Pflanzen

Die das gemacht haben, sind keine Flaschen …

Viele Flaschen am Zaun …
… und zwei aus der Nähe

ICH HABE DIE IDEE AM ZAUN EINER SCHULE IN MANACOR GESEHEN: Ausgetrun- kene Plas- tikflaschen als Blumen- kästen! Auf- geschnitten, mit Erde ge- füllt, bepflanzt – und in zu Dutzenden als senkrechtes Grün am Gitter ange- bracht. Das klingt, wenn man’s nicht sieht, merkwürdig, es ist – ich muss das zugeben – auch nicht übermäßig nett anzuse- hen, aber da steckt eine lehrreiche Theorie dahinter, es funk- tioniert und es ist, um es auf ein Minimum zu bringen: Es ist weit besser als gar nichts! Denn die Flaschen sind einer brauchbaren Zweitverwendung zugeführt, die Pflänzchen werden irgendwann mal den Zaun umgarnen und die Schüler haben eine besondere Form des Recycling begriffen. Ich find’s gut …

Lasst uns den Feigenmann besuchen …

 

Das ist Apotheker Pons aus Llucmajor …
… und sein Buch über die Balearen-Feigen

ER HEISST MONTSERRAT PONS I BOSCANA, ist eigentlich Apotheker, besitzt die Finca Son Mut Nou bei Llucmajor und pflegt ein herrliches Lebensziel: Er möchte endlich die beste Feige finden!!! Dazu hat er in 35 Jahren in der ganzen Welt fast 3000 Bäume gesammelt und bei sich angepflanzt, auf denen aktuell 1300 Sorten gedeihen. Heute gilt Son Mut Nou in Fachkreisen als die vielfältigste, also größte Feigensammlung auf Erden, und weil Pons kein Eigenbrötler ist, hat er seine Farm für Besucher geöffnet, die hier selbst pflücken dürfen, aber auch fachmännisch durch die Feigen geführt werden. Beides ist unterhaltsam, weil man u. a. erfährt, dass es allein auf den Balearen an die 260 Feigenarten gibt, und dass man wählen kann unter unendlichen Farbschattierungen in Grün, Violett und Gelb. Dass ich frische, also saftige Feigen in „Carlos I“ einlege, bis sie sich vollgesaugt haben, lehnt meine Frau übrigens ab: „Nach drei dieser Alkohol-Bomben sprichst Du immer so undeutlich …“. Bin aber glücklich …

Einfach nur ein Idyll …

… FOTOGRAFIERT VON EINEM FREUND morgens um 8 Uhr aus seinem Schlafzimmerfenster hinunter auf seine Terrasse! Er ahnte ja nicht, dass sich eine Katze zwischen die Kakteen-Töpfe geschlichen hatte und nun ihn von unten beäugte mit sehnsüchtigen Miauen. Ein schönes Foto, ein sogenannter Schnappschuss, auch wenn weder etwas geschnappt hat, noch geschossen wurde. Lauschig still war’s, als die Sonne allmählich goldrot über den Hügel kroch, schon 25° warm und windarm. Nur das Miauen war zu hören, das ja bekanntlich nie Lärm bedeutet, und wäre mein Freund rausgesprungen aus dem Schlafzimmer, hätten ihn die Blumen mit ihren Töpfen aufgefangen! Er hätte lediglich die Kakteen auf der gemauerten Anrichte, auf der auch die Katze Platz genommen hatte, vermeiden müssen …

