Sport

Was ist denn in Santa Ponca los?

DA SCHEINEN DIE GOLFER VON DEN 3 PLÄTZEN ZU FLIEHEN, jedenfalls häufen sich die Verkaufsangebote der Platzaktien! Allein letzte Woche habe ich 3 Angebote von 2 Aktionären gesehen, 1 x mit (18 000 Euro) und 2 x ohne Preisangabe. Nun ist es durchaus so, dass man sich auch auf anderen Insel-Klubs einkaufen kann, Vall d’Or zum Beispiel, ich hatte eine besonders preiswerte Offerte in einem früheren Beitrag genannt. Wobei man feststellen muss, dass die Summen, die verlangt werden, von Jahr zu Jahr geringer werden. War noch 2000 kaum eine Aktie unter 20 000 Euro zu bekommen, konnte man 2019 bei hartem Verhandeln für 4000 Euro fündig werden. Nicht gerade für alle 3 Santa Ponca-Plätze, aber den meisten genügen ja 18 eigene Löcher. Dafür hört man zunehmend Klagen über die „Nebenkosten“: So gibt es einen Klub, der für das private Elektro-Auto eine Jahresgebühr von 1400 Euro verlangt! Aber wen wundert das bei den teuersten Greenfee-Preisen Europas (wenn man den Schnitt der Spielgebühren aller Mallorca-Klubs nimmt und ihn vergleicht mit dem Schnitt aller Klubs anderswo) …

Dem RCD Mallorca sei Dank!

Hazard
Messi

Morata

DENN DER AUF- STIEG IN DIE 1. LIGA BEDEUTET: Wir können uns die besten Fußbal- ler der Welt auf der Insel live anschauen – bei den Heim- spielen des Palma-Klubs! Ich nenne nur ein paar Namen der berühmten Spieler: Morata von Atletico Madrid, Hazard, Bale und Kroos von Real Madrid sowie Messi und Griezmann vom FC Barcelona. Das ist ein Geschenk für Fans und zumin- dest die Termine mit den 3 bes- ten Vereinen der Liga sehen für den Rest der Saison so aus:

RCD – Atletico: Mittwoch,  25. September

RCD – Real Madrid: Sonntag, 20. Oktober

RCD – FC Barcelona: Sonntag, 15. März 2020.

Da kommt Freude auf – wenn man die Tickets rechtzeitig bestellt auf der Website des RCD, und zwar möglichst jetzt, denn die Mallorkiner sind auch ganz verrückt nach den Spiele(r)n …

Mal sehen, ob wir viel von ihm sehen!

MATEU MOREY heißt er, 19 Jahre alt, geboren in Petra – und nun hat ihn Borussia Dortmund mit einem Vertrag über 5 Jahre eingekauft vom FC Barcelona. Ein wasch- echter Insulaner, ausgebildet beim RCD Mallorca (will- kommen zurück in der 1. Liga), ein Supertalent, sagen sie in Spanien, aber ob er häufig spielen wird bei diesem Verein mit dem aufgeblähten Kader? Ein Teenie, der zwar mal Weltmeister mit der U17 war, aber man denke nur daran, dass es letzte Saison selbst Mario Götze kaum von der Ersatzbank auf den Rasen geschafft hat. Aber wenn Money spielt – er hat die Rückennummer 22, wol- len wir ihn begrüßen als einen der Unseren, dem wir Mallorkiner eine glanzvolle Saison wünschen!

Lokalpatriotismus in Hausschuhen …

Meine RCD-Füße …
… und ein Schlappen aus der Nähe

NUN JA, WENN MAN SCHON AUF MALLORCA WOHNT (oder ab und zu einfliegt) und sich für Fußball interessiert (oder auch nicht), kann man doch, ohne gleich zum Hooligan-Fan zu werden, in Hausschuhe schlüpfen, die nicht nur schick sind, sondern auch lokalpatriotisch – die Schlappen des besten Kickerklubs der Insel! Der heißt Real Club Deportivo Mallorca (RCD), ist in Palma Zuhause, war lange Jahre in der 1. Liga, spielt im Moment in der 2. Liga und hat ein heraldisch raffiniertes, aber sehr dekoratives Wappen in Rot und Gold mit Krone und Olivenzweigen. Natürlich hat der RCD auch eine Tienda plus Internet-Shop und da gab es diese wunderbaren Hausschuhe aus strammen schwarzem Filz mit diesem Klub-Logo, wie ich sie auf dem Foto trage.Im Moment sind sie nicht im Angebot, was die Puschen zu Antiquitäten macht, aber sind sie wieder verfügbar, kaufe ich mir sofort ein Ersatzpaar. Wie gesagt, aus tief unten angesiedeltem Lokalpatriotismus, und weil sie ebenso bequem und gut gearbeitet wie mollig warm sind. Und dass es überhaupt so etwas gibt auf Mallorca, wollte ich hiermit verkündet haben …

Hoppla, Triathlon ist ja Big Business …!

Ein schönes Logo …
… und eine tolle Badekappe!

