Pflanzen

Trinken wir doch mal Mallorca-Tee!

… und so sieht die Mischung aus!

ER HEISST „FLORES DE MALLOR- CA“, ist blau, wird als Ei- genkreation vom „Mallorca Tea House“ mit den typi- schen Blüten der Insel hergestellt und ist – leider – ziemlich teuer: 50 Gramm kosten 7,35 Euro! Aber die, die ihn probiert haben, finden ihn (fast) alle toll, ich darf bemerken, dass er auf dem Foto, das ich von der Website runter gela- den habe, reichlich merkwürdig aussieht. Das „Tea House“ selbst ist als Laden natürlich geschlossen, aber es hat einen ganz guten Internet-Auftritt (www.mallorcateahouse.es), und wenn man unter BUSCAR „Flores de Mallorca“ eintippt, erscheint der Tee sofort. Nun gut, alte Earl Grey-Trinker wird man nicht begeistern können, aber ich habe mir jetzt mal ein Päckchen bestellt in der Hoffnung, den Blumenduft der Insel in der Tasse zu finden …

Gemüse statt Golf – eine „Helau“-Idee!

So schön ist der Sport – und da sollen Beete angelegt werden? 

EIN ÄLTERER UNTERNEHMER AUS DEM RHEINLAND HAT SIE GEÄUSSERT, ich habe seinen Plan in einem Leserbrief entdeckt. Er schrieb (leicht gekürzt): „Die Regierung kauft einen Golfplatz, der sich mangels Besuchern in Schwierigkeiten befindet. Gesucht wird ein Investor aus der Bio-Landwirtschaft, der in der Lage ist, Gemüseanbau zu betreiben. Die Inselregung subventioniert für etwa fünf Jahre diese Bemühungen, um soziale Spannungen abzufangen und für Mallorca ein zweites Gewicht neben dem Tourismus zu schaffen.“ Wie, bitte? Gedanken sind frei, natürlich, aber auch der Widerspruch: Scherz oder Irrsinn? Es ist doch genügend brach liegendes Bauernland vorhanden – und Golfplätze sind nicht fruchtbarer, haben allerdings ein funktionierendes Bewässerungssystem. Deshalb sind es auch blühende Landschaften, gottseidank den bauplatz-gierigen Immobilien-Heinis weitgehend entzogen, und jeder Golfer trägt mehr Geld auf die Insel als 12 Hotel-Pauschalisten! Und nun will der Schlauberger aus Düsseldorf staats-subventionierte Pflüge und Gewächshauser auf die Fairways bringen und auf den Grüns Weißkohl anbauen! Und in die Klubhäuser ziehen dann Campesinos ein und fahren in den nicht mehr benötigten Elektrowagen auf die Felder. Ich vermute mal, gelinde gesagt, der Mann ist kein Golfer (ich bin’s). Oder er ist mal am Düsseldorfer Golfklub spazieren gegangen und da hat ihn ein verirrter Ball am Kopf getroffen. Wenn er’s allerdings als Scherz gemeint hat, rufe ich ihm ein fröhliches  Corona-„Helau“ zu: Selten so gelacht … 

Mutter Natur ist verwirrt …

Dezember-Blüte in meinem Garten …

DER GÄRTNER ANDREU HAT MICH DARAUF AUFMERKSAM GEMACHT: Es blüht, was normalerweise nicht blüht im Dezember! In den Gärten explodieren Hibiskus und die Bougainvilla, unsere Freundin Gertrud hat sogar schon blühende Mandelbäume gesehen. Das Wetter ist schuld: zu warm und reichlich Regen. Da muss Mutter Natur geglaubt haben, der Frühling sei ausgebrochen, und hat ihre Ressourcen von der Leine gelassen. Ich weiß nicht, ob man das schon unter „Klimawandel“ abbuchen kann, ich ahne nicht mal, ob das ungesund ist im Kreislauf der Jahreszeiten. Hübsch ist es allemal, und wenn stacheliges Pflanzengestrüpp erzwungen ist durch Kälte und Dürre, dann soll’s mir recht sein, wenn auch im Dezember Farbe in die Landschaft kommt …

