Restaurants

Die Wahrheit über Ekel-Restaurants …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ …

DIE SACHE IST NÄMLICH DIE, DASS DER SKANDAL EINEN DOPPELTEN BODEN HAT, und die Geschichte geht so: 1. kommt ein Inspekteur des Gesundheits- ministeriums der Balearen und prüft. Leider gibt es für alle Inseln nur knapp 25 dieser Kontrolleure – viel zu wenig. 2. Die 25 stellen Mängel fest, verwarnen die Wirte oder schließen die Restaurants. 3. Da müsste nun ein Schild rausgehängt werden, dass das Ministerium die Gaststätte wegen gruseliger Zustände dicht gemacht hat, aber so ein Schild sieht man äußerst selten, stattdes- sen heißt es: „Wegen Renovierung geschlossen“ oder „Urlaub bis zum …“. Das ist illegal! Die Tatsachen: Wer sich anschaut, was 2019 geschah, dem wird fast übel. Denn 3564 Lokale wurden bewertet, 522 hatten entsetz- liche Mängel, 1663 klare Mängel. Das heißt: In 61,2 % dieser Restaurants war die Gesundheit der Gäste hygi- enisch bedroht und 83 (davon 44 allein auf Ibiza) mussten die Inspekteure sofort – von einer Minute auf die andere – schließen und saftige Geldstrafen verhängen. Und was sind die Kriterien der akuten Bedrohung? 1. Extremer Schmutz, 2. Fehlen einer Spülmaschine, 3. Kein heißes Wasser, 4. Wimmelnde Kakerla- ken, 5. Deutlicher Rattenbefall. Im Klartext heißt das also: 2019 war es gefährlich, rund zwei Drittel der Lokale zu betreten, geschweige denn, dort zu essen! Mein Fazit: Auf einigen Speisekarten steht ab sofort auch das große Schaudern mit Soße …

Jetzt aber ran an das Kochbuch!!!

… und das Kochbuch
Toni Ramon und Maria Pinya …

IN DER TRAUER UM DAS RESTAURANT „SA SINIA“ in PORTOCOLOM (gesch- lossen nach fast 100 Jahren) erwacht der Ehrgeiz: das Kochbuch „Mallorca in Ihrer Küche“ zu kaufen. Es ist das heiterste, professionellste, authentischste und originell- ste Rezept- und Küchenver- öffentlichung der Insel. Ges- taltet auf 93 Seiten innen und außen vom großen Maler Miquel Barcelo, bestückt mit alten Fotos aus Familienbesitz, voller skurriler Schnur- ren, geliefert vom damaligen Chef, dem legendären Toni Ramon, geschrieben von der Philologin Maria Antonia Pinya, fabelhaft übersetzt von Hartmut Botsmann – und die Rezepte stammen von den sagenhaften Köchinnen Maria Martorell und Maria Ramon. Das Buch, auf Deutsch erschienen 2006, kostete mal 18 Euro, als es noch im „Sa Sinia“ zu haben war, jetzt ist es höchs- tens noch antiquarisch zu bekommen (Editorial el far, ISBN 978 8493 283 780), aber es ist jede noch so große Mühe wert! 

Menu oder „Plato economico“?

Reichlich für 9,90 Euro …

IM MOMENT IST DAS SO AUF DER INSEL: Wirte buhlen um jeden einzelnen Gast, denn viele sind es nicht, die jetzt hungrig unterwegs sind. Weil der kalte Wind verhindert, dass es auf den Terrassen gemütlich ist, die mit Plastik eingehüllten Veranden aussehen wie Tische & Stühle in Aspik und teuer geht aktuell überhaupt nicht in den Touristenorten. Und weil die, die noch zum Essen kommen, vor allem Einheimische sind, die keine Touri-Preise zahlen. Zu Dumpingpreisen zwischen 8 und 12 Euro werden deshalb dreigängige „Menus“ angeboten, die gar nicht mal übel sind (+ 1 Glas Wein, Mineralwasser, Brot & Oliven), aber einigen Wirten ist zu wenig, was sie damit verdie- nen, sie bieten lieber „Platos Economics“ an. Nicht billiger und nicht teurer, aber da kommt auf den Teller, was sie preiswert einkaufen konnten, der Gewinn ist also höher. Denn über eins muss man sich klar sein: Die Köche dieser im Winter auf Mallor- kiner konzentrierten Kneipen (= meist die Besitzer oder ihre Frauen) außerhalb von Palma kaufen auch bei Eroski, Lidl und Hiper ein, wie die Hausfrauen, und achten auf die Sonderange- bote! Was tun? Sich die Detail der Menus und Platos sagen lassen, kurz, aber scharf nachdenken, und bestellen, wenn nichts Verdächtiges auffällt …

„Bar Playa“ öffnet am 1. April!

