Sport

Drei Asse für La Reserva Rotana!

ES IST WIRKLICH NICHT ZU FASSEN, was für ein blühender Unsinn über die 9 Löcher des Privat-Golfplatzes neben dieser bemerkenswert schönen Hotelanlage bei Manacor erzählt wird! Ich merke jedesmal am Text, dass kaum einer der Rezensenten dort gewesen ist, da wird von Mal zu Mal die gleiche Ka… wiedergekäut. Ich (mit ehrlichem Handicap 8,3) sage Euch: Das ist ein schwieriger Platz! Respekt, wer hier mal ein Par spielt. Denn: Häufig schräger Stand und blinde Grüns, gewaltige Höhenunterschiede von Abschlag zu Fahne, Überwinden versenkter Täler, sadistisch platzierte Bunker, hundsgemeine Aus-Grenzen sowie eingemauerte und steile Dickicht-Roughes, die man besser nicht betritt, um einen verschlagenen Ball zu suchen! Dafür marschiere Schildkröten über die Fairways, stolzieren Graureiher auf Nachbar-Bahnen, treiben sich ganze Herden von Wiedehopfen herum und äugen Wildziegen durch Maschendraht. Für mich, der ich seit 1966 Golf betreibe, ist das einer der schönsten Plätze der Insel, auch wenn er nur 9 Löcher hat, und – sind mehr als acht Golfer gleichzeitig unterwegs, ziehe ich einen Flunsch …

P. S.: Ein Wermutstropfen! Einige Grüne sind im Moment krank, es gibt sogar das eine oder andere „Wintergrün“. Es wird heftig daran gearbeitet, aber es ist ein ziemliches Handicap, das jedoch nichts an der Raffinesse des Platzes ändert …

Danke, RCD Mallorca!

UNSER INSEL-VEREIN IST WIEDER ZURÜCK IN DER 1. LIGA. Ein sensationelles Comeback aus dem Unterhaus nach nur einem Jahr. Aufstieg, Abstieg, Aufstieg – Respekt! Warum mich das interessiert und auch Andere aus dem TV-Sessel reißt? Weil ich jetzt die Chance habe, Atletico, Real und Barcelona im Stadion in Palma live zu sehen! Der Aufstieg holt die Spitzenmannschaften vom Festland auf die Insel, mit Stars wie Kroos, Modric, Benzema, Messi, Griezmann, Dembele und Suarez (hoffen wir mal, dass die alle bleiben!), und wenn es losgeht im Herbst mit der Saison 2021/22, dann wird sicher was geschehen sein, damit wieder Zuschauer zu den Fußballspielen dürfen. Dann sind wir sofort dabei und ich fahr wieder mit den einheimischen Aficianados im gecharterten Bus singend nach Palma, da gibt’s in jedem Ort eine fabelhafte Organisation, die das in Hand nimmt, man muss sich als Ausländer nur darum kümmern, willkommen ist man jedenfalls und das kostet auch nur ein paar Euro …

Hier schlagen Rafa und Carlos ab – und zu …

Tennisspieler Nadal …
… Formel 1-Pilot Sainz

DAS IST EINE GOLF-GESCHICH- TE, aber sie kann auch Nicht-Golfer interessie- ren, z. B. Tennis- und Motor-Fans! Denn an der Costa de los Pinos = Son Servera spielen Rafa(el) Nadal und der Formel 1-Pilot Carlos Sainz jr. Der hat eine Villa am Platz, Nadal kommt aus Manacor angedüst in seinem weißen Ferrari, beide sind Mitglied im Klub und spielen hervorra- gend, um nicht zu sagen – professionell. Nadal mit Handicap 1,5 (das ist schier unglaublich gut, aber wen wundert’s), Sainz immerhin mit 10,8. Es macht also Spaß, ihnen selbst aus der Ferne zuzugucken, und hat man Glück, sind auch noch das Ex-Tennis-As Carlos Moya und der Papa von Sainz, Carlos sr. (der legendäre Rallye-Weltmeister) dabei.

Gemüse statt Golf – eine „Helau“-Idee!

So schön ist der Sport – und da sollen Beete angelegt werden? 

