Souvenirs

Ein ziemlich irres Souvenir …

ICH HABE ES IN EINER GRABBELKISTE AUF DEM FLOHMARKT IN CONSELL GEFUNDEN, es hat mich 1 Euro gekostet, aber es ist ja auch leer! Es ist eine Plastikflasche mit Schraubverschluss im Umriss von Mallorca, 16 cm hoch, beklebt mit einer Landkarte, einst gefüllt mit 0,1 Liter-Moscatel-Wein und auf einem Füßchen stehend. Die Fa. Antonio Nadal in Bunyola ist auf die verrückte Idee gekommen, und irgendjemand muss eine ganze Ladung aufgekauft und an abfliegende Touristen verteilt oder verkauft haben. Denn hinten klebt auch ein Papierchen, in 6 Sprachen, und auf Deutsch steht da: „Mallorca dankt Ihnen für Ihren Besuch und wünscht Ihnen eine gute Heimreise.“ Der Fusel muss schrecklich geschmeckt haben, aber das Fläschchen ist leer ein Hit, finde ich!

Verachtet die Aschenbecher nicht!

ES SIND FEINE SOUVENIRS – und so viel attraktiver als die teuersten Designerstücke! Natürlich muss man sie immer noch meist klauen, aber die hübschesten alten Aschenbecher gibt es längst reihenweise auf den Flohmärkten. Auch wenn die Preise impertinent angezogen haben, man bekommt das von Hand bunt dekorierte Hotel-Porzellan schon ab 1 Euro, und nimmt man einen ganzen Schwang, fallen die Kosten in die Cent-Region. Ich zeige hier 5 Exemplare als Palma und Capdepera, jüngst erworben auf dem Consell-Rastro, und auch wenn Ascher überflüssig erscheinen, weil kaum einer noch raucht, so lassen sie sich dekorativ als Oliven- oder Zitronen-Schälchen und Zahnstocher-Ablage verwenden. Denn man sollte nie vergessen: Das Leben auf der Finca schreit nach Authentizität …

Seltsam, wer kauft denn sowas?

Beauty an der Playa …
… Oma & Opa landen …
… Tante Helga in Camp de Mar …
… Familie in Formentor

ALTE FOTOS MIT LEUTEN, DIE KEINER KENNT! Zu Dutzenden werden sie angeboten, ich denke, da plündern Enkel die Fotoalben ihrer Großeltern und verscherbeln die Agfa-klack!-Aufnahmen. Für 1.33 Euro (das ist der niedrigste Preis, den ich fand) bis zu 19.99 Euro. Zwar sind es Mallorca-Schnappschüsse, aber bedeutungs- los, weil sie äußerst selten „historisch“ sind, also nicht zeigen, wie’s mal war im Gegensatz zu heute. Aber offen- bar werden die Aufnahmen aus den 50er- bis 90er-Jahren gekauft, was ich unter Umständen verstehen könnte, wenn’s um FKK ginge, aber die war selten auf der Insel  unter Franco (kommt aber vor auf den Fotos). Meine besonderen Lieblinge sind die „Aussteiger“ – Ehepaare in Hüten & Mänteln kommen eine Flugzeugtreppe herunter, abgeschossen von Berufsfotografen als Urlaubssouvenirs. Richtig schön dämliche Bilder, wenn man nicht sagen kann: „Guck mal, Opa Erwin und Oma Elise!“ Oder „Hihi, Tante Helga landet in Palma!“ Wer gibt dafür Geld aus? Ein Rätsel …

Schneekugeln, es gibt sie noch …

ICH WÜRDE SOGAR SAGEN: Mallorca ist die letzte Hochburg dieser Urform des Souvenir-Kitsches! Es gibt sie überall, Plastkhalbkugeln, gefüllt mit einer lokalen Szene und Wasser, in dem weiße Partikelchen dümpeln, und schüttelt man die Schneekugeln, so schneit es auf der Insel. Totaler Schwachsinn, aber der in 1000 Variationen, von Stalaktiten in einer Höhle bis zu Segelbooten vor der Kathedrale und tanzenden Mallorkinern in Tracht. Es gibt Touristen, die das lieben und sammeln, und einige Schneekugeln sind ziemlich teuer: Ich habe welche (mit Fuß) für 12 Euro gesehen! Ich zeige hier fünf Beispiele aus meiner Mallorkina-Sammlung, sie sind mir ein wenig peinlich, aber als selbsternannter Insel-Experte darf ich mir das leisten …

Auf was für Ideen die Leute kommen …

ES LOHNT SICH, DIESE KLEINANZEIGE SORGFÄLTIG ZU LESEN! Da hat einer „Hunderte von Originaldekoartikeln auf 30 Südsee-Inseln“ gesam- melt, was auch immer das sein mag (ich vermute Schlimmes), und nun möchte er einen armen Kerl überreden, ihm die abzukaufen, um auf Mallorca eine „Südseebar“ zu eröffnen! Geht’s noch? „Kreativ helfen“ will der Anbieter auch noch, „habe Erfahrung“, sagt er. Warum macht er die Bar dann nicht selbst auf? Ich finde so eine Anzeige herrlich, weil sie erneut beweist, was so alles an kuriosem menschlichen Strandgut an den Küsten Mallorcas angeschwemmt wird – und wie diese Leute dann verzweifelt versuchen, über die Runden zu kommen, und das möglichst auf Kosten Anderer. Für mich ist klar: Der Südsee-Sammler ist ein Fall für VOX, der schreit geradezu nach einer TV-Realitysoap

Was machen sie nur alles mit den Siurells …

Werbung für Motorräder …
… und als Sparschwein!

