Restaurants

Hiermit vergebe ich 3 Minus-Sterne!

Die Rechnung im „Nie wieder“!

... UND ZWAR AN DAS HOCHGELOBTE UND BELIEBTE „BOTANIC“-RESTAURANT IM CAN BORDOY in PALMA! Ich war dort gestern Abend essen mit zwei Damen, für 205 Euro (mit Trinkgeld). Wir haben es schwer bereut: Küche unmöglich, Service katastrophal. 1. Ober weist uns den (bestellten) Tisch an und bleibt verschwunden. 2. Wir bestellen Wein beim Kollegen, der kommt zurück und sagt: „Den Wein haben wir nicht mehr“ – und bietet einen an, der 10 Euro teurer ist! 3. Brot, Öl, Salz, Pfeffer – gab’s nur auf Nachfrage. 4. Als Vorspeise bestellten wir Iberico-Carpaccio mit Muscheln. Klingt spannend, ist aber Küchenirrsinn! 5. Einer unserer beiden „Pescado de roca“ ist grau bis braun, unten glibberig, riecht penetrant und ist so alt, dass er sich beim Braten gewölbt hat. 6. Die Beilage passte in einen Esslöffel, die Beschreibung auf dem Menü war aber zwei Zeilen lang … 7. Wir müssen mehrmals bitten, uns Wasser nachzuschenken, das weit weg steht. 8. Den Wein schenke ich schließlich selbst aus, weil sich keiner drum kümmert. Auch er steht weit weg, ich muss aufstehen und ihn holen. 9. Zum Kaffee kommt die Frage: „Möchten Sie auch einen Cookie?“ Als wir bejahen, bringt eine Mamsell zwei (wir sind aber drei Gäste). 10. Als wir gezahlt haben und gehen (unter Hinterlassung von 17 Euro Trinkgeld), sagt keiner Danke oder Adios, es interessiert schlichtweg keinen. Fazit: In einer Kneipe akzeptiere ich das alles, in einem Laden wie dem Can Bordoy nicht, der so tun, als seien sie der Genusstempel der Balearen. Gibt’s auch was Positives? Ja, das Brot war sehr gut und im Garten unter hohen Bäumen zu sitzen, ist ein großes Altstadt-Erlebnis …

 

Zum Sammeln! Die Barcelo-Flaschen …

Alle mit Etiketten von Miquel Marcelo …
… mit gebrannten Augen …
… und mit Fisch und Teufel

SIE WURDEN ALLE AUSGE- TRUNKEN – und oben auf einem Gläserschrank gesammelt: Diese sechs Weinfla- schen mit den herrlichen Etiketten von Miquel Barceló. Alle unterschiedlich, und die eine – die mit dem Augen- paar auf braunem Packpapier – hat er in Papier gebrannt. Sonst erkennt man seine „Faust“- und „Göttliche Komödie“-Illustrationen wieder, die Teufel, die Monster, die Stiere, und sogar die Fische in seiner Kathedralen-Kapelle. Der Maler aus Felanitx lässt sich also auch in Form von Weinetiketten sammeln, aber der Wirt der Kneipe, in der der Schrank stand, war nicht bereit, sie mir zu überlassen – er weiß, was er da hat!

„sa Llotja“: Seit Karfreitag auch in Cala d’Or!

Küchenchef Jose Manuel …
… und das „sa Llotja“ in Portocolom

ES GEHT UM DAS SEHR GUTE RESTAURANT über der Hafenmeisterei in Portocolom, das sich nicht nur von der Lage her in die 1. Reihe entwickelt hat. Am Karfreitag, 19. April (2019), eröffneten Chef 1, Joachim Weber, und Chef 2, Jose Manual Pando Martin, eine Dependance ganz ähnlichen Stils in Cala d’Or (auch über dem Hafen), wobei Weber rüber geht und Panda in Portocolom in der Küche bleibt. Ich höre von meinem mallorkinischen Kontakten, dass da der Erfolg nicht nur geteilt wird, sondern dass die Portocolom-Pacht 2020 endet und man in so einem Fall nie weiß, ob jetzt, da es so gut läuft, nicht ein eingeborener Neider reingrätscht und die Hafenmeisterei lieber die Handvoll Euro mehr nimmt, mit der das Topteam Weber/Pando überboten wird. In Cala d’Or haben die beiden einen Vertrag auf viele Jahre, damit ist ihre Zukunft in jedem Fall gesichert – und die ihrer Genießer-Fans auch. Und vielleicht besiegt Treue ja die Habgier und wir/sie haben dann auf lange Sicht zwei „sa Llotja“ in zwei benachbarten Hafenstädtchen an der Südostküste …

… und nun auch noch Mario Basler!

