Restaurants

Ich muss schon wieder mosern …

Direkt am Meer mit phantastischem Blick über den Hafen …

… DIESMAL ÜBER DÄMLICHE TRIPADVISOR-KOMMENTARE! Was die für einen Unsinn verzapft haben über die „Blue Bar“ in Portocolom, ist kaum auszuhalten. Zu teuer, mieser Service usw. Ich glaube kein Wort mehr bei diesen Reiseportalen und rate dringend dazu, dasselbe zu tun. Es mag ja sein, dass 1 der Gast und 2 die Bedienung zufällig gemeinsam keinen guten Tag hatten und der Kontakt schief lief. Aber sowas reicht nicht zu einem so negativen Urteil, vor allem, weil man ja nicht weiß, aus welcher Kiste der Kritiker angereist war. Fakt ist: Ja, die „Blue Bar“ ist nicht billig, aber dafür sind die Portionen ungewöhnlich üppig (Achtung: Eine Portion Pimientos del padron reicht für zwei!). Und perfekt ist die „Blue Bar“ tatsächlich nicht (wer ist das schon?). Mir ist die Musik ein paar Phon zu laut, Gäste, die schnell mal im Meer waren und ihre nassen Klamotten zum Trocknen auf die Geländer hängen, müssen auch nicht sein, und die Mineralwasserflaschen (San Pellegrino) sind die kleinsten, die ich weltweit je gesehen habe. Aber sonst? Am 3. Juli 2021, 13:30 Uhr, zu Dritt – perfekt!

Von wegen „Delta-Variante“ …

MAN SOLLTE JA KEINE WITZ- CHEN MA- CHEN über einen Virus, der Menschen umbringt! Aber manchmal hilft ein wenig Spaß über die Tristesse der Corona-Zeit hinweg und so erlaube ich mir, von meinem Schrecken zu berichten, der mich in zwei Cafés der Insel befiel, nachdem ich zwei Cortado bestellt hatte: Sie wurden in Tässchen mit der Aufschrift „Delta“ serviert! Nun bin ich ja nicht ganz blöd und weiß, dass „Delta“ eine Böhnchen-Marke ist, die den Kaffeehausbesitzern Porzellan als PR liefert, und dass auf den Tässchen „Delta“ steht, war jahrelang belanglos. Aber jetzt, da die so genannte „Indische Variante“ als Todbringer um den Erdball rast, mutet ein derartiges Gefäß doch befremdlich an. „Haben Sie keine anderen Tassen?“, habe ich eine Kellnerin gefragt, aber sie starrte mich so entgeistert an, als hätte ich sie um andere Füße gebeten …

Wieder verabschiedet sich eine Institution …

… DIESMAL EIN SEHR GESCHÄTZTES RESTAURANT! Das „Estragon“ in Felanitx, äußerst beliebt bei Feinschmeckern, oft ausgebucht, geführt von einem mallorkinisch-deutschen Ehepaar, German (er heißt wirklich so – Zufall!) in der Küche, seine Anna im Service. An einem lauschigen Platz, beschützt von üppigem Grün, und es gab viele, die kilometerweit gefahren sind, um hier zu speisen (man findet die interessante Menükarte noch im Internet). Als ich gestern am „Estragon“ vorbeifuhr, klebte an den gelben Persianas der fatale Zettel SA VENDE! Ich war kein besonderer Fan dieses Restaurants, kam irgendwie nicht klar mit der launischen Anna, aber dennoch tut es mir herzlich leid, wenn so eine geschätzte Institution, die sich durchgesetzt hat mehr als zwei Jahrzehnte lang, plötzlich verschwindet, nur weil so ein saublöder Virus aus Wuhan in China über ein gesundes gesellschaftliches Gefüge herfällt. Oder gibt es einen anderen Grund? Egal, das SE VENDE ist als Menetekel deutlich genug …

Corona = QR-Code = Keine Speisekarte mehr!

