Restaurants

Der nächste herbe Verlust …

Das „Can Pelut“ …
… und Emily

… UND ER PAS- SIERT AUF DEM MARKTPLATZ VON SON MACIA! Die „Casa Can Pelut“ macht dicht, das seit Jahren beliebte Restaurant von Wirtin Emily. Am Sonntag, 31. Oktober, ist Schluss. Und nicht nur das: Das „Can Besso“ im Haus daneben trifft das gleiche Schicksal, also verliert Son Macia auf einen Schlag zwei Gaststätten! Ich weiß auch warum: Der Besitzer der beiden Häuser, übrigens ein Österreicher, will selbst etwas eröffnen: Aus dem „Can Besso“ wird eine Pizzeria, als dem „Can Pelut“ ein Restaurant der gehobenen Ansprüche. So ist es geplant. Die Klientel verdrückt eine Träne, Emily nicht unbedingt – sie hatte ein bisschen geplant, in den Ruhestand zu gehen, die Kündigung hat den Wunsch beschleunigt …

P. S.: Wo der legendäre Mittwoch-Stammtisch von Norbert Deingruber in Zukunft stattfinden wird, ist noch nicht geklärt, es wird aber heftig überlegt …

Großartig großzügig …

ICH SAG’S JA IMMER WIEDER: Nach dem „Can March“ in Manacor ist das „Can Bernat“ in Portocolom das beste authentisch-mallorkinische Restaurant! Papa & die Söhne bedienen, Mama kocht meisterlich, täglich das gleiche nette Stammpublikum an der Theke, 70 % einheimische Gäste, eine köstlich-traditionelle Speisekarte, die besten Weine der Insel, gelegen über der Cala Marcal mit einer Terrasse unter alten Bäumen– und dann das: Ich war mit meinem Sohn nach langer Corona-Pause 2021 zum 1. Mal wieder da und der Wirt Miguel begrüßte uns nicht nur wärmstens, sondern präsentierte uns anschließend diese fabelhafte Rechnung: „Eingeladen“ zu 3 Vorspeisen! Aus Freude über unsere Rückkehr! Als großzügige Geste nach der Quarantäne! Da kann ich nur sagen: Respekt, Miguel, uns siehst Du oft wieder …

Ein Café mit Geschrumm & Gekreisch …

Die Kellnerin kreischt zur Ximboga …

… UND ANGEBLICH „EIN MUSS“, wenn man in der Gegend unterwegs ist! Ich meine das Café Esportiu in Sa Pobla. Ich habe von (begeisterten) Freunden ein Video geschickt bekommen und nachdem ich es gesehen habe, denke ich, dass ich dort niemals einkehren werde! Es mag im Esportiu zwar originell zugehen, aber auch unerträglich laut und schrill. Denn eine Kellnerin (ganz links im Foto) ist berühmt (berüchtigt) dafür, dass sie die traditionelle Trommel Mallorcas spielt (?), die Ximboga (die mit einem Stab gerührt wird, der in der Bespannung steckt), dazu kreischend singt (?), und die Touristen (einer sitzt ihr ja an der Bar direkt gegenüber) amüsieren sich (angeblich), weil sie glauben, das wahre Mallorca zu erleben, und einige Mallorkiner finden es lustig, ihre nichtsahnenden Besucher dorthin zu schicken – und so schaffte das Café einen Status als Attraktion …

Achtung, Wucher!

ICH BIN, NICHTSAHNEND, EINGEKEHRT IM „EL COCO“ an der eher trostlosen Straße von Inca nach Lloseta. Eine nicht nur unscheinbare, sondern ziemlich hässliche Kneipe mit plastik-möblierter Terrasse, es war kein Mensch da und ich bestellte für meinen Sohn und mich 2 Cortados und 2 Agua con gas. Sie kamen in winzigen Tässchen und Fläschchen, also eigentlich ganz normal. Was nicht normal war, stand auf der Rechnung, als es ans Zahlen ging: Die Kellnerin verlangte 17 Euro! Je 5 Euro für die Cortados und 3.50 Euro für die Wasser. Wir hielten das für einen Kassen-Irrtum und sprachen sie darauf an. Aber da wurde sie pampig. Und als wir eine Getränkekarte verlangten, um nachzusehen, wie sehr sie uns betrogen hatte, war plötzlich keine aufzutreiben – und wir hatten es leider eilig, um zu einem Termin zu kommen, das schien sie geahnt zu haben, also zahlten wir murrend den Wucherpreis! Erstaunlich, dass so eine Abzockerei immer wieder vorkommt und sich Dumme finden, die man abspecken kann! Oder findet irgendjemand die Preise angemessen? 

