Sport

Greenfee oder Puzzle? Kostet dasselbe …

Von diesen Kästen gibt’s vier …

HIER IST VOM EDLEN RASENSPORT DIE REDE, und auch wieder nicht. Weil ich entdeckt habe, dass man auf Mallorca Golf spielen kann – ohne Schläger! Mit den Puzzles „Exceptional Moments – Die schönsten Golfplätze auf Mallorca.“ 1000 Teile für jeweils 18 Löcher, und da haben sich die Hersteller gedacht: Verlangen wir doch einfach mal 79,99 Euro für das Spielchen, das entspricht in etwa dem Greenfee, das Golfer zahlen müssen, um auf die Plätze gelassen zu werden, und als 1000 Teilchen-Klubs werden Alcanada, Alcudia, Bendinat, Camp de Mar, Muntaner, Son Vida und Palma (?) genannt. Größe, wenn fertig: 64 x 48 cm quer. Das ist als Puzzle impertinent teuer, ich persönlich gehe für den Betrag lieber auf die Runde, aber es kann ja sein, dass einer, wenn’s schüttet, sich seinen Lieblingsplatz aus Frust auf dem Esstisch bauen möchte …

Jetzt auch das noch, klagen die Mallorkiner …!

Silvio Vass mit Siegerpokal und Maskottchen

DENN IHNEN BLEIBT AUCH NICHTS ERSPART! Jetzt gewann ein Deutscher beim Balearentag die „Trobada Internacional Tir De Fona“  – das Steinscheudern, den Nationalsport der Insel. Silvio Vass heißt er. 44 Jahre, Erzieher aus Altensalzkoth bei Celle. Der nicht mal auf Mallorca wohnt. Seit 2009 hat er 4 Turniere gewonnen und nun fürchten ihn die Eingeborenen, wenn er bei ihren Wettkämpfen auftaucht. Späte Rache? Als Artillerie in Caesars X. und XI. Legion waren die ersten Mallorkiner um 50 v. Chr. in Germanien aufgetaucht und hatten unsere Vorfahren in Grund und Boden geballert (daher der Name „Balearen“). Die besaßen zwar auch eine Art Schusswaffe, die kurzen Speere namens Ger (= Germanen), aber gegen die Mallorkiner, die Stein- und Metallkugeln bis zu 300 m weit schleudern konnten, war damit nichts auszurichten. Und nun erscheint ein Germane auf Mallorca und feuert, sozusagen, die Steine zurück! Und die, die seit 4000 Jahren Profis sind, müssen kapitulieren! Nun sind die Insulaner ja kreuzschlaue Zeitgenossen und werden sich die Lufthoheit zurückholen – indem sie ihre Turniere nicht mehr „international“ ausschreiben …

Ich glaub‘ einfach nicht an den Greenfee-Rabatt!

Das Wapperl der IGM

ES WÄRE JA ZU SCHÖN, wenn man sich die völlig überteuerten Greenfees auf Mallorcas Golfplätzen ersparen könnte. 120 Euro für 18 Löcher? Blanke Habgier – aber warum nicht, wenn’s klaglos gezahlt wird, sagen sich die Besitzer! Und nun erscheint der IGM, der „International Golfclub Mallorca“, und verkündet: „Einfach günstig Golf spielen!“ Man traut seinen Augen nicht: „Ab 37,50 Euro pro Runde.“ Wirklich? Man kann sich auf deren Website melden (www.international-golfclub-mallorca.com) melden oder sogar anrufen: 628 62 16 73. Da versichern sie einem, dass alles wahr ist. Aber ich möchte wetten, dass mich mein alter Freund Celestino in Vall d’Or erheitert behandeln würde, wenn ich nur das IGM-Greenfee zu zahlen bereit bin statt der 89 Euro, die es kostet, wenn ich mit einem Mitglied spiele. Da gibt es noch einiges zu klären und vor allem, welche Klubs da wirklich zu welchen Konditionen sowie Jahres-,Wochen- und Tageszeiten mitmachen …

Was ist denn in Santa Ponca los?

DA SCHEINEN DIE GOLFER VON DEN 3 PLÄTZEN ZU FLIEHEN, jedenfalls häufen sich die Verkaufsangebote der Platzaktien! Allein letzte Woche habe ich 3 Angebote von 2 Aktionären gesehen, 1 x mit (18 000 Euro) und 2 x ohne Preisangabe. Nun ist es durchaus so, dass man sich auch auf anderen Insel-Klubs einkaufen kann, Vall d’Or zum Beispiel, ich hatte eine besonders preiswerte Offerte in einem früheren Beitrag genannt. Wobei man feststellen muss, dass die Summen, die verlangt werden, von Jahr zu Jahr geringer werden. War noch 2000 kaum eine Aktie unter 20 000 Euro zu bekommen, konnte man 2019 bei hartem Verhandeln für 4000 Euro fündig werden. Nicht gerade für alle 3 Santa Ponca-Plätze, aber den meisten genügen ja 18 eigene Löcher. Dafür hört man zunehmend Klagen über die „Nebenkosten“: So gibt es einen Klub, der für das private Elektro-Auto eine Jahresgebühr von 1400 Euro verlangt! Aber wen wundert das bei den teuersten Greenfee-Preisen Europas (wenn man den Schnitt der Spielgebühren aller Mallorca-Klubs nimmt und ihn vergleicht mit dem Schnitt aller Klubs anderswo) …

Dem RCD Mallorca sei Dank!

