Shopping

Die Chips der Eingeborenen …

Das Regal voll …
… und mein Favorit

SNACKS GIBT’S WIE SAND AM MEER IN DEN SUPERMÄRKTEN, die Regale sind voll davon – aber ich greife nur nach der einheimischen Ware. Nach denen, die mit mallorkinischem Meersalz, spanischen Oliven, Paprika aus Murcia, Anchovis aus Andalusien und vielleicht sogar mit Kartoffeln aus sa Pobla gemacht wurden. „Marinas“ heißen die, oder „Mediterranean Chips“. Man findet sie z. B. bei „Spar“ und die dicke Tüte mit 150 g Inhalt kostet 1.90 Euro! Bekanntlich werde ich leider nie bezahlt dafür, wenn ich Werbung mache, so kann ich unbeschwert nach meinem Gusto urteilen – und deshalb empfehle ich die olivgrüne Packung mit Salz vom es Trenc-Strand, schwarzen Oliven und Anchovis, die ich hier etwas größer zeige!

… und die Seligen vernehmen seinen Gesang! Kapitel 2

… mit Liedern von Frau Schubert
So sieht die CD aus …

(Fortsetzung von Kapitel 1) … DEN VON FRANZ SAILER, KELIM-KÖNIG von SANTANYI! Denn eigentlich ist er ausgebildeter Opernsänger, mit einer glasklaren Tenor- stimme, die auch im Alter kaum etwas von ihrem Schmelz verloren hat. Und wer meinen Rat befolgt und zu ihm eilt nach Santanyi (carrer de Bispe Verger, 6), da er sein Geschäft schließt und einen sensationellen Schlussverkauf von Boden-, Wand- und Raumschmuck anbietet – der kann ihn hören, wie er singt! Man muss Sailer nur bitten, die CD mit seinen Schubert-Liedern einzulegen und über das Soundsystem seines Palais zu jagen! Dann wird der Teppichladen zum Konzertsaal und anschließend kann man neben den Rabatt-Kelims auch noch die CD kaufen (für 10 Euro). Die in eine besondere Sammelbüchse gesteckt werden: für den Tierschutz auf Mallorca! 

Ein Narr, der jetzt nicht zugreift … – Kapitel 1

Das Kelim-Palais in Santanyi …
… einige seiner Prachtstücke …
… und das Ehepaar Sailer

… BEI FRANZ SAILER, dem KELIM-KÖNIG von SANTANYI! Er gibt sein Geschäft auf, darüber habe ich als Erster berichtet, und jetzt ist Schlussverkauf. Da er eher ein Museum führt als ein Teppichgeschäft, kann man Kostbarkeiten erwerben die man sich sonst kaum leisten könnte oder wollte. Bis zu 50 % Rabatt sind drin bei seinen Kelims und Teppichen, Decken und Kunstwerken. Und jeder, der noch Platz hat an seinen Wänden und auf seinem Fußboden, sollte sich aufmachen in den carrer de Bispe Verger, 6, in Santanyi, und sich sputen, denn bald ist diese österreichische  Ali Baba-Höhle dicht .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz feines Secondhand …

Das Angebot …

MAN KANN’S KAUM GLAUBEN, deshalb zeige ich deren Annonce: Der Gebrauchtwarenladen „Secondella“ in Palma behauptet, erstklassige Designerstücke (Kleidung, Schuhe, Schmuck) anbieten zu können! Von Chanel bis Jimmy Choo, von Hermes bis Stella McCartney, von Givenchy bis Moncler. Wie kamen die Sachen auf die Insel? Und alles echt? Sieht so aus. Man kann sie ja anrufen und nachfragen (667/94 34 47), und wer in der Nähe ist (Baron Sta. Maria del Sepulcre, 10 – das ist bei der Jaime III, nicht weit vom Café C’an Joan de s’Aigo), schaut schnell mal vorbei. Übrigens: „Secondella“ ist eine Kette, die gibt’s z. B. auch in Hamburg …

 

