Strand

Jetzt herrscht endlich Ruhe auf der Insel …

Herrlich, die 5. Jahreszeit ist angebrochen …

DIE MEISTEN HOTELS SIND ZU, viele Restaurants ebenfalls, offen sind nur noch jene Etablissements, die nicht auf Touristen angewiesen sind, sondern von den Einheimischen leben: die Dorfbars, die kleinen Posadas, die Kirchen mit dem Orgelspiel und die Läden, die keine Souvenirs verkaufen, sondern Notwendigkeiten des Lebens. Auf den Märkten wird wieder (stundenlang) geschwätzt und der beste Käse wird angeboten, weil die Schafe und Ziegen ihre Brut genährt haben und die Milch nun wieder den Menschen zur Verfügung steht: Mallorkinern und ausländischen Residenten. Ein paar Golfer treiben sich noch rum, ratlos, wo sie nach dem Spiel unter Ihresgleichen einkehren sollen, aber die verkraften wir. Die lästigeren Zugvögel der menschlichen Art (und die Teufelswespen) sind Zuhause im Winterquartier, die Insel ist wirklich „calma“ geworden, die Hektik wurde mit den Charterflugzeugen exportiert, die Strände haben wieder eine Landschaft und einen Horizont, auch wenn das Meer allmählich „Brrr“-Temperatur bekommt, und das „Ballermann“-Kehlchen singen nur noch unter der Dusche falsch. Wenn jetzt für ein paar Stunden die Sonne strahlt, denn ist es auf Mallorca selten schöner. Man trifft plötzlich sehenswerte alte Bekannte, die vorher die Masse Mensch gescheut und sich verkrochen hatten, und die ehrliche echte Inselküche erlebt eine saisonale Renaissance, denn den Köchen bleibt der Touristenfraß erspart. Geregnet hat’s auch endlich, es grünt und blüht, die Erde hat aufgeatmet und ich sitze dicht an der von der Sommerhitze noch aufgeheizten Hauswand und erlebe die 5. Jahreszeit Mallorcas – den Frühling nach dem Herbst und vor dem Winter …

400 Kilo Gift pro Tag aus Sonnencremes …?

DER WISSENSCHAFTLER DAVID SANCHEZ-QUILES IST EIN SERIÖSER MANN. Wenn er etwas untersucht, hat man das mit Respekt zu betrachten. Auch wenn ich an den Satz meiner Mutter erinnert werde: „Ehe ich mich wundere, glaub‘ ich’s nicht“. Denn der Mallorkiner hat herausge- funden (am Strand von Palmira bei Calvia, aber hochgerechnet auf die ganzen Bale- aren), dass die Badenden im Sand und im Wasser pro Tag rund 400 Kilo Giftstoffe hinterlassen, die aus ihren Sonnenschutz- mitteln stammen!!! 8 Zentner alle 24 Stunden – diese Schreckensnachricht war dem „Dario de Mallorca“ eine ganze Seite wert (Übertitel: „Nuevos Elementos Toxicos“), und die Schlagzeile hat natürlich auch mich wachgerüttelt. Zweifler fragen sich natürlich: Wie will der Mann das gemessen haben? Und: Wenn die Badenden soviel Gift in der Natur verteilt haben, was ist denn mit ihrer Haut passiert? Nun warte ich darauf, dass die Umweltschützer ein Siegel erfinden und nur noch naturreine Cremes zugelassen werden …

Das ist – schlichtweg – das Paradies!

