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Neuigkeiten aus dem Hafen von Portocolom

Die Mole jetzt (l.) und die geplante Mole …

ER SOLL EINE NEUE MOLE BEKOMMEN, 15 bis 20 m bauen sie an. Die alte, gegenüber der hübschen Altstadt, ist zu klein geworden und mit einer langen Mole kann man mehr Geld verdienen. Noch ist alles in der Planung, es könnte sogar bis 2023 dauern, aber die Pläne liegen vor, wie man sieht, und Platz ist genügend vorhanden. Wen interessiert’s? Die Boatpeople, die nautischen Ausflügler und die Spaziergänger – sie können dann viel weiter ins Meer vordringen!

Rettet die Cala Varques!

Die Bucht auf einer wundervollen Luftaufnahme von Piers Haskard

DAS MUSS AUSGERECHNET ICH SAGEN, der ihre Schönheit in jedem Blatt verbreitet hat, das mich um Mallorca-Tipps bat. Ich bin schuld, dass diese Südsee-Bucht zwischen Cales de Mallorca und Portocristo aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen wurde und heute überfüllt ist wie ein toter Vogel von Ameisen. Nun haben sie den Unschuldigsten der Besetzer, den Chiringuito-Mann zu 100 000 Euro Strafe verurteilt wg. illegaler Tätigkeit in der Cala Varques. Ein unbegreiflicher Unsinn, denn der hat nichts weiter getan, als unter einem Sonnenschirm und hinter einer Naturstein-Theke Getränke zu verkaufen. Ein Wohltäter, denn er hat auch noch dafür gesorgt, dass möglichst wenige Lagerfeuer angezündet werden und die Schmutzfinken ihren Müll mitnehmen. Gegen die Dutzenden von Campern, die halbe Slums in die Bucht bauen, ist niemand vorgegangen – und gegen die peinlichen Exhibitionisten, die sich „FKK-ler“ zu nennen belieben, auch nicht. Und was ist mit dem Typen, der kreischend und mit einer Fahne winkend, und natürlich satt abkassierend, ein Parkplatz-Business aufgezogen hat an der Straße nach Portocristo? Der kommt wohl auch noch dran. Ich bin immer und zu 100 % für Eigeninitiative, bewundere den Parkplatzwächter und den Chiringuito-Mann für ihre Energie, besonders wenn sie damit dem Allgemeinwohl dienen. Das sind die Juan Marchs der Gegenwart. Und so einem armen Teufel, der nichts erkennbar Kriminelles getan hat, eine Strafe von 100 000 Euro aufzubrummen, macht mich fassungslos …

Viel mehr auf die Balkons achten!

Wieviele sind’s allein hier? Mindestens 9 …
Das Buch der Balkone

ICH KENNE KEINE STADT, DIE SO VIELE HAT – und in derartig unterschiedlichen  Varianten! Es muss eine Zeit gegeben haben, da man ungern auf die Straße ging und auf diese Weise am Leben in den Gassen teilnahm. An den „Miradors“ genannten Balkonen kann man auch erkennen, wie alt ein Haus ist – und die ältesten stammen aus dem 17. Jh. Die Balkone sind nie sehr tief, aber oft sehr breit, total verglast und meist etagenhoch. Da passt selten ein Sessel rein und heute dienen sie mehr als schmaler Wintergarten oder Abstellkammer. Dennoch lohnt sich ein Balkonblick beim Rundgang durch Palma immer und es gibt sogar ein hübsches Büchlein von 1989, das man immer noch bei Amazon oder Ebay bestellen kann: „Els Miradors en l’Arquitectura de Palma“ von Mercedes Gambus und Sebastia Mas.

 

 

 

 

 

Danke für die Information!

Hübsch und informativ …

DA KANN ES PASSIEREN, dass einer im Carrer d’en Sabastia Rubí wohnt, keine Ahnung hat, wer dieser Rubí war, vielleicht ist es ihm auch piepegal, und doch gehört es sich, aus Höflichkeit den Ureinwohnern gegenüber, dass man sich wenigstens mal erkundigt! Nun gibt es einige Gemeinden (wenige, aber immerhin …), die ihren Bürgern das lästige Nachfragen ersparen, indem sie gleich auf ihre Straßenschilder schreiben, wer der Mensch war, der so geehrt wird. Und so erfährt man zum Beispiel in Manacor, dass jener Sebastia Rubí ein Theater-Autor war, also ein Dramatiker (und ich kann zu ihm nachtragen, dass er von 1905 bis 1985 gelebt hat). Gracias und hübsch ist das Kachelschild auch noch. Ich mag sowas, es bringt uns die Insel-Kultur drei Millimeter näher und es kann doch sein, dass dieser Señor Rubí Stücke schrieb, die richtig gut waren und auch uns Deutsche interessieren würden, wenn wir sie verstehen könnten …

Ein seltsames Buch, aber lesenswert!

So sieht das Büchlein aus

ES HAT NUR 80 SEITEN, entstand 1993 im Eigenverlag, jeder Satz ist ein neuer Absatz (um das Buch zu strecken, aber dadurch wirkt es wie ein Gedichtband), vom Layout her gibt es zahlreiche Ungereimtheiten, der Titel ist grotesk, aber jede der 38 Geschichten ist ein Schatzfund aus den Anfangstagen der touristischen Eroberung der Insel: „In der Wüste tragen die Frauen keine Miniröcke“ von Marlis Schlobben König. Das ist eine Journalistin aus Hannover, die beim Schreiben 54 Jahre alt war und seit 30 Jahren einen Wohnsitz in der frühen Urbanisation Cala Murada (an der Ostküste) hatte. Es gibt ihr Werk bei Amazon für 9.99 Euro und ich empfehle es Allen, die ernsthaft wissen wollen, wo sie eigentlich ihre Tage an der Sonne verbringen: „In der Wüste …“ ist unterhaltsam, überraschend und sogar informativ …

 

 

 

Was ist denn das für eine Fahne?

