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Hier zahlen auch Kinder …

Das kuriose Schild …

ALS ICH NEULICH DURCH EIN STÄDTCHEN (im Insel-Inneren) FUHR (welches, das bleibe ein Rätsel …), da sah ich an einem Restaurant folgenden Hinweis: „Atencion! Los niños tambien pagan, menos pero pagan“ – Auf Deutsch: „Achtung! Auch Kinder zahlen hier, zwar weniger, aber sie zahlen!“ Ich kann mir vorstellen, was da geschehen war in der Vergangenheit: Die Niños haben das Büffet gestürmt, sich die Teller vollgeladen (vor allem mit Desserts), dann die Hälfte liegen gelassen – und die Eltern mussten für ihre Sprösslinge bezahlen, womit sie (aus welchen Gründen auch immer) nicht gerechnet hatten. Darüber kam’s zum Streit, der den Eltern nichts half, sie mussten zahlen, und da stellte der Wirt dieses Warnschild auf! Eine kleine Kuriosität aus dem Alltagsleben der Insel, amüsant und von eminenter Bedeutung, wenn man mit vier hungrigen Kindern einfällt …

… und das Schwein wird mitgebracht!

WIE MAN INZWISCHEN WEISS, GRASE ICH DIE ZEITUNNGSANZEIGEN AB wie ein Trüffelschwein den Waldboden im Piemont – und entdecke immer wieder was! So wie diese interessante Annonce vor ein paar Tagen. Wenn ich sie richtig verstehe, bietet einer Matazas für Menschen an, die kein eigenes Schwein halten. Für die bringt er gesunde, freilaufende Bioschweine“ mit und organisiert Live-Schlachtungen nach Art der einheimischen Bauern! Das kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber so lese ich das Angebot. Interessant! Und wieder mal breche ich in den Ruf aus: Wat nich all jibt auf Malle!!! Und wer die Tötung der Schweine nicht aushält, dem bringt der Lieferant „komplett gesäuberte und für den Backofen zubereitete freilaufende, glückliche Brathähnchen“. Da laufen dann natürlich nicht mehr glücklich frei herum …

Praktisch, wenn man die Sprache nicht kann …

So sieht das Buch aus …
… und das erlebt man innen

ES HEISST „BILD-WÖRTERBUCH“ uns zeigt alles, was zum Leben gehört in Farbfotos zu über 6000 Begriffen, gegliedert nach den Bereichen, in denen wir uns bewegen. Der etwas unhandliche (362 Sei- ten!), leider erstaunlich schwere Band ist eine Art Sprachkurs, wenn man ihn häufig benützt, und ich habe meine Spanisch-Kenntnisse in einem Jahr um rund 50 % verbessert! 11.50 Euro kostet das Nachschlagewerk für die Augen, ab 4.99 Euro bekommt man es gebraucht. Die ISBN-Nummer lautet 9783625170778. Für hartgesottene Insel-Fans müsste es sowas auch für Mallorquin geben, aber das wird wohl nie er Falls ein …

Hui, sowas gibt’s noch …

Die erstaunliche Rechnung …

… ABER WOHL NUR IN DER STILLEN ZEIT! Meine Frau und ich fuhren ein bisschen in der Gegend rum, die Sonne kam raus, schaffte 18°, es wurde Mittag und wir suchten was zum Essen. da fanden wir unten am Strand in Cala Murada eine Kneipe namens „ca’n Perello“. Nix besonderes, aber mit Terrasse. Es gab nur Menü, ab 13 Uhr: Graupensuppe, Hühnerschenkel mit Pommes frites und Reis, als Dessert Flan. Normale Touristenküche. Wir bestellten eine Flasche Rosado und eine Flasche Agua con gas, danach einen Cortado und einen Café con leche. Der Wirt bediente, seine Frau kochte. Dann bat ich um die Rechnung – und da stand: 20.60 Euro! Menü 9.50 Euro, Café con leche 1.60 Euro. Alles andere inbegriffen, auch Oliven & Brot (knackig). Die Kneipe war um 14°° voll, mit deutschen Residenten und spanischen Handwerkern. Ich weiß nicht, wie die Sommerpreise sind im „ca’n Perello“, aber im Winter ist das ein Tipp. Nix für Gourmets, Benzinsparer und südliche Inselbewohner, aber ein gutes Beispiel, dass es auf Mallorca so etwas noch gibt …

 

 

Ist jemand gerne Schnecken?

Schnecken sogar als Siurell …

SIE GELTEN ALS DELIKATESSE AUF DER INSEL, es gibt sogar spezielle Farmen und Restaurants, in denen nichts Anderes als Schnecken gezüchtet und serviert wird. Und immer wieder sieht man Dutzende von Mallorkinern, die entlang der Straßen die „Cargols“ aus den Büschen und in ihre Eimer klauben. Mich erschreckt, dass man sie sogar kiloweise kaufen kann (5 kg= 39 Euro), lebend natürlich. Ich mag sie nicht, aber ich bin demokratisch genug, um jedem dieses seltsame kulinarische Vergnügen zu gönnen. Deshalb zeige ich hier die Werbung der Schnecken-Spezialisten Son Pieras – Bon profit!

 

 

 

 

 

 

 

Wertvoller Tipp: C ist besser als I …

Der Zettel ist schlecht …
… diese Nachricht ist gut!