Nun wird’s auch ihn erwischen …

TJA, UND ES MÜSSTE SCHON EIN WUNDER GESCHEHEN, wenn endlich mal die Gastronomie eines Prominenten nicht schon bald pleite gehen  und geschlossen würde! Reihenweise haben diese Herrschaften geglaubt, auf Mallorca genüge es, unter seinem Namen eine Kneipe zu eröffnen – und dann würden die Menschen nur so reinströmen. Pustekuchen! Ein paar Sosolala-VIPs erscheinen zur Vernissage, Fußvolk drängt zu Gratisdrinks, nach drei Tagen ward der prominente Wirt nicht mehr gesehen, weil sein Etablissement in Arbeit ausartete, dafür hatte er ja seine Leute. Die beschissen ihn nach Strich & Faden, der Geldgeber wollte nach ein paar Wochen was in der Kasse sehen, der Prominente hielt seine Kneipe bald für eine Zumutung (und die Menschen, die nicht mehr kamen, weil sie plötzlich ihre Drinks teuer bezahlen mussten, für Ars … cher) und – weg war er. Gerupft & gebeutelt und nur noch gut genug, bei VOX oder ProSieben als als Vorführmodell des tapferen Scheiterns über den Bildschirm zu schleichen, was – nun ja – wenigstens noch ein paar Euro in den Beutel fließen ließ und die TV-Prominenz bestätigte. Und nun also Ex-Fußballer und Experten-Wanderpokal Mario Basler mit einer „MB 30 Lounge“ in Cala Rajada. Er würde sogar selber anwesend sein, sagt sein Partner. Ach was! Im Mai (2019) soll’s losgehen. Wollen wir wetten, dass spätestens im Herbst (2019) eine Immobilie in Geschäftslage frei wird in Cala Rajada? Mallorca ist nämlich eine kluge Insel, die lässt sich nicht bescheißen. Hier hat nur Erfolg, wer genauso diszipliniert ist wie die einheimischen Unternehmer. Hat nicht dieser Jens Büchner (oder wie auch immer er hieß) das Paradebeispiel abgegeben? Von der Sorte könnte ich noch ein Dutzend nennen: Katze, Katze’s Mutter, Rocchigiani

Kleiner Ausflug in die Historie …

… und die Bar in Calonge

… UND ZWAR IN EINE DER VIELEN KNEIPEN, die „Bar Telefono“ heißen. Warum tun sie das? Die Eingeborenen und die Alteingesessenen wissen es: Weil in der Frühzeit der Kommunikation (etwa bis 1980) in vielen Orten nur Bars einen Telefonanschluss bekamen und sich dann stolz „Bar Telefono“ nannte. Wer jemanden anrufen wollte oder musste (eine Ambulanz oder die Kinder Zuhause in Deutschland z. B.), der hatte nur den Apparat auf der Theke. Über den man sich aber auch anklingeln lassen konnte bzw. zweimal … – zuerst: „Bitte, holen Sie meine Mutter, ich ruf‘ in 30 Minuten wieder an!“, dann das eigentliche Telefonat, wenn der/die Angerufene in die Bar gekommen war. Ich zeige hier die „Bar Telefono“ in Calonge, und die darf man nicht unterschätzen, auch wenn sie nach nichts aussieht: Hier finden richtig gute Live-Konzerte statt und gekocht wird ab und zu auch noch ziemlich gut …

Hier zahlen auch Kinder …

Das kuriose Schild …

ALS ICH NEULICH DURCH EIN STÄDTCHEN (im Insel-Inneren) FUHR (welches, das bleibe ein Rätsel …), da sah ich an einem Restaurant folgenden Hinweis: „Atencion! Los niños tambien pagan, menos pero pagan“ – Auf Deutsch: „Achtung! Auch Kinder zahlen hier, zwar weniger, aber sie zahlen!“ Ich kann mir vorstellen, was da geschehen war in der Vergangenheit: Die Niños haben das Büffet gestürmt, sich die Teller vollgeladen (vor allem mit Desserts), dann die Hälfte liegen gelassen – und die Eltern mussten für ihre Sprösslinge bezahlen, womit sie (aus welchen Gründen auch immer) nicht gerechnet hatten. Darüber kam’s zum Streit, der den Eltern nichts half, sie mussten zahlen, und da stellte der Wirt dieses Warnschild auf! Eine kleine Kuriosität aus dem Alltagsleben der Insel, amüsant und von eminenter Bedeutung, wenn man mit vier hungrigen Kindern einfällt …

Entdeckt: Der alte Spieltisch!

So sehen die Tische aus …

WAS FÜR EIN WUNDERBARES MALLORKINISCHES MÖBEL! Edles Holz, geschwungene Form, quadratisch und an jeder Ecke ist eine kleine Wanne aus Messing eingelassen – ein Tisch für Kartenspieler. Und in die Messingwanne haben sie ihre Zigarren oder Zigaretten abgelegt, und jetzt, da nicht mehr geraucht werden darf, deponieren sie die Münzen dort. Ich habe mehrere dieser an die 100 Jahre alten Tische in Café Can Moix in Felanitx (Carter des Horts, 67)* entdeckt (und dazu auch noch ein paar der passenden alten Sessel), da werden sie täglich von den Cent-Zocken benützt, und ich überlege, ob ich dem Wirt frage, ob er mir einen der Tische, die wohl aus Eichenholz sind, verkauft, denn es sind erstklassige, weil sinnvolle Antiquitäten und Schmuckstücke im Salon jeder Privatfinca.