ES IST DAS MALLORCA-SOUVENIR Nr. 1, ob’s einem gefällt oder nicht: Die aus Ton gefertigte, weiß gestrichene und mit grünen und roten Tupfern dekorierte Reiter- figur, genannt „Siurell“, die eigentlich ein Pfeifchen ist. Angeblich um die Liebste zu betören (aber so dumm war nie eine Mallorkinerin) oder unheimliche Erscheinungen zu bannen. Mittlerweile gibt es Siurells in über 60 Varianten in winzig bis metergroß (bei der Zahl angekommen, habe ich nicht weiter gemacht) und neuerdings hat sich die Werbung des uralten Designs bemächtigt, wie mein Foto zeigt. Nun könnte man das auch einen Siegeszug nennen, die Figürchen (die nicht mal billig sind) sind nicht mehr nur Mitbringsel und Deko, sondern wenn sie wirklich auf die minoisch-kretische Kultur (2600-1450 v. Chr.) zurückgeführt werden können, dann dürften es die ältesten, heute noch produzierten Kultgegenstände sein, auch wenn von Kult keiner mehr eine Ahnung hat …

Haben die Vandalen wirklich nichts hinterlassen?

Geiserich …
… Hilderich …
… Gunthamund

NICHTS, WOFÜR SICH ARCHÄOLOGEN INTERESSIEREN. Keine Bauten, oder wenigstens Ruinen, keine Steine mit Inschriften und noch nicht mal ein kleines Schmuckstück, den Rest eines Schwertes oder die Scherben eines Tontöpfchens. Zumindest nichts, was man ihnen eindeutig zuordnen könnte. Immerhin dauerte ihre Besetzung der Insel 79 Jahre, von 465 bis 534, sie waren Germanen und Christen, da müsste es doch Reste eines Sakralbaus geben. Ja, hofft man, gefunden wurde bisher nicht mal eine Spur. Nun ja, es mag da ein paar vandalische Sprachbrocken im Mallorquinischen geben, z. B. „Jac“ for Jacke. Aber darüber streiten die Experten noch. Und doch: Man fand Münzen! Ganz wenige nur, und selbst der Top-Profi des Insel-Münzwesens, Emilio Trilla in Palma (Kiosk Nr. 13 auf der Rambla), hat kein Geldstück auf Lager, das auf Mallorca gefunden wurde. „Nur Münzen aus Karthago“, das war die Hauptstadt des Vadalenreiches. Ich wollte eine „einheimische Münze“ kaufen und Vandalen-Geld ist nicht mal soooo teuer – zwischen 50 und 800 Euro. je nach Material und Zustand. Aber wie Trilla schon sagte: Alle nicht aus Mallorca …

P. S.: Die drei Könige, die auf den Münzen zu sehen sind, herrschten über Mallorca! Dieses Geld könnte noch in der Erde stecken …

Ganz neue Mode – und eine großartige Idee!

Die große Runde …
… ist wie die große Ovale …
… mit Leder eingefasst!

HANDTASCHEN WIE KÖRBE, geflochten aus Palmwedeln! Made in Mallorca – und das war überfällig! Ich habe sie im Supermarkt am Hauptplatz in San Macia (bei Manacor) entdeckt: kreisrund und oval, in Fußball- und Handballgröße, hübsch und praktisch mit weichem braunem Leder verstärkt, samt langem Schultergurt, per Reißverschluss zuzumachen – und sonst so simpel gestaltet wie die typisch mallorkinischen Körbe! Zwischen 23 und 29 Euro kosten die Taschen, die ich nirgendwo sonst gesehen habe. Schönes Souvenir: Gruß von der Insel …

SE VENDE: Ein „Asche-Blatt“ von der Armee …

„MILI“ NENNEN SIE ES, das Militär. Das führt ein abgekapseltes Eigenleben auf Mallorca, ist nebenbei größter Grundbesitzer nach dem Adel – und ab und zu trifft man hübsche Sachen, die sie für sich selber herstellen lassen. Wie diesen handtellergroßen Porzellan-Aschenbecher in Form eines Ahornblattes, der aus dem „Centro Deportivo Militär“ in Palma stammt und auf jedem Finca-Tisch hübsch aussieht. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gefunden, ihn – da ich nicht rauche – mit Nüssen bestückt und nun reicht’s, ich verkaufe ihn und 3 Euro scheint mir nicht zu teuer zu sein …

SE VENDE Der Club Nautico-Aschenbecher …

Sehr nobles Stück …

EIN SELTENES STÜCK, ETWAS ZIEMLICH EXKLUSIVES – denn wer von uns war schon mal in diesem noblen Segelklub im Hafen von Palma? Und hätte da einen Aschenbecher geklaut! Und überhaupt gewusst, dass der Klub auch mal ein Hotel hatte! Dieser Ascher ist mindestens 60 Jahre alt und eine Antiquität in Porzellan, außerdem ein dekoratives Stück für jeden Finca-Tisch. Das er leicht verschmutzt aussieht, liegt am schlechten Foto und der Erhaltungszustand ist sehr gut. Ich habe ihn um 1970 auf dem Flohmarkt in Palma gefunden und möchte 8 Euro dafür haben.