Phänomene

Ich rätsel seit Jahren …

Das Akasha-Symbol …
… der Cachaca-Drink

… WIESO MALLOR- CA IMMER WIEDER SOLCHE TYPEN ANZIEHT! Irgend- was muss die Insel an sich haben, dass sich die „Entgeistig- ten“ hier wohlfühlen – und Kundschaft finden. Lesen Sie nur mal den neuesten Zaubertrick, mit dem ein Heiler sich mit einer bezahlten Annonce an ein breites Publikum wagt: „Durch das Öffnen Deiner persönlichen Akasha Chronik möchte ich Dir helfen, die Antworten auf konkrete Fragen in Deinem Leben zu finden. Weitere Infos unter …“. Ach, über so eine Chronik verfügt scheinbar jeder, aber nicht intim, da fremde Leute darin schmökern können, und die holen dort Antworten raus, nach denen ich angeblich schon lange suche! Pardauz, wie verzweifelt muss man eigentlich sein, um auf so einen Unsinn hereinzufallen? Leute, ich hole mir die besten Antworten auf meine Lebensprobleme aus herrlichen Sonnenuntergängen, gar nicht zu reden von beglückenden Sonnenaufgängen! Und dann sage ich nicht „Akasha“, sondern „Cachaca“, denn das ist ein herrlicher Drink aus Brasilien, der mir mein Bewusstsein öffnet bis in ungeahnte Tiefen …

Auf den Tiefseebergen …

Die vier Tieefseeberge (Karte von Ozeana)

… SO NENNT MAN DIE GIPFEL IM MEER, die keine Inseln bilden, weil sie unter der Wasseroberfläche aufragen – und bleiben. Das sind interessante Formationen und zwischen den Balearen und Pituysen gibt es vier, die alle nach berühmten Ozeanologen heißen: „Emile Baudot“ südlich von Cabrera, „Bell Guyot“ noch weiter südlich, „Monte Olivas“ (oder „Ses Olives“) vor Ibiza und „Ausias March“ vor Formentera. Mal angesehen davon, dass diese submaritimen Berge wichtig sind als Verstecke und Brutplätze von Meeressäugetieren wie Pottwale und die Tierschützer jetzt das Gebiet um die vier Gipfel zum Nationalpark erklären wollen – mir ist es in einem heißen Sommer passiert, dass ich von einer Yacht auf den „Monte Olivas“ steigen konnte, der deutlich sichtbar im Meer lag, das gerade so hoch stand, dass es meine Knie erreichte! Ich habe das nie wieder erlebt, und auch keinen getroffen, der mein Abenteuer aus eigener Erfahrung bestätigen konnte, so dass mir inzwischen klar ist, dass damals eine ganz besondere ozeanische Situation geherrscht haben muss.

Das kann mir keiner erklären …

… UND ICH RECHNE AUCH DAS ZU MALLORCAS UNLÖSBA- REN RÄTSELN! Da erschien 2010 in einem Verlag in Palma der Comic „Mallorca 1229. Jaume el Conqueridor“ des berühmten Zeichners Garcia über die Rückeroberung der Insel von den Mau- ren – und belegt erneut, dass Palma der weltweite Top-Hotspot der Comic-Künstler ist. Und nun das: Neu wird das Buch interna- tional für 7.72 bis 32.82 Euro angeboten, gebraucht jedoch für 4.75 bis 349 Euro (+ Versandkosten von bis 19 Euro). Dasselbe Buch, gleicher Jahrgang, ähnlicher Zustand, keine limitierte Ausgabe, auch keine Widmung – und bis zu 73 Mal teurer! Niemand kann mir das erklären, außer mit dem Geisteszustand gewisser Antiquare. Wer sich dafür interessiert, trotzdem es in Mallorquin verfasst ist: Die ISBN-Nummer ist 9788421847268.

