Schöne alte Dinge

EIN SCHUH namens MAJORCA …

Eine dramatische Werbung …

ICH FAND DIESE WERBUNG IN EINER ALTEN US-ZEITSCHRIFT – und sie erheiterte mich! Heißt es doch: „Lauf in Mallorca“ – auf Amerikanisch! Und da wird von der „lazy island“ gesprochen, und dass dort viele Ziegen leben, und dass man aus der Haut der mallorkinischen Zicklein herrliches Leder machen kann – und dass das exklusiv verwendet wird für besonders noble Herren-Halbschuhe mit Namen „Majorca“! Die Werbung stammt aus den 40er-Jahren und von der Firma Johnston & Murphy in Nashville (Tennessee). Sie haben zum Schuh auch eine romantische Küstenlandschaft mit Segelboot abgebildet und zwei Palmen, die einen dramatischen Sonnenaufgang umrahmen. Johnston & Murphy gibt es heute noch, aber den Schuh namens „Majorca“ nicht mehr (ich habe mich erkundigt). Also war der Ruhm unserer Insel bereits vor 80 Jahren bis ins tiefe amerikanische Hinterland gedrungen, nur ist unklar, ob die Firma diese Schuhe auf Mallorca fertigen ließen oder nur das Leder importierten. Übrigens: „Majorca“ gab’s in Schwarz und Braun und das Paar kostete 37.50 US-$, was damals ziemlich teuer war. Soviel dürfte dieses feine grafische Sammlerstück auch wert sein …

SE VENDE Ein wunderbarer Scheck von 1906

Ein Scheck, der mit den Jahrzehnten zu einer Grafik wurde …

DAS IST WAS FÜR SAMMLER VON BANKBELEGEN – und ich trenne mich ungern davon: Ein mit 28,2 cm sehr breiter Scheck über 100 Pesetas, ausgestellt am 11. Oktober 1906 in Mahon (Menorca). Mit einem hübschen Kupferstich-Merkur, einer eingestanzten roten Steuermarke und vielen verschnörkelten Unterschriften auf der Vorderseite- und Rückseite. Wenn man so will, ist das eine dekorative Grafik, durchaus vorstellbar gerahmt und hinter Glas an einer Finca-Wand. Ich würde gern 15 Euro haben für dieses hervorragend erhaltene Stück Papier …

MI MUSEU Diesmal: Eine alte Bauernglocke

Auch das ist bäuerliche Kunst …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Eine alte, rustikale Holzglocke. Sie ist aus einem Stück geschnitzt, 22 cm hoch, hat zwei Holzklöppel und einen satten tiefen Ton. Ich habe sie bei einem Bauern in der Scheune entdeckt und konnte sie ihm für 10 Euro abschwatzen. Sie war noch im Gebrauch, ein Muli hat sie getragen, und ich denke, dass sie 100 Jahre alt sein könnte. Er glaubt sich zu erinnern, dass sein Großvater sie selbst angefertigt hat … 

Mandelmilch ist was Besonderes …

Ein wunderbarer Hinweis …

… VOR ALLEM, WENN SIE NICHT INDUSTRIELL HERGESTELLT UND IMPORTIERT WIRD! Daran wurde ich erinnert, als ich an einerm Gehöft vorbeifuhr und dieses Schild im Fenster sah: Tenemos leche de almendras! Hier wird sie noch frisch gepresst und, sozusagen, schlückchenweise verkauft. Zu welchem Preis konnte ich nicht herausfinden, da die Bewohner gerade nicht da waren. Das ist ja auch egal: Mir genügt es, dass die Mandelmilch immer noch „privat“ und auf die antike Art hergestellt wird (meine Frau besorgt sie sich seit jeher und kocht damit). Und damit ist eine weitere, uralte Sitte noch nicht ausgestorben – halleluja …

 

 

 