Palmen? Da lohnt es sich zu suchen …

Eine Palma aus meinem Tagebuch …

SIE KOSTEN EIN VERMÖGEN (wenn man nicht aufpasst), aber zu jedem „Apothekenpreis“ gibt es auch ein Schnäppchen-Angebot auf Mallorca. Dafür ist die Insel berühmt! Gerade bei Palmen, die hier nicht Zuhause sind. Ich will mal die Spannen nennen, die einem so begegnen: Eine 5 m hohe Kanarische Dattelpalme kann 6000 Euro kosten, aber ich habe eine ähnliche Palma für 800 Euro gesehen. Was für ein krasser Unterschied! Zweites Beispiel: Eine Washington-Palme von 6 m Höhe gab’s für rund 1500 Euro, und nicht weit davon für 300 Euro. Preisunterschiede von 1500 Euro für nahezu identische Bäume sind gang und gäbe und ich merkte es, als ich eine Dattelpalme suchte (ich liebe die Früchte!) und eine für 550 Euro bekam, obwohl eine andere Gärtnerei sie mir für 2500 Euro angeboten hatte – übrigens auch so um die 5 m.Was tun? A bisserl rumfahren und den Vierstelligen heimlich den Vogel zeigen …

Das beste Pflanzenbuch? Die Antwort …

DAS IST EINE DER AM HÄUFIG- STEN GESTELLTEN FRAGEN: Weißt Du ein gutes Buch über die Pflanzen auf Mallorca? Antwort: Jein. Denn es gibt ein paar, aber ich finde mich in keinem zurecht. Weil die Autoren zu sehr Experten sind, um zu begreifen, was wir Amateure wissen wollen. Ich finde fast nie eine Pflanze, über die ich mehr wissen möchte, weil ich nicht weiß, zu welcher botani- schen Familie sie gehört – aber so haben die Autoren sie geordnet! Ich muss mühsam nach den Abbil- dungen suchen, aber wahrscheinlich gibt es kein anderes Ordnungsprinzip, das funktioniert. Das beste Buch hat immer noch die Britin Dr. Elspeth Beckett 2009 verfasst: „Illustrated Flora of Majorca“. 224 Seiten, Text auf Englisch, wunderbare Zeichnungen – und äußerst seltsam vom Preis her: Es kostet zwischen 28.49 und 188 Euro (am billigsten auf Amazon). Dr. Beckett hat schon 1987 ein nützliches Werk veröffentlicht, „Wild Flowers of Majorca Minorca Ibiza“, das hat 160 Seiten und kostet etwa 60 Euro. Das ist meine Antwort auf die Frage …

Es gibt alles, nur eins nicht …

… KOKOSPALMEN! Sie Überleben das Klima einfach nicht, die benötigen die Tropen und Kokosnüsse müssen deshalb importiert werden. Nicht so sehr die Nüsse, aber das Kokoswasser, dieser flüssige Heilsbringer der Esoterischen. Wahr ist: Hat einer viel Blut verloren und ist kein Ersatz greifbar, kann man den Verlust mit diesem Fruchtwasser auffüllen – es ist die einzige antiseptische Flüssigkeit in der Natur! Was ich aber eigentlich sagen will: Selbst Kiwi-Plantagen haben sie auf der Insel angelegt und sie ziehen Ananas, aber Kokospalmen – das klappt nicht. Die Palmen an sich kann man sich in den Garten stellen, die gibt’s zu kaufen, aber sie tragen keine Nüsse. Da hat schon manch ein „Quadratschädel“ auf ein Wunder gehofft …

Die tollste Blume blüht wieder!

SIE BLÜHT IMMER NUR EINE NACHT, von der Abend- bis in die Morgendämmerung, mit bis zu 30 cm großen, schneeweißen Blü- ten, die wie ein Strauß aussehen, wenn sie sich öffnet! Mit einem orange-gelben, samtzarten Inneren, in dem ein gelber Pinselpuschel steht. Es ist ein hellgrüner Kaktus, der „Königin der Nacht“, „La Reina de Noche“ oder Selenicereus Grandiflorus heißt. Ein großes Gewächs, mit Stacheln bewehrt und von fleischiger Dicke. Da der Kaktus anspruchslos ist, wächst er überall auf Mallorca, kommt so häufig vor, dass man ihn kaum noch bemerkt, und man muss darauf achten, ob ihm die gefältelten Blütenkolben wachsen, die wie goße grüne Flammen wirken. Wenn so eine Staude zehn bis 20 solcher Riesenblumen trägt, die am nächsten Morgen, also in ein paar Stun- den, verwelkt sind, ist das ein wunderbares Insel-Erlebnis – und es passiert genau in diesem Moment. Auch auf meiner Terrasse und das Foto habe ich heute in der Morgendämmerung gemacht …