 

Ich hol‘ mir den Kaese direkt von der Ziege …

Der Stand auf dem Wochenmarkt …
… und Miguel auf einem Foto beim Käsen

DAS KLAPPT, ALLERDINGS MUSS MAN EIN BISSCHEN IN DIE WALLACHEI FAHREN – oder Miguel an seinem Käsestand auf den Wochenmärkten im Insel-Osten, in Portocristo und Son Macia, treffen. Rund 30 Ziegen hat er auf seiner Finca Can Patro an der Serra de Llodra zwischen Manacor und Cales de Mallorca (nach 3 km rechts ab, vom Rafa Nadal-Komplex gerechnet, dann dem Schild Can Patró folgen). Da produziert er eigenhändig um die 10 Sorten Ziegenkäse, raffiniert mit Mandeln, sanft wie Quark oder scharf mit Pimientos-Würze. Ihn dort besuchen lohnt sich, denn auf den Märkten sind seine Käse immer blitzschnell ausverkauft, außerdem, sagt er, müssen bestimmte Sorten reifen wie Weine, da geht es oft um Tage, bis sie verkauft werden können, also ist auf der Finca die Auswahl größer. Ganz billig sind sie leider nicht, ein Klotz oder Kegel von 1000 g Gewicht kostet um die 33 Euro. Es sind halt Lebensmittel in 100 % Handarbeit! Übrigens kann man Miguel anrufen und einen Termin vereinbaren: 605 091 688.

Eine Uhr aus Mallorca – gibt’s sowas?

JA UND SIE HEISST BILYFER! Das ist eine etwas merkwürdige Fabrikation, da ihr Auftritt im Internet nichts über sich selbst verrät, eher verschweigt, und nur ihre Produkte anbietet. Fest steht jedoch, dass Bilyfer Uhren produziert, die MADE IN MALLORCA sind – und dass sehr ungewöhnlich modische Exemplare, selbst für Exzentriker, darunter sind (siehe Fotos). Wer also seine Zeit patriotisch ticken lassen will, der sollte eine Bilyfer umschnallen, was man ohne Risiko tun kann, denn die Uhren kosten zwischen 40 und 100 Euro! 

Der Nadal-Shop ist (leider) armselig …

Im Rundbau liegt der Shop …
Rafa Nadal

ICH WAR GESTERN IM TENNISZENT- RUM VON RAFA NADAL IN MANA- COR, wollte mich in seinem Store nach was Hübschem umsehen. Aber ich bin nach ein paar Minuten enttäuscht raus: 1. ist das An- gebot erschreckend lausig (wenig, lächerlich, teuer – viel zu viele billige Asia-Souvenirs), und 2. hat sich keine der beiden Verkäuferinnen nur im geringsten für Kunden interessiert, sie wurden sogar zickig, als ich ihr Gespräch unterbrach. Ich hätte im Shop eines Weltstars und in einer so gigantischen Anlage wirklich etwas Besseres erwartet! Da ist jeder Dorf-Sportladen besser sortiert. Der Grund ist wohl, dass Nadal bei Nike unter Vertrag steht und nicht soviel von seinem eigenen Label (dem mit dem Gnu-Geweih) anbieten darf; andererseits will er wohl nicht zuviel Nike anbieten, da er selbst produziert. Aber dieser Zwiespalt ist grotesk schiefgegangen – und farblich ist das Wenige, was da ist, auch noch stinklangweilig …

Der beste Weißwein auf der Insel …?

