Pflanzen

Die tollste Blume blüht wieder!

SIE BLÜHT IMMER NUR EINE NACHT, von der Abend- bis in die Morgendämmerung, mit bis zu 30 cm großen, schneeweißen Blü- ten, die wie ein Strauß aussehen, wenn sie sich öffnet! Mit einem orange-gelben, samtzarten Inneren, in dem ein gelber Pinselpuschel steht. Es ist ein hellgrüner Kaktus, der „Königin der Nacht“, „La Reina de Noche“ oder Selenicereus Grandiflorus heißt. Ein großes Gewächs, mit Stacheln bewehrt und von fleischiger Dicke. Da der Kaktus anspruchslos ist, wächst er überall auf Mallorca, kommt so häufig vor, dass man ihn kaum noch bemerkt, und man muss darauf achten, ob ihm die gefältelten Blütenkolben wachsen, die wie goße grüne Flammen wirken. Wenn so eine Staude zehn bis 20 solcher Riesenblumen trägt, die am nächsten Morgen, also in ein paar Stun- den, verwelkt sind, ist das ein wunderbares Insel-Erlebnis – und es passiert genau in diesem Moment. Auch auf meiner Terrasse und das Foto habe ich heute in der Morgendämmerung gemacht …

Das beste Olivenöl? Schwierig, Leute, schwierig … (Teil 2)

Ein wilder Olivenbaum …

DA KAM EINER AUF DIE IDEE, aus den wild wachsenden Oliven Mallorcas Öl zu pressen. Was schwierig ist, denn die Früchte sind winzig, besitzen kaum Fleisch, 25 Kilo ergeben knapp mal eine Liter und bitter sind sie auch noch. Warum also? Um etwas Besonders herzustellen, etwas unverfälscht Natürliches, kein kultiviertes Öl aus einer betütelten Zuchtfrucht. Ich kennen einen Produzenten aus der Inselmitte, der 1 Liter für rund 140 Euro anbietet – und ich möchte es nicht mal geschenkt haben, so gallig schmeckt es. Aber es wird trotz des exorbitanten Preises gekauft, ich traf sogar einen, der davon schwärmte. Nun ja, mei‘ Katz‘ mag Mäus‘, i mag’s net. – Allerdings: Ab und zu trifft man auf Märkten, aber sehr selten, einen Bottich, in dem die wilden Oliven, inzwischen überreif und fast schwarz geworden, seit Wochen in einer Lauge dümpeln. Die sind – unerwartet – ausgezeichnet, die Lauge und das Alter haben ihnen die Bitterkeit ausgetrieben, und auch wenn kaum Fleisch um den Kern zu finden ist, da kann man sich eine Kanne abfüllen lassen …

Das beste Olivenöl? Schwierig, Leute, schwierig … (Teil 1)

JEDER, DER NUR DREI OLIVENBÄUME BESITZT, HAUT HEUTZUTAGE IRGENDEIN ÖL AUF DEN MARKT! Es gibt über 100 Fabrikanten auf Mallorca und sie überschlagen sich in den Anpreisungen. Man muss bei den wenigen unabhängigen Gourmets nachfragen (bloß nicht bei den Wirten, die sind alle irgendwie „verbandelt“), und weil ich monate- lang hartnäckig blieb, habe ich eine Antwort: das Opa-Öl namens „Joan Ros- selo“ des Hersteller Son Mesquidassa (zwischen Felanitx und Porreres), der seit 1818 Olivenöl in herausragender Qualität presst. 750 ml. kosten 12.50 Euro, das ist außerordentlich günstig, verglichen mit den „Mondpreisen“ anderer Pro- duzenten, und ein Gourmet behauptete sogar: „Das ist das einzige Olivenöl von der Insel, das mit den besten Italienern mithalten kann!“ Ach, übrigens: Son Mes- quidassa bietet noch weitere Olivenöle an und die tragen alle Porträts des wun- derbaren Insel-Barden Tomeu Penya, dessen Familie seit über 100 Jahren zu den zufriedenen Kunden zählt …

