Schöne alte Dinge

MI MUSEU: Vergoldete Schnitzereien …

Es stammt aus einer Kirche auf Mallorca …

MEINE MUTTER HAT DIESE BAROCKEN KLEINODE IN DEN 60er-JAHREN zu Dutzenden gekauft. Sie stammen aus Kirchen und Klöstern, sind alle aus Holz geschnitzt und gehörten zu religiösen Darstellungen rund um Heilige und Altäre. Sie variieren in der Größe, es gibt 40 x 20 cm große Panele (wie das, das ich hier zeige) und Arabesken von nur 10 x 5 cm. Insgesamt konnte Muttern an die 20 dieser Schnitzwerke erwerben (bei Trödlern auf der ganzen Insel, aber besonders fündig wurde sie seltsamerweise in Pollenca) und ich habe sie über den Türen angebracht, was besser aussieht, als es klingt …

MI MUSEU: Zwei alte Hausfrauen-Instrumente

Sie stammen von einem Bauernhof …

SIE STAMMEN VON EINEM BAUERNHOF IN MEINER NÄHE, die Dame des Hauses hat sie mir für einen denkbaren Händedruck überlassen. Ich hätte gerne auch die dazugehörigen Gefäße gekauft, aber sie waren verschwunden, zerbrochen wohl oder weggeworfen als nicht mehr benötigt. Die Stössel sind 22 cm hoch und schlicht, aber nützlich geschnitzt aus Oliven- oder Mandelholz und bei dem dunklen hat sich der Hersteller besondere Mühe gegeben mit dem gebauchtem Griff und einem Zäpfchen am Ende. Ihr Alter schätze ich auf – na, sagen wir – 50 bis 80 Jahre, sie sind gut erhalten und haben in der Küche nichts mehr verloren. Schnuppert man an ihnen, vermeint man, gewisse Gewürze zu erkennen, aber es ist wohl nur der ewige Duft des Baumes, aus dem sie stammen …

 

 

 

 

 

 

 

 

MI MUSEU: Ein seltsames Werkzeug …

Ein 40 cm langes Horn an einem Eisenring …

ICH WEISS NICHT, WOZU ES BENÜTZT WURDE – klar, in der Landwirtschaft! Aber wozu, erschließt sich mir nicht. Ich habe dieses 40 cm lange Gerät in meiner Nachbarschaft auf einem Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert entdeckt und der Campesino hat es mir geschenkt. Eine Art Dorn oder Spitzhacke, aber warum hängt es an einem schweren handgeschmiedeten Eisenring? Es besteht aus Horn, aber von welchem Tier? Doch nicht etwa von einem Myotragus! Denn wer auf Mallorca hatte ein so langes Gehörn? Der Bauer wusste auch nicht, wozu es gedient hatte – und je länger ich das Ding habe, desto wertvoller erscheint es mir.

Tolles Angebot unter falscher Nummer!

So ein Puppenhaus             ist es wohl …

ES IST FAST EINE TRAUERANZEIGE, wie da einer „schwe- ren Herzens“ ein „ex- klusives, handgefertig- tes Puppenhaus mit liebevollen Details“ – leider ohne Preisanga- be – anbietet. Un- glaubliche 2 m hoch und 1 m breit! Der Telefonnummer nach muss es irgendwo bei Son Servera stehen und als ich anrief, meldete sich ein nettes Ehepaar an der Costa de los Pinos, die keine Ahnung hatten, um was es geht, aber schon mehrere Neugierige am Apparat. Denn die in der Anzeige genannte Nummer ist die ihre, also falsch! Nun gut, da war ja noch ein WhatsApp-Kontakt in Deutschland angegeben – aber auf dem ging nie einer ran. Schade, dumm gelaufen, ich hätte das Puppenhaus gerne mal gesehen oder sogar gekauft …

Haben die Vandalen wirklich nichts hinterlassen?

Geiserich …
… Hilderich …
… Gunthamund

NICHTS, WOFÜR SICH ARCHÄOLOGEN INTERESSIEREN. Keine Bauten, oder wenigstens Ruinen, keine Steine mit Inschriften und noch nicht mal ein kleines Schmuckstück, den Rest eines Schwertes oder die Scherben eines Tontöpfchens. Zumindest nichts, was man ihnen eindeutig zuordnen könnte. Immerhin dauerte ihre Besetzung der Insel 79 Jahre, von 465 bis 534, sie waren Germanen und Christen, da müsste es doch Reste eines Sakralbaus geben. Ja, hofft man, gefunden wurde bisher nicht mal eine Spur. Nun ja, es mag da ein paar vandalische Sprachbrocken im Mallorquinischen geben, z. B. „Jac“ for Jacke. Aber darüber streiten die Experten noch. Und doch: Man fand Münzen! Ganz wenige nur, und selbst der Top-Profi des Insel-Münzwesens, Emilio Trilla in Palma (Kiosk Nr. 13 auf der Rambla), hat kein Geldstück auf Lager, das auf Mallorca gefunden wurde. „Nur Münzen aus Karthago“, das war die Hauptstadt des Vadalenreiches. Ich wollte eine „einheimische Münze“ kaufen und Vandalen-Geld ist nicht mal soooo teuer – zwischen 50 und 800 Euro. je nach Material und Zustand. Aber wie Trilla schon sagte: Alle nicht aus Mallorca …