Terrasse am Meer …
… der große Lebensraum …
… Aufriss mit Bett (1) und Kamin (2) …
… die Hütte vom Land her …
… und die Lage auf Mallorca

ES HEISST FINCA L’ESCORIAL, liegt in der Nähe von sa Rapita im Südosten und ist, mal den Mund voll genommen, das einzige Häuschen zum Mieten, das direkt am Meer liegt! Es ist eine ehemalige Fischerhütte, urig, jedoch gut saniert für Urlauberansprüche, sie hat (nur) einen 35 qm großen Raum und es können 2 Personen dort wohnen. Mit einer Küchenzeile, Kamin, Duschbad und überdachter Terrasse mit Liegen. Man stelle sich das vor: Ein Pärchen in romantischer Einsamkeit im eigenen Bungalow am Mittelmeer. Der nächste Sandstrand heißt Raco de s’Arena und ist um die Ecke, ebenso wie der nächste Ort, s’Estanyol, und zur Hütte gehören, man glaubt’s kaum, 300 000 qm Land! Der Flughafen ist übrigens 35 km entfernt. Der Vermieter fincallorca preist L’Escorial als „quasi konkurrenzlos“ an und da haben sie recht. Preis: Je nach Jahreszeit zwischen 110 und 210 Euro/Tag. Wie bucht man? Übers Internet oder die deutsche Telefonnummer 0049 521 448 184 70 wählen.

Psst, es gibt da einen Strand …!

Der Strand in himmlischer Einsamkeit …
… und ganz rechts oben, das ist die Calo des Marmols

EIGENTLICH VERRATE ICH IHN JA UNGERN, nachdem ich schon mit haltloser Berichterstattung die damals nur Eingeweihten bekannte Cala Varques ruiniert habe. Aber mit diesem Post möchte ich die dauernde Fragerei stoppen: „Weißt Du nicht einen Strand, an dem wir völlig unter uns sind?“ Ja, weiß ich – die Calo des Marmols! Sie liegt an der Südostküste, 5,5 km vom Cap de des Salines (Parkplatz und Ausgangspunkt) entfernt nach Norden in Richtung Es Lombards (2 Stunden anstrengender Fußmarsch), ist nur 40 m breit, der Sand ist weiß und fein mit einigem Kies, die Bucht ein Fjord mit türkisgrünem, kristallklarem Wasser, dessen Tiefe sanft abfällt. Es gibt da nichts – außer der Natur, man muss also Alles mitbringen. Und: Der Weg vom Cap ist schattenlos, verläuft auf mühsam-felsigen Grund und hinunter in die Bucht besteht veritable Absturzgefahr (Hände benützen!). Einmal unten, ist jede Mühsal vergessen, dann stören nur Boatpeople, unter den sich dieses kleine Paradies leider herumgesprochen hat, sonst trifft man höchstens ein paar Insider aus der Umgebung. Lage für GPS-Fähige: 39°17’20“ N – 3°05’24“ E. Übrigens: In kaum einem gedruckten Strandführer findet man meinen Tipp, im Internet ist er allerdings ganz gut vertreten …

Rettet die Cala Varques!

Die Bucht auf einer wundervollen Luftaufnahme von Piers Haskard

DAS MUSS AUSGERECHNET ICH SAGEN, der ihre Schönheit in jedem Blatt verbreitet hat, das mich um Mallorca-Tipps bat. Ich bin schuld, dass diese Südsee-Bucht zwischen Cales de Mallorca und Portocristo aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen wurde und heute überfüllt ist wie ein toter Vogel von Ameisen. Nun haben sie den Unschuldigsten der Besetzer, den Chiringuito-Mann zu 100 000 Euro Strafe verurteilt wg. illegaler Tätigkeit in der Cala Varques. Ein unbegreiflicher Unsinn, denn der hat nichts weiter getan, als unter einem Sonnenschirm und hinter einer Naturstein-Theke Getränke zu verkaufen. Ein Wohltäter, denn er hat auch noch dafür gesorgt, dass möglichst wenige Lagerfeuer angezündet werden und die Schmutzfinken ihren Müll mitnehmen. Gegen die Dutzenden von Campern, die halbe Slums in die Bucht bauen, ist niemand vorgegangen – und gegen die peinlichen Exhibitionisten, die sich „FKK-ler“ zu nennen belieben, auch nicht. Und was ist mit dem Typen, der kreischend und mit einer Fahne winkend, und natürlich satt abkassierend, ein Parkplatz-Business aufgezogen hat an der Straße nach Portocristo? Der kommt wohl auch noch dran. Ich bin immer und zu 100 % für Eigeninitiative, bewundere den Parkplatzwächter und den Chiringuito-Mann für ihre Energie, besonders wenn sie damit dem Allgemeinwohl dienen. Das sind die Juan Marchs der Gegenwart. Und so einem armen Teufel, der nichts erkennbar Kriminelles getan hat, eine Strafe von 100 000 Euro aufzubrummen, macht mich fassungslos …

Positiv ueberrascht am Strand!