Da hatte „Weingruber“ eine tolle Idee …

So ähnlich sieht’s aus …
… in diesem Restaurant …
… mit Stammtisch-Glocke!

… EINEN „STAMM- TISCH“ AUF DEM MARKT- PLATZ IN SON MACIA! Er findet jeden Mittwoch um 18:30 Uhr in die- sem kleinen Ort zwischen der Ostküste und Manacor statt, es erscheinen immer so um die 20 Gäste, vor allem Deutsche und Schweizer, aber auch andere Deutsch sprechende, gestandene Leute, die gute Karrieren hinter sich haben (Staatsanwalt, Banker, Modeunternehmer, Anwalt, Kapitän, Maler, um ein paar zu nennen) und Fincas im Umland besitzen. Die hocken an zwei langen Tischen, Männlein und Weiblein getrennt (das hat sich als günstiger herausgestellt), der Gesprächsstoff geht nie aus (die Witze auch nicht) und Wirtin Emily bekocht die Gruppe, beim letzten Mal gab’s köstliche Lammschulter, aber man kann auch a la Carte bestellen. Erfunden hat das Ganze vor etwa 20 Jahren der einst wohlbekannte Weinhändler- und -kolumnist Norbert Deingruber, von mir seit jeher „Weingruber“ getauft, und seine Idee blüht und blüht, und das besonders in der Einsamkeit der Corona-Quarantäne. Was mir auffiel: Wie gut sich die sonst eher fremdelnden Schweizer mit den Deutschen verstehen, und dass nie Streit ausbricht, weil alle Teilnehmer im Grunde die gleichen Sorgen und Freuden des Lebens im Ausland bewegen. Eine wirklich tolle Veranstaltung …

Ich muss schon wieder mosern …

Direkt am Meer mit phantastischem Blick über den Hafen …

… DIESMAL ÜBER DÄMLICHE TRIPADVISOR-KOMMENTARE! Was die für einen Unsinn verzapft haben über die „Blue Bar“ in Portocolom, ist kaum auszuhalten. Zu teuer, mieser Service usw. Ich glaube kein Wort mehr bei diesen Reiseportalen und rate dringend dazu, dasselbe zu tun. Es mag ja sein, dass 1 der Gast und 2 die Bedienung zufällig gemeinsam keinen guten Tag hatten und der Kontakt schief lief. Aber sowas reicht nicht zu einem so negativen Urteil, vor allem, weil man ja nicht weiß, aus welcher Kiste der Kritiker angereist war. Fakt ist: Ja, die „Blue Bar“ ist nicht billig, aber dafür sind die Portionen ungewöhnlich üppig (Achtung: Eine Portion Pimientos del padron reicht für zwei!). Und perfekt ist die „Blue Bar“ tatsächlich nicht (wer ist das schon?). Mir ist die Musik ein paar Phon zu laut, Gäste, die schnell mal im Meer waren und ihre nassen Klamotten zum Trocknen auf die Geländer hängen, müssen auch nicht sein, und die Mineralwasserflaschen (San Pellegrino) sind die kleinsten, die ich weltweit je gesehen habe. Aber sonst? Am 3. Juli 2021, 13:30 Uhr, zu Dritt – perfekt!

Von wegen „Delta-Variante“ …

MAN SOLLTE JA KEINE WITZ- CHEN MA- CHEN über einen Virus, der Menschen umbringt! Aber manchmal hilft ein wenig Spaß über die Tristesse der Corona-Zeit hinweg und so erlaube ich mir, von meinem Schrecken zu berichten, der mich in zwei Cafés der Insel befiel, nachdem ich zwei Cortado bestellt hatte: Sie wurden in Tässchen mit der Aufschrift „Delta“ serviert! Nun bin ich ja nicht ganz blöd und weiß, dass „Delta“ eine Böhnchen-Marke ist, die den Kaffeehausbesitzern Porzellan als PR liefert, und dass auf den Tässchen „Delta“ steht, war jahrelang belanglos. Aber jetzt, da die so genannte „Indische Variante“ als Todbringer um den Erdball rast, mutet ein derartiges Gefäß doch befremdlich an. „Haben Sie keine anderen Tassen?“, habe ich eine Kellnerin gefragt, aber sie starrte mich so entgeistert an, als hätte ich sie um andere Füße gebeten …

