Orte

Ein Leser-Tipp für Manacor! Eigentlich zwei …

Die Maimo-Schau in der Apotheke …
… und der fabelhafte Küchenladen

ICH BIN IMMER GLÜCKLICH, wenn ich von denen etwas höre, die mei- nen Blog le- sen! Nun hat sich Frau Dr. Ursula B.  gemeldet und mich auf et- was hingewie- sen (und mir auch noch die Fotos dazu geschickt, danke!): auf den Carrer del Mercadal in Manacor, Hausnummern 12 und 13 (also Nachbarn). In der 12, einer ehemaligen, auch sehens- werten Jugendstil-Apotheke, stellt der unvergleichliche Maler Andreu Maimo aus, und die 13, ein moderner Küchenladen namens „Ca’n Damia“, soll „ein total wunderbares Köchinnen- und Köche-Paradies“ sein. Von Maimo bin ich der zweitgrößte Fan (nach einem fanatischen Sammler in Cala Murada) und Frau Dr. Becker, mit Mallorca seit ihrer Kindheit vertraut, glaube ich blind, wenn sie etwas fabelhaft findet, auch wenn ich den Küchenladen (noch) nicht kenne. Also … – mal hinschauen, um zu sehen, was man an der Wand und am Herd gebrauchen könnte …

Netter Tipp von einem Leser …

ICH MAG SOLCHE KONTAKTE, vor allem wenn sie von Menschen stammen, die mit offenen Augen durch die Insel wandern und ganz persönliche Entdeckungen machen, die gut teilbar sind. Carsten H. ist so einer und er schrieb mir: „Wenn ich auf Mallorca bin, besuche ich … immer montags den Stand von Can Betli vor der Markthalle in Manacor. Dort esse ich Bocadillo, welches mir Juan auf leckere Weise verfeinert, und kaufe für mich angefertigte, mit Käse gefüllten Oliven and andere Köstlichkeiten.“ Danke, Herr H., gut zu wissen, da werde ich  einkehren, es muss ja nicht unbedingt am Markttag sein (muss nur rausfinden, ob Juan dann auch da ist …).

Ich mach‘ mir ja sonst nichts aus Postkarten …

Nr. 1
Nr. 4
Nr. 2
Nr. 3

… ABER ENTDECKE DANN DOCH IMMER WIEDER EINIGE, die mich ins Grübeln bringen. Die kauf‘ ich dann, und der Grund ist der optische Beweis, wie gewaltig sich Mallorca verändert hat, und einiges fast noch unter meinen Augen & Füßen. Ich zitiere als Beispiele nur mal diese alten Postkarten aus meiner Sammlung: 1 Die berühmte Kiefer an der Straße nach Deia, 1930 fotografiert und damals angeblich der größte Baum der Insel. 2 Port Soller um 1937 – ein stilles Paradies, aber mit einer erstaunlichen, heute verschwundenen Hafenanlage rechts an der Einfahrt. 3 Die „Neue Mole in Palma“, die fast aussieht wie der Jungfernstieg in Hamburg, um 1930. 4 Kathedrale & Almudaina, fotografiert um 1910 am Beginn des Borne.

 

 

 

 

Wie Plinius Sineu adelte …

Sineu in seiner ganzen Pracht …
Plinius

ES LOHNT SICH IMMER, beim alten Römer zu stöbern, der den Ausbruch des Vesuvs und den Untergang von Pompeji als Augenzeuge so dramatisch beschrieben hat: Plinius der Jüngere, 61-115 n. Chr. Dafür, dass er so jung gestorben ist, hat Plinius eine Fülle von Texten hinterlassen, und nun komme ich endlich zum Punkt: Seine Reisebeschreibungen gehören zur besten Literatur des klassischen Altertums. Plinius ist enorm rumgekommen, hat ein waches Auge besessen – und war neugierig wie ein Spürhund. Und wenn ich was zu sagen hätte in der Stadt Sineu, dann würde ich eine Tafel zu Ehren von Plinius an den Marktplatz nageln. Weil er um 100 n. Chr. ein SINEUM erwähnt hat, und das kann nur Sineu auf Mallorca gewesen sein, und das dürfte der mit Abstand älteste Hinweis sein, wodurch Sineu im Orts-Ranking der Insel einen gewaltigen Sprung zur Spitze machen würde. Nun, abendfüllend ist das nicht, was da steht, aber allein den Namen hinzuschreiben vor fast 2000 Jahren, genügt doch!

Manacor-Mieten – da staunt man!