EIN ÄLTERER UNTERNEHMER AUS DEM RHEINLAND HAT SIE GEÄUSSERT, ich habe seinen Plan in einem Leserbrief entdeckt. Er schrieb (leicht gekürzt): „Die Regierung kauft einen Golfplatz, der sich mangels Besuchern in Schwierigkeiten befindet. Gesucht wird ein Investor aus der Bio-Landwirtschaft, der in der Lage ist, Gemüseanbau zu betreiben. Die Inselregung subventioniert für etwa fünf Jahre diese Bemühungen, um soziale Spannungen abzufangen und für Mallorca ein zweites Gewicht neben dem Tourismus zu schaffen.“ Wie, bitte? Gedanken sind frei, natürlich, aber auch der Widerspruch: Scherz oder Irrsinn? Es ist doch genügend brach liegendes Bauernland vorhanden – und Golfplätze sind nicht fruchtbarer, haben allerdings ein funktionierendes Bewässerungssystem. Deshalb sind es auch blühende Landschaften, gottseidank den bauplatz-gierigen Immobilien-Heinis weitgehend entzogen, und jeder Golfer trägt mehr Geld auf die Insel als 12 Hotel-Pauschalisten! Und nun will der Schlauberger aus Düsseldorf staats-subventionierte Pflüge und Gewächshauser auf die Fairways bringen und auf den Grüns Weißkohl anbauen! Und in die Klubhäuser ziehen dann Campesinos ein und fahren in den nicht mehr benötigten Elektrowagen auf die Felder. Ich vermute mal, gelinde gesagt, der Mann ist kein Golfer (ich bin’s). Oder er ist mal am Düsseldorfer Golfklub spazieren gegangen und da hat ihn ein verirrter Ball am Kopf getroffen. Wenn er’s allerdings als Scherz gemeint hat, rufe ich ihm ein fröhliches  Corona-„Helau“ zu: Selten so gelacht … 

Greenfee oder Puzzle? Kostet dasselbe …

Von diesen Kästen gibt’s vier …

HIER IST VOM EDLEN RASENSPORT DIE REDE, und auch wieder nicht. Weil ich entdeckt habe, dass man auf Mallorca Golf spielen kann – ohne Schläger! Mit den Puzzles „Exceptional Moments – Die schönsten Golfplätze auf Mallorca.“ 1000 Teile für jeweils 18 Löcher, und da haben sich die Hersteller gedacht: Verlangen wir doch einfach mal 79,99 Euro für das Spielchen, das entspricht in etwa dem Greenfee, das Golfer zahlen müssen, um auf die Plätze gelassen zu werden, und als 1000 Teilchen-Klubs werden Alcanada, Alcudia, Bendinat, Camp de Mar, Muntaner, Son Vida und Palma (?) genannt. Größe, wenn fertig: 64 x 48 cm quer. Das ist als Puzzle impertinent teuer, ich persönlich gehe für den Betrag lieber auf die Runde, aber es kann ja sein, dass einer, wenn’s schüttet, sich seinen Lieblingsplatz aus Frust auf dem Esstisch bauen möchte …

Jetzt auch das noch, klagen die Mallorkiner …!

Silvio Vass mit Siegerpokal und Maskottchen

DENN IHNEN BLEIBT AUCH NICHTS ERSPART! Jetzt gewann ein Deutscher beim Balearentag die „Trobada Internacional Tir De Fona“  – das Steinscheudern, den Nationalsport der Insel. Silvio Vass heißt er. 44 Jahre, Erzieher aus Altensalzkoth bei Celle. Der nicht mal auf Mallorca wohnt. Seit 2009 hat er 4 Turniere gewonnen und nun fürchten ihn die Eingeborenen, wenn er bei ihren Wettkämpfen auftaucht. Späte Rache? Als Artillerie in Caesars X. und XI. Legion waren die ersten Mallorkiner um 50 v. Chr. in Germanien aufgetaucht und hatten unsere Vorfahren in Grund und Boden geballert (daher der Name „Balearen“). Die besaßen zwar auch eine Art Schusswaffe, die kurzen Speere namens Ger (= Germanen), aber gegen die Mallorkiner, die Stein- und Metallkugeln bis zu 300 m weit schleudern konnten, war damit nichts auszurichten. Und nun erscheint ein Germane auf Mallorca und feuert, sozusagen, die Steine zurück! Und die, die seit 4000 Jahren Profis sind, müssen kapitulieren! Nun sind die Insulaner ja kreuzschlaue Zeitgenossen und werden sich die Lufthoheit zurückholen – indem sie ihre Turniere nicht mehr „international“ ausschreiben …

Was ist denn in Santa Ponca los?