* Es ist übrigens eine total unterschätzte Kneipe, denn – im Internet-Auftritt des Cafés findet man dafür die Fotobelege – hier wird das umfangreichste und delikateste Tapas-Büffet im Umkreis von 50 km serviert, und das auch noch in einem Ambiente ohne grauenvolle Renovierung – es ist fast noch im Jugendstil-Original erhalten …

Hui, sowas gibt’s noch …

Die erstaunliche Rechnung …

… ABER WOHL NUR IN DER STILLEN ZEIT! Meine Frau und ich fuhren ein bisschen in der Gegend rum, die Sonne kam raus, schaffte 18°, es wurde Mittag und wir suchten was zum Essen. da fanden wir unten am Strand in Cala Murada eine Kneipe namens „ca’n Perello“. Nix besonderes, aber mit Terrasse. Es gab nur Menü, ab 13 Uhr: Graupensuppe, Hühnerschenkel mit Pommes frites und Reis, als Dessert Flan. Normale Touristenküche. Wir bestellten eine Flasche Rosado und eine Flasche Agua con gas, danach einen Cortado und einen Café con leche. Der Wirt bediente, seine Frau kochte. Dann bat ich um die Rechnung – und da stand: 20.60 Euro! Menü 9.50 Euro, Café con leche 1.60 Euro. Alles andere inbegriffen, auch Oliven & Brot (knackig). Die Kneipe war um 14°° voll, mit deutschen Residenten und spanischen Handwerkern. Ich weiß nicht, wie die Sommerpreise sind im „ca’n Perello“, aber im Winter ist das ein Tipp. Nix für Gourmets, Benzinsparer und südliche Inselbewohner, aber ein gutes Beispiel, dass es auf Mallorca so etwas noch gibt …

 

 

Wer hat bloß all die Bars ruiniert …?

ICH KANN MICH NICHT ERINNERN, dass ich – außerhalb von Palma – je in einer Bar gewesen wäre, in der ich mich wohlgefühlt habe. Ich hab mal rumgefragt im Freundeskreis – und hörte die gleichen Klagen. Eiskaltes Neonlicht wie in einer Leichenhalle, gierig klimpernde Spielautomaten, ein plärrender Fernseher an der Decke, lieblos gedeckte, verkleckerte und mit Liloleumtüchern belegte Tische, die halbe Bar ein Vorratsraum, zerfledderte Kalender als Wandschmuck, arbeitslose Morgensäufer in Plastikstühlen – in so einem Etablissement kann sich doch nicht mal der eigene Wirt wohlfühlen, selbst wenn das Geschäft boomt! Das muss früher anders gewesen sein, hübscher, heimeliger, gemütlicher. Und was war dann der Anlass, auf hässlich zu renovieren? Geschah das in den 60er-Jahren? Touristen können daran endlich mal nicht schuld gewesen sein, das haben die Mallorkiner nun wirklich sich selbst zu verdanken. Und dass es allein seit 2010 sage-und-schreibe 600 Bars weniger gibt auf der Insel, mag wohl auch an der neuen Scheußlichkeit liegen. P. S.: Weil die Bars so grausig aussehen, zeige ich ausnahmsweise mal kein Foto. 

Freundliche arabische Eroberung …

Das Porzellan …
… und die dringende Bitte

ICH SASS IN EINEM RESTAURANT IN PORTOCRISTO,  drehte meinen (leeren) Teller um  and wurde überrascht: Er kam aus U. A. E. und da stand noch: „Make sure it’s RAK“Meine Güte, konnte es wirklich sein, dass dieses Porzellan aus den United Arab Emirates kam, den Vereinigten Arabischen Emiraten?  Aber was ist RAK? Das winzige Scheichtum Ras al-Khaimah, der nördlichste Teil der U. A. E., der weder Öl, noch Gas besitzt. Ein Händchen, das nichts hat außer einer schier endlosen Wüstenlandschaft, ein bisschen Strand am Arabischen Golf and eine Dynastie von Dictatorendie seit 310 years (!) an der Macht sind. Und der aktuelle Herrscher, Scheich Saud bin Saqr al-Qasimi, hatte eine Idee: Wir produzieren das Porzellan für die arabisch/islamische Welt! Und er war so erfolgreich, das sogar ein restaurant auf Mallorca mein Mittagessen auf seinen Tellern und den Cafe con Leche in seiner Tasse servierte! Salam aleikum …