… IN DEN AMTS- STUBEN UND SOGAR AUF DER POST! Denn C bedeutet, dass man einen vorher telefo- nisch oder schriftlich gebuchten Termin hat und zu einer bestimmten Uhrzeit drankommt. I sind Termine, die man bei Betreten der Büros aus einer Maschine zieht und, wie es mir in Manacor bei der Steuerbehörde passiert wäre, wenn ich nicht auf C umgeschaltet hätte und am nächsten Tag dran warbis zu 2 Stunden war- ten muss, bis man an der Reihe ist. Also Termin vereinbaren (der sogar per SMS mit Nummer aus Handy bestätigt wird, wow!) und Zeit sparen. Guter Tipp, oder?

Ich hol‘ mir den Kaese direkt von der Ziege …

Der Stand auf dem Wochenmarkt …
… und Miguel auf einem Foto beim Käsen

DAS KLAPPT, ALLERDINGS MUSS MAN EIN BISSCHEN IN DIE WALLACHEI FAHREN – oder Miguel an seinem Käsestand auf den Wochenmärkten im Insel-Osten, in Portocristo und Son Macia, treffen. Rund 30 Ziegen hat er auf seiner Finca Can Patro an der Serra de Llodra zwischen Manacor und Cales de Mallorca (nach 3 km rechts ab, vom Rafa Nadal-Komplex gerechnet, dann dem Schild Can Patró folgen). Da produziert er eigenhändig um die 10 Sorten Ziegenkäse, raffiniert mit Mandeln, sanft wie Quark oder scharf mit Pimientos-Würze. Ihn dort besuchen lohnt sich, denn auf den Märkten sind seine Käse immer blitzschnell ausverkauft, außerdem, sagt er, müssen bestimmte Sorten reifen wie Weine, da geht es oft um Tage, bis sie verkauft werden können, also ist auf der Finca die Auswahl größer. Ganz billig sind sie leider nicht, ein Klotz oder Kegel von 1000 g Gewicht kostet um die 33 Euro. Es sind halt Lebensmittel in 100 % Handarbeit! Übrigens kann man Miguel anrufen und einen Termin vereinbaren: 605 091 688.

Respekt vor dieser Leihbuecherei!

Der Stempel der Leihbücherei

SIE LIEGT AM ORTSEINGANG DER URBANISATION CALA MURADA (im Insel-Südosten) und ist eine fabelhafte Institution. Mehrere tausend Bücher, sauber geordnet nach Leserinteressen (z. B. Liebesromane, Mallorca, Thriller) und Sprachen (deutsch, spanisch, englisch, französisch) werden in zwei Räumen angeboten, die Ausleihe kostet nichts und das Vertrauen geht so weit, dass man sich Bücher nimmt und sie selbst in eine Liste einträgt. Vertrauen ehrt! Die Bibliothek ist montags bis freitags von 9 – 12 Uhr geöffnet und am Samstagnachmittag ist bis 17 Uhr sogar die Hüterin dieses Schatzes anwesend. Ein großartiger Service – und eine Seltenheit in solchen Siedlungen, da muss man Cala Murada wirklich loben. Aber auch hier gibt es ein Problem, denn die Bibliothekarin ist eine ältere Dame, die diesen Dienst freiwillig (und unbezahlt) versieht, und wenn sie aufhört, muss dringend ein Nachfolger gefunden werden, sonst muss die Bibliothek schließen. Ich denke schon insgeheim darüber nach …

Der Todesschrei der Ratten …

Sie sehen ja eigentlich niedlich aus …

DAS SIE IN DIESEM JAHR IN HEERSCHAREN AUFTRATEN, habe ich schon berichtet. Nun kam mein Nachbar Pau zu mir, sah aufgestellte Schlag- und Lebendfallen und stellte mir die seltsame Frage: „Ich hoffe, Du lässt sie eine Zeitlang leiden?“ Nein, eigentlich nicht, denn auch eine Ratte ist ein Tier und ich vermeide Quälerei. „Ganz falsch“, behauptete Pau, „dann wirst Du immer wieder Ratten ums Haus haben!“ Weil Ratten, die gequält werden, in Todesangst Töne ausstoßen, die wir nicht hören können, weil sie im Ultraschallbereich liegen. Aber Artgenossen vernehmen die Schreie und meiden Orte, an denen sie diese hören. Ein bisschen Quälerei sei die beste Abschreckung, wirksamer als Fallen und Gift! Alte mallorkinische Bauernregel. Also werde ich ab jetzt ein bisschen quälen, ungern, aber wenn das hilft, die Biester endlich loszuwerden, überwinde ich mich …

Das sind Immobilienpreise …!

Die Lokalzeitung …
… und die Anzeige

ES HAT SICH WIE- DER MAL GE- LOHNT, INS LOKALBLÄTTCHEN ZU SCHAUEN! Gestern habe ich mir das „Felanitx“ gekauft, das jede Woche auf Mallorquin in der gleichnamigen Stadt erscheint, und da entdeckte ich eine Kleinanzeige. Angeboten wurden (mit Telefonnummer) 3 Objekte: 1. Eine Finca von 7100 qm mit einem Häuschen von 35 qm Wohnfläche für 30 000 Euro. 2. Eine Finca mit 18 000 qm für 65 000 Euro (beide zwischen Felanitx und Manacor). 3. Ein renovierungsbedürftiges Haus mit 230 qm Wohnfläche in Felanitx für 80 000 Euro. Nun weiß man nicht, wie der Zustand der Immobilien ist, aber bei den Preisen kann man wenig falsch machen. Und für mich ist das die erneute Bestätigung, dass in diesen Lokalnachrichten, die sich kaum ein Ausländer je anschaut, Perlen der Information versteckt sind.