Rätsel

Kleiner Ausflug in die Historie …

… und die Bar in Calonge

… UND ZWAR IN EINE DER VIELEN KNEIPEN, die „Bar Telefono“ heißen. Warum tun sie das? Die Eingeborenen und die Alteingesessenen wissen es: Weil in der Frühzeit der Kommunikation (etwa bis 1980) in vielen Orten nur Bars einen Telefonanschluss bekamen und sich dann stolz „Bar Telefono“ nannte. Wer jemanden anrufen wollte oder musste (eine Ambulanz oder die Kinder Zuhause in Deutschland z. B.), der hatte nur den Apparat auf der Theke. Über den man sich aber auch anklingeln lassen konnte bzw. zweimal … – zuerst: „Bitte, holen Sie meine Mutter, ich ruf‘ in 30 Minuten wieder an!“, dann das eigentliche Telefonat, wenn der/die Angerufene in die Bar gekommen war. Ich zeige hier die „Bar Telefono“ in Calonge, und die darf man nicht unterschätzen, auch wenn sie nach nichts aussieht: Hier finden richtig gute Live-Konzerte statt und gekocht wird ab und zu auch noch ziemlich gut …

Wer hat das Paket geklaut?

Der Postbeleg aus Manacor …
… ein Feuerzeug …
… und 2 Fischer …
… aus China

ICH HABE IMMER WIEDER VON SO EINEM FALL GEHÖRT, habe aber nicht geglaubt, dass mir das passieren könnte! Dass ein Paket zwischen Manacor und München spurlos verschwindet! 2,5 Kilo schwer, mit Klamotten, zwei Pozellanfiguren und drei antiken, nicht mehr funktionierenden und deshalb leeren je 20 cm großen Tischfeuerzeugen aus Metall. Aufgegeben am 19. November um 11:24 Uhr auf der Post in Manacor – und bis heute verschwunden! Trotz aller Belege. Versandkosten: rund 20 Euro! Erst hat die Correo in Spanien gesucht, dann die Deutsche Post in der Bundesrepublik. Ergebnis: null! Seit 2 1/2 Monaten bleibt das Paket verschwunden und das auf dem Postweg. Wer hat es geklaut? Ein Spanier oder ein Deutscher? Keiner weiß es. Es hat wohl Mallorca verlassen, kam aufs Festland (das habe ich per Telefon recherchiert) und … – jetzt schiebt es eine Post auf die andere. Ich hätte das Paket gerne, schon weil die Porzellanfiguren und Feuerzeuge antike Stücke sind (man betrachte sich nur die Fotos!). Und wie lange darf etwas verschwunden sein, ehe einer zugibt: Das kriegen Sie nie wieder, sorry, Totalverlust! 1200  km sind es nur von Mallorca nach Deutschland, und ich Schlaumeier wollte die Sachen per Post nach Hause bringen, um mich nicht beim Fliegen mit Gepäck (und vielleicht verdächtigen Riesen-Feuerzeugen) zu beschweren … P. S: Gestern hatte ich eine Nachricht im Briefkasten – ich kann mir bei der Post 98.11 Euro abholen für das Paket, die Correo entschädigt mich. Wie sie auf diesen Betrag kommen, ist mir schleierhaft, aber ich hab mir das Geld vorsichtshalber schnell geholt!

Wer hat bloß all die Bars ruiniert …?

ICH KANN MICH NICHT ERINNERN, dass ich – außerhalb von Palma – je in einer Bar gewesen wäre, in der ich mich wohlgefühlt habe. Ich hab mal rumgefragt im Freundeskreis – und hörte die gleichen Klagen. Eiskaltes Neonlicht wie in einer Leichenhalle, gierig klimpernde Spielautomaten, ein plärrender Fernseher an der Decke, lieblos gedeckte, verkleckerte und mit Liloleumtüchern belegte Tische, die halbe Bar ein Vorratsraum, zerfledderte Kalender als Wandschmuck, arbeitslose Morgensäufer in Plastikstühlen – in so einem Etablissement kann sich doch nicht mal der eigene Wirt wohlfühlen, selbst wenn das Geschäft boomt! Das muss früher anders gewesen sein, hübscher, heimeliger, gemütlicher. Und was war dann der Anlass, auf hässlich zu renovieren? Geschah das in den 60er-Jahren? Touristen können daran endlich mal nicht schuld gewesen sein, das haben die Mallorkiner nun wirklich sich selbst zu verdanken. Und dass es allein seit 2010 sage-und-schreibe 600 Bars weniger gibt auf der Insel, mag wohl auch an der neuen Scheußlichkeit liegen. P. S.: Weil die Bars so grausig aussehen, zeige ich ausnahmsweise mal kein Foto. 

