Sehenswürdigkeiten

Viel mehr auf die Balkons achten!

Wieviele sind’s allein hier? Mindestens 9 …
Das Buch der Balkone

ICH KENNE KEINE STADT, DIE SO VIELE HAT – und in derartig unterschiedlichen  Varianten! Es muss eine Zeit gegeben haben, da man ungern auf die Straße ging und auf diese Weise am Leben in den Gassen teilnahm. An den „Miradors“ genannten Balkonen kann man auch erkennen, wie alt ein Haus ist – und die ältesten stammen aus dem 17. Jh. Die Balkone sind nie sehr tief, aber oft sehr breit, total verglast und meist etagenhoch. Da passt selten ein Sessel rein und heute dienen sie mehr als schmaler Wintergarten oder Abstellkammer. Dennoch lohnt sich ein Balkonblick beim Rundgang durch Palma immer und es gibt sogar ein hübsches Büchlein von 1989, das man immer noch bei Amazon oder Ebay bestellen kann: „Els Miradors en l’Arquitectura de Palma“ von Mercedes Gambus und Sebastia Mas.

 

 

 

 

 

4 Minuten Wagner für 2 Euro …

Der Sant Salvador von oben …
… das schlichte Kästchen …
… und die versteckte Erklärung

IN DER WALL- FAHRTS- KIRCHE AUF DEM SANT SALVADOR BEI FELANITX hängt ein unschein- bares Kästchen, das man für eine elektrische Installation halten kann und an dem deshalb 99,9 % der Besucher vorbeigehen. Dabei ist es ein Zauberkästchen, allerdings ohne Hinweis – nahezu geheim: Wer 2 Euro-Münzen einwirft, erlebt ein optisches und akustisches Schauspiel. Lichtspiele flammen auf im Kirchenschiff und rund um den Hochaltar und donnernd ertönt 4 Minuten lang der Pilgerchor aus Richard Wagners „Tannhäuser“. Das ist toll und mit 2 Euro nicht überbezahlt. Die Besucher sind begeistert, wenn einer das spendiert und ich rate jedem, es auch zu tun. – Ob’s so etwas auch in anderen Kirchen auf Mallorca gibt?

Schon mal gesehen, wie die Ur-Mallorkiner wohnten?

Die Archäologen stellen sich das vor nach dem, was sie ausgebuddelt haben …

ICH MEINE JENE, DIE UM MINDESTENS 1200 VOR CHRISTUS LEBTEN. Die unchristlichen Ureinwohner, die das Steinschleudern zur Kriegskunst gestalteten und in den Steinbauten ihrer Talayots und Navetas hausten. Es war ein hartes Leben, ohne Rad, aber mit Feuer. Mit Ackerbau und Viehzucht, und allmählich entwickelten sie Komfort: Ihre Bauten wurden einstöckig, sie gruben Brunnen, die ersten schlichten Möbel wurden entwickelt – und das alles kann man mit ein bisschen Phantasie in Closos C’an Gaya besichtigen, einer fast vergessenen, viele 1000 Jahre alten Siedlung am Ortsausgang von Portocolom in Richtung Golfklub Vall d’Or, direkt rechts an der Straße. Hier wird dauernd gebuddelt von Archäologen und sie haben veranlasst, dass auf Tafeln ausführliche Texte mit Illustrationen auch auf Deutsch zu finden sind.

Es passiert nicht nur in der Kathedrale …

So sieht die kleine Madonna dann aus …

… SONDERN AUCH HOCH DROBEN AUF DEM SANT SALVADOR BEI FELANITX! Dass an einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Minute, eine Fensterrosette von der Sonne so haargenau in eine Kirche geworfen wird, so dass sie als glitzernde Spiegelung auf einer Wand erscheint. Auf dem Sant Salvador hüllt der Lichterkreis die schöne alte (wenn auch kleine) Madonna vollständig ein – und einen Tag später bildet er (nur) die leuchtende Krone der Muttergottes. 2018 geschieht das Ereignis Nr. 1 am Dienstag, 30. Oktober, um 8.17 Uhr, und das Ereignis Nr. 2 am Mittwoch, 31. Oktober, um 8.16 Uhr. Die Zeiten verändern sich natürlich von Jahr zu Jahr, aber sie werden minutengenau bekanntgegeben in der auf Mallorquinisch erscheinenden Lokalzeitung, man kann aber im Rathaus oder oben im Kloster nachfragen. Nun ja, die Erscheinungen des Sonnenfensters sind eh abhängig von einem wolkenklaren Himmel. Oder wie wie es so schön auf Mallorquinisch heißt: „… amb permis de la climatologia.“

An der Hand von Frau Flohr …

Frau Flor und ich in der Nähe von Alaro

ICH BEKENNE, DASS ICH WENIG DAZU SAGEN KANN, ich habe so einen Ausflug noch nicht mitgemacht – und auch keiner meiner Bekannten und Informanten. Ich kann nur berichten, dass Ingrid Flohr, eine deutsche Kunstexpertin und ehemalige Galeristin mit Basis in Santanyi, solche Exkursionen neuerdings veranstaltet: Atelierbesuche, Palma-Touren, Museumsführungen sowie kulturelle  Veranstaltungen nach Maß. So etwas finde ich außerordentlich wünschenswert in der viel zu häufig unter Ausländern zur Wüste geratenen Kulturlandschaft Mallorca. Aber wie gesagt: Ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, muss jeder selbst herausfinden. Um ein Beispiel zu geben: Für eine Wanderung durch das Rolf Schaffner-Museum und den Skulpturenpark in Santanyi, die zwei bis drei Stunden dauert, berechnet Frau Flohr bei einer mindestens fünfköpfigen Gruppe 10 Euro pro Person. Das ist wirklich nicht zu hoch gegriffen. Kontakt: galeriaflohr@gmx.net und (0034) 690 12 

