amulett eingeführt wurde, im 17. Jahrhundert durften ihn auch Laienbruderschaften und Militärorden tragen – und im 20. Jahrhundert machte das Kreuz Karriere als Talisman gegen alle möglichen Arten von (eingebildetem) Übel, wobei bald vergessen war, woher es eigentlich kam. Jetzt hat man es zu Anhängern an Halsketten,  zu Armbänder und sogar Ohrsteckern verarbeitet – es ist ein typischer touristischer Modeschmuck geworden! Was ja in Ordnung ist, wenn man den Ursprung kennt und wenigstens ein bisschen ehrt …

Kann es sein, dass der Erzherzog irrt?

alter-mantelDIE AUSGANGSLAGE IST EINDEUTIG: In seinem Werk „Die Balearen“ hat Erzherzog Ludwig Salvator, der eigentlich Unfehlbare, ein prachtvolles Kleidungsstück gestandener Männer auf Mallorca, einen bodenlangen Mantel, eher ein Cape, genannt „Capot pelud“, nicht nur beschrieben, sondern auch gezeigt. Das Buch ist Ende des 19. Jh. entstanden, also vor nicht allzulanger Zeit und da sollte sich doch irgendjemand auf der Insel an dieses herrliche, bestickte, als Loden gewebte und lebenslang haltbare Kleisungsstück erinnern können! Keiner tut’s. Es existiert weder in der Erinnerung der Greise (und ich habe einige gefragt und ihnen die Abbildung bezeigt), noch in irgendeiner Sammlung. Kein Museum hat einen „Capot pelud“ und kein mallorkinischer Nachfahre hat so einen Mantel aufgehoben. Wenn es ihn überhaupt je gegeben hat, denn inzwischen vermute ich, dass sich der Erzherzog irrt – dass so eine gewaltige Pelerine zwar existieren mag, nur nicht auf Mallorca. Denn 120 Jahre sind eine zu geringe Zeitspanne, um die Erinnerung und den Erhalt auszulöschen. Oder hat jemand den „Capot pelud“ gesehen? Weiß einer, wo ich einen besichtigen kann? Oder sogar kaufen, denn ich würde ihn in den kalten Insel-Wintern gerne tragen …

Tony Mora – jetzt auch in Calonge!

 

Das Logo des Schusters …
… und ein typischer Stiefel

DER SCHUSTER FÜR DIE SCHICKEN COWBOYS eröffnete vor ein paar Wochen eine Filiale in diesem Örtchen im Südosten. Wieso gerade dort, erschließt sich kaum einem, Calonge besitzt zwar ein paar nette Restaurants (z. B. das „Bona Taula“), aber sonst? Keine 1000 Einwohner, gehört zu Santanyi, ist ein Eckpunkt des „Hamburger Hügels“ und als prominentester Bürger gilt der Modedesigner Miguel Adrover i Barcelo. Und nun gibt’s dort, in der c/. Cala Llonga, 1 (aber viele Straßen hat Calonge nicht) den weltberühmten Stiefelhersteller Tony Mora, der weltweit in einigen der größten Metropolen vertreten ist. Den Umwohnenden soll’s recht sein. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr und Sa 10-14 Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elegant Flagge zeigen …

Für stolze Insel-Deutsche mit Manschetten …

WAT NICH ALL JIBT! Da habe ich mich mit dem Stichwort „Mallorca“ ein bisschen im Internet herumgetrieben und plötzlich stieß ich auf ein Herren-Accessoire, das so aussieht, als dürften es nur gewählte Honoratioren der Insel tragen: Manschettenknöpfe mit der Balearen-Flagge. Nun, dachte ich als Deutscher, der sich dem Archipel verbunden fühlt, vielleicht sollte ich mir ebenfalls dieses Pärchen zulegen, auch wenn Hemden ohne Handgelenkknöpfe rar geworden sind. Dieser Fahnenschmuck, der übrigens Made in England ist, wird in einem hübschen verchromten, seidig ausgepolsterten Klappdöschen geliefert und kostet schlappe 18.26 Euro, der Versand ist gratis. Wenn ich jemals zum Neujahrsempfang beim König im Marivent-Palast eingeladen sein sollte, werde ich ihn mit diesen Beweisen meines neuen Regionalstolzes überraschen …

Ist die Mallorca-Tracht ein maurisches Erbe?

