Politik

Es gibt seltsame Bestimmungen …

… BEI DENEN MAN NICHT WEISS: Liegt’s an Deutschland, an Spanien, an der Balearenregierung oder an den Herrschaften auf Mallorca? Also an Berlin, Madrid oder Palma? Man stößt oft nur zufällig auf diese unerklärli- chen, unsinnigen und auch lästigen Paragraphen und einer, der unsere Landsleute auf der Insel betriff, lautet so: Es ist nicht erlaubt, gleichzeitig in Deutschland und auf Mallorca beim Einwohnermeldeamt verzeich- net zu sein! Warum denn das nicht, wenn man zwei Wohnsitze hat? Und wem oder was schadet es, wenn Ottokar Kruxmeyr in Eltville und Pollenca in den Akten zu finden ist? Es ist doch eher nützlich, vor allem für das Finanz- und Bundeskriminalamt … – aber so, wie’s jetzt ist, erlaubt es trüben Gestalten das Abtauchen in die Anonymität! Und noch eins: Es vergeht kein Monat, indem ich (und andere) nicht um Hilfe bei der Auffindung verschollener Angehöriger gebeten werde, die auf der Insel nicht auffindbar sind, weil sie nirgendwo registriert wurden. Der Gedanke, der dahinter steht, lässt sich erahnen: Es kann nicht sein, dass es einen Menschen zweimal gibt, das würde die Statistiken verfälschen. Nun, so gibt es ihn eben einmal in echt und einmal als Geistererscheinung …

Wie ist das mit den Enteignungen …

Francisca Armengol
Hugo Chavez

… VON DENEN MAN JETZT HÖRT? Ich habe meinen guten Bekannten Lutz Minkner kontaktiert (Anwalt, Immobilien- händler, Galerist) und er hat dazu 1 interessante Informationen, 2 eine klare Meinung. Sein Text lautet: „Der Aufreger der Woche – die Linksregierung hat 56 Wohnungen, die im Eigentum von Banken und Fonds stehen und seit mehr als zwei Jahren unbewohnt sind, zeitweise enteignet. 27 liegen auf Mallorca … und für die Dauer von sieben Jahren ist den Eigentümern die Nutzung entzogen, sie sollen als Sozialwohnungen an Bedürftige vermietet werden. Die Eigentümer erhalten … Entschädigung, die … deutlich unter dem durchschnittlichen Mietzins liegt. Gesetzliche Grundlage für die Enteignung ist das Balearen-Wohnungsgesetz 5/2018 vom 19.06.2018, ein Wahlversprechen der Linksparteien an ihre Wähler.Die Regierung wendet das fragliche Gesetz erstmals an … und es sieht im Wesentlichen vor, wenn ein dringendes Bedürfnis Sozialschwacher nach Wohnraum besteht, das anderweitig nicht befriedigt werden kann, Wohnraum von ‚Großgrundbesit- zern‘ mit mehr als 10 Wohnungen – im wesentlichen Banken und Immobilienfonds – enteignet werden kann. Dagegen können die Eigentümer Berufung einlegen, was jedoch die Beschlagnahme und die Vermietung nicht hindert. Letztendlich werden Gerichte über die Rechtmäßigkeit entscheiden müssen. Verfassungsjuristen danken Ministerpräsidentin Armengol …, haben sie nun endlich die Möglichkeit, die Verfassungsmäßigkeit des Wohnungsgesetzes höchstrichterlich prüfen zu lassen. Die konservative PP erinnert an vergleichbare Gesetze des sozialistischen Präsidenten Chávez, der zunächst den Immobilienmarkt und dann die gesamte Wirtschaft Venezuelas ruiniert habe. Banken und Investmentgesellschaften weisen darauf hin, dass die Anwendung des Wohnungsgesetzes starke Verunsicherung in den Markt trage und Investoren abhalten werde, auf den Balearen in größere Wohnungsbauprojekte in investieren.“ So, nun wissen wir es genauer …

Das Archiv des Grauens …

„Das Archiv des Königreichs Mallorca“

… ES HEISST „ARXIU DEL REGNE DE MALLORCA“ und liegt in Palma. „Grauenvoll“ deshalb, weil es die Polizeiberichte der Franco-Ära enthält (neben den Folianten der weniger belasteten, jahrhundertealten  Geschichte), und das heißt: Man muss auch noch dankbar sein, dass es sie gibt. Denn wenn Nachfahren, Historiker, Schriftsteller und Journalisten etwas wissen möch- ten über das Schicksal der in den 30er-Jahren nach Mallorca geflohenen Juden, oder der Emigranten ganz allgemein, der ist zu oft mangels anderer Quellen auf diese einseitigen, kaum je fairen Protokolle derjenigen angewiesen, die ihre schlimmsten Feinde waren! Das ist, als würden man Gestapo- oder Stasi-Akten lesen – für den, der gute Nerven besitzt, interessant, aber sehr selten auf das Leid der Geflohenen eingehend, vom Mitleid ganz zu schweigen. Das Arxiu ist, so ungern man das sagt, ist der beste Fundus dieses faschisti- schen Unrechts auf der Insel …