Fast in der Kniekehle der Bucht findet man die „Bar Playa“ …

ENDLICH STEHT DAS DATUM FEST: Der vermutlich beste und deshalb populärste Chiringuito der Insel, „Bar  Playa“ an der Costa de los Pinos (bei Son Servera), ist ab Mittwoch, 1. April, wieder in Betrieb. Mauro & Judy haben die Konzession auch für 2020, der fabelhafte Koch ist ebenfalls geblieben, die Exners haben die Speisekarte künstlerisch aufgefrischt und die Preise sind, wie ich höre, nicht erhöht worden. Jetzt muss man nur noch die Telefonnummer parat haben (971 / 81 65 76), um rechtzeitig einen Platz zu buchen – denn Gedränge wird’s garantiert wieder geben in der Bucht mit dem sensationellen Südseestrand

Das „Sa Sinia“ gibt’s nicht mehr!

So sah’s von Außen aus …
… und das war die Speisekarte von Miquel Barcelo
… so von innen …

UNFASSBAR – das legendäre, authen- tische und zeitweise beste mallorkinische Restaurant auf Mal- lorca! Unten am alten Hafen in Portoco- lom, und mit Tränen in den Augen erin- nern sich langjährige Residenten an die brummelige, sympa- thische, noble Gestalt des Wirts Toni Ra- mon, den ich immer wieder für Zeitschrif- ten porträtiert habe. Nun hat der Staat die 30-jährige Pacht für das Haus, in dem das „Sa Sinia“ seit 3 Generationen unter- gebracht war, nicht mehr verlängert – ein Filetstück kulinarischer Insel-Historie ist tot. Seit 1969 im Besitz der Familie Ramon, aber davor schon jahrzehntelang eine beliebte Hafenkneipe. Aber was wird nun aus den Schätzen? Den von Miquel Barceló gestalteten Glastüren und -fenstern und seinen Original-Speisekarten? Den kostbaren Gemälden, den alten Kera- miktellern und den Antiquitäten, die sich in diesem Traditionslokal angesammelt hatten in fast einem Jahrhundert? Und aus dem Stuhl mit meinem Namensschild, den ich – wie alle Stammgäste – gewidmet bekam? Geblieben ist das großartige Kochbuch, in dem Toni Ramon die Rezepte seiner Mutter gesam- melt hat, und das es auch auf Deutsch gibt, weil ihre Schwiegertochter Deutsche war (es ist allerdings total vergriffen). Zugegeben, der Ruf des „Sa Sinia“ hat in den vergangenen Jahren Dellen erlitten, auch ich war manchmal erstaunt darüber, was ich serviert bekam, und wie. Dennoch traure ich über den Verlust und mit mir, das weiß ich, eine treue Gourmet-Gemeinde …

… und dann zogen 60 Illegale ein!

Das besetzte Restaurant „Can Andreu Cos“, als es noch florierte …

DA REGEN WIR UNS AUF, wenn ein Narr und seine Freunde Boris Beckers Finca besetzt. Oder eine Sinti-Familie die Villa eines seit Monaten abwesenden Deutschen. Was soll da die Bürgermeisterin von Campos sagen, Francisco Porquer, wenn sie damit fertig werden soll/muss, dass etwa 60 (!) Squatter das leerstehende Restaurant „Can Andres Cos“ okkupieren, illegal Wasseranschlüsse legen und heimlich Elektrizität zuleiten? Das Gelände ist zwar rund 1500 qm groß und war unbenützt, aber es sieht inzwischen aus wie eine Müllhalde, kombiniert mit einem Schrottplatz. „So wie die Gesetze gegenwärtig sind, können wir kaum etwas machen“, sagt die Bürgermeisterin, obwohl es massive Klagen zum Teil verängstigter Nachbarn gibt. Wenn man geahnt hätte, dass dort eine ganze Kompanie illegaler Besetzer einmarschiert, wäre tatsächlich etwas Cleveres möglich gewesen, um das zu verhindern. Das haben sie in einem ähnlichen Fall an der Nordostküste gemacht; darüber werde ich nächste Woche berichten …

Hoppla! Ein gutes 12 Euro-Menu!