Ich besitze eine Kostbarkeit …

… UND HATTE KEINE AHNUNG! Dann erfuhr ich es: Die „Rot-gefüllte blühende Bougainvillea“, vornehm auf Latein „Bouganinvillea spectabilis“ (die „prächtige“) genannt, kommt auf Mallorca selbst in gehegten Parks & Gärten kaum vor, und wenn eine Jardinera sie anbietet, was so gut wie nie vorkommt, kostet sie einen fetten Batzen! Bei mir steht sie üppig rund ums Haus, auch in violett, wofür ich nichts kann, das haben meine Eltern vor 60 Jahren so arrangiert, und weil ich von Garteln keine Ahnung habe, habe ich mich im Internet kundig gemacht. Da klingt das so: „Eine ebenso schöne wie selten erhältliche Gruppe der Bougainvillea sind die gefüllt blühenden Sorten. Ihre farbigen Hochblätter sind deutlich kleiner als die einfachblühender Verwandter. Dafür stehen sie in Doppel- oder Dreifach-Ausführung in dichten Büscheln beisammen, die eingefleischte Kübel- und Wintergartenfans begeistern. Die Pflanzen selbst sind schwachwüchsig und bleiben mit Zuwächsen von vergleichsweise geringen 20-30 cm im Jahr klein. Gießen Sie im Winter und in den Übergangsjahreszeiten mit Bedacht, um die Wurzeln nicht zu vernässen, da der Wasserbedarf gering ist.“ Meine Güte, was bin ich stolz auf meine Raritäten-Blumen in der zweiten Generation …

Noch ein Sehnsuchtsvoll-Foto …


MEIN HAUS, EINGESPONNEN VON GLYZINIEN!
Eine lila Wolke rund um die Terrasse. Wie schön, dass sich die Natur von Corona nicht in Quarantäne schicken lässt! Unbeeindruckt tut sie das, was sie immer gemacht hat, weil ihr das vor Jahrmillionen so aufgetragen worden ist. Mir geht das Herz auf, wenn ich das Meer betrachte durch einen Rahmen aus lila Nektarkelchen, an denen sich alles friedlich tummelt, was Hunger auf Pollenklößchen hat. Klar, fallen die Blüten ab und man tritt drauf, entsteht eine Sauerei auf der Terrasse. Aber was soll’s, das ist ein winziges Übel in diesen schweren Zeiten und leichter zu beseitigen als dieser blöde Virus

Das ist mal eine gute Idee!

… UND BESONDERS JETZT IN DER VERFLUCHTEN VIRUS-ZEIT! Karen Navarro aus Llubi hatte sie mit ihren „Rutes botaniques medicinals“, das sind Wanderungen auf den Spuren mallorkinischer Heilpflanzen. Sie dauern 2 Stunden, kosten 15 Euro/Person und der tiefere Sinn von Karens Idee ist, dass man nicht nur die Heilpflanzen kennen lernt (die bisher, da gehe ich von aus, für die meisten zu 99 % unentdeckt am Wegesrand wachsen!), sondern auch von ihr gesagt bekommt, zu welchen Wehwehchen man sie wie anwendet! Es mag eine gewisse Sprachbarriere bestehen, aber da die Gruppen nie groß sind, hat die Botanikerin immer Zeit, auf individuelle Fragen in geläufigen Sprachen einzugehen. Teuer: Unsinn – 8 Cent pro Minute sind ein erfreuliches Preisleistungsverhältnis bei einem derart nützlichen Thema …

Trinken wir doch mal Mallorca-Tee!

… und so sieht die Mischung aus!

ER HEISST „FLORES DE MALLOR- CA“, ist blau, wird als Ei- genkreation vom „Mallorca Tea House“ mit den typi- schen Blüten der Insel hergestellt und ist – leider – ziemlich teuer: 50 Gramm kosten 7,35 Euro! Aber die, die ihn probiert haben, finden ihn (fast) alle toll, ich darf bemerken, dass er auf dem Foto, das ich von der Website runter gela- den habe, reichlich merkwürdig aussieht. Das „Tea House“ selbst ist als Laden natürlich geschlossen, aber es hat einen ganz guten Internet-Auftritt (www.mallorcateahouse.es), und wenn man unter BUSCAR „Flores de Mallorca“ eintippt, erscheint der Tee sofort. Nun gut, alte Earl Grey-Trinker wird man nicht begeistern können, aber ich habe mir jetzt mal ein Päckchen bestellt in der Hoffnung, den Blumenduft der Insel in der Tasse zu finden …

Gemüse statt Golf – eine „Helau“-Idee!

So schön ist der Sport – und da sollen Beete angelegt werden? 