So sieht der Code am Tisch aus …

SO GEHT’S NEUERDINGS SELBST IN TRADITIONELLEN RESTAURANTS ZU! Wie dem „Can Bernat“ in Portocolom (drüben auf der Cala Marcel-Seite). Ein „Einheimischen-Lokal“, was für lange Tradition, eine fabelhafte Köchin, die bei ihrer Mutter gelernt hat, und grundehrliche Gerichte spricht. So ist es! Das „Can Bernat“ ist, neben dem „Can March“ in Manacor, mein Lieblingsrestaurant (weswegen es ja auch ein alter Bekannter für meine Blog-Fans ist), und was ich da auf der Speisekarte finde, davon haben rund 50 % der anderen Beisl noch nie gehört. Sagte ich „Speisekarte“? Ja, aber es war ein Irrtum, denn wg. Corona gibt es keine mehr bzw. nur einen QR-Code auf jedem Tisch! Wer den scannt mit seinem Handy, hat das „Menu“ auf dem Schirm und kann bestellen! Das ist ungewohnt, aber praktisch, garantiert virenfrei und erstaunlich für eine Gaststätte, in der Generationen von Stammgästen verköstigt und alt werden. Als ich mich wunderte über den neuzeitlichen Fortschritt, wurde ich belehrt, dass das nun wirklich „gang und gäbe“ sei in der modernen Gastronomie. Ich hab’s im „Can Bernat“ zum ersten Mal erlebt …

Jetzt ist Zeit, mit dem Betrug aufzuhören …

Seezunge
Rotzunge

… UND ZWAR DEM AUF DER SPEI- SE- KAR- TE! Oder weiß jemand noch nicht, dass 99,9 % der auf Mallorca massenweise angebotenen (und kackfrech als solche bezeichneten) Seezungen gar keine sind, und frisch sind sie deshalb schon gleich gar nicht! Denn stattdessen werden vor allem in den Billigmenüs aus dem Senegal importierte Lamm- oder Rotzungen serviert, die zwar ein sehr ähnlicher Plattfisch sind, allerdings weit weniger gut schmecken! Wie unterscheidet man Original von Fälschung? Die Afrikaner haben ihre Augen auf der linken Seite, die Seezungen auf der rechten Seite. Außerdem haben die rohen Fische eine unterschiedliche Färbung (siehe Fotos), weswegen man sie nie von den Wirten und Kellnern gezeigt bekommt. Der Grund für den Betrug ist so simpel wie jede kriminelle Tat: Habgier! Denn die Afrikaner kosten einen Bruchteil dessen, was für die mediterranen oder atlantischen Seezungen bezahlt werden muss, denn die gelten inzwischen als Luxusfisch. Liebe Seezungen-Servieren, die Corona-Zeit ist schwierig genug, jetzt serviert endlich die richtige Zunge, oder sagt wenigstens, wenn’s die falsche ist …

Eine interessante Statistik …

... LEIDER UNVOLLSTÄNDIG IN CORONA-ZEITEN! Man nimmt erstaunt, oder gelassen, zur Kenntnis, dass es auf den Balearen- und Pituysen-Inseln unseres Archipels 7497 gastronomische Betriebe gibt, das macht eine Bar, ein Café oder ein Restaurant pro 160 Einwohner. Was im internationalen Vergleich als sehr viel gilt. 5770 Gastlichkeiten fallen allein auf Mallorca (also bleiben für den Rest nur 1727!). Das gab die Regionalregierung soeben bekannt, Stand Frühjahr 2021. Aber was sagt das schon im Moment? Man hätte doch gerne gewusst, wieviele dieser Lokale dauerhaft geschlossen sind (oder sogar für immer, weil pleite), und daraus resultierend: Wieviele noch oder wieder  Gäste bedienen, sei’s innen oder außen. Ich denke, dass die amtliche Statistik schon im Sommer grauen- haft aussehen wird, da lässt der Virus keine Zahl auf der anderen …

„Menü für Verliebte“ zum Abholen …

Das Angebot …
… und das Menü

… GROSSARTIGE IDEE, und war hat sie gehabt? Das beste traditionelle Restaurant Mallorcas (behaupte ich immer wieder, auch wenn dort ein Hauch zu fett gekocht wird, wie’s halt Tradition ist): „Can March“ in Manacor, florierend seit 1925! Das Angebot des „Menu dels Enamorats“: 3 Gänge plus 1 Flasche Wein (weiß oder rose) vom Weingut Barbara Mesquida Mora, beim Hauptgang kann man wählen zwischen Spanferkel-Cannelloni (natürlich vom Schwarzen Schwein) und fangfrischem Bacalao. Preis: 35 Euro p. P.  Abholung: Nur am Abend. Kontakt: 971/55 00 02.

