Straßen & Plätze

Wir renovieren jetzt unsere Straße selbst …

… SAGTEN EINIGE DEUTSCHE UND NAHMEN IHRER GEMEINDE DIE KOSTEN AB! Nun frage ich mich: Ist das gut? Soll man das einreißen lassen? Da wo ich wohne, standen wir auch vor diesem Problem: 16 Nachbarn – 7 Mallorkiner, 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Die Frage war: Einen löchrigen Schafspfad asphaltieren mit anständiger Drainage? Die Gemeinde weigerte sich: Zu hohe Kosten für nur 16 Parteien. Sie schickte stattdessen eine Fuhre Schotter und glich die Unebenheiten aus. Und die Anwohner? Von den 9 Ausländern wollten sich 8 am Neubau beteiligen, von den 7 Mallorkinern nicht ein einziger! Plan tot. Nicht so in der Urbanisation „Es Pelats“ in Cala Rajada, genannt „Der deutsche Berg“. Da übernahmen die 50 Deutschen die Kosten für die Erneuerung der Straßen (50 000 Euro), zahlten also jeder 1000 Euro. Die Gemeinde Capdepera war fein raus. Und die eingeborenen Bewohner von „Es Pelats“? Da schrieb ein Deutscher vielsagend: „Jetzt sind alle glücklich, auch die Spanier, dass sie gefahrlos zu ihren Wohnungen gelangen können.“ Aha! Ein bemerkenswerter Vorgang, aber ich ahne, dass die Gemeinderatsmitglieder (und die spanischen Nachbarn) sich insgeheim an die Stirn tippen über die doofen Deutschen … – aber sei’s drum!

Mein Corona-Tagebuch: Verkehr!

2021 WIRD EINE ERFREULICHE ZAHL VERÖFFENTLICHT WERDEN, und rechnet man sie auf gegen die armen Menschen, die der Virus aus dem Leben geholt hat, dann wird sich für Mallorca eine überraschende Statistik ergeben: Weniger Verkehrstote, und vielleicht genauso viele weniger, wie es Corona-Opfer gibt! Denn seit Wochen sind die Straßen nicht gerade leer, aber weit weniger frequentiert. Es fehlt z. B. die gesamte Mietwagenflotte, immerhin rund 80 000 Fahrzeuge, die Zweitbewohner der Insel, auch ein paar Zehntausend, mussten ihre Fahrzeuge seit April in den Garagen und Parkbuchten lassen, und die Einheimischen waren wochenlang gezwungen, Zuhause zu bleiben oder sich nur sehr eingeschränkt auf Rädern zu bewegen. Nun darf man freilich die Toten nicht so verrechnen, Entschuldigung!, aber die kleine Zahl der Verkehrstoten ist doch ein angenehmer Nebeneffekt des Virus

Schildbürger gibt’s auch auf Mallorca …

Gibt es Leute in Felanitx, die durch Mauern gehen können …? Es sieht so aus …

… WIE MAN AN DIESEM ZEBRASTREIFEN SIEHT. Ich habe ihn in Felanitx vor der Casa de Cultura und gegenüber der Ortskathedrale entdeckt und er lädt die die Benutzer dazu ein, direkt gegen eine Wand zu laufen! Mir erscheint das Gemäuer, das den Zebrastreifen blockiert, keineswegs neu zu sein und davor gibt es auch keinen Gehweg. Was die Streifenpinselei umso rätselhafter macht. Und skurril ist ebenso, finde ich, dass man das Ding nicht weggemalt hat, als endlich klar war, was für ein Unsinn da existiert …

Achtung, ganz gemeine neue Radarfalle!

Nicht zu erkennen …
… nicht mal von nah!

SIE IST NEU und steht an der Straße von Campos nach Felanitx (nach dem Berg rechts). Ich hielt die Anlage für ein geodätisches Instrument, erkannte die Tücke nicht. Aber ein mallorkinischer Freund hat mich gewarnt: Es ist tatsächlich eine neue Art von Radarfalle, mit einer raffiniert versteckten Kamera, betrieben mit Sonnenenergie und absichtlich getarnt als Straßenbau-Relikt. Da hat sich die Policia wirklich was einfallen lassen! Durchaus möglich, dass ähnliche Fallen auch anderswo auf der Insel angebracht wurden, für die gilt meine Warnung dann auch.

Schon mal einen Hirsch von rechts gesehen?

ICH NICHT! NICHT MAL VON LINKS ... – es gibt kein Hochwild auf der Insel, abgesehen von den scheuen Bergbewohnern, den Balea- rischen Wildziegen. Und dennoch habe ich an der Ostküste dieses Verkehrsschild gesehen, das davor warnt, dass einem ein Hirsch vors Auto springen könnte. Was ja nicht möglich ist, aber wer oder was ist damit gemeint? Kühe, Pferde, Muli, Esel, Schafe, Ziegen? Oder hat irgendeine verquere EU-Anordnung die Mallorkiner veran- lasst, dieses Wildwechsel-Zeichen völlig sinnlos an ihre in dieser Be- ziehung sicheren Straßen zu platzieren?

 

 

 

Danke für die Information!