Das Restaurant mit Bucht …

MAN GLAUBT ES KAUM: Selbst langjährige Horrorsiedlungen entwickeln sich! Wer heute nach Cala Murada (eine deutsche Urbanisation an der Ostküste) einbiegt, ist überrascht, wie sich die Botanik, die Architektur, das Publikum und die Strand-Situation verändert haben – zum Positiven! Gärten verstecken die Billighäuschen der Frühzeit (Ende der 50er-, Anfang 60er-Jahre, auch meine Familie hat mal dort gewohnt) und bei der Infrastruktur ist die Vernunft in die Habgier eingekehrt. Und dann fuhr ich hinunter zum Strand, sah das weiße Restaurant im Ibiza-Stil („Cala Murada Beach“), umrundete es, um auf die Terrasse zu gelangen, und nun schreibe ich diesen Post: tolle Aussicht, reizende Bedienung, unerwartete Ruhe, interessante Speisekarte (mit frischen Produkten und großen Portionen), zivile Preise (siehe Abbildung), reichliche Drink-Auswahl, schattige Plätze und Geöffnet von 10 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts! Das ist kein Sterne-Lokal, damit wir uns nicht missverstehen. Aber wer zwischen Santanyi und Canyamel direkt am Strand anständig speisen möchte (und nicht in einer zusammengekloppten Holzbude), findet hier ein Restaurant, zu dem er immer wieder gerne zurückkehrt (so wie ich). P. S.: Wer mich verdächtigen sollte – ich kenne den Besitzer nicht und der weiß auch nicht, dass ich das schreibe …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschichte vom nackten Wiener …

So sieht er aus, der charmante Schlawi(e)ner 

DAS IST KEIN TIPP, und lernen kann man daraus auch nichts. Aber es ist eine amüsante und überraschende Episode aus dem normalen Leben auf der Insel! Sie geht so: Ein Österreicher, um die 60, gut aussehend, rank & schlank und gepflegt, betreibt das Hobby, jeden Strand durch sein unbekleidetes Erscheinen zum FKK-Terrain zu machen – mutig, fast schamlos, taub gegen Proteste und nackt-ideologisch verbohrt. So tauchte er eines Tages auch am berühmten Chiringuito von Mauri an der Coste de los Pinos auf, spazierte mit wedelndem Gemächt und schakernden Pobacken ohne einen Fetzen auf dem Leib ins Meer – und wurde denunziert: Einem Gast passte das nicht und informierte die Polizei in Son Servera. Als die erschien, saß der Österreicher längst wieder voll begleitet mit Mauri an einem Tisch und speiste zu einer Flasche des weißen Hausweins Gambas in kochendem Knoblauch-Öl. Vergeblich suchten die Polizisten den Nackten, der Denunziant deutete auf den Bekleideten, die Polizisten glaubten sich vergackeiert, besprachen das mit Mauri, der ihnen mitteilte, vor kurzem sei mal ein Mann schnell ohne Badehose ins Meer gesprungen, sitze aber nun hier mit ihm in voller Freizeitmontur am Tisch – und da zogen sie ab. Mit den Worten: „Um einen zu erwischen, müssen wir ihn in flagranti ertappen.“ Da erlaubte sich der Österreicher, dem Denunzianten einen nackten Mittelfinger zu zeigen, was Mauri wahrscheinlich einen Gast gekostet hat …

Lauter Edelsteine am Strand!