„Hand aufs Herz“ – das Wappen von Manacor

WER STÖBERT, DER ENTDECKT! Mir ging das gerade so auf der spanischen Immobilien-Website Idealisa. Da fand ich interessante, sogar kaum glaubliche Zahlen: Zum Beispiel dass die Mieten in Manacor von 2018 auf 2019 um 14,2 % gestiegen sind, das ist der höchste Zuwachs auf den Balearen, wenn nicht sogar in Spanien. Dort muss man jetzt mit mindestens 12,6 Euro pro Quadratmeter rechnen! Andererseits gibt es einen Ort, an dem die Mieten um 4,4 % fielen – in Marratxi. Warum das so ist in Manacor mit seinen nur rund 35 000 Einwohnern, wurde nicht erklärt, aber man darf nicht vergessen, dass einige aufstrebende (Küsten-)Orte zur Stadt gehören, etwa Portocristo, Cala Moranda, S’Illot, Cala Anguila, Cala Murada und Son Macia.

 

 

 

Wie man zu einer Uhr kommt …

IM ANZEIGENMARKT ENTDECKE ICH IMMER ETWAS, denn Mallorca wird von skurrilen Typen bevölkert, die eine Menge Probleme haben. Wie jener, der am Sonntag, 15. September 2019, in Son Sierra de Marina eine Uhr verloren hat und den Finder um Rückgabe bittet. Wo hat er sie verloren? Den Ort gibt’s nicht auf Mallorca, es sei denn, es handelt sich um Son Serra de Marina. Und nehmen wir mal an, ich wäre der Finder, und bei der Uhr würde es sich um eine Jaeger-LeCoultre handeln – würde ich sie aushändigen aufgrund dieser Anzeige? Wie beweist einer, dass es seine Uhr ist, wenn keine Identifizierung eingeritzt wurde? Und wieviele Uhren werden an einem Sonntag in Son S(i)erra de Marina verloren, und welche ist dann seine? Ein lustiger Fall …

Felanitx – die Fresken-Stadt!

EBEN HABE ICH ÜBER DIE WEINHANDLUNG RAMIS BERICHTET, deren Besitzer seine Fassade mit eine gigantischen Generationen-Porträt bemalen ließ. Und nun gibt’s das nächste Fresko im „Format Sixtinische Kapelle“ zu sehen: am Sportzentrum Guillem Timoner am Ortsausgang in Richtung Campos. Sicher 20 x 5 m groß (schätze ich), auch dieses Fresko scheint ein Porträt zu sein, aber man versicherte mir, es sei „nur ein Symbolbild“, den jungen Mann gäbe es nicht lebend. Und was für einen seltsamen Chip hält er in den Händen? Das konnte mir keiner erklären in Felanitx – und an den Maler erinnerte sich auch keiner (ich hätte ihn sonst gefragt). Sei’s drum – in Felanitx tut sich was, da gehen sie jetzt vehement an die Fassaden, und es gibt die Maler noch, die sowas können), und nachdem das Städtchen auch die internationale Top-Künstler Miquel Barcelo und Xisco Duarte hervorgebracht hat, muss man es als die heimliche Kunsthauptstadt der Insel bezeichnen …

Wie Mallorca wurde, was es ist!

Das Waldren-Buch …
… und das Graves-Buch

INTERESSIERT KEINEN? Würde ich nicht sagen. Wenn es unterhaltsam und doch informativ dargestellt wird, möchte man es schon wissen. Ich rate zu zwei Büchern, die man gleichzeitig und durcheinander lesen sollte. Beide sind auf Englisch, aber das be- herrscht ja wohl heute jeder. Nummer 1: „Insiders and Outsi- ders“ von Jacqueline Waldren. Die Nummer 2: „Wild Olives“ von William Graves. Beide spielen in Deia, „Insiders …“ ist die eher akribisch historische Aufberei- tung der Entwicklung des Ortes, das Graves-Buch sind die Kind- heitserinnerungen des Sohnes von Robert Graves im gleichen Städtchen. An Deia sollte man sich nicht stören, wenn man in Andraitx oder Capdepera wohnt, beide Autoren haben das Thema so intensiv angepackt, dass man begreift, wie Mallorca zwischen 1920 und 1960 von der ärmlichen Bauerninsel zur reichen Tourismus-Destination wurde – und wie Mallorca das überlebte. Ich kann sie Doppellektüre jedem, dem es nicht egal ist, wie die Insel heißt, auf der er lebt oder Urlaub macht, nur wärmstens empfehlen …

Nanu, zweimal die Hausnummer 6 am selben Haus?

Links eine 6 und rechts eine 6 und das an einem Haus …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Wat es nich all jibt auf Mallorca! Da sehe ich in dem Dorf Son Macia (im gleichnamigen bezaubernden Tal bei Manacor), direkt am Marktplatz, ein Haus mit zwei Eingängen und über jedem steht eine 6! Ich putzte meine Brille, aber es blieb dabei: Zwischen der Hausnummer 4 und 8 gibt es zweimal die 6. Ich vermute dahinter einen Erbstreit, wie er auf Mallorca an der Tagesordnung ist. Bloß kein Nachgeben oder Einlenken, lieber was Blödsinniges – oder eben ein Haus mit zwei Eingängen, im Inneren geteilt und beide Parteien haben auf der angestammten Nr. 6 bestanden!