Wer, bitte, darf hier nicht fahren?

Was sieht man da?

ALSO ENTWEDER IST DAS EIN VERBOTSSCHILD VON ANNO DUNNEMAL – oder in Portocristo verkehren Fahrzeuge, die man sonst nirgendwo sieht! Ich stand davor und rätselte: ein Oldtimer-Bus? Ein 12-sitziges Safari-Auto? Ein Reparaturwagen der nordkoreanischen Verkehrsbetriebe? Ein Eigenbau zum Kindergeburtstag? Das Schild ist mitten im Ort angebracht und verbietet dem, den’s betrifft, eine Straße zum Hafen hinunter zu befahren. Aber wer soll sich da betroffen fühlen? Ein kleines Kuriosum, witzig, finde ich, und ich werde mal nachfragen, ob ich es haben kann. Dann werde ich auch erfahren, für oder gegen wen es gedacht ist, das teile ich dann sofort mit …

Eine Kathedrale aus Menschen …

                              Palmas Kathedrale, aus winzigen Menschen erbaut …

CRAIG ALAN HEISST DER KÜNSTLER, ein 1971 geborener Kalifornier. Er hat etwas erfunden, was er „Populus Art“ nennt, was bedeutet: Die Konturen fast alle seine Arbeiten bestehen aus Hunderten von winzigen Menschen! Alan hält sich häufig auf Mallorca auf und sagt, er sei in die Insel „verliebt“, die Galerie Mensing in Palma vertritt ihn – und wirbt mit diesem Bild der Kathedrale, das ich unfassbar schön finde. Wie kann einer mit Ameisen-Personen eine so perfekte Perspektive erreichen? Eine Kunst, die immer rätselhafter wird, je näher man herantritt. Und auf dem die winzigen, aber klar herausgearbeiteten Detail zu durchgehenden Linien verschwimmen. sozusagen unsichtbar werden, aus der Entfernung. Die Galerie Mensing hat das Motiv in Zeitungsanzeigen verwendet, aber die mögen viele nicht gesehen haben, deshalb greife ich das Thema in meinem Blog auf, in dem normalerweise nur Exklusiva stehen.

Klimaanlagen für Mausoleen? Ja, in Petra …

Da hängen die Klimaanlagen …

MAN TRAUT SEINEN AUGEN NICHT, wenn man auf der Straße von Manacor nach Sineu an Petra vorbei fährt, die Friedhofsmauer linker Hand passiert – denn da hängen einige Klimaanlagen am Gemäuer, die offensichtlich Grabstätten kühlen oder beheizen. Wirklich? Ich fand das kurios, um nicht zu sagen: amüsant, bis mich jemand aufklärte: Die Air Condition treibt die Feuchtigkeit aus den Mausoleen, die an ihnen nagt, so dass sie baufällig werden. Mal angesehen von der Erhaltung der Kunst- gegenstände, die sich rund um die Sarkophage befinden. Dennoch: Eine Klimaanlage auf einem Friedhof hinterlässt den Eindruck, als wollte man den untoten Angehörigen, die sich um Mitter- nacht aus ihren unterirdischen Betten erheben, die morschen Knochen warmhalten …

Hilfe, wo bekommt man den Globus?

So hatte ich berichtet und jetzt …
… wollen viele diesen Globus

… SCHREIBT MEINE VEREHRTE LESERIN KARIN VAN ESSEN. Weil ich berichtet hatte, dass es diesen wit- zigen Globus gibt, der sich nur um die Balearen dreht, aber irgendwie nir- gendwo zu bekom- men ist. Leider ist auf der Kugel auch kein Hersteller an- gegeben, aber ich sehe sie immer mal wieder in Souvenir- shops, neben der Kathedrale in Palma, in Manacor, in Portocristo – aber mit letzter Instanz kann ich keine Quelle angeben. Leider, denn Frau van Essens Anfrage ist nicht die einzige, rund ein Dutzend Leser haben sich erkundigt. Also werde auch ich suchen und sofort berichten, was ich herausgefunden habe …

Endlich eine Antwort – Danke!