Islamisches …
… und mallorkinisches Kopftuch

ES SCHEINT SO – ZUMINDEST WAS DAS KOPFTUCH BETRIFFT! Man vergleiche nur mal diese beiden Fotos: Junge Frauen Muselmaninnen, die ihr Haar verbergen, und junge Mallorkinerinnen, in der traditionellen Tracht, die fast das Gleiche tun. Die Parallele fällt auf, aber warum sollten die jungen Christinnen ihr Haar verstecken? Dafür gibt es kein kirchliches Gebot, im Koran dagegen schon. Aber als Mallorca 1239 wieder christlich wurde, dauerte es noch ein paar Jahrzehnte, bis die moslemischen Bräuche alle abgeschafft waren – und einige Errungenschaften der Mauren existieren bis heute. Auch die Kirche hat ein paar übernommen (neben der Umgestaltung von Moscheen zu Gotteshäusern des eigenen Glaubens), und da könnte es doch sein, dass den katholischen Herrschaften das Verstecken des weiblichen Haares gut ins Konzept gepasst hat, den Männern unkeusche Gedanken auszutreiben – was ja auch die Absicht des Propheten Mohammed war. Das ist jetzt nur so ein Gedanke, weil ich gerade beim Volkstanz in Campanet war …

Handtasche für Leserinnen …

Ich bin eine Handtasche …

ICH MUSS JETZT DOCH MAL MEIN GELÜBDE BRECHEN, und über etwas berichten, was schon woanders stand – im „Mallorca Magazin“. Meine Kollegin Claudia Schittelkop hat es entdeckt, und es wäre zu schade, wenn es untergehen würde: die Handtaschen der Design-Studentin Paricia Perales, 27, aus Palma. Sie kam auf die Idee, alte Hardcover-Bücher vom Sperrmüll zu retten, die Seiten zu entfernen und zwischen den festen Deckeln Clutches (Handtaschen ohne Henkel) einzubauen! Ihre Mutter Ingrid, eine Berlinerin, hilft ihr dabei und mit Mama baut sich Patricia auch gerade ein Modelabel auf, das bereits Preise gewonnen hat für schicke Kreationen. Die Taschen sind nicht nur ungewöhnlich (siehe Foto) und deshalb ein Highlight, sondern auch unerwartet preiswert: Sie kosten zwischen 10 und 15 Euro. Die Senorita hat keinen Laden, man muss sich mit ihr verabreden per Telefon (in Palma ist ihr am liebsten) und die Nummer ist 630 / 33 46 23. Kleiner Nachteil: Patricia spricht nur sehr wenig Deutsch …

Rein ins Fuenffach-Tuch, Ladys!

Hemd 1ES IST EIN FASHION-TEIL FÜR SCHICKE FRAUEN JEDEN ALTERS, eigentlich nur ein weites, doppelt gelegtes Stück Tuch aus einem feinen, fast durchsichtigen Flatterstoff, der – geknüllt – in ein Mäusefäustchen passt. Aber wie die Fotogalerie mit der hübschen Markt-Verkäuferin zeigt: Man kann es so, so, so, so oder so tragen! Fünfmal auf immer unterschiedliche Weise, ideal im Sommer, am Strand, für Hemd 2heiße Tage und romantische Abende: Mode a la Mallorca, Fashion für die Finca, Couture in der Cala. Ich als Mann habe das Prinzip nicht ganz verstanden, aber immerhin begriffen, dass es eine Bluse, ein Poncho, ein Bikini-Oberteil, eine Stola und ein Schal sein kann. Man findet die Verkäuferin auf den Wochenmärkten mit einer Open air-Boutique voller schicker Kleidung, da führt sie die Varianten auch gerne vor, das Fünffach-Tuch gibt es in etwa 20 Farb- und Muster-Variationen, es kostet 12 Euro und verbilligt sich auf 11 Euro, wenn man zwei kauft – und auf 10 Euro bei drei Stück. Nun ja, sie lässt auch noch mit sich handeln …

Schuhe nach Maß für 287 Euro!

So sieht der Shop aus …

GIBT’S NICHT? DOCH! Es ist allerdings ein besonderer Laden, und dass ein Paar hand- gefertig- ter Schuhe derart preis- wert ist, hat natürlich seinen Grund: Die wollen dringend in den Markt, sind schuh-technisch am ganz falschen Ort beheimatet (Santanyi) und arbeiten zwar nach Maß, aber auf vorgefertigtem Leisten mit vorgefertigten Teilen. Aber: Sie versprechen „ökologisch sauber“ zu arbeiten, alle Rückstände sollen recycle- oder biologisch abbaubar sein. Wow, viele Versprechen für wenig Geld – MANDALA heißt die Schuhmacherei + Boutique, die leider doch einen Nachteil hat: Die Damenabteilung wird gerade aufgebaut, bisher werden hier nur Herren glücklich gemacht. Für beide Geschlechter werden allerdings bereits Gürtel und Handtaschen aus eigener Produktion angeboten. Ich habe mir das rote Paar Budapester auf dem Foto anfertigen lassen, für 287 Euro (Versandkosten inbegriffen), Wartezeit rund 2 Monate. Adresse: Calle Bisbe Verger, 34. Telefon: 606 / 32 82 47.  Internet: mandalashoes.com (auch auf Deutsch).