DAS WUSS- TE ICH NICHT, das ahnte ich nicht mal: Dass diese tollen Sportveranstaltungen auf Mallorca nicht nur hehre Leibesübungen sind, sondern knallhartes Geschäft! Ich habe es gemerkt, als sich ein Freund zum Halb-Triathlon in Portocolom anmelden wollte, der in der Woche vor Ostern stattfand: 1 km Schwimmen, 100 km Radeln, 10 km Laufen. Da wollte er mitmachen, sich quälen in der Frühlingssonne, aber sie verlangten 160 Euro als Startgebühr. Was bedeutet: Bei 1000 Teilnehmern springen 160 000 Euro in die Kasse! Klar, es muss viel getan werden für so ein Ereignis, aber verschlingt das mehr als 50 000 Euro Spesen? Und die Preise schlagen auch nicht zu Buche: 1500 Euro für Platz 1, 300 Euro für Platz 5. Mein Freund ist ohne Startnummer nach Hause gefahren, er hat beschlossen, den Triathlon selbst zu veranstalten, mit nur einem Teilnehmer …

SE VENDE: Ein „Asche-Blatt“ von der Armee …

„MILI“ NENNEN SIE ES, das Militär. Das führt ein abgekapseltes Eigenleben auf Mallorca, ist nebenbei größter Grundbesitzer nach dem Adel – und ab und zu trifft man hübsche Sachen, die sie für sich selber herstellen lassen. Wie diesen handtellergroßen Porzellan-Aschenbecher in Form eines Ahornblattes, der aus dem „Centro Deportivo Militär“ in Palma stammt und auf jedem Finca-Tisch hübsch aussieht. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gefunden, ihn – da ich nicht rauche – mit Nüssen bestückt und nun reicht’s, ich verkaufe ihn und 3 Euro scheint mir nicht zu teuer zu sein …

Ratten lieben Maxfly …

Um so einen Ball geht es …
… den ewig hungrigen Nagern

MEHR NOCH: SIE FRES- SEN KEINE ANDE- REN GOLF- BÄLLE! Warum das so ist, weiß ich nicht, vielleicht steckt in den Maxfly eine andere, besser duftende und schmackhaftere Füllung. Jedenfalls ist es so, dass ich in meiner Garage einen Holzbottich mit rund 300 Fundbällen stehen habe, gesammelt aus den Roughs mallorkinischer Golfplätze, und die Ratten nagen die anderen Marken nicht an – sie verschmähen sie, kann man sagen, und selbst dann, wenn zufällig mal kein Maxfly im Bottich ist! Ich denke, wenn ich das der Firma melde, bekomme ich keinen Sponsorenvertrag; aber die anderen Hersteller muss das doch freuen: Der Ball, den die Ratten zum Fressen gern haben …

Ich bin der 1. Deutsche im Klub …

Neu-Mitglied Thorer mit Pate Tofol (l.) und Präsident Sebastia …
… das Klub-Wappen …
… das Klub-Logo von Barcelo

ó

ER HEISST „LA PENYA BARCELONISTA ELS TAMARELLS“ und ist der größte Fan-Klub des FC Barcelona außerhalb Kataloniens mit 1370 Mitgliedernich bin der 1371. im Verein! Von allen Inseln kommen die Mitglieder, sie fliegen regelmäßig zu den Spielen von „Barca“ und in Felanitx haben sie ein bomfortionöses Klubheim mit Museum, das vor ein paar Monaten noch ein Laden für Sanitärbedarf war („Penya“ heißt übrigens auf Mallorquin soviel wie Klub und „Tamarells“ sind Bäume). Erstaunliche Menschen sind die Mitglied, der wunderbare Sänger Tomeu Penya (Namens- gleichheit Zufall!) und der weltberühmte Maler Miquel Barceló, der das Logo des Klubs entwor- fen hat. 35 Euro kostet der Jahresbeitrag, Frauen und Ausländer sind herzlich will- kommen, es gibt eine eigene Mitglieder-Zeitschrift und ein sportliches Klub-Wappen (neben dem Kunstwerk von Barceló) – man muss halt spezieller Fußball-Fan des FC Barcelona sein!  

Diese Nachricht gibt’s übrigens auch auf Mallorquin, veröffentlicht auf der Internetseite des Klubs:

EL PRIMER SOCI ALEMANY DE LA PB ELS TAMARELLS
Des de dimecres passat tenim el primer soci alemany en la nostra penya. Benvingut Axel Thorer, llegendari periodista muniquès, des de fa 35 anys estiueja a Mallorca, seguidor del Bayern Munich, i ara també soci de la PB Els Tamarells.
La Junta Directiva

Auch die Briten haben interessante Hemden …

Das schwere Hemd …
… und das Klub-Logo

ICH SAH ES „SE- COND- HAND“, denn ein Mallorca-Brite, dem offensicht- lich das Geld fürs nächste Bier aus- gegangen war, bot es an: Das Vereins- hemd des Rugby-Clubs „El Toro R. C.“ in Calvia bzw. Magaluf. Ein richtig teuer gemachtes Shirt mit vielen Stickern und vor allem – dem prangenden Logo der Balearen auf der Brust. Kukri ist der Hersteller und mich wunderte, wer die Rugbyspieler so alles sponsert und ebenfalls mit Patch verewigt ist. Unter den Tausenden von Teilen der Herrenoberbekleidung für Einheimische und Touristen, die im Insel-Handel sind, ist das ein Prachtstück und es wurde ja auch Zeit, dass ich endlich auch mal unsere englische Mitbewohner auf der Insel in meinem Blog erwähne. Wobei mir nicht bekannt war, dass die Boys von Calvia sich regelmäßig auch um das lederne Ball-Ei kloppen …