Natur

Grüner Weg – auf einem Gleis!

DAFÜR WIRD IM BAHN- HOF VON MANACOR GROSS GEWORBEN – DANKE! Denn es ist wirklich ein Erlebnis, auf der hervorragend ausgebauten, ehemaligen Eisenbahntrasse von Manacor nach Arta zu wandern oder zu radeln. 29 km durch pralle mallorkinische Natur! Ohne anstrengende Steigungen – und ohne motorisierten Verkehr!!! Mit sechs Rastplätzen, vier Wasserstellen, vielen Info-Tafeln entlang der Strecke und Besucherzentren in den alten Bahnhöfen. „Via Verda“ haben sie das genannt, den „Grünen Weg“, und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Man muss ja nicht gleich die ganze Strecke an einem Tag versuchen, Halbzeiten in Sant Lorenz oder Son Servera bieten sich an …

Nichts gelernt von den Mauren …

Das Aquarell eines maurischen Wassersystems …

ALS ES GESTERN NACHT ZWEI STUNDEN WIE AUS KÜBELN GOSS, musste ich an Allah denken! Naja, sagen wir – an die Mauren, die Mallorca 300 Jahre regierten und nie mit Wasserknappheit zu kämpfen hatte. Klar – es gab damals weder Hotels, noch 1 Million Menschen, aber das sind die typischen Ausreden-Argumente. Denn die Mauren legten Auffang- kanäle mit Wasserbecken an und es gelang ihnen, jeden Regentropfen zu fangen! Was geschieht heute? Es pladdert reichlich vom Himmel und verschwindet ungenutzt in der Erde. Jaaa, kommt jetzt ein Klugscheißer, wir haben doch die Stauseen in der Tramuntana, das Grün trinkt den Regen und in Banyalbufar …! Wohl, wohl – und wieviel geht verloren? 90 %! Weil die Regierung nicht so klug ist wie die Mauren vor 1000 Jahren. Wäre sie es, müsste Mallorca nicht verdursten. Die Insel leidet es aber, weil die Regierung Touristen statt Ingenieure zu den wenigen noch nicht zerstörten Wassersystemen der Mauren schickt.

Die das gemacht haben, sind keine Flaschen …

Viele Flaschen am Zaun …
… und zwei aus der Nähe

ICH HABE DIE IDEE AM ZAUN EINER SCHULE IN MANACOR GESEHEN: Ausgetrun- kene Plas- tikflaschen als Blumen- kästen! Auf- geschnitten, mit Erde ge- füllt, bepflanzt – und in zu Dutzenden als senkrechtes Grün am Gitter ange- bracht. Das klingt, wenn man’s nicht sieht, merkwürdig, es ist – ich muss das zugeben – auch nicht übermäßig nett anzuse- hen, aber da steckt eine lehrreiche Theorie dahinter, es funk- tioniert und es ist, um es auf ein Minimum zu bringen: Es ist weit besser als gar nichts! Denn die Flaschen sind einer brauchbaren Zweitverwendung zugeführt, die Pflänzchen werden irgendwann mal den Zaun umgarnen und die Schüler haben eine besondere Form des Recycling begriffen. Ich find’s gut …

Einfach nur ein Idyll …

… FOTOGRAFIERT VON EINEM FREUND morgens um 8 Uhr aus seinem Schlafzimmerfenster hinunter auf seine Terrasse! Er ahnte ja nicht, dass sich eine Katze zwischen die Kakteen-Töpfe geschlichen hatte und nun ihn von unten beäugte mit sehnsüchtigen Miauen. Ein schönes Foto, ein sogenannter Schnappschuss, auch wenn weder etwas geschnappt hat, noch geschossen wurde. Lauschig still war’s, als die Sonne allmählich goldrot über den Hügel kroch, schon 25° warm und windarm. Nur das Miauen war zu hören, das ja bekanntlich nie Lärm bedeutet, und wäre mein Freund rausgesprungen aus dem Schlafzimmer, hätten ihn die Blumen mit ihren Töpfen aufgefangen! Er hätte lediglich die Kakteen auf der gemauerten Anrichte, auf der auch die Katze Platz genommen hatte, vermeiden müssen …

Das ist mal eine gute Idee!

… UND BESONDERS JETZT IN DER VERFLUCHTEN VIRUS-ZEIT! Karen Navarro aus Llubi hatte sie mit ihren „Rutes botaniques medicinals“, das sind Wanderungen auf den Spuren mallorkinischer Heilpflanzen. Sie dauern 2 Stunden, kosten 15 Euro/Person und der tiefere Sinn von Karens Idee ist, dass man nicht nur die Heilpflanzen kennen lernt (die bisher, da gehe ich von aus, für die meisten zu 99 % unentdeckt am Wegesrand wachsen!), sondern auch von ihr gesagt bekommt, zu welchen Wehwehchen man sie wie anwendet! Es mag eine gewisse Sprachbarriere bestehen, aber da die Gruppen nie groß sind, hat die Botanikerin immer Zeit, auf individuelle Fragen in geläufigen Sprachen einzugehen. Teuer: Unsinn – 8 Cent pro Minute sind ein erfreuliches Preisleistungsverhältnis bei einem derart nützlichen Thema …

Auf den Tiefseebergen …

Die vier Tieefseeberge (Karte von Ozeana)