GlasSIND SIE NICHT BEZAUBERND, diese Kostbarkeiten, die das Meer angespült hat? Ich sammle sie seit Jahren, weil ich immer wieder „Die Maschinerie von Mutter Natur“ bewundere, oder besser gesagt: Was Neptun mit Müll macht! Denn diese weißen, braunen, grünen und orangenen Edelsteine waren mal Glasflaschen, die irgendein Öko-Hooligan ins Meer geworfen hat. Dann zerbröselte Neptun sie, die Splitter sanken auf den Grund, wurden mit der Brandung – gaaanz langsam, vielleicht sogar jahrelang – an den Strand befördert und dabei geschliffen. So sehr, dass meist nicht mehr erkennbar ist, dass sie mal Flaschen waren. Die Glasreste haben runde Ecken, durch die rauen Sandkörner einen „Lalique-Touch“ und beim Schleifen alle die ungefähre Größe von Münzen bekommen. Ich stecke sie in einen schmalen, hohen Glasbehälter, stelle sie gegen das Licht und da blitzen sie tatsächlich auf wie Edelsteine. Ein Tipp: Aus einem rätselhaften Grund habe ich die meisten und schönsten Exemplare in der Bucht von Formentor gefunden …

Kult-Hemd aus der Kult-Bar

playa-hemd-1DER CHIRINGUITO „LA PLAYA“ an der Costa de los Pinos ist, behaupte ich, einer der 10 kultigsten Treffpunkte der Insel (zumindest zwischen April und Oktober). Täglich ausgebucht von 12 bis 19 Uhr, direkt an einem feinen weißen und gepflegten Sandstrand, mit Sitzplätzen unter Bäumen und Dächern, einer erstklassigen Speisekarte, wirklich coolen Getränken, einem aufmerksamen Blitz-Service (kommandiert von Mauri & Julie, den italienisch-britischen Pächtern) und Preisen, die jedes bescheidene Girokonto aushält. Nun gibt es, um den Kult noch zu steigern, das T-Shirt zur Bar, entworfen von derselben Künstlerin, die auch die Speisekarte gestaltet hat: Uta Exner aus Canyamel. Aus reiner Baumwolle, aufwendig bedruckt mit einem krachlebendigen Fisch in vielen Farben und Über-Original-Größe, mit dem dezenten Hinweis Bar Playa, zu haben in allen Größen und lieferbar auf Anfrage nur über diese Email-Adresse (Achtung, die „Bar Playa“ verkauft es nicht!): utaexner@yahoo.com. Leider ist es nicht ganz billig, angeblich, weil der spezielle Farbdruck so teuer ist, es kostet ca. 35 Euro.

Rein ins Fuenffach-Tuch, Ladys!

Hemd 1ES IST EIN FASHION-TEIL FÜR SCHICKE FRAUEN JEDEN ALTERS, eigentlich nur ein weites, doppelt gelegtes Stück Tuch aus einem feinen, fast durchsichtigen Flatterstoff, der – geknüllt – in ein Mäusefäustchen passt. Aber wie die Fotogalerie mit der hübschen Markt-Verkäuferin zeigt: Man kann es so, so, so, so oder so tragen! Fünfmal auf immer unterschiedliche Weise, ideal im Sommer, am Strand, für Hemd 2heiße Tage und romantische Abende: Mode a la Mallorca, Fashion für die Finca, Couture in der Cala. Ich als Mann habe das Prinzip nicht ganz verstanden, aber immerhin begriffen, dass es eine Bluse, ein Poncho, ein Bikini-Oberteil, eine Stola und ein Schal sein kann. Man findet die Verkäuferin auf den Wochenmärkten mit einer Open air-Boutique voller schicker Kleidung, da führt sie die Varianten auch gerne vor, das Fünffach-Tuch gibt es in etwa 20 Farb- und Muster-Variationen, es kostet 12 Euro und verbilligt sich auf 11 Euro, wenn man zwei kauft – und auf 10 Euro bei drei Stück. Nun ja, sie lässt auch noch mit sich handeln …