Sammeln

Tolles Angebot unter falscher Nummer!

So ein Puppenhaus             ist es wohl …

ES IST FAST EINE TRAUERANZEIGE, wie da einer „schwe- ren Herzens“ ein „ex- klusives, handgefertig- tes Puppenhaus mit liebevollen Details“ – leider ohne Preisanga- be – anbietet. Un- glaubliche 2 m hoch und 1 m breit! Der Telefonnummer nach muss es irgendwo bei Son Servera stehen und als ich anrief, meldete sich ein nettes Ehepaar an der Costa de los Pinos, die keine Ahnung hatten, um was es geht, aber schon mehrere Neugierige am Apparat. Denn die in der Anzeige genannte Nummer ist die ihre, also falsch! Nun gut, da war ja noch ein WhatsApp-Kontakt in Deutschland angegeben – aber auf dem ging nie einer ran. Schade, dumm gelaufen, ich hätte das Puppenhaus gerne mal gesehen oder sogar gekauft …

Haben die Vandalen wirklich nichts hinterlassen?

Geiserich …
… Hilderich …
… Gunthamund

NICHTS, WOFÜR SICH ARCHÄOLOGEN INTERESSIEREN. Keine Bauten, oder wenigstens Ruinen, keine Steine mit Inschriften und noch nicht mal ein kleines Schmuckstück, den Rest eines Schwertes oder die Scherben eines Tontöpfchens. Zumindest nichts, was man ihnen eindeutig zuordnen könnte. Immerhin dauerte ihre Besetzung der Insel 79 Jahre, von 465 bis 534, sie waren Germanen und Christen, da müsste es doch Reste eines Sakralbaus geben. Ja, hofft man, gefunden wurde bisher nicht mal eine Spur. Nun ja, es mag da ein paar vandalische Sprachbrocken im Mallorquinischen geben, z. B. „Jac“ for Jacke. Aber darüber streiten die Experten noch. Und doch: Man fand Münzen! Ganz wenige nur, und selbst der Top-Profi des Insel-Münzwesens, Emilio Trilla in Palma (Kiosk Nr. 13 auf der Rambla), hat kein Geldstück auf Lager, das auf Mallorca gefunden wurde. „Nur Münzen aus Karthago“, das war die Hauptstadt des Vadalenreiches. Ich wollte eine „einheimische Münze“ kaufen und Vandalen-Geld ist nicht mal soooo teuer – zwischen 50 und 800 Euro. je nach Material und Zustand. Aber wie Trilla schon sagte: Alle nicht aus Mallorca …

P. S.: Die drei Könige, die auf den Münzen zu sehen sind, herrschten über Mallorca! Dieses Geld könnte noch in der Erde stecken …

SE VENDE: Ein altes Kohlebecken aus Kupfer

MEINE ELTERN HABEN DIESE FEINE METALL- ARBEIT UM 1965 GEFUN- DEN, in irgendeinem Trödelladen in Palma, und lange Jahre gehütet als Schatz, aufgehängt an einer Wand in der Küche. Ob es wirklich ein Kohlenbecken ist, weiß ich nicht mal so genau, wenn ich mir die drei Lochkreise so betrachte. Der Durchmesser beträgt 28 cm und es ist 4 cm hoch. Man erkennt die kunstvolle Schmuckritzung (ein Blütenbäumchen) und alles in allem ist dieses Becken eine bemerkenswerte Handwerkskunst. Das Alter? Möglicherweise 100 und mehr Jahre. Ich möchte 25 Euro dafür haben …

 

 

 

 

SE VENDE: Alte Schmuggel-Zigaretten …

Die Marken gibt’s nicht …
… Schmuggler haben sie erfunden

SIE STAM- MEN AUS DER FRAN- CO-ZEIT, vom Ende der 50er-Jahre, die Mar- ken gab es nie, sie wurden erfunden für die Schmuggelei von Algerien nach Spanien und landeten in einer stillen Bucht an der Ostküste Mallorcas (ich kenne sie und auch die tapferen Contrabandistas, von denen die meisten allerdings tot sind. „Oxford“ und „Cabaret“ sind echte Sammelobjekte, immer noch gefüllt und bis auf Schäden an der Zellophanhülle für ihr Alter sehr gut erhalten. Ich möchte für die beiden Packungen 10 Euro haben – was mir bei den heutigen Zigarettenpreisen nicht als zu unverschämt erscheint …

MI MUSEU: Eine gotische Engelsbotschaft …

Uralt, ziemlich dunkel – aber kostbar!