Wild wachsen die schönsten Artischocken …

Ein Feld mit Artischocken …
… und eine wilde Artischocke

… UND KAUM EINER KÜM- MERT SICH UM SIE! außer mei- nem alten Freund Klaus Exner, der ab und zu seine schönsten Rezepte im „Mallorca Magazin“ veröffentlicht. Er schwärmt aus in die Natur, auf die Felder, auf denen die wilden Artischocken üppig wachsen, die aussehen wie Disteln, etwas kleiner sind als die kultivierten Früchte, aber keinesfalls schlechter schmecken – und gratis herumstehen! Es ist mit diesen Artischocken auf Mallorca genauso wie mit dem grünen Spargel: Es gibt ein paar Rentner, die ihn in der Wildnis ernten und dann Restaurants anbieten, aber eigentlich kümmert sich kein Schwein darum, und das ist ein Jammer, denn gerade dieser Spargel und diese Artischocken sind eine Köstlichkeit vom Gabentisch von Mutter Natur. Man muss halt gut zu Fuß sein, Handschuhe dabei haben und wissen, wo man ernten muss. Aber mein Freund Klaus sagt: „Überall …“.

Wahnsinn, was Palmen kosten …

Kanarische Dattelpalme
Echte Dattelpalme
Washington-Palme (jung)
Silber-Dattelpalme

WENN ICH PALMEN-ALLEEN ALS AUFFAHRTEN SEHE, denke ich mir immer: Was haben die Leute für ein Geld! Denn eins muss man wissen: Palmen, die größer sind als Hüfthöhe, kosten ein Vermögen. Angeboten werden: 1. Washington-Palmen, 6 m hoch, für ca. 1400 Euro. 2. Kanarische Dattelpalmen, 5 m hoch, für ca. 6000 Euro. 3. Echte Dattelpalmen, 5 m hoch, ca. 2400 Euro. 4. Silber-Dattelpalme, 5 m hoch, auch ca. 2400 Euro. Wobei „hoch“ Stamm ohne Krone bedeutet. Eine Auffahrt mit 20 stattlichen Palmen kann also glatt mit 50 000 Euro ins Bankkonto schlagen. Nun gibt es den „Palmenservice Mallorca“ in Llucmajor, die bieten bei „Plantagenräumungen“ (so nennen sie das) einen erheblichen Discount von rund 90 % an. Warum, ist mir nicht ganz klar, aber eine Echte Dattelpalme mit 5 m Stamm kostet dann nur noch ca. 400 Euro. Das ist ein Wort! Dennoch: Palmen gedeihen nicht überall auf der Insel, es gehen fast soviel Bäume ein, wie gepflanzt werden, und wirklich heimisch fühlt sich nur die einheimische Garballo, aber das ist leider nur eine Zwergpalme im Gebüsch-Format.

 

 

 

 

 

 

 

Marder + Physalis = Ein leckeres Geheimnis!

Der Mallorca-Marder …
… und ein Physalis-Strauch

KLAGEN HABEN MICH ERREICHT, von fassungslosen Gartenfreunden. Die festgestellt haben, dass man ihre Physalis-Beeren aus den orangenen Blätterhüllen gefressen hat! Wer tut denn sowas, wenn das Obst noch am Strauch hängt? Mein Freund, der alte Bauer Jaume, wusste es: Der Marder war’s! „Der niedliche Räuber“, sagt er, „liebt die saftigen Kügelchen, ist ganz verrückt danach.“ Ich wollte es nicht glauben, dass ein Fleisch- und Aasfresser sich auf Früchte stürzen könnte. Aber Jaume versichert, das sei schon immer so gewesen und dagegen gäbe es kaum ein Mittel, denn wer würde auf die Marder losgehen, die uns gegen die Ratten und anderes Viehzeug helfen. Nun leben Baum- oder Edelmarder (lateinisch: Martes martes) nicht in jedem Garten, sie sind eher selten und ich habe in einem halben Jahrhundert noch nie einen erkennbar gesehen. Aber in meiner Umgebung häufen sich die Klagen. Nun ja, na wenn schon, gönnen wir den hübschen Kerlchen, die frische Physalis-Beeren nicht auf dem Markt kaufen können, den vegetarischen Zwischengang …

Rosen II: Vier Farben an einem Strauch …

Das Bäumchen …
… Gelb und Gelb mit Purpur …
… Purpur mit Gelb …
… und Weiß mit Purpur