Ganz toll, Senora Macarena …

Mutig: Macarena de Castro

DIE STERNEKÖCHIN AUS PORT D’ALCUDIA hatte zwar ihr Lokal im Norden nach der Winterpause 2019/20 nicht wieder eröffnet (wozu auch, wenn die Klientel fehlt …), aber da sie „Herdweh“ plagte, machte sie im Sommer das „Andana“ in Palma auf (am Bahnhof der Placa d’Espanya) – und es gab nicht wenige, die sie bemitleideten und ihr den finanziellen Ruin voraussagten. Und was ist passiert? Das Restaurant floriert, Macarena de Castro kann gar nicht soviel kochen, wie gegessen wird, und dankbare Kunden loben sie auch hier in den höchsten Tönen: „Kein teurer Sternenhype, sondern ehrliche, bodenständige Küche mit saisonalen Produkten und dem speziellen Macarena-Touch.“ Es geht also was trotz Corona, wenn man’s richtig anpackt! Schauen Sie doch mal rein: www.andanapalma.es.

Die Vergangenheit kehrt zurück …

… IN GESTALT ZWEIER BARS: des „Abaco“ und der „Bar Cristal“! Ich finde das großartig und wundre mich nur über das Hin und Her. Da erhöht der Hausbesitzer die Miete für die Bar im Lonja-Viertel ums Vierfache, der Mieter muss raus, ein deutscher Investor plant ein Hotel statt Bar – und plötzlich ist der Barbesitzer zurück und das „Abaco“ besteht weiter (angeblich bis 2040). Bei der „Bar Cristal“ an der Placa d’Espanya war’s so, dass auch sie schließen musste wg. unbezahlbarer Mietsteigerung, neu eröffnet wurde als Teil einer deutschen Kette („Es Rebost“), dann schlug der Virus zu, das neue Lokal lohnte sich nicht mehr, es machte dicht und nun wird ein Spanier es neu eröffnen: als „Bar Cristal“. Mich freut das, ich mochte beide Bars, sie waren gastronomische Farbtupfer im Leben von Palma. Das „Abaco“ war in seiner Operetten-Aufmachung weltweit einmalig (ein bisschen auch bei seinen Preisen) und in der „Bar Cristal“ konnte man die Jugendstil-Vergangenheit nicht nur erahnen, sondern auch sehen. Es waren Wohlfühl-Jausenstationen, Institutionen(wie auch die „Bar Lirico“ unten am Borne oder die „Bar Cuba“ drüben an der Argentina), und mich als Nostalgiker hat es immer beruhigt, dass es diese traditionellen Etablissements (schon so lange) gab. Mich erinnert das an das Hin und Her bei der Straßenbahn in Palma und dem Eisenbahnnetz auf der Insel: zu schnell abgebaut, nach Jahren bereut und mühsam restauriert …

Virus-Pleiten, die uns wehtun …

Das urige Restaurant auf dem Sant Salvador …
… die „Faneteria“, die keiner braucht

… UND DIE UNS VÖLLIG KALT LASSEN! Dass die drei mallorkini- schen Geschwis- ter, die das seit 1927 und in der 3. Generation existie- rende Restaurant  auf dem Sant Sal- vador (bei Fela- nitx), aufgeben müssen – da kom- men einem fast die Tränen! Was war das köstlich, im- mer donnerstags den von der Großmutter erfundenen Perlhuhn-Eintopf zu bestellen und beim Blick weit über die Insel zu genießen. – Ob dagegen die Nullingerin die „Faneteria“ in Cala Millor schließen muss („Das Vermächtnis meines Mannes Jens“), ist sowas von schnurzpiepe, dass es kaum eine Kurznachricht wert sein kann. Weil die Kneipe nie jemand gebraucht hat außer den Gaffer, die die komische VOX-Tante mal live sehen wollten. Da helfen auch Sosolala-News nicht, dass angeb- lich zur Nach-Quarantäne-Eröffnung 300 Fans Schlange standen, um einen Corona-Platz zu bekommen. 3 x 100? „Papier ist geduldig“ heißt es, aber im Internet kann man alles behaupten …