Das beste Olivenöl? Schwierig, Leute, schwierig … (Teil 2)

Ein wilder Olivenbaum …

DA KAM EINER AUF DIE IDEE, aus den wild wachsenden Oliven Mallorcas Öl zu pressen. Was schwierig ist, denn die Früchte sind winzig, besitzen kaum Fleisch, 25 Kilo ergeben knapp mal eine Liter und bitter sind sie auch noch. Warum also? Um etwas Besonders herzustellen, etwas unverfälscht Natürliches, kein kultiviertes Öl aus einer betütelten Zuchtfrucht. Ich kennen einen Produzenten aus der Inselmitte, der 1 Liter für rund 140 Euro anbietet – und ich möchte es nicht mal geschenkt haben, so gallig schmeckt es. Aber es wird trotz des exorbitanten Preises gekauft, ich traf sogar einen, der davon schwärmte. Nun ja, mei‘ Katz‘ mag Mäus‘, i mag’s net. – Allerdings: Ab und zu trifft man auf Märkten, aber sehr selten, einen Bottich, in dem die wilden Oliven, inzwischen überreif und fast schwarz geworden, seit Wochen in einer Lauge dümpeln. Die sind – unerwartet – ausgezeichnet, die Lauge und das Alter haben ihnen die Bitterkeit ausgetrieben, und auch wenn kaum Fleisch um den Kern zu finden ist, da kann man sich eine Kanne abfüllen lassen …

Das beste Olivenöl? Schwierig, Leute, schwierig … (Teil 1)

JEDER, DER NUR DREI OLIVENBÄUME BESITZT, HAUT HEUTZUTAGE IRGENDEIN ÖL AUF DEN MARKT! Es gibt über 100 Fabrikanten auf Mallorca und sie überschlagen sich in den Anpreisungen. Man muss bei den wenigen unabhängigen Gourmets nachfragen (bloß nicht bei den Wirten, die sind alle irgendwie „verbandelt“), und weil ich monate- lang hartnäckig blieb, habe ich eine Antwort: das Opa-Öl namens „Joan Ros- selo“ des Hersteller Son Mesquidassa (zwischen Felanitx und Porreres), der seit 1818 Olivenöl in herausragender Qualität presst. 750 ml. kosten 12.50 Euro, das ist außerordentlich günstig, verglichen mit den „Mondpreisen“ anderer Pro- duzenten, und ein Gourmet behauptete sogar: „Das ist das einzige Olivenöl von der Insel, das mit den besten Italienern mithalten kann!“ Ach, übrigens: Son Mes- quidassa bietet noch weitere Olivenöle an und die tragen alle Porträts des wun- derbaren Insel-Barden Tomeu Penya, dessen Familie seit über 100 Jahren zu den zufriedenen Kunden zählt …

Wild wachsen die schönsten Artischocken …

Ein Feld mit Artischocken …
… und eine wilde Artischocke

… UND KAUM EINER KÜM- MERT SICH UM SIE! außer mei- nem alten Freund Klaus Exner, der ab und zu seine schönsten Rezepte im „Mallorca Magazin“ veröffentlicht. Er schwärmt aus in die Natur, auf die Felder, auf denen die wilden Artischocken üppig wachsen, die aussehen wie Disteln, etwas kleiner sind als die kultivierten Früchte, aber keinesfalls schlechter schmecken – und gratis herumstehen! Es ist mit diesen Artischocken auf Mallorca genauso wie mit dem grünen Spargel: Es gibt ein paar Rentner, die ihn in der Wildnis ernten und dann Restaurants anbieten, aber eigentlich kümmert sich kein Schwein darum, und das ist ein Jammer, denn gerade dieser Spargel und diese Artischocken sind eine Köstlichkeit vom Gabentisch von Mutter Natur. Man muss halt gut zu Fuß sein, Handschuhe dabei haben und wissen, wo man ernten muss. Aber mein Freund Klaus sagt: „Überall …“.