EIN ÄLTERER UNTERNEHMER AUS DEM RHEINLAND HAT SIE GEÄUSSERT, ich habe seinen Plan in einem Leserbrief entdeckt. Er schrieb (leicht gekürzt): „Die Regierung kauft einen Golfplatz, der sich mangels Besuchern in Schwierigkeiten befindet. Gesucht wird ein Investor aus der Bio-Landwirtschaft, der in der Lage ist, Gemüseanbau zu betreiben. Die Inselregung subventioniert für etwa fünf Jahre diese Bemühungen, um soziale Spannungen abzufangen und für Mallorca ein zweites Gewicht neben dem Tourismus zu schaffen.“ Wie, bitte? Gedanken sind frei, natürlich, aber auch der Widerspruch: Scherz oder Irrsinn? Es ist doch genügend brach liegendes Bauernland vorhanden – und Golfplätze sind nicht fruchtbarer, haben allerdings ein funktionierendes Bewässerungssystem. Deshalb sind es auch blühende Landschaften, gottseidank den bauplatz-gierigen Immobilien-Heinis weitgehend entzogen, und jeder Golfer trägt mehr Geld auf die Insel als 12 Hotel-Pauschalisten! Und nun will der Schlauberger aus Düsseldorf staats-subventionierte Pflüge und Gewächshauser auf die Fairways bringen und auf den Grüns Weißkohl anbauen! Und in die Klubhäuser ziehen dann Campesinos ein und fahren in den nicht mehr benötigten Elektrowagen auf die Felder. Ich vermute mal, gelinde gesagt, der Mann ist kein Golfer (ich bin’s). Oder er ist mal am Düsseldorfer Golfklub spazieren gegangen und da hat ihn ein verirrter Ball am Kopf getroffen. Wenn er’s allerdings als Scherz gemeint hat, rufe ich ihm ein fröhliches  Corona-„Helau“ zu: Selten so gelacht … 

Mutter Natur ist verwirrt …

Dezember-Blüte in meinem Garten …

DER GÄRTNER ANDREU HAT MICH DARAUF AUFMERKSAM GEMACHT: Es blüht, was normalerweise nicht blüht im Dezember! In den Gärten explodieren Hibiskus und die Bougainvilla, unsere Freundin Gertrud hat sogar schon blühende Mandelbäume gesehen. Das Wetter ist schuld: zu warm und reichlich Regen. Da muss Mutter Natur geglaubt haben, der Frühling sei ausgebrochen, und hat ihre Ressourcen von der Leine gelassen. Ich weiß nicht, ob man das schon unter „Klimawandel“ abbuchen kann, ich ahne nicht mal, ob das ungesund ist im Kreislauf der Jahreszeiten. Hübsch ist es allemal, und wenn stacheliges Pflanzengestrüpp erzwungen ist durch Kälte und Dürre, dann soll’s mir recht sein, wenn auch im Dezember Farbe in die Landschaft kommt …

Palmen? Da lohnt es sich zu suchen …

Eine Palma aus meinem Tagebuch …

SIE KOSTEN EIN VERMÖGEN (wenn man nicht aufpasst), aber zu jedem „Apothekenpreis“ gibt es auch ein Schnäppchen-Angebot auf Mallorca. Dafür ist die Insel berühmt! Gerade bei Palmen, die hier nicht Zuhause sind. Ich will mal die Spannen nennen, die einem so begegnen: Eine 5 m hohe Kanarische Dattelpalme kann 6000 Euro kosten, aber ich habe eine ähnliche Palma für 800 Euro gesehen. Was für ein krasser Unterschied! Zweites Beispiel: Eine Washington-Palme von 6 m Höhe gab’s für rund 1500 Euro, und nicht weit davon für 300 Euro. Preisunterschiede von 1500 Euro für nahezu identische Bäume sind gang und gäbe und ich merkte es, als ich eine Dattelpalme suchte (ich liebe die Früchte!) und eine für 550 Euro bekam, obwohl eine andere Gärtnerei sie mir für 2500 Euro angeboten hatte – übrigens auch so um die 5 m.Was tun? A bisserl rumfahren und den Vierstelligen heimlich den Vogel zeigen …