Phänomene

… noch so ’ne Nullnummer …

Ja, von wegen …

DER WAR SCHON ZU LEBZEITEN EIN GLASMENSCH durch seine durchsichtige Bedeutungslosigkeit, für die er auch noch gefeiert … – nein, missbraucht wurde von einem TV-Sender, der ihn vorführte als Fundstück aus der Rumpelkammer menschlicher Existenzen. Er konnte nichts (vor allem nicht singen, aber tat es trotzdem öffentlich und gegen Geld), scheiterte dauernd, störte durch aufdringliche Dreistigkeit, und seine einzige Lebensleistung bestand darin, ohne Leistungsnachweis bekannt zu sein. Dann starb er, man dachte, nun ist der Spuk vorbei – und nun geht das übers Grab hinaus! Weil die Angehörigen in einer Art lukrativer Leichenfledderei rausquetschen, was aus dem gescheiterten Mann noch zu holen ist an Publicity und Pinunsen. Wen juckt das? Mich, weil damit, wie schon zu Lebzeiten des Nullingers, immer und immer wieder der Name unserer herrlichen Insel missbraucht wird. Dieser Typ, der so gar keine Rolle gespielt hat für Mallorca (für keinen Teil der Erde, überhaupt für keinen, nicht mal für sich selbst), erdreistet sich selbst posthum, ihren Namen als Vorvornamen zu missbrauchen: „Malle-Jens“. War er nie. „Ruhe in Frieden, du Nichts“, sage ich. Nein, sagen Andere, nicht, wenn’s noch was zu verdienen gibt mit ihm! Bauchi, Büchner … por dios, was wird da nicht alles angeschwemmt an den Küsten der Isla de la Calma!

Warum viele Gärtner Heiden sind …

So können die Kultstätten in den Gärten aussehen …

SCHON MAL AUFGEFALLEN, in wievielen Gärten Stein-Monumente wie Türme stehen ohne Grund? Aufgerichtet von mallorkinischen Gärtnern? Ich zeige hier 4 Fotos, bei denen man meinen könnte, die Kalkstein-Phalli dienten als Stütze der Kakteen. Aber dem ist nicht so, das ist Zufall. Die Türmchen können auch alleine stehen, tun es meist, und ich denke da schlägt etwa Archaisches durch die Genetik: Die steinerne Anbetung aus der Talayot-Zeit! Ein manischer Zwang. Etwas, das lang ist und spitz zuläuft, himmelwärts stellen. Die Monumente richten sich an die Götter, und wahrscheinlich war mein Bild von den Phalli gar nicht so weit hergeholt. Und seitdem ich auf diese Idee kam, fällt mir immer häufiger auf, wie sehr harmlose Privatgärten zu heidnischen Kultstätten geworden sind …

Nie gesehen – so einen Regenbogen!

So ähnlich sah er aus …

NUN HABE ICH ALLE SIEBEN KONTINENTE BEREIST, auch nach europäischen Wetterbrüchen und tropischen Monsun-Schauern – aber ich habe nur erlebt, dass ein Regenbogen unmittelbar 50 m links neben mir in einer Breite von 15 m auf den Boden traf! Oder aus dem Boden wuchs! Auf einem weiten Feld zwischen Campus und Felanitx. Ich war so baff, dass ich die Kamera in meinem iPhone vergaß, das Foto hier überließ mir ein mallorkinischer Freund. Ich weiß nicht was passiert wäre, wäre ich zu dem Regenbogen hingelaufen (angeblich findet man ja Töpfe mit Gold dort, wo Regenbögen auf die Erde treffen), ob es sich dann verflüchtigt – oder mich mit seinen 7 Farben geduscht hätte. Mein Nachbar Jaume, ein älterer Bauer, wunderte sich nicht über das Phänomen, da er behauptete, das sei „normal auf Mallorca“. Wenn dem wirklich so ist, dann gibt es etwas auf der Insel, das anderswo nicht existiert …