Die Fahne von Manacor …
… Llubi …
… und Santa Eugenia

SIE WEHTE VOR DEM CENTRE CIVIC in CALES DE MALLORCA, und als ich sie genauer betrachtete, erkannte ich in ihrer Mitte das Wappen von Manacor. Da begriff ich: Viele der 53 Gemeinden scheinen sich eine eigene Fahne zugelegt zu haben, und weil das heral- disch und poli- tisch nicht so ein- fach ist, sieht die Lö- sung so aus: Die balearisch-katalanischen Streifen Rot und Goldgelb und darauf zentriert das Ortswappen. Ich bilde hier drei Flaggen ab, die von Manacor, Luba und Santa Eugenia. Sie sehen hübsch aus, und wenn man dort wohnt, sollte man sie hissen, aber wer hat schon – außer mir – einen Fahnenmast in seinem Garten? Aber ich sag’s ja seit Jahren: So ein Palo gehört her, er ist einfach und relativ preiswert zu beschaffen und sieht mit Flagge schmuck aus …

Felanitx tut wirklich was …

Das Plakat an der Wand …
… und aus der Nähe

… GEGEN MÄNNER, die sich Frauen gegenüber mies benehmen! Ich habe gestern in der Stadt dieses große Plakat hängen sehen und der Text lautet, etwas frei übersetzt: „Für ein Felanitx, frei von männlicher Gewalt“. Ich bin mir nicht sicher, ob ein derartiger Aufruf nun gerade in Felanitx notwendig war, ob derartige Aktionen auch in den anderen Gemeinden stattfinden, und ob sie etwas bewirken; aber ich finde das Plakat bemerkenswert, erfreulich und und grafisch interessant gestaltet. Allerdings frage ich mich jetzt: Darf ich die schöne Marga in ihrem Büro an der Plaza Espanya weiterhin mit „Hola, guapa!“ begrüßen oder gilt das bereits als maskuline Zudringlichkeit?

Das ist die prachtvollste Auffahrt Nr. 1 …

Das Tor zum Tunnel …
… der Name …
… und die Allee von Innen

… FINDE ICH, lasse mich aber gern eines Anderen belehren. Aber solange kein Widerspruch kommt, ernenne ich diese tunnelartige Allee aus Oleander- büschen, Palmen und vielen immer- grünen Bäumen hinter dem machtvollen Tor zum Spitzenreiter! Sie gehört zu der Hotelanlage „Santa Cirga“,  die man zwischen Portocristo und Manacor auf der rechten Seite findet, und zwar kurz vor dem Riesen- restaurant „Moli den Sopa“, das links liegt. Das Besondere an dieser Auffahrt ist ihre Länge: Sicher knapp 500 m und dabei wirklich dicht wie eine Röhre, fast dunkel, aber üppig rot blühend, und ab und zu lugt der blaue Himmel durch die Decke! Wie ein kleines Fenster wirkt die Ausfahrt ganz hinten, sozusagen das Licht am Ende des Tunnels, und ich war so begeistert von der Allee, dass ich sie dreimal hintereinander gefahren bin …

Jetzt will jeder Ort ein Luxushotel …

Eine prachtvolle Anlage …

… UND DA MÖCHTE AUCH CAPDEPERA EINS HABEN! Die Frage ist nur, ob es dafür genügend Gäste gibt, immerhin liegen auch hier im Umland einige sehr schöne Herbergen. „Creu de Tau“ soll das Hotel heißen (nicht gerade ein griffiger Name!), auf 4 Sterne-Niveau sein mit 27 Zimmern und Suiten zwischen 28 und 60 qm, alle mit Terrassen oder kleinen Gärten, die Suiten sogar mit Ethanol-Kaminen und Jacuzzis. So steht’s in der Ankündigung. Und auch, dass es ein Spa mit Wellness-Bereich und einen Weinkeller in der trockengelegten Zisterne geben wird. Geplante Eröffnung: Frühjahr 2019. Was dieses Hotel tatsächlich attraktiv macht (auch wenn keineswegs einzigartig auf der Insel), ist die Bausubstanz: Das Haus war mal das „Ca des Monges“, ein Kloster aus dem 19. Jh., das erst 2015 geschlossen wurde, als die letzten Franziskanerinnen auszogen. Ein vierstöckiger Prachtbau mit weiten, umlaufenden Galerien und 10 500 qm Grund, der als Park und Nutzgärten umgestaltet wird. Die Zimmerpreise sind noch nicht bekannt, aber es gibt eine Website für den, der noch mehr wissen möchte: www.hotelcreudetau.blogspot.de

Hui, es ist endlich mal was los in Estellencs!

So wirbt die kleine Gemeinde für sich selbst …

NEIN, ICH WILL MICH NICHT LUSTIG MACHEN über die kleine Gemeinde, aber dort passiert wirklich kaum was! Bei nur 305 Einwohnern kaum verwunderlich. Und weil jetzt was passiert, möchte ich nachdrücklich darauf verweisen: Estellencs feiert am 1. Mai, das ist ein Dienstag (also gesegnet mit einem „Brückentag“ am Montag), die „Fira del Vi i del Formatge“ – also ein Wein- und Käsefest. Nun ist der Ort weder für das eine noch das andere besonders in Erscheinung getreten, aber das macht ja nichts, sie werden da schon was Hübsches auf die Beine stellen in ihrer alten und so herrlich ursprünglich erhaltenen Mini-Ort! So und nun „Auf Wiedersehen“ im nächsten Jahr …