Plagen

Schmetterling dringend gesucht!

So hübsch sieht er aus, der Kampfbomber aus Asien …

ES IST EIN HÜBSCHER KERL, aber deswegen interessiert sich die Balearen-Universität nicht für den eingewanderten Asiaten mit dem schönen deutschen Namen Buchsbaumzüngler. Er sieht hübsch aus, wie der Stealth-Bomber einer exotischen Luftwaffe und genau das ist er: Ein gefräßiger Geselle, der um 2018 nach Mallorca eingewandert ist und gnadenlos die Buchsbäume und -hecken befällt. Deswegen möchten ihn die Wissenschaftler ausrotten bzw. ihn erst einmal finden, um zu begreifen, wie man ihm zu Leibe gehen könnte. Deswegen sollen sich alle unter www.biodibal.uib melden, die einen Buchsbaumzüngler gesehen haben. Tut mir leid, mit der Info kann ich nicht dienen, in meinen Garten war keiner; aber was heißt „leid“ – gottseidank …

Zum Abschuss freigegeben …

Eine Herde wilder Ziegen (16 Tiere!) verwüstet gerade unseren Garten …

LEIDER, ABER ES GEHT NICHT ANDERS! Ich mag die Balearenziege, ein stolzes, beeindruckendes Tier. Aber sie steigen jetzt in der durch Corona erzwungenen Stille in Herden aus den Bergen in die privaten Grundstücke und verwüsten sie. Mein Garten ist ein pflanzliches Trümmerfeld – alles abgefressen bis auf 2 m Höhe! Blumen, Sträucher, Bäume! So schnell kann man gar nicht reagieren, wie in meinem Fall, als 18 Capras (siehe Foto!) über unseren gepflegten Garten rund ums Haus, über die Terrassen und den Patio herfielen. Zäune? Das sind Kletter-Artisten, die überwinden jedes Hindernis, finden immer ein Schlupfloch! Nicht nur uns geht es so, auch die Mallorkiner sind verzweifelt. Einige haben sich jetzt Abschusslizenzen besorgt, die wurden von den Gemeinden liebend gerne erteilt, sie hätten sich sonst selbst um die Plage kümmern müssen. Und nun tritt etwas Unerwartetes ein: Greifvögel feiern ein Fest, versammeln sich um die Kadaver. Adler, Milane, Habichte und sogar die ersten Geier aus der Tramuntana wurden bei uns in der Levante gesichtet!!! So nützen die Abschüsse, die ich grundsätzlich und ehrlich bedauere, nicht nur den Pflanzenfreunden, sondern der übrigen Fauna Mallorcas. Aber ich kann verstehen, wenn sich jemand, der ein Apartment im 5. Stock bewohnt, über den Ziegentod aufregt …

Wo wir gerade von Krankheiten sprechen …

Die Lepra-Station auf dem Gemälde von Carlos de Haes

… GIBT’S EIGENTLICH LEPRA AUF DER INSEL? Ja, die scheußliche Seuche kommt vor, wird aber hinter hohen Mauern versteckt. Betroffen sind ausschließlich eingereiste Ausländer, und das waren seit 1959 immerhin 41 Patienten (z. B. aus dem Senegal und der DomRep), die dann hier behandelt wurden. Vor 150 Jahren war Lepra allerdings keine Seltenheit auf Mallorca, und dazu habe ich ein Gemälde des belgisch-spanischen Malers Carlos de Haes (1829-1898) entdeckt, auf dem er eine Lepra-Station an der Küste bei Palma dargestellt hat. Und da verlieren einige die Nerven bei einer Grippe …