Wir waren mal ein Dreschgerät …

Gesehen auf einer Terrasse …
… als Paar, das ein Dach trägt

DAS KÖNNTEN DIESE BEIDEN SÄULEN SAGEN, wenn sie laut sprechen könnten. Leise tun sie’s, drücken aus, wie schön sie sind, und wie sie sich freuen, nicht mehr im Kreis über die Erde gezogen zu werden, sondern aufrecht und stolz auf einer Terrasse das Dach zu tragen! Denn diese Säulen waren mal aus Kalkstein gehauene Dreschgeräte, an einem Ende schmal, am anderen Ende breit, die im Profil aussehen wie Sterne; sie wurden über Getreide gezogen und ihre scharfen Kanten prügelten die Körner aus den Ähren. Dafür steckten sie in einem Holzrahmen, der meist verlorengegangen ist auf den Bauernhöfen, da man diese Eggen seit Jahren nicht mehr benützt. Meine Familie hat sie seit 1960 immer wieder gekauft, um sie als Säulen in unsere Finca einzubauen – und mittlerweile hat sich dieses Recycling-Design derart herumgesprochen, dass man es an vielen Villen findet.

 

 

 

… und die Seligen vernehmen seinen Gesang! Kapitel 2

… mit Liedern von Frau Schubert
So sieht die CD aus …

(Fortsetzung von Kapitel 1) … DEN VON FRANZ SAILER, KELIM-KÖNIG von SANTANYI! Denn eigentlich ist er ausgebildeter Opernsänger, mit einer glasklaren Tenor- stimme, die auch im Alter kaum etwas von ihrem Schmelz verloren hat. Und wer meinen Rat befolgt und zu ihm eilt nach Santanyi (carrer de Bispe Verger, 6), da er sein Geschäft schließt und einen sensationellen Schlussverkauf von Boden-, Wand- und Raumschmuck anbietet – der kann ihn hören, wie er singt! Man muss Sailer nur bitten, die CD mit seinen Schubert-Liedern einzulegen und über das Soundsystem seines Palais zu jagen! Dann wird der Teppichladen zum Konzertsaal und anschließend kann man neben den Rabatt-Kelims auch noch die CD kaufen (für 10 Euro). Die in eine besondere Sammelbüchse gesteckt werden: für den Tierschutz auf Mallorca! 

MI MUSEU Diesmal: Alte Garnrollen von Bujosa

Der alte Bujosa hat sie mir geschenkt …

ICH HABE MIR EINE PRIVATE KUNSTSAMMLUNG ZUGELEGT, und jede Woche werde ich (solange der Bestand reicht), ein Stück vorstellen. Um Mut zu machen, denn es werden z. B. Hunderte von Mallorca-Gemälden von Malern aus mindestens 20 Ländern angeboten: Zeitgenossen und Alte Meister, Abscheuliche und Großartige, Kleine und Große. Aber ich kaufe nach einer strengen Regel: Kein Kunstwerk darf mehr als 100 Euro kosten und alle müssen ein Insel-Sujet zeigen! Das beherzige ich seit rund 20 Jahren und habe eine Sammlung von fast 200 Exemplaren zusammengebracht, meist Öl auf Leinwand, von Malern aus Deutschland, Spanien, Schweden, Dänemark, England, Frankreich, Irland u.v.a.. Jeder kann so eine Kollektion formen, die Preise haben zwar  seit 2010 gewaltig angezogen, aber man findet immer noch Schnäppchen, man muss nur suchen im Internet und auf Flohmärkten. Diesmal zeige ich: Drei Garnrollen mit ihren Spulen, sicher 100 Jahre alt, aus der berühmten Weberei Bujosa in Santa Maria del Cami. Der legendäre Seniorchef hat sie mir 1975 aus seiner eigenen Sammlung geschenkt und ich halte sie seitdem in Ehren. Bujosa ist die Handweberei, die die herrlichen Mallorca-Stoffe aus Leinen in den typischen „Zungen“-Mustern herstellt – als letzter Betrieb seiner Art! 

Entdeckt: Der alte Spieltisch!