                                          Nicht mal Mallorkiner wissen, was das ist …
… und so sieht ein Prachtexemplar aus

EINER STEHT LINKS AN DER STRASSE ZWISCHEN INCA UND SINEU (etwa an der Abzweigung nach Buger) und hat diesen traumhaft schönen Blütenstand mit Kaskaden tropfenförmiger Blättchen. Ich hatte schon mal die Leser der „Mallorca Zeitung“ gefragt, damals meldete sich eine Dame und meinte, es sei Wilder Hopfen. Sie war sich aber unsicher – und meine mallorkinischen Nachbarn wissen es auch nicht. Jetzt hat sich die wunderbare Angeli Albrecht aus Alcudia  gemeldet und das Rätsel gelöst: als Drüsigen Götterbaum (Ailanthus altissima)! Und nicht nur das – sie hat gleich zwei nützliche Websites dazugeliefert: 1. https://de.m.wikipedia.org/wiki/G%C3%Btterbaum und 2. ihre eigene Pflanzenbestimmungs-App Pl@ntNet. Ganz große Klasse, vielen Dank!

 

 

 

Bunker, Bootsschuppen – oder was?

Es sind natürliche Kühlhäuser für Langusten …

NEIN, LANGUSTENHÄUSER, von den Mallorkinern „Viveros“ genannt! Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert, wurden von Fischern erbaut und nur wenige haben sich erhalten an den Küsten. Aber zwei stehen ziemlich komplett zwischen dem Hafen von Cala Ratjada und der Cala Gat, fast im Meer und mit einem Türchen und mehreren Luftlöchern versehen. Es waren, wenn man so will, natürliche Kühlhäuser, in denen die Langusten, der kostbarste Fang, in Seewasserbecken „gelagert“ wurden, sicher vor Dieben und immer frisch. Erst in diesem Jahr begriffen die Gemeinden, die noch einen „Vivero“ besitzen, dass sie damit einen historischen Schatz haben und gingen an die Bewahrung, samt – so ist es geplant – Beschriftung für die Touristen.

Eine seltsame Geschichte …

Eine fette Strafe …

MEIN FREUND ROBERT HATTE EINEN UNFALL mit seinem neuen Fiat 500. Schuld war der andere, aber seine Frau war verletzt und musste ins Krankenhaus. Schaden insgesamt: rund 8000 Euro. Die Polizei aus einer größeren Stadt im Insel-Inneren nahm ein Protokoll auf – Anfang November. Dann passierte nichts. Wochenlang. Kein Polizeibericht über den Hergang und die Schuld des Anderen. Robert beauftragte einen Anwalt, der erkundigte sich mehrmals telefonisch – nichts. Nachfragen im Januar, Februar, März – nichts! Aber ohne Polizeibericht zahlte die Versicherung nicht, folglich reparierte die Werkstatt den Wagen nicht, und Robert (der eine Wohnung in Palma hat)  blieb außerdem auf den Krankenhauskosten sitzen. Da fuhr der Anwalt Ende April zur Polizei und die präsentierte ihm sofort eine Rechnung über 150 Euro – als „Bearbeitungsgebühr.“ Da war dem Anwalt, ein Mallorkiner, doch sehr erstaunt. 150 Euro weil Roberts Wagen ein deutsches Kennzeichen hat (aber er hatte ihn gerade erst von Hamburg nach Palma mitgenommen)? Der Anwalt beschwerte sich, aber es half nichts, die Beamten blieben stur – da zahlte er zähneknirschend (bekam sogar eine Quittung, als er sie verlangte) und erhielt, nach fast einem halben Jahr, den Polizeibericht! Mitte Mai durfte Robert seine Auto, tadellos repariert, aus der Werkstatt abholen und die Krankenhauskosten wurden von der Versicherung erstattet. Die hatte inzwischen auch die Reparatur bezahlt. Das ging dann sehr schnell. Aber wieso ließ sich die Polizei für die Beurteilung eines Auffahrunfalls fast 6 Monate Zeit? Und wieso kassierte sie „Bearbeitungsgebühr“? Mallorkinische Rätsel …