P. S.: Die drei Könige, die auf den Münzen zu sehen sind, herrschten über Mallorca! Dieses Geld könnte noch in der Erde stecken …

MI MUSEU: Eine 250 Jahre alte Kachel …

Ein kostbares Einzelstück …

MANCHMAL LIEGEN SIE EINFACH RUM auf Flohmärkten und in Trödelläden – und man erkennt sie zwischen all dem neueren Zeug oft nur an den Klammern, die ein früherer Sammler angebracht hat: die herrlichen alten Kacheln. Eine wie diese, die aus dem 18. Jahrhundert stammt, auf der eine Birne abgebildet ist und die hinten eine Art Punze der Brennerei trägt. Ein Freund hat sie auf dem Rastro in Santanyi entdeckt und sie kostete nur 3 Euro. Jetzt hängt sie in meiner Entrada an der Wand und grüßt die Gäste. Eine noble Aufgabe für ein derart alte mallorkinische Antiquität …

 

 

 

SE VENDE: Ein altes Kohlebecken aus Kupfer

MEINE ELTERN HABEN DIESE FEINE METALL- ARBEIT UM 1965 GEFUN- DEN, in irgendeinem Trödelladen in Palma, und lange Jahre gehütet als Schatz, aufgehängt an einer Wand in der Küche. Ob es wirklich ein Kohlenbecken ist, weiß ich nicht mal so genau, wenn ich mir die drei Lochkreise so betrachte. Der Durchmesser beträgt 28 cm und es ist 4 cm hoch. Man erkennt die kunstvolle Schmuckritzung (ein Blütenbäumchen) und alles in allem ist dieses Becken eine bemerkenswerte Handwerkskunst. Das Alter? Möglicherweise 100 und mehr Jahre. Ich möchte 25 Euro dafür haben …

 

 

 

 

SE VENDE: Eine Schmuckblume aus Metall

Das ist die antike Brosche …

SIE LAG AUF EINEM FLOHMARKT-TISCH IN CONSELL, lachte mich an, kostete wenig und ich nahm sie mit. Woran diese Brosche einst befestigt war, weiß ich nicht, das Material scheint mir Silber, Zink oder Zinn zu sein, die Blüte ist wunderhübsch und filigran in drei Lagen gearbeitet, in mallorkinischer Handarbeit, sie ist offensichtlich ziemlich alt und so schwer, wie sie aussieht. Befestigt wird sie mit einer Art Dorn-Spirale und sie ist etwa 2 cm hoch. Ich möchte 4 Euro dafür haben …

 

 

 

 

MI MUSEU: Die alte Druckplatte …

Hiervon wurden Plakate gedruckt …

SIE ZEIGT DIE PLAYA DE PALMA, ist aus dem Jahr 1965, misst 63 x 55 cm und ist aus graviertem Zink. Die Bucht war damals noch ein Idyll und mit der Platte wurden Werbeplakate für den Mallorca-Tourismus hergestellt. Man kann sie aber auch im Original als bildliche Dekoration verwenden und ich habe sie in meiner Garage aufgehängt. Der legendäre Don Antonio im „Basar del Libero“ an der Plaza Eulalia in Palma hat sie mir 1983 verkauft und sie kostete mich, er hatte gerade einen milden Moment, nur umgerechnet 6 Euro. Obwohl ich glaube, dass es sich um ein Unikat handelt, und sollte es jemals ein Museum des Insel-Tourismus geben (was ich trotz aller Anstrengungen bezweifle), werde ich die über ein halbes Jahrhundert alte Platte spenden …

 

 

 

 

 

Ich war im Siphon-Paradies …

Zwei „Haus“-Flaschen …
… und die Ausstellung …
… der anderen Flaschen rundherum auf Regalen

ES IST DIE WEINHAND- LUNG „CAN RAMIS“ IN FELANITX. 1919 gegründet als Sprudel-Fabrikation, immer in der gleichen Familie und jetzt einer der wenigen Orte, wo man sich Wein vom Fass abfüllen kann. Im Verkaufsraum haben die Ramis Hunderte von Siphon-Flaschen gesammelt und hübsch ausgestellt. Mit graviertem Glas, Plastik- und Metall-Mäntelchen, mehreren Arten von Verschlüssen und in erstaunlich vielen Farben. Dazu die antiken Plakate und andere Werbeartikel. Das ist ein kleines Museum in der calle Convent, 39-41, in dem es (inzwischen) auch Weine, Wermut, andere Schnäpse und viele Kaffeesorten (auch Nespresso-Kapseln) gibt. Und in den letzten Wochen hat ein Künstler die Familiengeschichte an die Fassade gepinselt, mit dem Gründer als überlebensgroßem jungen Mann! Fazit: Ein Besuch lohnt immer, und wer nur die Siphon-Flaschen betrachten möchte, ist auch herzlich willkommen …