Mode

Ich hab‘ ein neues Buch gemacht!

So sieht der Titel aus …
… und so habe ich …
… einige der 30 Seiten …
… gestalten können

ES GEHT UM DIE WERBUNG, mit der deutsche Mallorca-Touristen zwischen 1902 und 1953 in Hotels, Restaurants, Geschäfte, Höhlen und zu Ausflugstouren gelockt werden sollten – und wurden! Es sind köstliche Stilblüten darunter, z. B. wenn Mallorca falsch eingedeutscht „Majorka“ geschrieben wird. Es gibt aber auch hochinteressante, nahezu politische Details, ganz zu schweigen von der feinen grafischen Gestaltung und der Frage, ob die Hotels und Shops von damals heute noch existieren (die meisten nicht) und was aus denen, die überlebt haben, geworden ist (da gibt es erstaunliche Funde). Mein selbstge- drucktes Buch hat 30 Seiten im Querformat, und wer es haben möchte, muss mich kontak- tieren. Aber ich vers- tehe, wenn’s keiner tut, denn ich möchte unglaubliche 50 Euro dafür haben, da mich die Produktion nicht recht viel weniger gekostet hat. Ich kann allerdings versichern, dass es so etwas kein zweites Mal gibt für Deutsche auf Deutsch.  Kontakt: axelthorer@yahoo.de

 

 

 

Lokalpatriotismus in Hausschuhen …

Meine RCD-Füße …
… und ein Schlappen aus der Nähe

NUN JA, WENN MAN SCHON AUF MALLORCA WOHNT (oder ab und zu einfliegt) und sich für Fußball interessiert (oder auch nicht), kann man doch, ohne gleich zum Hooligan-Fan zu werden, in Hausschuhe schlüpfen, die nicht nur schick sind, sondern auch lokalpatriotisch – die Schlappen des besten Kickerklubs der Insel! Der heißt Real Club Deportivo Mallorca (RCD), ist in Palma Zuhause, war lange Jahre in der 1. Liga, spielt im Moment in der 2. Liga und hat ein heraldisch raffiniertes, aber sehr dekoratives Wappen in Rot und Gold mit Krone und Olivenzweigen. Natürlich hat der RCD auch eine Tienda plus Internet-Shop und da gab es diese wunderbaren Hausschuhe aus strammen schwarzem Filz mit diesem Klub-Logo, wie ich sie auf dem Foto trage.Im Moment sind sie nicht im Angebot, was die Puschen zu Antiquitäten macht, aber sind sie wieder verfügbar, kaufe ich mir sofort ein Ersatzpaar. Wie gesagt, aus tief unten angesiedeltem Lokalpatriotismus, und weil sie ebenso bequem und gut gearbeitet wie mollig warm sind. Und dass es überhaupt so etwas gibt auf Mallorca, wollte ich hiermit verkündet haben …

Notwendige Dinge seit 1685!

Der Laden von Außen …
… und die Besitzer mit einem Foto der Großeltern

SO LANGE GIBT ES DIE „MERCERIA ANGELA“ im Carrer de Jaume II, 33, in Palma! Ein kleiner Laden nur, aber bestückt mit allem, was mit Nähen und Stoff zu tun hat, mit Wäsche, Sticken, Knöpfen und der Serviceseite der Mode. Hier kann man sogar einen Riss im Hemd reparieren lassen, und was Garnsorten und bunte Bänder betrifft, sind die heutigen Besitzer, Miguel Aguilo und seine Freu Esther, schier unschlagbar. Seit 11 Generationen ist die „Merceria“ in derselben Familie und das bedeutet ganz einfach Qualität + Seriosität. Sonst hätte sich der Laden nicht seit 334 Jahren halten können! Sie haben Miguel viel Geld geboten, wenn er die Location verkauft, aber er will nicht, weil er das als Verrat an der Familiengeschichte verstehen würde. Ich denke, solche Traditionsgeschäfte sind auch ein Merkmal von Mallorca und man muss weit reisen, um Ähnliches woanders zu finden …

