Natur

Das ist mal eine gute Idee!

… UND BESONDERS JETZT IN DER VERFLUCHTEN VIRUS-ZEIT! Karen Navarro aus Llubi hatte sie mit ihren „Rutes botaniques medicinals“, das sind Wanderungen auf den Spuren mallorkinischer Heilpflanzen. Sie dauern 2 Stunden, kosten 15 Euro/Person und der tiefere Sinn von Karens Idee ist, dass man nicht nur die Heilpflanzen kennen lernt (die bisher, da gehe ich von aus, für die meisten zu 99 % unentdeckt am Wegesrand wachsen!), sondern auch von ihr gesagt bekommt, zu welchen Wehwehchen man sie wie anwendet! Es mag eine gewisse Sprachbarriere bestehen, aber da die Gruppen nie groß sind, hat die Botanikerin immer Zeit, auf individuelle Fragen in geläufigen Sprachen einzugehen. Teuer: Unsinn – 8 Cent pro Minute sind ein erfreuliches Preisleistungsverhältnis bei einem derart nützlichen Thema …

Auf den Tiefseebergen …

Die vier Tieefseeberge (Karte von Ozeana)

… SO NENNT MAN DIE GIPFEL IM MEER, die keine Inseln bilden, weil sie unter der Wasseroberfläche aufragen – und bleiben. Das sind interessante Formationen und zwischen den Balearen und Pituysen gibt es vier, die alle nach berühmten Ozeanologen heißen: „Emile Baudot“ südlich von Cabrera, „Bell Guyot“ noch weiter südlich, „Monte Olivas“ (oder „Ses Olives“) vor Ibiza und „Ausias March“ vor Formentera. Mal angesehen davon, dass diese submaritimen Berge wichtig sind als Verstecke und Brutplätze von Meeressäugetieren wie Pottwale und die Tierschützer jetzt das Gebiet um die vier Gipfel zum Nationalpark erklären wollen – mir ist es in einem heißen Sommer passiert, dass ich von einer Yacht auf den „Monte Olivas“ steigen konnte, der deutlich sichtbar im Meer lag, das gerade so hoch stand, dass es meine Knie erreichte! Ich habe das nie wieder erlebt, und auch keinen getroffen, der mein Abenteuer aus eigener Erfahrung bestätigen konnte, so dass mir inzwischen klar ist, dass damals eine ganz besondere ozeanische Situation geherrscht haben muss.

Das Insekten-Hotel – eröffnet!

HELENE LINDGENS HAT MIR DAS FOTO GESCHICKT, die rastlose Belle Jardiniere auf ihrer Paradies-Finca Son Muda bei Felanitx. Es zeigt eigentlich weniger ein „Insekten-Hotel“, wie sie es nennt, sondern ein Apartmenthaus für die nützlichen kleinen, fliegenden Gartenbesucher. Mit verschieden großen Eintrittslöchern an Dutzenden von Behausungen in differenten Höhen und auf die Arten zugeschnittenen Abteilen. Ein listiges Gebäude, konstruiert nach reiflicher Diskussion mit Botanikern, wie das so die Methode ist von Helene, und besonders in Corona-Zeiten. Da nutzt sie die Stille, um aus Überlegungen was Praktisches entstehen zu lassen und das Praktische darf durchaus ungewöhnlich sein. Ich bin gespannt wer so alles, und wie viele, einziehen werden ins Häuschen, Helene wird uns das zeigen, wenn man sie endlich wieder besuchen darf …

