Schiffe

Wer sich für Schiffe interessiert …

… WIRD BEIM „MAJORCA DAILY BULLETIN“ BESSER BEDIENT! Das ist die englischsprachige Inselzeitung, sie kostet 1.20 Euro und liefert auf einer ganzen Seite die Detaildaten aller einlaufenden Kreuzfahrer, meist mit Foto: Baukosten, Baujahr, Länge, Passagiere, Crew, Besitzer, Uhrzeiten usw. Da kann man herrlich schmökern, vor allem das Mengenverhältnis von Mannschaft zu Passagieren vergleichen – und auf der Terrasse oder dem Balkon sitzend, die vorbeiziehenden Dampfer identifizieren. Die Briten sind eben immer noch eine seefahrende Nation …

Schiff ahoi! Besen gehisst …

Eine Seefahrt, die ist (auch auf Mallorca) lustig …

EIN KLEINES NAUTISCHES STILLLEBEN, KANN RUHIG AUCH MAL SEIN! Entdeckt habe ich es im Hafen von Portocristo: Da hat ein ein sehr reinlicher Kapitän, so wirkt es, seine kleine Yacht an der Mole vertäut und nach getaner Arbeit seine drei Besen am Mast aufgepflanzt. Dekoriert mit der spanischen Flagge und zwei Balearen-Wimpeln. Ein Besen ist ein Feudel und die beiden anderen dienen wohl, so unterschiedlich wie sie sind, dem trockenen und nassen Putzen. wenn der Capitano ausläuft, wird er seine Escobillas sicher unter Deck verstauen, nehme ich an, denn sonst wäre ihm der Spott der anderen Boatpeople gewiss!

 

 

 

 

Alle loben dieses Schiff

So sieht die neue Fähre von Südfrankreich nach Alcudia aus …

ES IST DIE VON TOULON NACH ALCUDIA. Sie sei fast genauso schnell wie die von Barcelona nach Palma und wesentlich angenehmer, weil es viel mehr Kabinenauswahl gebe. Sie verfüge über 4 ausgezeichnete und preiswerte Restaurants, man könne seinen Hunde überall mitnehmen, die Mannschaft sei von ausgesuchter Höflichkeit, und das Beste: Sie sei mit rund 190 Euro (für eine Strecke) auch noch wesentlich billiger! Franzosen betreiben den Fährverkehr, mit dem man um 19 Uhr in Toulon startet und um 6 Uhr in Alcudia ankommt. Ein Freund sagte sogar: „Du wirst direkt von der Autobahn problemlos zum Schiff geführt – jetzt erinnere Dich mal an das Tohuwabohu im Hafen von Barcelona!“ Ich hab‘ die neue Verbindung noch nicht ausprobiert, weil ich ein Auto auf der Insel habe. Aber ich verlass‘ mich auf die Meinung erfahrener Reisender, deren positive Stimmen sich auffallend mehren. Es scheint, dass sich die Spanier warm anziehen müssen …

Gucken im Port von Portocolom!

Ein moderner Wikinger hat an der Mole festgemacht …

DA LIEGT* DER NORWEGISCHE ZWEIMASTER „TOFTEVAAG“, 1910 gebaut auf der Insel Halsnöy im Hardanger Fjord. Eigentlich diente er dem Fischfang und war ein Frachter, 1989 wurde er restauriert und so (unsichtbar) umgebaut, dass es fortan für wissenschaftliche Expeditionen geeignet war. Ein sehenswertes Schiff mit einem freundlichen Wikinger an Bord, und wer noch nie einen über 100 Jahre alten Windjammer gesehen hat, kann hier an der Portocolom-Mole ganz nah rantreten – und vielleicht sogar an Bord gehen. In jedem Fall ein Ausflug mit einem lohenden Ziel für große und kleine Seebären, die sich eine romantische Ader erhalten haben …

* Es ist unklar, wie lange die „Toftevaag“ im Hafen bleibt, sicher noch ein paar Tage, wenn nicht Wochen. Dann fährt sie auf Expedition rund um Cabrera

Neuigkeiten aus dem Hafen von Portocolom

Die Mole jetzt (l.) und die geplante Mole …

ER SOLL EINE NEUE MOLE BEKOMMEN, 15 bis 20 m bauen sie an. Die alte, gegenüber der hübschen Altstadt, ist zu klein geworden und mit einer langen Mole kann man mehr Geld verdienen. Noch ist alles in der Planung, es könnte sogar bis 2023 dauern, aber die Pläne liegen vor, wie man sieht, und Platz ist genügend vorhanden. Wen interessiert’s? Die Boatpeople, die nautischen Ausflügler und die Spaziergänger – sie können dann viel weiter ins Meer vordringen!

Ein bisschen nutzlose Nostalgie …

Der Roman als Taschenbuch

SOWAS IST DOCH AUCH MAL HÜBSCH! Da entdeckte ich einen Prospekt aus dem Jahr 1889, in dem Portocristo und Portocolom (die damals beide zu Manacor gehörten, und Portocolom noch mit -n geschrieben) noch bedeutende Häfen der internationalen Dampfschifffahrt waren. Wöchentlich verkehrten die „Hernestina“ und die „Victoria“ zwischen den beiden Insel-Orten und der südfranzösischen Stadt Sete („Cette“ oder „Seta“ genannt) und legten auf ihrer Route in Palma und Barcelona an. Kurios? Ja, denn keiner weiß das mehr, und Dampfschiffe laufen auf Mallorca heute nur noch Palma und Alcudia an (in Gestalt von Kreuzfahrern, Fähren und Frachtern). Die Verbindung scheint damals jedoch so populär gewesen zu sein, dass der berühmte Schriftsteller Jules Verne seine Helden in „Clovis Dardentor“, dem einzigen seiner Romane, der auf Mallorca spielt, in Sete an Bord gehen lässt für die Fahrt nach Palma! Übrigens ein Buch, das in keiner Finca-Bibliothek fehlen sollte, zudem ist es witzig mit Stichen illustriert …

 

 

Hunderte von Schiffen sind gestrandet!