Seltsame Jubileen …

Alberto Bayo landet mit seinen Truppen in der Bucht von Sa Coma …
… und so sah Bayo damals aus

… WERDEN GEFEIERT, IN GEDANKEN UND IN GEHEIMEN ZIRKELN. So bekam ich gerade mit, dass einige den 16. Au- gust (Sonntag) zelebriert haben, weil an diesem Tag vor 84 Jahren der Kubaner Alberto Bayo (1898-1967) mit seiner Truppe bei Portocristo gelandet war, um im Spanischen Bür- gerkrieg Mallorca für die Republikaner („Die Roten!“) zu- rückzuerobern! Die Invasion scheiterte nach heftigen Kämp- fen, die sich bis nach Sant Llorenc und Son Carrió hinzo- gen, etwa 1500 Soldaten das Leben kostete, und schon am 4. September wurden die Angreifer übers Meer nach Barce- lona gescheucht. Bayo kam später noch zu Weltbekannt- heit als militärischer Ausbilder von Fidel Castro und Che Guevara für ihre kommunistische Eroberung Kubas. – Zu feiern gibt’s da also nicht viel auf Mallorca, denn außer ein paar Einschusslöchern, z. B. an der Kirche in Son Carrió, ist nichts Sichtbares geblieben von Bayo, und man muss schon sehr aufrechten Sozi sein, um dieses Tages zu gedenken …

Das wahre Problem mit den Sauf-Narren ist …

Als gäb’s das Virus gar nicht …

… DASS SIE NUR ÜBERS WOCHEN- ENDE EINFLIEGEN, montags sind sie wieder weg! Deswegen ist es ihnen schnurzpiepe, was sie mit ihrer Disziplin- losigkeit anrichten. Saufen, randalieren, Corona missachten – und weg! Worauf die Regierung gezwungen ist, die Quarantäne wieder zu verschärfen. Und da gibt es idiotische Medien, die von „Beschränkung der Freiheit“ sprechen, von der „Zerstörung des Paradieses“ und argumentieren: „Die Menschen wollen doch nur Spaß haben!“ Und dann behaupten dämliche Internet-Nitwits und sogenannte „Ballermann-Stars“, die Regierung sei selbst schuld, denn es wären keine Polizisten vor Ort gewesen, um jene deutschen und britischen Alks zu kontrollieren und disziplinieren. Leute, dann hätte es ein Frankfurt an der Playa gegeben, mit Straßenschlachten und Plünderungen. Jetzt hocken die Suffköppe Zuhause, fanden’s toll und grinsen hämisch über das, was sie angerichtet haben, und wir müssen’s ausbaden, Malle ist wieder unattraktiver geworden und vielleicht kommt sogar eine „2. Welle“. Aber eins muss man auch sagen: 99 % der Bierschuppen an der Playa gehören Mallorkinern, und die haben die Suffköppe hemmungslos abgefüllt, um möglichst schnell möglichst viel zu verdienen! Von diesen Wirten, oft ihre nahen Verwandten und natürlich Steuerzahler, reden die Insel-Politiker überhaupt nicht …

Da schaudert einen …

Eines der Fotos: Soldat badet …

… VIELLEICHT NICHT JEDEN, ABER MICH SCHON! Wenn ich sehe, wie da auf zwei kompletten eBay-Seiten Folgendes angeboten wird: Foto, Nachl. Pilot Legion Condor, Mallorca, Pollenca, Schweine in einer Höhle, Maße in cm ca. 9 x 6. Klartext: Da verscherbelt einer den Nachlass eines Piloten der fatalen Legion Condor, die auf Mallorca stationiert war, und der Flieger hat in seiner Freizeit fotografiert, und nun – rund 85 Jahre später – kann man die Agfa-klack-Fotos zum Preis von 4-5 Euro kaufen! Ich weiß, sowas ist hochinteressantes Anschauungsmaterial für Historiker, auch wenn nichts Militärisches zu sehen ist – außer deutsche Soldaten, die als Touristen unterwegs sind. Der Anbieter scheint auf der Insel zu sitzen, woraus ich schließe, dass die Nachfahren des Piloten hier leben und das braune Erbe über diesen mallorkinischen Antiquar loswerden wollten. Klicken Sie ruhig mal rein in das peinliche Angebot: Ebay.de – Mallorca– Sammeln & Seltenes – Mehr – Militaria.

Rationierte Lebensmittel auf Mallorca?