Der 2013-er …
… und 2017-er

ICH MASSE MIR GERADE BEIM WEIN NICHT AN, FINALE URTEILE ZU FÄLLEN. Aber ich lasse mich gern überzeugen, wenn Experten mir verklickern, dass das, was ich da gerade über die Zunge laufen lasse, das Beste an Weißwein ist, was auf der Insel für Geld und gute Worte zu bekommen ist. Name: „Abadia Retuerta“. Herkunft: Kastilien& Leon. Er ist wirklich sehr, sehr gut (ich danke den Experten). Er hat nur einen Nachteil: Man bekommt ihn nur äußerst schwierig, denn er ist ausverkauft. Ich konnte in Palma einen 2017-er kaufen, in Manacor bei „Terre de Vi“ einen 2013-er. Das war’s. Beide Flaschen haben um die 26 Euro gekostet, und waren leider schnell weg (durch die Gurgel). Als ich nachbestellen wollte („Ich warte gerne ein Jahr“), machte man mich darauf aufmerksam, dass der Preis sicher der 30 Euro steigen würde. Da bin ich zu meinen erschwinglichen Weißweinen von der Insel zurückgekehrt. Also, was soll’s? Ein Tipp nur für Feinschmecker – „Abadia Retuerta“, wobei der 2017-er besser war als der 2013-er, und Pepe von „Terre de Vi“ meinte, der 2015-er sei absolute Spitze. Von den 2014-ern und 2016-ern war komischerweise nie die Rede …

Handgeschmiedet für die Hosentasche …

Die Parade der Mallorca-Messer …

DER MALLORKINER AN SICH IST GUT AUSGERÜSTET – bei der Arbeit und privat. Die Insel-Tradition kennt 8 Messer für alle Gelegenheiten, natürlich handgeschmiedet, rasierklingenscharf, fast alle zum Klappen, wunderbar authentisch mit Griffen aus Holz, Horn oder Bein, und richtige hübsche Hingucker. Es gibt noch zwei Schmieden (von einst vielen), die eine ist in Muro, die andere in Llucmajor, und wer so ein Messer haben möchte, wundert sich nach dem ersten Staunen über die perfekte Funktionalität über den Preis: Sie kosten bis zu 100 Euro! Nun ja, Manufaktur ist nie billig und die überlebenden Messermacher wissen genau, dass sie Unikate herstellen, denn nie sind die Messer identisch. Mir ist es gelungen, alle 8 Messer der ursprünglichen Art zu erwerben und ich stelle sie hier mal kurz mit Namen und Funktion vor: 1 „Trinxet“ – das normale Taschenmesser für die Hosentasche. 2 „Etxurat“ – das Hausfrauenmesser in der Küche. 3 „Pescador“ – das Fischermesser zum Netzeflicken. 4 „Pastor“ – für die Schäfer. 5 „Empeltar“ – zum Obstbäume veredeln. 6 „Gatzolla“ – zum Reben schneiden. 7 „Proquer“ – zum Kastrieren der Eber. 8 „Dobador“ – da konnte mir keiner sagen, wofür es mal gebraucht wurde. Ich rate, trotz der dekorativen anderen Klingen und Griffe zur Nr. 1, sie liegt in der Hoscntasche wie hineingeboren …

HIERBES – der Kampf geht weiter …

So sehen die Morey-Flaschen aus …

ICH TRAF EINEN ALTEN MALLORKINER, Wirt von Beruf, aber ohne Kneipe aus Altersgründen, und der behauptet: „Den besten Kräuterlikör stellen die her, die ihn erfunden haben – Morey!“ Das mit dem erfinden glaube ich nicht ganz (Denn was ist mit „Tunel“?), aber in jedem Fall war Morey sehr früh dran mit den Hierbes. Das sind übrigens die mit der Flasche aus drei nach oben kleiner werdenden Bällchen. Inzwischen hat ein Unternehmer aus Barcelona die Firma gekauft, produziert, glaube ich, vor allem in Kalanonien, aber weiter nach dem alten mallorkinischen Rezept, weshalb der Morey von sich behaupten darf, ein Insel-Produkt zu sein. Ich habe alle drei Sorten zu 28 % probiert (Dulce, Seco und Mezcla) und sie sind wirklich gut. Aber wer der Erste war mit dem Gestrüpp im Drink – da wird gestritten! Ein Tipp am Rande: Es gibt auch 20 cl-Fläschchen für unterwegs oder den schnellen Konsum, die lustig aussehen …