… SO NENNT MAN DIE GIPFEL IM MEER, die keine Inseln bilden, weil sie unter der Wasseroberfläche aufragen – und bleiben. Das sind interessante Formationen und zwischen den Balearen und Pituysen gibt es vier, die alle nach berühmten Ozeanologen heißen: „Emile Baudot“ südlich von Cabrera, „Bell Guyot“ noch weiter südlich, „Monte Olivas“ (oder „Ses Olives“) vor Ibiza und „Ausias March“ vor Formentera. Mal angesehen davon, dass diese submaritimen Berge wichtig sind als Verstecke und Brutplätze von Meeressäugetieren wie Pottwale und die Tierschützer jetzt das Gebiet um die vier Gipfel zum Nationalpark erklären wollen – mir ist es in einem heißen Sommer passiert, dass ich von einer Yacht auf den „Monte Olivas“ steigen konnte, der deutlich sichtbar im Meer lag, das gerade so hoch stand, dass es meine Knie erreichte! Ich habe das nie wieder erlebt, und auch keinen getroffen, der mein Abenteuer aus eigener Erfahrung bestätigen konnte, so dass mir inzwischen klar ist, dass damals eine ganz besondere ozeanische Situation geherrscht haben muss.

Das Insekten-Hotel – eröffnet!

HELENE LINDGENS HAT MIR DAS FOTO GESCHICKT, die rastlose Belle Jardiniere auf ihrer Paradies-Finca Son Muda bei Felanitx. Es zeigt eigentlich weniger ein „Insekten-Hotel“, wie sie es nennt, sondern ein Apartmenthaus für die nützlichen kleinen, fliegenden Gartenbesucher. Mit verschieden großen Eintrittslöchern an Dutzenden von Behausungen in differenten Höhen und auf die Arten zugeschnittenen Abteilen. Ein listiges Gebäude, konstruiert nach reiflicher Diskussion mit Botanikern, wie das so die Methode ist von Helene, und besonders in Corona-Zeiten. Da nutzt sie die Stille, um aus Überlegungen was Praktisches entstehen zu lassen und das Praktische darf durchaus ungewöhnlich sein. Ich bin gespannt wer so alles, und wie viele, einziehen werden ins Häuschen, Helene wird uns das zeigen, wenn man sie endlich wieder besuchen darf …

Mutter Natur ist verwirrt …

Dezember-Blüte in meinem Garten …

DER GÄRTNER ANDREU HAT MICH DARAUF AUFMERKSAM GEMACHT: Es blüht, was normalerweise nicht blüht im Dezember! In den Gärten explodieren Hibiskus und die Bougainvilla, unsere Freundin Gertrud hat sogar schon blühende Mandelbäume gesehen. Das Wetter ist schuld: zu warm und reichlich Regen. Da muss Mutter Natur geglaubt haben, der Frühling sei ausgebrochen, und hat ihre Ressourcen von der Leine gelassen. Ich weiß nicht, ob man das schon unter „Klimawandel“ abbuchen kann, ich ahne nicht mal, ob das ungesund ist im Kreislauf der Jahreszeiten. Hübsch ist es allemal, und wenn stacheliges Pflanzengestrüpp erzwungen ist durch Kälte und Dürre, dann soll’s mir recht sein, wenn auch im Dezember Farbe in die Landschaft kommt …

… und nun sind die Fisch-Esser dran!

Dorade auf Spargel – bald verboten?

ES MUSSTE JA SO KOMMEN! Aber keiner konnte voraussehen, dass es derart blödsinnig werden würde, wenn sich die angeblichen Klima- mit den angebli- chen Tierschützern verbinden. Noch treten diese Freaks anonym auf, so wie jener „roninpalma“, der einen Leserbrief missbrauchte (diese Frühform der entsetzlichen „Social Media“), um in einer Inselzeitung folgenden Sermon abzulassen: „Der … auf Mallorca weitaus höhere Konsum von Fisch hat ebenso Folgen fürs Klima, denn die wenigsten Fische springen mittags freiwillig vom Meer in die Pfanne, sondern werden oft ein entfernt irgendwo draußen auf dem Meer ums Leben gebracht, tiefgefroren und dann zu den Häfen transpor- tiert …“. Satirisch eine Perle, intellektuell eine Niete, thematisch die finsterste Zukunft: Solche Typen wer- den bald auch den Reißverschluss am Hosentürl verbie- ten, weil er sich in Gegenwart von Frauen zu schnell öffnen lässt …

Die tollste Blume blüht wieder!

SIE BLÜHT IMMER NUR EINE NACHT, von der Abend- bis in die Morgendämmerung, mit bis zu 30 cm großen, schneeweißen Blü- ten, die wie ein Strauß aussehen, wenn sie sich öffnet! Mit einem orange-gelben, samtzarten Inneren, in dem ein gelber Pinselpuschel steht. Es ist ein hellgrüner Kaktus, der „Königin der Nacht“, „La Reina de Noche“ oder Selenicereus Grandiflorus heißt. Ein großes Gewächs, mit Stacheln bewehrt und von fleischiger Dicke. Da der Kaktus anspruchslos ist, wächst er überall auf Mallorca, kommt so häufig vor, dass man ihn kaum noch bemerkt, und man muss darauf achten, ob ihm die gefältelten Blütenkolben wachsen, die wie goße grüne Flammen wirken. Wenn so eine Staude zehn bis 20 solcher Riesenblumen trägt, die am nächsten Morgen, also in ein paar Stun- den, verwelkt sind, ist das ein wunderbares Insel-Erlebnis – und es passiert genau in diesem Moment. Auch auf meiner Terrasse und das Foto habe ich heute in der Morgendämmerung gemacht …