Ein „Rationierungsbuch“ …
… 3 Coupons für Reis, Zucker & Öl
… und ein Coupon für Brot

UNVORSTELLBAR! Und doch ist es noch nicht so lange her, dass man auch auf der Insel, wie im Nachkriegsdeutschland, Reis, Öl, Brot und Fleisch nur auf „Marken“ bekam, die in billig gedruckten kleinen Heften zugeteilt wurden. Ich habe so ein „Rationierungsbuch“ gerade bei meiner Nachbarin Maria entdeckt, mit einer faschistischen Steuermarke (Porträt von Jose Antonio de Rivera, 10 Céntimos) auf dem Deckel, vom ersten Dritteljahr 1952, natürlich stark benützt und diese Mangelwirtschaft dauerte bereits seit 1938, seit dem Bürgerkrieg! Das bedeutet: Als die ersten Touristen längst einflogen (oder per Schiff kamen), litten die Einheimischen Hunger, wenn sie nicht Bauern waren, die sich heimlich selbst versorgen konnten. Davon merkten die Gäste nichts, meine Eltern, die damals schon auf Mallorca urlaubten, haben nie etwas erzählt. Aber ich denke, noch in den 50er-Jahren hat die Franco-Regierung den Markt freigegeben und die „Cupones“ abgeschafft, da haben allerdings schon eine Menge Ausländer auf Mallorca gewohnt! Was für eine perverse Situation: Vollpension in den Hotels für die Turistas und Brot für die Einheimischen nur von Tag zu Tag per „Marke“. Es ist doch immer wieder interessant, ab und zu mal in die Geschichte unseres kleinen Felsens zu lugen …

 

 

Wenn man hinter die Kulissen guckt …

So hoch kann die Strafe sein für eine Fuhre Kies …

… WIRD EINEM MANCHMAL GANZ SCHLECHT! Zum Beispiel, was einem die Mallorkiner erlauben, und was nicht, wovon was abhängt, und was für Strafen sie aussprechen können. Da darf einer, der ein Grundstück von 14 206 qm besitzt, nicht mal Kies aufschütten in seiner Auffahrt oder rund um den Pool, und manche Gemeinden erhöhen jetzt die Mindest-Quadratmeterzahl, bei der Veränderungen – selbst kosmetischer Art – erlaubt sind, auf 21 000 qm! Sich ein niedliches kleines Gartenhäuschen für Geräte, Liegen und Matten hinstellen? Das kann teuer werden! Die Idee dahinter ist an sich nicht schlecht: Man will vermeiden, dass Mini-Grundstücke vollgestellt oder zugebaut werden. Der Ästhetik und Infrastruktur wegen. Aber inzwischen wird die gute Absicht als Knebel benützt, um dem Fiskus zusätzliche Einnahmen zu verschaffen, und ein bisschen auch, um Macht zu demonstrieren. Denn bis zu 100 000 Euro kann ein Verstoß kosten, als Minimum gelten 20 000 Euro. Nicht verhandelbar, zumindest nicht als Ausländer ohne beste Beziehungen. Ich weiß, wovon ich rede, Nachbarn ist das gerade passiert. Da ist es gut, einen cleveren, möglichst einheimischen Anwalt in der Hinterhand zu haben …

Feixisme – der Graffiti-Krieg …

Versprüht in Felanitx …

MAN KANN IHN ÜBER- ALL BEOB- ACH- TEN, z. b. am 2. Kreisel in Felanitx, wenn man aus Campus kommt. FEIXISME steht da – und wird von Narren gefordert. Einen Kilometer weiter lese ich: NIEDER MIT DEM FEIXISME! Und auf dem Flohmarkt in Consell habe ich einen geradezu rührenden Sticker von 1986 fotografiert, in dem der 30-jährige Kampf gegen den Faschismus gefeiert wird. Denn FEIXISME ist das mallorkinische Wort für Faschismus, und der hat – bedauerlicherweise – den Diktator Franco um 44 Jahre überlebt, zumindest im Wunschdenken vieler Narren. Halten wir uns da raus, wir haben genügend eigene Probleme mit unseren Glatzen in den Springer-Stiefeln; es ist nur interessant zu beobachten, dass eine politische Verbrecher-Philosophie derart überlebensfähig ist an so vielen Orten …

Wieso jetzt alle Taxis blau sind …

Die neuen Nummernschilder …

UM ENDLICH DIE „ECHTEN“ VON DEN „FALSCHEN“ UNTERSCHEIDEN ZU KÖNNEN! Heißt es. Und angeblich ging die Initiative von der Insel Mallorca aus – wo vor allem private/illegale Flughafenzubringer so taten, als wären sie Taxis, Phantasiepreise forderten, keinerlei Sicherheit boten und den offiziellen Taxistas die Butter vom Brot stahlen. Da bekamen diese blaue Nummernschilder, und zwar gleich landesweit, und nun kann keiner mehr auf die Betrüger reinfallen.