Vergesst das Can Prunera nicht …

Der Palast von Außen …
… einer der prachtvollen Säle …
… und hier liegt „Can Prunera“

… WENN MAN SOWIESO MIT DEM BÄHNLI NACH SOLLER + PORT ZOCKELT! Das ist das offizielle Jugendstil-Museum, denn in Soller haben die aus Frankreich zurückkehrenden Gastarbeiter den „Modernismo“ erfunden, und hier feiert die mallorkinische Variante dieses Kunststils ein Festival der Sinne. Aber das „Can Prunera“ ist mehr: 1. Ein prachtvoller, voll eingerichteter Palast, 2. Ein bemerkenswertes Museum moderner Kunst, und 3. Eine interessante Galerie mit wechselnden Ausstellungen junger Künstler, die nach den Vernissagen meist in höchste preisliche Sphären entschweben. Zudem kostet der Eintritt nur lächerliche 5 Euro, da stimmt das Preis-Leistungsverhältnis! Öffnungszeiten: 1. 11. – 28. 2. 10:30 bis 18 Uhr, 1. 3. – 31.10. 10:30 bis 18:30 Uhr.

Bunker, Bootsschuppen – oder was?

Es sind natürliche Kühlhäuser für Langusten …

NEIN, LANGUSTENHÄUSER, von den Mallorkinern „Viveros“ genannt! Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert, wurden von Fischern erbaut und nur wenige haben sich erhalten an den Küsten. Aber zwei stehen ziemlich komplett zwischen dem Hafen von Cala Ratjada und der Cala Gat, fast im Meer und mit einem Türchen und mehreren Luftlöchern versehen. Es waren, wenn man so will, natürliche Kühlhäuser, in denen die Langusten, der kostbarste Fang, in Seewasserbecken „gelagert“ wurden, sicher vor Dieben und immer frisch. Erst in diesem Jahr begriffen die Gemeinden, die noch einen „Vivero“ besitzen, dass sie damit einen historischen Schatz haben und gingen an die Bewahrung, samt – so ist es geplant – Beschriftung für die Touristen.

Psst – ein geheimer Bau von Joern Utzon!

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Jörn Utzon
Die Oper in Sydney

ER LIEGT LINKS AN DER STRASSE PORTOCRISTO-CALA MILLOR und sieht im wahrsten Sinne des Wortes „phantastisch“ aus. Wie ein galaktischer Bahnhof für Raumschiffe. Oder der unter LSD-Einfluss entworfene Palast von Harun al-Raschid. Es sollte Mallorcas aufsehenserregenste Diskothek werden und der wagemutige Unternehmer konnte den dänischen Architekten Jörn Utzon, Erbauer der Oper von Sydney, überreden, ihm das Fantasy-Gebäude zu zeichnen. Das weiß kaum einer, Utzon-Fans aus aller Welt pilgern zu seinem Wohnhaus in Porto Pedro – völlig zurecht, aber eigentlich müssten sie sich auch „Draah“ anschauen, das war der ursprüngliche Name der Discothek. Die nicht lange nach der Eröffnung geschlossen wurde, weil wesentliche Dokumente fehlten, auf die das Bauamt der zuständigen Gemeinde nicht verzichten konnte. Heute hat sich in einem Anbau ein Restaurant eingenistet und der Utzon-Bau insgesamt verfällt. Ein Jammer der Architekturgeschichte …

Buddler wieder bei der Arbeit!

Archäologen beim Buddeln in Can Gaia

AUCH WENN FUNDSTELLEN NOCH SO VERLASSEN AUSSEHEN – ab und zu kehren Archäologen zurück und buddeln weiter! So, als ob sie etwas vergessen haben. So passiert es gerade in der Talayot-Siedlung Closos de Can Gaia am Ortsausgang von Portocolom in Richtung Golfklub Vall d’O (direkt an der Straße rechts). Ende Juli haben die Forscher mit Hilfe von Freiwilligen damit begonnen und die Arbeiten werden sich bis weit in den August hinziehen. Was genau sie zu finden hoffen, ist mir nicht klar geworden, man spricht von „weiteren Erkenntnissen über die Lebensart unserer Vorfahren.“

Rabattmarken bei „Spar“ – da spart man wirklich!

4 x Rabatt auf Attraktionen …

WER JETZT BEI SPAR EINKAUFT, KÖNTE MIT WACHEN AUGEN EINEN STAPEL GUTSCHEINE ENTDECKEN! Ich bilde einen hier ab. Er besagt, dass man Rabatt bekommt, wenn man die Abschnitte im „Aqualand“ in El Arenal (4 Euro), im „Marineland“ in Costa d’en Planes (4 Euro), im „Waterpark“ in Magaluf (4 Euro) und in der Hams-Höhle in Portocristo (2 Euro + 50% für Kinder) an der Kasse vorzeigt. Das gilt für maimal 4 Erwachsene, allerdings ist kein Verfallsdatum angegeben. Nicht schlecht, das kann 16 Euro Ersparnis bedeuten – und dafür bekommt man in so manchem Laden zwei „Menu del Dia“. Übrigens: Hinten auf dem Gutschein sind auch noch die Anfahrtwege abgebildet, was für ein Service!