Sport

Mal sehen, ob wir viel von ihm sehen!

MATEU MOREY heißt er, 19 Jahre alt, geboren in Petra – und nun hat ihn Borussia Dortmund mit einem Vertrag über 5 Jahre eingekauft vom FC Barcelona. Ein wasch- echter Insulaner, ausgebildet beim RCD Mallorca (will- kommen zurück in der 1. Liga), ein Supertalent, sagen sie in Spanien, aber ob er häufig spielen wird bei diesem Verein mit dem aufgeblähten Kader? Ein Teenie, der zwar mal Weltmeister mit der U17 war, aber man denke nur daran, dass es letzte Saison selbst Mario Götze kaum von der Ersatzbank auf den Rasen geschafft hat. Aber wenn Money spielt – er hat die Rückennummer 22, wol- len wir ihn begrüßen als einen der Unseren, dem wir Mallorkiner eine glanzvolle Saison wünschen!

Lokalpatriotismus in Hausschuhen …

Meine RCD-Füße …
… und ein Schlappen aus der Nähe

NUN JA, WENN MAN SCHON AUF MALLORCA WOHNT (oder ab und zu einfliegt) und sich für Fußball interessiert (oder auch nicht), kann man doch, ohne gleich zum Hooligan-Fan zu werden, in Hausschuhe schlüpfen, die nicht nur schick sind, sondern auch lokalpatriotisch – die Schlappen des besten Kickerklubs der Insel! Der heißt Real Club Deportivo Mallorca (RCD), ist in Palma Zuhause, war lange Jahre in der 1. Liga, spielt im Moment in der 2. Liga und hat ein heraldisch raffiniertes, aber sehr dekoratives Wappen in Rot und Gold mit Krone und Olivenzweigen. Natürlich hat der RCD auch eine Tienda plus Internet-Shop und da gab es diese wunderbaren Hausschuhe aus strammen schwarzem Filz mit diesem Klub-Logo, wie ich sie auf dem Foto trage.Im Moment sind sie nicht im Angebot, was die Puschen zu Antiquitäten macht, aber sind sie wieder verfügbar, kaufe ich mir sofort ein Ersatzpaar. Wie gesagt, aus tief unten angesiedeltem Lokalpatriotismus, und weil sie ebenso bequem und gut gearbeitet wie mollig warm sind. Und dass es überhaupt so etwas gibt auf Mallorca, wollte ich hiermit verkündet haben …

Hoppla, Triathlon ist ja Big Business …!

Ein schönes Logo …
… und eine tolle Badekappe!

DAS WUSS- TE ICH NICHT, das ahnte ich nicht mal: Dass diese tollen Sportveranstaltungen auf Mallorca nicht nur hehre Leibesübungen sind, sondern knallhartes Geschäft! Ich habe es gemerkt, als sich ein Freund zum Halb-Triathlon in Portocolom anmelden wollte, der in der Woche vor Ostern stattfand: 1 km Schwimmen, 100 km Radeln, 10 km Laufen. Da wollte er mitmachen, sich quälen in der Frühlingssonne, aber sie verlangten 160 Euro als Startgebühr. Was bedeutet: Bei 1000 Teilnehmern springen 160 000 Euro in die Kasse! Klar, es muss viel getan werden für so ein Ereignis, aber verschlingt das mehr als 50 000 Euro Spesen? Und die Preise schlagen auch nicht zu Buche: 1500 Euro für Platz 1, 300 Euro für Platz 5. Mein Freund ist ohne Startnummer nach Hause gefahren, er hat beschlossen, den Triathlon selbst zu veranstalten, mit nur einem Teilnehmer …

SE VENDE: Ein „Asche-Blatt“ von der Armee …

„MILI“ NENNEN SIE ES, das Militär. Das führt ein abgekapseltes Eigenleben auf Mallorca, ist nebenbei größter Grundbesitzer nach dem Adel – und ab und zu trifft man hübsche Sachen, die sie für sich selber herstellen lassen. Wie diesen handtellergroßen Porzellan-Aschenbecher in Form eines Ahornblattes, der aus dem „Centro Deportivo Militär“ in Palma stammt und auf jedem Finca-Tisch hübsch aussieht. Ich habe ihn vor ein paar Jahren auf einem Insel-Flohmarkt gefunden, ihn – da ich nicht rauche – mit Nüssen bestückt und nun reicht’s, ich verkaufe ihn und 3 Euro scheint mir nicht zu teuer zu sein …

Ratten lieben Maxfly …

Um so einen Ball geht es …
… den ewig hungrigen Nagern

MEHR NOCH: SIE FRES- SEN KEINE ANDE- REN GOLF- BÄLLE! Warum das so ist, weiß ich nicht, vielleicht steckt in den Maxfly eine andere, besser duftende und schmackhaftere Füllung. Jedenfalls ist es so, dass ich in meiner Garage einen Holzbottich mit rund 300 Fundbällen stehen habe, gesammelt aus den Roughs mallorkinischer Golfplätze, und die Ratten nagen die anderen Marken nicht an – sie verschmähen sie, kann man sagen, und selbst dann, wenn zufällig mal kein Maxfly im Bottich ist! Ich denke, wenn ich das der Firma melde, bekomme ich keinen Sponsorenvertrag; aber die anderen Hersteller muss das doch freuen: Der Ball, den die Ratten zum Fressen gern haben …

Ich bin der 1. Deutsche im Klub …

Neu-Mitglied Thorer mit Pate Tofol (l.) und Präsident Sebastia …
… das Klub-Wappen …
… das Klub-Logo von Barcelo