 

 

 

 

 

Ganz feines Secondhand …

Das Angebot …

MAN KANN’S KAUM GLAUBEN, deshalb zeige ich deren Annonce: Der Gebrauchtwarenladen „Secondella“ in Palma behauptet, erstklassige Designerstücke (Kleidung, Schuhe, Schmuck) anbieten zu können! Von Chanel bis Jimmy Choo, von Hermes bis Stella McCartney, von Givenchy bis Moncler. Wie kamen die Sachen auf die Insel? Und alles echt? Sieht so aus. Man kann sie ja anrufen und nachfragen (667/94 34 47), und wer in der Nähe ist (Baron Sta. Maria del Sepulcre, 10 – das ist bei der Jaime III, nicht weit vom Café C’an Joan de s’Aigo), schaut schnell mal vorbei. Übrigens: „Secondella“ ist eine Kette, die gibt’s z. B. auch in Hamburg …

 

 

SE VENDE: Eleganz von der Armee

Email mit Bömbchen …
… Fallschirmen …
… Adlern und …

ES SIND FEINE EMAIL-ACCESSOIRES FÜR KÄMPFERISCHE GENTLEMEN, das Widerlegen des einen Paares sind sogar güldene Geschosse, das andere Paar wurde wohl in einem Fallschirm-Regiment getragen. Die Manschettenknöpfe stammen aus den 40er-Jahren und von Einheiten auf Mallorca, sind bestens erhalten (das erste sogar auf dem Original-Pölsterchen) und ich diese militärischen Raritäten vor vielen Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gekauft. Zu welcher Einheit sie genau gehören, weiß ich nicht, Spezialisten werden’s wissen, und ich möchte für jedes Paar 5 Euro haben.

„Mallorkinisches Kreuz“ – gibt’s das?

Das Dominikaner-Kreuz in vier Metallen und Größen …

EINIGE CLEVERE BEHAUPTEN DAS, und produzieren diese sogenannten „Mallorkinischen Kreuze“ in allen nur möglichen Metallarten und Größen, relativ preiswert (Bronze und Kupfer) und ziemlich teuer (Silber und Gold). Die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieser Schmuck vor Jahrhunderten vom Dominikanerorden als Amulett eingeführt wurde, im 17. Jahrhundert durften ihn auch Laienbruderschaften und Militärorden tragen – und im 20. Jahrhundert machte das Kreuz Karriere als Talisman gegen alle möglichen Arten von (eingebildetem) Übel, wobei bald vergessen war, woher es eigentlich kam. Jetzt hat man es zu Anhängern an Halsketten,  zu Armbänder und sogar Ohrsteckern verarbeitet – es ist ein typischer touristischer Modeschmuck geworden! Was ja in Ordnung ist, wenn man den Ursprung kennt und wenigstens ein bisschen ehrt …

Kann es sein, dass der Erzherzog irrt?

alter-mantelDIE AUSGANGSLAGE IST EINDEUTIG: In seinem Werk „Die Balearen“ hat Erzherzog Ludwig Salvator, der eigentlich Unfehlbare, ein prachtvolles Kleidungsstück gestandener Männer auf Mallorca, einen bodenlangen Mantel, eher ein Cape, genannt „Capot pelud“, nicht nur beschrieben, sondern auch gezeigt. Das Buch ist Ende des 19. Jh. entstanden, also vor nicht allzulanger Zeit und da sollte sich doch irgendjemand auf der Insel an dieses herrliche, bestickte, als Loden gewebte und lebenslang haltbare Kleisungsstück erinnern können! Keiner tut’s. Es existiert weder in der Erinnerung der Greise (und ich habe einige gefragt und ihnen die Abbildung bezeigt), noch in irgendeiner Sammlung. Kein Museum hat einen „Capot pelud“ und kein mallorkinischer Nachfahre hat so einen Mantel aufgehoben. Wenn es ihn überhaupt je gegeben hat, denn inzwischen vermute ich, dass sich der Erzherzog irrt – dass so eine gewaltige Pelerine zwar existieren mag, nur nicht auf Mallorca. Denn 120 Jahre sind eine zu geringe Zeitspanne, um die Erinnerung und den Erhalt auszulöschen. Oder hat jemand den „Capot pelud“ gesehen? Weiß einer, wo ich einen besichtigen kann? Oder sogar kaufen, denn ich würde ihn in den kalten Insel-Wintern gerne tragen …

Tony Mora – jetzt auch in Calonge!

