Restaurants

Kleine Wahrheiten über Corona …

ICH NENNE DIESE GESCHICHTE MAL SO. Weil der in den Medien berichtete Zustand wenig zu tun hat mit dem selbst Erlebten. Dies hier ist nur eine Momentaufnahme aus Portocolom, aber ich staunte nicht schlecht über die Details. wie da wären …

  1. Wer mittags im „Sa Llotja“ speisen möchte, muss sehr gute Beziehungen zu José Manuel haben, denn er ist derart ausgebucht, dass man normalerweise einen Tisch nur in 3 bis 4 Tage bekommt.
  2. Drüben in der Strandbar in Richtung Leuchtturm, wollte neulich einer abgeholt werden, aber es war nicht möglich wg. Verkehrsdichte und Vollparkerei auf der schmalen Straße. Sie trafen sich dann weiter unten …
  3. In dieser Strandbar, so erfuhr ich per Anruf, muss man sogar 5 Tage vorher buchen, bis dahin ist die Kneipe bis auf den letzten Platz besetzt.
  4. Am kleinen Hafenstrand geht es derart dicht (und ungeschützt!) zu, dass die Polizei vor ein paar Tagen erscheinen musste – und ihn schloss! Ihn einfach für den Rest des Nachmittags dicht machte und die Badenden vertrieb, halb-halbe Spanier und Ausländer! Aber völlig zurecht …

Wohl denen, die auf Mallorca sind, aber viel Rückkehr-Risiko für die, die gerade einfliegen wollen. Aber eins dürfte klar sein: Es ist schöner und sicherer auf der Insel als in Deutschland. Wenn man bereit ist, die Existenz des Virus zu begreifen …

Virus-Pleiten, die uns wehtun …

Das urige Restaurant auf dem Sant Salvador …
… die „Faneteria“, die keiner braucht

… UND DIE UNS VÖLLIG KALT LASSEN! Dass die drei mallorkini- schen Geschwis- ter, die das seit 1927 und in der 3. Generation existie- rende Restaurant  auf dem Sant Sal- vador (bei Fela- nitx), aufgeben müssen – da kom- men einem fast die Tränen! Was war das köstlich, im- mer donnerstags den von der Großmutter erfundenen Perlhuhn-Eintopf zu bestellen und beim Blick weit über die Insel zu genießen. – Ob dagegen die Nullingerin die „Faneteria“ in Cala Millor schließen muss („Das Vermächtnis meines Mannes Jens“), ist sowas von schnurzpiepe, dass es kaum eine Kurznachricht wert sein kann. Weil die Kneipe nie jemand gebraucht hat außer den Gaffer, die die komische VOX-Tante mal live sehen wollten. Da helfen auch Sosolala-News nicht, dass angeb- lich zur Nach-Quarantäne-Eröffnung 300 Fans Schlange standen, um einen Corona-Platz zu bekommen. 3 x 100? „Papier ist geduldig“ heißt es, aber im Internet kann man alles behaupten …

Jubel im Nordosten …

… DENN MAURI IST ES GELUNGEN, die Pacht für seinen Chiringuito „La Playa“ an der Costa

Mauri(zio)

de los Pinos zu verlängern – „und in gewohnter Qualität und Lebensfreude trotz Corona zu öffnen“ (sagt mein Gourmet-Berater Klaus Exner). Man weiß ja: Diese Bar am Meerufer ist nicht ohne Grund der beliebteste Society- und Kenner-Treff Mallorcas, ausgebucht schon ab 11 Uhr. Gesegnet mit einem einsamen weißen Südseestrand, einer Top-Küche (bessere Scampis vom Grill muss man lange suchen) und erstaunlich guten Weinen. Das alles zu durchaus annehmbaren Preisen und nirgendwo trifft man skurrilere Leute …

Die Wahrheit über Ekel-Restaurants …

So berichtete die „Mallorca Zeitung“ …

DIE SACHE IST NÄMLICH DIE, DASS DER SKANDAL EINEN DOPPELTEN BODEN HAT, und die Geschichte geht so: 1. kommt ein Inspekteur des Gesundheits- ministeriums der Balearen und prüft. Leider gibt es für alle Inseln nur knapp 25 dieser Kontrolleure – viel zu wenig. 2. Die 25 stellen Mängel fest, verwarnen die Wirte oder schließen die Restaurants. 3. Da müsste nun ein Schild rausgehängt werden, dass das Ministerium die Gaststätte wegen gruseliger Zustände dicht gemacht hat, aber so ein Schild sieht man äußerst selten, stattdes- sen heißt es: „Wegen Renovierung geschlossen“ oder „Urlaub bis zum …“. Das ist illegal! Die Tatsachen: Wer sich anschaut, was 2019 geschah, dem wird fast übel. Denn 3564 Lokale wurden bewertet, 522 hatten entsetz- liche Mängel, 1663 klare Mängel. Das heißt: In 61,2 % dieser Restaurants war die Gesundheit der Gäste hygi- enisch bedroht und 83 (davon 44 allein auf Ibiza) mussten die Inspekteure sofort – von einer Minute auf die andere – schließen und saftige Geldstrafen verhängen. Und was sind die Kriterien der akuten Bedrohung? 1. Extremer Schmutz, 2. Fehlen einer Spülmaschine, 3. Kein heißes Wasser, 4. Wimmelnde Kakerla- ken, 5. Deutlicher Rattenbefall. Im Klartext heißt das also: 2019 war es gefährlich, rund zwei Drittel der Lokale zu betreten, geschweige denn, dort zu essen! Mein Fazit: Auf einigen Speisekarten steht ab sofort auch das große Schaudern mit Soße …