Stimmungslage Corona …

Ideal für die Corona-Quarantäne: Mandeln klopfen …

DIE EINEN SAGEN SO, DIE ANDEREN WS ANDERES, und die eigene Meinung möchte man ja nicht immer ins Schaufenster stellen! Deshalb zitiere ich meine kluge Schweizer Freundin Ruth aus der Email, die sie mir gerade geschickt hat: „Der erste wolkenverhangene Tag sein Wochen – und trotzdem schön. Auch wenn es auf der Insel zunehmend stiller wird. Restaurantbesuche werden weniger, Palma ist einsamer geworden, die Bar Bosch leerer, die Läden unattraktiv – für wen oder was sollten sie denn überhaupt attraktiv sein? In die Heimat zurückzukehren, macht nicht viel Sinn. Da ist es auf Mallorca schöner. So warten wir in unserem kleinen Refugium ab, was die nächste Zeit bringt.“ Recht so, Ruth, Gelassenheit besiegt die Seuchen, die Herrlichkeit der Insel verscheucht von Trübsinn infizierte Gedanken. Und wissen Sie, wofür die blöde Virus-Zeit ideal ist, weil so besinnlich, erholsam und doch irgendwie körperlich anspruchsvoll: Mandeln klopfen – vom eigenen Baum, beim Campesino geholt oder im Laden der Einheimischen gekauft …

Mutter Natur ist verwirrt …

Dezember-Blüte in meinem Garten …

DER GÄRTNER ANDREU HAT MICH DARAUF AUFMERKSAM GEMACHT: Es blüht, was normalerweise nicht blüht im Dezember! In den Gärten explodieren Hibiskus und die Bougainvilla, unsere Freundin Gertrud hat sogar schon blühende Mandelbäume gesehen. Das Wetter ist schuld: zu warm und reichlich Regen. Da muss Mutter Natur geglaubt haben, der Frühling sei ausgebrochen, und hat ihre Ressourcen von der Leine gelassen. Ich weiß nicht, ob man das schon unter „Klimawandel“ abbuchen kann, ich ahne nicht mal, ob das ungesund ist im Kreislauf der Jahreszeiten. Hübsch ist es allemal, und wenn stacheliges Pflanzengestrüpp erzwungen ist durch Kälte und Dürre, dann soll’s mir recht sein, wenn auch im Dezember Farbe in die Landschaft kommt …

… und nun sind die Fisch-Esser dran!

Dorade auf Spargel – bald verboten?

ES MUSSTE JA SO KOMMEN! Aber keiner konnte voraussehen, dass es derart blödsinnig werden würde, wenn sich die angeblichen Klima- mit den angebli- chen Tierschützern verbinden. Noch treten diese Freaks anonym auf, so wie jener „roninpalma“, der einen Leserbrief missbrauchte (diese Frühform der entsetzlichen „Social Media“), um in einer Inselzeitung folgenden Sermon abzulassen: „Der … auf Mallorca weitaus höhere Konsum von Fisch hat ebenso Folgen fürs Klima, denn die wenigsten Fische springen mittags freiwillig vom Meer in die Pfanne, sondern werden oft ein entfernt irgendwo draußen auf dem Meer ums Leben gebracht, tiefgefroren und dann zu den Häfen transpor- tiert …“. Satirisch eine Perle, intellektuell eine Niete, thematisch die finsterste Zukunft: Solche Typen wer- den bald auch den Reißverschluss am Hosentürl verbie- ten, weil er sich in Gegenwart von Frauen zu schnell öffnen lässt …

Die tollste Blume blüht wieder!

SIE BLÜHT IMMER NUR EINE NACHT, von der Abend- bis in die Morgendämmerung, mit bis zu 30 cm großen, schneeweißen Blü- ten, die wie ein Strauß aussehen, wenn sie sich öffnet! Mit einem orange-gelben, samtzarten Inneren, in dem ein gelber Pinselpuschel steht. Es ist ein hellgrüner Kaktus, der „Königin der Nacht“, „La Reina de Noche“ oder Selenicereus Grandiflorus heißt. Ein großes Gewächs, mit Stacheln bewehrt und von fleischiger Dicke. Da der Kaktus anspruchslos ist, wächst er überall auf Mallorca, kommt so häufig vor, dass man ihn kaum noch bemerkt, und man muss darauf achten, ob ihm die gefältelten Blütenkolben wachsen, die wie goße grüne Flammen wirken. Wenn so eine Staude zehn bis 20 solcher Riesenblumen trägt, die am nächsten Morgen, also in ein paar Stun- den, verwelkt sind, ist das ein wunderbares Insel-Erlebnis – und es passiert genau in diesem Moment. Auch auf meiner Terrasse und das Foto habe ich heute in der Morgendämmerung gemacht …