DA SCHEINEN DIE GOLFER VON DEN 3 PLÄTZEN ZU FLIEHEN, jedenfalls häufen sich die Verkaufsangebote der Platzaktien! Allein letzte Woche habe ich 3 Angebote von 2 Aktionären gesehen, 1 x mit (18 000 Euro) und 2 x ohne Preisangabe. Nun ist es durchaus so, dass man sich auch auf anderen Insel-Klubs einkaufen kann, Vall d’Or zum Beispiel, ich hatte eine besonders preiswerte Offerte in einem früheren Beitrag genannt. Wobei man feststellen muss, dass die Summen, die verlangt werden, von Jahr zu Jahr geringer werden. War noch 2000 kaum eine Aktie unter 20 000 Euro zu bekommen, konnte man 2019 bei hartem Verhandeln für 4000 Euro fündig werden. Nicht gerade für alle 3 Santa Ponca-Plätze, aber den meisten genügen ja 18 eigene Löcher. Dafür hört man zunehmend Klagen über die „Nebenkosten“: So gibt es einen Klub, der für das private Elektro-Auto eine Jahresgebühr von 1400 Euro verlangt! Aber wen wundert das bei den teuersten Greenfee-Preisen Europas (wenn man den Schnitt der Spielgebühren aller Mallorca-Klubs nimmt und ihn vergleicht mit dem Schnitt aller Klubs anderswo) …

Mal sehen, ob wir viel von ihm sehen!

MATEU MOREY heißt er, 19 Jahre alt, geboren in Petra – und nun hat ihn Borussia Dortmund mit einem Vertrag über 5 Jahre eingekauft vom FC Barcelona. Ein wasch- echter Insulaner, ausgebildet beim RCD Mallorca (will- kommen zurück in der 1. Liga), ein Supertalent, sagen sie in Spanien, aber ob er häufig spielen wird bei diesem Verein mit dem aufgeblähten Kader? Ein Teenie, der zwar mal Weltmeister mit der U17 war, aber man denke nur daran, dass es letzte Saison selbst Mario Götze kaum von der Ersatzbank auf den Rasen geschafft hat. Aber wenn Money spielt – er hat die Rückennummer 22, wol- len wir ihn begrüßen als einen der Unseren, dem wir Mallorkiner eine glanzvolle Saison wünschen!

Lokalpatriotismus in Hausschuhen …

Meine RCD-Füße …
… und ein Schlappen aus der Nähe

NUN JA, WENN MAN SCHON AUF MALLORCA WOHNT (oder ab und zu einfliegt) und sich für Fußball interessiert (oder auch nicht), kann man doch, ohne gleich zum Hooligan-Fan zu werden, in Hausschuhe schlüpfen, die nicht nur schick sind, sondern auch lokalpatriotisch – die Schlappen des besten Kickerklubs der Insel! Der heißt Real Club Deportivo Mallorca (RCD), ist in Palma Zuhause, war lange Jahre in der 1. Liga, spielt im Moment in der 2. Liga und hat ein heraldisch raffiniertes, aber sehr dekoratives Wappen in Rot und Gold mit Krone und Olivenzweigen. Natürlich hat der RCD auch eine Tienda plus Internet-Shop und da gab es diese wunderbaren Hausschuhe aus strammen schwarzem Filz mit diesem Klub-Logo, wie ich sie auf dem Foto trage.Im Moment sind sie nicht im Angebot, was die Puschen zu Antiquitäten macht, aber sind sie wieder verfügbar, kaufe ich mir sofort ein Ersatzpaar. Wie gesagt, aus tief unten angesiedeltem Lokalpatriotismus, und weil sie ebenso bequem und gut gearbeitet wie mollig warm sind. Und dass es überhaupt so etwas gibt auf Mallorca, wollte ich hiermit verkündet haben …