Hazard
Messi

Morata

DENN DER AUF- STIEG IN DIE 1. LIGA BEDEUTET: Wir können uns die besten Fußbal- ler der Welt auf der Insel live anschauen – bei den Heim- spielen des Palma-Klubs! Ich nenne nur ein paar Namen der berühmten Spieler: Morata von Atletico Madrid, Hazard, Bale und Kroos von Real Madrid sowie Messi und Griezmann vom FC Barcelona. Das ist ein Geschenk für Fans und zumin- dest die Termine mit den 3 bes- ten Vereinen der Liga sehen für den Rest der Saison so aus:

RCD – Atletico: Mittwoch,  25. September

RCD – Real Madrid: Sonntag, 20. Oktober

RCD – FC Barcelona: Sonntag, 15. März 2020.

Da kommt Freude auf – wenn man die Tickets rechtzeitig bestellt auf der Website des RCD, und zwar möglichst jetzt, denn die Mallorkiner sind auch ganz verrückt nach den Spiele(r)n …

Mal sehen, ob wir viel von ihm sehen!

MATEU MOREY heißt er, 19 Jahre alt, geboren in Petra – und nun hat ihn Borussia Dortmund mit einem Vertrag über 5 Jahre eingekauft vom FC Barcelona. Ein wasch- echter Insulaner, ausgebildet beim RCD Mallorca (will- kommen zurück in der 1. Liga), ein Supertalent, sagen sie in Spanien, aber ob er häufig spielen wird bei diesem Verein mit dem aufgeblähten Kader? Ein Teenie, der zwar mal Weltmeister mit der U17 war, aber man denke nur daran, dass es letzte Saison selbst Mario Götze kaum von der Ersatzbank auf den Rasen geschafft hat. Aber wenn Money spielt – er hat die Rückennummer 22, wol- len wir ihn begrüßen als einen der Unseren, dem wir Mallorkiner eine glanzvolle Saison wünschen!

Lokalpatriotismus in Hausschuhen …

Meine RCD-Füße …
… und ein Schlappen aus der Nähe

NUN JA, WENN MAN SCHON AUF MALLORCA WOHNT (oder ab und zu einfliegt) und sich für Fußball interessiert (oder auch nicht), kann man doch, ohne gleich zum Hooligan-Fan zu werden, in Hausschuhe schlüpfen, die nicht nur schick sind, sondern auch lokalpatriotisch – die Schlappen des besten Kickerklubs der Insel! Der heißt Real Club Deportivo Mallorca (RCD), ist in Palma Zuhause, war lange Jahre in der 1. Liga, spielt im Moment in der 2. Liga und hat ein heraldisch raffiniertes, aber sehr dekoratives Wappen in Rot und Gold mit Krone und Olivenzweigen. Natürlich hat der RCD auch eine Tienda plus Internet-Shop und da gab es diese wunderbaren Hausschuhe aus strammen schwarzem Filz mit diesem Klub-Logo, wie ich sie auf dem Foto trage.Im Moment sind sie nicht im Angebot, was die Puschen zu Antiquitäten macht, aber sind sie wieder verfügbar, kaufe ich mir sofort ein Ersatzpaar. Wie gesagt, aus tief unten angesiedeltem Lokalpatriotismus, und weil sie ebenso bequem und gut gearbeitet wie mollig warm sind. Und dass es überhaupt so etwas gibt auf Mallorca, wollte ich hiermit verkündet haben …

Hoppla, Triathlon ist ja Big Business …!

Ein schönes Logo …
… und eine tolle Badekappe!

DAS WUSS- TE ICH NICHT, das ahnte ich nicht mal: Dass diese tollen Sportveranstaltungen auf Mallorca nicht nur hehre Leibesübungen sind, sondern knallhartes Geschäft! Ich habe es gemerkt, als sich ein Freund zum Halb-Triathlon in Portocolom anmelden wollte, der in der Woche vor Ostern stattfand: 1 km Schwimmen, 100 km Radeln, 10 km Laufen. Da wollte er mitmachen, sich quälen in der Frühlingssonne, aber sie verlangten 160 Euro als Startgebühr. Was bedeutet: Bei 1000 Teilnehmern springen 160 000 Euro in die Kasse! Klar, es muss viel getan werden für so ein Ereignis, aber verschlingt das mehr als 50 000 Euro Spesen? Und die Preise schlagen auch nicht zu Buche: 1500 Euro für Platz 1, 300 Euro für Platz 5. Mein Freund ist ohne Startnummer nach Hause gefahren, er hat beschlossen, den Triathlon selbst zu veranstalten, mit nur einem Teilnehmer …

SE VENDE: Ein „Asche-Blatt“ von der Armee …

„MILI“ NENNEN SIE ES, das Militär. Das führt ein abgekapseltes Eigenleben auf Mallorca, ist nebenbei größter Grundbesitzer nach dem Adel – und ab und zu trifft man hübsche Sachen, die sie für sich selber herstellen lassen. Wie diesen handtellergroßen Porzellan-Aschenbecher in Form eines Ahornblattes, der aus dem „Centro Deportivo Militär“ in Palma stammt und auf jedem Finca-Tisch hübsch aussieht. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gefunden, ihn – da ich nicht rauche – mit Nüssen bestückt und nun reicht’s, ich verkaufe ihn und 3 Euro scheint mir nicht zu teuer zu sein …