Hübsch und informativ …

DA KANN ES PASSIEREN, dass einer im Carrer d’en Sabastia Rubí wohnt, keine Ahnung hat, wer dieser Rubí war, vielleicht ist es ihm auch piepegal, und doch gehört es sich, aus Höflichkeit den Ureinwohnern gegenüber, dass man sich wenigstens mal erkundigt! Nun gibt es einige Gemeinden (wenige, aber immerhin …), die ihren Bürgern das lästige Nachfragen ersparen, indem sie gleich auf ihre Straßenschilder schreiben, wer der Mensch war, der so geehrt wird. Und so erfährt man zum Beispiel in Manacor, dass jener Sebastia Rubí ein Theater-Autor war, also ein Dramatiker (und ich kann zu ihm nachtragen, dass er von 1905 bis 1985 gelebt hat). Gracias! und hübsch ist das Kachelschild auch noch. Ich mag sowas, es bringt uns die Insel-Kultur drei Millimeter näher und es kann doch sein, dass dieser Señor Rubí Stücke schrieb, die richtig gut waren und auch uns Deutsche interessieren würden, wenn wir sie verstehen könnten …

Hier wird’s richtig eng …

Der Carrer ist rechts unten 

ER HEISST CARRER DE CRIANCA, liegt nicht weit von der Kathedrale und ist eine Gasse in Palmas Altstadt, zwischen der Sol und der Monti-Sion, die so eng ist, dass sie sich aus den Etagen einen Teller Paella von Haus zu Haus rüberreichen können. Geht man durch den Carrer, kommt man sich vor wie in einem Tunnel mit Licht am Ende und der Himmel blickt nur einen Spalt breit herein (auch weil sich die Häuser oben gegeneinander neigen), deshalb herrscht hier immer eine gewisse Dämmerung. Ich habe bemerkt, dass die Fensterläden an einigen Gebäuden nicht aufgeklappt werden können, sondern an der Hauswand entlang verschoben werden müssen – im Parterre würden sie sonst zur Straßensperre werden! Da muss vor einigen Jahrhunderten wenig Platz gewesen sein, zumal damals ein breiter Lauf- und Fahrweg als unanständiger Luxus galt. Es ist ein lustiger kleiner Ausflug, wenn man sowieso in der Gegend ist, und ich rate dazu …

Wer, bitte, darf hier nicht fahren?

Was sieht man da?

ALSO ENTWEDER IST DAS EIN VERBOTSSCHILD VON ANNO DUNNEMAL – oder in Portocristo verkehren Fahrzeuge, die man sonst nirgendwo sieht! Ich stand davor und rätselte: ein Oldtimer-Bus? Ein 12-sitziges Safari-Auto? Ein Reparaturwagen der nordkoreanischen Verkehrsbetriebe? Ein Eigenbau zum Kindergeburtstag? Das Schild ist mitten im Ort angebracht und verbietet dem, den’s betrifft, eine Straße zum Hafen hinunter zu befahren. Aber wer soll sich da betroffen fühlen? Ein kleines Kuriosum, witzig, finde ich, und ich werde mal nachfragen, ob ich es haben kann. Dann werde ich auch erfahren, für oder gegen wen es gedacht ist, das teile ich dann sofort mit …

… und die Gemeinde mauert!

Hier geht’s ja noch …
… hier wird’s tief …
… und das ist ganz arg!

WAS MAN HIER SIEHT, IST DIE STRASSE, AN DER ICH LEBE! Nicht asphaltiert, 1 km lang, den Berg hoch und in 16 Häusern von 16 Familien bewohnt: 6 Mallorkiner, 5 Deutsche, 3 Schweizer und 1 Französin. Ab und zu ist die Straße kein Camino, sondern ein Torrente. Wenn’s regnet. Und wenn’s dann wieder trocken ist, bleibt ein Bachbett zurück. Das ruiniert selbst Traktoren und schwere Geländewagen. Weil sich bis zu 30 cm tiefe Canyons auftun und tiefe Seen entstehen. Und weil Felsbrocken nach oben geschwemmt werden. Seit Jahren versuchen die Anwohner, die zuständige Stadt Manacor um Abhilfe zu bitten – vergeblich! Das Problem: Nur 16 Anwohner und 9 davon sind Ausländer, die nicht ständig an dieser Straße wohnen. Nun gut, ich sehe das ein: Nach den Unwettern gibt es schlimmer Betroffene. Solange wir noch irgendwie rauf und runter kommen, liegt kein echter Notfall vor. Begriffen! Dennoch: Der Weg ist Gemeindegebiet und auch die 6 Ausländer zahlen Steuern, und das nicht zu knapp! Wir verlangen ja nichts, wir bitten nur (seit Jahren) …

 

 

Boeschungsputzer sind unterwegs!

Aufgesammelt und …
… bereit zur Abholung

EIN HOCH ERFREULICHER ANBLICK, diese orangenen und neongelben Männchen mit ihren Harken, Besen, Zangen und Spießen! Zu Dutzenden ziehen sie die Straßen entlang (es ist Ende Juli) und picken allen Müll auf (nahezu unter Lebensgefahr), füllen ihn in orangene Säcke und Lastwagen fahren sie später weg. Blitzblank sind die Straßengräben, kein Fitzelchen Papier liegt mehr herum. Und wieviel Müll verschandelte vorher die Landschaft, ich habe auf 13 km über 30 Müllsäcke gezählt. Großartig, liebe Gemeinden, muchas gracias, zumal die Touristen den meisten Müll verursacht haben, man sieht das an den Hunderten von Plastikflaschen und Drinkdosen!