Jetzt aber ran an das Kochbuch!!!

… und das Kochbuch
Toni Ramon und Maria Pinya …

IN DER TRAUER UM DAS RESTAURANT „SA SINIA“ in PORTOCOLOM (gesch- lossen nach fast 100 Jahren) erwacht der Ehrgeiz: das Kochbuch „Mallorca in Ihrer Küche“ zu kaufen. Es ist das heiterste, professionellste, authentischste und originell- ste Rezept- und Küchenver- öffentlichung der Insel. Ges- taltet auf 93 Seiten innen und außen vom großen Maler Miquel Barcelo, bestückt mit alten Fotos aus Familienbesitz, voller skurriler Schnur- ren, geliefert vom damaligen Chef, dem legendären Toni Ramon, geschrieben von der Philologin Maria Antonia Pinya, fabelhaft übersetzt von Hartmut Botsmann – und die Rezepte stammen von den sagenhaften Köchinnen Maria Martorell und Maria Ramon. Das Buch, auf Deutsch erschienen 2006, kostete mal 18 Euro, als es noch im „Sa Sinia“ zu haben war, jetzt ist es höchs- tens noch antiquarisch zu bekommen (Editorial el far, ISBN 978 8493 283 780), aber es ist jede noch so große Mühe wert! 

Menu oder „Plato economico“?

Reichlich für 9,90 Euro …

IM MOMENT IST DAS SO AUF DER INSEL: Wirte buhlen um jeden einzelnen Gast, denn viele sind es nicht, die jetzt hungrig unterwegs sind. Weil der kalte Wind verhindert, dass es auf den Terrassen gemütlich ist, die mit Plastik eingehüllten Veranden aussehen wie Tische & Stühle in Aspik und teuer geht aktuell überhaupt nicht in den Touristenorten. Und weil die, die noch zum Essen kommen, vor allem Einheimische sind, die keine Touri-Preise zahlen. Zu Dumpingpreisen zwischen 8 und 12 Euro werden deshalb dreigängige „Menus“ angeboten, die gar nicht mal übel sind (+ 1 Glas Wein, Mineralwasser, Brot & Oliven), aber einigen Wirten ist zu wenig, was sie damit verdie- nen, sie bieten lieber „Platos Economics“ an. Nicht billiger und nicht teurer, aber da kommt auf den Teller, was sie preiswert einkaufen konnten, der Gewinn ist also höher. Denn über eins muss man sich klar sein: Die Köche dieser im Winter auf Mallor- kiner konzentrierten Kneipen (= meist die Besitzer oder ihre Frauen) außerhalb von Palma kaufen auch bei Eroski, Lidl und Hiper ein, wie die Hausfrauen, und achten auf die Sonderange- bote! Was tun? Sich die Detail der Menus und Platos sagen lassen, kurz, aber scharf nachdenken, und bestellen, wenn nichts Verdächtiges auffällt …

„Bar Playa“ öffnet am 1. April!

Fast in der Kniekehle der Bucht findet man die „Bar Playa“ …

ENDLICH STEHT DAS DATUM FEST: Der vermutlich beste und deshalb populärste Chiringuito der Insel, „Bar  Playa“ an der Costa de los Pinos (bei Son Servera), ist ab Mittwoch, 1. April, wieder in Betrieb. Mauro & Judy haben die Konzession auch für 2020, der fabelhafte Koch ist ebenfalls geblieben, die Exners haben die Speisekarte künstlerisch aufgefrischt und die Preise sind, wie ich höre, nicht erhöht worden. Jetzt muss man nur noch die Telefonnummer parat haben (971 / 81 65 76), um rechtzeitig einen Platz zu buchen – denn Gedränge wird’s garantiert wieder geben in der Bucht mit dem sensationellen Südseestrand

Das „Sa Sinia“ gibt’s nicht mehr!