Das wahre Problem mit den Sauf-Narren ist …

Als gäb’s das Virus gar nicht …

… DASS SIE NUR ÜBERS WOCHEN- ENDE EINFLIEGEN, montags sind sie wieder weg! Deswegen ist es ihnen schnurzpiepe, was sie mit ihrer Disziplin- losigkeit anrichten. Saufen, randalieren, Corona missachten – und weg! Worauf die Regierung gezwungen ist, die Quarantäne wieder zu verschärfen. Und da gibt es idiotische Medien, die von „Beschränkung der Freiheit“ sprechen, von der „Zerstörung des Paradieses“ und argumentieren: „Die Menschen wollen doch nur Spaß haben!“ Und dann behaupten dämliche Internet-Nitwits und sogenannte „Ballermann-Stars“, die Regierung sei selbst schuld, denn es wären keine Polizisten vor Ort gewesen, um jene deutschen und britischen Alks zu kontrollieren und disziplinieren. Leute, dann hätte es ein Frankfurt an der Playa gegeben, mit Straßenschlachten und Plünderungen. Jetzt hocken die Suffköppe Zuhause, fanden’s toll und grinsen hämisch über das, was sie angerichtet haben, und wir müssen’s ausbaden, Malle ist wieder unattraktiver geworden und vielleicht kommt sogar eine „2. Welle“. Aber eins muss man auch sagen: 99 % der Bierschuppen an der Playa gehören Mallorkinern, und die haben die Suffköppe hemmungslos abgefüllt, um möglichst schnell möglichst viel zu verdienen! Von diesen Wirten, oft ihre nahen Verwandten und natürlich Steuerzahler, reden die Insel-Politiker überhaupt nicht …

Mein Corona-Tagebuch: Verkehr!

2021 WIRD EINE ERFREULICHE ZAHL VERÖFFENTLICHT WERDEN, und rechnet man sie auf gegen die armen Menschen, die der Virus aus dem Leben geholt hat, dann wird sich für Mallorca eine überraschende Statistik ergeben: Weniger Verkehrstote, und vielleicht genauso viele weniger, wie es Corona-Opfer gibt! Denn seit Wochen sind die Straßen nicht gerade leer, aber weit weniger frequentiert. Es fehlt z. B. die gesamte Mietwagenflotte, immerhin rund 80 000 Fahrzeuge, die Zweitbewohner der Insel, auch ein paar Zehntausend, mussten ihre Fahrzeuge seit April in den Garagen und Parkbuchten lassen, und die Einheimischen waren wochenlang gezwungen, Zuhause zu bleiben oder sich nur sehr eingeschränkt auf Rädern zu bewegen. Nun darf man freilich die Toten nicht so verrechnen, Entschuldigung!, aber die kleine Zahl der Verkehrstoten ist doch ein angenehmer Nebeneffekt des Virus

Mein Corona-Tagebuch: Schweigen …

DAS WAR / IST EIGENTLICH DAS SCHÖNSTE AM VIRUS AUF DER INSEL – das Schweigen draußen! Dass man, still auf seinem Balkon oder der Terrasse, endlich wieder den Herzschlag hören konnte, den eigenen und den von Mallorca. Die störenden Geräusche gab / gibt es nicht, kein Gaspedal-Aufheulen, kein LKW-Gepiepe beim Rückwärtsfahren, kein Existenzkrach in den Gassen, kein Flugzeug-Gebrumm, kein Touri-Lärm. Nicht mal das ganz gewöhnliche Gekreische sich normal unterhaltender Mallorkiner, die so laut miteinander reden müssen, damit der Andere nicht denkt, sie seien unsicher oder krank. Das Taubengegurre wurde zur Melodie Mallorcas, der Schrei der Roten Milane zum Gehupe am Himmel. Das Gebimmel der Schafsglocken ersetzte den Ruf der Kirchen, und wenn man ein „Mäh“ hörte, wusste man: Es gibt doch noch Leben auf der Insel …

Mein Corona-Tagebuch: Ziegen-Invasion!

HABEN WIR DIE BALEARENZIEGE, dieses wunderschöne eigeborene Wesen, nicht gewaltsam zurückgedrängt in luftige Höhen und felsige Landschaften? Ja. Sie ist Mallorcas größtes Wildtier, und wer je einen ausgewachsenen Bock erblickt hat, der wusste, wie der Minotaurus, der Germanengott Thor und einige wilde Propheten ausgesehen haben: majestätisch, erhaben, unnahbar. Und jetzt, in der Virus-Zeit, da sind sie zurückgekehrt – als grausige Hortikulturplage! Haben sich gerächt, in dem sie die Mauern vereinsamter Fincas überstiegen, in die Gärten eindrangen und glauben mochten, in Schlaraffenland gelandet zu sein. Sie haben die gepflegten Paradiese kahl gefressen, nicht aus Bösartigkeit, sondern weil es sie gab und sie gut schmeckten. Die Capra Balearica glaubte, in aller Unschuld, die Menschen hätten die Insel wieder ihr überlassen. Schon vor der Corona-Krise gab es kein unüberwindliches Hindernis für die vierbeinigen Kletterer, aber da scheuten sie die Nähe, den Lärm und den Gestank der Menschen. Das alles gab es plötzlich nicht mehr – und nun müssen wir es den wahren Wappentieren der Insel wieder beibringen, wo ihr Lebensraum zu sein hat. Husch, zurück, wo Ihr her gekommen seid, es geht nicht anders, Ihr macht uns ja alles kaputt …