 

Das Logo des Schusters …
… und ein typischer Stiefel

DER SCHUSTER FÜR DIE SCHICKEN COWBOYS eröffnete vor ein paar Wochen eine Filiale in diesem Örtchen im Südosten. Wieso gerade dort, erschließt sich kaum einem, Calonge besitzt zwar ein paar nette Restaurants (z. B. das „Bona Taula“), aber sonst? Keine 1000 Einwohner, gehört zu Santanyi, ist ein Eckpunkt des „Hamburger Hügels“ und als prominentester Bürger gilt der Modedesigner Miguel Adrover i Barcelo. Und nun gibt’s dort, in der c/. Cala Llonga, 1 (aber viele Straßen hat Calonge nicht) den weltberühmten Stiefelhersteller Tony Mora, der weltweit in einigen der größten Metropolen vertreten ist. Den Umwohnenden soll’s recht sein. Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-19 Uhr und Sa 10-14 Uhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Elegant Flagge zeigen …

Für stolze Insel-Deutsche mit Manschetten …

WAT NICH ALL JIBT! Da habe ich mich mit dem Stichwort „Mallorca“ ein bisschen im Internet herumgetrieben und plötzlich stieß ich auf ein Herren-Accessoire, das so aussieht, als dürften es nur gewählte Honoratioren der Insel tragen: Manschettenknöpfe mit der Balearen-Flagge. Nun, dachte ich als Deutscher, der sich dem Archipel verbunden fühlt, vielleicht sollte ich mir ebenfalls dieses Pärchen zulegen, auch wenn Hemden ohne Handgelenkknöpfe rar geworden sind. Dieser Fahnenschmuck, der übrigens Made in England ist, wird in einem hübschen verchromten, seidig ausgepolsterten Klappdöschen geliefert und kostet schlappe 18.26 Euro, der Versand ist gratis. Wenn ich jemals zum Neujahrsempfang beim König im Marivent-Palast eingeladen sein sollte, werde ich ihn mit diesen Beweisen meines neuen Regionalstolzes überraschen …

Ist die Mallorca-Tracht ein maurisches Erbe?

Islamisches …
… und mallorkinisches Kopftuch

ES SCHEINT SO – ZUMINDEST WAS DAS KOPFTUCH BETRIFFT! Man vergleiche nur mal diese beiden Fotos: Junge Frauen Muselmaninnen, die ihr Haar verbergen, und junge Mallorkinerinnen, in der traditionellen Tracht, die fast das Gleiche tun. Die Parallele fällt auf, aber warum sollten die jungen Christinnen ihr Haar verstecken? Dafür gibt es kein kirchliches Gebot, im Koran dagegen schon. Aber als Mallorca 1239 wieder christlich wurde, dauerte es noch ein paar Jahrzehnte, bis die moslemischen Bräuche alle abgeschafft waren – und einige Errungenschaften der Mauren existieren bis heute. Auch die Kirche hat ein paar übernommen (neben der Umgestaltung von Moscheen zu Gotteshäusern des eigenen Glaubens), und da könnte es doch sein, dass den katholischen Herrschaften das Verstecken des weiblichen Haares gut ins Konzept gepasst hat, den Männern unkeusche Gedanken auszutreiben – was ja auch die Absicht des Propheten Mohammed war. Das ist jetzt nur so ein Gedanke, weil ich gerade beim Volkstanz in Campanet war …