So sah’s von Außen aus …
… und das war die Speisekarte von Miquel Barcelo
… so von innen …

UNFASSBAR – das legendäre, authen- tische und zeitweise beste mallorkinische Restaurant auf Mal- lorca! Unten am alten Hafen in Portoco- lom, und mit Tränen in den Augen erin- nern sich langjährige Residenten an die brummelige, sympa- thische, noble Gestalt des Wirts Toni Ra- mon, den ich immer wieder für Zeitschrif- ten porträtiert habe. Nun hat der Staat die 30-jährige Pacht für das Haus, in dem das „Sa Sinia“ seit 3 Generationen unter- gebracht war, nicht mehr verlängert – ein Filetstück kulinarischer Insel-Historie ist tot. Seit 1969 im Besitz der Familie Ramon, aber davor schon jahrzehntelang eine beliebte Hafenkneipe. Aber was wird nun aus den Schätzen? Den von Miquel Barceló gestalteten Glastüren und -fenstern und seinen Original-Speisekarten? Den kostbaren Gemälden, den alten Kera- miktellern und den Antiquitäten, die sich in diesem Traditionslokal angesammelt hatten in fast einem Jahrhundert? Und aus dem Stuhl mit meinem Namensschild, den ich – wie alle Stammgäste – gewidmet bekam? Geblieben ist das großartige Kochbuch, in dem Toni Ramon die Rezepte seiner Mutter gesam- melt hat, und das es auch auf Deutsch gibt, weil ihre Schwiegertochter Deutsche war (es ist allerdings total vergriffen). Zugegeben, der Ruf des „Sa Sinia“ hat in den vergangenen Jahren Dellen erlitten, auch ich war manchmal erstaunt darüber, was ich serviert bekam, und wie. Dennoch traure ich über den Verlust und mit mir, das weiß ich, eine treue Gourmet-Gemeinde …

… und dann zogen 60 Illegale ein!

Das besetzte Restaurant „Can Andreu Cos“, als es noch florierte …

DA REGEN WIR UNS AUF, wenn ein Narr und seine Freunde Boris Beckers Finca besetzt. Oder eine Sinti-Familie die Villa eines seit Monaten abwesenden Deutschen. Was soll da die Bürgermeisterin von Campos sagen, Francisco Porquer, wenn sie damit fertig werden soll/muss, dass etwa 60 (!) Squatter das leerstehende Restaurant „Can Andres Cos“ okkupieren, illegal Wasseranschlüsse legen und heimlich Elektrizität zuleiten? Das Gelände ist zwar rund 1500 qm groß und war unbenützt, aber es sieht inzwischen aus wie eine Müllhalde, kombiniert mit einem Schrottplatz. „So wie die Gesetze gegenwärtig sind, können wir kaum etwas machen“, sagt die Bürgermeisterin, obwohl es massive Klagen zum Teil verängstigter Nachbarn gibt. Wenn man geahnt hätte, dass dort eine ganze Kompanie illegaler Besetzer einmarschiert, wäre tatsächlich etwas Cleveres möglich gewesen, um das zu verhindern. Das haben sie in einem ähnlichen Fall an der Nordostküste gemacht; darüber werde ich nächste Woche berichten …

Hoppla! Ein gutes 12 Euro-Menu!

Das Restaurant …
… und wo es liegt

MAG’S GEBEN, KANN ABER ZU DEM PREIS NICHT GUT SEIN! Anders herum: Wenn’s wirklich gut ist, muss es zu dem Preis winzig klein sein! Auflösung: Es ist gut und reichlich, wird aber nur als Geheimtipp unter Mallorkinern weitergegeben. Ort der Überraschung: Portocolom (an der Hafenpromenade). Name des Restaurants: „Mestral“. Das Menü: 1. Suppe, 2. zwei Hauptgerichte zur Auswahl (gestern gab’s Hase an Kohl oder Seeteufel mit Gemüse, heute Seezunge mit Salat oder Schmor-Eintopf), 3. Nachtisch, 4. 1 Glas Wein, 5. 1 Flasche Sprudelwasser, 6. Brot. Zutaten täglich wechselnd, d. h. marktfrisch. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, aber die reizende Marie-Carmen hat mich in ihrem Delikatessenladen hat mich darauf hingewiesen. Gracias! Das „Mestral“ wirkt von außen aus wie eines der typischen Speiselokale für Golfer und entpuppt sich innen als einheimische Kneipe ohne Schnickschnack. ABER: Das Menü wird nicht öffentlich angeboten, es existiert nur verbal. Wer nicht weiß, dass es das gibt, bekommt es nicht. Das bevorzugt die Einheimischen, aber inzwischen haben das auch reichlich Ausländer begriffen. Übrigens: Das Restaurant „ses Portadores“, 200 m weiter nach der Kurve, gehört dem gleichen Besitzer, öffnet aber erst um 18 Uhr.

971 / 82 45 28