So sehen die Tische aus …

WAS FÜR EIN WUNDERBARES MALLORKINISCHES MÖBEL! Edles Holz, geschwungene Form, quadratisch und an jeder Ecke ist eine kleine Wanne aus Messing eingelassen – ein Tisch für Kartenspieler. Und in die Messingwanne haben sie ihre Zigarren oder Zigaretten abgelegt, und jetzt, da nicht mehr geraucht werden darf, deponieren sie die Münzen dort. Ich habe mehrere dieser an die 100 Jahre alten Tische in Café Can Moix in Felanitx (Carter des Horts, 67)* entdeckt (und dazu auch noch ein paar der passenden alten Sessel), da werden sie täglich von den Cent-Zocken benützt, und ich überlege, ob ich dem Wirt frage, ob er mir einen der Tische, die wohl aus Eichenholz sind, verkauft, denn es sind erstklassige, weil sinnvolle Antiquitäten und Schmuckstücke im Salon jeder Privatfinca.

* Es ist übrigens eine total unterschätzte Kneipe, denn – im Internet-Auftritt des Cafés findet man dafür die Fotobelege – hier wird das umfangreichste und delikateste Tapas-Büffet im Umkreis von 50 km serviert, und das auch noch in einem Ambiente ohne grauenvolle Renovierung – es ist fast noch im Jugendstil-Original erhalten …

Ein Narr, der jetzt nicht zugreift … – Kapitel 1

Das Kelim-Palais in Santanyi …
… einige seiner Prachtstücke …
… und das Ehepaar Sailer

… BEI FRANZ SAILER, dem KELIM-KÖNIG von SANTANYI! Er gibt sein Geschäft auf, darüber habe ich als Erster berichtet, und jetzt ist Schlussverkauf. Da er eher ein Museum führt als ein Teppichgeschäft, kann man Kostbarkeiten erwerben die man sich sonst kaum leisten könnte oder wollte. Bis zu 50 % Rabatt sind drin bei seinen Kelims und Teppichen, Decken und Kunstwerken. Und jeder, der noch Platz hat an seinen Wänden und auf seinem Fußboden, sollte sich aufmachen in den carrer de Bispe Verger, 6, in Santanyi, und sich sputen, denn bald ist diese österreichische  Ali Baba-Höhle dicht .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer hat das Paket geklaut?

Der Postbeleg aus Manacor …
… ein Feuerzeug …
… und 2 Fischer …
… aus China

ICH HABE IMMER WIEDER VON SO EINEM FALL GEHÖRT, habe aber nicht geglaubt, dass mir das passieren könnte! Dass ein Paket zwischen Manacor und München spurlos verschwindet! 2,5 Kilo schwer, mit Klamotten, zwei Pozellanfiguren und drei antiken, nicht mehr funktionierenden und deshalb leeren je 20 cm großen Tischfeuerzeugen aus Metall. Aufgegeben am 19. November um 11:24 Uhr auf der Post in Manacor – und bis heute verschwunden! Trotz aller Belege. Versandkosten: rund 20 Euro! Erst hat die Correo in Spanien gesucht, dann die Deutsche Post in der Bundesrepublik. Ergebnis: null! Seit 2 1/2 Monaten bleibt das Paket verschwunden und das auf dem Postweg. Wer hat es geklaut? Ein Spanier oder ein Deutscher? Keiner weiß es. Es hat wohl Mallorca verlassen, kam aufs Festland (das habe ich per Telefon recherchiert) und … – jetzt schiebt es eine Post auf die andere. Ich hätte das Paket gerne, schon weil die Porzellanfiguren und Feuerzeuge antike Stücke sind (man betrachte sich nur die Fotos!). Und wie lange darf etwas verschwunden sein, ehe einer zugibt: Das kriegen Sie nie wieder, sorry, Totalverlust! 1200  km sind es nur von Mallorca nach Deutschland, und ich Schlaumeier wollte die Sachen per Post nach Hause bringen, um mich nicht beim Fliegen mit Gepäck (und vielleicht verdächtigen Riesen-Feuerzeugen) zu beschweren … P. S: Gestern hatte ich eine Nachricht im Briefkasten – ich kann mir bei der Post 98.11 Euro abholen für das Paket, die Correo entschädigt mich. Wie sie auf diesen Betrag kommen, ist mir schleierhaft, aber ich hab mir das Geld vorsichtshalber schnell geholt!