ICH MÖCHTE ES EIN WEITERES „WUNDER VON MALLORCA“ NENNEN – diesen Rosenstock mit den Blüten in vier ganz unterschiedlichen Farben: Gelb wie eine Teerose, Gelb mit Purpur und Purpur mit Gelb gesprenkelt und Weiß mit Purpur-Flecken! Wie können diese vier Farben aus einer Pflanze wachsen? Ich entdeckte den Topf in der Gärtnerei „Mimosa“ zwischen Portocristo und Sa Coma, habe ihn natürlich sofort gekauft – für 13.90 Euro, Frauchen hat ihn Zuhause umgetopft und in unseren Patio gestellt. Vielleicht bin ich ja naiv oder ignorant, und erfahrene Rosenfreunde belächeln mich, aber ich finde, dass man sich gar nicht genug wundern kann über die Kunststücke der Natur auf unserer Insel …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rosen I: Es geht los in Yannicks Garten!

So sieht der Rosengarten aus

MAI IST DER ROSENMONAT, und den schönste Rosengarten der Insel hat die Künstlerin Yannick Vu auf ihrer Museums-Halbinsel Sa Bassa Blanca (bei Port d’Alcudia) angelegt. Mit über 100 Sorten, darunter einige antike, die anderswo ausgestorben sind, und mit vielen berühmten englischen Züchtungen. Die Blütezeit beginnt gerade (ich schreibe das am 2. Mai), aber ein Besuch lohnt sich schon. Und wer sich auch für Kunst & Kultur interessiert, der wird auf diesem prachtvollen Besitz zusätzlich bedient. Wie kommt man hin? Rund um Alcudia und Port d’Alcudia den (viel zu kleinen) magenta-farbenen Schildern in Richtung MUSEU folgen. P. S.: Ich weiß nicht genau, wann Rosen verblüht sind, also nehmen Sie diesen Post auch als Hinweis für den Mai 2019 …

Endlich eine Antwort – Danke!

                                          Nicht mal Mallorkiner wissen, was das ist …
… und so sieht ein Prachtexemplar aus

EINER STEHT LINKS AN DER STRASSE ZWISCHEN INCA UND SINEU (etwa an der Abzweigung nach Buger) und hat diesen traumhaft schönen Blütenstand mit Kaskaden tropfenförmiger Blättchen. Ich hatte schon mal die Leser der „Mallorca Zeitung“ gefragt, damals meldete sich eine Dame und meinte, es sei Wilder Hopfen. Sie war sich aber unsicher – und meine mallorkinischen Nachbarn wissen es auch nicht. Jetzt hat sich die wunderbare Angeli Albrecht aus Alcudia  gemeldet und das Rätsel gelöst: als Drüsigen Götterbaum (Ailanthus altissima)! Und nicht nur das – sie hat gleich zwei nützliche Websites dazugeliefert: 1. https://de.m.wikipedia.org/wiki/G%C3%Btterbaum und 2. ihre eigene Pflanzenbestimmungs-App Pl@ntNet. Ganz große Klasse, vielen Dank!

 

 

 

Das ist die prachtvollste Auffahrt Nr. 1 …

Das Tor zum Tunnel …
… der Name …
… und die Allee von Innen

… FINDE ICH, lasse mich aber gern eines Anderen belehren. Aber solange kein Widerspruch kommt, ernenne ich diese tunnelartige Allee aus Oleander- büschen, Palmen und vielen immer- grünen Bäumen hinter dem machtvollen Tor zum Spitzenreiter! Sie gehört zu der Hotelanlage „Santa Cirga“,  die man zwischen Portocristo und Manacor auf der rechten Seite findet, und zwar kurz vor dem Riesen- restaurant „Moli den Sopa“, das links liegt. Das Besondere an dieser Auffahrt ist ihre Länge: Sicher knapp 500 m und dabei wirklich dicht wie eine Röhre, fast dunkel, aber üppig rot blühend, und ab und zu lugt der blaue Himmel durch die Decke! Wie ein kleines Fenster wirkt die Ausfahrt ganz hinten, sozusagen das Licht am Ende des Tunnels, und ich war so begeistert von der Allee, dass ich sie dreimal hintereinander gefahren bin …