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ER HEISST „LA PENYA BARCELONISTA ELS TAMARELLS“ und ist der größte Fan-Klub des FC Barcelona außerhalb Kataloniens mit 1370 Mitgliedernich bin der 1371. im Verein! Von allen Inseln kommen die Mitglieder, sie fliegen regelmäßig zu den Spielen von „Barca“ und in Felanitx haben sie ein bomfortionöses Klubheim mit Museum, das vor ein paar Monaten noch ein Laden für Sanitärbedarf war („Penya“ heißt übrigens auf Mallorquin soviel wie Klub und „Tamarells“ sind Bäume). Erstaunliche Menschen sind die Mitglied, der wunderbare Sänger Tomeu Penya (Namens- gleichheit Zufall!) und der weltberühmte Maler Miquel Barceló, der das Logo des Klubs entwor- fen hat. 35 Euro kostet der Jahresbeitrag, Frauen und Ausländer sind herzlich will- kommen, es gibt eine eigene Mitglieder-Zeitschrift und ein sportliches Klub-Wappen (neben dem Kunstwerk von Barceló) – man muss halt spezieller Fußball-Fan des FC Barcelona sein!  

Diese Nachricht gibt’s übrigens auch auf Mallorquin, veröffentlicht auf der Internetseite des Klubs:

EL PRIMER SOCI ALEMANY DE LA PB ELS TAMARELLS
Des de dimecres passat tenim el primer soci alemany en la nostra penya. Benvingut Axel Thorer, llegendari periodista muniquès, des de fa 35 anys estiueja a Mallorca, seguidor del Bayern Munich, i ara també soci de la PB Els Tamarells.
La Junta Directiva

Auch die Briten haben interessante Hemden …

Das schwere Hemd …
… und das Klub-Logo

ICH SAH ES „SE- COND- HAND“, denn ein Mallorca-Brite, dem offensicht- lich das Geld fürs nächste Bier aus- gegangen war, bot es an: Das Vereins- hemd des Rugby-Clubs „El Toro R. C.“ in Calvia bzw. Magaluf. Ein richtig teuer gemachtes Shirt mit vielen Stickern und vor allem – dem prangenden Logo der Balearen auf der Brust. Kukri ist der Hersteller und mich wunderte, wer die Rugbyspieler so alles sponsert und ebenfalls mit Patch verewigt ist. Unter den Tausenden von Teilen der Herrenoberbekleidung für Einheimische und Touristen, die im Insel-Handel sind, ist das ein Prachtstück und es wurde ja auch Zeit, dass ich endlich auch mal unsere englische Mitbewohner auf der Insel in meinem Blog erwähne. Wobei mir nicht bekannt war, dass die Boys von Calvia sich regelmäßig auch um das lederne Ball-Ei kloppen …

Es gibt kaum noch Golf-Aktien …

Ein aktueller Preis …
… und nur für 1 Jahr!

FRÜHER WAREN DIE ANZEIGENSEITEN VOLL MIT ANGEBOTEN –  weil jede Menge Leute VOLLMITGLIEDSCHAFTEN in den Golfklubs der Insel, vornehm „Aktien“ genannt, verkauften. Einige konnten sogar zum unlimitierten Spielen auf strikt privaten Anlegen berechtigen (z. B. Santa Ponca III) und ihr Preis hing, oft kurioserweise, von der Notlage der Verkäufer, dem Zustand der deutschen Wirtschaft und der Fluktuation der Mitglieder ab. Für Touristen war das eher keine sinnvolle Ausgabe, aber für Residenten im Umkreis lohnte sich das durchaus – bei den horrenden Greenfee-Preisen von bis zu 120 Euro! Was ich damit meine: Eine „Aktie“ von Bendinat nützt einem Golfer aus Pollenca wenig (und umgekehrt). Die Preise variierten allerdings gewaltig, tatsächlich wie Aktienkurse, da gab es Angebote für Andratx für 25 000 Euro und für Vall d’Or für 18 000 Euro. Man konnte sich quasi in jeden Golfklub einkaufen, sogar in alle drei Santa Ponca-Plätze, und das zum Schnäppchenpreis von 13 800 Euro*. Damit scheint jetzt Schluss zu sein, es werden keine Aktien mehr angeboten und ich, der ich regelmäßige Blicke bei „Dies & Das“ in die Anzeigenseiten der beiden Mallorca-Blätter werfe, entdeckte in den letzten drei Monaten nur eine Voll d’Or-Offerte, über deren günstige Preisentwicklung ich in einem anderen Post berichtet habe. – Das Neueste: Eine Mitgliedschaft für nur 1 Jahr, wurde im Herbst 2018 für Maioris angeboten …

*Diese Woche entdeckte ich die abgebildete Anzeige, jetzt soll Santa Ponsa plötzlich 24 500 Euro kosten …

Habgier gegen Hitze!

Selbst bei 36° wird …

 

… das volle Greenfee verlangt

ES HABEN SICH GOLFER BESCHWERT BEI MIR – und ich konnte es nicht glauben! Dass der Golfklub Vall d’Or (und vielleicht auch andere, das kann ich mir gut vorstellen auf Mallorca) im Moment keine halbierten Greenfees für 9 Löcher akzeptiert! Man ist herzlichst eingeladen, die halbe Runde zu spielen – muss aber für die ganze zahlen. Ich habe extra dort angerufen und sie haben es mir bestätigt. Also nix 60 Euro, sondern 120 Euro (als Fremder) oder 89 Euro (mit einem Mitglied). Trotz der Hitze, die keiner 2 1/2 oder gar 4 Stunden unter praller Sonne aushält, selbst nicht mit Auto und Abschlag um 7 Uhr! Da negiert die Habgier die Hitze und der Prinz, der den Klub besitzt, kennt keine Gnade …