ALS MEINE ELTERN TOT WAREN, habe ich dieses uralte Ölgemälde in der untersten Schublade einer Kommode gefunden. Im Archiv fand ich den Hinweis, dass sie es 1959 bei einem Trödler in Felanitx gefunden hatten. Eine gotische „Verkündigung“, 80 x 48 cm groß, stark nachgedunkelt (ich müsste das Bild mal reinigen lassen!), aber immer noch beeindruckend. Ich bin sicher, es stammt aus einer Kirche auf Mallorca, vielleicht auch aus einem Kloster, und ich habe es ziemlich aufwendig rahmen lassen. Nun hängt es in meiner Estrada und begrüßt die Eintretenden. Was es damals gekostet hat, haben die Eltern leider nicht vermerkt …

SE VENDE: Der Regimentsteller der Artilleristen …

ER IST DER HEILIGEN BARBARA GEWIDMET, Patin der Soldaten, die größere Geschosse abfeuern, und stammt von einem Regiment in der Insel-Hauptstadt. Ein Schmuckteller von 17,5 cm Durchmesser, geschmückt mit der spanischen Krone, zwei goldenen Kanonen und den dazu gehörenden Kugeln. Er stammt aus dem Jahre 1986 und ich habe ihn auf dem Flohmarkt in Palma entdeckt. Rechts am Rand ist er ein wenig beschädigt (sieht auf dem Foto schlimmer aus) und das Material ist rätselhaft: Ein Porzellan, das sich anfühlt wie Plastik, oder Plastik, die sich anfühlt wie Porzellan! Ich möchte 8 Euro dafür haben, dann für Militaria-Sammler ist das ein Schatz …

SE VENDE: Zwei alte Ersttagsbriefe der Lufthansa und KLM

Post von KLM und Lufthansa …

DAS IST POST, DIE AIRLINES BEFÖRDERN, DIE ZUM ERSTEN MAL AUF MALLORCA LANDEN – von den verschiedensten Orten! Meine Briefe stammen von der Lufthansa und der KLM, der deutsche wurde am 5. April 1963 für die Strecke Palma-Frankfurt verausgabt, der niederländische am 20. April 1956 für die Premiere von Amsterdam nach Palma. Es wurden sogar die Flugnummern auf den Kuverts vermerkt, sie sind interessant frankiert und gestempelt, in erstklassigem Zustand und ich möchte für die Beiden 8 Euro haben.

 

 

 

MI MUSEU: Der Madonnen-Kasten …

Eine erstklassige religiöse Kuriosität …

ES IST EIN GEWALTIGES SCHAU-OBJEKT AUS HOLZ, STUCK, PAPIER UND GLAS, misst 81 x 61 cm und ist 1o cm tief. Innen ist Mallorca als Relief mit all seinen Hügeln und Bergen dargestellt (und ein prachtvolles spanisches Wappen gibt’s auch noch) und es stecken 31 Fähnchen in der plastischen Landkarte: für jede Madonna eins. Denn so viele Marienheiligtümer hat die Insel, und auf dem Glas sind sie rundherum alle abgebildet mit ihrem Namen in schwarzweißen Zeichnungen! Ich habe den Madonnen-Kasten bei einem Trödler in Campos gefunden und er war nicht billig: Umgerechnet 200 Euro verlangte er, auf 100 haben wir uns dann geeinigt bei einem Palo. Jetzt hängt das Ding in meinem Studio und ich kann mich nicht entscheiden, welche Madonna die hübscheste ist …

Zum Sammeln! Die Barcelo-Flaschen …

Alle mit Etiketten von Miquel Marcelo …
… mit gebrannten Augen …
… und mit Fisch und Teufel

SIE WURDEN ALLE AUSGE- TRUNKEN – und oben auf einem Gläserschrank gesammelt: Diese sechs Weinfla- schen mit den herrlichen Etiketten von Miquel Barceló. Alle unterschiedlich, und die eine – die mit dem Augen- paar auf braunem Packpapier – hat er in Papier gebrannt. Sonst erkennt man seine „Faust“- und „Göttliche Komödie“-Illustrationen wieder, die Teufel, die Monster, die Stiere, und sogar die Fische in seiner Kathedralen-Kapelle. Der Maler aus Felanitx lässt sich also auch in Form von Weinetiketten sammeln, aber der Wirt der Kneipe, in der der Schrank stand, war nicht bereit, sie mir zu überlassen – er weiß, was er da hat!

MI MUSEU: Der Burwitz-Teller

MEIN FREUND NILS IST EINE ART MIDAS, was er anpackt wird zu Gold, aber der Unterschied zum ollen König der Phrygier ist, das er dabei nicht verhungert. Ich sammle von ihm, was ich mir leisten kann, und manchmal geraten auch Geschenke in meinen Besitz. Wie dieser schwere, repräsentative Ramon Llull-Teller von 30 cm Durchmesser, den Burwitz vor ein paar Jahren für eine Vernissage im Hotel „Son Vida Castillo“ geschaffen hat. Er ist eine Hommage an das philosophische Rechengenie aus Mallorca, dem es im 13./14. Jahrhundert auch gelungen war, so etwas wie den ersten Computer zu erdenken. Das Porzellan wurde natürlich nur in einer limitierten Auflage produziert und ich meine, dass es keinen öffentlichen Preis dafür gibt, weil keiner ihn verkaufen möchte.