Weit weg vom Meer auf dem Trockenen warten sie auf Interessenten ..
… und an anderer Stelle auch – mitten im Land!

ES IST NUN NICHT SO, dass mehr Schiffe an Land liegen als im Meer. Nein, das nicht. Aber es sind viele Hundert, die aufgebockt auf dem Trockenen, und oft weit von der Küste entfernt, auf Käufer warten. Vom Schlauchboot über traditionelle Llauts bis zu Motoryachten von 30 m Länge (größere habe ich wohl noch nicht gesehen). Jeder, der durch Mallorca fährt, hat diese Häfen ohne Wasser (aber auch „Marina“ genannt) schon mal gesehen und sich gewundert. Ich begriff: Es ist billiger, schonender und praktischer, die gebrauchten Boote nicht schwimmend vorzuführen, sondern auch von unten betrachtbar und dorthin abtransportierbar, wo man seinen nautischen Fund haben möchte. Man wundert sich nur, was für Riesenpötte da oft rumstehen, wie wurden die aus dem Meer gehievt und an ihren staubigen Liegeplatz transportiert? Aber mit gutem Willen geht auf der Insel alles und laut den von mir befragten Experten, ist Mallorca tatsächlich der weltgrößte Markt für Secondhand-Boote, größer noch als Florida oder Sardinien. Dann wundere ich mich, wieso ich noch keins habe …

Mit den Fischern raus aufs Meer …

Das schicke Logo …
… und eine typische Morgenszene auf dem Meer

DIE MÖGLICHKEIT GIBT ES JETZT – und ich weiß, wie man auf ein Boot kommt, und was es kostet! „Pescaturis- mo“ nennt sich das: „Fischereitourismus“. Man sollte das ausnützen, solange daraus nicht doofe Ausflugstouren werden, sondern man die Fischer echt begleitet, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen. Rund 40 von ihnen haben sich bisher bereit erklärt, das auf sich zu nehmen, um sich ein Zubrot zu verdienen, und unter Internet-Adresse  info@pescaturismomallorca.com findet man die Häfen, in denen sie ihre Boote liegen haben. Ruft man 622 347 389 an, kann man die Aus- flüge (Vorsicht: in aller Herrgotts- früh!) buchen. Billig ist das nicht, denn je auch Hafen werden ca. 85 bis 130 Euro pro Person verlangt (Kinder 50%). Aber andersherum gerechnet: Für ein paar Stunden auf dem erwachenden Meer mit einem echten Mallorkiner, einem blutroten Sonnenaufgang und frischem Fisch im Netz kann eigentlich kein Preis zu hoch sein …

Der Traum vom Trip mit einem Llaut …

Schiff ahoi …
… und die Preisliste

ES IST MÖGLICH, ABER ZIEMLICH TEUER: mindestens 170 Euro für 2 Personen und maximal 3 Stunden. Ein(e) Llaut ist das traditionelle Fischerboot auf Mallorca, bietet nicht unbedingt Yacht-Komfort, das soll es auch gar nicht, aber dafür knüppeldicke „Tuck-Tuck-Tuck-Authentizität“. So ein Boot liegt in Portocolom (an der Ostküste) und kann bis zu 6 Gäste aufnehmen. Nach deren Anzahl und nach der Dauer der Trips sind die Preise gestaffelt auf bis zu 375 Euro (für 6 Passagiere und 4 Stunden Fahrt, siehe Listen). Kontakt: info@llautmallorca.com, Telefon: 663 60 05 91. P. S.: Nun ist das nicht die einzige Vermietung auf der Insel, sowas gibt’s auch in einigen anderen Häfen, ich nenne die Llaut-Leute in Portocolom nur als sicheres Beispiel …

Wohl dem, der hoch oben wohnt …

So zog die „A“ des Oligarchen Melnitschenko an der Küste vorbei …
… von nah sieht sie so aus

… DER BEKOMMT AB UND ZU ERSTAUNLICHES ZU SEHEN! Ich wohne ziemlich hoch, so um die 212 m, was ja auf Mallorca himalayisch ist.

Und da zog gestern, ganz nah an der Küste, die 143 m lange, weiße und fast fensterlose Segelyacht „A“ des russischen Oligarchen Andrei Melnitschenko vorbei. Es ist eines der Wunderschiffe des US-Designers Philipp Starck, deren Segel um die 3 Masten gewickelt sind, die sie motorisiert setzen kann, und dann wirkt dieses Riesenboot wie eine aus Papier geschnittene chinesische Dschunke. Mehr wollte ich eigentlich nicht erzählen: Das Meer ist ein Panoptikum, da schwimmt allerhand Interessantes vorbei, und geschieht das nachts, dann geistern Lampions oder Lichterketten am Horizont entlang. Die „A“ schipperte in den Sonnenuntergang gen Palma, und wenn die Sonne auf eine Rundung traf, blitzte es auf, als habe sie eine Kanone abgefeuert …