 

 

 

Ein Jahr ohne Aprikosen …

… DENN DIE KÖNNEN 2020 NICHT GEERNTET WERDEN, weil die Pflanzen so gut wie keine Früchte tragen. Und ihre kleinen Schwestern, die Kumqats, hängen auch nur vereinzelt an den Ästchen. Das hat nichts mit Corona zu tun, denk ich mal, „so etwas kommt vor“, sagt mein Nachbar, Bäuerlein Miquel. Dass einfach mal ein Obst aussetzt. Schade, ich habe die Insel-Aprikosen immer sehr geschätzt, und wenn sie die schicken roten Flecken hatten, haben sie besonders gut geschmeckt. Jetzt werden sie also importiert, von irgendwoher aus der Hispanidad, aus Ecuador vielleicht. Aber das sind nicht dieselben, deshalb werde auch ich eine Aprikosen-Pause einlegen, bis es sie wieder „Made in Mallorca“ gibt …

… und hier flippen einige Rentner aus!


NEULICH BIN ICH EINEM RENTNER IN DIE HÄNDE GEFALLEN,
der mir seine Sammlung zeigen wollte. Da bin ich immer hellwach, aber in diesem Fall stimmte das „in die Hände gefallen“. Denn der alte Knabe, wohn- haft in Santa Ponca, sammel- te nackte Frauen auf Mallorca. Als FKK-Hef- te (sowas gibt’s), Touristen-Postkar- ten, Original- fotos und DVDs. „Schönheiten auf unserer schönen Insel“, schwärmte er – und besaß Hunderte! Aufregend fand ich die Sammlung nur, wenn sich die Nackedeis vor 1975 getummelt hatten, als Franco noch lebte und man für öff- entliches Unbekleidetsein ins Gefängnis kommen konnte. Aber das wusste der Sammler gar nicht, er starrte einfach nur auf die nackte Haut und vor allem dar- auf, wo die Haut nicht nackt war, wenn auch unverhüllt, und ich verabschiedete mich schnell. „Kommen Sie doch mal zu unseren Treffen“, rief er mir hinterher, und da ergriff mich Schaudern: Die sammelnden Voyeure sind auch noch so eine Art Klub! Es ist schon erstaunlich, was dieser schöne Felsen im westlichen Mittelmeer alles aushalten muss! Aber damit man sich überhaupt vorstellen kann, was die Greise heiß macht, zeige ich hier ein paar ihrer Objekte der Begierde …

Ich mach‘ mir ja sonst nichts aus Postkarten …

Nr. 1
Nr. 4
Nr. 2
Nr. 3

… ABER ENTDECKE DANN DOCH IMMER WIEDER EINIGE, die mich ins Grübeln bringen. Die kauf‘ ich dann, und der Grund ist der optische Beweis, wie gewaltig sich Mallorca verändert hat, und einiges fast noch unter meinen Augen & Füßen. Ich zitiere als Beispiele nur mal diese alten Postkarten aus meiner Sammlung: 1 Die berühmte Kiefer an der Straße nach Deia, 1930 fotografiert und damals angeblich der größte Baum der Insel. 2 Port Soller um 1937 – ein stilles Paradies, aber mit einer erstaunlichen, heute verschwundenen Hafenanlage rechts an der Einfahrt. 3 Die „Neue Mole in Palma“, die fast aussieht wie der Jungfernstieg in Hamburg, um 1930. 4 Kathedrale & Almudaina, fotografiert um 1910 am Beginn des Borne.

 

 

 

 

Das Problem zur Zeit ist …

… und so kalt ist’s an Land
So warm ist das Meer …

… DASS DIE LUFT KÄL- TER IST ALS DAS MEER! Das muss nicht so sein im Mallorca-Winter, aber zur Zeit ist es so: Nachts sinkt die Temperatur an Land bis auf und steigt tagsüber maximal auf 16° (aber sel- ten). Das Mittelmeer steht im Moment bei 14° bis 15°, bleibt kons- tant und dadurch ist es im Schnitt wärmer als die Luft. Das be- wirkt einige Wetterphänomene, Morgennebel z. B., oder Wolken- bänke, aus denen es zumindest leicht regnen kann, und Strand- spaziergänge fühlen sich – eigenartigerweise – weniger kühl an als Bergwanderungen. Und der Wind vom Meer ist wärmer als die Brise aus dem Pla. Da kann man nix machen, das ist eben so, und ich schreibe das für diejenigen, die sich wundern, dass sich das Inselklima etwas anders anfühlt als sonst …