Szenen aus der Natur: Marder am Pool

Nachts an unserem Pool …

SIE TRETEN JETZT VERSTÄRKT AUF, DIE MARDER. Was ich grundsätzlich begrüße, denn sie halten die Ratten in Schach. Ich hatte ja neulich schon berichtet, dass die Marder mit Vorliebe die Physalis-Kirschen aus den Gärten, den Büschen und ihren papiernen Hüllen klauen. Jetzt, in Zeiten der größten Hitze und des Wassermangels, nähern sie sich, von Durst gepeinigt, den Pools, was man dann am nächsten Morgen an den schwarzen Kack-Häufchen erkennt, die sie zum Dank artig auf die Umrandung legen. Nun gelang in einer Nacht diese Aufnahme, die dreierlei beweist: 1. Marder sind ziemlich groß, 2. Sie trinken auch Chlor-Wasser, 3. Sie scheuen den Strahler des Bewegungsmelders nicht. Also, wer noch keinen Mallorca-Marder gesehen hat – genau hingucken!

 

 

 

 

 

 

Wild wachsen die schönsten Artischocken …

Ein Feld mit Artischocken …
… und eine wilde Artischocke

… UND KAUM EINER KÜM- MERT SICH UM SIE! außer mei- nem alten Freund Klaus Exner, der ab und zu seine schönsten Rezepte im „Mallorca Magazin“ veröffentlicht. Er schwärmt aus in die Natur, auf die Felder, auf denen die wilden Artischocken üppig wachsen, die aussehen wie Disteln, etwas kleiner sind als die kultivierten Früchte, aber keinesfalls schlechter schmecken – und gratis herumstehen! Es ist mit diesen Artischocken auf Mallorca genauso wie mit dem grünen Spargel: Es gibt ein paar Rentner, die ihn in der Wildnis ernten und dann Restaurants anbieten, aber eigentlich kümmert sich kein Schwein darum, und das ist ein Jammer, denn gerade dieser Spargel und diese Artischocken sind eine Köstlichkeit vom Gabentisch von Mutter Natur. Man muss halt gut zu Fuß sein, Handschuhe dabei haben und wissen, wo man ernten muss. Aber mein Freund Klaus sagt: „Überall …“.

400 Kilo Gift pro Tag aus Sonnencremes …?

DER WISSENSCHAFTLER DAVID SANCHEZ-QUILES IST EIN SERIÖSER MANN. Wenn er etwas untersucht, hat man das mit Respekt zu betrachten. Auch wenn ich an den Satz meiner Mutter erinnert werde: „Ehe ich mich wundere, glaub‘ ich’s nicht“. Denn der Mallorkiner hat herausge- funden (am Strand von Palmira bei Calvia, aber hochgerechnet auf die ganzen Bale- aren), dass die Badenden im Sand und im Wasser pro Tag rund 400 Kilo Giftstoffe hinterlassen, die aus ihren Sonnenschutz- mitteln stammen!!! 8 Zentner alle 24 Stunden – diese Schreckensnachricht war dem „Dario de Mallorca“ eine ganze Seite wert (Übertitel: „Nuevos Elementos Toxicos“), und die Schlagzeile hat natürlich auch mich wachgerüttelt. Zweifler fragen sich natürlich: Wie will der Mann das gemessen haben? Und: Wenn die Badenden soviel Gift in der Natur verteilt haben, was ist denn mit ihrer Haut passiert? Nun warte ich darauf, dass die Umweltschützer ein Siegel erfinden und nur noch naturreine Cremes zugelassen werden …