Das Restaurant …
… und wo es liegt

MAG’S GEBEN, KANN ABER ZU DEM PREIS NICHT GUT SEIN! Anders herum: Wenn’s wirklich gut ist, muss es zu dem Preis winzig klein sein! Auflösung: Es ist gut und reichlich, wird aber nur als Geheimtipp unter Mallorkinern weitergegeben. Ort der Überraschung: Portocolom (an der Hafenpromenade). Name des Restaurants: „Mestral“. Das Menü: 1. Suppe, 2. zwei Hauptgerichte zur Auswahl (gestern gab’s Hase an Kohl oder Seeteufel mit Gemüse, heute Seezunge mit Salat oder Schmor-Eintopf), 3. Nachtisch, 4. 1 Glas Wein, 5. 1 Flasche Sprudelwasser, 6. Brot. Zutaten täglich wechselnd, d. h. marktfrisch. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, aber die reizende Marie-Carmen hat mich in ihrem Delikatessenladen hat mich darauf hingewiesen. Gracias! Das „Mestral“ wirkt von außen aus wie eines der typischen Speiselokale für Golfer und entpuppt sich innen als einheimische Kneipe ohne Schnickschnack. ABER: Das Menü wird nicht öffentlich angeboten, es existiert nur verbal. Wer nicht weiß, dass es das gibt, bekommt es nicht. Das bevorzugt die Einheimischen, aber inzwischen haben das auch reichlich Ausländer begriffen. Übrigens: Das Restaurant „ses Portadores“, 200 m weiter nach der Kurve, gehört dem gleichen Besitzer, öffnet aber erst um 18 Uhr.

971 / 82 45 28

Das „Abaco“ ist tot, ich bin in Trauer …

ES WAR DIE SCHÖNSTE BAR DER WELT, zumindest habe ich keine schönere gesehen zwischen Hammerfest und Auckland. Und wenn ein Drink auch 25 Euro kostete, er war es optisch wert, egal was im Glas steckte! Ich habe mich nie unter die Schickimickis gemischt, und wenn Touristen aus Bussen ins „Abaco“ gekippt wurden, zog ich mich in eine dunkle Ecke zurück. Zentnerweise Gemüse, mehr Blumen als an Allerheiligen auf dem Friedhof, genug Obst um ein ganzes Volk von Gesundheitsaposteln zu ernähren und dazu Musik ohrensatt von Mozart bis Simply Red. Den Ex-Betreiber, Juan Jose Palao, würde ich als Filmausstatter verpflichten für die cineastische Umsetzung der Shakespeare-Dramen. Ich war, zufällig, einer er ersten Besucher, als die Bar am 22. Dezember 1981 eröffnete – und wurde Stammgast des morbiden Charmes. Keiner auf der Insel hat mehr Geld ausgegeben allein für die Dekoration seiner Gaststätte! Keiner hat gewagt, einen Palast des 17. Jahrhunderts prunkvoller in die Neuzeit zu stellen. 38 Jahre ging das gut, nun ist Schluss (seit 30. November 2019). Der nächste unwiederbringliche Verlust hat die Welt getroffen …

Bier vom Fass – und von der Decke!

EINE HERRLICHE KNEIPE, dieses „Can Moix“ – gesprochen: „Motsch“ – in Felanitx (c/. Guillem Timoner, 1). Eine Jugendstil-Bar* der alten Art, mit den Original-Glastüren von 1910, dem antik gefliesten Boden, großartigen Gemälden, Theken-Schnickschnack aus vier Generationen – und an der Decke kleben zwei 800 Liter-Fässer mit frischem Bier der Marken „Estrella“ und „Rosa Blanca“, die jede Woche frisch aus dem Tankwagen aufgefüllt werden, und durch Gefälle (nicht durch künstlichen Druck) vor aller Augen mit den Zapfhähnen verbunden sind. Große Kuriosität, die es in Palma vier Mal gibt, aber außerhalb nur im „Can Moix“. Man kann hier auch essen (die Tapas sind berühmt), und wer mal erleben will, wie echte Mallorkiner aussehen, der erlebt sie hier.

* Freunde meines Blogs werden sich erinnern, dass ich das „Can Moix“ schon einmal erwähnt habe – wegen seiner sensationellen Modernismo-Spieltische! Sie stehen immer noch da und mein Versuch, einen zu kaufen, ist kläglich gescheitert …

Da tut sich was im „Can Gusti“ …

ES IST DAS LEGENDÄRE AUSFLUGSLOKAL an der Straße von Portocolom nach Portocristo, beliebt seit über 120 Jahren, eines der letzten authentischen Restaurants (man probiere nur mal das „Tumbet“ und das sternemäßige Spanferkel!), in das die Campesinos der Umgebung auf einen Cortado und ein Kartenspiel einkehren, und die eisernen Ringe zum „Parken“ der Mulis noch an der Außenwand hängen. Es gehört drei Geschwistern – aber jetzt, wie man hört, versuchen die Pächter, der unerschütterliche Koch Manuel und seine quirlige Frau Maria, das „Can Gusti“ zu kaufen. Mit allem Drum & Dran, wozu das Dutzend Zimmer im 1. Stock gehört, das bisher ungenützt – und unverständlicherweise – leer steht. Die schreien geradezu nach Nutzung als Herberge. Die Verhandlungen sind etwas zäh, noch wird der Kaufpreis diskutiert, aber die Besitzer sind schon mal ausgezogen …