Schweinkram – in Spanien erlaubt …

In dieser Zeitung fand ich …
… was hier und …
… hier steht

ERSTMALS HABE ICH GESEHEN, dass eine Zeitung sich öffentlich entschuldigt für erotische Annoncen, so deftig sie auch sein mögen! In einem britischen Mallorca-Blätt- chen war das, und dabei lernte ich, dass diese Schweinkram-Angebo- te natürlich gerne genom- men werden (gegen gutes Geld und dem alten römischen Stand- punkt: Pecunia non olet), dass sie aber nach spanischem Gesetz nicht zu verhindern sind. Denn: Jede Zensur würde das hohe Gut der „Meinungsfreiheit“ einschränken, und so wie Hausbesetzer geschützt werden, weil sie ja „nur“ leer stehenden Wohnraum okkupieren, so darf jeder anbieten, womit er zu versteuerbaren Einkünften kommt. Seltsam, aber jedes Land macht sich seine eigenen Gesetze, und ich finde es hochanständig, dass einem eine Zeitung das mal auf teuren Anzeigenraum erklärt …

Da kam eine Tsunami-Welle auf mich zu!

So kam der Tsunami auf uns zu …

MITTWOCH, 4. DEZEMBER 2019, um 9:15 Uhr, vor der Küste von Cales de Mallorca und Cala Murada: Eine 500 m breite und (geschätzt) 4 m hohe Tsunami-Welle rollte auf Mallorca zu. Eine weiße Wasserbank, deutlich sichtbar mit dem bloßen Auge (und dramatisch per Fernglas) zwischen Himmel und Meer. Dazu unheimlich schnell. Ich rief meine Frau auf die Terrasse, gemeinsam starrten wir auf das Phänomen – und plötzlich war es weg, verebbt so etwa 200 m vor Mallorca. Hatte sich aufgelöst in gischtige Strudel und überkippende Brecher, Gottseidank. Aber als die Welle machtvoll angerollt kam, sah das bedrohlich aus, so als würde sie die Hotels und die Villen in der ersten Strandreihe wegreißen. Ich habe so etwas noch nie gesehen, versuchte das Phänomen zu fotografieren (was nur sehr schlecht gelang). Und dann, wir hatten den Anblick kaum verdaut, erschien um 9:40 Uhr die nächste weiße Wasserbank, nicht ganz so breit, aber etwas höher, weiß wie gleißender Schnee, und wieder war das iPhone nicht in der Lage, die Bedrohung zu dokumentieren. Der Sturm, der seit gestern Abend tobte, musste den Tsunami aufgetürmt haben, aber der Gegenwind von den Bergen hat ihm dann wohl die Kraft genommen, bis zur Küste zu rollen. Mein Gott, was einem nicht alles begegnet auf dieser Insel …

Draußen kochen wird zum Hit!

Sie kann so aussehen …
… aber auch so!

AUF DEN NOBLEN FINCAS WIRD OPEN AIR GEKOCHT! Und mittlerweile gibt es bomfortionöse Außenküchen auch auf nicht so noblen Besitzungen, denn 2019 scheinen diese kulinarischen Luxus-Immobilien den schlichten Grill- platz abgelöst zu haben. Mit stählernen Doppelspülen, ins Mauerwerk eingegra- benen Kühlschränken, Sitzgruppen für bis zu 12 Personen, Theken mit Kühl- truhen für die Getränke, integrierten Grillrosten, Backröhren und Mikro- wellen, das Ganze schützend überdacht wie religiöse Andachtsstätten, beheizt und geschmückt mit Wandbildern, die Archäologen in 1000 Jahren als Kunstwerke bestaunen werden. Die Ausstattung ist so aufwendig, dass man die Außenküchen auch im Winter nutzen kann – aber sicher in den Übergangszeiten. Ob’s sie nur eine Marotte der Situierten sind, wage ich (noch) nicht zu beurteilen, ich stelle nur fest, dass sie gerade so populär werden wie Pakete zu verschicken, statt mit Ge- päck zu fliegen …