Mein Corona-Tagebuch: Märkte!

MAN SEHNT SICH GERADEZU NACH DEN MÄRKTEN, den Wochenmärkten, meine ich. Nach den frischen Angeboten, direkt vom Erzeuger, Obst, Gemüse, Kräuter, Käse, Marmeladen auf den Ständen an der frischen Luft. Mit Blick in den Hafen oder auf die Dorfkirche, außen Gotik, innen Barock. Dazu das kleine Schwätzchen mit den Campesinos, ihren Müttern, Frauen, Töchtern und Söhnen, und „Ach Sie, Frau Nachbarin, sind auch wieder da! Wie geht’s?“ Es war so scheiß-unnötig, was uns die Chinesen da geschickt haben, und warum nur hat Spanien so spät darauf reagiert? Jetzt erwacht Mallorca wieder zum Leben, aber viel mühsamer als damals Lazarus in seiner Grabkammer. Woran war der eigentlich gestorben – an einem Virus? Und die Wochenmärkte werden wieder zu den Ganglien des Nervensystems der Insel …

Mein Corona-Tagebuch: Ungeziefer!

IST DOCH KLAR, DASS DAS VIEHZEUG GEJUBELT HAT ÜBER DEN VIRUS! Mir wird von einer vereinsamten Finca berichtet, die von Spinnennetzen eingewoben ist wie in einem Gruselfilm. Und ich möchte nicht wissen, wo überall die Kakerlaken Flamenco tanzen, die Ameisen das Regiment übernommen haben, die Tausendfüßler sich vor Freude kringeln und die Ratten … – ach, reden wir gar nicht über die heimlichen Herrscher der Insel, über die habe ich ja schon berichtet. Jetzt, da die Corona-Quarantäne gelockert ist, müssen wir unsere Liegenschaften zurückerobern, wobei ich die Hasen und Rothühner, die auch etwas frech geworden sind in der menschenarmen Zeit, nicht vertreiben möchte. Aber die Tauben, jessassmaria, haben reihum die Dächer, Terrassen und Balkone vollgekackt, dass die – merkwürdigerweise meist farbigen – Kleckse nur mit heißem Dampf zu beseitigen sind. Also Helm auf, Handschuhe an, in die Gummistiefel rein, Schürzen umgebunden – und dem Ungeziefer die Zähne gezeigt …

Auch das noch – Hagel!

Eis vom Himmel – groß wie ein Golfball!

MALLORCA HAT’S NICHT LEICHT in diesem Frühsommer! Als wäre die Corona-Quarantäne nicht genug, haut es plötzlich und unerwartet Wasser vom Himmel, dass die Meteorologen von 50 Litern pro Quadratmeter sprechen. Was ja grundsätzlich ein Geschenk von oben ist, denn jeder Tropfen wird dringend benötigt. Und wenn die Schauer vielleicht auch die in der Luft herumschwirrenden Viren in die Gosse spülen (das stellt sich der kleine Axel vor!), ist das ein herrlicher Nebeneffekt. Aber musste es sein, dass es plötzlich Eiskörner aus den Wolken hagelte, die so groß waren wie Golfbälle? Auch die sind ja eigentlich nur gefrorenes Wasser und schmelzen am Boden, aber was haben sie angerichtet bei den verlassenen Immobilien? Schäden, die aktuell nicht kontrolliert werden und sich ausweiten können. Beim heiligen Sant Salvador, da warten einige Überraschungen. auf die Rückkehrer …