Wieder verabschiedet sich eine Institution …

… DIESMAL EIN SEHR GESCHÄTZTES RESTAURANT! Das „Estragon“ in Felanitx, äußerst beliebt bei Feinschmeckern, oft ausgebucht, geführt von einem mallorkinisch-deutschen Ehepaar, German (er heißt wirklich so – Zufall!) in der Küche, seine Anna im Service. An einem lauschigen Platz, beschützt von üppigem Grün, und es gab viele, die kilometerweit gefahren sind, um hier zu speisen (man findet die interessante Menükarte noch im Internet). Als ich gestern am „Estragon“ vorbeifuhr, klebte an den gelben Persianas der fatale Zettel SA VENDE! Ich war kein besonderer Fan dieses Restaurants, kam irgendwie nicht klar mit der launischen Anna, aber dennoch tut es mir herzlich leid, wenn so eine geschätzte Institution, die sich durchgesetzt hat mehr als zwei Jahrzehnte lang, plötzlich verschwindet, nur weil so ein saublöder Virus aus Wuhan in China über ein gesundes gesellschaftliches Gefüge herfällt. Oder gibt es einen anderen Grund? Egal, das SE VENDE ist als Menetekel deutlich genug …

Corona = QR-Code = Keine Speisekarte mehr!

So sieht der Code am Tisch aus …

SO GEHT’S NEUERDINGS SELBST IN TRADITIONELLEN RESTAURANTS ZU! Wie dem „Can Bernat“ in Portocolom (drüben auf der Cala Marcel-Seite). Ein „Einheimischen-Lokal“, was für lange Tradition, eine fabelhafte Köchin, die bei ihrer Mutter gelernt hat, und grundehrliche Gerichte spricht. So ist es! Das „Can Bernat“ ist, neben dem „Can March“ in Manacor, mein Lieblingsrestaurant (weswegen es ja auch ein alter Bekannter für meine Blog-Fans ist), und was ich da auf der Speisekarte finde, davon haben rund 50 % der anderen Beisl noch nie gehört. Sagte ich „Speisekarte“? Ja, aber es war ein Irrtum, denn wg. Corona gibt es keine mehr bzw. nur einen QR-Code auf jedem Tisch! Wer den scannt mit seinem Handy, hat das „Menu“ auf dem Schirm und kann bestellen! Das ist ungewohnt, aber praktisch, garantiert virenfrei und erstaunlich für eine Gaststätte, in der Generationen von Stammgästen verköstigt und alt werden. Als ich mich wunderte über den neuzeitlichen Fortschritt, wurde ich belehrt, dass das nun wirklich „gang und gäbe“ sei in der modernen Gastronomie. Ich hab’s im „Can Bernat“ zum ersten Mal erlebt …

Jetzt ist Zeit, mit dem Betrug aufzuhören …

Seezunge
Rotzunge

… UND ZWAR DEM AUF DER SPEI- SE- KAR- TE! Oder weiß jemand noch nicht, dass 99,9 % der auf Mallorca massenweise angebotenen (und kackfrech als solche bezeichneten) Seezungen gar keine sind, und frisch sind sie deshalb schon gleich gar nicht! Denn stattdessen werden vor allem in den Billigmenüs aus dem Senegal importierte Lamm- oder Rotzungen serviert, die zwar ein sehr ähnlicher Plattfisch sind, allerdings weit weniger gut schmecken! Wie unterscheidet man Original von Fälschung? Die Afrikaner haben ihre Augen auf der linken Seite, die Seezungen auf der rechten Seite. Außerdem haben die rohen Fische eine unterschiedliche Färbung (siehe Fotos), weswegen man sie nie von den Wirten und Kellnern gezeigt bekommt. Der Grund für den Betrug ist so simpel wie jede kriminelle Tat: Habgier! Denn die Afrikaner kosten einen Bruchteil dessen, was für die mediterranen oder atlantischen Seezungen bezahlt werden muss, denn die gelten inzwischen als Luxusfisch. Liebe Seezungen-Servieren, die Corona-Zeit ist schwierig genug, jetzt serviert endlich die richtige Zunge, oder sagt wenigstens, wenn’s die falsche ist …